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Dohne Klassifizierung: 799.24 VögelDDC-Icon Klassifizierung: 639.1 JagdDDC-Icon , Fr. Lacet, Piège, ein größtentheils niedersächsisches Wort, eine gewisse Art von Schlingen auszudrücken, worinn sich zur Herbstzeit Drosseln und andere kleine Vögel selbst zu fangen pflegen, und welche sonst auch Maschenschleifen, im Oberdeutschen Schneiden, Schneißen, am Rheinstrome Baumgerichte, und in Niedersachsen auch Snirren genannt werden. Der Vogelfang vermittelst der Dohnen, und das Recht Dohnen legen oder stellen zu dürfen, heißt der Dohnen=Fang; und die Reihe der in einem Walde aufgestellten Dohnen, der Dohnensteig, Dohnenstrich, im Oberd. das Schnaid oder Schnaat. Siehe Pfeil-IconSchneide.

Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Das Wort Dohne leitet Leibnitz von dehnen, Wachter von dem Angels. Tan, ein dünner Zweig, Reiß, eine Ruthe, S. Zaun, Ihre aber von dem Gothischen Than, eine Sehne her; S. Sehne.

Was den Nutzen und Gebrauch der Dohnen beym Vogelfang anbetrifft, so findet sich hierinn kein Unterschied. Die Art und Weise aber, wie sie gemacht werden, ist verschieden; woher sie auch zum Theil verschiedene Namen führen.

Man hat 1) eine Gattung, die man Bastdohnen nennet. Diese werden von lindenem Baste gemacht, welcher im Junius geschälet, und hernach im Wasser geröstet worden, da er denn gelinde wird, und sich leicht aus einander theilen läßt. Hiervon wird die Dohne also zubereitet. An einem Ende wird ein Auge, fast 1 Zoll <9, 360> lang, gemacht und geflochten. Sodenn wird die Dohne dreystrehnig fortgeflochten, wie ein halber Finger breit, und an 5 Zoll lang. Alsdenn knüpft man einen Knoten, und läßt die langen Enden zum Anbinden daran. In dem Flechten aber werden 3 Schleisen von Pferde=Haaren mit eingeflochten und eingetheilet. Diese sind folgendergestalt gemacht. Man nimmt drey lange Pferd=Haare, und knüpft in der Mitte einen Knoten, drehet sodenn die drey Haare doppelt zusammen, und macht am Ende einen doppelten Knoten. Sind die Haare nicht lang genug, so muß man sechs Haare nehmen, sie zusammendrehen, und an beyden Enden doppelte Knoten machen.

Diese Dohnen werden also geschlagen oder geleget: Man schneidet ein Stöcklein, eines kleinen Fingers stark, ab, an welchem ein Aestlein gerade ausgewachsen, bohret ein Loch in den Baum oder die Stange, und stecket das gespitzte Stöcklein in den Baum, hänget an den Ast die Dohne mit dem Auge, bindet sodenn die Enden um den Baum oder die Stange, und ziehet die drey Schleifen auf. Wollten nun die Schleifen nicht accurat und nach der Dohne gerade hin stehen: so müssen Windleinen oder Windhaare daran gemacht werden. Hierzu nimmt man Pferdhaare, oder vom Leinweber die Troddeln, wo sie das Gewebgarn zum Anfang andrehen müssen. Die Windleinen sind folgendergestalt beschaffen. Man schneidet in den Ast zu beyden Seiten ein subtiles Schnittchen, wie auch an der Stange, wo die Dohne eingesteckt wird, leget alsdenn zu beyden Seiten einen Faden oder ein Pferdhaar, welches aber auch so eingelegt seyn muß, daß es der Vogel, wenn er in die Dohne fällt, leicht herausziehen könne. Einige legen den ganzen Faden oder das Haar um die Dohne, und hängen die beyden Enden an die Stange, welches aber nicht viel taugt, weil es allzufest stehet. Mit diesen Windleinen stellen sich die Schleifen recht gerade. Und weil dieses das vornehmste beym Dohnenstellen ist, so ist wohl nöthig, daß man sich die Mühe gebe, und seine Dohnen gleich im <9, 361> Anfang recht genau richte, damit der Fang desto besser ausfalle. Unten werden die Beeren eingehängt.

