DDC Layer

Vorheriger Abschnitt Laden der vorherigen Artikel

Schauspielkunst Klassifizierung: 800 Literatur (Belletristik) und RhetorikDDC-Icon Klassifizierung: 792 BühnenkunstDDC-Icon , die Kunst, dramatische Werke durch theatralische Darstellung dem Ohr und dem Auge zu versinnlichen, und derjenige, der dies thut, wird Schauspieler genannt. Wie die Schauspielkunst entstanden, und was sie für Fortschritte bei den Alten, Griechen und Römern, so wie bei den neueren Europäischen Völkern gemacht hat, ist schon Th. 140, und oben, unter Pfeil-IconSchauspiel, angeführt worden. Nach einem Aufsatze über Schauspielkunst im Conversations=Lexicon, soll an den meisten Orten Deutschlands die ersten Spuren einer eigentlichen Schauspielkunst im geselligen Privatleben der Gebildeten aufzusuchen seyn; allein dies könnte wohl nur erst später der Fall gewesen seyn, als Deutschlands Sprache und Dichtkunst sich aus der Wiege erhoben und zu glänzen anfingen; denn früher, in dem rohen Mittelalter, wo man den Faustkämpfen und den Raufereien huldigte, und auch noch späterhin, war wohl an diese edle Kunst, das heißt, im wahren Sinne des Wortes, nicht zu denken; denn wie konnte man auch Geschmack an einer Kunst finden, die Bildung voraussetzt und erfordert. Da man zu der Zeit nur den Saufgelagen oblag und an Mummereyen und anderen kurzweiligen Possen, die aber wenig oder gar keine Ansprüche auf Kunst machen konnten, Vergnügen fand. Wie sah es noch zu Eckhof' s Zeiten, in der Mitte des verwichenen Jahrhunderts, um diese Kunst aus. In dem Aufsatze über Eckhof von Iffland in dem Almanach für Theater und Theaterfreunde vom Jahre 1807, sagt Iffland: „Die Schauspielkunst galt in den Zeiten von 1740, wo Eckhof am 15ten Jenner zu Lüneburg bei dem Schönemannschen Theater die Bühne zuerst betrat, für ein mehr, als leichtfertiges Wesen. Man hielt es für zweifelhaft, ob die, welche sich damit befaßten, <141, 422> der Seeligkeit theilhaftig werden könnten. Hat man etwa für Französische und Italienische Hofschauspieler einen Abort im Himmel nachgegeben, wo sie unbemerkt anschauen konnten, so hat man diese Ausnahme ihnen als Hofdiener zugelassen. Eine Eigenschaft, wozu der Mangel an Bildung und der schwerfällige unterthänige Scherz der Eingebornen, diese damals und lange nachher noch nicht hingelangen ließ. Eckhof war der Erste, welcher der Deutschen Schauspielkunst Bemerkung, Werth, Ansehen und Namen erwarb. Daß man vielleicht früher in Privathäusern kleine Farcen aufführte oder vorstellte, kann möglich seyn; allein nach der damaligen Bildung, selbst der höheren und höchsten Klassen, zu urtheilen, können es wohl nur Faxereien gewesen seyn, ungefähr wie die Geschichte der heiligen drei Könige, die noch gegenwärtig in vielen Städten Deutschlands in der Weihnachtswoche von Knaben im papiernen Flitterstate aufgeführt wird, und wozu auch die oben, Pfeil-IconS. 79, von Handwerkern angeführten Schauspiele gehören. Eigentlich haben wohl die Mysterien und Moralitäten, s. oben, unter Pfeil-IconSchauspiel, zur Schauspielkunst in Deutschland, so wie überhaupt in Europa, Veranlassung gegeben. Religiöse Prozessionen, welche damals mit vieler Pracht veranstaltet wurden, haben wohl den Sinn für die Darstellung anderer Scenen aus dem bürgerlichen Leben geweckt, und so arbeitete sich dann nach und nach die angehende Schauspielkunst aus den untern Volksklassen empor, und ward zur wirklichen Kunst. Johann Velthem soll nach Einigen der Erste gewesen seyn, der diese Kunst von einer zu diesem Zwecke vereinten Schauspielergesellschaft öffentlich vor dem Volke ausgeübt hat. Er hatte studirt und zu ihm gesellten sich größtentheils Studenten, und bildeten seinen Verein; so wie überhaupt in damaliger <141, 423> Zeit Schüler und Studenten, Theilnehmer an dergleichen Lustbarkeiten waren. Daß die Geistlichkeit dieser darstellenden Kunst nicht ihre Protektion gewähren würde, wird man sich leicht denken können, da sie mit ihr den Zweck gemein hatte, die Sitten zu bessern oder vielmehr auf die Sitten zu wirken; und Erstere sich nur allein hierzu berufen glaubten; sie schilderten sie daher als verderblich und sündlich, und gestatteten den Ausübern derselben nicht nach ihrem Tode auf dem Kirchhofe beerdiget zu werden. Dieses geschah nicht nur in Spanien, Italien, Frankreich, England, sondern auch in Deutschland; denn kaum trat Velthem auf, so wurde er auch von der Geistlichkeit befehdet und Velthem' s Gattin, die nach dessen Tode die Direction der Gesellschaft führte, schrieb eine Vertheidigung der Schauspiele gegen einen Diakonus Winkler in Magdeburg. Allein auch hier, wo diese Kunst durch die Macht der Geistlichkeit vielleicht unterdrückt worden wäre, wie in den übrigen Reichen Europas nahm sich der Fürst ihrer an, und so konnte die Geistlichkeit doch nicht mehr direkt darauf wirken, wenn es gleich indirekt noch häufig genug geschah. Velthem erhielt mit seiner Gesellschaft die Erlaubniß, den Titel Königlich Polnischer und Churfürstlich Sächsischer Hofcomödianten zu führen, obgleich dieser Titel nur eine Begünstigung, ein Schutzrecht war, indem sie sich durch Bereisung mehrerer Städte, besonders der Meßstädte erhalten mußte. Daß übrigens die Schauspielergesellschaften bis zur zweiten Hälfte des verwichenen Jahrhunders Banden genannt wurden, ist schon oben, unter Pfeil-IconSchauspiel und Pfeil-IconSchauspieler erwähnt worden; auch nannte man einen dergleichen Verein einen Trupp, Schauspielertrupp. Die erste Benennung hat jetzt bei Errichtung der stehenden Theater in den <141, 424> Hauptstädten ganz aufgehört, und wo man sie noch gebraucht, da geschieht dies als ein Ausdruck der Verachtung; die zweite Benennung giebt man noch gegenwärtig den wandernden Schauspielergesellschaften, indem man diejenige Stadt hinzufügt, wo sie sich hauptsächlich aufzuhalten pflegen, z. B. der Merseburgische, Magdeburgische, Stettiner etc. Schauspielertrupp; so nennt man sie auch nach dem Director z. B. der Koch' sche, Seyler' sche, Döbblinische, Franz Secondasche etc. Schauspielertrupp (Schauspielergesellschaft.) Zu Anfange des verwichenen Jahrhunderts trat die Neuberin mit ihrer Gesellschaft auf und machte sich besonders durch Gottsched einen Namen, s. auch oben, unter Pfeil-IconSchauspieler. Von diesem Zeitpunkte an, fing die Bühne an Aufmerksamkeit zu erregen. Die Theilnahme dafür ward reger und die Kritik beschäftigte sich mit derselben. Die beiden ersten darstellenden Künstler, welche die Kunst aus einem höheren Gesichtspunkte betrachten, waren Koch und der oben erwähnte Eckhof. Mit Lessing ging eine neue Epoche in der Schauspielkunst an. Er beschäftigte sich besonders mit der Hamburger Bühne, welche von Ackermann 1764 gegründet und dann im Jahre 1767 von demselben an Seyler übergeben wurde. Lessing folgte der Hamburger Bühne Tag für Tag kritisch; allein die Empfindlichkeit der Schauspieler, bei der Zurechtweisung auf der Kunstbahn, nöthigte ihn bald seine Kritik bloß auf die Stücke zu beschränken; allein auch hier wirkte er entscheidend auf die Schauspieler, besonders auf Eckhof, welcher damals zu dieser Gesellschaft gehörte, und sich bald den Ruf eines großen Künstlers erwarb, welchen selbst dramatische Dichter zu Rathe zogen. Nicolai sagt über Eckhof:

