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Gnaden=Gehalt Klassifizierung: 331.21 EntlohnungDDC-Icon , ein Gehalt, welchen ein Höherer einem Geringern aus Gnade, d. i. aus unverdienter Neigung ertheilet, besonders so fern er verdienten aber zum fernern Dienste, Alters oder Schwachheit halber untüchtigen Personen bewilliget wird; das Gnaden=Geld, die Pension.

Klassifizierung: 355 MilitärwissenschaftDDC-Icon Ins besondere werden diejenigen Gelder dadurch bezeichnet, welche von dem Landesherrn den reducirten oder invaliden Officieren und Soldaten zu ihrem Unterhalte jährlich oder monathlich gereichet werden. Imgleichen heißen auch also die Besoldungen und Einkünfte, welche an etlichen Orten die Wittwen der Bedienten des Landesherrn, oder der Professoren, Geistlichen, Schulbedienten etc. nach ihrem Tode zu genießen haben. Siehe auch Pfeil-IconGnaden=Jahr.

Gnaden=Geld, siehe den vorhergeh. Pfeil-IconArtikel.

Gnaden=Groschen Klassifizierung: 302.2223 SymboleDDC-Icon Klassifizierung: 390.2 Bräuche von Personen nach ihrer sozialen SchichtDDC-Icon . 1. Eine Schaumünze, welche ein Höherer einem Geringern als ein Zeichen seiner Gnade schenket; ein Gnadenpfennig.

Klassifizierung: 338.2 BergbauDDC-Icon Klassifizierung: 622 Bergbau und verwandte TätigkeitenDDC-Icon 2. Im Bergbaue einiger Gegenden, als: in Freyberg, ein gewisses Geld, welches von dem gemachten Silber im Zehenten als eine Beysteuer an arme <19, 241> Zechen gegeben wird, und von der Mark 1/3 Thlr. bis 1 Thlr. beträgt. Siehe auch Pfeil-IconGnaden=Steuer.

Gnaden=Güter Klassifizierung: 664.4 LebensmittelsalzeDDC-Icon Klassifizierung: 306.3 Institutionen der WirtschaftDDC-Icon Klassifizierung: 336.2 Steuern DDC-Icon , und Gnaden=Pfannwerke, werden in dem Salzwerke zu Halle diejenigen Thalgüter genennet, welche ehemahls nur fürstlichen Dienern, die aber doch angesessene Bürger in Halle seyn mußten, aus Gnaden auf 10 bis 20, höchstens 30, Jahre verschrieben wurden, wovon sie die Ausläufte zur fürstlichen Kammer zu entrichten schuldig waren.

Gnaden=Jagd Klassifizierung: 346.046 Staatliche Kontrolle und Regulierung einzelner Arten von Grund und Boden und natürlicher RessourcenDDC-Icon Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon , das Gnadenjagen, die Jagd, welche einem Geringern von dem Forstherren ohne Entgeld auf gewisse Zeit verstattet wird; siehe unter Pfeil-IconJagd=Regal.

Gnaden=Jahr Klassifizierung: 346.05 Erbschaft, Erbfolge, Treuhandvermögen, TreuhänderDDC-Icon Klassifizierung: 336.2 Steuern DDC-Icon Klassifizierung: 331.21 EntlohnungDDC-Icon , L. Annus gratiae, ein Jahr, in welchem ein Geringerer eine gewisse unverdiente Gnade von einem Höhern zu genießen hat. Ein solches Gnadenjahr ist, wenn nach eines Mannes Tode, dessen Wittwe und Kinder seine, wegen dessen im Leben verwalteten Bedienung genossene Besoldung, oder andere deshalb angewiesene Einkünfte, noch ein ganzes Jahr genießen dürfen; ein halbes Gnadenjahr, wenn sie solche nur ein halbes Jahr genießen; an einigen Orten ein Nachjahr, Nieders. Najaar. In einigen Domstiftern, z. B. zu Trier und Cöln, ist es das Jahr nach dem Absterben eines Domherren, in welchem dessen Einkünfte entweder unter die übrigen Domherren vertheilet, oder zum gemeinschaftlichen Nutzen angewendet werden. Auch pflegt man den Unterthanen wegen erlittener Landplagen, imgleichen neuen Anbauern gewisse Frey= oder Gnadenjahre zu verstatten, worin sie von allen oder doch gewissen Abgaben frey sind; siehe Th. XV, Pfeil-IconS. 59.

