DDC Layer

Vorheriger Abschnitt Laden der vorherigen Artikel

Vogelfang Klassifizierung: 799.24 VögelDDC-Icon . Der Fang der Vögel geschieht auf die mannichfachste Art und es giebt darüber eine große Menge eigener Monographien, auf welche wir vorläufig hinweisen wollen. Diese sind: Naumann, der Vogelsteller. Leipz. 1789. (12 Gr.) -- Bechstein, gründliche Anweisung, alle Arten von Vögeln zu fangen, einzustellen, nach dem Geschlechte und anderen Merkmalen zu unterscheiden etc. Nürnb. 1796. (2 Thlr. 8 Gr.) -- Die kleinen Vogelfänger, ein Buch zunächst für Knaben. Leipz. Hinrichs. 1810. 5 Bändchen. (à 8 Gr.) -- Mayer, vollständiger Unterricht, wie man Nachtigallen, Canarienvögel, Lerchen etc. zu fangen und zu warten hat. Pesth. Hartleben. 4te Aufl. 1821. (8 Gr.) -- Götz, der Vogelheerd. Nördlingen. 1820. (12 Gr.) -- Tscheiner, der Vogelsteller und Vogelwärter. Pesth. 1820. (1 Thlr. 12 Gr.) -- Der Vogelfänger und der Vogeljäger, nach vieljähriger Erfahrung dargestellt von einem praktischen Waidmann. 2 Thle. Nürnb. 1823. (3 Thlr.) -- Bonde, der Vogelherd in einzelnen Theilen. Leipz. 1830. (12 Gr.) -- Supplement zu Putsche' s Encyclopädie. Band I. -- Kunst, sich die zur Jagd und zum Vogelfang nöthige Netze selbst zu verfertigen. Leipz. 1802. (10 Gr.) -- Schnei<227, 82>der, Anleitung zur Erziehung eines jungen Hühnerhundes, nebst einem Anhange von Lerchen= und Becassinenfang, auch eine Beschreibung der dazu nöthigen Netze und deren Strickung. 3te Aufl. Braunschweig. 1811. (6 Gr.)

Die neueste Monographie von Blumenbach giebt folgende Zusammenstellung, die sich auf den Fang der Sing= und Stubenvögel beschränkt:

Die zur Gattung der Sänger gehörigen Vögel fängt man sicher und leicht mit dem Schlaggarne, an dem das Gestell von Draht ist. Im Frühling, wo die Sänger anfangen zu singen, nähert man sich sachte dem Orte, wo man einen singen hört, darauf entblößt man die Erde vom Moose oder Laube (Rasen) und stellt die Falle auf, worin ein lebendiger Mehlwurm als Lockspeise befestigt ist. Hierauf schleicht man hinweg und verbirgt sich unter einem Baume, so lange wartend, bis der Vogel sich gefangen hat. Man fängt so Nachtigallen, Sprosser, Blau= und Rothkehlchen, Braunellen und viele andere kleine Vögel.

Es giebt viele Arten von Schlaggarnen. Pastor Brehm empfiehlt folgendes Schlaggarn. Es hat einen ein Quadrat bildenden Rahmen zur Grundlage. An der einen Seite befindet sich ein 2 bis 2 1/2 Zoll breites Brettchen. Auf dem Rahmen neben diesem Brettchen befindet sich ein schraubenförmig zusammengebogener Eisendraht von der Stärke des Eisens eines Nagelbohrers; dieser Draht muß auf jeder Seite 2 bis 3 Ringe bilden, deren letzter in einen vorn umgebogenen oder mit einem Oehre versehenen, etwas über den Rahmen hinauslaufenden Arm ausgeht. Dieser Draht wird mit zwei, durch den Rahmen hindurchgehenden, von umgebogenem starkem Draht gemachten Klammern, deren Spitzen, damit sie nicht weichen können, auf der andern Seite, auf welche sie durchgehen, mit einer Niete versehen sind, befestigt, <227, 83> damit er recht fest liege. In der Mitte dieser Seite des Rahmens befindet sich ein durchgehender, länglich runder Einschnitt, in welchem eine hölzerne lange und schmale Zunge hinten mit einem Drahtstifte befestigt ist, die unbeweglich bleibt und vorn einen oder zwei Einschnitte auf der oberen Seite hat. Unter diesem Einschnitte befindet sich eine ganz kleine, von umgebogenem Draht gebildete Klammer, welche so weit vorsteht, daß man einen starken Bindfaden hineinschieben und an ihr befestigen kann. Am Ende dieses Stückchens Bindfaden ist ein 2 1/2 bis 2 3/4 Zoll langes, an beiden Enden keilförmig zugeschnittenes schmales Stellholz mittelst eines durch die Mitte gehenden Loches befestigt. Die ganze obere Fläche des Rahmens ist mit einem locker darüber liegenden Netze überspannt, dessen Maschen so klein sind, daß man nur die Spitze des kleinen Fingers durch sie hindurch stecken kann. Am besten ist es, dieses kleine Netz von starker Nähseide zu machen; in deren Ermangelung man aber auch Zwirn nimmt, den man grün färbt. Dieses Netz wird mit schwachen Bindfaden, der durch die Löcher, die sich auf der obern Seite des Rahmens befinden, gezogen ist, befestigt. Der Rahmen, welcher hinten einen Zoll hoch ist, wird in der Mitte seiner Länge, nach einem Einschnitte, plötzlich nur halb so hoch, und wird von diesem Einschnitte an doppelt, als wäre er durchschnitten. Diese vordere, obere, bewegliche Hälfte des ganzen Rahmens ist mit einem Charnier auf folgende Weise verbunden: Es hat nämlich der freie Theil des Rahmens und die hintere obere Seite desselben einen Einschnitt, in welchem sich ein vorn und hinten abgerundetes Stückchen Blech oder Holz befindet, welches hinten und vorn mit einem Drahtstift, der durch dasselbe aus dem Rahmen geht, an diesen befestigt ist, so daß durch ihn ein Gelenk gebildet wird. Etwas vor demselben befindet sich im <227, 84> unteren Theile des Rahmens eine auf einem Drahtstifte sich drehende Walze, in einem vierseitigen, der Länge nach gehenden Einschnitt des Rahmens. An jedem Arme der Drahtfeder, welche rückwärts schlägt, ist ein dünner, aber fester Bindfaden angeschlungen, welcher über die Walze wegläuft und gerade über ihr am oberen Ende des Rahmens befestigt ist, so daß es diese nach dem unteren niederzieht. Noch ist zu bemerken, daß der hintere Abschnitt des vordern oberen, beweglichen Theiles des Rahmens abgerundet ist, damit er beim Zurückschnellen keinen Widerstand darbietet. Wenn nun das Schlaggärnchen aufgestellt werden soll, wird an die untere Zunge mit einer Stecknadel ein junger Mehlwurm angesteckt, der Boden unter dem Netze rund gemacht, da wo die Drahtfedern liegen, etwas ausgehöhlt, so daß das Netz überall glatt aufliegt, die bewegliche Hälfte zurückgelegt, der Bindfaden über den vordern Theil des zurückgelegten Rahmens hinweggespannt, und das an ihm befindliche Stellholz in die im innern Theile des zurückgelegten Rahmens und auf der obern Seite der Zunge, an welcher der Mehlwurm steckt, befindliche Kimme (Einschnitt) eingelegt, und das Netz möglichst weit zurückgeschoben und bei vorsichtigen Vögeln mit einigen dürren Blättern gut bedeckt. Die Nachtigall oder ein anderer Insekten fressender Vogel sieht die runde Erdform, kommt herbei, will den Mehlwurm abziehen, hebt dadurch das am Faden befindliche Stellholz aus dem Einschnitte der Zunge heraus, und wird sogleich von dem zurückschlagenden Netze bedeckt. Ein solches braucht nur einen Geviertfuß zu enthalten.