<141, 425>

„Ich hielt mich im May 1773 einige Tage in Weimar auf. Die Absicht dieser Reise war, Wieland und Musäus persönlich kennen zu lernen und die Rolle des Odoardo in Lessing' s Emilia Galotti von Eckhof spielen zu sehen, dessen Talent mir Lessing so oft als einzig gepriesen hatte. Wenn man Eckhof außer der Bühne sah, hatte er gar nicht die glückliche körperliche Figur Garricks, welche Lichtenberg, im 3ten Bande seiner Schrift, so treffend beschreibt. Sein Körper war zwar wohlgeformt, aber nur klein und ziemlich unansehnlich. Er war überdies, als ich ihn in Weimar zum ersten Male sah schon über 53 Jahr alt, und der herbe Kummer über seine häuslichen Verhältnisse, hatte auch wohl sein Gesicht mit einigen Furchen mehr bezogen und seine körperlichen Kräfte geschwächt. Aber auch noch damals, sobald er die Bühne betrat, war von der Schwäche und ich möchte beinahe sagen von der Furchtsamkeit, die er im gemeinen Leben zeigte, wenn er nicht unter sehr bekannten Freunden sich befand, gar nichts zu spüren. Alles war an ihm Kraft und Besonnenheit; der stärkste, wie der leichteste Ausdruck stand ihm zu Gebote. Ich habe ihn nachher, als die Seyler' sche Gesellschaft in Leipzig war, mehrere Rollen und von höchst verschiedener Art spielen sehen; in keiner war er Eckhos; in jeder war er an Stellung, an Bewegung, im Gange, an Mienen, und ich möchte fast sagen an Gestalt des Gesichts der Mann, den er vorstellte. Es ist unglaublich bis auf welchen Grad er aus sich selbst herausgehen, sich auch in das Aeußerliche des Charakters, den er vorzustellen hatte, hinein individualisiren konnte. -- Und seine tiefe Kenntniß des Innersten eines jeden Charakters. Zwei vortreffliche Schauspieler, die jetzt noch in Deutschland leben, mögen ihm darin gleich kommen; übertreffen wird ihn darin gewiß Niemand, das bin ich sehr überzeugt. -- Obgleich über 30 Jahre verflossen sind, seitdem ich Eckhof zuerst in der Rolle des Odoardo sah, so erinnere ich mich doch noch sehr lebhaft der wunderbaren Wirkung dieses Spiels; aber es zu beschreiben würde mir beinahe unmöglich seyn, würde wenigstens eine ausführliche Auseinandersetzung erfor<141, 426>dern. Hier nur ein einziger ganz kleiner Zug. In der vortrefflichen Scene (in des vierten Aktes siebentem Auftritte) zwischen Orsina und Odoardo, wo dieser, nachdem er von der Gräfin den Dolch empfangen hat, erst nach und nach erfährt wer sie ist, fing Eckhof während dieser Entdeckung an mehrere Male an seinem in der linken Hand vor sich habenden Federhute zu zupfen, indem er die Gräfin von Zeit zu Zeit bedeutend von der Seite ansah. Man verstand sehr klar aus seinem stummen Spiele, daß der Gedanke, den er in einer folgenden Scene ausspricht: Was hat die gekränkte Tugend mit der Rache des Lasters zu schaffen?” ihn innerlich ergriff, und immer desto mehr, je wüthender Orsina ihre Rache ausdrückte. In der Folge, im 3ten Auftritte des 5ten Aufzuges, da Marinelli ihn merken läßt, Emilia sollte wider seinen Willen dennoch nach der Stadt gebracht werden, wird er darüber indignirt; aber in dem sinnvollen Monolog des 4ten Auftrittes gebent er sich selbst Ruhe. In dem folgenden vortrefflichen Auftritte zwischen dem Prinzen, Marinelli und Odoardo, sucht der letztere, so viel als möglich, sich in äußere Ruhe zu setzen. Da ihn darauf der Prinz mit Hof=Höflichkeit betäubt, vergißt er sich, dem Marinelli mit einer Art von Triumph zu fragen: „Nun, mein Herr?” Dieser entfaltet nun mehr seinen hinterlistigen Plan nach und nach. Odoardo erkennt dann das schreckliche Geheimniß, und da Marinelli endlich die Stirn hat, zu sagen: „Er habe Verdacht, daß ein Nebenbuhler des Grafen Appiani ihn habe aus dem Wege räumen lassen,” so verliert Odoardo alle Fassung, sträubt sich aber doch es nicht merken zu lassen, so daß er halb im Hinbrüten ist. Hier fing Eckhof abermals das gleichsam bewußtlose Zupfen am Federhute an, und als Odoardo' s innerer Unwillen, den er doch verbergen muß, auf' s höchste stieg, nachdem der Prinz in der Folge von einer besonderen Verwahrung spricht, pflückte Eckhof konvulsivisch eine einzelne Feder aus der Hutbesetzung. Alles war in seinem Spiele so zusammenstimmend, seine inneren Empfindungen entwickelten sich durch kleine äußerlichen Bewegungen so unvermerkt und doch so schrecklich deutlich, daß bei <141, 427> dem Herausreißen dieses Federchens, den Zuschaner ein kalter Schauer überlief. Der sonst gute Schauspieler Borchers, welcher bald nach Eckhof die Rolle des Odoardo spielte, unterließ nicht in dieser Scene auch fleißig am Hute zu zupfen, aber das Federchen flog weg, ohne daß ein Mensch es bemerkte.