Diese Dohnen sind auch deswegen gut, weil man sie, wenn der Zug vorbey ist, abnehmen, aufheben und etliche Jahre brauchen kann. Wenn solche abgenommen werden, nimmt man 4 und 4 Dohnen zusammen, ziehet die Schleifen auf, macht alsdenn Ringe von der Dohne, und die Schleifen werden mit eingeringet, die Enden aber herum gewickelt, so bleiben selbige fein accurat zum künftigen Stellen, welches auch, wenn die Dohnen neu gemacht werden, mit dem Aufringeln geschiehet.

Auf diese Art macht man auch noch andere Dohnen, und nimmt anstatt des Bastes Bindfaden, knüpset selbigen nur einfach an, wie den Bast, und ziehet die Schleifen hinein.

2. Die zweyte Gattung der Dohnen sind die sogenannten Bügeldohnen. Sie werden von 4 bis 6 Pferdhaaren, welche aus der Mähne oder dem Schweife genommen worden, geflochten, und in dem obern Theile eines guten zähen weidenen Bügels durchgezogen; dieser aber an beyden Enden zugespitzt, und, wenn man Eberäschen= und Vogelbeeren hinein gehänget, in den Dohnengängen oder Dohnensteigen an die Bäume gesteckt. Wenn nun der Vogel im Spriegel sitzt, und nach den Beeren langet, da er nothwendig den Hals durch die Schlingen stecken muß, so ziehet sich die Schleife zusammen; und je mehr der Vogel davon zu kommen sich bemühet, je fester wird ihm der Hals zugezogen, so, daß er endlich erwürgen und daran hangen bleiben muß.

Die Pferdhaare muß man nicht von verreckten und umgefallenen, sondern von lebendigen, oder solchen Pferden nehmen, die von dem Schinder todtgeschlagen worden.

Wenn die Dohnen anfangs aus Pferdhaaren verfertigt sind, deren bisweilen etliche Hundert auf einmal gemacht werden, schleift man solche an ein rundes dickes Holz, welches aber so groß seyn muß, so weit die Dohnen im Richten sich öffnen sollen, wirft sie also angeschleift in siedendheißes Wasser läßt sie eine Weile darinn sieden, und hierauf am Holze etliche Tage bleiben, bis sie recht trocken geworden sind. Alsdenn ziehet man sie gehörig ein; und sollen ihnen hernach Regen und Wind desto weniger Schaden thun können.

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3. Die dritte Gatung der Dohnen sind die sogenannten Erddohnen oder Laufdohnen, welche sonderlich zum Schnepfenfange gebraucht, und folgendermaßen verfertiget werden. Man schneidet Stöcke, welche eines Fingers dick, und an 20 Zoll lang sind, an einem Ende spitzig; gegen das andere hinauf sticht man mit einem Messer durch den Stock, und ziehet eine von Pferdhaaren gedrehete Schleife durch, welche aber an einem Ende einen doppelten starken Knoten haben muß, daß sie sich nicht durch den Stock ziehen kann; am andern Ende aber ist ein Auge zu einer Schleife. Mit diesem Zeuge stecket man, zwischen den Wachholderbüschen, wo Steige daran und herum gehen, und an bruchigen Oertern, die Stöcke mit den Schleifen umher, so, daß die Stöcke wie ein Triangel stehen; doch müssen sie eben nicht dicht zusammen kommen. Alsdenn ziehet man die Schleifen zum Fangen auf, doch so, daß sie nicht auf den Boden kommen, damit die Schnepfen, auf welche sie vornehmlich gerichtet sind, eben treffen müssen, wenn sie im Laufen sind. Besonders steckt man auch Stöcke, daß sie wie ein Geländer stehen. Man kann auch eine ganze Partie dergleichen Laufdohnen machen, und durch die jungen Schläge und Dickichte, auch Steige, mit durchstecken; wie man denn nicht nur Schnepfen, sondern auch Krammets=Vögel, in diesem Zeuge in Menge fangen kann. Im Winter, wenn der Vogelfang vorbey ist, kann man sie wieder aufheben, und die Schleifen ausstreichen, daß sie gerade hangen: so werden sie sich hernach desto accurater wieder stellen.

