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Velours Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon , Waarenkunde, in Frankreich, Sammet Velours de la Reme, so viel wie Droguetsammet; Veloute eine Art Sammet, der Velour-Ras genannt wird, wenn er nicht aufgeschnitten ist; s. den Art. Pfeil-IconSammet, Th. 135, Pfeil-IconS. 429 u. f.

Velpel Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon , Felpel, Felbel, Fälbel, ein Zeug in der Zeugmanufaktur (Wollenweberey und Seidenwirkerey) und in dem Schnittwaarenhandel, s. Th. 12, Pfeil-IconS. 506. Man nennt diesen Zeug auch Velpelsammet, Pelzsammet; er gleicht dem geschnittenen Sammet, nur daß sein Flor länger ist, als der des Sammets. Gewöhnlich ist der Velpel von Wolle gewebt, man macht ihn aber auch von Kameelgarn und Seide. Der wollene ist 3/4 Ellen breit, auch etwas darüber. Die Kette dieses Zeuges ist beständig doppelt; sie wird erst geschloft, hierauf gewaschen, dann gefärbt, und zuletzt zum zweiten Male gezwirnt. Die Kette erhält 640 bis 700 Fäden, nachdem das Gespinnst fein ist. Man spinnt dazu aus einem Pfunde Wolle 5 bis 8 Stücke. Der Einschuß ist einfach, entweder so stark, als der einfache Kettenfaden, oder auch etwas feiner. Kette und Einschlag sind jederzeit Waschwolle, wegen der Dichtigkeit, weil jene auf dem Stuhle stark gespannt, diese aber stark eingeschlagen wird, und beide den Flor des Zeuges fest verbinden müssen. Zur Poile nimmt man Fettwolle, da sie wegen der Weiche den Grund des Velpels gut bedeckt. Die Poile hat halb so viele Fäden, als die Kette, sie <203, 430> wird aber nicht doppelt gezwirnt, sondern bloß geschlofet, wegen der guten Bedeckung des Grundes; nach dem Schlofen wird sie gewaschen und gefärbt. Sie ist acht= bis zehnstückig, und muß stets feiner als die Kette seyn, damit sie sich stark in den Grund einweben läßt, und auch deshalb den Grund gut deckt. In eine Elle Kettenfäden lassen sich gewöhnlich sechs Ellen Poilfäden einweben. Aus der gedachten Ursache muß auch, wie gesagt, der Einschlag feiner seyn, als die Kette, damit sich die Poilfäden dicht aneinander schließen. Zu den gefärbten Velpeln muß das Garn vor dem Weben deswegen erst gefärbt werden, weil sich der Flor von Fettwolle in der Farbe filzen würde, wenn der Velpel gewebt gefärbt würde. Hierzu kommt noch, daß der Manufakturist Kette und Einschlag unächt färben lassen kann, wenn es eine theuere Farbe ist. Die Poile muß aber jederzeit ächt gefärbt werden, weil diese bloß in die Augen fällt und eine dauerhafte Farbe haben muß. Ist der Velpel ganz oder zum Theil weiß, so werden die weißen Poilfäden geschwefelt. Uebrigens wird der glatte Velpel, so wie der glatte Sammet mit eben den Handgriffen und Regeln gewebt; (s. unter Pfeil-IconSammet, Th. 135.) nämlich mit sechs Schäften und drei Fußtritten, wovon vier Schäfte die Kette und zwei die Poile in Bewegung setzen. Zwei Fußtritte bewegen die Grundschäfte und einer die Poilschäfte. Der innern Güte, der Feinheit des Gespinnstes nach, theilt man den Velpel in zwei Gattungen ein, wovon die grobeste Art Velpel, die feinste aber wollener Plüsch heißt. Von jeder Gattung macht man wieder, der Feinheit nach, verschiedene Arten, alle aber werden nach einerlei Regeln gewebt. Von jeder Gattung macht man auch glatten und façonnirten. Dieser wird nach den nämlichen Regeln, mit weniger Aenderung, wie façonnirter Sammet, (s. diesen, unter Pfeil-IconSammet) gewebt. Wenn seine <203, 431> Figuren klein und geradelinigt sind, so geschieht solches mit der bekannten Fußarbeit, da durch viele Fußtritte und Schäfte die Figuren eingewebt, und wozu die Fäden nach dem Part in die Schäfte eingelesen werden. Sind aber die Figuren groß und die Umrisse krummlinigt, so muß solches auf einem Zugstuhle, entweder mit dem Zampel oder Kegel gewebt werden, und die Poilfäden werden in den Harnisch und dieser in den Zampel oder Kegelzug eingelesen. Die Figuren entstehen, wie bei dem Sammet, durch den Flor, und daher hat er mit dem geblümten Sammet dieser Art alles gemein. Der fertig gewebte Velpel enthält weiter keine Appretur, als daß er auf einen Tisch gelegt, mit Wasser bespritzt, und mit einem Besen von abgeschälten Reisern abgekehrt wird, daß sich der Florhebt. Jetzt wird diese Arbeit auch durch die Maschine gemacht.