Der Erdkasten dient zum Fange der Nachtigallen, Sprosser, Braunellen und anderer kleineren Singvögel. Man gräbt in einem schattigen, von Hecken gebildeten Winkel ein viereckiges Loch, 1 1/2 Fuß <227, 85> lang, 1 Fuß breit und etwas über 1/2 Fuß tief. Die Wände des Loches werden glatt und fest gemacht. Einen dürren, oben gerade geschnittenen Pflock steckt man nun in die Mitte des Loches, so daß er nur bis zur halben Höhe desselben hinaufreicht. Eine Weidenruthe bindet man alsdann in einen Kreis, der 5 bis 6 Zoll im Durchmesser hat. Zwei schmale Späne steckt man so in diesen Kreis, daß sie ein Kreuz bilden und im Mittelpunkte des Ringes übereinander gehen. Nun hat man den Deckel des Kastens zu verfertigen. Dazu macht man einen Rahmen von grünen Stäben, welcher etwas größer ist als ein Loch. In alle vier Stäbe des Rahmens bohrt man mit einem Sprenkelbohrer kleine Löcher, und steckt dünne Ruthen hinein, welche kreuzweise übereinander gehen, und ein so enges Gitterwerk bilden, daß kein Vogel hindurch schlüpfen kann. Dieser Deckel wird auf der einen Seite des Loches an hakenförmigen Pflöcken so befestigt, daß er sich leicht aufheben läßt und eben so leicht wieder niederfällt. An das obere Ende des Deckels bindet man einen Stein, um ihn schwerer zu machen. Nun bindet man an die ringförmig gebogene Ruthe 2 bis 3 Mehlwürmer, und macht noch einen andern dünnen Pflock, dessen beide Enden spitz zulaufen. Den Deckel hebt man dann empor, legt den Ring da, wo die Stäbchen übereinander gehen, auf den untern Pflock, stellt den andern dünnen Pflock mit dem einen Ende auf das Kreuz und mit dem andern unter den Deckel, so daß dieser in einer schiefen, über das Loch geneigten Richtung zwar fest steht, aber doch bei der geringsten Berührung des Weidenringes zufällt. Der Vogel wird nun gefangen, wenn er in das Loch springt, um einen Mehlwurm von dem Ringe abzunehmen.

Der Meisekasten ist das beste Werkzeug, um Meisen zu fangen. Man kann außer dem später an<227, 86>zuführenden eigentlichen Meisekasten auch einen großen Kürbiß dazu benutzen. Man schneidet ihn nämlich der Art entzwei, daß der obere Theil gleich als Deckel gebraucht werden kann; dieser kann übrigens auch von Holz sein. Alles Andere ist wie bei dem Meisekasten, der auf folgende Weise angefertigt wird. Er hat einen Fuß im Gevierte und besteht aus dem Grundbrette, den aus vier Hollunderzweigen verfertigten Seitenwänden und dem Falldeckel. In der Mitte der Bodens befindet sich ein kleines Pflöckchen, auf welches das Tritt= und Stellhölzchen gelegt wird. Als Lockspeise dient ein auf das Trittholz gelegter Nußkern. Zum Locken bedient man sich der sogenannten Meisenpfeife, auf welcher man den Gesang der Kohlmeise nachahmt. Da die Meisen gesellige Vögel sind, so kommen auch die andern Arten herbei.

Der Tränkherd besteht in einer 14 Fuß langen und 16 Fuß breiten Erhöhung, welche mit Rasen bedeckt ist und nach dem Vogelsteller zu 2 Fuß, auf der anderen Seite aber 2 1/2 Fuß Höhe hat. Dieser Herd wird mit einem Zaune von grünen Zweigen, welche eine Höhe von 4 Fuß haben, eingefaßt, und auf der Ostseite werden einige Stangen, welche 16 Fuß hoch sind, eingeschlagen, an denen die mit grünen Zweigen verdeckten Bauer der Lockvögel aufgehängt werden. Im Zaune werden noch einige 12 Fuß hohe laubleere Bäume angebracht. Als Lockspeise bedient man sich der Vogel= und Wachholderbeeren. Auf der Westseite des Herdes wird von dünnen Tannenzweigen die Hütte erbaut, und dieser gegenüber wird das grüne Garn aufgestellt, von welchem eine Zugleine nach der Hütte hingeht. Zum Anlocken bedient man sich eines von Messing verfertigten Instruments, welches man weit hin hört, doch muß man mit dem Locken nachlassen, wenn die Drosseln, welche man am leichtesten auf dem Tränkherde fängt, sich nähern. Die<227, 87>sen Tränkheerd legt man im Walde auf einem freien Platze an, wo ein Bach vorbeifließt, in welchem sich die Vögel gern baden und wohin sie zum Trinken kommen Die Zeit des Fanges ist vom August bis November, des Morgens von 9 bis 12 Uhr, des Nachmittags von 3 bis 6 Uhr. Mit dem Zuziehen des Netzes darf man nicht zu lange warten, da die Vögel bald gesättigt sind und dann wegfliegen. Auf diesen Tränkherden fängt man auch Seidenschwänze.

