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Chester Käse, siehe unter Pfeil-IconKäse.

Cheval, s. Pfeil-IconPferd.

Cheval-bayard, Chevalet; s. Pfeil-IconArum.

Cheval marin, s. Pfeil-IconWallroß.

Chevalement, siehe unter Pfeil-IconStrebebalken.

Chevalet, siehe Pfeil-IconRost, beym Hutmacher. Pfeil-IconRüstbock. Pfeil-IconSchabebaum. Pfeil-IconStaffeley. Pfeil-IconStütze, beym Seiler. Pfeil-IconVergoldstaffel. Pfeil-IconWinne.

Chevalier, ein Wasservogel; s. unter Pfeil-IconSchnepfe. (Wasser=)

Chevauchée, s. Pfeil-IconRitt.

Chevecel, s. Pfeil-IconKopfküssen.

Chevecine, s. Pfeil-IconHalfter.

Chevelure, s. Pfeil-IconHaupthaar.

Cheverseul, s. Pfeil-IconKopfbrett.

Chevet, s. Pfeil-IconKopfküssen.

Chevêtre, s. Pfeil-IconHängeeisen. Pfeil-IconStichbalken.

Cheveu, s. Pfeil-IconHaar.

Cheveu de Venus, Frauenhaar, Venushaar; s. Pfeil-IconAdianthum.

Cheville, siehe unter Pfeil-IconNagel.

Cheville de charnière, s. Pfeil-IconCharnierstift.

Cheville ouvrière, s. Pfeil-IconNagel. (Schloß= oder Schluß=)

Cheville à rivet, Klingbolzen; s. unter Pfeil-IconBolzen.

Chevilles, Chevillures, s. Pfeil-IconZinken.

Chevillette, siehe Pfeil-IconDorn, bey den Schlössern.

Chevillon, siehe Pfeil-IconDocke, bey den Drechslern.

Chevillures, s. Pfeil-IconChevilles.

Chèvre, s. Pfeil-IconHebezeug. Pfeil-IconSägebock. Pfeil-IconZiege.

Chèvrefeuille, s. Pfeil-IconGeisblatt.

Chevrette, das Weibchen des Rehbocks; s. unter Pfeil-IconRehbock.

Chevreuil, s. Pfeil-IconRehbock.

Chevreuse, eine Pfirsichsorte; siehe unter Pfeil-IconPfirsich.

Chevrillard, ein Rehkalb; s. unter Pfeil-IconReh.

Chevron, siehe Pfeil-IconDach=Sparren.

Chevrons de gazon, s. Th. I, Pfeil-Icon502, und Pfeil-IconRasen=Sparren.

Chevrotage, s. Pfeil-IconZiegengeld.

Chevrotine, s. Pfeil-IconZiegenschrot.

Chiaroscuro, s. unter Pfeil-IconCamajeu.

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Chibou=Gumi Klassifizierung: 668.372 Naturkautschuk und NaturharzDDC-Icon Klassifizierung: 688.8 VerpackungstechnikDDC-Icon Klassifizierung: 583.77 Rutales (Rautenartige)DDC-Icon , Fr. Gomme de Gommier, ist ein gewisses, dem Galipot nicht ungleiches, aber nicht so gar stinkendes, Harz. Es rinnt in häufiger Menge aus einem großen Baum in den americanischen Inseln, welchen man den Gummibaum, Fr. Gommier, zu nennen pflegt, weil er eine überaus große Menge Gummi giebt. Sein Holz ist hart und weiß; das Laub gleichet den Lorbeerblättern, nur daß sie größer sind. Seine Blühten sind klein und weiß, und stehen büschelweise an den Spizzen der Zweige. Die Frucht ist so dick als eine Olive, beynahe dreyeckig und dicht, zuerst grün und hernach braunroth; ihr Fleisch ist mürbe, und ganz voll weißlichten und leimichten Harzes. Es wird uns in Fäßlein zugeführet. Diese sind in große breite Blätter von einem in dem Lande wachsenden großen Baum, Cachibou genannt, eingeschlagen; daher denn dieses Gummi seinen Namen bekommen hat. Die Leute in Amerika, und die Wilden, brauchen diese Blätter zu allerlei; insonderheit legen sie dieselben in ihre Gewürzkörbe, damit die Luft nicht dazu kommen möge. Bisweilen brennen sie dieses Gummi statt des Oels.

