DDC Layer

Vorheriger Abschnitt Laden der vorherigen Artikel

Schmitzen Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein regelmäßiges thätiges Zeitwort, welches das intensive Diminutivum von schmeissen, schlagen ist, und mit einem dünnen biegsamen Körper schlagen oder hauen bedeutet, von dem ähnlichen damit verbundenen Schall. Es kommt im gemeinen Leben nur hin und wieder vor. So sagt man auch im Oberdeutschen hinschmitzen, für hinschmeissen, hinfallen. Dieselbe Figur, welche in verschlagen Statt findet, herrscht auch in dem Zusammengesetzten verschmitzen, nur daß schmitzen und schlagen hier nicht percutere bedeuten, sondern wie ähnliche Wörter dieser Art eigentlich den Begriff der Schlankheit und Schmeidigkeit haben, des Vermögens sich in allen Fällen zu drehen und zu winden, da denn schmitzen in diesem Falle zu dem folgenden gehört.

Schmitzen Klassifizierung: 685.4 HandschuheDDC-Icon Klassifizierung: 675 Leder und PelzverarbeitungDDC-Icon Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein regelmäßiges thätiges Zeitwort, welches den Begriff der weichen, schmeidigen, schmierigen Beschaffenheit gewährt, und in doppelter Gestalt vorkommt. I. Als ein Neutrum oder Zeitwort der Mittelgattung; Schmutz fahren lassen, eine nur im gemeinen Leben einiger Gegenden übliche Bedeutung. Die Kohlen schmitzen, machen schwarz, färben ab. Eben daselbst braucht man es auch für abfärben, so fern solches als eine Art des Schmutzes <147, 104> betrachtet wird. II. Als ein thätiges Zeitwort. 1. Mit einem dicklichen flüssigen Körper bestreichen, wo es in manchen Gegenden für salben, schmieren etc. üblich ist. Schon bei dem Ulphilas ist bismaitan, salben, Niedersächsisch schmitten. In manchen Gegenden schmitzen die Leinweber den Aufzug mit einem Brey von Fett und Mehl, wenn sie ihn im Hochdeutschen schlichten. In weiterer Bedeutung wird es daher auch in manchen Fällen für färben gebraucht, besonders für schwarz färben. Die Felle schmitzen, färben. Eine Hirschhaut schmitzen. Daher werden die Lederfärber daselbst auch Fell= oder Lederschmitzer genannt. Bei den Handschuhmachern heißt schmitzen, das Leder dergestalt färben, daß es wie Sammt aussieht. 2. Mit einem solchen dicklichen flüssigen Körper verunreinigen, und in weiterer Bedeutung verunreinigen, besudeln überhaupt. Sich die Hände schmitzen, besonders wenn solches mit Ruß geschieht.

In allen Stücken
Thut uns die Welt mit Hönwordt schmitzen.    Hans Sachs.

Klassifizierung: 400 Sprache DDC-Icon Im Hochdeutschen ist es in dieser Bedeutung fremd, indem man dafür schmutzen und beschmutzen gebraucht. S. das Pfeil-IconErstere. Niedersächsisch schmitten, Engl. smittle, smeetch, Angels. smitan, Ißländisch smeta, Schwedisch smitta. Es ist ein Intensivum von schmeissen, besudeln, und gehört zu dem Geschlechte des Worts schmeidig, und ohne Zischlaut zu Mast, Mist, Moder.

Schmöcher Klassifizierung: 002 Das BuchDDC-Icon , ein altes, schlechtes Buch.

Schmolle Klassifizierung: 664.752 BackwarenDDC-Icon Klassifizierung: 641.815 Brot und brotartige LebensmittelDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein nur im Oberdeutschen, besonders in Oesterreich übliches Wort, die Brodkrumme zu bezeichnen. Nach Adelung ist der herrschende Begriff dieses Wortes das Weiche, daher es als ein <147, 105> Verwandter von Malm, molsch, dem Niedersächsischen Mull, und dem Lateinischen mollis angesehen werden muß, welchen nur der zum Stamme nicht wesentlich nothwendige Zischlaut mangelt.

Schmollen Klassifizierung: 302.3 Soziale Interaktion in GruppenDDC-Icon , ein regelmäßiges Zeitwort der Mittelgattung, seinen Unwillen durch ein murrisches Stillschweigen an den Tag legen, wo es in der vertraulichen Sprechart anstatt des niedrigen maulen gangbar ist. Mit Jemanden schmollen. Das macht nur dein schmollen. Rost.

Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Gewiß es war zu viel zu gehen und gar zu schmollen. Gell. -- Nach dem Adelung soll es vermittelst des Zischlautes aus maulen gebildet worden seyn. In einem gerade entgegengesetzten Verstande ist schmollen in einigen Gegenden lächeln. Wer wolt das lieplich Augesicht, ir gefällig schmollen bezaichnen? Stoinhöv, bei dem Schilter.

Schmollener Sauerbrunnen, s. unter Pfeil-IconSauerbrunnen, Th. 137.

