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Hütte Klassifizierung: 728 Wohnbauten und verwandte GebäudeDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , *

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Bey dem Ottfried Hutto, bey dem Notker Hutta, im Nieders. Hutte, im Angels, und Franz. Hutte, im Engl. Hut, im Dän. Hyrte, im Schwed Hvdda, im Poln. Huta, im Böhm. Hutj, im Lettischen Guta, im Finnischen Cota, im Esthnischen Kodda, im Wallis. Cwtt. Es stammet von dem alten hutan, bedecken, ab, Engl. hide, Griech. κευθειν, und bedeutet überhaupt einen jeden vor der Witterung bedeckten Ort, welche Bedeutung auch Haus im mittlern Verstande hat; siehe Pfeil-IconHaus, Pfeil-IconHaut, der Pfeil-IconHut, und das Pfeil-IconKoth. Das Lat. Tugarium stammet auf ähnliche Art von tegere, bedecken, her. Mosheim und einige andere machen die zweyte und dritte Endung im Singular, nach Luther's Beyspiel in der deutschen Bibel, der Hütten, welches aber ein Ueberbleibsel der oberdeutschen Mundart ist.

Diminut. das Hüttchen, Oberd. Hüttlein.

1. In der weitesten und eigentlichen Bedeutung, ein jeder vor der Witterung bedeckter Ort, sich darin aufzuhalten, oder gewisse Verrichtungen darunter vor<27, 329>zunehmen; es sey nun ein Gezelt oder ein Gebäude, ein Haus u. s. f. Er, (der Herr) ein Schirm wider die Hitze, eine Hütte wider den heissen Mittag, Sir. 34, 19. Wolken und Rauch des Tages, und Feuerglanz, der da brenne des Nachts--und wird eine Hütte seyn zum Schatten des Tages vor die Hitze, Es. 4, 6. Ich will wohnen unter deinen (Gottes) Hütten ewiglich, Ps. 61, 5. Gott gründet seine Hütte auf Erden, Amos 9, 6. Eine Hütte Gottes auf Erden, Offenb. 21, 3. Und in so vielen andern Stellen mehr. wo es bald ein Gezelt bedeutet, wenigstens nach des Hrn. Ritter Michgelis Uebersetzung, wie 1 Mos. 4, 20. Cap. 18, 2. 10. Cap. 31, 25. Cap. 35, 21. Jos. 3, 14. Cap. 7, 21; bald aber auch eine Wohnung überhaupt, wie 1 Mos. 9, 27. Wohin auch die Hütte des Stiftes gehört, welche nach dem heutigen Sprachgebrauche eigentlich ein Gezelt war, und daher auch in Hrn. Michaelis Uebersetzung das Gezelt der Unterredung, oder die Wohnung des Gesetzes heißt.

In dieser weitesten Bedeutung ist es im Hochdeutschen veraltet, wo es nur noch zuweilen in der edlen und dichterischen Schreibart in derselben vorkommt, doch so, daß sich allemahl etwas von dem verächtlichen Nebenbegriffe der folgenden zweyten engern Bedeutung mit einschleicht, daher auch der Leib des Menschen, so fern er als der Wohnort, der Aufenthalt der Seele betrachtet wird, in der deutschen Bibel mehrmahls unter dem Nahmen einer Hütte vorkommt.

2. In engerm Verstande.

Klassifizierung: 725.4 IndustriebautenDDC-Icon 1) Verschiedene zu Werkstätten oder Fabriken bestimmte, und oft sehr große und ansehnliche Gebäude sind noch unter dem Nahmen der Hütten bekannt; entweder als ein Ueberbleibsel der vorigen allgemeinen Bedeutung, oder auch so fern sie ehedem in der folgenden Bedeutung nur Hütten waren, und es oft noch <27, 330> sind. Dergleichen sind die Glashütte, wo Glas bereitet wird, die Ziegelhütte, wo Ziegel gebrannt werden, die Kalkhütte, wo Kalk gebrannt wird, die Pechhütte, Salpeterhütte u. s. f.

Klassifizierung: 669 MetallurgieDDC-Icon Klassifizierung: 622 Bergbau und verwandte TätigkeitenDDC-Icon Besonders die zu dem Bergbaue über der Erde gehörigen Gebäude, in welchen das aus derselben geförderte Erz gepocht, gewaschen, geschmelzet oder verarbeitet wird. Daher in manchen Zusammensetzungen das Wort Hütte der Grube entgegen gesetzet wird; z. B. die Hüttenarbeiten, die zum Bergbaue gehörigen Arbeiten über der Erde, im Gegensatze der Grubenarbeiten. Nach Maßgebung der verschiedenen Verrichtungen bekommen diese Gebäude wieder besondere Nahmen; dergleichen sind die Bleyhütte, Eisenhütte, Gießhütte, Gifthütte, Messinghütte, Seigerhütte, Schmelzhütte u. s. f. In der engsten Bedeutung versteht man im Bergbaue unter Hütte schlechthin die Schmelzhütte.

2) Ein, gemeiniglich auf kurze Zeit vor der Witterung bedeckter und eingeschlossener Raum, allerley Verrichtungen darin vorzunehmen; dergleichen aus Stroh, Rohr, Baumzweigen, Bretern u. s. f. verfertiget werden, und ein Mittelding zwischen einem Gezelte, und einem Gebäude in engerer Bedeutung sind.

Klassifizierung: 623.8 Schiffstechnik und NautikDDC-Icon (a) Eigentlich. In Hütten wohnen, wie noch von vielen herum ziehenden Völkerschaften geschieht, auch wohl von solchen, welche einen festen Wohnort haben. Dahin gehören: die Wohnungen oder Hütten der Völker in Amerika, oder die so genannten Cabanen, s. Th. VII, Pfeil-IconS. 492, fgg.; die Filzhütten, oder so genannten Kibitken, der Kalmucken, s. Th. XXII, Pfeil-IconS. 297, f.; die Hütten der Hottentotten, und der Kamtschadalen, welche beyde letztern ich weiter unten beschreiben werde. Eine Feld=Hütte, eine Hütte im Felde, zum Aufenthalte des Feldwächters; und in so fern eine solche Wachhütte im <27, 331> Felde bloß zum Aufenthalte in derselben zur Nachtzeit bestimmt ist, eine Nachthütte. Die Lauberhütte der Juden, von grünen Zweigen, die Schäferhütte, des Schäfers bey den Hürden, die Hundshütte, für Hunde, die Voglerhütte, worin sich der Vogelsteller verbirgt u. s. f. Noah lag in der Hütte aufgedeckt, 1 Mos. 9, 21. Die Hütte eines Hirten, Es. 38, 12. Auf den Schiffen wird der oberste Theil oder Raum über dem halben Verdecke in dem Hintertheile eines großen Schiffes, welcher gemeiniglich von hinten, vorwärts gerechnet, 20 und mehr Fuß lang, und in 4 bis 5 kleinere Abtheilungen gebracht ist, die Hütte, Schiffhütte, Hut, oder Hutte, genannt. Die hintere dieser 5 Abtheilungen, welche ebenfalls Hütten genannt werden. begreift die ganze Breite des Hinterschiffes in sich, und ist ungefähr 10 F. lang, sonst aber noch wohl ausgeputzt, als worin der Lieutenant und Schiffer logiren. Von den andern 4 Hütten stehen 2 zur Rechten, und 2 zur Linken, so, daß in der Mitte ein ziemlicher Raum bleibt. In der hintersten Hütte zur Rechten befinden sich die beyden Steuerleute, und in der vordersten der Schiffsschreiber; in der hintersten zur Linken aber logirt der Obermeister oder Schiffs=Chirurgus, und der Commandeur der Soldaten; in der andern der bey ihnen so genannte Domine oder Schiffsprediger. Ueber den Hütten befindet sich die so genannte Campan oder Campanie.