Einige verkaufen dieses Gummi anstatt des Gummi Elemi; Andere für das Gummi Anime; noch Andere für Tacamahaca; man muß sich also vor dergleichen Betrug hüten.

Chiches, Pois chiches; siehe Pfeil-IconErbsen. (Kicher=)

Chicon, römische Lactuken; s. unter Pfeil-IconLattich.

Chicorée, siehe Pfeil-IconCichorien.

Chien, siehe Pfeil-IconHahn am Schlosse eines Gewehrs. Pfeil-IconHund.

Chien de mer, siehe Pfeil-IconHayfisch.

Chien-dent, siehe Pfeil-IconQuecken.

Chiffer Klassifizierung: 652.8 KryptografieDDC-Icon , Fr. Chiffre, die Geheimschrift; die Art mit verabredeten Characteren oder Zahlen einander geheime Dinge zu schreiben.

Ferner nennet man Chiffer, einen verzogenen Namen; die zierlich ineinandergezogenen Anfangsbuchstaben <8, 60> eines Namens; ein Name im Zug; ein verschränkter Namenszug, z. E. auf Petschaften, auf Staatswägen etc.

Chiffon, ein schlechter Lappe; siehe Pfeil-IconHader.

Chiffonnes, (Branches) s. Th. IV, Pfeil-IconS. 271; und Th. VI, Pfeil-IconS. 359.

Chiffre, siehe Pfeil-IconChiffer. Pfeil-IconZiffer.

Chigger, siehe Pfeil-IconChike.

Chignon Klassifizierung: 391.5 HaartrachtenDDC-Icon , (sprich Schinjong) Fr. Chignon, nennet man, in der Putzkunst, die vom Nacken glatt hinaufgeschlagene, und auf dem Kopf angesteckte Hinterhaupthaare des Frauenzimmers.

Es giebt an den Coeffüren der Frauenzimmer geflochtene Chignons à jour, u. d gl.

Chike Klassifizierung: 616.96 Parasitäre Krankheiten und Krankheiten durch Pilze (Mykosen)DDC-Icon Klassifizierung: 595.775 Siphonaptera (Flöhe)DDC-Icon , Chique, Chigger, L. Pulex penetrans Linn. Fr. Chique, Pou de Pharaon, ist ein auf den antillischen Inseln sehr gemeines, kleines, dunkelbraunes Insect, gleich einem Floh, aber noch etwas kleiner, welches sich unvermerkt in das Fleisch der Menschen, und zwar vornehmlich bey denjenigen, welche barfuß gehen, unter der Fußsohle, insonderheit zwischen dem Nagel und dem Fleisch, einfrißt, und daselbst ein schmerzhaftes und unerträgliches Jucken verursachet. Zuweilen schleicht es auch bis unter die Fingernägel; und Lerius will sogar an den Achseln, und andern weichen Theilen, Spuhren ihres Anfalls bemerkt haben. An eben demselben Orte, welcher juckt, erblicket man einen schwarzen Punct, welcher, nach Beschaffenheit der Chike, größer oder kleiner ist. Läßt man dieses Insect einige Zeit unter der Haut stecken, so bildet es bald eine dünne häutige Capsel oder einen Beutel, worinn sich das Insect verschließt, und für seinen Kopf nur eine kleine Oeffnung läßt. In dieses Beutelchen legt es sodann seine Eyer, deren sehr viele sind, welche den Nissen der Läuse gleichen. Diese nehmen täglich an Anzahl und Größe zu In wenig Tagen ist ein solcher Beutel einer ansehnlichen Erbse groß, in welcher Zeit auch die Nisse anfangen auszukriechen, und, <8, 61> wenn sie nicht herausgezogen werden, andere Beutel zu machen pflegen, woraus endlich bösartige Geschwüre entstehen. Der Abt Chappe d' Auteroche, in seiner Voyage en Californie, beschreibt dieses Insect, (welches die Brasilianer Ton nennen) unter dem Namen Nigua, oder Ningas, und versichert, eine solche Wunde könne tödtlich werden, wenn man nur einige Tropfen Wasser hineinkommen ließe; daher man alles Fleisch, welches mit solchen Beutelchen angefüllt wäre, gänzlich abschneiden müsse. Man fährt mit einer Nadel, oder, welches noch besser ist, mit der Spitze eines kleinen Messers, rings herum, und nimmt solchergestallt das Säcklein und die Chike auf einmal hinweg. Wenn dieses Säcklein, worinn die Eyer sind, unglücklicherweise bersten, und davon das geringste in dem Fleische zurück bleiben sollte, leidet man so lange, bis sie ganz heraus sind. Ueberdies entsteht daraus ein Geschwür, welches öfters am Gehen hindert. In solchem Fall (wenn nehmlich der Beutel beym Herausnehmen zerrissen ist,) pflegt man die Wunde mit Tobaksasche auszufüllen.