Mit den Leimruthen werden alle Arten von Singvögeln gefangen. Man nimmt dazu Ruthen von Birken, die durch Vogelleim gezogen werden.

Die Bereitung des Vogelleims ist doppelt, entweder gewinnt man ihn aus den Beeren der Mistel, einer Schmarotzerpflanze auf den Eichen und wilden Aepfelbäumen, oder aus Leinöl. Preßt man den Saft der Misteln aus und kocht ihn dick ein, so ist der Vogelleim fertig; doch muß man ihn stets in Wasser aufbewahren, da er sonst seine klebrige Kraft verliert. Deswegen muß man ihn auch stets von den Ruthen wieder abziehen, zu einem Klumpen zusammendrücken und in Wasser lrgen, was eine zeitraubende und schmutzige Arbeit ist. Darum ist der Vogelleim aus Leinöl vorzuziehen, welcher auch leichter und überall zu haben ist. Man füllt einen Topf mit Leinöl, setzt ihn auf das Feuer und kocht ihn ein, bis er Faden zieht. Um dieses zu erforschen, läßt man von Zeit zu Zeit einen Tropfen der Masse auf einen Stein fallen und versucht mit dem Finger, ob sie klebrig genug ist. Die 1 Fuß langen Ruthen werden mit dem abgekühlten Leim bestrichen, so daß nur das untere spitzgeschnittene Ende 1 1/2 Zoll frei bleibt. Diese Ruthen nimmt man, um sie aufzubewahren, in ein Bündel, wickelt sie in ein starkes, aber biegsames Leder und legt sie in den Keller. Sind sie nach längerem Ge<227, 88>brauche nicht mehr klebrig genug, so bestreicht man sie von Neuem.

Will man nun mit Leimruthen Vögel fangen, so bedient man sich dabei der Lockvögel. Um z. B. Stieglitze zu fangen, braucht man einen Stieglitz, der ein fleißiger Sänger und zugleich gewohnt ist, allenthalben zu singen, wo man ihn hin stellt. Im Herbste kann man sie unter Distelbüsche stellen. Man hängt ihn in seinem Bauer an einen Baumstamm, der rund herum frei von Aesten ist, und bringt auf dem Bauer einige Leimruthen an, auf denen man mittelst eines Drahtes Mehlwürmer so befestigt, daß sie sich bewegen können. Eben so fängt man Grasmücken, Finken, Zeisige und andere Vögel. Man nimmt am besten einen Lockvogel von derselben Art, welche man sangen will. Will man Finken im Frühjahr auf die letztbeschriebene Art fangen, so stellt man den Finken, welcher als Lockvogel dienen soll, möglichst dunkel, damit er fleißiger singe. Die vorbeistreichenden Finken glauben einen Gatten zu finden, kommen herab, setzen sich auf die Leimruthen und bleiben kleben. Der Fang dauert so lange, als die Vögel fliegen, und zwar des Morgens vor Tagesanbruch und bis gegen 9 Uhr. Nach der neunten Stunde lagern sich diese Zugvögel in das Feld, um zu fressen. Sie ruhen dann die übrige Tageszeit aus, oder üben sich in ihrem Gesange. Kein Vogel läßt sich aber leichter durch Locken fangen, als der Gimpel; ja man fängt diesen sogar an Bäumen, die mit Leimruthen besteckt sind.

Die Zeisige fängt man im Herbste und Winter sehr leicht durch einen Lockzeisig, und oft schockweise auf einmal, wenn man einen Vogelheerd hat. Da sie gar nicht scheu sind, so kann man sie in Dörfern, in deren Nähe ein mit Erlen besetzter Bach ist, fangen, wenn man einen Zeisig in einem Käfig vor das Fenster hängt, und den letzteren mit Leimruthen umgiebt.

<227, 89>

Die zum Geschlechte der Finken gehörigen Vögel fängt man auf einem Finkenherde. Dieser Herd wird in einer Gegend, wo man aus Erfahrung weiß, daß viele Vögel vorbeistreichen, angelegt. Der Herd besteht in einem 4 Fuß im Gevierte großen und 2 Fuß erhöhten Platze, der oben geebnet und fest gestampft ist. Auf diesen Herd werden viele kleine Laubreiser gesteckt und Rüb= und Mohnsamen gestreut, auch muß vorn und hinten ein Laufervogel sein (so nennt man den Vogel, welcher auf dem Platze, wo das Futter liegt, an einem Faden umherhüpft). Ist in der Nähe des Herdes keine Hecke, so muß von Laub= und Nadelholzzweigen eine künstliche Hecke angelegt werden. In diese Hecke werden noch einige entblätterte Bäume gestellt. An einigen eingeschlagenen Pfählen werden oben die Bauer mit den Lockvögeln, von den verschiedenen Arten, welche man zu fangen beabsichtigt, gehängt. Diese Bauer werden mit Zweigen ganz umgeben, damit sie nicht sichtbar sind. Um den Herd werden nun die Netze gestellt, und in einiger Entfernung davon eine mit Zweigen dicht bedeckte Hütte für den Vogelsteller selbst angelegt. Die Oeffnung gegen den Herd zum Sehen muß so viel als möglich mit Zweigen bedeckt werden, und neben dieser Oeffnung wird ein Loch für die Rückleine angebracht. Der Herd muß mit Anbruch des Tages aufgestellt sein. Die Stellzeit ist des Jahres zweimal: im März und April von Tagesanfang bis 8 Uhr Morgens. Die Vögel fliegen zuerst in die laubleeren Bäume, alsdann sogleich in die Hecke und von hier auf die Locke, wo sie die Laufvögel fressen sehen. Man braucht nicht mit dem Zuziehen der Rückleine zu eilen, da das Enthülsen der Sämereien einige Zeit erfordert. -- Die Buchfinken werden auch auf dieselbe Art gefangen, wie man Feldlerchen fängt, wovon später. Diese Art des Fanges nennt man Finkenstechen.