Da ich mich nur einige Tage in Weimar aufhalten und weiter keine Rolle von Eckhof auf dem Theater sehen konnte, indem nicht alle Tage gespielt ward; so ersuchte ich ihn, mir auf seinem Zimmer einige Scenen zu lesen. Er war gleich willig dazu, und überließ mir, welche Scenen ich wählen wollte. Ich sagte im Allgemeinen: Ich wünschte eine Scene aus einem sentenzreichen Trauerspiele à la Françoise eine affectvolle Scene und eine lustige Scene zu hören und überließ ihn wieder, auszusuchen, was er lesen wollte. Der folgende Vormittag war dazu angesetzt. Wir fanden den guten Eckhof im Schlafrocke und Rachtmütze, unter welcher seine nicht ganz kurz abgeschnittenen Haare, so wie er sie unter der Perrücke trug, etwas struppig herabhingen, sein hageres kummervolles Gesicht machte den Kontrast noch auffallender, wenn man sich hier den großen berühmten Schauspieler vorstellen sollte, nach Lessing den einzigen Mann in seiner Art. Zu der Scene voll Sentenzen hatte er aus Cronegk' s Trauerspiele Codrus den Monolog Medons, im siebenten Auftritte des vierten Aktes gewählt, dessen Anfang ist:

Grausame Pflichten! hört nur einmal auf zu kämpfen;
Mein Herz ist allzu schwach, den innern Streit zu dämpfen etc.

Er setzte seine Brille auf und in dieser äußerlich so ungünstigen Lage las er die Scene mit einer so naturvollen Würde und so edlem Ausdrucke vor, ohne alle Deklamation, denn dieser große Schauspieler deklamirte nie, daß man den edlen jungen Prinzen zu hören glaubte, und Brille, Nachtmütze und Schlafrock nicht sah. -- Zu der affectvollen Scene hatte er aus Voltair' s Zaire die be<141, 428>rühmte Scene Lufinal mit seinen beiden Kindern gewählt, im dritten Auftritte des zweiten Aufzuges. Hier war ihm das Aeußerliche noch viel ungünstiger. Er las von den Versen an:

Vous -- Seigneur -- ce serail eleva votre enfance.
Helas! de mes enfans auriez-vous connaissance?

bis ganz zu Ende des Auftrittes. Er hatte eine Uebersetzung in Deutschen sehr hölzernen Versen sitzend zu lesen. Der Abdruck mochte sehr klein oder schwach seyn; er mochte dieses Stück lange nicht angesehen haben, daher er beim Lesen zuweilen anßieß und hin und wieder ein Wort zweimal oder verändert sagen mußte. Anstatt der beiden Kinder, in deren Charakter er auch Verschiedenes mit etwas verändeter Stimme ernsthaft zu sprechen hatte, waren ein paar alte Stühle gesetzt, zu denen er sich neigen mußte und die er auch zu umarmen hatte, gleichwohl waren Musäus, mein Reisegefährte Herr August Mylius aus Berlin und ich so gerührt, daß uns während seines affectvollen Lesens die hellen Thränen über die Wangen liefen. Sobald die Scene geendigt war, sprang Eckhof vom Stuhle auf, wie ein junger Bursche, schnalzte mit den Fingern beider Hände, warf seinen Schlafrock auf die Erde, und nun sagte er augenblicklich aus dem Plattdeutschen Nachspiele: der Bauer mti der Erbschaft eine Scene auswendig her, so originell drollig, daß wir alle einmal über' s andere laut auflachen mußten. Es war gar nichts mehr an ihm von der vorigen Würde und von der vorigen innigen Empfindung. Bis auf die ausgebogenen Knie, bis auf die heraufgezogenen Schultern, bis auf jede Muskel des Gesichts war der Bauer da, bis auf die geringste Bewegung der Hand war Alles komisch. In erinnere mich noch, daß er die beiden mittleren Finger der rechten Hand heruntersenkte und den Zeigefinger und kleinen Finger empor hob; aber die ganze possierliche Bewegung des Handgelenkes und des Armes kann ich nicht beschreiben.”

<141, 429>

Im Jahre 1768 kam Schröder zu der Hamburger Schauspielergesellschaft zurück, die er ein Jahr früher verlassen hatte, weil Seyler das Baller aufgab, wobei er als Balletmeister angestellt war. Er wurde späterhin in den 1770er Jahren Schauspieler, Theaterdichter und ein Bearbeiter Shakespears. Ihn unterstützte Schink, der sich in Hamburg aufhielt, bei ihm wohnte, und daselbst seine dramaturgischen Monate herausgab, welche nicht wenig Einfluß auf die Hamburger Bühne hatten.

In Berlin hatte unter Friedrich Wilhelm dem Zweiten der Philosoph Engel, als Oberdirektor, große Verdienste um die Bühne. Er, selbst dramatischer Dichter und Kritiker, gab der unter Döbbelin schon empor gekommenen Bühne des Deutschen Schauspiels durch seinen Einfluß Bedeutung. Ihm folgte im Jahre 1796 Iffland, der, wenn auch nicht als Direktor, doch als großer Schauspieler, und als Dichter einen gleichfalls bedeutenden Einfluß auf die Kunst hatte, besonders aber auf die Schauspieler; denn mancher bildete sich ganz nach ihm, obgleich Kopien selten das Original erreichen, so muß man doch das Bestreben, ihm gleich zu kommen, anerkennen. Auch auf der Wiener, Müchener, und Weimarschen Bühne, letztere unter Göthe' s Leitung, ist für die dramatische Kunst unendlich viel geschehen; und wenn daher der Verfasser des Artikels „Schauspielkunst” im Conversations=Lexicon meint: „daß alle diese Fortschritte, welche von Velthem an bis jetzt die Schauspielkunst im Einzelnen gemacht hat, sie dennoch im Ganzen nicht viel weiter gebracht hätten, als zu einer Art von Crisis, wo es sich erst entscheiden soll, ob die Kranke genese oder an Entkräftung sterben werde, so kann dies wohl nur Bezug auf die dramatische Dichtkunst haben, keinesweges aber auf die ausübende Kunst; denn diese, <141, 430> obgleich nicht überall auf der Stufe, wo sie seyn könnte, wird nur durch die Seichtheit des dramatischen Feldes im Lust=, Schau= und Trauerspiele -- die Produkte unserer Koripheen ausgenommen, die leider! jetzt selten an die Reihe kommen -- und durch die Erhebung der Oper, in ihren Fortschritten gehemmt; denn da die wahre Schauspielkunst mit der dramatischen Dichtkunst innig zusammen hängt, die Oper aber nur von der Musik abhängig ist, so zieht natürlich derjenige Schauspieler, der mit einer Stimme begabt ist, bei dem wenigen Beifall der jetzt beim Schauspiele einzuerndten ist, die Oper vor, die ihm auch eine bedeutendere Gage sichert, da er hier Schauspieler und Sänger zu gleicher Zeit ist; allein das wahre Spiel geht hierbei verloren. Der Sinnenreiz, welchen die Oper darbietet, verderbt den Geschmack des Publikums an den Werken der Dichtkunst, welche hauptsächlich vom Geiste aus auf das Empfindungsvermögen wirken müssen. Das Publikum verwöhnt, durch die Gewalt der Musik auf das Herz, verlangt nur diesen Genuß, und läßt die Schauspielhäuser bei anderen Vorstellungen leer, und die Directionen, welche die reichen Einnahmen allerdings vorziehen und vorziehen müssen, tragen dann mit zu der Verderbtheit des Geschmacks des Publikums bei. Daß die Theater=Direktionen wirklich dabei gewinnen, ist nicht denkbar, weil Opern weit mehr als Schauspiele aufzuführen kosten, und dieser Aufwand mehr zur Erschöpfung der Kassen, als zu ihrer Aufrechthaltung beiträgt, und auch schon hierbei muß das eigentliche Drama verlieren, da es nur stiefmütterlich ausgestattet werden kann. Hierin liegt nun wohl die Ursache, daß Deutschland, oder vielmehr keine Deutsche Hauptstadt, ein solches Theater besitzt, wie Paris in dem Théâtre françois, wo eine Künstlergesell<141, 431>schaft sich ausschließlich damit beschäftiget, diejenigen Werke der dramatischen Dichtkunst, welche auf Classicität Anspruch machen, in das theatralische Leben zu rufen. Das Burgtheater in Wien soll davon nur ein Schatten seyn, weil die Censur dort den freien Aufflug der Poesie hemmt und die Meisterstücke eines Schillers, Goetes etc. nur verstümmelt erscheinen. Dieses Alles ist nun der Grund, warum sich unsere Schauspieler in dieser wichtigen Kunst, der dramatischen, nicht ausbilden können.

