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Plinse Klassifizierung: 641.82 HauptgerichteDDC-Icon Klassifizierung: 641.5028 UtensilienDDC-Icon , Plinze, eine Art dünner Pfannkuchen aus einem mit Mehl und Eyern angemachtem Teige. Daher das Plinsencisen oder Plinsenblech, eine Art eiserner flacher Pfannen, die Plinsen darin zu backen, an deren Statt man an andern Orten irdene Plinsentiegel ohne Füße hat.

Klassifizierung: 394.26 FeiertageDDC-Icon Klassifizierung: 642 Mahlzeiten und TischkulturDDC-Icon Es ist in einigen Gegenden gebräuchlich, daß dem Gesinde Plinzen, Plinsen zum Neujahrfeste gebacken werden. Feines Rockenmehl, das zur Hälfte mit Gerstenmehl vermengt werden kann, wird mit warmen Wasser, Bärme oder Hefen, und etwas Salz eingerührt, und <113, 442> zu keinem steifen, sondern mehr flüssigen Teige in einem Gefäße zum Aufgehen hingesetzt. Man hat eigene sehr breite eiserne oder blecherne Platten, die über Kohlen auf Mauersteinen oder kurzfüßigen Dreyfüßen gestellt werden. Auf diesen wird der dünne, mehr flüssige als dicke Teig, mit einer Kelle verbreitet, und eine Plinse nach der andern abgebacken.

1) Damit der Teig nicht auf der Platte anhacke, kann man solche mit einer Speckschwarte von Zeit zu Zeit überstreichen.

2) Die Gesindeplinzen dürfen eben so dünne nicht seyn. Fast zur Dicke eines kleinen Fingers können sie bereitet werden; wenn der Teig nur von der Bärme wohl aufgegangen gewesen, so werden sie ziemlich locker ausfallen.

3) Gemeiniglich hat das Herkommen auch wohl eine gewisse Anzahl Plinzen für die Person festgesetzt, die daher jedem Dienstbothen zugezählt, und zum beliebigen Gebrauche eingehändigt werden.

4) Es kann an solchen Orten das Gesinde die Plinzen bey oder außer der Mahlzeit aufessen. Geschieht das erstere, so wird ihm wohl frey gelassen, Schmalz, oder in Leinländern Leinöhl, aufzustreichen.

5) Auch gibt es Gegenden, wo fürs Gesinde Plinzen aus Waizenmehle bereitet werden. Man bedienet sich hierzu eben nicht des feinsten, sondern nimmt gemeiniglich nur grobes oder Mittelmehl. Wo viel Heidegrütze erbauet wird, da nimmt man auch Heidegrützmehl zu den Plinzen.

Zu feineren Plinsen oder Schlierkuchen nimmt man recht feines Mehl, acht Eyerdotter, süße Sahne, Milch, etwas Butter, Bärme und kleine Rosinen. Dieses alles wird zu einem mehr dünnen als dicken Teige zusammen gerührt, und an einen warmen Ort hingestellt, daß der Teig vor dem Abbacken wohl aufgehen könne.

1) Die Plinzen werden in einer eisernen etwas flachen Pfanne über Kohlen gebacken. Man muß mit dem Einschmieren der Pfanne eben so, als mit dem Waffeleisen, verfahren.

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2) In einigen Häusern werden diese Plinzen ohne Wärme gebacken. Allein sie sind dem Magen etwas lästig zu verdauen.

3) Der Teig in der Pfanne muß nicht zu dick, und lieber zu dünn aufgetragen, und dahin gesehen werden, daß sie nicht verbrennen. Das Auftragen des Teiges in die Pfanne geschieht, wenn ein Löffel voll Teig in die Mitte derselben gethan, und die Pfanne hierauf in den Händen so lange gedrehet und gewendet wird, bis sich der Teig über und über aus einander verbreitet.

4) Die gahr gewordenen Plinzen werden eine über die andre in eine Schüssel hingelegt, und auch wohl eine jede, wie sie aus der Pfanne warm kömmt, in der Schüssel mit zerlassener Butter überstrichen. Mehr aber ist dieses Verfahren gebräuchlich, daß die Plinzen, jede besonders, mit Zucker und Zimmt bestreuet, ohne Bestreichung mit Butter, zusammengerollt, und Stück bey Stück neben einander in einer Schüssel, oder etagenweise auf einer Assiette aufgesetzt werden. Will man aber, daß die Plinzen auf viele Tage dauern und frisch bleiben sollen, so rollt man sie nicht besonders zusammen, sondern legt Stück auf Stück in einer flachen irdenen Schüssel hin; da dann die zu oberst liegende Plinze, als die einzig trocken gewordene, nur hinweggenommen wird, die andern darauf folgenden aber durchgängig frisch befunden werden.