<227, 90>

Pastor Brehm beschreibt den Eichenlockbusch mit Leimruthen folgendermaßen: Man nimmt einen Busch von Eichen, welcher die Blätter im Frühjahre noch hat. Der Busch hat unten etwa 1 Zoll im Durchmesser, ist 5 -- 6 Fuß und oben so mit Zweigen bewachsen, daß er mit seinen Blättern wo möglich eine Kugel bildet. Die Hauptsache bei der Zurichtung eines solchen Lockbusches ist, oben alle Zweige so kurz abzuschneiden, daß sich kein Vogel auf irgend einen setzen kann. Diese abgeschnittenen Zweige werden gespalten, damit man Leimruthen bequem hineinstecken kann. Mit diesem Busche, den Leimruthen und den Lockvögeln, welche gewöhnlich aus einem Edelfinken, einem Bluthänfling, einem Stieglitz und einem Erlenzeisig bestehen, begiebt man sich an Ort und Stelle. Um den Lockbusch und die Käfige bequem tragen zu können, hat man sogenannte Doppelbauer, d. h. solche Käfige, bei denen einer über dem andern steht, und wie ein Haus mit zwei Stockwerken aussieht. Oben am Käfige befindet sich ein Henkel von Eisendraht, damit man die Käfige bequem halten könne. Vor Tagesanbruch ist der Vogelsteller mit seiner Locke an einer solchen Stelle, an welcher ein guter Zug ist. Dies ist gewöhnlich auf den Höhen der Fall, und deswegen sind auch die von Holz entblößten Berge und Hügel im März und April für Lockbüsche besonders geeignet. Diese sind, damit man sie leicht und fest in die Erde stecken könne, unten spitzig zugeschnitten, und werden, wenn sie aufgestellt sind, mit Leimruthen versehen. Die Lockvögel stehen unter dem Lockbusche, und damit ihre Käfige weniger in die Augen fallen, sind sie mit Fichten= oder Tannenzweigen oder mit Eichenlaub bedeckt. Der Vogelsteller steht 40 -- 50 Schritte von seinem Lockbusche entfernt, oder setzt sich, wenn der Boden trocken ist, nieder. Kommt einer der obengenannten Vögel ge<227, 91>flogen, so lockt der im Käfig befindliche, und sehr oft geschieht es, daß der vorüberfliegende sich niederläßt und auf die Leimruthen setzt. Jetzt läuft der Vogelsteller hinzu, nimmt den gefangenen Vogel, welcher oft auch mit der Leimruthe auf dem Boden liegt, in Empfang, steckt ihn in ein Säckchen oder Netz, deren er mehrere bei sich hat, stellt die Leimruthe wieder auf und wartet den Fang ferner ab. Um 9 oder höchstens 10 Uhr ist der Zug vorbei, und der Vogelsteller geht nach Hause, hängt seine Käfige auf und steckt die gefangenen Vögel in andere, welche er vorräthig hat. Auf diesen Lockbüschen fängt man nicht nur Finken, Hänflinge, Stieglitze und Erlenzeisige, sondern auch die Bergfinken, Grünlinge, Goldammern und viele andere Vögel, selbst solche, auf die man gar nicht rechnete, denn es ist natürlich, daß sich gar mancher Vogel ganz zufällig auf die Lockbüsche setzt, da diese auf dem höchsten Punkte eines Platzes stehen, obgleich er nicht durch das Locken der in den Käfigen befindlichen herbeigezogen wird. In Gegenden, wo es keine Eichen giebt, besonders auch dann, wenn Stieglitze gefangen werden sollen, macht man einen Lockbusch von einem verkrüppelten Fichtenbüschchen, und stellt es mit einem Käfige, in welchem sich ein guter Locker befindet, hoch auf eine Stange, welche da hingesteckt wird, wo diese Vögel häufig vorüber ziehen. Wohnt man auf dem Lande, dann kann man diese Stange, welche so glatt sein muß, daß keine Katze an ihr empor kann, den ganzen Tag stehen lassen; nur muß man sie im Auge haben, damit kein an den Leimruthen hängen gebliebener Vogel verloren gehe. Auch für Kreuzschnäbel stellt man kleine mit Leimruthen tüchtig bespickte Fichtenbüsche oder kleine Tannenwipfel auf hohen Stangen auf solchen Schlägen auf, welche die Kreuzschnäbel fleißig besuchen. Nach ihnen bemüht sich der Vogelsteller nicht bloß im Frühjahre, <227, 92> sondern auch im Sommer und Herbst, wenn eben der Zug dieser Vögel stark ist. Die Hauptsache bei diesem Fange ist ein guter Lockvogel, guter Leim und das richtige Aufstellen der Leimruthen oder Sprenkel; denn stehen die Leimruthen zu fest, so fallen sie nicht mit den Vögeln herab, und diese reißen sich los; sind sie aber zu locker aufgestellt, so fallen sie herab, ehe die Vögel gehörig angeklebt sind.