Es ist nicht möglich, sich vor dergleichen Ungemächlichkeiten auf den Inseln zu hüten, insonderheit aber in denen Häusern, welche nur ein Stockwerk haben, und ganz und gar nicht gepflastert sind. Inzwischen bekömmt man nicht soviel von diesem Ungeziefer, wenn man sich hütet, barfuß zu gehen, wenn man lederne Strümpfe und Handschuhe trägt, sich oft wäscht, und sich überhaupt reinlich hält, und wenn man an Oertern wohnet, wo der Boden mit Holz ausgelegt, oder wohl gepflastert ist. Herr v. Rochefort räth auch, in eben dieser Absicht, sein Wohnzimmer fleißig mit Seewasser zu besprengen. Die Sclaven, welche gemeiniglich barfuß gehen, und auf der Erde wohnen, pflegen sich, wie Barrere, in seiner Beschreibung von Guiana, meldet, die Fußsohlen mit Carapaöl zu reiben, um von diesem Ungeziefer nicht so sehr geplagt zu werden; diesem ungeachtet aber sind sie <8, 62> damit beständig überhäuft, und haben gemeiniglich davon faule Beine. An den Indianern zu Vera=Crux wird man aus diesem Grunde lauter unförmige Beine, von den vielen Schnitten, gewahr, wozu sie gezwungen sind, so oft sie von den Chiken angefressen worden. Sonst ist ein Umschlag von castilianischer Seife und Thran, das Beste, was man zur Tödtung dieser Insecten brauchen kann.

Die Chiken sind nicht nur eine Plage für die Menschen allein. Auch Affen, Hunde, Katzen, sogar die jungen wilden Tauben, sind zuweilen damit überstreuet.

Berlin. Realschulzeitung, v. J. 1754, St. 65, S. 514.

Nützl. Beytr. zu den neuen Strelitz. Anzeigen, v. J. 1771, St. 45.

Berlin. Sammlungen, V B. 4 St. 1773, 8. S. 396, fgg. und VII B. 3 St. 1775, 8. S. 235, fgg.

Chilas, Chillas; siehe Pfeil-IconChellas.

Chiliophyllum, Schafgarbe; siehe Pfeil-IconAchillea.

Chimie, siehe Pfeil-IconChemie.

China=Rinde Klassifizierung: 583.93 Gentianales (Enzianartige)DDC-Icon , Cortex americanus, Cortex chinae chinae, Cortex peruvianus, Cortex sinensis, Quinaquina oder Quinquina, ist eine überaus trockene Baumrinde, in der Dicke von 2 oder 3 Linien, welche äußerlich rauschbraun, manchmal mit einem weißlichen Moos bedeckt, und inwendig glatt, etwas harzicht, von Farbe röthlich, oder wie der Rost am Eisen, von einem sehr herben Geschmack, etwas anziehend, und von einem gewürzhaften, aber nicht unangenehmen Geruch ist, und wegen ihrer sieberstillenden Kraft auch die Fieberrinde, L. Cortex antifebrilis, oder febrifugus, genennet wird. Bisweilen bringt man sie in ziemlich dicken Rinden, die wenigstens 3 bis 4 Zoll lang, und 1 Zoll breit, aber nicht zusammengerollet sind; dieses sind vom Stamme des Baumes abgerissene Rinden. Manchmal sind sie dünn, wie kleine Röhrlein zusammengerollet, äußerlich braun, mit zirkelrunden zarten Strichlein gezeichnet, und mit Moos bedeckt, inwendig aber roth; dieses sind die Rinden von den <8, 63> kleinen Aesten. Ein andermal sind sie in sehr kleinen Stückchen, oder sehr klein geschnitten, inwendig gelb, und auswendig weißlicht; dieses soll die Rinde seyn, die man von den Wurzeln abgezogen hat. Man muß diejenige erwählen, welche roth ist, oder ins Rothe fällt, und der Zimmetrinde an Farbe gleichkömmt; die nichts unangenehmes im Geschmack, und deren Bitterkeit etwas gewürzhaftes an sich hat. Diejenige hingegen, welche klebericht, leimicht, hart wie Holz, alt, welk, unschmackhaft, und durch Vermischung irgend einer andern Rinde, die man in Aloesaft eingeweicht hat, verfälschet worden, ist zu verwerfen.