5) Die Plinzen stehen mit den Waffelkuchen in gleichem Range, und sind als eine Mittelspeise anzusehen. In Holland nennt man die Plinzen Pfannkuchen, wo sie nebst den Waffelkuchen mehr als bey uns in Ansehen sind. *

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Germershausen' s Hausmutter I. 179. II. 24 fl.

Plinthe Klassifizierung: 721.3 SäulenkonstruktionenDDC-Icon , Tafel, ist das unterste viereckige Glied an den Basen der Säulen, Pilaster und Postamente. In den ältesten Zeiten war die Plinthe unstreitig ein einfacher Stein, der unter den Stamm des Baumes gelegt wurde, um dem Verfaulen vorzubeugen, dem der Stamm, wegen der beständigen Feuchtigkeit der Erde, ausgesetzt <113, 444> seyn mußte. Auch diente die Plinthe zu einer dauerhaften Unterstützung der Säule, und um ihr einen festen Stand zu geben. Die älteste griechische Säule, oder die etruskische, hatte eine runde Plinthe. Dieses sagt Vitruv (IV, 7.) ausdrücklich, und es hat sich auch aus dem Alterthum ein dorischer Tempel erhalten, der kleinere Tempel in den Ruinen von Pästum, bey dem man noch einige Säulenbasen mit runden Plinthen findet. (Paoli Rovine della Citta di Pesto, Dissert. IV. Tab. XXVIII. XXX.) Die dorischen Säulen haben zwar gemeiniglich keine Base, sondern standen unmittelbar auf der obersten Stufe des Tempels auf, sie ruthen aber doch bisweilen auf Plinthen, wenn man sie erhöhen wollte, oder auf der bloßen Erde aufstellte. Und diese Plinthen der dorischen Säulen sind viereckig. Die Säulen des Tempels zu Segestus und eines Tempels zu Selinus, in Sicilien, haben Plinthen; an den Säulen eines alten Tempels zu Korinth aber, an den Säulen der Tempel zu Agrigent, in Sicilien, des größern Tempels zu Pästum, und der atheniensischen dorischen Tempel fehlen die Plinthen, und die Säulen stehen gleich auf der obersten Stufe des Tempels auf. Es gibt auch verschiedene Beyspiele von andern Säulenarten, die zwar Basen, aber keine Plinthen haben, wie die Säulen des Tempels des Erechteus zu Athen und des Tempels der Vesta zu Tivoli.

Jetzt wird die Plinthe selten weggelassen, und man hält sie für ein wesentliches Stück der Säulenbase, so wie auch des Fußes der Postamente, weil das Ganze dadurch ein besseres Ansehn erhält; s. Pfeil-IconSäule.

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Plintis Klassifizierung: 526.9 VermessungDDC-Icon Klassifizierung: 937 Italienische Halbinsel und benachbarte Gebiete bis 476DDC-Icon , ein viereckiges mathematisches Instrument, die Aecker zu messen. Bey den alten Römern wurden die viereckigen Steine so genannt, womit sie verwirkte und dem Fisco heimgefallene Aecker zu bemerken und öffentlich zu verkaufen pflegten.

Plinze, s. Pfeil-IconPlinse.

Plöben Klassifizierung: 667 Reinigungs-, Färbe-, Beschichtungstechniken, verwandte TechnologienDDC-Icon , heißt bey den Färbern so viel als blau färben.

Plocamium, Fucus Plocamium Linn., s. im Art. Pfeil-IconTang.

Plocdecken Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon , in Frankreich, eine Art grober Fußdecken, die von Kuhhaaren gemacht sind.

Plöcher Klassifizierung: 676 Zellstoff- und PapierherstellungDDC-Icon Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon , so nennt man in einigen Papiermühlen die Stampfer.

Plochtaube, ein Nahme der Ringeltaube, Columba Palumbus Linn., s. im Art. Pfeil-IconTaube.

Plockpfeife Klassifizierung: 786.5 Blasinstrumente mit Tastatur; OrgelnDDC-Icon , ein stumpfes 2=füßiges Orgelregister.

Plockpenning, s. Pfeil-IconPlokpenning.

Plockwagen, Blockwagen, s. im Art. Pfeil-IconWagen.