Hierbey ist noch anzumerken, daß man auch mit einem stumpfen oder von Dornen gemachten Besen glatte Steige, nach den Dohnen zu, kehre, als worauf sie desto lieber laufen. Dergleichen Laufdohnen bringt man, vorerwähntermaßen, an solchen Oertern an, wo Wachholderbüsche sind, und die Vögel nach den Würmern fallen und suchen. Wo aber Viehtriften oder gar viel Wildbret und Säue sind, schicken sich selbige <9, 363> nicht hin, weil sonst beständig daran auszubessern ist. Zwischen den Dohnen werden Eberäschen= und Wachholderbeeren mit hingeworfen, oder an Gäbelchen gehänget.

Außer diesen bisher beschriebenen Arten von Dohnen, hat man noch andere, davon ich folgende vier anführen will.

Die erste Art. Man nimmt ein Rüthchen, eines halben kleinen Fingers dick, beuget selbiges als einen halben Zirkel, bindet beyde Enden mit einem gedreheten Baste straff gegen einander, daß also die Enden 8 Zoll breit von einander bleiben. Die Höhe der Dohne vom Bogen in der Mitte, bis oben an den Bast aber, muß 6 Zoll hoch seyn. Um dieses Rüthchen wickelt man noch ein anderes herum, daß die Beeren unten hineinzuhängen seyn. Oben am Baste bindet man 3 oder 4 Schleifen von Pferdhaaren an. Diese Dohnen werden folgendergestalt gestellet. Man beuget zwey oben abgestutzte Stöcke, etwa eines Daumens stark, gegen einander, und wird einer von dieser, der andere von der andern Seite, in die Dohnen gesteckt, daran die Dohne festhangen muß.

Diese Erfindung ist besonders deswegen sehr gut, weil man solche gleichfalls nach der Vogelfang=Zeit abnehmen, und im Trocknen aufheben, auch etliche Jahre brauchen kann. Hiernächst sind sie auch deswegen nützlich, weil man sie in jungen Hölzern recht wohl anbringen kann, da hingegen die eingebohrten und eingesteckten Dohnen in solchem schwachen Holze nicht bequem anzubringen sind.

Die zweyte Art. Man nimmt eine Ruthe von Haarweiden; oder im August, auch im Frühjahr, von den kleinen Kiefernästlein, die meistens eines kleinen Fingers dick sind, drehet sie vom dicken Ende auf 9 Zoll heraus, nach dem spitzigen Ende zu, einmal herum; setzet die Ruthe, welche den Bogen geben soll, vor das Knie, und beuget selbige rund, fasset das dünne Ende mit dem starken in eine Hand zusammen, schneidet das dünne Ende von beyden Seiten dünn und breit, sticht <9, 364> mit einem starken und spitzigen Messer von unten durch das starke Ende, und beuget selbiges etwas auseinander, daß die Spitze hinein zu stecken ist. Das dicke Ende muß auch von beyden Seiten breit und dünn geschnitten werden, damit solches im Baume einzustecken sey. Die Weite der Dohne ist 5, und die Höhe derselben 6 Zoll. Hierein werden zwo Schleifen von drey Pferd=Haaren gedrehet, und oben in den Bogen eingezogen, woselbst mit einem spitzigen Messer vorher durchgestochen worden.

Es ist dieses ebenfalls eine recht gute Erfindung, indem man dergleichen Dohnen gar geschwind verfertigen, und ein Mann deren in einem Tage an 8 bis 9 Schock, wenn die Schleifen vorher zurecht gemacht worden, fertig schaffen kann, auch einer des Tages gar füglich 10 Schock einschlägt. Hierzu nimmt man einen Meißel und eine Klopfkeule, hänget eine Partie Dohnen mit einem Leinchen an sich, steckt auch etliche 20 Dohnen an den Arm, schlägt mit dem Meißel in einen Baum oder in eine Stange nur an der Seite hinein vor, fasset sogleich eine Dohne vom Arme herunter, und steckt sie über dem Meißel hinein, so, daß der Bogen oben zu stehen komme.

