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Bremse Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 595.773 Brachycera (Fliegen)DDC-Icon , Bräme, Brämse, Breme, Brömse, Vieh=Breme, (im Churkreise Dase,) L. Asilus, Musca armentorum, Oestrum, Oestrus. Tabanus, Fr. Taon, ist eine Art großer brauner oder schwärzlicher Fliegen, welche im Sommer Pferde und anderes Vieh plagen, dem sie folgen, um sie zu saugen, und sich von ihrem Blute zu mästen.

In das zur Naturgeschichte dieses Insectes gehörige, kann ich mich hier nicht einlassen, sondern verweise deshalb auf des Hrn. Degeer vortreffliche und mit Kupfern erläuterte Abhandlung über den Ursprung der Bremsen, im XXII B. der übers. Abhandl. der Kön. Schwed. Akad. d. Wiss. a. d. J. 1760, S. 272--285. Der eigentlichen Absicht meines Werks gemäß, habe ich es bloß mit dem Stiche der Bremsen, und den Mitteln, das Vieh dawieder zu bewahren, zu thun.

Klassifizierung: 001.4 Forschung; statistische MethodenDDC-Icon Vallisneri hält dafür, daß, wenn die Bremse mit ihrem sehr scharfen Stachel das Fell der größten Thiere durchbohrt, alsdann, so wie nach dem Bisse der Natter und dem Stiche der Bienen, eine Art von sehr beißendem und scharfem Gift nachfließe, welches die feinsten Fäden der Nerven mit unerträglichen Krämpfen reitze und gleichsam trenne, und indem es mit dem Blute in Gährung geräth, die Thiere wüthend mache. Reaumür hingegen ist der Meinung, daß dieser Schmerz die Wirkung einer bloßen mechanischen Wunde, nicht aber eines Giftes oder einer andern scharfen Materie, sey, welches <6, 587> die Bremse durch den Stachel durchfließen liesse. Der berühmte Morgagni untersucht die Gründe dieser beyden Beobachter, und glaubt, sich für keine von diesen beyden entgegen gesetzten Meinungen erklären zu dürfen, hingegen vermuthet er gewisser Maßen, man könne eine Meinung mit der andern verbinden, und sagen, der Schmerz, welchen die Bremse den Thieren verursachet, rühre von 2 Umständen her, welche sich zuweilen vereinigten, nähmlich von einem starken Nerven, und von einer beißenden und scharfen Feuchtigkeit zugleich. Hr. Velthusen in Göttingen, untersuchte, nach dem Berichte des 72 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1771, einige dieser Fliegen. Er hoffte leicht sowohl das Bläschen mit dieser beißenden Feuchtigkeit, als den hohlen Stachel, finden zu können, so wie man sie gar bald an den Wespen und Hornißen entdeckt; aber alle seine Mühe war umsonst, ob er sich gleich der schärfsten Gläser bediente. An dem Stachel, so groß er auch in Vergleichung mit dem Bienenstachel, ist, konnte er weder aus= noch inwärts eine Oeffnung entdecken. Eben so wenig war es ihm möglich, das Bläschen oder ein anderes Behältniß zu finden, worin das vorgebliche Gift aufbehalten werden möchte. Auch ist es ihm niemahls geglückt, diese giftige Feuchtigkeit heraus dringen zu sehen, wenn er stark den äussersten Theil des Bauches und den Anfang des Stachels, drückte, da sie doch leicht bey den Bienen, Wespen, Hornißen und allen andern Thieren, welche beym Verwunden Gift in die Wunde laufen lassen, hervor kommt. Damit indessen gar kein Verdacht wegen des Daseyns dieses beißen den Giftes übrig bleiben möchte, kostete er selbst und ließ verschiedene andere Personen das ganze Werkzeug kosten, mit welchem die Bremse verwundet. Er nahm es mehrmahl mit den benachbarten Theilen unten am Hintertheile, in den Mund, und zerquetschte es mit den Zähnen zwischen den Lippen und der Spitze der Zunge. Er fühlte bey diesen Proben nicht den min<6, 588>desten beißenden Saft, noch die geringste beschwerliche oder widerliche Empfindung. Wenn diese Feuchtigkeit, wie man glaubt, scharf und beißend wäre, und, indem sie kaum an lebendiges Fleisch kommt, stark reizte, und sogar die Nerven des Rindviehes brennte, so hätte er bei diesen Versuchen gewiß ein Stechen auf der Zunge empfinden müssen, so wie der kleinste Tropfen von derjenigen Feuchtigkeit, welche die Biene beim Stechen aus ihrem Stachel herausfließen läßt, der Zunge sehr beißend und schmerzhaft fürkömmt (s. Th. IV, Pfeil-IconS. 482).