Die meisten Singvögel kann man in Sprenkeln fangen. Man macht die Sprenkel aus einer Haselruthe, die am dicken Ende schief abgeschnitten ist. Auf der dem Einschnitt entgegengesetzten Seite schneidet man eine Linie tief ein, und nimmt das Holz über dem Einschnitte schief hinweg mit einem scharfen Messer, so daß der Einschnitt unten eine wagerechte Fläche hat, mit der die schief abgeschnittene einen spitzen Winkel bildet. In diese Kimme wird mit dem Sprenkelbohrer ein Loch quer durch die Ruthe gebohrt. Hierauf zieht man einen doppelten Faden Hauszwirn (noch besser Pferdehaare), der vorn um ein Stückchen Tuch geknüpft ist, damit er nicht durch das Loch schlüpfen kann, durch dieses, und schlingt ihn hinten um das dünne Ende der Ruthe, so daß diese durch den Faden bogenförmig gekrümmt wird und mit ihren Enden etwas über spannenlang auseinander steht. Dann macht man ein Stellholz 2--3 Zoll lang, welches man hinten abschneidet, damit es nicht zu schwer wird. Der Sprenkel wird da, wo man Vögel gesehen, die man fangen will, auf eine bogenförmig eingesteckte Ruthe gehängt, damit er mit dem gefangenen Vogel sogleich auf die Erde falle, und der Vogel sein Bein nicht breche. Will man den Sprenkel aufstellen, so zieht man den Faden bis an den Knoten, den man nicht weit vom schwachen Ende der Ruthe in den Faden geknüpft hat, an, stellt das hintere Ende des Stellholzes in der Kimme so auf, daß es leicht her<227, 93>ausfällt, aber der Faden doch, so lange das Stellholz steht, am Zurückrutschen verhindert wird, läßt den Knoten des Fadens auf der oberen flach geschnittenen Hälfte des Stellholzes ruhen, und schiebt den auseinander gelegten Faden in einen Einschnitt vorn im Stellholze. Damit der Faden nicht auf den Seiten herabfalle, und der Fuß des Vogels also sicher zwischen denselben komme, legt man einen dürren Grashalm so über das Stellholz, daß beide Faden darauf ruhen. Als Lockspeise hängt man Hollunderbeeren an eine schlanke Ruthe, die man so neben den Sprenkel stellt, daß der Vogel die Beeren von dem Stellholze aus am bequemsten erreichen kann. Sobald nun der Vogel auf das Stellholz tritt, fällt dieses ab, der Sprenkel schnellt auseinander, der Vogel sinkt und geräth mit seinen Füßen so fest in den Faden, daß er unmöglich entkommen kann. Damit er aber von dem Aufschnellen des Sprenkels nicht verletzt werde, darf derselbe nicht zu straff sein, also nicht zu viel Schnellkraft haben.

Man fängt auf solche Art Plattmönche, Rothkehlchen, Grasmücken, Gimpel, Drosseln, Hänflinge, Kreuzschnäbel und andere Vögel.

Die Dohnen verfertigt man aus Pferdehaaren, und nimmt für Drosseln und kleinere Vögel sechs 22 -- 25 Zoll lange Pferdehaare zusammen, theilt sie in zwei Theile, knüpft sie oben mit einem Kreuz= oder Doppelknoten, trennt beide Theile durch die dazwischen gehaltene linke Hand, dreht die Pferdehaare mit der Rechten bindfadenartig zusammen, knüpft an das untere Ende einen ähnlichen Knoten, wie an das obere, steckt dieses Ende durch das am zuerst gemachten Knoten entstandene Ohr, und die Schleife ist zum Gebrauche fertig. Gewöhnlich steckt man aber die zusammengedrehten Pferdehaare nicht eher durch, bis man sie gebrauchen will, damit sie die Elasticität nicht <227, 94> verlieren. Hängt man die Schleifen, an Stäbchen befestigt, nahe über die Erde, damit die hineinlaufenden Vögel mit den Köpfen hängen bleiben, so nennt man eine solche Vorrichtung Laufdohnen. Will man Drosseln in Laufdohnen fangen, so biegt man eine Haselruthe von der Dicke eines kleinen Fingers etwas zusammen, steckt sie mit beiden Enden in die Erde, so daß ein 7 Zoll hoher, unten 7 Zoll weiter Bogen entsteht, und hängt drei sechsdrähtige Schleifen von Pferdehaaren so an den Bogen, daß eine jede Schleife einen Zirkel von 2 1/2 Zoll Durchmesser bildet, und 1 1/2 Zoll von der Erde entfernt ist. Um eine Schleife an dem Bügel zu befestigen, schneidet man einen schrägen Schnitt in die Ruthe, schiebt das doppelte geknüpfte Ende der Schleife hinein, und drückt den Spalt wieder zusammen. Mehr sind aber die Hängedohnen im Gebrauche, in denen man vorzüglich alle Arten von Drosseln fängt. Am zweckmäßigsten stellt man die Hängedohnen auf folgende Art, nach J. Fr. Naumann' s Vorschlag, auf. Man nimmt einige Schock Stäbe von zähen Weiden, halb so stark, wie ein Mannsfinger, knickt sie etwa 7 Zoll von ihrem untern Ende ein, und biegt sie dann über dem Knie oder mit der Hand sprenkelartig, schneidet das spitzige Ende keilförmig zu, und macht auf der einen Seite des Keils einen Einschnitt, hinter welchem des Holz so weit weggeschnitten wird, baß ein Absatz vorsteht. Nun wird nicht weit von dem untern Ende ein Längenschnitt durch den Stab geführt, welcher bis an das Knie reicht, aber den untern Theil der Ruthe oder des Stabes nicht trennen darf. An diesen Spalt wird die Spitze des Stabes bis an den Absatz eingeschoben, so daß sie an diesem in dem Spalte festgehalten wird, diesen aber auch so sehr erweitert, daß man die Beeren bequem hinein hängen kann. Die auf diese Art enthaltenen Bügel sind un<227, 95>gefähr 4 Zoll breit und 6 bis 6 1/2 Zoll hoch, und bekommen vier Schlingen. Man sticht nämlich oben auf den Seiten der Biegung mit der Spitze eines Messers durch und hängt auf jeder Seite eine Schlinge ein. Auf jeder Seite unten, etwas über dem Knie, sticht man ähnliche Löcher ein, und bringt zwei Schlingen an, welche, wenn sie aufgestellt werden, so stehen, daß die eine auf dieser, die andere auf der andern Seite der Beeren angebracht ist, und es also dem Vogel unmöglich machen, die Beeren im Fluge herabzureißen, was sehr oft geschieht, und in Jahren, wo die Beeren selten sind, besonders unangenehm ist. Die oberen Schlingen werden so aufgestellt, daß sie 2 1/2 Zoll über dem unteren Theile des Bügels stehen. Diese Bügel steckt man dann mit ihrem unteren Theile in Löcher, die man mit einem Schraubenbohrer in Baumstämme einbohrt. Nach der Zugzeit nimmt man die Bügel wieder heraus= und steckt einen Pflock in jedes Loch.

