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Schneckensalat Klassifizierung: 641.694 WeichtiereDDC-Icon . Man nehme von den eßbaren Schnecken so viel man will, wasche sie schnell rein, damit der Sand abgehe, setze sie dann mit heißem Wasser zum Feuer, laße sie aber nicht lange kochen, weil man sie sonst nicht aus den Häusern ziehen kann. Wenn sie zu kochen anfangen, nehme man sie vom Feuer, die Schnecken heraus, lege sie in frisches Wasser, säubere und putze sie ordentlich; dann lege man sie wieder in frisches Wasser. Nach dieser Vorrichtung wird ein wenig Wasser und Salz in einem Topfe zum Feuer gesetzt, eine Weile gekocht, und dann wieder in frisches Wasser gethan. Wenn sie nun zugerichtet werden sollen, nimmt man sie aus dem Wasser heraus, trocknet sie ab und richtet sie mit ein wenig Salz und Pfeffer an, schüttet Essig und Baumöl darüber, und giebt sie so auf den Tisch. Die Italiener pflegen sie ungeputzt aus den Häusern zu ziehen, in Baumöl zu tauchen, und mit Salz und Pfeffer zu spicken.

Schneckensammlung, s. Pfeil-IconSammlung (Conchylien=), Th. 135.

Schneckensand Klassifizierung: 560 Paläontologie; PaläozoologieDDC-Icon Klassifizierung: 553.62 Sand und KiesDDC-Icon , Muschelsand, Schneckenerde, Calx cochleata Linn., ein Kalksand, der weiß, zuweilen aber gelblich oder violett ist. Er hat gar <147, 303> keinen Zusammenhang, und besteht größtentheils aus lauter kleinen Schalthieren, deren Gestalt noch unzerstört ist, und wenigstens durch das Vergrößerungsglas deutlich unterschieden werden kann, die aber so mürbe geworden sind, daß sie sich zwischen den Fingern zerreiben lassen. So besteht der Schwedische Schneckensand größtentheils aus den Schalen der gemeinen Niesmuschel, der Würtembergische aus den Schalen einschaliger Schalenthiere, zum Theil solcher, die man auf dem trocknen Lande und in süßen Wassern findet, und der Italienische von Rimini enthält die Urbilder der Ammonshörner und Orthoceratiten. Er brauset stark in Säuren auf, und verwandelt sich im Feuer in wahren Kalk. S. auch Pfeil-IconMuschelsand, Th. 98, Pfeil-IconS. 415.

Schneckenschale, s. Pfeil-IconSchneckenhaus.

Schneckenschild Klassifizierung: 595.764 Staphylinoidea, Cantharoidea, Dryopoidea, Chrysomeloidea, ScarabaeoideaDDC-Icon , Cassida reticularis, eine Art Schildkäfer.

Schneckenschlange Klassifizierung: 597.96 Serpentes (Schlangen)DDC-Icon , eine Art Schlangen.

Schneckenschmetterling, Sphinx tipuliformis, eine Art Dämmerungsfalter, Schwärmer, Sphinx, s. Pfeil-IconSchwärmer.