Velserkirsche, s. unter Pfeil-IconKirsche, Th. 39, Pfeil-IconS. 54 u. f.

Velte Klassifizierung: 389 Metrologie und NormungDDC-Icon , in der Maaßkunde in Frankreich, ein Gemäß zu Flüssigkeiten, hauptsächlich zu Wein und Branntwein, welches drei Pariser Kannen, die Kanne zu zwei Pinten, hält. An Pariser Kubikzollen in Bayonne 465, in Bordeaux 375, in Rochelle 360; nach dem Gewichte wiegt die Kanne oder das Quart 2 1/2 Pfund nach dem Marktgewichte, daß also die Velte ungefähr 15 Pfund in sich faßt.

Velteliner Wein Klassifizierung: 663.2 WeinDDC-Icon , im Weinhandel, eine Weinsorte, die im Velteliner Thale im Graubünder Gebiete in der Schweiz wächst, und fast so hoch als der Falernerwein gehalten wird; s. auch unter Pfeil-IconWein, in W.

Velter, gleichbedeutend mit Valentin.

Veltheimie Klassifizierung: 584.3 Liliidae (Lilienähnliche)DDC-Icon , Veltheimia Willd., eine Pflanzengattung aus der natürlichen Familie der Coronarien, Ordnung Liliaceen, welche in die erste Ordnung der sechsten Klasse (Hexandria Monogynia) des Linnéischen Pflanzensystems gehört, und seinen Namen zu Ehren des Grafen Ferdinand von Velt<203, 432>heim trägt, der sich auch mit der Botanik beschäftigte, und auf seinem Gute bei Harbke im Magdeburgischen, so wie auf seinen andern Gütern Baumpflanzungen und andere Anlagen von größter Vortrefflichkeit nach seinen Angaben machen ließ. Diese Pflanzengattung gehört auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung zu Hause und ist ein Zwiebelgewächs, hat also auch dessen Charakter Bekannte und beliebte Arten in den Gewächshäusern Deutschlands sind: 1) Die grünblättrige Veltheimie, Veltheimia viridifolia. Dieses schöne Zwiebelgewächs hat große lanzettförmige, gefaltete, wellenförmige, stumpfe Blätter, und röthliche Blumen, welche von Weihnachten bis zum Frühjahre erscheinen. Die Blumen oder Blüthen sind ährenständig cylindrisch, 2--3 Zoll lang; am Grunde sind sie roth, dunkel punktirt, oben gelblich. Der Samenbehälter ist dreieckig, dreiflügelich und papierartig. Die Zwiebeln werden im Julius gesäubert, von neuem in frische lockere Erde gepflanzt, und anfangs nur wenig begossen, bis die Blätter erscheinen, dann verlangen sie etwas mehr Wasser. Im Oktober bringt man die Pflanzen unter Glas bei 10 Grad Winterwärme. -- 2) Die traubenblüthige Veltheimie, Veltheimia Uvaria. Diese Pflanze hat lange und schmale, dunkelgrüne, rinnenförmige Blätter, und röthlich=gelbliche Blumen, das heißt, von den traubenständigen herabhängenden röhrigen Blüthen sind die untern scharlachroth, die obern orangegelb. Sie verlangt dieselbe Wartung, wie die vorhergehende Art. -- 3) Die rankende Veltheimie, Veltheimia sarmentosa, mit krautartigen hellgrünen Blättern, welche unordentlich niederhangen, da sie bei der vorigen Art steif und aufrecht stehen. Die roth und gelben Blumen erscheinen im Winter und Frühjahre. Die Kultur ist dieselbe, wie bei den vorhergehenden Arten.