Klassifizierung: 302.2 KommunikationDDC-Icon Die Campan oder Campanie, Fr. Dunette, heißt, im Hintertheile großer Schiffe, das oberste Stockwerk, in der Gegend, wo die Flagge wehet. Auf französischen Schiffen haben daselbst der Schiffscapitän und Steuermann ihren Posten und Aufenthalt. Auf Kriegsschiffen ist daselbst auch eine besondere Stelle für den Trompeter, um Morgens und Abends abzublasen, oder, wenn Feinde sich nähern, Lärm zu blasen. An dieser Campanie werden auch die Laternen oberhalb des Schiffsspiegels angezündet. Und wenn der Admiral daselbst die Flagge bey dem Stock aufziehen lässet, so ist es ein Zeichen, daß er die Schiffscapitäne an Bord haben will.

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Bey einigen heißt auch die Kajüte die Schiffhütte.

(b) Figürlich, ein jedes schlechtes, niedriges Gebäude, oft auch ein jedes Gebäude mit Verachtung.

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Bey Betrachtung der Hütten im engern Verstande, in so fern man besonders die so genannten Hüttenwerke, oder die zu dem Bergbaue über der Erde gehörigen Gebäude darunter versteht, werde ich zuvörderst zeigen, was zu gründlicher Erlernung der Hüttenwerks=Wissenschaften gehört, und wie ein junger Mensch sich bey Besuchung auswärtiger Hütten=Werke zu verhalten habe; und alsdenn dasjenige, was überhaupt bey Anlegung eines Hüttengebäudes zu beobachten ist, beschreiben.

Klassifizierung: 658 Allgemeines ManagementDDC-Icon Klassifizierung: 669 MetallurgieDDC-Icon Klassifizierung: 331.2592 AusbildungDDC-Icon Zu Erlernung der Hüttenwerks=Wissenschaften, wenn ein junger Mensch davon etwas rechtes und gründliches erlangen will, gehört viel; denn er muß nicht nur die Arbeiten, welche darin vorgenommen werden, an sich lernen, sondern er muß auch wissen, ein neues Hüttenwerk, aus dem Grunde auf, anzulegen, und dasselbe in den Stand und Umgang zu bringen, wie auch, wenn es an Hüttenleuten fehlt, solche zu lehren und anzuziehen. Wer nun, nach jetzt beschriebener Art, ein rechter Hüttenverständiger werden will, muß sich von Jugend auf darauf legen, und die dazu erforderlichen Stücke, so bald er im Stande und von solchen Jahren ist, zu lernen anfangen. Zuvörderst muß ein junger Mensch recht tüchtig schreiben und rechnen können, ehe er bey dem Hüttenwerke den Anfang macht. Hiernächst muß er die Geometrie und das Zeichnen lernen. Kann er auch Modelle in Holz schneiden, so kommt ihm solches bey Anlegung eines Hüttenwerkes, und insonderheit allerley Oefen, gar sehr zu Statten; denn wenn ein Ofen nach dem verjüngten Maßstabe in Holz geschnitten ist, können die Arbeits=Leute solche weit leichter und accurater verfertigen. Wenn nun ein junger Mensch etwa 15 Jahr alt ist, <27, 333> fängt er an, das Erz zu probieren, d. h. dessen Gehalt durch die Schmelzung im Kleinen zu erforschen. lernt hernach Silber brennen, Gold scheiden, und was dem anhängig ist. Im 17 oder 18ten Jahre fängt er bey der Hütte oder dem großen Feuer zu lernen an. Und zwar muß der Anfang bey der geringsten Arbeit gemacht, und allemahl nur einerley vorgenommen werden; als: Erstlich rösten oder brennen, (da die räuberischen wilden Unarten, vermittelst des Kohlen= oder Holzfeuers, aus den Erzen getrieben werden,) hernach schmelzen (die Metalle durch Schmelzung des Erzes von dem Gesteine und den Schlacken absondern), treiben (das Silber durch den Fluß von dem Bleye scheiden), frischen (das Bley aus der Glätte wieder herstellen, imgleichen Frischbley oder auch nur Glätte zu dem rohen Kupfer setzen, um vermittelst derselben das Silber aus dem Kupfer zu ziehen), gar machen (das Kupfer von allen fremdartigen Dingen reinigen), seigern (das im Frischen mit dem Kupfer verbundene Bley und Silber wieder von demselben scheiden), u. s. w. Ein junger Mensch muß aber nicht allein jedesmahl nur einerley vornehmen, damit er allen seinen Fleiß und Aufmerksamkeit ungetheilt auf jede Arbeit richten könne, sondern er muß sich auch in der gehörigen Ordnung damit beschäftigen. Er muß daher das Treiben oder Garmachen nicht eher, als das Schmelzen, lernen. Wird er gleich anfangs bey dem Treiben oder Garmachen angestellt, so lernt er hernach gewiß das Schmelzen nicht recht, woran doch am meisten gelegen ist. Denn was im Schmelzen versehen wird, ist nicht ohne große Kohlen=Verschwendung und andern Kosten=Aufwand wieder zu erhalten, indem das Nachschmelzen der Schlacken gar weitläuftig ist; wird aber ja bey dem Treiben, Frischen oder Garmachen etwas versehen, so kann solches eher und leichter wieder zusammen gebracht werden.

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Zu der Unterweisung junger Leute müssen tüchtige Meister ausgesuchet werden, welche ihre Arbeit wohl verstehen, und solche ordentlich führen, auch Lust haben, jemand etwas zu lehren.