Schneckenschneidezeug Klassifizierung: 681 Präzisionsinstrumente und andere GeräteDDC-Icon Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon , beim Uhrmacher, ein Werkzeug, womit die Umgänge der Schnecke ausgedreht werden. Es besteht aus einem kleinen Gehäuse von Messing, in dessen einer Wand sich ein Zapfen umdrehen läßt, der gerade über einer Schraube in der entgegengesetzten Wand steckt. Außerhalb dem Gehäuse trägt oft der gedrehte Zapfen einen kleinen Wechsel oder eine gezahnte Scheibe, die in einen andern unter dem ersten befindlich greift; der letzte Wechsel sitzt auf einer stählernen Schraube, welche einen messingenen Arm im Gehäuse durchbohrt. Die Schraube geht durch beide Wände des Gehäuses. Da der gedachte Arm durch eine Schraubenmutter auf der Schraube befestiget ist, so läßt <147, 304> er sich durch das Umdrehen der Schraube hin und her bewegen. Auf der äußersten Spitze des gedachten Armes steht ein Geißfuß oder ein Stück von einem Grabstichel. Der Uhrmacher befestiget zwischen den beiden obersten Zapfen des Gehäuses die neue Schnecke in ihrer Achse. Auf der Seite, wo ihre größte Grundfläche angebracht ist, da wird auch der gedachte messingene Arm angeschraubt. Wenn man mit einem Schlüssel den obersten Zapfen umdreht, so bewegt sich die Schnecke mit diesem in einem Kreise, und nach eben dem Verhältnisse wird auch der messingene Arm im Gehäuse von der untern Schraube, von der linken nach der rechten Seite, verschoben, welches die Wechsel verrichten, da einer in den andern greift. Hält nun der Uhrmacher bei der Bewegung den gedachten Geißfuß gegen die neue Schnecke, so wird dieser, nach Beschaffenheit der untern stählernen Schraube, Schraubengänge in die Schnecke schneiden. Bei einer langen Schnecke müssen aber die Schraubengänge weit auseinander, bei einer kurzen dagegen umgekehrt dicht neben einander stehen. Sind die Umgänge dicht neben einander, so haben beide Wechsel einerlei Anzahl Zähne; sollen aber die Schraubengänge noch einmal so weit von einander abstehen, so hat der oberste Wechsel zehn, der unterste aber zwanzig Zähne. Die Umwälzung des letzten Wechsels verhält sich also, wie 1 : 2. Eben so verhält sich auch der Abstand der Windungen zweier Schnecken. Sind diese Umgänge weit auseinander, so bringt der Uhrmacher die Schnecke auch wohl auf den Drehstuhl, und läßt dann die Schraubengänge von einer kleinen Feile weiter auslaufen. Um aber auch zu versuchen, ob die geschnittenen Umgänge der Schnecke gerade zur eingesetzten Uhrfeder passen, so muß dieses durch ein neues Werkzeug erforscht werden, und dies geschieht durch <147, 305> das Abgleichen mit der Abgleichstange. S. auch den Art. Pfeil-IconUhr, in U.

Schneckenstein Klassifizierung: 398.353 Menschlicher Körper, Persönlichkeit, menschliche Eigenschaften, AktivitätenDDC-Icon Klassifizierung: 560 Paläontologie; PaläozoologieDDC-Icon , ein kleiner, weißer, dünner, länglich runder Stein, welcher in dem Kopfe der Wegeschnecke gefunden wird, und am Halse getragen, das Fieber vertreiben soll; ja man legte diesem Steine ehemals noch viele andere Kräfte bei, so z. B. unter der Zunge gehalten soll er den Mund anfeuchten, und den Durst in der Fieberhitze lindern; gepülvert, in Wein eingenommen, soll er den Harn treiben; den Kindern an den Hals gehängt, den Durchbruch der Zähne befördern. -- Man nennt auch einen Marmor, in welchem sich versteinerte Seeschnecken befinden, und der aus verschiedenen Schnecken besteht, Schneckenstein. Finden sich dergleichen versteinerte Schalen oder Abdrücke von Schnecken im Sandstein, Kalkstein etc., so erhalten sie auch diesen Namen.

Schneckensteintopas Klassifizierung: 594 Mollusca (Weichtiere) und Tentaculata (Kranzfühler)DDC-Icon , Schneckentopas, ein Topas, welcher auf dem im Vogtlande gelegenen, mit Topasen angefüllten Fels, der Schneckenstein genannt, gebrochen wird.

Schneckenstich, s. Pfeil-IconSchlimmstich, Th. 146, Pfeil-IconS. 50.

Schneckensuppe Klassifizierung: 641.813 SuppenDDC-Icon Klassifizierung: 641.694 WeichtiereDDC-Icon . Man lasse die Schnecken nebst ihren Schalen so lange im Wasser kochen wie harte Eyer, thue sie hernach heraus, ziehe die schwarze Haut davon ab, schneide das hintere Theil davon, und wasche sie mit heißem Wasser gut ab. Wenn man will, kann man sie auch vorher mit Salz abreiben; allein sie bleiben kräftiger, wenn man nur mit warmen Wasser das Schlüpfrige davon abwäscht. Hierauf lasse man sie in Fleischbrühe kochen, damit sie weich werden; dann klein gehackt, bis auf einige, die man ganz läßt. Die gehackten thue man in einen Topf, gieße Fleischbrühe daran, würze sie mit <147, 306> Muskatenblüthe, Pfeffer und Kardamom, lasse sie aufwallen, thue dann Butter daran; wenn sie ein wenig aufgesotten richte man sie über gebähetes Weißbrod an, nehme nacher die ganzen Schnecken, welche noch übrig geblieben sind, und nicht mit gehackt worden, und lege sie auf eine gebähete Semmelscheibe in die Mitte der Suppe.