Der Baum, von welchem die Chinarinde kömmt, ist von Hrn. de la Condamine am besten beschrieben worden. Dieser reisete, im J. 1737, von Quito über Loxa nach Lima, um an dem mittlern Orte den Chinabaum zu untersuchen. Loxa, oder, nach spanischer Aussprache, Loja, liegt an der peruanischen Küste, ohngefär 70 Meilen südlicher, als Quito. Drittehalb Meilen von Loxa, liegt der Berg Cajannma; und dieses ist der Ort, wo die beste, wenigstens die berühmteste, Chinarinde gesammlet wird. Dieses erhellet daraus, weil sich noch vor 20 bis 30 Jahren die Kaufleute von einem Notarius eine Versicherung geben ließen, daß die von ihren eingehandelte Chinarinde vom Berge Cajanuma wäre. Herr de la Condamine blieb eine Nacht auf dem Gipfel desselben bey einem daselbst wohnenden Landeseingebohrnen, der dazu bestellet war, die Rinden von diesen Bäumen zu sammlen.

Der Chinabaum wächst gerade, und unterscheidet sich von weitem durch seinen Gipfel, welcher über alle andere Bäume hervorraget. Er sieht allezeit nur einzeln zwischen Bäumen von anderer Art. Wenn er ungehindert fortwachsen kann, so wird er über Manns=dick; wiewohl heut zu Tage selten Bäume von dieser Stärke auf dem Cajanuma angetroffen werden, weil die Bäume, von welchen man die erste Rinde erhalten hat, alle ausgegangen sind, nachdem man ihnen ihre Rinde gänzlich genommen hatte. Einige junge Bäume gehen auch davon aus; die meisten aber bleiben. Herr de la Condamine hat sie nicht stärker, als eines Arms dick, auch nicht höher, als 12 bis 15 Fuß, gesehen. Ehedem hielt man die dicksten Rinden für die besten; jezt aber suchet man, aus wohlgegründeten Ursachen, die feinsten.