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Velum Klassifizierung: 579.6 GroßpilzeDDC-Icon Klassifizierung: 579.5 Fungi (Pilze); Eumycophyta (Echte Pilze)DDC-Icon Klassifizierung: 725.82 VeranstaltungsgebäudeDDC-Icon Klassifizierung: 726 Gebäude für religiöse und verwandte ZweckeDDC-Icon Klassifizierung: 296 Judentum DDC-Icon Klassifizierung: 623.8 Schiffstechnik und NautikDDC-Icon , bei den Alten, namentlich den Römern, ein Vorhang, der besonders vor die Thüren der Kaiser gehängt wurde, wozu besondere Bediente zum Aufziehen derselben angestellt waren, welche Admissionales hießen. Auch zog man dergleichen Vorhänge vor die Tribunale der Richter, wenn diese sich wegen eines wichtigen Falles zu berathschlagen hatten, ehe sie den Ausspruch thaten oder das Urtheil fällten. Daher kamen die Redensarten: Sisti ad velum, vor Gericht gestellt werden; levato velo cognoscere, frei und vor Jedermanns Augen eine Sache ausmachen. Zuletzt zog man dergleichen Vela auch über die Theater und Amphitheater, um wegen der Sonnenstrahlen und des Regens gesichert zu seyn. Catulus that dieses zuerst in Rom. Das Aufspannen geschah von den Schiffssoldaten, welche mit diesem Aufspannen Bescheid wußten. Die Vela waren von verschiedenen Farben, auch mitunter seidene und von Purpur, mit goldenen Sternen besetzt, dergleichen Nero aufspannen ließ; er war darauf in einem Rennwagen mit Gold gestickt zu sehen; dann zog man sie auch über die Tafeln oder Tische in den Eßsälen, damit kein Staub auf die Speisen fallen sollte. Velum regium hieß ein jeder Vorhang mit Gold gestickt und Edelsteinen besetzt, dergleichen sich keine Privatperson bedienen durfte; s. auch den Art. Pfeil-IconVorhang in Beziehung auf die neuere Zeit. -- Velum nauticum, das Schiffssegel bei den Alten. Es soll eine Erfindung des Aeolus, Königs der Liparischen Inseln, nach Anderen des Dädalus, wiederum nach Anderen der Isis in Aegypten gewesen seyn, und das Gewebe dazu bestand aus Flachs, Hanf, Binsen, Geniste, Leder etc. Die Venedier haben sie noch zu des Cäsars Zeiten aus Leder gemacht. Im Fall der Noth spannte man auch wohl die Kleider als Segel auf. Der Gestalt nach sollen sie bald dreieckig, bald vier<203, 434>eckig, bald rund gewesen seyn, und der Farbe nach waren sie weiß; bei der Trauer schwarz; zur Pracht, bei feierlichen Gelegenheiten, waren sie bunt von allerlei Farben; auch wohl von Purpur. -- Velum Pronai, der Vorhang der Halle des Tempels zu Jerusalem. Er hing statt der Thürflügel vor dem Eingange oder das Thor derselben, und war daher auch so groß, als dieses, nämlich 40 Ellen hoch und 20 Ellen breit, und wenigstens einige Zoll, nach unserem Maaße, dick oder stark. Ungeachtet seiner Stärke soll er doch manchmal weggezogen worden seyn, so daß man frei in die Halle hineinsehen konnte. Im ersten Tempel waren anstatt dieses Vorhanges zwei Thorflügel. Da der Vorhang sehr kostbar war, so wurde er mit einem Ueberzuge von gewöhnlichem Zeuge