Die Gränzen der Schauspielkunst sind nicht enge gesteckt, das Feld ist geräumig und groß, aber auch um so schwieriger für denjenigen, welcher sich darauf herumtummeln muß, um hier gute Aehren zu sammeln. Die Deklamation ist gleichsam die Musik mit welcher der Schauspieler den Text des Dichters begleitet und die Mimik vollendet die Täuschung des Zuschauers; denn durch dieselbe verwandelt sich die Person des Schauspielers in die des Stücks; man vergißt jene, um mit vollem Interesse an dieser zu hängen. Je vollkommer dieses der Schauspieler bewirken kann, desto vollendeter ist sein Spiel, desto mehr verdient er den Beifall des Publikums. Ausdruck, Ton der Sprache und Bewegungen der Gesichtsmuskeln begleiten selbst die unbedeutendste Darstellung im gemeinen Leben und sind von Natur treue Begleiter unserer Worte, wenn wir sie nicht geflissentlich zurückscheuchen. Je weniger Kultur der Mensch hat, je mehr er sich dem Naturzustande nahet, desto richtiger deklamirt er, desto harmonischer ist sein Gebehrdenspiel. Wilden muß die Zeichensprache die Unvollkommenheiten ihrer articulirten ergänzen. Sie machen sich durch jene größtentheils verständlich; alle Reisebeschreibungen stimmen darin überein, daß die Sprache der wilden Völker maleri<141, 432>scher ist, als die der cultivirten. *

*
Der Abt Raynal sagt, bei Beschreibung der Sprache der Wilden in Canada „c' étaient des êtres physiques qui retracaient avec des couleurs sensibles et leurs discours devenoient pittoresques. Au défaut de termes de convention pour rendre certaines idées composées ou compliquées, ils émployaient des expressions figurées. Le geste, l' attitude, ou l' action du corps, l' inflexion de la voix suppleaient ou achevaient ce qui manquait à la parole.