Klassifizierung: 613.62 Betriebs- und ArbeitssicherheitDDC-Icon Ein Lehrling hat sich im Anfange bey der Arbeit vorzusehen, damit er keinen Schaden nehme, sich etwa verbrenne, oder zu schwer aufhebe, wovon Brüche, Verrenkungen etc. entstehen können; insonderheit muß er von gehenden Zeugen gar wegbleiben und nicht etwa in vollem Umgange der Wellen das Gebläse ab= oder anhängen; denn dieses muß der Meister selbst verrichten. Auch ist es nicht nöthig, daß der Lehrling anfänglich alle Tage auf der Hütte bey der Arbeit sey, sondern es ist genug, wenn er wöchentlich nur 3 Tage und ein Par Nächte auf der Hütte ist, und sich des Werkes fleißig annimmt. Die übrigen 3 Tage in der Woche kann er in dem Laboratorio, zum Probieren, Scheiden u. d. gl. auch zum Schreiben, Rechnen, Geometrie, und Zeichnen, anwenden, oder sich in Rechnungen üben, damit er, Hüttenbücher und andere Hüttenrechnungen zu führen, beyher lerne. Hat er auch Gelegenheit zu Büchern oder Handschriften, worin von Hüttenwerken gehandelt wird, (wohin unter andern Cph. Andr. Schlüters gründlicher Unterricht von Hütte=Werken, nebst einem vollständigen Probier=Buch, Braunschw. 1738, f. n. 58 Kupfert. gehört,) so muß er darin fleißig lesen, und bey denen, die es verstehen, nachfragen, damit er deutliche Erklärung davon erhalte. Weil man auch bey vielen jungen Leuten findet, daß sie, wenn sie eine kurze Zeit bey einer Arbeit gewesen sind, sich gar leicht einbilden, daß sie solches schon können, und sich nicht länger dabey aufhalten dürfen, als z. B. bey dem Schmelzen, wenn sie zur Noth eine Schicht durch den Ofen setzen können, und wissen, wenn die Form hell geht, daß sie alsdenn einen Trog voll von der Schicht auf ein Füllfaß Kohlen mehr setzen müssen, oder, wenn die Nase zu lang <27, 335> und vor der Form dunkel wird, daß sie alsdenn an dem Satze abbrechen müssen; solches aber will es bey weitem noch nicht ausmachen, sondern er muß wissen, wenn die Arbeit nicht gut geht, woran es liege, wo durch er sich helfen und solche wieder verbessern könne. Auch muß sich ein Lehrling einige Unterscheidungs=Kennzeichen bekannt machen. Er muß sich anfänglich zeigen lassen, was für Gehalt die Erze haben, und was für Unart sie bey sich führen, wie dieselbe davon gebracht werde, und wenn sie vor dem Schmelzen, als: bey dem Scheiden, und im Rosten und Brennen, nicht davon kommt, was für Schade in der Arbeit daraus entstehen könne; ob die Erze streng= oder leichtflüssig seyn, woran man solches erkennen könne, und wie man deswegen ein jedes zum Schmelzen beschicken müsse; die rechten Kennzeichen der Schlacken, ob solche zu hitzig, flüssig oder zu streng gehen, was daraus entstehe, wodurch einem jeden geholfen, und wodurch es in den rechten Gang gebracht werden könne. Deswegen ist auch nöthig, dasjenige, was vorgeschlagen (zur Beförderung des Flusses einem Mineral zugesetzt) wird, recht zu erkennen, ob es flüssig oder streng, und was also zu jedem Schmelzen dirnlich sey, recht darauf zu treffen. Wie stark das Gebläse (d. i. die zu einem Ofen gehörigen Blasebälge mit ihrer Zurüstung,) gehen müsse, ist von einem Anfänger schwer nach dem Angenmaße zu lernen; um sich nun solches zu erleichtern, darf er sich nur eine langsame Art zu zählen, als von 1, 2, 3, bis 20 oder 30, angewöhnen; in welcher Zahl nun ein Balg auf oder nieder geht, darnach kann er solches notiren, wenn nähmlich die Arbeit recht geht, und sich hernach immer darnach richten, bis er, nach mehrerer Uebung, das Zählen nicht mehr nöthig hat. Kurz, ein Lehrling muß sich von seinen Meistern recht zeigen lassen, wie er einen Ofen von Grunde auf zurichten, in den Umgang bringen, die Form und das Gebläse legen, und jede Arbeit von vorn an gehörig <27, 336> anfangen, recht einrichten und vollführen müsse, auch wie er allen Unglücksfällen, welche ihm dabey begegnen können, zuvor kommen, und sich darin helfen müsse.

Fremde Hüttenwerke zu besuchen, und aller vorfallenden Hüttenarbeit sich kundig zu machen, ist für einen, der von Hüttenwerks=Wissenschaften Profession machen will, eine sehr nützliche Sache, weil man nicht besser etwas lernen kann, als wenn man vielerley sieht, und immer mehreres unter die Hände bekommt, indem einem vielerley vorkommt, worauf man vorher nicht gedacht, auch es zu erfahren keine Gelegenheit gehabt hat. Damit aber auch derjenige, welcher auf fremden und auswärtigen Hüttenwerken etwas lernen will, geschickt dazu sey, muß er vorher der einheimischen recht kundig und davon gründlich unterrichtet seyn; sonst kann er auf fremden Hüttenwerken sich wenig Nutzen durch seine Reisen schaffen; es wird ihm auch viel zu schwer, fremde Arbeit zu lernen, wenn er nicht vorher einen guten Grund gelegt hat. Es müßte sich auch einer in der Fremde viel länger aufhalten, wenn er die Arbeit daselbst erst lernen wollte, und es würden daher die Reisen kostbarer, wie sonst, werden.

So vielerley Hüttenwerk man antrifft, so vielerley Arbeiten findet man gemeiniglich; und wenn einem solche Arbeiten gleich ungewohnt und fremd vorkommen, so haben solche doch ihren Nutzen; und man muß nur die Zeit daran wenden, und solche recht untersuchen, insonderheit die Eigenschaften der Erze genau betrachten, und nach den Umständen des Ortes sich erkundigen, so findet man leicht die Ursachen, warum solches Werk nach der Art eingerichtet ist. Daher man sich sehr hüten muß, daß man bey einem fremden Hüttenwerke nichts verachte oder tadle, als wenn man solches besser verstände. oder als würde es an seinem Orte besser tractirt; denn man macht sich dadurch nur ge<27, 337>hässig, und erhält von den Bedienten oder Arbeitsleuten bey fremden Hüttenwerken keine Nachrichten mehr. Es ist auch nöthig, daß man von seiner Herrschaft und Obrigkeit Vorschriften und Recommendationen bey sich habe, womit man sich an jedem Orte, wohin man kommt, ehe man sich auf Hüttenwerken einfindet, bey der dortigen Obrigkeit und den Hüttenbedienten meldet, und um Erlaubniß bittet, sich auf den dortigen Hüttenwerken aufhalten, und nach allen Umständen sich genau erkundigen zu dürfen. Um desto gewisser zu gehen, ist es auch gut, wenn man bey eines jeden Ortes Obrigkeit oder Vorgesetzten, eine schriftliche Ordre an die Hüttenbedienten, daß sie einem nichts versagen dürfen, sich ausbittet. Weil aber öfters nicht viel umsonst zu erhalten ist: so muß man, nach Beschaffenheit der Umstände, wenn was zu lernen ist, auch kein Geld ansehen, sondern das nöthige dazu anwenden. Uebrigens muß ein Reisender die Geometrie verstehen, und zeichnen können, damit er die Hüttenwerke abmesse, und nebst den Oefen in Risse bringe, um bey seiner Zurückkunft, dergleichen, wenn es erfordert würde, anlegen zu können.

Klassifizierung: 613.62 Betriebs- und ArbeitssicherheitDDC-Icon Klassifizierung: 620.8 Anthropotechnik und SicherheitstechnikDDC-Icon Klassifizierung: 338.2 BergbauDDC-Icon Weil bey Betreibung eines Bergwerkes vornehmlich dahin zu sehen ist, daß keine unnöthige Kosten angewendet werden, und insonderheit darauf zu denken ist, wie das Hüttenwerk, als das nöthigste Stück bey Bergwerken, so eingerichtet werde, daß solches zum großen Nutzen des Bergwerkes gehen, und alle in dem Erze befindliche Metalle richtig ausgeschmolzen (ausgebracht) werden können, auch Holz und Kohlen nicht überflüssig verbrannt werden: so ist bey Anlegung eines Hüttenwerkes zuvörderst zu beobachten, daß solches, so nahe als möglich, bey das Bergwerk geleget werde, damit das Fuhrlohn von Erzen und Schlichen (dem klar gepochten, gewaschenen und mit Wasser noch <27, 338> vermischten Erze,) nicht zu hoch komme, es wäre denn, daß wegen Lieferung des Holzes und der Kohlen darauf gesehen werden müßte, damit das Fuhrlohn davon dem Bergwerke auch nicht zu beschwerlich falle. Man hat aber nicht allein darauf bedacht zu seyn, was von Holz und Kohlen vor der Hand zu haben ist, und was man vor Augen sieht, sondern auch was bey einem beständigen und stark umgehenden Bergwerke nach vielen Jahren erfordert werden möchte, damit, durch solche Anlegung eines Hüttenwerkes, das Bergwerk den Nutzen beständig behalten möge. Hiernächst hat man auch dahin zu sehen, daß eine Hütte dergestalt angeleget werde, daß der Wind den Rauch wegtreibe, und dieser die Leute bey der Arbeit nicht incommodire; indem öfters die Hütten so angelegt sind, daß der Rauch vom Rösten und Brennen in die Schmelz= und Treibe=Hütten schlägt, und aus diesen alsdenn die Leute bey dem Rösten und Brennen hindert und ihrer Gesundheit nachtheilig wird. Es kann zwar ein Werk niemahls so angeleget werden, daß ein Jeder auf den Hütten ohne alle Beschwerde des Rauches arbeiten könnte; man kann aber doch dahin sehen, daß die meisten Winde das Werk nicht behindern; es sey nun in Thälern, oder auf der Ebene, so muß man eine Zeit vorher die Winde observiren, wie dieselben an solchen Orten ihr meistes Streichen haben.