In jungen Nadelholzbeständen hat besonders folgende Dohne viel Brauchbarkeit. Eine 3 Fuß lange, unten 1/3, oben 1/6 Zoll dicke Ruthe wird, 7 Zoll vom dicken Ende entfernt, weidenartig gedreht (so wie man die Wieden, Weeden oder am richtigsten wohl Weiden, mit denen man die Reisbündel und auch wohl die Strohgarben bindet, dreht). 14 Zoll weiter nach der Spitze zu dreht man die Ruthe abermals und formt nun einen Bogen, indem man den zuletzt gedrehten Theil um das untere Ende der Ruthe biegt, und die übrig bleibende Spitze der Ruthe um den Bogen wickelt, bis sie den geraden Theil bei der ersten Biegung wieder erreicht. An den geraden Theil hängt man drei Pferdehaarschleifen, welche 2 1/2 Zoll im Durchmesser haben und vom Bogen 1/2 Zoll entfernt sind; unten, nach dem Bogen zu, wird eine Dolde Vogelbeeren zwischen die umwundenen Ruthen ge<227, 96>klemmt. Diese Dohne hängt man an zwei nebeneinander stehende, etwas abgestutzte und zusammengedrückte Quirl=Aeste eines jungen Nadelholzbäumchens, mit dem geraden Theil nach oben. In Laubhölzern hat die dreieckförmige Dohne den Vorzug, da man sie an jeden Ast hängen kann. Man nimmt eine gleiche Ruthe wie zu der vorigen Dohnenart, dreht sie 6 Zoll vom untern Ende weidenartig, um sie in einen spitzen Winkel biegen zu können, dreht sie 10 Zoll weiter nochmals, um die Spitze des Dreiecks zu bilden, dreht sie abermals 10 Zoll weiter nochmals, um auch die dritte Spitze des Dreiecks zu erhalten, und windet nun den Rest um die 6 Zoll lange Grundlinie dreimal um, befestigt die Schlingen an den beiden Schenkeln auf gewöhnliche Art und klemmt zwischen die umwundenen Ruthen unten die Beeren ein, so ist die Dohne fertig. Noch leichter sind diese Dohnen zu machen, wenn man gleich gabelförmig gewachsene Ruthen nimmt.

Bei Anlegung eines Dohnensteigs oder einer Vogelschneiße wird gewöhnlich mehr auf den Fang der Zug= und Strichvögel, als der Heckvögel, das heißt derjenigen, welche in der Gegend ausgebrütet worden sind, gesehen. Man muß daher auch eine solche Gegend wählen, wo der Erfahrung gemäß viele Zugvögel im Herbste einfallen. Gewöhnlich sind dies etwas hochliegende und ruhige, mit 10--30 Fuß hohen Büschen und Stangen und einzelnen alten Bäumen bestandene Waldungen, auf deren Morgen= und Mittagsseite die Vögel am liebsten einfallen. Will man nun hier einen Dohnensteig anlegen, so suche man zu Anfang Septembers die alten Holzwege oder sonstige schmale lichte Streifen in den Dickigen auf, und bringe zu beiden Seiten derselben, bald rechts, bald links, etwa 6 bis 8 Schritte von einander entfernt und 5 Fuß vom Boden erhöht, die Hängedoh<227, 97>nen oder Bügel an; doch lasse man die Schleifen vorerst noch gerade herunter hängen. Bemerkt man in der Folge, daß Vögel da sind, so beert man die Dohnen mit den zu Ende August sammt den Stielen abgebrochenen Vogelbeeren oder Ebereschenbeeren ein, und stellt die Schleifen hängend, worauf sich nun, besonders in den Morgen= und Abendstunden, und besonders bei nebeligem und regnerischem Wetter bald einige Vögel fangen werden. Von nun an muß der Dohnensteig täglich gegen Mittag begangen, die Vögel ausgenommen, die verdrehten Schleifen wieder gerichtet, und jede ausgebeerte Dohne mit frischen Vogelbeeren wieder versehen werden.

Die Lerchen fängt man leicht auf folgende Art: Man bindet einem zahmen Männchen die Flügelspitzen über dem Schwanze zusammen und befestigt daran ein gabelförmiges, mit den beiden Enden in die Höhe stehendes Leimrüthchen. Sieht man nun eine Lerche sich in die Höhe schwingen, so läßt man seine zahme Lerche laufen; jene sieht diese, hält sie für einen Nebenbuhler, schießt aus der Höhe auf dieselbe los und fängt sich nun an der Leimruthe.

Die Haubenlerchen fängt man gewöhnlich im Winter, wenn sie sich den Wohnungen nähern, mit Leimruthen oder Schlingen, indem man als Lockspeise Spreu mit darauf gelegtem Weizen hinstreut. Die Finken fängt man auf dieselbe Weise.

Der Fang mit der Vichtel ist sehr unterhaltend und ergiebig. D. J. Tscheiner beschreibt in seinem Werke „Vogelfänger und Vogelwärter, oder Naturgeschichte, Fang, Zähmung und Wartung unserer beliebtesten Sing= und Zimmervögel”, Pest, 1828, 2te Aufl., diese Fangart folgendermaßen:

Man wählt sich in einem Walde einen Baum, der wenigstens rings herum 2--3 Schritte von anderen Bäumen entfernt stehen muß. Von diesem Baume <227, 98> haut man die überflüssigen Aeste weg und läßt sie nur einzeln stehen, schneidet auch diese so weit ab, daß sie nur 3--6 Spannen lang bleiben und ein paar Spannen von einander abstehen. Am Gipfel läßt man einige Aeste stehen. Die abgestumpften Aeste werden mit Spalten versehen, in welche die Leimruthen so gesteckt werden, daß sich kein Vogel aufsetzen kann, ohne sie mit der Brust zu berühren; sie stehen also alle wie ausgewachsene Aeste in die Höhe.

Unten um den Stamm herum baut man eine Hütte, etwa 6 Schuh hoch, worin eine oder mehrere Personen Platz finden können. Auf diese Hütte setzt man eine lebende Eule, die man so abrichtet, daß sie bisweilen auffliegt, und dann wieder ihre frühere Stellung einnimmt. Man macht ihr daher ein ledernes Band an den einen Fuß, an dessen Ende ein langer Bindfaden befestigt ist, welcher durch eine Oeffnung in die Hütte geht.