Kinder, welche noch nicht reden können und noch unbekannt mit den unterschiedenen Tönen sind, aus denen die Sprache besteht, finden in der Mimik das einzige Hülfsmittel zu verstehen, und sich verständlich zu machen. Ja sogar die klügeren Thiere sehen es ihren Herren oft an den Minen an, was sie von ihnen verlangen. Die Deklamation und Mimik sind also ein natürliches Verständigungsmittel der Menschen, und man darf behaupten ihre erste natürliche Sprache. Sicher waren die Töne, mit denen man zuerst einige Dinge bezeichnete, ein bloßes Auskunftsmittel, um den Gebehrden zu Hülfe zu kommen, bis man fand, daß die bis ins Unendliche gehende Modulation der Töne, einen reichern Stoff sich zu verständigen enthalte, als die Ur= oder Zeichensprache. So lange eine Sprache nicht reich ist, muß die Deklamation oder das Gewicht, welches man auf den Ton legt, zum Ersatz dienen; wird die Sprache aber reicher, so werden die Dinge durch feinere Veränderungen der Töne bezeichnet, und das natürliche Verständigungsmittel wird überflüssig gemacht; ja man bedient sich desselben geflissentlich oft nicht mehr, weil man die Absicht haben kann, sich unter mehreren gegenwärtigen Personen nur einer oder wenigen verständlich machen zu wollen, muß man sich also schon durch <141, 433> kein allgemein verständliches Mittel ausdrücken. Diesen Zweck kann der Schauspieler nie haben, er will jedem Zuschauer gleich verständlich werden, seine Sprache muß anschaulich darstellen, was er vorträgt; mithin muß er alle Hülfsmittel in Bewegung setzen, welche dazu dienen können; er muß die Ursprache so fertig reden, als die conventionelle; seine Mienen, seinen Ton, sein ganzes Wesen muß das ausdrücken, was er sagt; man muß besonders in Hauptscenen ihn verstehen können, wenn man gleich taub wäre. Ein großer Schauspieler tritt in großen Scenen vielleicht bloß auf, ohne zu reden, und weiß in seiner Haltung, seiner Miene, mit der er den Redenden anhört Alles zu legen, was die vollständigste Beschreibung des Charakters, den er uns darstellen wird, überflüssig machen könnte. Es giebt Menschen, welche, wenn sie Andere redend einführen, den Ton ihrer Stimme, ihren Gang, ihre Gebehrden nachahmen, ja sogar leblose Dinge zu personificiren wissen, von diesen kann man behaupten, daß sie natürliches Talent zu Schauspielern haben; wo dieses fehlt, muß es durch eisernen Fleiß, eisernes Studium ersetzt werden, durch ein Studium des Menschen auf dem Schauspiele der Natur. Ohne dieses ist es unmöglich sich einen Charakter gleichsam zuzueignen und ihn gut und mit Wahrheit durchzuführen. Man wird bei Liebhabertheatern, wo jedes Mitglied sich selbst seine Rolle wählt, bemerken, daß der Charakter, welchen es darzustellen übernimmt, entweder mit seinem eigenthümlichen Charakter, oder doch mit dem, den es zu besitzen affectirt, übereinstimmt. Diese Darstellung wird dann leicht, weil unser eigenthümliches natürliches Wesen unendlich leichter zu behalten ist, als sich in ein fremdes hineinzudenken, und sich in die Nüanzen eines Charakters, den man zum Theil oder ganz zu besitzen wähnt oder wünscht, hat man sich so oft und <141, 434> so viel hineingedacht, daß uns seine Darstellung für einen Augenblick nicht schwer fallen kann. Ferner muß derjenige, der die Schauspielkunst ausüben will, das Studium der Handlungsweise jener Personen, welche man darstellt, zu eigen machen. Wie sehr dies der Wahrheit gemäß ist, gewahren wir bei unsern Deutschen Schauspielern, denen der Umgang mit Personen aus höheren Ständen größtentheils versagt ist, und diese daher schlecht, oder höchstens mittelmäßig darstellen; dagegen Personen geringerer Stände mit Wahrheit und nach der Natur kopiren. Diese haben sie nämlich täglich vor Augen, können ihre Handlungsweise studiren und sie sich zueignen; jene kennen sie bloß von ferne und sehen in dieser Ferne nicht, welche Nüanzen einen Charakter zusammenhalten, der oft ganz das Gleis seiner Eigenthümlichkeit zu verlassen scheint. Dieses bewirkt natürlich große Ungleichheiten im Spiel und thut der Natur und der Wahrheit Eintrag. Ein solcher Großer ist wie ein Pantin der Lufsprünge macht, ohne zu wissen warum? und man sieht allenhalben den Faden der ihn zusammen flickte und bewegt. Kaiser und Könige sitzen auf ihren Thronen, wie Bruthühner auf den Nestern und lassen keinen Augenblick den Reichsapfel oder Scepter aus den Händen, um sich wie andere Menschen zu bewegen und zu handeln. Unglaublich frostig sind diese Großen; sie scheinen selbst im Schlafrocke einer altkastilianischen Etiquette unterworfen zu seyn. Hieraus wird man nun gewahren, was man von einem Schauspieler erwarten kann. Er muß so zu sagen ganz von sich ablassen und durch seine eigenen Angelegenheiten keine fremden Zusätze in die Vorstellung einmischen. Wenn aber seine eigene Person gleichsam mit der, welche er darstellt, verwebt ist, wenn er in Deklamation, Mienenspiel, Gang und Anstand, das ganze Gewicht des <141, 435> Charakters zu legen versteht, wenn er sich die Zeichen= oder Ursprache der Personen zu eigen macht, die er auf die Bühne bringt; dann vollendet er die Täuschung, den Genuß des Zuschauers, und sein Triumph ist entschieden. Wer hier aber nicht die ganze Größe dieser Forderung fühlt, wem es nicht einleuchtet, wie viel Genie, Gegenwart des Geistes, Selbstverläugnung und tiefgeschöpfte Menschenkenntniß erfordert wird, um denselben Genüge zu leisten, der wird sich auch nicht leicht die Fertigkeit verschaffen, ein richtiges Urtheil über die Vorstellung zu fällen. Wer jenes aber im ganzen Sinne fühlt, dem wird es auch einleuchten, welche Schwierigkeiten ein guter Schauspieler zu bekämpfen hat, um vollendet in seiner Kunst da zu stehen. Allein um der Schauspielkunst Bedeutung zu geben, muß, wie schon oben bemerkt worden, auch der Dichter nach Originalität ringen; auch muß sich derselbe in jedem seiner entworfenen Charaktere, nach Sprache, Vortrag, Deklamation und Mimik, hineindenken; Alles, was der Schauspieler auszuführen hat, muß ihm im Geiste vorschweben. Daher wird es leicht begreiflich, wie jene Pilze, welche auf unseren Bühnen in wenigen Stunden emporschießen, nur so kurz vegetiren. Sie erhalten bloß die Dauer ihrer Existenz von einigen salti mortali, welche der Dichter hineinstreute, einigen Schmeicheleien, welche er irgend einer zum Theil oder größtentheils herrschenden Meinung machte. So lange diese besteht, gefällt das Stück; mit der Aenderung desselben, fällt es nebst seinem Urheber in das Dunkel der Vergessenheit, da hingegen ein vollendetes Kunstwerk, durch den ächten Stempel, den der Dichter seinen Personen aufdrückt, Sitten und Handlungen verewigt und vergegenwärtiget, die vielleicht der Denkart u. dem Kostüme, welches gerade herrschend ist, das Wiederspiel halten, <141, 436> dennoch verliert es nichts von seinem Werthe, nichts von dem Eindrucke; denn die Natur reklamirt ihre allgewaltigen Rechte. Es möchte noch hingehen, wenn jetzt die Lieferungen neuer Theaterstücke so schlecht ausfallen, wenn man uns mit auf fremdem Boden erzeugten Früchten, die unter unserm Himmelsstriche nicht recht gedeihen wollen, abfüttert; man ist ja nicht gezwungen diese elenden Machwerke, diese schalen Stücke ohne Kraft und Salz zu lesen oder aufführen zu sehen; allein diese Mißgeburten der Dichtkunst erzeugen, wie schon oben erwähnt worden, auch unreife Früchtlinge unter den Schauspielern. Die angehenden Künstler erhalten eine falsche Richtung, einen unrichtigen Begriff von ihrer Bestimmung, und die ächten Schauspieler vernachläßigen sich dadurch. Wer mag sich con amore in eine Rolle einstudiren, in der er jeden Augenblick gegen Wahrscheinlichkeit, Anständigkeit und guten Ton anstößt? Wo es dem vollendetsten Künstler unmöglich fallen würde, allen Schutt wegzuräumen, den der ungeübte oder nachläßige Dichter stehen ließ, und der der Ansicht und dem Ebenmaaße des Gebäudes zum wesentlichsten Nachtheil gereicht. Aus diesem erhellt, daß man, um den Schauspieler richtig und mit Gerechtigkeit zu beurtheilen, den Werth des Stücks in größere Betrachtung zu ziehen hat, in welchem man ihn sieht. Hat der Dichter Alles geleistet, was man von ihm zu fordern berechtiget ist, hat er den Schauspieler richtig vorgearbeitet, steht dieser durch Alter und Gestalt mit seiner Rolle in keinem auffallenden Mißverhältnisse, und er giebt sie dann schlecht, so ist das Parterre berechtiget mit aller Strenge gegen ihn zu verfahren; denn es fehlt ihm entweder an Talent, an Ausbildung, an Fleiß, oder an allem zugleich. Gelingt ihm eine solche Rolle, so kann man wenigstens erwarten, daß ihm die Kraft nicht ver<141, 437>sagt ist, in jeder das Möglichste zu thun. Gelingt es dann dem Director, seine Gesellschaft mit dem Hauche der Ehre zu beleben und sie mit dem Talisman des Wetteifers zu beselen, und wird ihr die Wahrheit tief eingeprägt: daß Vernachläßigung des Spiels eine Geringschätzung des Publikums anzeige, indem dieses sein Geld und seine Zeit nicht an Verfolgung der Privatintriguen der Schauspieler und Schauspielerinnen wendet; hingegen ein gegründetes Recht hat, die Helden des Schauspiels und nicht die des Schauspielhauses, aufgeführt zu sehen, so wird Ehre und Beifall die Kunst krönen. Man gewahrt also hieraus, daß nicht die ausübende Kunst die Schuld trägt, sondern nur die Dichtkunst und die Directionen, die nicht Festigkeit, ja man möchte sagen, nicht Kunstgeschmack genug besitzen, um den verdorbenen Geschmack des Publikums, durch ihre Bemühungen um die Kunst, zu verbessern und ihm eine andere Richtung durch Aufführung von classischen Werken zu geben.