Es kömmt folglich, wenn eine Bremse das Fell eines Thieres durchbohrt, kein Gift oder irgend eine beißende Feuchtigkeit aus ihrem Stachel hervor. Der ganze Schmerz ist vielmehr bloß mechanisch, und rührt von dem besondern Bau des Werkzeuges her.

Es besteht dasselbe aus 3 starken und schneidenden Haken von hornichten Wesen, welche zusammen gleichsam eine Schere ausmachen. Gewöhnlich verursachet es keinen großen Schmerz; wenn es aber zufälligerweise einen größern Nerven und einen empfindlichern Theil des Thieres trifft, oder, welches noch wahrscheinlicher ist, wenn die Bremse vieleicht aus Schrecken und allzugroßer Eilfertigkeit den Stachel in einer Richtung zurückzieht, die derjenigen entgegengesetzt ist, in welcher sie denselben in das Thier hineinbrachte; alsdenn wird der Stachel, indem er, vermöge seiner Haken, die Haut zerreißt und die Nerven gewaltsam auseinander zerret, den so heftigen, fast unerträglichen Schmerz verursachen, welcher das Thier in die größte Wut bringt.

Zu verhindern, daß das Vieh nicht von den Bremsen gestochen wird, darf man nur dasselbe mit dem Saft aus Kürbisblättern, oder mit Wasser, darinn gestoßene Lorbeeren gesotten worden, bestreichen. Die Fuhrleute ziehen Hanf samt dem Kraute aus, wenn sie es haben können, und bestreichen ihre Pferde damit. Wenn man ferner Attichkraut und Knoblauch durcheinander nimmt, <6, 589> den Saft daraus presset, Schmeer dazu thut, und alles in einer Pfanne untereinander prägeln läßt, bekömmt man eine Salbe, darein man einen wollenen Hader werfen, und die Pferde an denen Orten, wohin sich die Bremsen gern zu setzen pflegen, als: an dem Schlauche, hinter dem Schweif, neben den Augen, und an andern Orten, damit abstreichen darf, so kömmt keine Bremse noch Fliege dahin. Oder, man kann auch Tannenzapfen in Wasser sieden, ein Wischtuch darein tunken, und die Pferde oder das Rindvieh damit abwischen.

Nach des Hrn. Dons-en-brai zu Paris Vorschlag, werden die Blätter oder auch die grünen Schalen von welschen Nüssen in einem Kessel mit so vielem Wasser, daß sie völlig bedeckt werden, eine Viertelstunde gekocht, damit das Wasser recht kräftig und bitter werde; alsdenn wird das Vieh mit diesen Blättern und Schalen, sonderlich an denen Stellen, wo es das Ungeziefer am wenigsten von sich abhalten kann, wohl eingerieben. Sind die Blätter und Schalen verbraucht, so nimmt man einen Lappen, tauchet ihn in dieses Wasser, und wäscht das Vieh fleißig damit. Dieses Mittel braucht man in der Zeit, da die Fliegen am meisten stechen, entweder alle Tage, oder um den andern und dritten Tag. In Ermangelung der Wallnußblätter und Schalen, würde man auch andere bittere Blätter und Kräuter, als: Wermuth, u. d. gl. dazu gebrauchen können.