Klassifizierung: 621.21 WassermühlenDDC-Icon Klassifizierung: 658.5 ProduktionssteuerungDDC-Icon Das Vornehmste, was unter andern zu einem guten beständigen Hüttenwerke gehört, ist ein guter Wasserfall, vornehmlich wenn dazu warme Wasser mit zu haben sind. Wenn auch solche gleich mit einigen Kosten aus warmen Brüchen, oder Quellen herbey geführet werden müssen, so hat es doch den großen Vortheil, daß des Winters die Hütten in besserm Gange bleiben, und nicht so viel geeiset werden darf; auch ist es für das umgehende Zeug viel besser. Schlüter hat zwar eine Art Oefen erfunden, und an die Radstuben (den Raum <27, 339> oder Ort, worin ein Kunst= oder Wasserrad hängt,) legen lassen, wodurch in dem stärksten Winter die Wasserräder ohne Eis erhalten werden, und die Arbeit in ihrem beständigen Umgange bleiben kann. *

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Ein solcher Ofen wird hinter das Wasserrad an einer Seite geleget, hat auswendig ein Loch, wo das Holz hineingeworfen wird, und inwendig in der Radstube nur eine Feuerstelle, worauf das Holz brennt. Diese Radstube muß dicht zugeschlagen seyn, damit die Hitze nicht heraus gehen könne. Weil aber hierzu Holz erfordert wird, (wiewohl es nur schlechtes Holz seyn darf,) und Ort und Gelegenheit es nicht allemahl verstatten, Holz dazu anzuwenden: so wäre wohl besser, wenn solches durch warme Wasser bewerkstelliget werden könnte.

Es muß aber auch bey einem Hütenwerke niemahls an Wasser fehlen; und deswegen muß man, wenn das Bergwerk etwa einen starken Umgang des Hüttenwerkes erforderte, die Hütte, wenn sich Gelegenheit dazu findet, an einen Fluß legen, damit, wenn ein Bergwerk sich verbessert, man auch die Hütten vergrößern könne, und nicht nöthig habe, einen Theil davon an einen andern Ort zu legen, indem es in Ansehung der Aufsicht besser, auch viel nützlicher ist, wenn die Gebäude eines Hütten=Werkes beysammen liegen, als wenn sie hier und da vertheilt sind. In Ermangelung eines Flusses, muß man darauf bedacht seyn, ob man Teiche haben, oder solche anlegen, und dadurch das Hüttenwerk befördern könne. Sollte sich in der Gegend, wo eben die Stelle zu der Hütte erwählet werden müßte, ein nasser Boden finden, so muß solche Nässe durch kleine in das Gebirge getriebene horizontale Canäle (Stollen, Wasserstollen) abgeleitet, und der Platz ganz trocken gemacht werden, weil ein feuchter Boden bey der Arbeit viel Schaden thun kann; und wenn gleich, wie gewöhnlich, unter die Oefen kreutzweise geführte Canäle (Abzüchte oder Abzüge) angebracht werden, so sind solche doch nicht vermögend, wenn der Boden gar zu wässerig ist, alle vorfallende Feuchtigkeiten abzuleiten. Der jetzt <27, 340> gedachten Umstände wegen, muß daher, wenn es sich in Ansehung der Lage oder Wasserleitung thun lassen will, eine Hütte, vorn wo die Oefen sind, hoch geleget werden, hinten aber, wo das gehende Zeug und die Abführung der Wasser, oder der Wasserstollen ist, niedrig seyn, ob man gleich einige Stufen hinab steigen muß, wenn man unter das Zeug will; denn dadurch wird der Hütte viel Feuchtigkeit benommen, und es liegt dieselbe auch viel gesunder, auch besser in Ansehung der Auslaufung der Schlacken, als worauf man mit zu sehen hat, absonderlich, wenn Schlacken vorfallen, welche zu keinem weitern Gebrauche abgefahren werden; für diese Schlacken muß man nähmlich auf solche Plätze oder Hallen bedacht seyn, damit sie den Materialien oder andern Gebäuden, welche bey den Hütten nöthig sind, nicht den Raum benehmen, und im Wege liegen.

Bey Anlegung der Radstuben ist dahin zu sehen, daß die Abführung des Wassers durch den Stollen so angelegt werde, daß die Räder nicht stauch (im Stauche, Staue,) gehen, sondern das Wasser unter den Rädern ablaufe, wovon man vornehmlich Nutzen im Winter hat, indem ein Rad, welches des Winters im Stauche geht, wegen des beschwerlichen Eisens nicht wohl im Umgange zu erhalten ist, sondern Schaden bey der Arbeit verursachen kann, es wäre denn, daß die Wasser warm wären und nicht zufrören.

Wenn Hüttengräben angelegt werden, so müssen solche nicht gar zu weit, sondern etwas tief seyn, zumahl wenn dieselben etwas weit her geführet werden müssen, so daß sie besser bedeckt seyn können, damit des Winters, bey vielen Schneeblenden, die Wasser nicht austreten, und dadurch die Oefen stehen bleiben, welches nicht wenig Schaden verursachen könnte.

Daß hohe Wasserfälle gut seyn, und dabey mit wenigen Wassern auszukommen sey, ist bekannt. <27, 341> Wenn man aber auch bedenkt, daß ein Wasserrad bey den Hütten so gar schwere Arbeit nicht hat, indem an ein Rad oder an eine Welle sich nicht mehr als 2 Zeuge oder 2 Oefen schicken: so darf ein Rad nicht über 16 bis 18 F. hoch seyn, indem man bey starkem Wasser mit 10 bis 11 F. auskommen kann, zumahl man die Räder gern in den Hüttengebäuden anbringt. Wenn dieselben also höher wären, müßte man deswegen die Gebäude größer machen, als sonst nöthig wäre, oder man müßte die Radstuben zum Theil außerhalb den Hütten anlegen, welches aber des Winters schädlich ist. Es kann auch ein Rad, wenn solches gleich nur 10 F. hoch ist, seine Dienste wohl thun, wenn es nur tüchtig gemacht wird. Es werden auch wohl zwey Radstuben in den Hütten an einander geleget; welches in solchem Falle, wenn viel Oefen in der Hütte sind, nicht zu ändern ist. Eine Hütte muß alsdenn länger gebauet werden, als sonst wohl nöthig wäre. Sind aber nur 4 Oefen in einer Hütte, so ist es besser, daß an jedem Ende der Hütte eine Radstube liege, und also keinen besondern Raum einnehme.