Was die ökonomische Lage der Schauspielkunst anbetrifft, so ist diese in dem gegenwärtigen Jahrhunderte auf den höchsten Punkt gebracht und triumphirt über die Kunst; denn die öffentlichen Theater haben in den wichtigsten Städten Deutschlands aufgehört, schwankende Privatunternehmungen zu seyn; sie sind Sache der Staaten oder der Regenten geworden und die Schauspieler reich besoldete, mit Ansprüchen auf Pensionen ausgestattete Staatsdiener, -- und daher kann man um so mehr von ihrer Leistung etwas erwarten, da sie nicht mehr dem Ungefähr ausgesetzt sind und ohne Sorgen für ihr häusliches Wohl sich ganz der Kunst hingeben können. -- Was die Theorie der Schauspielkunst anbetrifft, so mangelt es uns an einem vollkommenen geschriebenen Systeme. Darüber geschrieben haben <141, 438> Lessing, v. Göthe, v. Sonnenfels, Schink, v. Blankenburg, Engel, v. Seckendorf, Iffland und Andere; allein alle diese Bruchstücke, obgleich von großem Werthe für die Kunst, bilden doch kein Ganzes. Die Schauspielerstudien von Sievers sollen unklar und verworren seyn; auch soll das von dem jüngst verstorbenen Koller angekündigte systematische Werk über die Schauspielkunst nicht zu Stande gekommen seyn. Die Schriften von Mercier, Dorat, Riccoboni, Hill gehören den Ausländern und handeln daher von der Schauspielkunst, wie sie sich bei andere Nationen gestaltete und auszuüben ist; daher bleibt ein Werk, welches das Ganze der Schauspielkunst umfaßt, noch zu wünschen übrig. Man sehe auch die Artikel Pfeil-IconSchauspiel und Pfeil-IconSchauspieler hierüber nach.

Schaustück, s. Pfeil-IconMedaille, Th. 86, Pfeil-IconS. 459 u. f.

Schaustückpräger, s. Pfeil-IconMedailleur, das., Pfeil-IconS. 512.

Schaustufe Klassifizierung: 069 Museumswissenschaft (Museologie)DDC-Icon Klassifizierung: 549 MineralogieDDC-Icon , Handstufe, Handstein, in den Bergwerken, ein Stück Erz, welches wegen seines sonderbaren Gewächses oder reichen Gehaltes von den Anbrüchen eines Berggebäudes angehalten, den Liebhabern vorgezeigt, auf Verlangen taxirt und um die Taxe überlassen wird. Es sind daher Stücke Erz, welche nicht zum Verschmelzen, sondern zum Aufbewahren in den Mineralien=Kabinetten bestimmt sind.

Schautag Klassifizierung: 352.8 Verwaltung allgemeiner Formen der KontrolleDDC-Icon , in einigen Gegenden Deutschlands derjenige Tag, an welchem eine Sache feierlich beschauet wird, z. B. der Tag, an welchem gewisse Waaren, Arbeiten etc. von den dazu gesetzten Schaumeistern oder Schauherren beschauet werden.

Schauung, s. Pfeil-IconSchauen.

Schauungspfahl Klassifizierung: 363.3493 ÜberschwemmungenDDC-Icon , ein Gränzpfahl, Gränzstein, welcher, um alle Gränzstreitigkeiten zwischen Deich<141, 439>bänden oder Communen sorgfältig zu vermeiden, zum Anfange und Ende jeder Schauung oder eines jeden Deichbesichtigungs=Districts, auf den Deichen jederzeit aufgestellt und unterhalten werden muß.

Schavatte Klassifizierung: 671.3 Umformen und verwandte VerfahrenDDC-Icon , Chavatte, ein, im Eisenhammer und Kupferhammer, 10 bis 11 Centner schweres, cylindrisch gegossenes Eisen, worauf die Ambosse stehen, damit sie beim Schlagen, nicht in die Erde sinken; s. unter Pfeil-IconKupfer, Th. 56, Pfeil-IconS. 166.

Schavine Klassifizierung: 745.75 VergoldungDDC-Icon Klassifizierung: 673 NichteisenmetalleDDC-Icon , wird, bei den Goldschlägern, der Abgang, alle Krätze und Abschnitzel von allerhand fertigen Blättern, vom Zusammenschaben oder Fegen, genannt. Es wird in der Faust zusammen in einen Ballen gedrückt und aufgehoben, um mit anderer Krätze bei Gelegenheit eingeschmolzen zu werden.

Schawl Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon , Shawl, Schaul, Schal, das feinste Gewebe unter allen bis jetzt bekannten wollenen Zeugen, welches im Morgenlande verfertiget wird. Das Wort Schawl, ist Englischen Ursprungs und ist im Hindostanischen weiblichen Geschlechts, heißt also daselbst Schale. Schon lange sind die Schawls von Kachemir in Europa wegen ihrer seidenartigen Feinheit und ihrer Seltenheit gesucht worden, indessen waren sie schon längst bei den Aegyptern, Persern und Indianern in der Mode, und von jeher geschätzt, ehe sie die Europäer kennen lernten oder Gebrauch davon machten. Die Schawls werden in Kachemir aus der Wolle der dortigen Schafe, theils auch aus derjenigen der breitschwänzigen Tibetanischen Schafe, gemacht; die vorzüglichsten Schawls, die in der ganzen Handelswelt berühmt sind, sollen jedoch in Kachemir aus Ziegenhaaren verfertiget werden. Bartolomäi sagt in seiner Reise nach Ostindien, daß die feinsten Schawls in Kaschemir aus den <141, 440> Haaren einer wilden Ziege verfertiget werden, welches auch schon Barnier, ein Französischer Arzt eines reichen und gelehrten Hofcavaliers des ehemaligen Großmoguls, sagt, welcher sich im Jahre 1764 in Kaschemir aufhielt und seine Entdeckungen beschrieb; auch die Haare der Taurischen Ziegen, Capra taurica, die weit kostbarer und theurer sind, als Seide, liefern nach Pallas einen der besten Stoffe zu den Schawls; s. auch unter Pfeil-IconSchaf und Schafzucht, Th. 138, Pfeil-IconS. 597. Da nun über diesen Gegenstand schon viel Unbestimmtes gesprochen und geschrieben worden, und der Transport von 1300 Kirgisischen Ziegen des Herrn Jaubert, für Rechnung der Französischen Regierung, sehr vieles Aufsehen überall erregte, weil man in öffentlichen Blättern angekündiget hatte, daß dieser Transport aus ächten Kaschemirischen Ziegen bestehe, so wird es nicht unwichtig seyn, hier die folgenden zwei Schreiben aus der Petersburger Zeitung anzuführen, welche über diesen Gegenstand ein vollständiges Licht verbreiten. Es heißt in dem ersten Schreiben:

Klassifizierung: 636.3 Kleine Wiederkäuer; SchafeDDC-Icon „In der Nordpost sind einige Artikel über die Ankunft des Herrn Jaubert in Mariapol mit Kaschemir' schen Ziegen abgedruckt; zur Ergänzung derselben kann die Meinung eines Engländers, die ich dieser Tage gehört habe, dienen. -- Uns Engländer, sagt er, hält man in ganz Europa für die ansehnlichsten, oder, besser zu sagen, für die ersten Handelsleute, die sich bemühen, jeden Industrie=Zweig zu benutzen. Kann man hiernach wohl annehmen, daß unsere Ostindische Kompagnie einen so vortheilhaften Handel, wie Kaschemir mit seinen Schawls treibt, aus den Augen lassen würde? Die ausgedehnten Besitzungen Englands in Indien und die Nachbarschaft derselben mit Tibet und Kaschemir würden gewiß jede unsere Unternehmung in solchem Handel begünstigen. Weiß man denn etwa nicht, daß der berühmte Hastings viel Gesandschaften in der Absicht nach Tibet abge<141, 441>fertiget hat, um umständliche und sichere Nachrichten von diesen Thieren, aus deren Wolle die Kaschemirschen Schawls verfertiget werden, zu erhalten? Samuel Turner sagt in der Erzählung von seiner Gesandschaft zum Teschu=Lama bestimmt Folgendes: Unter den uns auf der Reise aufgestoßenen merkwürdigen Gegenständen habe ich große Herden Ziegen von der Gattung bemerkt, welche die kostbare Wolle zur Verfertigung der Schawls liefern. Leider aber können diese Ziegen nur in diesem kalten Klima leben. Man hat sich bemühet, sie in Bengalen einzuführen; allein sie verloren plötzlich die Wolle und dekamen die Räude. Einige gesunde Ziegen schickte ich nach England; aber ihre Ueberfahrt ward ihuen zum Verderben; nur eine kleine Anzahl derselben ward nach Europa gebracht und zwar so schwach, daß sie alle bald darauf starben. -- Konnte sich nach dieser unbezweifelten Begebenheit Herr Jaubert wohl schmeicheln, glücklicher in seinem Unternehmen zu seyn? Hat er vielleicht alle die Hindernisse zu überwinden geglaubt, gegen welche die Handelsalmacht Englands nichts hat ausrichten können? Und würden daun nicht die Einwohner von Kaschemir, als die nächsten Nachbarn von Tibet, alle mögliche Maaßregeln angewendet haben, diese Ziegen, deren Wolle für sie so nöthig ist, bei sich einzuführen, um nach derselben nicht so weit und auf einem so schlechten Wege reisen zu dürfen? Weder Gewohnheit, noch List, noch Geld kann diejenigen Hindernisse überwinden, welche die Vorsehung der Ausfuhr dieser Thiere entgegengestellt hat. Warum bemühet man sich nicht, in Frankreich Angorische Ziegen zu ziehen? Vermuthlich darum, weil die mißlungenen Versuche die Unmöglichkeit davon bewiesen haben. Es ist Zeit aufzuhören, von einem Unternehmen zu sprechen, das die menschlichen Kräfte übersteigt. Uebrigens ist es gar nicht schwer, den gemeinen Mann zu täuschen etc.

In dem zweiten Schreiben heißt es: Die Nordpost vom 22sten Februar 1819, enthält folgenden Artikel: In diesen Tagen haben wir noch folgendes Schreiben über die Ziegenwolle, aus welcher die Kaschemir' schen Schawls gewebt werden, erhalten: „Mit Vergnügen habe ich in der Rigaischen <141, 442> Zeitung -- der Zuschauer -- Nr. 1689, bemerkt, daß der Redakteur derselben durch das in der Nordpost Nr. 9. abgedruckte Schreiben von der Wahrheit überzeugt worden zu seyn scheint, daß Herr Jaubert nicht in Kaschemir hat seyn können, und daß er die 1300 Ziegen nicht aus Tibet hat treiben lassen. Da aber der gedachte Redakteur annimmt, daß diese Ziegen Angorische seyn könnten, so eile ich, ihm diesen Irrthum zu benehmen. Die vortreffliche Gattung der Angorischen Ziegen, die ich an Ort und Stelle gesehen und mit Aufmerksamkeit betrachtet habe, besitzen die nämliche Eigenschaft, wodurch sich die Tschaba' schen und Tschauta' schen Ziegen auszeichnen. So lange sie in den Umgebungen der Stadt Angora, in Klein=Asien, verbleiben und in der großen Ebene weiden, in welcher das Loos der Waffen so unglücklich für den stolzen Bajazet ausfiel, der dort in die Hände des grausamen Tamerlan gerieth, so lange behält die Wolle dieser Ziegen diese, der Seide ähnliche, zarte Feinheit und Länge, welche die Schönheit und Kostbarkeit derselben ausmachen. Sobald aber diese Ziegen sich auf 30 Werste von diesem Orte entfernen, so verändert sich ihre Wolle und wird schlechter. Die Ziegen, welche sich in Ajaß und Hairi=Kei befinden, zwei Dörfern, von welchen das erste 60 Werste nach Westen und das andere 50 Werste nach Osten von Angora entlegen ist, haben schon nicht so gute Wolle mehr. Endlich behalten diejenigen Ziegen, die in der Umgegend von Bei=Basar weiden, das 115 Werste nach Westen von Angora entlegen ist, nur die Weiße und Länge der Wolle; aber was die der Seide ähnliche Zartheit und Weichheit betrifft, welche die Wolle der Angorischen Ziegen hat, so wird ein jeder glauben, daß diese Ziegen von einer ganz anderen Race seyen. Hinter Bei=Basar und Hairi=Kei sind schon gar keine Ziegen mehr zu sehen. Alle mögliche Versuche Angorische Ziegen auch an andern Orten einzuführen, sind fruchtlos geblieben. Und folglich ist es keine Möglichkeit, daß die Ziegen, mit welcher Herr Jaubert nach Mariapol gekommen, Angorische seyen; ohne Zweifel sind sie Kalmükische Ziegen.