Ploeg Klassifizierung: 553.21 TorfDDC-Icon Klassifizierung: 331 ArbeitsökonomieDDC-Icon , beym Torfgraben in Ostfriesland, ist so viel als Pflug, und bedeutet eine bestimmte Anzahl zu dieser Arbeit gehöriger Personen.

Plokpenning Klassifizierung: 381 HandelDDC-Icon , oder Plokpenin, nennt man zu Amsterdam dasjenige Geld, was man bey öffentlichem Ausrufen demjenigen gibt, der das höchste Gebot auf eine Waare gethan hat. Es ist eine Art Angeldes, Trinkgeldes oder Gottes. pfenniges, wodurch man anzeigt, daß ihm die Waare sey zugeschlagen worden, Dieser Plokpenning ist nach Beschaffenheit der Waaren und des Preises der Lose oder Gabelungen verschieden. Gemeiniglich beträgt er 20 bis 50 Stüver. Bisweilen ist er willkührlich, und hängt von dem Willen des Käufers ab, und manchmahl ist er durch eigene Verordnungen der Bür<113, 446>germeister festgesetzt. Es gibt auch Waaren, von denen man gar keinen Plokpenning gibt; und andere, wo noch einmahl so viel als hier gesagt ist, zum Plokpenning gegeben wird.

Plombage Klassifizierung: 688.8 VerpackungstechnikDDC-Icon , die Einpackung eines Packetes, Fasses etc.

Plombagine, s. Pfeil-IconReißbley.

Plombe Klassifizierung: 382.7 ZollpolitikDDC-Icon , ein Bleysiegel, womit Mauth= und Zollbedienten Kisten, Koffer und u. dergl. versehen, das freywillige Oeffnen derselben zu verhindern; wie auch ein ähnliches Siegel, welches an Waaren gemacht wird, theils zu bezeugen, daß sie beschaut und gut befunden, theils auch, daß sie gehörig vergeben worden sind. Daher plombiren, Koffer oder Waaren mit dergleichen Bleysiegel versehen.

Das Plombiren geschieht eigentlich auf die Weise, daß man durch das Schloß oder durch die Emballage einen Bindfaden zieht, und zusammenknüpft, und ihn dann durch die in einem Stückchen Bley befindlichen Löcher steckt, welches darauf erst breit geschlagen und mit einem Stämpel bezeichnet wird. Es ist also unmöglich, den Koffer etc. zu öffnen, ohne den Bindfaden zu zerschneiden.

Plombieres Klassifizierung: 914.4 Frankreich und MonacoDDC-Icon Klassifizierung: 615.8 Einzelne Therapien und TherapieartenDDC-Icon , ein Dorf im ehemahligen Herzogthum Lothringen, und jetzigem Departement Vosges in Frankreich, mit berühmten warmen mineralischen Quellen. Dieses merkwürdige Wasser besteht eigentlich aus verschiedenen Quellen.

Klassifizierung: 540 Chemie und zugeordnete WissenschaftenDDC-Icon a) Quellen in Häusern der Partikuliers. b) Mehrere Quellen gegen Mittag. c) La source des Capucins in dem Garten. d) Eine Quelle hinter Luxeuil. e) La Quevolte. Unter den Bädern sind berühmt. 1) Le grand bain, bain royal, mitten in Plombieres. 2) Le bain des pauvres 3) Le bain de la rei<113, 447>ne oder des Dames de Pemiremont, sie sind völlig klar, schmecken nicht unangenehm, lösen die Seife vollkommen auf. Bey der Quelle steigen im Winter zuweilen Dünste auf. Dieses Wasser friert bey der Quelle nie, denn es fließt zu schnell, aber im Winter 1743 schien es außerhalb der Quelle zu frieren. Fixe und flüchtige Alkalien brausen nicht damit auf, die Milch gerinnt nicht davon, es verhütet sogar das schnelle Gerinnen derselben. Den Veilchensaft färbt es nicht roth, eher etwas grün, die Auflösung des Eisenvitriols wurde nicht zersetzt, Galläpfel veränderte es nicht, die Auflösung des Sublimats wurde nicht zersetzt, es bildete sich auf der Oberfläche ein Rahm, das Wasser enthält also nach Malouin Erdpech und Fettmaterie.