In einigen Ländern haben der Priester Wittwen und Kinder die Gnade, noch ein ganzes, oder halbes, Jahr in der Pfarrwohnung zu bleiben, und den ganzen oder halben Theil der Jahresbesoldung zu <19, 242> genießen; welches Gnadenjahres aber sich weder ihre andere Erben, noch der Schulmeister oder Küster Wittwen und Erben anzumaßen haben. Wie nun die Kinder hierin gleiches Recht mit einander haben, ohne Unterschied ihres Standes und Alters, ob sie erster oder anderer Ehe, ausgestattet oder nicht, sind: also dürfen sie auch der Wittwe keinen Vorzug noch Vortheil gönnen, sondern sie theilen mit derselben nach der Anzahl der Häupter (secundum capita). Ob sich aber gleich das Gnadenjahr ordentlich auf alles Einkommen, wie es der verstorbene Ehemann oder Vater zu genießen gehabt hat, erstrecket: so müssen doch in dem Falle, wenn er einen Adjunctus oder Substituten gehabt hat, die Wittwe und Kinder an des verstorbenen Seniors Provision, so viel dieselbe zum ganzen oder halben Gnadenjahre beträgt, sich begnügen lassen, auch sonst die Gebäude und Güter in den Würden erhalten, wie ihr verstorbener Mann und Vater zu thun schuldig gewesen; der Predigerdienst aber wird unterdessen durch die benachbarten Prediger versehen. Stirbt ein Pfarrer ohne Wittwe und Leibeserben, so wird die Hälfte der Einkünfte zum Capital geschlagen, und den Nachfolgern der Zins davon entrichtet.

Nach den pommerischen Rechten und Privilegien, ist auch den adeligen Wittwen und Töchtern in den pommerischen Lehen ein Gnadenjahr zuständig. Es wird deshalb in der pommerischen Lehens=Constitution nicht allein der Fall, in welchem ein solches Gnadenjahr statt findet, bestimmet, sondern auch der Personen, denen solches zu gute kommt, gedacht, imgleichen dasjenige, was von den Genießern des Gnadenjahres zu prästiren ist, festgesetzt.

Was den eigentlichen Fall betrifft, in welchem die Wittwe und Töchter das in Pommern gewöhnliche Gnadenjahr zu fordern berechtigt sind: so heißt es da<19, 243>von in der churfürstl. brandenburgischen Lehnsconstitution, v. J. 1694, Tit. 11. §. 2.

Zum Gnadenjahr hat eine Wittwe, oder, welche dessen sonst fähig seyn, die Früchte eines völligen Jahres, wie dieselben in des verstorbenen Lehnmannes Lehn und Gütern fallen können, zu genießen. Wofern nun derselbe um die Jahres=Zeit verstürbe, darin die eingehobenen Nutzungen und Gefälle entweder alle, oder zum Theil, consumiret, abgenutzet, und alles nicht mehr vorhanden wäre, wird das folgende Jahr allererst zum Gnadenjahr angerechnet, und seyn die Wittwen auch in solchem Jahre, ehe denn ihr Vieh durch den Winter gebracht, und ausgefuttert, zu räumen nicht schuldig, dessen aber was von dem Jahre, darin der Lehnmann gestorben, in Vorrath und übrig geblieben, haben sich des Verstorbenen Erben, und wer sonst dazu berechtiget, anzumaßen und zu erfreuen.

Begäbe es sich auch, daß der Lehnmann zur Zeit der Erndte oder ja alsobald darauf Todes verfiele, da die Früchte, ob sie gleich a Solo separiret und eingesammlet, noch beysammen wären, sollen des Jahres Abnutzungen als Erbschaft geachtet, und dahero unter den Wittwen und Erben pro dimidia getheilet werden; jedoch seynd dieselbigen schuldig, vor allen Dingen die Zinsen der zinßbaren Schulden, so der verstorbene Lehnmann verlassen, in diesem Jahre sämmtlich abzutragen.

Hieraus erhellet offenbar, daß die Wittwe und Töchter nicht immer, und ohne Unterschied, das Gnadenjahr zu fordern berechtigt sind, sondern solches nur in dem Falle statt finde, wenn die eingehobenen Abnutzungen und Gefälle des Sterbejahres entweder sämmtlich, oder zum Theil consumiret und abgenutzet, und folglich nicht mehr alles vorhanden wäre. Die Sache wird dadurch gewisser Maßen zweifelhaft, daß nicht eigentlich bestimmt worden ist, wie viel noch von den <19, 244> Früchten des Sterbejahres, wenn das Gnadenjahr wegfallen soll, vorhanden seyn müsse.