Sobald eine Anzahl Vögel erscheint, zieht man den Bindfaden etwas an. Die abgerichtete Eule fliegt sodann auf, setzt sich aber gleich wieder; kaum merken dies die Vögel, so kommen sie sogleich als Feinde der Vichteleule, Strix passerina, auch Kauz genannt, herbeigeflogen, setzen sich auf die Leimruthen und sind gefangen.

Die Vichtel kann am besten abgerichtet werden, wenn man sie jung aufzieht.

Die beste Zeit, diesen Fang anzustellen, ist vor Auf= oder Untergang der Sonne, und man kann ihn bis in die Nacht fortsetzen. Die Monate Juli, August, September und October sind die passendsten.

Den Ton der Vichtel, da diese nicht immer selbst schreit, kann man mittelst eines Pfeifchens hervorbringen, das man also verfertigt. Man nimmt ein Stückchen Holz, in dessen Mitte ein langer Kerb geschnitten wird; in diesen legt man ein Stückchen Kirsch<227, 99>baumrinde, welche über den Kerb hinausragt, und darauf wird ein Stück Holz, das genau in den Kerb paßt, gepreßt. Mit dieser Pfeife kann man den kläglichen Ton der Eule täuschend nachahmen.

Die größeren Fangarten der Vögel findet man in J. M. Bechsteins Anleitung, Vögel zu fangen, in Naumanns Vogelsteller und in der allgemeinen Encyklopädie der gesammten Land= und Hauswirthschaft der Deutschen ausführlich beschrieben. Wir haben hier bloß jene aufgeführt, welche ohne große Kosten bewerkstelligt werden können.

Vogelflinte Klassifizierung: 683.4 HandfeuerwaffenDDC-Icon Klassifizierung: 799.24 VögelDDC-Icon , mit diesem Namen bezeichnet der Jäger eine kleine Flinte von geringem Kaliber, die man hauptsächlich bei der Vogeljagd anzuwenden pflegt und mit sogenanntem Vogeldunst ladet.

Vogelflug Klassifizierung: 598 Aves (Vögel)DDC-Icon Klassifizierung: 133 Einzelne Themen der Parapsychologie und des OkkultismusDDC-Icon , die Art und Weise, wie die Vögel mit Hülfe ihrer Schwingen und Schwänze in der Luft hinschweben. Beim Artikel Pfeil-IconVogel haben wir bereits den Flug der einzelnen Vögel näher charakterisirt. -- Aus dem Vogelflug pflegte man im Alterthum das Schicksal eines Unternehmens, seinen guten oder schlechten Ausgang vorher zu verkündigen. Das Beobachten des Vogelfluges hieß auspicium (avis, der Vogel) und die Beobachter selbst auspices.

Vogelfrei Klassifizierung: 346.013 Rechtliche Handlungsfähigkeit und Rechtsstellung von PersonenDDC-Icon Klassifizierung: 323 Grundrechte und politische RechteDDC-Icon , eigentlich völlig ungebunden, so daß man sich hinbegeben kann, wo man will; dann aber auch so viel wie geächtet, schutz=, obdach= und heimathlos, alles Rechtsschutzes baar, so daß es Jedem freisteht, den für vogelfrei Erklärten zu tödten.

Vogelfutter Klassifizierung: 636.084 FütterungDDC-Icon Klassifizierung: 636.0887 HeimtiereDDC-Icon . In der Gefangenschaft sollen die Vögel solche Nahrungsmittel erhalten, welche denen der Vögel in freier Luft gleich kommen oder wenigstens ähnlich sind. Es gehört auch Vorsicht dazu, die Stubenvögel an Nothfutter zu gewöhnen. Finken, Goldammern, Drosseln fressen gleich. Andere rühren eine Weile das Futter nicht an und ducken sich in <227, 100> eine Ecke. Dies ist ein gutes Zeichen; denn wenn sie gleich gierig fressen, werden sie sich nicht halten. Man hat ein gemeinsames Futter, Art Universalfutter, zusammengesetzt. Dies besteht für Sänger aus Folgendem:

Eine gute gelbe Rübe (Mohrrübe) wird auf einem Reibeisen klein gerieben; zu dieser wird 1/3 so viel von einem klein geriebenen gesottenen Rinderherzen und eben so viel von geriebener Semmel unter einander gemischt. Die gelbe Rübe muß täglich frisch gerieben werden und darf keine Nacht stehen, weil sie sonst sauer wird und dem Vogel alsdann schadet. Zu diesem Futter giebt man den Sängern frische oder gedörrte Ameisenpuppen und täglich 2 bis 3 Mehlwürmer. In der Mauserzeit sind ihnen hart gesottene und geriebene Eier sehr zuträglich. Im Herbst erhalten sie Holunderbeeren, welche getrocknet und in Wasser aufgequellt ihnen den ganzen Winter über gut bekommen. Frisches Wasser zum Trinken und Baden müssen sie täglich erhalten.

Das Universalfutter für Drosseln, Staare und Seidenschwänze ist folgendes: Man mengt zu gleichen Theilen eine geriebene gelbe Rübe, Gerstengrütze und Semmelkrumen unter einander, und feuchtet diese Mischung mit etwas Wasser an. Doch ist es nöthig, dieses Futter täglich frisch zu bereiten, da es sonst sauer wird. Im Sommer giebt man ihnen täglich kleine Regenwürmer und im Herbst Vogelbeeren. Frisches Wasser zum Trinken und täglich Gelegenheit zum Baden ist zur Erhaltung ihrer Gesundheit nöthig.

Der Pirol erhält sich am längsten bei dem Universalfutter der Sänger, bedarf aber zur Abwechselung süße Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren und Vogelbeeren. Täglich frisches Wasser zum Trinken und Baden.

Die Kernbeißer bekommen Sommerrübsen abwechselnd mit Hanf= und Fichtensamen, im Herbste Vogel<227, 101>beeren. Den Kirschkernbeißern giebt man noch Kirschkerne. Frisches Wasser zum Trinken und Baden ist ihnen täglich nothwendig.