Diese Dohnen läßt man Jahr aus Jahr ein draußen stehen. Sie dauern 3 bis 4 Jahre, und wachsen besonders in den kieferigten Hölzern fest ein. Wenn auch die Steige einmal eingerichtet sind, braucht man nur ferner nach einem Jahre wieder nachzubessern. Wenn der Fang und das Stellen im Jahr zu Ende ist, ziehet man die Schleifen herunter, daß sie gerade hangen, da sie sich denn künftig wieder besser stellen. Auch ist mit dieser Dohne in Stellen recht gut umzugehen, weil man, wenn man sonst nicht will, oder dieselben nur nicht frey stehen, daß sie der Wind so gar sehr treffen kann, keine Windleinen daran nöthig hat; denn man darf die Schleifen nur hinauf= und hinunterwärts ziehen, so laßen sie sich accurat und gerade ziehen.

Die dritte Art. Man nimmt eine Ruthe, bohret zwey Löcher in eine Stange oder in einen Baum, 6 Zoll weit über einander, spitzet die Ruthe und stecket selbige ein, daß es wie ein halber Zirkel wird, und ziehet oben drey Schleifen ein, so ist die Dohne fertig.

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Diese Dohnen sind leicht zu machen, auch besonders gut, wo viel Haselhühner sind, weil diese Dohnen wehrhaft und fest sind, auch etliche Jahre dauern und stehen bleiben können.

Endlich die vierte Art. Man nimmt eine Ruthe, welche 1 Elle auch wohl länger ist, und wie eine Gabel gewachsen seyn muß, und drehet unten die Spitzen über einander, damit sie nicht brechen; oben aber kommen zwo Schleifen von Pferdhaaren hinein.

Es sind diese Dohnen sehr nützlich, wo starke Bäume sind, an die Aeste anzuhängen; jedoch muß ein Dohnensteig so eingerichtet werden, daß auf 10 bis 12 Schritt eine Dohne kommt. Da sich auch die vorher beschriebenen Dohnen an starken Bäumen nicht füglich einbohren oder einschlagen laßen, so macht man dergleichen Hängedohnen, damit der Dohnensteig überall voll sey, und die Dohnen hinter einander kommen. Wenn auch, wie öfters geschiehet, die Krammetsvögel den Winter über hier zu Lande bleiben, insonderheit wenn es viel Eberäschenbeeren giebt: so behänget man mit dergleichen Hänge=Dohnen die Eberäschenbäume an allen Aesten, welche sich besonders gut dazu schicken.

Alle diese Dohnen haben vor den Sprenkeln, welche an gehörigem Orte beschreiben werde, den Vorzug, daß sie nicht so leicht, wie diese, durch den starken Regen und Wind etc. eingerissen werden. Auch hält man die in den Dohnen gefangenen Vögel für schmackhafter, als die man in den Sprenkeln bekommt, weil sie sich in jenen gleich erhenken, in diesen aber am Fuße allein fangen, sich länger quälen und abzappeln, mithin auch am Geschmacke nicht so gut werden.

Die Dohnenfang=Zeit nimmt bald nach Jacobi ihren Anfang, wenn die rothen Eberäschenbeeren reif sind, und recht hell hervorblicken. Denn, wenn sie überständig oder gar zu dunkelroth werden, können die Vögel selbige von fern nicht so gut sehen.

In Ansehung des Dohnensteiges oder Dohnen=Striches, (des Orts, da besagte Bügel mit den Schleifen zum Einfallen und Fangen der Vögel fest gemacht werden können,) ist zu merken, daß selbiger entweder <9, 366> auf den Wiesen, oder auch in den dicken Wäldern und Gebüschen ausersehen, und in leztern besondere gerade Gänge hin und wieder gemacht werden müssen, damit man seine Dohnen desto besser begehen, und leichter finden könne. Die Zeit, wenn die Dohnen begangen werden können, fängt sich, gegen Mittag hin, etwa um 10 Uhr an. Denn des Morgens, da sich die Vögel, bey dem Nebel, Reif und Frost, am besten fangen, muß man sie nicht stören. Bey Begehung des Dohnenstriches, muß man die von den kleinen Vögeln abgefressenen Eberäschenbeeren, mit frischen wieder ersetzen, die krummen Schlingen einrichten, und die zerrissenen oder alten untüchtigen mit neuen ausbüßen; daher der Jäger jederzeit einen Sack mit Beeren, Dohnen und andern dazu benöthigten Sachen, bey sich tragen muß. Uebrigens sind im Herbste die Dohnen besser an den Bäumen, im Wiederfluge aber und im Frühling besser auf der Erde zu gebrauchen.