Meines Erachtens muß hierbey auf die Natur der vornehmsten Einkünfte der Lehengüter Rücksicht genommen werden. Auf einem Gute, welches hauptsächlich im Getreidebau besteht, würden die Wittwe und Töchter, wenn der Ehemann und Vater kurz vor oder nach der Wintersaatzeit gestorben wäre, kein besonderes Gnadenjahr zu fordern befugt seyn, sondern sich mit den vorhandenen Früchten des Gnadenjahres begnügen müssen. Denn allen Wirthschaftsverständigen ist bekannt, daß zwischen der Aernde und vollendeten Saatzeit, bey einer ordentlichen Wirthschaft, nur wenig Getreide verkauft werden kann, sondern man genug zu thun hat, um die zur Saat benöthigten Körner aus dem Strohe zu bekommen; und sollte auch hier und da etwas verkaufet worden seyn, so muß doch das dafür gelösete Geld wieder zur Bestreitung der Wirthschaftsnothdurften, deren Besorgung auch der Wittwe im Gnadenjahre obliegt, verwendet werden.

Jedoch ist hiervon der Fall auszunehmen, wenn der Erblasser wider die Ordnung das eingeärndete Getreide gleich nach der Aernde angegriffen, und, wie bey schlechten Wirthen nicht ungewöhnlich ist, einen großen Theil des Getreides schon mitten in der Saatzeit verkauft hätte. Alsdenn würden die Wittwe und Töchter allerdings zu kurz kommen, und der vorhandene Vorrath des Sterbejahres mit dem vollen Gnadenjahre in keine Vergleichung zu setzen seyn.

Auf Landgütern, wo die Haupteinnahme in Getreidepächten oder Geldzinsen besteht, ist vor allen Dingen in Betrachtung zu ziehen, ob der Tod des Erblassers vor oder nach der Verfallzeit solcher Pächte und Zinsen erfolgt sey. Im erstern Falle hat die Wittwe kein Recht, auf ein besonderes Gnaden=Jahr zu dringen, wohl aber in dem letztern.

Daß das Gnadenjahr zu den nur in subsidium von dem Lehen zu tragenden Lasten zu rechnen ist, scheint dem ersten Ansehen nach etwas uneigentlich zu seyn, da das Gnadenjahr allemahl aus dem Lehen genommen werden muß, ohne daß das Allodium das geringste dazu beytragen darf. Wenn man aber den kurz vorher bemerkten Unterschied, ob aus dem Sterbe=Jahre noch genug Früchte, wodurch das Gnadenjahr compensiret werden kann, vorhanden seyn oder nicht, in Erwägung zieht: so rechtfertigt sich dadurch dieser Ausdruck vollkommen. Das Gnadenjahr findet nur alsdenn statt, wenn aus dem Ster<19, 245>bejahre keine zureichende Früchte, welche eigentlich zu dem Allodialvermögen gehören, übrig geblieben sind.

Oeconomia forensis, 4 Band, Berl. 1778, 4. S. 323, f.

Bey dem den adeligen Wittwen und Töchtern in den pommerischen Gütern competirenden Gnadenjahre, ist übrigens noch zu bemerken, daß dasselbe nur in dem Falle, wenn Agnaten zur Succession der Lehen kommen, statt finde, hingegen alsdenn, wenn ein Lehen=Mann Söhne, entweder aus der ersten oder andern Ehe hinterläßt, ganz weg falle. Ferner, daß, wenn keine Wittwe vorhanden ist, solches Gnadenjahr den Töchtern ebenfalls gebühre, und die Abnutzungen desselben, wenn Töchter aus verschiedenen Ehen vorhanden sind, secundum capita unter sie getheilet werden müssen. Ja, es geht die Lehnsconstitution, §. 12, hierunter so weit, daß sie, wenn keine Töchter vorhanden sind, auch so gar die voll= und halbbürtigen Schwestern zu dem Genuß des Gnadenjahres zuläßt.

Klassifizierung: 348 Gesetze, Verordnungen, RechtsfälleDDC-Icon Chur=Braunschweigische Verordnung wegen des Gnadenjahrs der geistlichen Wittwen, d. d. 6 (17) Jun. 1738, st. in den Braunschw. Calenb. Ordn. Cap. 1, S. 851.

Königl. Preußische Circular-Verordnung wegen des Sterbe= und Gnadenquartals der rathhäuslichen Bedienten, d. d. 23 Aug. 1742, st. in dem Nachtrag zu der Samml. schles. Ordn. a. d. J. 1742.