Die großen braunen Bremsen pflegen beständig zu brummen, daher auch ihr Name entstanden zu seyn scheint. Es giebt aber auch kleinere graue, welche ohne allen Laut dem Vieh auf die Haut fallen.

Klassifizierung: 636.3 Kleine Wiederkäuer; SchafeDDC-Icon Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 595.774 Cyclorrhapha (Deckelschlüpfer)DDC-Icon Zu dem Geschlecht der Bremsen gehört auch ein gewisses Insekt, der Bissewurzm (Bies= oder Bißwurm) genannt, wodurch das Vieh zur Sommerszeit dermaßen geängstigt wird, daß es heftig zu laufen, oder wie der gemeine Mann im Niedersächsischen redet, zu bissen (bischen, büssen, biesen, Fr. beser oder bezer, moucher) anfängt. Dieses Insekt, so bekannt es unter den Landleuten ist, welche vielfältig die Schädlichkeit desselben erfahren, indem ganze Heerden Vieh verjagt und ins Korn getrieben, auch oftmals Wagen und Pflug <6, 590> zerbrochen werden, wenn sich dieses kleine Thier dem Zugvieh nahet: so unbekannt ist doch der Ursprung desselben. Die gemeinen Leute, welche selbiges am ersten zu kennen, und zu tödten, Gelegenheit haben, rechnen es zu den Bremsen, und legen ihm einen Stachel bei, welcher so heftige Schmerzen verursachet, daß um deswillen das Vieh so wütend wird, und davon läuft. Die Klappe, die am Hintertheil ist, und sich im Fliegen niederwärts beugt, nennen sie den Stachel, der zum Verwunden bereit gehalten werde. In diesem Urtheil ist etwas wahres, etwas aber unrichtig. Jenes besteht darinn, daß dieses Insekt zu dem Geschlecht der braunen großen Fliegen, oder Bremsen, gehört: doch ist es nicht so dick und rund, wie eine Bremse, sondern etwas länglicher, und hat große hervorstehende Augen. Im Munde hat es einen kleinen Saugerüssel, durch welchen es seine Nahrung in sich zieht; und wenn es ein lebendiges Thier sticht, oder sich an demselben ansauget, so macht dies nicht mehr Schmerzen, als ein anderer Bremsen= oder Fliegenstich. Der Klappe an dem Hintertheil des Insekts, giebt man fälschlich den Namen Stachel, womit ein Thier gestochen werde. Es ist diese Klappe eigentlich der Legestachel, durch welchen die Fliege ihre Eier legt. An dem Leibe ist derselbe breit, am Ende aber rund, und in demselben eine Oeffnung, worinn das Ei, welches die Fliege legen will, anzutreffen ist. In den Sommermonathen kommt diese Fliege zum Vorschein. Wenn sie sich gepaart hat, und nunmehr Eier legen will, sucht sie sich, nach dem Triebe, welchen der Schöpfer allen Creaturen eingeprägt hat, einen Ort, wo sie ihre Eier auf eine solche Art hinlegen kann, daß sie ausgebrütet, und die Brut solange ernährt wird, bis sie fliegen, und sich die Nahrung selbst suchen kann. Diese Stelle findet sie bei den Thieren, und zwar bei solchen, deren Hare nicht glatt und vest anliegen, auch nicht zu dick sind; daher sie weder bei den Pferden, noch auch <6, 591> bei den Schafen, wo sich diese Fliege ebenfalls oft einfindet, einen bequemen Platz für ihre Eier antrifft. Bei dem Rindvieh aber, und bei dem Rothwildprett, findet sie den Ort, sonderlich bei denen, die noch jung sind, oder die wegen Mattigkeit im Frühjahr nur spät starkes und vestes Har wiederbekommen. Ueber dergleichen Thiere hält sich diese Fliege mit ihren Flügeln, und läßt zugleich das Ei aus der Oeffnung der Klappe herabfallen. Das Ei hat etwas klebriges an sich, und hängt sich an die Hare. Fällt das Ei nun gerade auf den Rücken oder Hals des Thieres, so bleibt es an den Haren hangen, senkt sich zwischen denselben herab, und fällt auf die Haut des Thiers. Hier wird es erwärmt und ausgebrütet, und aus dem Ei kriecht ein kleiner Wurm heraus, der sich in die Haut des Thiers hinein frißt, und alsdenn entstehen an dem Rindvieh und Wildprett die Beulen, deren ich im IV Theil, S. 353, f. Erwähnung gethan habe, und welche der gemeine Mann Daselbeulen oder Viekbenlen nennet. In dieser Wohnung bleibt der Wurm den Herbst und Winter über, und nährt sich von den Säften und dem Blute des Thiers. Wenn er sein erstes Alter und Größe erreicht hat, wird er zu einer Puppe, wie eine Raupe, und aus der Puppe kommt die Fliege hervor, welche sich die erste Oeffnung in der Haut, wodurch der ausgebrütete Wurm in die Haut hineingekrochen, wieder öffnet, herauskriecht, davon fliegt, sich gattet, Eier legt, und alsdenn stirbt.