Klassifizierung: 725.4 IndustriebautenDDC-Icon Was ein Hüttengebäude an sich selbst betrifft, so wäre wohl eine gemauerte Hütte am besten, und vor Feuersgefahr am sichersten. Weil aber gemeiniglich das Mauerwerk kostbarer, als Holzwerk, ist, so muß man sich hierin nach eines jeden Ortes Gelegenheit richten, ob das Bergwerk, welches eine Hütte nöthig hat, auch im Stande sey, viele Kosten daran zu wenden? oder was an einem Orte das wohlfeilste und beste sey? ob Mauerwerk wohlfeiler und zuträglicher sey, als wenn die Hütte von Holz gebauet würde? welches letztere zwar an einigen Orten kostbar fällt, und doch nicht von der Dauer, wie das Mauerwerk, seyn kann. Es werden zwar öfters solche Hüttengebäude kostbarer gebauet, als es nöthig ist; allein, es ist am besten, wenn man nur dahin sieht, daß dergleichen Gebäude die ge<27, 342>hörige Größe und Höhe haben, indem gar kein überflüssiger Raum nöthig ist, und solche Gebäude eigentlich nichts mehr, als nur ein bedeckter Ort und Schutz vor Wind und Regen, auch vielen Feuersbrünsten unterworfen sind. Wenn bey einem Bergwerke ein Schmelzofen, ein Treibeofen, ein Frischofen und ein Garherd angeleget wird: so kann man damit schon viel ausrichten. Kommt ein Werk in mehrere Aufnahme, so kann das Hüttenwerk leicht vergrößert werden. Wird zu vorgedachten 4 Oefen ein Gebäude 90 F. lang, mit den Vorrathskammern, 76 F. breit, und 11 F. in den Ständern hech, gebauet: so ist zu der Arbeit Raum genug. Dieses setze ich zur Nothwendigkeit. Ist aber ein Bergwerk bessere und größere Gebäude aufzuführen vermögend, so ist es desto besser, und es steht einem jeden frey, daß er nach seinem Vermögen und Gutfinden das Werk einrichte. Von der Nothwendigkeit aber habe ein Profil beygefügt, wovon PfeiliconFig. 1567 a) den Grundriß, und PfeiliconFig. 1567 b) das Profil, beydes mit einem Durchschnitte zeigt, worin zu 4 Oefen die Anlage gemacht ist. Ist, mehrerer Oefen wegen, eine längere Hütte nöthig, so kann etwas daran gebauet werden. Hat man nun von einem Bergwerke die Hoffnung, daß das Hüttenwerk vergrößert werden muß, und solches gemauert werden soll, so ist gut, daß an der Seite, wo angebauet werden muß, die Wand von Holz gemacht werde, welche man, wenn das Gebäude verlängert werden soll, mit leichter Mühe wieder wegnehmen kann.

Erklärung des Kupfers, PfeiliconFig. 1567 a), von einer anzulegenden Hütte.

A. Der Grundriß.

1. Das Fundament von der auswendigen Mauer, worin drey Thüren sind. 2, das Fundament von der Mittel= oder Hinter=Mauer der Oefen. 3, das Fundament von drey Pfeilern unter dem Vordertheile des <27, 343> Schorsteines. 4, das Fundament von vier Vorraths=Kammern, jede mit einer Thüre. 5, zwey Wellen, mit den Wasserrädern und Radstuben. 6, Kämme. 7, Hebewurf. 8, der Grund von einem Gestübe=Pochwerk. 9, der Stollen, wodurch die Wasser aus den Radstuben abgelettet werden. 10, der Grund von den Kluftsäulen. 11, der Grund von den Docken. 12, der Wassergraben, welcher in Bolen gefasset und mit Jochen umgeben ist. 13, das Gefluder auf die Wasserräder. 14, drey Treppen, vermittelst deren man unter das gehende Zeug kommen kann. 15, ein Kühlfaß zum Ablöschen des Garkupfers. 16, das Fundament von einem Schmelzofen. 17, das Fundament von einem Frischofen. 18, das Fundament von einem Garherde. 19, das Fundament von einem Treibeofen. 20, ein Ofen von Ziegelsteinen, worin des Winters gefeuert wird.

B. Der Durchschnitt von der Hütte.

1, die drey Mauern der Hütte. 2, die Vorder=Schwelle der Kammern. 3, die Radstube. 4, das Wasserrad. 5, der Stollen. 6, die Sohle, worauf das gehende Zeug liegt, ist 6 F. tiefer, als die Hütten=Sohle. 7, die Hüttensohle.

C. Der am Harze gewöhnliche Maßstab von 1 Fuß, oder 12 Zoll, nach welchem der Riß aufgenommen ist.

Erklärung des Kupfers, PfeiliconFig. 1567 b).

A. Vorstellung einer Hütte, in welcher 4 Oefen liegen.

1, die Wände der Hütte, mit drey Thüren oder Eingängen in die Hütte. 2, vier Vorrathskammern, deren jede aus der Hütte eine Thüre hat, und auswendig ein Fenster mit eisernen Gittern. 3, die Hütten=Sohle. 4, die Hintermauer von den Oefen. 5, ein Schmelzofen. 6, ein Frischofen. 7, ein Garherd. 8, ein Treibeofen. 9, hölzerne Blasebälge, deren hinter jedem Ofen zwey liegen. 10, das Gewicht mit Ketten, wodurch die Blasebälge aufgezogen werden. 11, ein Wasserrad. 12, das Gefluder auf das Wasserrad. 13, ein Dach von Ziegeln, welches darum offen gelassen ist, damit man die Anlegung der Oefen sehen könne. 14, zwey Ausgänge von den Schorsteinen oder Essen, welche von Latten und Lehm auf<27, 344>geführt, und inwendig in der Hütte ebenfalls, aus vorerwähnten Ursachen, weggelassen sind. 15, der Wassergraben, welcher mit Bolen ausgefüttert und mit Jochen umgeben ist.

B. Der Durchschnitt von der Hütte.

1, die Hintermauer der Hütte. 2, die Vorder=Mauer. 3, die Mittelmauer. 4, die inwendige Giebelwand. 5, die Hüttensohle und der inwendige Raum der Hütte. 6, eine Vorrathskammer. 7, zwey Pfeiler, worauf der Schorstein ruhet. 8, der Schorstein, oder Esse, welcher von Latten, und mit Lehm überworfen ist. 9, die Sohle, worauf das gehende Zeug liegt. 10, das Wasserrad. 11, die Welle. 12, die Radstube. 13, der Stollen. 14, das Gefluder. 15, die Kluftsäule. 16, die Docke. 17, der Tret=Schämel, womit der Balg niedergezogen wird. 18, das Lager der Bälge. 19, ein hölzerner Blasebalg. 20, das Gewicht oder der Schwängel, welches die Bälge aufziehen. 21, Stränge von eisernen Ketten. 22, ein Aschenkasten, welcher über dem Wasserrade angelegt ist. 23, der Durchschnitt des Frischofens.