Die salpetersaure Auflösung des Quecksilbers trübte das Mineralwasser sogleich, der Niederschlag war bey weitern Versuchen zum Theil gelb, zum Theil weiß, woraus M. auf Vitriolsäure und Salzsäure schließt, welches leztere auch dadurch bestätigt wurde, da das salpetersaure Silber weiß niedergeschlagen wurde, alle diese Erfolge waren bey dem bis auf 1/60 abgedämpften Wasser noch bemerkbarer. Aus allen Versuchen schließt M., daß diese Mineralwasser ein Erdharz von der Beschaffenheit des Steinöhls, Eisenvitriol, Kochsalz, eine in Feuer leicht zu verglasende absorbirende Erde und Mineralalkali enthalten. Nach Geoffroi enthält es einen dünnen wie Seife fetten Thon; aber keinen Schwefel wie Lieutaud glaubte.

Man gebraucht dieß Wasser bey Krankheiten der Nieren und der Blase, bey Augenentzündungen, bey Entzündungen der Eingeweide, <113, 448> und vorzüglich in Brust= und Magenkrankheiten von Säure, in Blutspeyen, Blutflüssen, Schwindsucht, konvulsivischem Asthma, Bauchwassersucht, Harnruhr, weißem Fluß, Dysenterie und allen Krankheiten der Haut. Man braucht es sowohl innerlich als äußerlich mit gutem Erfolg, äußerlich reinigt es und trocknet die Geschwüre, innerlich eröffnet es den Leib und treibt den Urin, als Bad und Tropfbad in Hautkrankheiten und Contracturen. Man gibt es des Morgens nüchtern von 1 -- 6 Pfd. und verordnet es einigen Personen zum täglichen Trank. Geoffroi glaubt, man könne durch die Kunst ein ähnliches bereiten, wenn man entweder ziij der seifenartigen Erde, welche man bey der Quelle dieses Brunnens antrifft, in 1 Pfd. klaren oder in einem der Krankheit zuträglichen Wasser auflöst, oder auch statt dieser Erde, eine gleiche Menge Siegelerde, Bolus, Kreide, und wohl abgeriebene Korallen oder Krebsaugen vermischt, oder das decoctum album der Engländer.

Steph. Franc. Geoffroy Tr. de Mat. med. Art. I. Cap. II. deutsche Ausgabe von Ludwig I. 85.

Quaestiones medicae circa fontes medicatos Plumbariae Vesaut 1743 von Claude Maria Giraud pr. Rene Charles.

Quaestiones medicae circa fontes medicatos plumbariae Vesaut. 1746. 8. von Jean Claude Mevel par Rene Charles.

Analyse des eaux savoneuses de Plombiéres par M. Malouin Mem. de l' acad. des Sc. 1746. p. 109. Hist. de l' acad. p. 49. Valer. Lothar. p. 140. Diction. mineral. p. 524. Crell N. Chem. Archiv. VI. 66.

Essai historique sur les eaux et bains de Plombiéres de Bourbonne, de Luxeville et de Bains par Dom. Calnet Nancy 1748. 8.

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Essai sur la manière de prendre les eaux de Plombières par M. le Maire Remiremont 1748. 8.

Discours sur les eaux de Plombières par Is. Ignaz Mengin Diction. de Trevoux. Ed. de Nancy p. 2083.

Memoire sur les eaux thermales de Bains en Lorraine, compatées avec les eaux thermales de Plombières dans la même Province par M. Morand. Journ. de Med. Fevrier. 1757. p. 114. Valer. Lotharing. p. 204.

Mémoire pour servir à l' histoire naturelle et medicale des eaux de Plombières par M. Morand. Valer. Lotharing. p. 279. Mem. de l'acad. roy. des sc. savands etrangers T. V. p. 128.

Description topographique des montagnes de la Voye par M. Didelot. Hist. de la soc. roy. de Med. T. II p. 107.

Nicolas Diss. chem. sur les eaux minérales de la Lorraine. Avis aux personnes, qui font usage des eaux des Plombieres, ou traité des eaux minérales dans le quel on expose les diverses manières d' user de ces eaux, de regime q' uil convient de suivre les differentes maladies, pour les quelles doivent être administrées avec plusieurs observations de pratique pour en conflater les effets par M. Didelot. Bruyéres 1782. 8. 247 Seiten.

Mier vom Nutzen des seifenartigen Wassers zu Plombières, ob es gleich nicht so seifenartig ist als das zu Sulzbadt. Epistolar. ab eruditis viris ad Albertum Hallerum scriptarum P. I. Latin. Vol. ab anno 1761 -- 1768. Bern 1774

Onomatologia medico-practica III. 462. 463.

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