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Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Der Gebrauch der Chinarinde war den Amerikanern schon bekannt, ehe ihn die Spanier wußten, denen ihn die Landes=Eingebohrnen lange Zeit verhehlet hatten. Der Erzählung nach, haben die Amerikaner die Entdeckung dieses Mittels dem Löwen zu danken, von dem einige Naturforscher versichern, daß er einer Art von Wechselfiebern unterworfen sey. Nachdem man gesehen hatte, daß diese Thiere von der Chinarinde fraßen: so bediente man sich ihrer in den Wechselfiebern, die in diesen Gegenden sehr gemein sind. Ob aber gleich die Spanier von Loxa, und in der ganzen Gegend, die Kraft dieser Rinde erkannt, und bewährt befunden hatten: so blieb sie doch der ganzen übrigen Welt noch lange verborgen. Dieses Mittel ward 1638 bey Gelegenheit eines Fiebers bekannt, welches der Gräfinn von Chinchon, Vicekönginn in Peru, nicht los werden konnte. Der Corregidor zu Loxa, der dieses erfahren hatte, sandte seinem Beschützer, dem Vicekönige, die Chinarinde, und versicherte ihn schriftlich, daß er für die Genesung der Gränfinn stände, wenn man ihr diese Fieber=Arzeney geben würde. Der Corregidor ward sogleich nach Lima berufen, um die Dosis und Zubereitung des Mittels selbst anzuordnen, und nach einigen mit andern Kranken glücklich von statten gegangenen Versuchen, nahm es die Viceköniginn auch, und genas. Sie ließ sogleich von Coxa einen Vorrath von dieser Rinde kommen, die sie selbst allen Nothleidenden gab; und damals fieng dieses Mittel an, unter dem Namen des Pulvers der Gräfinn bekannt zu werden. Einige Monathe hernach gab sie es den Jesuiten, welche fortfuhren, es umsonst auszutheilen; und da erhielt es den Namen des Jesuiten=Pulvers, welchen es in Amerika und Europa lange behalten hat. Kurze Zeit hernach schickten die Jesuiten von Lima mit dem Generalprocurator der Provinz Peru, welcher nach Rom gieng, dem Cardinal von Lugo, von eben der Gesellschaft, einen Vorrath dieses Pulvers; und in dessen Pallaste wurde es anfangs den Armen umsonst, Andern aber mit Gelde aufgewogen, gereichet. Nachher gab es die Apotheke des römischen Collegii mit eben so glücklichem Erfolge aus, als zu Lima, und man nennte es entweder noch immer das Jesuitenpulver, oder auch das Cardinalspulver. Dieses gieng sofort bis ans Ende des vorigen Jahrhunderts.

Als im Jahr 1640 der Graf und die Gräfinn Chinchon nach Spanien zurückgekommen waren, so verkaufte ihr Arzt Ivan de Vega, dieses Mittel zu Sevilla, das Pfund zu 100 Realen, oder 12 1/2 Speciesthaler nach unserer Münze. Die Rinde be<8, 65>hielt einerlei Abgang und Ruhm, bis die Chinabäume, welche noch Rinde hatten, selten wurden, und einige Einwohner von Loxa, da sie nicht mehr so viel schaffen konnten, als man in Europa verlangte, verschiedene andere Rinden unter die Packe mischten, die sie auf den Markt nach Panama schickten, wenn die Schiffe angekommen waren. Kaum hatte man dieses entdeckt, als die Chinarinde von Loxa dermaßen in Verfall gerieth, daß man nicht 1/2 Piaster mehr für das Pfund geben wollte, da man vorher zu Sevilla deren 12, und zu Panama selbst 4 bis 6 Piasters dafür gegeben hatte. Im J. 1690 blieben viele tausend Pfund zu Piura, und an der Ansurt von Payta liegen, (welches leztere der nächste Hafen von Loxa ist,) ohne daß jemand Lust gehabt hätte, sie einzunehmen. Dieses hat zum Ruin von Loxa den Grund gelegt, und es ist anjezt eben so arm, als es ehedem reich war.

Unter den verschiedenen Rinden, die man öfters mit der Chinarinde vermischt hat, und noch zuweilen damit vermischet, befindet sich die Aligier= und die Cucharilla=Rinde. So ähnlich sie einander sind, so kann man sie doch unterscheiden. Seit einigen Jahren hat man, zur Verhütung dieses Betruges, die sonst nie beobachtete Vorsicht gebraucht, jeden Ballen insbesondere zu untersuchen. Zu Payta, von wannen die meiste nach Europa bestimmte Chinarinde nach Panama gesendet wird, schiffet man keinen Ballen ohne diese vorläufige Untersuchung ein, wofern er nicht von sehr sichern Händen kommt. Herr de la Condamine ist hiervon selbst Zeuge gewesen.

Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon Die Menge der Chinarinde, welche jährlich nach Europa geführet wird, hat ganz Peru auf die Meynung gebracht, daß man sich ihrer zum Färben bediente. Der Mann, bey dem Hr. de la Condamine eine Nacht auf dem Berge geblieben ist, hat ihm gesagt, er hätte einige Schnupftücher, die er drey Tage in der Infusion dieser Rinde weichen laßen, moschusbraun gefärbt.

Von dem Gebrauche der Chinarinde in verschiedenen Krankheiten, wird Herr D. Martini in seinem Natur=Lexikon, ausführlich handeln.

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