Die Beschreibung der bey einem Hüttenwerke nöthigen Gebäude, als: des Kohlenschoppens; des Gestübe=Pochwerkes; des Krätz=Pochwerkes; der Wasenschoppen; der Roststätten, Rostschoppen oder Rost=Hütten, zu Silber= Bley= und Kupfer=Erzen; der Brennöfen zum Erz= und Schlich=Brennen; der Schwefelhäuser oder Schwefelhütten; der Schmelz=Oefen, und deren verschiedenen Arten, als: über dem Tiegel, der Stichöfen, der Krummöfen, der halben Hohenöfen, und der Windöfen; der Treibeöfen; der Kupferbrechöfen; der Seigerherde; der Darröfen; der Garherde; der großen Gar= oder Spleiß=Oefen; und der Arbeit bey Zugutmachung der Erze auf den Hütten, als: des Röstens der Erze und Steine; des Brennens der Erze und Schliche in Brennöfen; der Schwefelarbeit; der Methoden, die Erze aus den Metallen zu bringen, als: des Amalgamirens, des Schmelzens der Erze, des Zugutmachens der Bleyerze durch <27, 345> Bleyrostöfen, des Schmelzens des Kobaltes auf Silber; des Treibens; des Glättfrischens; des Herdfrischens; des Abstrichfrischens; des Bleystein=Treibens und dessen Zugutmachung; der Zugutmachung der Kupfererze; des Kupfer= Erz= oder Kies=Schmelzens; des Kupferschiefer=Schmelzens; des Cementkupfer=Schmelzens; des Kupferfrischens; des Seigerns; des Kupfer=Garmachens; des Vitriolsiedens; des Pott=Aschsiedens etc. ist in den davon handelnden besondern Artikeln zu suchen.

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In so fern man durch Hütte einen gemeiniglich auf kurze Zeit vor der Witterung bedeckten und eingeschlossenen Raum, allerley Verrichtungen darin vorzunehmen, versteht, habe ich oben, die Hütten der Hottentotten, und der Kamtschadalen, zu beschreiben versprochen.

Klassifizierung: 305.3 Männer und FrauenDDC-Icon Klassifizierung: 394.2 Besondere AnlässeDDC-Icon Klassifizierung: 393 Sterbe- und BestattungsritenDDC-Icon Klassifizierung: 305.896 Afrikaner und Menschen afrikanischer AbstammungDDC-Icon Die Hottentotten wohnen nicht, wie Tachard berichtet, in Höhlen, sondern wie die Tatarn, in Dörfern, mit denen sie von einem Orte zum andern rücken. Sie nennen dieselben Kraale. Gemeiniglich bestehen dieselben aus wenigstens 20 Hütten, welche so dicht, als möglich, an einander gebauet sind. Man hält es für einen schlechten Kraal, wenn nicht mehr als 100 Personen darin sind. Meistentheils haben sie an 3 bis 400, ja manche an 500, Einwohner. In jedem Dorfe ist nur ein einziger und zugleich sehr enger Eingang. Die Hütten sind, an den Ufern eines Flusses, wie es sich am bequemsten thun lässet, in einen Kreis gesetzt, und Oefen ähnlich. Die Materialien derselben sind Stäbe und Matten. Die erstern sind von der Stärke eines Griffes an einer Harke, aber viel länger. Die Matten werden von den Weibern aus Binsen gemacht, und so dicht gewebet, daß kein Regen durchdringen kann. Der Boden dieser Hütten ist länglich rund; seine größte Länge etwa 14 Fuß, und die kürze<27, 346>ste 10 Fuß. Quer über diese letztern befestigen sie einen Stock bogenweise, so, daß seine beyde Enden in der Erde stecken; und der Gipfel dieses Bogens ist zugleich der Gipfel des Hauses. Drey Bogen, welche mit diesem parallel sind, stehen vor ihm nach dem Eingange zu, und 5 hinterwärts schließen die Hütte. Sie bedecken solche nicht, wie Vogel sagt, mit Stroh, sondern mit Matten, deren Ecken so dicht über einander liegen, daß weder Wind noch Regen durchdringen kann. Die reichern Hottentotten haben noch überdies eine Bedeckung von Häuten über ihren Hütten. Der Eingang ist etwa 3 Fuß hoch, und 2 F. breit, so, daß die Hottentotten auf allen vieren hinein kriechen. Inwendig oben an dieser Thüre ist ein Fell befestigt, welches sie wie einen Vorhang in die Höhe ziehen und niederlassen können, und sich dadurch vor dem Winde schützen. Wenn ihnen aber solches zu lange währet, so öffnen sie die Thüre auf der andern Seite. Da weder Männer noch Weiber in diesen Hütten stehen können, so hocken sie platt auf den Hintern, welchen Sitz die Gewohnheit ihnen leicht gemacht hat. Eine Abbildung dieser Dörfer und Hütten, siehe PfeiliconFig. 1568. In diesen großen und kleinen Hütten hält sich nur Eine Familie auf einmahl auf, die aus 10 oder 12 Alten oder Jungen besteht. In der Mitte der Hütte ist ein großes, etwa 1 Fuß tiefes Loch, als der Feuerplatz. An den Seiten sind kleinere Löcher, darin zu schlafen. Eine jede Person von jedem Geschlechte hat ihre besondere Schlafstätte, darein legen sie sich zur Ruhe, und breiten ihre Mäntel (Krossen) unter sich; die übrigen Krossen, nebst ihren Bogen und Pfeilen, hängen an der Seite. Zwey oder drey Kochtöpfe, einer oder zwey zum Trinken, und einige irdene Gefäße zu Milch und Butter, machen ihren ganzen Hausrath aus. Weil der Rauch aus diesen Hütten keinen andern Ausgang, als durch die Thüre, hat, so kann kein Europäer in <27, 347> denselben bleiben, wenn Feuer darin ist; und es ist zu bewundern, daß so niedrige, und aus so verbrennlicher Materie errichtete Hütten nicht anbrennen. Jede Hütte hat gemeiniglich einen Hund, zu Bewachung des Viehes und der Familie. Sie lassen dieselben nicht, wie Einige vorgeben, bey dem Feuer bleiben, sondern treiben dieselben des Nachts hinaus, das Vieh, welches theils inn=theils außerhalb dem Kraal ist, zu bewachen. Wenn es ihnen an Weide fehlt, oder ein Einwohner des Kraals eines natürlichen oder gewaltsamen Todes stirbt, so rücken sie allemahl mit ihren Wohnungen fort. Bey dem Wegrücken von dem Orte, den sie verlassen, und bey der Ankunft auf dem Platze, den sie zu einer neuen Wohnung erwählen, tödten sie ein Schaf, und halten ein Fest (ein Andersmaken), mit dem Unterschiede, daß in dem letzten Falle die Weiber die Ceremonie verrichten, und die Männer davon ausgeschlossen sind.

Kolbe gegenwärtiger Zustand des Vorgebirges der guten Hoffnung, Nürnb. 1719, f. S. 125.

Samml. aller Reisebeschreibungen etc. 5 B. Lpz. 1749, 4. S. 154, f.

Klassifizierung: 305.8946 Paläosibirische (paläoasiatische) VölkerDDC-Icon Die Wohnplätze der Einwohner in Kamtschatka, bestehen aus einer oder mehrern Hütten, welche zusammen mit einem Erdwalle oder mit Pfahlwerk umgeben sind. Diese Dörfer, welche gemeiniglich höchst unbeträchtlich sind, nennen sie Ostrogen. Die Bau=Art ihrer Hütten ist sonderbar. PfeiliconFig. 1569 a), bildet eine kamtschadalische Winterhütte von innen, und PfeiliconFig. 1569 b), eine kamtschadalische Sommerhütte, ab.