bedeckt, damit die üble Witterung keinen Einfluß darauf haben konnte. -- Velum sancti war ein Vorhang vor dem Heiligen in der Stiftshütte, anstatt der Vorderwand mit der Thür. Er hing an fünf querüber gesetzten Säulen, war von feinem Leinen von weißer, blauer, Scharlach= und Purpurfarbe, mit gestickten Blumen auf zwei Seiten, nach Anderen nur auf einer Seite. In dem ersten Tempel war die Halle und das Heilige mit einer Wand und einer Thür abgeschieden, vor der aber doch noch ein Vorhang in himmelblauer, weißer, Purpur= und Scharlachfarbe, mit Blumen und Cherubims geziert, hing; der Vorhang im andern Tempel soll den Himmelslauf, außer den himmlischen Zeichen, enthalten haben. Dieser Vorhang soll 20 Ellen hoch und 10 Ellen breit gewesen seyn. Die Angaben sind von dem Jüdischen Geschichtsschreiber Josephus, der um' s Jahr Christi 70 lebte. Man hält seine Angaben nicht für zuverlässig, wenigstens ziehen Einige sie in Zweifel. -- Das Velum Sancti Sanctorum unterschied das Heilige vom Allerheiligsten. Es war von gleicher <203, 435> Materie und Farbe, wie das Vorhergehende, nur daß es gewirkt und nicht gestickt war, obgleich es auch mit Laubwerk verziert und mit abgebildeten Cherubinen geschmückt war. Das Velum hing auf vier Säulen, und dahinter kam der Hohe=Priester nur des Jahres einmal. S. auch den Art. Pfeil-IconTempel, Th. 181, Pfeil-IconS. 671 u. f. -- Velum palatinum, in der Anatomie, der Gaumenvorhang; s. unter Pfeil-IconGaumen, Th. 16, Pfeil-IconS. 495, und Gaumen, im Supplement. -- In der Botanik ist Velum der Schleier: 1) eine eng anschließende häutige Decke, welche bei Hutpilzen entweder innerhalb des Wulstes, oder ohne diesen vorkommt; dem Strunke und Hute fest anliegend, oder vielmehr angewachsen, und nur unter dem Hute, zwischen dessen Rande und dem Strunke sie sich scheibenförmig ausbreitet, frei ist, wo sie später durch Vergrößerung des Hutes und Verlängerung des Strunkes abreißt, und entweder als Ring am Strunke, oder als Vorhang am Hutrande zurückbleibt. -- 2) Ein zartes, meist vergängliches Häutchen, Deckhäutchen, welches die Flechtenfrucht bei Peltigera-Arten im jüngern Zustande überzieht, und dessen Ueberreste später oft einen zerrissenen oder gekerbten Rand um deren Scheibe bilden.

Velutina radix Klassifizierung: 575.5 Wurzeln und BlätterDDC-Icon , in der Botanik, sammetartige, aus zarten, kaum unterscheidbaren Zasern bestehende Wurzel, wie an manchen Laubmoosen.

Velutinus Klassifizierung: 580 Pflanzen (Botanik)DDC-Icon , sammethaarig oder sammtig, mit kurzen, dichten, abstehenden, weichen, einen sammetähnlichen Ueberzug bildenden Haaren bekleidet, z. B. die Deckklappen im Schlunde der Blumen von Anchusa officinalis, die Honiglippe von Ophrys apifera und Ophrys Arachnites. Es ist ziemlich dasselbe, wie holosericeus, aber gebräuchlicher.

Velveret, eine Art des Manchesters, s. unter Pfeil-IconManchester, Th. 83, Pfeil-IconS. 534.

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