Dieses ist die Lebensgeschichte eines Insekts, welches nicht allein ganze Heerden Vieh schüchtern und wild macht, sondern auch großen Schaden anrichtet, indem nicht allein das Thier, welches dessen Eier in seiner Haut ausbrütet, dadurch sehr entkräftet, sondern auch die Haut dadurch zerbohrt wird, daß sie hernach nicht so gut gebraucht werden kann.

Klassifizierung: 591.5 VerhaltenDDC-Icon Wie der Schöpfer dieser Fliege den Trieb gegeben, sich bei den lebendigen Thieren eine Stelle zu suchen, wo <6, 592> ihre Eier bequem ausgebrütet werden können: so hat er auch den Thieren einen Trieb eingeflößt, diesem zu begegnen, und eine solche Befruchtung ihres Rückens zu verhindern. Dahin gehört das heftige Laufen der Thiere. Sie kennen diese Fliege schon an ihrem Ton, den sie im Fliegen von sich giebt, und fangen sogleich an, heftig zu rennen und zu springen, und die Schwänze über den Rücken zu bewegen, um dadurch die Fliege abzuwehren, oder zu verhindern, daß sie ihr Ei nicht in gerader Linie auf den Rücken des Viehes fallen laßen kann. Und dieser Trieb ist bei dem Rindvieh dermaßen stark, daß, wenn ein Mensch nur mit dem Munde den Ton dieser Fliege nachmacht, eine ganze Heerde Vieh sogleich in Unordnung gebracht wird, daß alles davon läuft, was nur laufen kann. Das andere Mittel ist das Streichen durch die Gebüsche, wodurch die Fliege gehindert wird, das Vieh zu verfolgen, auch die Eier, welche an den Haren sitzen, abgestreift werden.

Was künstliche Mittel betrifft, welche wider dieses Insekt gebraucht werden können: so lehrt die Beschaffenheit dieses Insekts von selbst, daß es insbesondre auf diese 2 Stücke ankomme: 1) daß man verhindere, daß aus dem in der Haut des Viehes ernährten Wurm keine Fliege werde; 2) daß die Fliege gehindert werde, ihre Eier zu legen. Das erste läßt sich durch folgendes Mittel erreichen. Man untersucht im Herbste das junge Vieh, welches im Frühjahr sehr mager und matt gewesen. An diesem wird man viel Beulen, sonderlich auf dem Rücken und an dem Halse, finden. Diese Stellen reibt man mit einer Speckschwarte, und zwar so, daß man gegen die Hare anstreicht. Das Fett erweicht die Haut, und das Salzige tödtet den Wurm unter der Haut. Dieses wiederhohlt man im Herbst und im Frühjahr, und erhält dadurch einen gedoppelten Vortheil, daß man sowohl sein Vieh von schädlichen Gästen befreiet, als auch die Vermehrung des Insekts verhindert. Im Sommer, wenn <6, 593> die Fliege ihre Eier legt, ist es vortheilhaft, wenn man dem jungen und magern Vieh den Hals und Rücken wieder oft mit einer Speckschwarte streicht, allein nicht gegen, sondern mit den Haren, damit diese einestheils vester anliegen, anderntheils aber die Eier der Fliege sich an die fettigen Hare nicht anhängen können.