Die südlichen Kamtschadalen bauen gemeiniglich ihre Dörfer in dicke Wälder und andere Plätze, welche von Natur stark sind, nicht weniger als 20 Werste von dem Meere; ihre Sommerwohnungen aber legen sie nahe an den Mündungen der Flüsse an. Die Einwohner an dem penschinskischen Meerbusen in dem öst<27, 348>lichen Ocean, wohnen lieber ganz nahe auf der Küste des Meeres.

Klassifizierung: 929.6 WappenkundeDDC-Icon Klassifizierung: 721.83 Vertikale ZugängeDDC-Icon Klassifizierung: 299.46 Religion der paläosibirischen VölkerDDC-Icon Nach Anzahl der Personen sind die Ostrogen entweder groß oder klein, wie auch die einzelen Wohnungen oder Hütten, ihrem inwendigen Raume selbst nach. Jede Ostroge, so klein sie ist, sieht von fern, wegen der zweyfachen Wohnungen, Ambaren und Balaganen, sehr groß und ansehnlich aus. Zu Anfange des Novembers beziehen sie ihre unterirdische Winter=Wohnungen, worin sie bis zu Anfange des Aprils bleiben. Denn, wenn der Schnee und die Erde aufthauet, welche niemahls, des hohen Schnees wegen, stark zufriert, so werden die unterirdischen Wohnungen voll Wasser, und sie retiriren sich alsdenn in die Sommer=Wohnungen, oder Balaganen, welche in der Luft wie ein Taubenhaus auf Pfählen erbaut stehen. Zu den Winterwohnungen graben sie die Erde 3, 4 bis 5 Schuh tief aus, in der Form eines länglichen Quadrates; die Breite und Länge derselben wird nach dem Verhältnisse der Anzahl der Personen, die sie bewohnen sollen, bestimmet. Die ausgegrabene Erde werfen sie 2 Schuh breit auf allen Seiten von dem Rande der Grube um dieselbe herum; alsdenn hauen sie so viel gespaltene Rinden oder Weidenstöcke, in der Länge von 5 bis 6 Fuß, und schlagen einen dicht bey dem andern an den Wänden der Grube herum in die Erde, daß sie insgesammt oben einerley Höhe behalten. Zwischen diese Stöcke und die Erde legen sie dürres Stroh, damit die Erde nicht durchfalle, und die in der Hütte aufbehaltenen Waaren von der unmittelbaren Berührung der Erde nicht schimmelig oder rostig werden, auch nichts dazwischen falle und verloren gehe. Hierauf lassen sie ein Gesims von Erde, rings herum 1 Schuh breit, legen rings um die Grube große Balken ins Gevierte, welche sie von außen wieder mit Pfählen und Stöcken in die Erde verrammeln, damit sie nicht aus<27, 349>wärts weichen können. Alsdenn setzen sie 4 Pfeiler, so hoch sie die Hütte in der Mitte haben wollen, welche oben wie Gabeln ausgehauen sind; auf diese legen sie ins Gevierte, wie ein Rost, 4 Balken, und befestigen dieselben mit Riemen an den Pfeilern. An diese legen sie von allen Seiten Dachsparren an, und befestigen sie an den Rost mit Riemen, unten aber verhüten die rings herum gelegten Hölzer das Ausweichen. Zwischen die Dachsparren legen sie dünnere Stangen, und auf diese quer kleine Hölzer, statt der Platten, dicht an einander. Dieses ganze hölzerne Dach belegen sie, 1/2 Schuh hoch, mit Stroh, schütten darauf die ausgegrabene Erde, und treten sie mit den Füßen fest. In die Mitte der Hütte machen sie den Feuerherd zwischen 4 dünnen Pfeilern, welche oben die Hütte, und an der einen Seite mit 2 Pfeilern den Eingang befestigen, welcher neben dem Feuerherde ist, und zugleich das Rauchloch abgibt, durch welches der Rauch sich hinaus zieht. Dem Feuerherde gegen über machen sie einen Canal, welcher 8 Schuh, auch wohl 2 Faden lang ist, nach dem die Wohnung groß und lang ist, und außerhalb der Wohnung fortgeht, welcher bey dem Feueranmachen aufgedeckt, und, wenn dasselbe ausgebrannt ist, zugemacht wird. Sie richten sich mit dem Zugloche nach keiner gewissen Gegend, sondern sorgen nur dafür, daß es allezeit gegen den Fluß gerichtet sey. Der Wind kann allenthalben frey hinein stoßen; und damit solches desto besser geschehe, stellen sie den Deckel des Zugloches wie einen Schirm, dem Winde gegen über, daß sich dieser daran stoßen und stärker hinein ziehen muß. Wenn man in die Wohnung will, muß man durch das Rauchloch auf einer Leiter steigen. Diese Leiter oder Treppe besteht aus einem einzigen geraden Balken von mittelmäßiger Dicke, ins Gevierte gehauen, auf welchem von unten bis oben kleine dreyeckige Stücke Holz zu Fußtritten genagelt sind; und <27, 350> Keiner hat wohl jemahls an ein Geländer gedacht. *

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Man darf sich über die elende Treppe der Kamtschadalen nicht verwundern; dergleichen sind in Deutschland auf den Dörfern, besonders in den Scheunen und Kirchthürmen noch üblich; und so gar das alte edle Haus Gradenigo in Venedig, führt dergleichen silberne Treppe im rothen Felde zum Wapen;

Diese Leiter steht gemeiniglich nahe bey dem Feuerherde; daher, wenn die Hütte geheitzt ist, die Tritte derselben so heiß werden, und der Rauch so dick ist, daß derjenige, welcher auf= oder absteigt, ersticken möchte, wenn er dessen nicht gewohnt ist. Allein, die Einwohner oder Itälmen finden keine Schwierigkeit dabey; und ob sie gleich nur ihre Zehen auf die Tritte fest setzen können, so springen sie doch darauf wie die Eichhörner, ja so gar die Weibspersonen nehmen keinen Anstand, mit ihren Kindern auf dem Rücken, durch den Zugcanal, welcher zugleich das Repositorium für das Küchen= und Tisch=Geräth abgibt, hinauf zu klettern, obgleich eine andere Oeffnung vorhanden ist, die nur ihrem Geschlechte zum Durchgange frey steht. Inwendig in der Hütte sind überall Hölzer in das Quadrat gelegt, zwischen welchen jeder seine Schlafstelle und sein Apartement hat. Die Schlafstellen sind insgesammt mit Strohmatten (Tschirellen) belegt, auf welche sie des Nachts Rennthier= oder Seehunds=Felle ausbreiten, und sich darauf in ihrer Kuklanke schlafen legen. Die Stelle, dem Zugloche gegen über, ist in der Hütte die Oberstelle. Daselbst pflegten sie ehemahls, so bald die Hütte errichtet war, den Schutzpatron Nusautseh (welches ein Stückchen Holz war, daran ein Kopf ausgeschnitten war), anzuschlagen, dem sie sich, ihre Wohnung, und alle Arbeit darin, bestens empfahlen, auch bey allen glücklichen Fällen entweder ein blutiges Maul machten, oder ein Halstuch von Slatka Drawa oder Kyprei verehrten. Ein jeder hat neben sich bey seiner Schlafstelle die nöthigsten Dinge zur Haushaltung oder <27, 351> zu seinen Geschäften liegen, wie denn auch auf den Gesimsen rings herum alles voll gelegt und voll gestopft ist.