Schneckentopas, s. Pfeil-IconSchneckensteintopas.

Schneckentreppe, s. oben, Pfeil-IconSchnecke, in der Baukunst, Pfeil-IconS. 271. Man hat runde und ovale Schneckentreppen. Ein Mehreres über diese Treppen, s. unter Pfeil-IconTreppe, in T.

Schneckenwindung, Windungen, welche gleich einer Schnecke gekrümmt sind, oder sich gleich einem Schneckenhause hinaufschlängeln.

Schneckenzubereitung Klassifizierung: 641.694 WeichtiereDDC-Icon , Schneckenzurichtung. Die Zurichtung oder Zubereitung der Schnecken geschieht auf verschiedene Art. Erstlich werden sie in Wasser gekocht, bis sie sich aus der Schale ziehen lassen, welches bald geschieht; dann nimmt man sie aus dem Gehäuse, putzt sie sauber und reibt sie mit Salz tüchtig ab; nimmt dann Fleischbrühe, thut gehackte Petersilie, Pfeffer und Muskatenblüthe darein, läßt die Schnecken ein wenig darin sieden; dann werden die Gehäuse geputzt, mit Salz ausgerieben, in jedes Haus ein Stückchen Butter, das mit Pfeffer und gestoßener Muskatennuß gut bestreut worden, gethan, darauf die Schnecken, und oben wieder ein Stückchen Butter mit geriebener Semmel. Das Ganze in einen Topf gelegt, Brühe darauf gegossen und ein wenig sieden lassen. -- Man bratet sie ferner auf dem Roste, wie die Austern, mit Butter und Citronen. Man nimmt hierzu fette gute Schnecken, putzt die Häuser sauber ab, thut dann die Häuser mit den Schnecken in einen Topf oder Kessel, gießt heißes Wasser darauf, setzt sie zum <147, 307> Feuer, und läßt sie zu kochen anfangen; dann nimmt man sie vom Feuer, zieht sie aus den Häusern, putzt die Schnecken sauber, schlägt sie mit Salz ab, wäscht sie aus, und läßt sie im Wasser und Salz eine Stunde lang kochen. Hierauf nimmt man die Häuser, putzt sie sauber aus, setzt sie auf den Rost, läßt frische Butter warm werden, gießt etwas davon in ein jedes Häuschen, steckt ein oder zwei Schnecken darein, thut etwas gestoßenen Pfeffer darauf, auch Macisblumen, setzt sie mit dem Rost auf Kohlen und läßt sie braten. Wenn sie alle gebraten sind, werden sie geschwind in eine warme Schüssel gesetzt, Butter braun gemacht, in ein jedes Häuschen ein wenig gegossen, Citronensaft darauf gedrückt, und warm auf den Tisch gegeben. Man kann die Schnecken auch auf diese Weise mit frischem Oele, als Oliven= oder Mohnöl, statt der Butter, braten. -- Man ißt sie schließlich auch kalt mit Essig, Oel, Pfeffer und zerschnittenen Zwiebeln.

Schneckenzurichtung, s. den vorhergehenden Pfeil-IconArtikel.

Schneckenzug, mit Rosen und mit Blättern, in der Baukunst, s. Glieder, im Supplement.

Schneckerln Klassifizierung: 664.755 TeigwarenDDC-Icon , heißen in Oesterreich gedrehete Nudeln.

Schneckerlnreinel Klassifizierung: 641.5028 UtensilienDDC-Icon , heißen in dem ebengenannten Reiche eine Art von blechernen Gefäßen zum kochen der Maccaroni.

Schnede Klassifizierung: 551.34 Eis im Wasser und andere Formen von EisDDC-Icon , Schnäde, wird beim Eisgange der Saum des Eises genannt, welcher sich bis zu einer gewissen Breite längs den Ufern, hinter den Wasserwerken, und überhaupt da, wo das Wasser zu einiger Ruhe gekommen, zu oft nicht geringem Schutze und Vortheile der Ufer, Deiche und Wasserwerke, gemeiniglich sehr bald und fest ansetzt. Sonst heißt noch Schnede so viel als ein Abzugs= oder Scheidegraben; und nach Richey' s Idioticon wird in der <147, 308> Gegend von Hamburg auch ein Stück Landes, das durch Graben abgeschnitten ist, oder dadurch seine Gränze hat, eine Schnede genannt.

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