<141, 443>

Zur Schönheit der Wolle trägt das Klima in Kaschemir außerordentlich viel bei. Kaschemir liegt im Norden Hindostans, und ist eines von den am angenehmsten abwechselnden Ländern des Erdbodens; indem man fast daselbst alle Klimas antrifft. Die kostbarsten Pflanzen, die unter den Tropen wachsen, gedeihen auf den Ebenen in den abhängigen Theilen von Kaschemir, und die der nördlichsten Länder gewöhnen sich an das Klima der doppelten Kette der Gebirge, die diese schöne Provinz umgiebt. Der Gipfel dieser Berge ist beinahe sechs Monat im Jahre mit Schnee bedeckt. Ein reiner und stets heiterer Himmel, helle Nächte, beständiger Regen und sehr viele Quellen, welche die Hügel und Ebenen bewässern. Die Stadt Sirinagar, mitten in fruchtbaren Feldern gelegen, voll von Häusern, deren Terrassen zusammen eben so viele schwebende Gärten bilden, wie uns die Geschichte diejenigen der berühmten Königin von Babylonien, Semiramis, schildert, und dieses ist nur ein unvollkommenes Bild des Landes. Auf den Bergen, welche diese reiche fruchtbare Gegend umgeben, wachsen von selbst eine Menge aromatischer Pflanzen, die ein vorzügliches Futter für die Schafe abgeben; fast das ganze Jahr hindurch sind sie mit Quendel und Majoran bedeckt. Diesen verschiedenen Vortheilen verdankt die Provinz Kaschemir zum Theil ihre vorzügliche Wolle und ihre trefflichen Schafe, welche nur ungefähr 20 bis 24 Zoll hoch und 30 bis 40 Zoll lang sind. Ihre Wolle ist länger und feiner, als die Europäische, welche Vorzüge jedoch von der Behandlung herrühren sollen; denn man läßt diese Schafe, wie in Spanien und Griechenland, wandern, damit sie das ganze Jahr hindurch gleiche Temperatur haben; den Winter bringen sie in Ebenen und den Sommer auf den Gebirgen zu. Täglich läßt man sie mehrere Male durch einen Fluß <141, 444> oder einen Teich gehen und sich baden, wodurch die Wolle an Güte ausserordentlich gewinnt, welches Baden aber nicht am Mittage oder wenn die Sonnenstrahlen senkrecht herabfallen, geschieht, da die Wolle sonst hart wird und die Schafe den Schwindel bekommen. Nie werden sie in enge Ställe zusammen gehäuft, indem ihnen die Natur eine Bedeckung gegen den rauhen Winter verliehen hat. Es ist auch noch des Bemerkens werth, daß diese Schafe nie grüne Kräuter bekommen, den Thymian, Quendel und Majoran ausgenommen, die sie auf den Bergen finden, bekommen sie bloß Stroh von Reiß und Korn, und bisweilen Gerste, Hirse und Baumblätter. Durch ein solches abgemessenes und doch natürliches Verfahren, erlangt die Wolle eine seidenartige Feinheit und wird vom Nacken bis zu den Rippen 19 bis 20 Zoll lang; an den unteren Theilen hat sie wenigstens 5 Zoll Länge. Die Schafe werden nur einmal im Jahre geschoren und die Wolle in zwei Sorten getheilt, nämlich in die von jungem Vieh und in die von älterem. Letztere ist feiner, kürzer, nicht so fett, nicht so stark und nicht so leicht zu sprinnen, als die der jüngeren Schafe. Zu den Schawls nimmt man bloß die Wolle von dem Rücken der Schafe und verbessert sie durch zwei Zubereitungen. Zuerst bringt man sie in den Dampf einer Beitze, die aus 40 Pinten Wasser, 10 bis 12 Pfund Asche der Bananenblätter und einem mergelartigen Thone besteht; hierauf läßt man sie im Wasser weichen und wäscht sie mit dem Mehle der Mungobohne in dem Verhältniß, daß auf 100 Pfund Wolle 20 Pfund Mehl genommen werden. Das Mehl ist dem Mandelteige ähnlich. Hierdurch wird die Wolle biegsamer, seidenartiger, weißer und stärker. Aus dieser Wolle webt man die Schawls, welche in Indien unter dem Namen Seaumi bekannt <141, 445> sind. Das Stück kostet im Fabrikorte ungefähr 40 bis 60 Franken; sie haben an beiden Enden eine Einfassung mit Blumenwerk und sind 3 1/2 Elle lang und 1 1/2 Elle breit. Die Blumen sind gleich mit dem Stücke broschirt. Die Einfassung ist dagegen besonders darauf befestiget und dieses mit ausserordentliche Kunst und Sorgfalt, da man keine Nath entdecken kann. Die theuersten Schawls sind die weißen, nach ihnen folgen die aus sieben Farben gestreiften und zuletzt die rothen. Die ganz feinen Schawls sind selbst in Ostindien sehr theuer und selten; im Fabrikorte selbst kostet ein aus dieser Wolle gemachter Schawl hundert Franken, und in Surate und Bengalen bezahlt man gemeiniglich für das Stück 10 Louisd' or, und dessen ungeachtet kann man sie sich nur schwer verschaffen. Nachdem zu urtheilen, daß man sich diese Schawls nur mit Mühe verschaffen kann, ist dieser Preis noch sehr geringe: allein der im Conversations=Lexicon unter dem Artikel Schawl angeführte Preis von 100 Stück Dukaten, welchen die Mongolen und Indier, die sie zu Koptüchern gebrauchen, für das Stück geben sollen, aber wieder zu hoch; eben so der Preis von 1000 und mehreren Thalern für Türkische Schawls und Umschlagetücher, welche zu uns kommen. Dies müßte anfangs geschehen seyn, als sie in Europa bekannt wurden; denn jetzt erhält man für 100 Dukaten schon einen der besten Schawls von Kaschemir. Der Herr Ternaux der Aeltere in Paris hat diese Schawls nachzuahmen gesucht und es ist ihm gelungen, sie eben so schön zu fabriciren, als diejenigen von Kaschemir, am 30sten December des Jahres 1812 überreichte derselbe dem damaligen Kaiser napoleon zwölf Stückderselben, welche im Jahre 1811 bestellt wurden. Die Französischen Zeitungen enthielten damals folgende Notizen hierüber:

<141, 446>

Die Schawls von Kaschemir sind nun allgemein im Gebrauch; sie kommen aus der Fremde und man hat, ungeachtet ihre Einfuhr verboten ist, doch Mittel gefunden, sie nach Frankreich zu bringen. Herr Ternaux der Aeltere entschloß sich diesem schädlichen Handel ein Ziel zu setzen, durch den so viele Summen ins Ausland kommen. Nach vielen Versuchen und Unkosten hat er es dahin gebracht, dieses Zeug mit Vollkommenheit zu fabriziren. Um eben so schöne Schawls, wie die von Kaschemir, zu machen, mußte man die Wolle von Kaschemir haben. Herr Ternaux hat sie von diesen Gegenden kommen lassen, und wir besitzen jetzt für unsere Fabriken eine hinlängliche Quantität. Er hatte noch andere Hindernisse zu überwinden, nämlich das Spinnen und Weben, auch diese hat er glücklich besiegt und Arbeiter gebildet, denen diese Arbeit nun leicht ist. Die Anstrengungen des Herrn Ternaux konnten Sr. Majestät dem Kaiser nicht verborgen bleiben und sie wurden belohnt. Se. Majestät bezeigten diesem Fabrikanten ihren Beifall als er die Ehre hatte zwölf Schawls, die im Jahre 1811 bestellt wurden, zu überreichen. Die Schawls des Hrn. Ternaux sind vollkommen schön gemacht, ihr Gewebe ist fest und selbst feiner, als das der ausländischen. Die Zeichnungen sind von unsern besten Künstlern, und unterscheiden sich von den bizarren und verwirrten Zeichnungen der fremden Schawls. Statt der Palmen sieht man Guirlanden und Blumensträuße von den schönsten Europäischen Blumen, deren eclatante und gut nüanzirte Farben Gemälden gleichen. Herr Ternaux hat vollkommen den Zweck, welchen er sich vorsetzte, erreicht, und der Augenblick ist nicht fern, daß wir von dem Tribut, welchen wir bisher dem Auslande für die Schawls von Kaschemir zollten, befreit sind. Dieses haben wir Sr. Majestät zu verdanken, welche, indem sie die Arbeiter dieses Fabrikanten ermunterten, ihn in den Stand setzten Versuche zu machen, welche ein vollkommener Erfolg krönte.

<141, 447>

In Europa nennt man alle große Umschlagetücher der Damen Schawls; sie werden aus Seide, Wolle und Baumwolle von verschiedenen Farben und Größen verfertiget, am vollkommensten in Frankreich und England. Was die Kaschemirtücher oder Kaschemirs anbetrifft, so werden solche unter Pfeil-IconTuch, in T. vorkommen.

Schebat, s. Pfeil-IconSchebhat.

nächster Abschnitt Laden der nächsten Artikel