Die Einwohner auf Lapatka und den kurilischen Inseln, welche in allen Stücken reinlicher und artiger sind, beobachten auch in ihren Winterwohnungen eine bessere Art der Structur. Diese sind so groß, daß 50 Menschen bequem darin übernachten können; sie sind auch nicht so räucherig; und ob man gleich durch das Rauchloch in die Hütte steigen muß, so ist doch solches nicht so beschwerlich, wie bey den Itälmenen anderer Orten, weil die Wohnungen sehr hoch sind, der Feuer=Herd mitten in der Hütte, das Rauchloch aber sehr weit davon, an dem Ende der Hütte, entfernt ist. In großen Ostrogen sind zwar mehrere dergleichen Winter= und unterirdische Wohnungen; eine aber, wo der Tajon wohnt, und die Gäste und Reisenden logiren, ist die größte und meublirteste unter allen, und es kommen darin an Festtagen, auch im Winter bey Nachtzeit, zu Ersparung des Lichtes, alle zusammen. Nachdem sie getauft sind, und kennen was Schande sey, hat jede Familie ihre Schlafstelle mit einem Vorhange bey Nachtzeit verdeckt.

Klassifizierung: 363.37 BrandgefahrenDDC-Icon Die Sommerwohnungen werden von den Cosaken Balagane genannt; darin wohnen sie den ganzen Sommer über. Jede Familie oder jeder Hausvater hat seinen besondern Balagan weil sie weniger Mühe, als die Winterwohnungen, erfordern, auch weder Licht noch Holz nöthig haben. Die Balagane sind runde und viereckige Hütten, unten breit und oben spitzig, wie eine Pyramide, gebauet, und auf 9 oder 12 Pfeilern stehend, mit Riemen befestigt. Das Obertheil besteht aus lauter Stangen, welche an dem Gipfel an einander gebunden sind; alle diese Stangen sind mit Stroh belegt und bedeckt. Es sind dieselben mit 2 Thüren, davon die eine nach Süden und die andere <27, 352> nach Norden steht; diejenige Seite, von welcher der Wind geht, wird vermacht. Diese Balagane sind so dicht an einander gebaut, und man kann von einem auf den andern vermittelst Brücken oder übergelegter Breter kommen. Da vormahls 100 und mehr Balagane an Einem Orte standen, so konnte man von einem zu dem andern, wie in einer Stadt durch Straßen, kommen. Durch diese Nachbarschaft geschahen aber öfters die größten Unglücksfälle. besonders Brand; denn da diese Hütten aus lauter Stroh bestehen, so breitet sich die Flamme dermaßen schnell aus, daß niemand in der Geschwindigkeit von denselben kommen kann, besonders wo sich viele Alte und Kinder darin befinden. Es geschieht auch bisweilen, daß diese Vogelhäuser von Winden umgerissen werden. Wer sich zum ersten Mahl auf einem Balagan aufhält, wird im Kopfe schwindelig, weil die Hütte sich beständig, besonders bey starkem Winde, wie eine Wiege bewegt. Außer diesem dienen die Balagane zu Proviant=Behältnissen und Vorrathshäusern, sowohl für Menschen als auch Hunde; und sie sind auf Kamtschatka, wegen der starken Regengüsse und der davon entstehenden feuchten Luft, von unumgänglicher Nothwendigkeit. Da diese luftige Hütten überall von den Winden durchstrichen werden, so kann der daselbst aufbewahrte Vorrath nicht so leicht verderben. Was man hingegen im Ostrog in niedrigen Ambaren und Kasten verwahret, wird in einigen Monathen so naß, daß, wenn man nicht beständig darnach sieht, und es immer an der Luft trocknet, alles verfault. Es scheint auch, daß die vormahls sehr häufig gewesenen Füchse, welche so gar alles aus den Hütten raubten, zu diesen Vorrathshäusern in der Höhe Gelegenheit gegeben haben. Doch sind einige Hunde so künstlich, daß sie auf die Balagane steigen, welches man ihnen aber durch große Stangen, welche ihnen, wie den Schafhunden, an den Hals gebunden <27, 353> werden, zu verwehren sucht. Eine andere Beschwerde auf den Balaganen ist, daß die Kinder manchmahl von oben herab sich zu Tode fallen, oder wenigstens Arme und Beine brechen. Unter den Balaganen trocknen die Kamtschadalen Fische (s. PfeiliconFig. 1569 b)), wo ihnen zwar die Luft, aber keine Nässe beykommen kann, imgleichen Wurzeln und Kräuter; auch stellen sie ihre Schlitten und andere Geräthschaften darunter. An den Pfeilern binden sie ihre Hunde an. Da die Fische an verschiedenen Orten gefangen werden müssen, so können die Kamtschadalen überall gleich Balagane, aber keine andere Ambaren, in Ermangelung großer Waldungen, errichten. Jeder, welcher seine Wohnungen an dem Flusse und Ostrog hat, hat daneben seine Balagane an der Mündung, um die Fische darunter zu trocknen. Die Kamtschadalen lassen auch, wenn sie im Herbste von der Fischerey und Jagd zurück kommen, ihre getrocknete Fische hier, bis sie dieselben im Winter nachhohlen können; und dieses geschieht ohne weitere Wache, als daß sie die Leiter wegnehmen.

Außer den Sommer= und Winter=Wohnungen, sind bey jedem Ostrog, wie auch an der See, Stroh=Hütten befindlich, welche unmittelbar auf der Erde stehen. In diesen kochen die Einwohner für die Hunde, an der See aber kochen sie Salz und Fett darin. Wo ein Kamtschadal übernachtet, bauet er sich sogleich aus langem und hohem Grase eine Hütte, und man trifft daher dergleichen sehr häufig an den Flüssen und Torf=Feldern an. Die Cosaken nennen solches Barabaren, am Kamtschatka Pasapar.

Steph. Krascheninnikow Beschreib. des Landes Kamtschatka, Lemgo, 1766, 4. S. 219, fgg.

Neue Mannigfaltigk. 1 Jahrg. Berl. 1774, gr. 8. S. 101, f.

Ge. Wilh. Stellers Beschreib. von dem Lande Kamtschatka etc. Frf. und L. 1774, gr. 8. S. 212, fgg.

<27, 354>

Hütte, (Bley=) eine Hütte, in welcher die Bleyerze ausgeschmelzet werden; s. Th. V, Pfeil-IconS. 682, fgg.

Hütte, (Eisen=) Klassifizierung: 669 MetallurgieDDC-Icon diejenige Hütte, wo der Eisenstein gepocht und geschmelzt wird. In weiterer Bedeutung wird auch wohl der ganze Umfang aller zur Zubereitung des Eisens gehörigen Werkstätte, eine Eisenhütte genannt. Siehe Th. X, Pfeil-IconS. 578.

Hütte, (Feld=) s. oben, Pfeil-IconS. 330.

Hütte, (Filz=) s. oben, Pfeil-IconS. 330.

Hütte, (Gieß=) s. Pfeil-IconGieß=Haus.

Hütte, (Gift=) s. Th. XVIII, Pfeil-IconS. 528.

Hütte, (Glas=) s. Th. XVIII, Pfeil-IconS. 686.

Hütte, (Hunds=) s. oben, Pfeil-IconS. 331.

Hütte, (Kalk=) s. in Pfeil-IconK.

Hütte, (Lauber=) s. oben, Pfeil-IconS. 331, u. in Pfeil-IconL.

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