Die Finken erhalten nach ihren verschiedenen Arten zweierlei Universalfutter. Die Buch= und Bergfinken, die Hänflinge, so wie die Kanarienvögel, erhalten Sommerrübsamen und zur Veränderung Hanf= und Kanariensamen; die Stieglitze, Zeisige, so wie viele andere Arten, erhalten Mohn, Hanf= und Kanariensamen. Alle zur Gattung der Finken gehörenden Vögel fressen gern etwas grünen Salat und Hühnerdarm. Sie brauchen täglich frisches Wasser zum Trinken und Baden.

Die Lerchen erhalten Gerstengrütze mit Wasser angefeuchtet, unter welche gehackter grüner Kohl gemengt wird. Zur Abwechselung Hirse, Ameisenpuppen und kleine Regenwürmer. Im Winter alle paar Tage 2 bis 3 Mehlwürmer. Täglich frisches Wasser zum Trinken. Sie baden sich im Sande, weshalb sie damit hinreichend versehen werden müssen.

Die Meisen erhalten im Wasser geweichte Semmel, Mohn, Hanf= und Sonnenblumensamen. Auch giebt man ihnen gekochtes und klein geschnittenes Fleisch. Die Bart= und Haubenmeisen bedürfen jedoch das Universalfutter der Sänger und viele kleine Regenwürmer. Sie müssen täglich frisches Wasser zum Trinken und Baden haben.

Der Wiedehopf erhält in Milch geweichte Semmel und klein geschnittenes, gekochtes Fleisch. Im Sommer viele Regenwürmer. Zum Trinken täglich frisches Wasser. Er badet sich im Sande.

Die Eisvögel befinden sich am besten bei in Milch geweichter Semmel und in längliche Streifen geschnittenem, gekochtem Fleische. Im Sommer erhalten sie Regenwürmer, so wie zur Abwechselung kleine Fische. <227, 102> Frisches Wasser zum Trinken und Baden müssen sie täglich haben.

Die Wachtel erhält Weizen und zur Abwechselung Hirse, kleine Regenwürmer und Ameisenpuppen. Frisches Wasser täglich zum Trinken. Sie badet sich nur im Sande.

Uebrigens ist ohnedies bei den einzelnen Vögeln das Futter überall angegeben worden.

Die Mehlwurmhecke legt man in einem Kasten an, welcher mit einem Deckel, in welchem sehr viele Luftlöcher sind, zugeschoben werden kann. Dieser Kasten wird mit wollenen Lappen, altem, weichem Weidenholze, trockenen, vom Anger geholten Kuhfladen und Weizenmehle gefüllt, oder man thut Gersten= oder Haferschrot oder Weizenkleie, etwas Zuckerpapier und alte Lappen oder Schafleder hinein. In diesen Kasten thut man 1 Schock Mehlwürmer und stellt ihn ruhig an einen warmen Ort; so verwandeln sich die Würmer in Puppen, aus welchen schwarze Käfer herauskommen, und diese legen sehr viele Eier, aus welchen nach einiger Zeit die Mehlwürmer kriechen. Von Zeit zu Zeit muß ein mit Wasser angefeuchteter wollener Lappen auf die Mehlwurmhecke gelegt werden, damit etwas Feuchtigkeit in die Hecke dringt. Diese so angelegte Hecke muß vor dem ersten Gebrauche erst ein halbes Jahr stehen, alsdann sucht man oben die Mehlwürmer ab und thut diese zum täglichen Gebrauche in ein Glas, damit man nicht täglich die Hecke zu beunruhigen braucht. Alle Jahre thut man etwas Weizenmehl hinein. Diese Hecke bringt vorzüglich große Mehlwürmer hervor, da die trockenen Kuhfladen, je dicker, je besser, ihnen Nahrung gewähren.

Die Mehlwürmer dienen bei insektenfressenden Vögeln zugleich auch als Arznei.

<227, 103>

Die Ameisenpuppen gewinnt man folgendermaßen: Auf solchen Plätzen, wo sich von der Sonne beschienen Ameisenhaufen befinden, macht man einen Fleck zuvor ganz rein, der nicht mit Gras oder Moos bewachsen ist, bedeckt ihn mit grauem Papier oder mit einem Tuche, und stört nun mit einem Stabe den ganzen Ameisenhaufen auf. Die Ameisen fangen sogleich an, die freiliegenden Puppen (Eier) unter die Decke zu tragen, wo man sie nach einigen Stunden einsammeln kann. Die Zeit des Einsammelns währt vom Mai bis Ende Juli an Tagen, wo die Sonne recht warm scheint. Die Puppen dörrt man in Backöfen zum Wintervorrathe.

Vogelgarn nennt man alle beim Vogelfang gebräuchlichen Netze; s. Pfeil-IconVogelfang.

Vogelgeier, s. im Art. Pfeil-IconVogel die Beschreibung der Geierarten.

Vogelgesang, im Orgelregister Pfeil-IconMerula; s. d.

Vogelgestelle Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon nennt der Jäger und Forstmann 6 Fuß breite kurze Gestelle oder Gänge, mit welchen der Anfang und das Ende eines Holzschlages bezeichnet wird, und wo in der Regel nummerirte Pfähle errichtet werden.

Vogelhaus, s. Pfeil-IconVogelbauer.

Vogelhecke Klassifizierung: 636.082 ZüchtungDDC-Icon Klassifizierung: 636.0887 HeimtiereDDC-Icon . Stubenvögel, welche sich in der Gefangenschaft paaren, sperrt man zur Zeit ihrer Begattung in ein langes hölzernes Bauer, in welches man in der Regel zwei aus Stroh korbartig rund geflochtene Nester befestigt, welche inwendig mit Baumwolle und Flanell gefüttert sind. Eines von diesen Nestern wählen die Vögel und tragen in dasselbe Federn, Werg, Stroh etc., welches man zu diesem Behufe zwischen die Sprossen des Bauers steckt. Ueber die Brutzeit, die Behandlung, Fütterung und Pflege siehe die einzelnen hierher gehörigen Artikel.

<227, 104>

nächster Abschnitt Laden der nächsten Artikel