Eine besondere Art von Schnellern für die Diebe, welche die Dohnen berauben, und die Vögel ausheben, findet man in Jo. Conr. Aitingers Bericht vom Vogelstellen, Cassel 1653, 4. S. 259, f. beschrieben und abgebildet.

Dohnen=Fang, Dohnen=Gänge, Dohnen=Steig, Dohnen=Strich; siehe im Pfeil-Iconvorhergehenden Artikel.

Doigt, siehe Pfeil-IconFinger, Pfeil-IconZoll.

Doigtier, siehe Pfeil-IconFingerling.

Dolabra, Zimmeraxt; siehe unter Pfeil-IconAxt.

Dolare, siehe Pfeil-IconBehauen.

Dolch Klassifizierung: 623.441 Vor dem Aufkommen der Feuerwaffen entstandene WaffenDDC-Icon Klassifizierung: 739.7 Waffen und RüstungenDDC-Icon , L. Pugio, Sica, Fr. Dague, Poignard, ein kurzer, kaum zwo Spannen langer, sehr spitziger und auf beyden Seiten scharf geschliffener Stoßdegen, ohne Stich=Blatt und Parierstange, meistentheils nur mit einem Griffe aus einem Stücke mit der Klinge, (welche vordem nach Art der Schilfklingen, jezt aber wie kleine Hirschfänger verfertigt wird) welcher daher ganz verborgen getragen, und eben deswegen auch zum Meuchel=<9, 367>Morde sehr bequem gebraucht werden kann, und heut zu Tage auch wirklich nur gemeiniglich von Banditen und Meuchelmördern, (welche eben daher auch im Lat. Sicarii genannt werden) oder solchen Leuten, die mit bösen Dingen umgehen, besonders in Italien und Spanien, gebrauchet wird. Sonst wurde er auch ein Stilet genannt, wiewohl dieses etwas länger ist.

Bey den Deutschen sind jezt der Dolch und das Stilet nicht sonderlich im Gebrauch, indessen aber doch eine Waare der Degenschmiede oder Schwertfeger, und an vielen Orten eine Sorte der sogenannten contrabanden Waaren.

Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Dieses Werkzeug lautet im Dänischen Dolk, im Schwed. Dolk, im Poln. und Böhm. Tulich. Es scheint das Diminut. von einem Worte Dol oder Tol zu seyn. Das Lat. Telum war wirklich eine allgemeine Benennung aller solcher tödtlichen Werkzeuge; ja bey den Römern kommt schon Dolo, und bey den Griechen δολων und δωολωνα in der Bedeutung eines kleinen in einem Stabe verborgenen Degens vor. Die Oberdeutschen nennen einen Dolch Faustdegen oder Faustgewehr; die Niedersachsen theils Steekmest, Stechmesser, theils Pook, welches mit dem Holländ. Pook und Lat. Pugio übereinkommt, und von pooken, stecken, herkommt.

Dolde Klassifizierung: 575.6 Fortpflanzungsorgane; BlütenDDC-Icon , ein im Hochdeutschen beynahe veraltetes Wort, so den Gipfel einer Sache, besonders aber den Gipfel eines Baumes, Fr. Tendron, imgleichen den büschelartigen Gipfel einer Pflanze, L. Vmbella, Fr. Ombelle, Emouchette, Guirlande, bedeutet. Einige neuere Schriftsteller des Pflanzenreiches haben dieses Wort wieder eingeführet, diejenigen Arten der Blüthen zu bezeichnen, deren Stengel aus einem gemeinschaftlichen Mittelpuncte, wie Linien, aus der Spitze eines stumpfen Kegels, entspringen; dergleichen Blüthen z. B. die Dille, der Fenchel, Pastinak etc. hat. Dergleichen Gewächse selbst aber werden plantae umbelliferae genennet.

Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Dieses Wort ist sowohl im Oberdeutschen als im Niedersächsischen üblich. In der erstern Mundart ist es männliches Geschlechtes, der Dold, Tolder, oder Dolle, in der letztern lautet es gleichfalls Dolle.

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Dolden=Erbse, Pisum umbellatum Linn. s. unter Pfeil-IconErbse.

Dolden=Isopp, siehe unter Pfeil-IconIsopp.

Dole, siehe Pfeil-IconDohle.

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