Schmollis Klassifizierung: 390.4 Bräuche von Personen nach ihrem BerufDDC-Icon Klassifizierung: 394.1 Essen, Trinken; DrogenkonsumDDC-Icon , ein Wort, welches sich auf Universitäten die Studenten bedienen, wenn sie einander zutrinken, worauf der Andere, dem zugetrunken wird, fiducit erwiedert. Die Ableitung beider Wörter, besonders die des ersteren, ist sehr ungewiß. Einige wollen es daher leiten, daß es so viel heißen soll, als schmoll aus, rein aus, und fiducit, vom Lateinischen siducia, bedeutet die vertrauliche Freundschaft, die unter den Studeuten oft beim Trunk errichtet wird.

Schmorbraten Klassifizierung: 641.662 Wiederkäuer und Camelidae; Bovidae; RinderDDC-Icon , in einigen Gegenden, besonders Niedersachsens, ein großes Stück Rindfleisch, welches in einem Topfe, Schmortopfe, gedämpft oder geschmort worden. Die Zubereitung dieses Bratens oder Schmorfleisches, s. unter Pfeil-IconRindfleisch, Th. 123.

<147, 106>

Schmoren Klassifizierung: 641.7 Einzelne Abläufe beim Kochen und Arten der ZubereitungDDC-Icon , ein regelmäßiges thätiges Zeitwort, und ein Zeitwort der Mittelgattung, in einem verschlossenen Gefäße langsam dämpfen oder braten, besonders von dem Fleische; ingleichen auf eine solche Art bei einem gelinden Feuer langsam kochen oder braten lassen, welches man im gemeinen Leben auch brägeln, im Hochdeutschen dämpfen, im Niedersächsischen stoven, und im Oberdeutschen stauchen und schmauchen nennt. Daher die Ausdrücke: geschmortes Rindfleisch, eine geschmorte Kalbskeule. Das Schmoren des Fleisches geschieht am besten in einem besonders dazu gemachten Topfe, welcher daher auch den Namen Schmortopf führt. Nach der Größe des Stück Fleisches richtet sich auch der Topf, dieserhalb müssen in einer gut eingerichteten Küche Schmortöpfe von verschiedenen Größen vorhanden seyn. Das Fleisch muß in einem solchen Topfe nicht zu eingepreßt, aber auch nicht zu geräumig liegen. Auf den Boden desselben lege man ein Paar Knochen aus dem Fleische, damit sich Letzteres nicht ansetzen und anbrennen kann. Die Citronenscheiben, die zu dem Fleische kommen, lege man auf dasselbe, nicht unten, auf den Boden des Gefäßes, weil solche leicht anbrennen und dann der Sauce einen üblen branstigen Geschmack mittheilen. Salz, Lorbeerblätter, Estrajon, Petersilienwurzel, Piment oder Nelkenpfeffer etc. lege man theils auf das Fleisch, theils auch unter dasselbe, auf den Boden des Gefäßes, gieße dann die Flüssigkeiten, halb Bier, halb Essig, daran, decke das Gefäß mit einem gut schließenden Deckel zu, und beklebe ihn rundherum mit eigens dazu geschnittenen und mit Kleister beschmierten Papierstreifen, so daß durch die Ritzen zwischen Topf und Deckel der Dampf nicht hindurch kann, und lasse es so über einem gelinden Feuer schmoren. Am besten <147, 107> ist es, und weit köstlicher wird auch das Fleisch, wenn man es schon am Abend vorher über Torffeuer, sei es nun auf einen Dreifuß, oder in ein Kasserolloch setzt, und so die Nacht hindurch langsam dämpfen läßt. Am Morgen öffnet man den Deckel, sieht nach, wie weit die Brühe schon eingekocht ist, thut noch etwas Salz und anderes Gewürz daran, wenn es nach dem Kosten der Sauce noch fehlen sollte, klebt es wieder zu, und setzt es nun über ein etwas größeres Feuer, jedoch darf solches keine große Flamme machen. Auf diese Weise läßt man es nun wieder eine Stunde schmoren, öffnet es dann wieder, begießt das Fleisch fleißig mit der eigenen Sauce, setzt es wieder auf, und drückt das Papier, welches man nur von einer Seite geöffnet hat, wieder heran. Jetzt läßt man es bis zum Anrichten langsam fortschmoren, indem man es zum öfteren öffnet und mit der Sauce, wie oben angeführt worden, begießt.

Klassifizierung: 400 Sprache DDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Nach dem Adelung im Niedersächsischen smoren, smoorten, smurten, welches aber auch die Luft benehmen, ersticken, bedeutet, wie das Angelsächsische smoran, und Engl. smother. Es scheint, wie brägeln, eine Onomatopöie des mit dieser Art des Kochens verbundenen Lautes zu seyn. Im Niedersächsischen bedeutet schmoren auch in einem eingeschlossenen Orte langsam, aber stark schwitzen; im Oberdeutschen ist dagegen schmoren, schmorchen und schmorren, dürre werden, und verschmoren, verdorren.

Schmorfleisch, Fleisch, welches geschmort worden; s. oben, Pfeil-IconSchmorbraten und Pfeil-IconSchmoren.

Schmorstück Klassifizierung: 664.9 Fleisch und zugeordnete LebensmittelDDC-Icon , ein zum Schmoren bestimmtes Stück Fleisch, wozu man beim Rindfleisch die Oberschale, oder auch das Schwanzstück von einem Rinde nimmt.

<147, 108>

Schmortopf Klassifizierung: 641.5028 UtensilienDDC-Icon , ein weites niedriges irdenes Gefäß mit einem Deckel, Fleisch darin zu schmoren.

nächster Abschnitt Laden der nächsten Artikel