Circulare wegen des Gnadenjahrs der geistlichen Wittwen, d. d. 1 Apr. 1746, eb. das. a. d. J. 1746.

Marggräfl. Brandenb. Bayreuthisches Rescript, wie es mit den Lehengeldern und allen andern Gefällen zur Gnadenzeit einer geistlichen Wittwe, dann mit Ausfertigung der Lehenbriefe etc. zu halten, d. d. 31 May, 1687, im 1 Th. des Corp. Const. Culmb. S 443.

Rescript von dem Anno gratiae, d. d. 21 May, 1697, eb. das. S. 460.

Decisio-Rescript, betreffend den Genuß des halben Gnaden=Jahrs, und was aus dem Vidual-Fisco zu erheben, d. d. 11 Dec. 1713, eb. das.

Rescript, die Gnadenzeit betreffend, d. d. 5 Mart. 1723, eb. das. S. 462.

Rescript von dem Gnadenjahre in Ansehung der verstorbenen Geistlichen Nepoten, d. d. 21 Mart. 1719, eb. das.

It. wie es bey Absterben oder Translocationen der Geistlichen so wohl wegen der Gnadenzeit, als Abtheilung mit den Successaribus, soll gehalten werden, d. d. 9 Nov. 1728, eb. das S. 463.

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Verordnung von dem Gnadenjahre der Collateralerben, d. d. 21 Jan. 1733, eb. das. S. 465.

Regulativ, daß sämmtliche Kinder eines verstorbenen Goistlichen, sie mögen ausgeheyrathet seyn oder nicht, an der Gnadenzeit participiren sollen, d. d. 16 Febr. 1743, eb. das.

Jo. Andr. Hoffmann de anno gratiae, & praecipue quatenus ad heredes collaterales transferri queat. Jen. 1754

Da sonst die Ausstattung und Versorgung der adeligen Wittwen in Pommern nur sehr mäßig ist, und demjenigen, was hierunter in den churmärkischen Provinzen ausgesetzt ist, bey weitem nicht gleich kommt: so haben die Gesetze solches dadurch gleichsam wieder nachhohlen und ersetzen wollen, daß die Wittwe nicht allein die sämmtlichen vorhandenen Früchte des Sterbejahres behält, und sich darin mit den Töchtern, wenn solche vorhanden sind, theilet, sondern auch noch überdem ein volles Gnadenjahr hat, und, bis zu Endigung desselben, in dem Besitze und in der Wirthschaft des Gutes bleibt. Und es würde auch an denen Orten, wo das sächsische Recht zur Richtschnur dient, die Einführung dergleichen Gnadenjahres für die Allodialerben, beyden Theilen weit vortheilhafter, als die so mannigfaltige Vertheilung der Früchte seyn; wie der berühmte Hr. Präsid. v. Benekendorf, im 4 B. seiner Oeconomia forensis, S. 190, f. sehr gründlich dargethan hat.

Gnaden=Kette Klassifizierung: 302.2223 SymboleDDC-Icon Klassifizierung: 390.2 Bräuche von Personen nach ihrer sozialen SchichtDDC-Icon , eine goldene Kette, welche Fürsten zuweilen als ein Zeichen ihrer Gnade an verdiente Personen verschenken.

Gnaden=Kraut Klassifizierung: 583.95 Scrophulariales (Rachenblütlerartige)DDC-Icon , Gottes Gnade, Gottes Hülfe, Gratiola, ein Pflanzengeschlecht, welches zu den Pflanzen mit zwey Staubfäden und Einem Staubwege gehört. Die Blumenkrone ist ungleichförmig; 2 Staubfäden sind unfruchtbar; die Samencapsel ist zweyfächerig; der Blumenkelch besteht aus 7 Blättchen, wovon die 2 äußern von einander abstehen. Zu diesem Geschlechte gehören, außer dem officinellen Gnadenkraut, noch 3 andere Arten, welche ausländisch sind.

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Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Das officinelle oder gemeine Gnadenkraut, wilder oder weißer Aurin, kleiner Berg=Sanikel, Erdgalle, Gichtkraut, Grazede, Hecken=Isopp, Niesekraut, Purgierkraut, Gratiola officinalis, floribus pedunculatis, foliis lanceolatis serratis Linn. Digitalis minima, Gratiola dicta Moris. & Tourn. Gratiola centauroides C. B. Gratia Dei Caesalp. Limnesiumn s. Centauroides Cordi. Fr. Gratiole, Herbe à pauvre homme, petite Digitale. Man findet es in der Lausitz, in der Schweitz, in Portugall, in Frankreich, und in dem mittägigen Europa, an etwas feuchten Orten wild. Die weiße, knotige, faserige und kriechende Wurzel, welche sich stark vermehrt, treibt gerade, viereckige, kaum 1 Fuß hohe Stängel, welche mit länglichen, eingekerbten, einander gegen über gestellten, platt anliegenden Blättern besetzt sind. Aus dem Winkel derselben kommen lange Blumenstiele. Die Blumen sind klein, blaßgelb oder weiß, mit braunen Linien bezeichnet, und inwendig mit Haaren geziert, und kommen im Heumonath zum Vorschein. Diese Pflanze hält sich im Garten, im freyen Lande, erfordert aber einen feuchten Boden und eine schattige Lage, und kann leicht durch die Wurzeln fortgepflanzet werden, welche man im Herbste, wenn die Stängel zu verwelken anfangen, theilet. Die ganze Pflanze ist ohne merklichen Geruch, aber von einem äußerst bittern, ekelhaften und scharfen Geschmack, und das Vieh läßt sie unberührt. Sie gehört zu den starken Purgiermitteln, und erregt öfters auch Brechen. Da es nun an dergleichen, viel sicherern und bessern nicht fehlet, so kann man sie lieber ganz entbehren. Wenn die Blätter oder Wurzeln in Milch abgekocht werden, und diese getrunken wird, ist ihre Wirkung gelinder. Boulduc rühmt die Wurzel in der rothen Ruhr, und setzt sie der Ipecacuanha an die Seite. Auch bey Pferden wirkt dieses Mittel sehr stark, und macht sie unge<19, 248>mein mager, wird auch, in Ansehung dieser, im Heu nicht besser; man muß es daher mit Vorsicht, und kann es unter dieser Bedingung in mancherley Gestalten, als ein abführendes, wurmtreibendes, und, wenn man es recht verdünnt, und wenig davon gibt, als ein eröffnendes Mittel gebrauchen. Gewisser kann man das Kraut äußerlich bey Wunden, als ein heilendes Mittel anpreisen.

Observations sur la Gratiole. par Mr. BOUDDUC, st. in den Memoir. de l' Acad. de Paris, a. d. J. 1705, S. 186--194.

JO. JAC. BUERCKEL diss. de Gratiola. Argent. 1738. 4. 3 B.

JO. GE. HENR. KRAMER obs. de viribus Gratiolae, st. im Commerc. litt. Nor. A. 1738, hebd. 3. n. 1, S. 17--19.

JOACH. SPALOWSKY diss. de Cicuta, Flammula Jouis, Aconito, Pulsatilla, Gratiola, Dictamno &c. Vindob. 1777, 8.

Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Das peruvianische Gnadenkraut, Gratiola peruuiana, floribus subsessilibus Linn. hat breitere Blätter, und trägt fast platt aufsitzende, kleine, weiße Blumen. Es ist in Peru zu Hause, wo es an überschwemmten und wieder ausgetrockneten Orten wächst. Sein bitteres Kraut wird von den Indianern mit Wasser abgebrühet, und dieses als ein eröffnendes und abführendes Mittel, insonderheit zu Abführung der Würmer, getrunken. Die beyden übrigen Arten, sind Gratiola Monnieria, foliis ouali-oblongis, pedunculis vnifloris, caule repente Linn. und Gratiola virginica, foliis lanceolatis obrusis subdentatis Linn. von denen jene in Jamaica, diese aber in Virginien und Malabar, an feuchten Orten wild wächst.

Gnaden=Lehen Klassifizierung: 306.3 Institutionen der WirtschaftDDC-Icon Klassifizierung: 331 ArbeitsökonomieDDC-Icon . 1. Ein Lehen, welches einem Geringern aus Gnade von dem Lehensherren ertheilet wird; besonders wenn solches in einer Anwartschaft auf ein Lehen besteht.

2. An einigen Orten werden auch die Gnadengehalte, so aus der landesfürstlichen Kammer ertheilet werden, mit diesem Nahmen beleget.

Gnaden=Meister Klassifizierung: 338.632 ZunftwesenDDC-Icon , ein Meister, welchen das Handwerk aus Gnade aufgenommen hat. S. auch Pfeil-IconFrey=Meister.

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Gnaden=Pfannwerke, siehe Pfeil-IconGnaden=Güter.

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