Klassifizierung: 398.4 Paranatürliche und legendäre Phänomene als Themen der FolkloreDDC-Icon Einige Bauersleute pflegen das Rindvieh auf dem Rücken oft mit Salz zu bestreichen. Man macht hieraus wohl gar einen Aberglauben, und lehrt dabei alberne Worte sprechen. Die Sache aber hat ihren natürlichen Grund und Nutzen. Das Salz bleibt, wenn es gut eingerieben wird, in den Haren hangen, schmilzt durch den Regen, und schießt alsdenn wieder als ein zarter Krystall an die Hare, und eben hierdurch verhindert es, daß die Insekten=Eier, die sich an die Hare hängen, nicht bis auf die Haut zum Ausbrüten kommen können.

S. das 78 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1770.

Untersuchung von dem eigentlichen Ursprung der großen Fliegen= oder sogenannten Daselbeulen des Rindviehes, von C. F. W. (Christ. Fr. Wernich) st. im 63 St. der Berlin. wöchentl. Re= lation der merkwürdigsten Sachen etc. v. J. 1754, S. 497--499, im 65 St. S. 513--516, und im 68 St. S. 537--541.

Klassifizierung: 599.65 Cervidae (Hirsche)DDC-Icon Vorbeschriebene Art Bremsen findet sich in dem äussersten Norden sehr häufig. Sie plagt die Rennthiere, den einzigen Reichthum der Lapländer, dergestallt, daß diese sich genöthigt sehen, ihre Rennthiere im Sommer auf die höchsten und mit Schnee bedeckten Gebirge zu treiben, weil sie sonst aus Furcht vor dieser Fliege so wild werden, daß sie alle davon laufen. Diese Rennthier=Bremse, welche die Lapländer Curbma nennen, und welche Linnäus zuerst, unter dem Nahmen Oestrus thorace flavo, cingulo nigro, alis immaculatis, pedibus nigris, beschrieben hat, ist noch einmal so groß, als die in unsern Ländern einheimische. Dieses Insekt erzeuget sich aus dem Ei, welches auf den Rücken des Rennthiers von den Bremsen geleget wird, und fällt, in der Mitte des Sommers, wenn das Thier die Hare abwirft, mit <6, 594> denselben aus seiner Wohnung herab. Sobald das Insect hervor gekrochen ist, schwebt es beständig über dem Rennthiere, und sucht sein Ey in die ausstehenden Haare desselben zu legen. Diese Thiere hingegen haben eine so vorsichtige Furcht davor, daß sie, wenn auch ihrer tausend beysammen sind, und nur eine einzige ohnmächtige Fliege sumset, mit einander ihre Hörner werfen, und den ganzen Leib schütteln. Weil aber die Rennthierkälber im ersten Frühlinge ihr Haar nicht abwerfen, sondern fest anliegend behalten, so kann kein Ey zwischen dasselbe gebracht werden. Diese sind daher im zweyten Frühlinge von Geschwüren frey, die sich sonst von den am Rückgrath verborgen legenden Bremsen erzeugen. Wenn diese Eyerchen nun am Rücken liegen bleiben und auskommen, so durchsticht das Insect die Haut, und quält das arme Thier, vornehmlich im dritten Jahre, so sehr, daß es ganz abgezehret wird; daher rührt es auch, daß die Felle am Rücken gemeiniglich voll Narben sind. Die Krähen folgen den Heerden in großer Menge, um die Bremsen von dem Rücken der Rennthiere wegzuschnappen. Zur Vertreibung dieser Insecten pflegen die Lappländer Baumschwamm (Agaricus) bey ihren Wohnungen, wenn sie die Renn=Thiere füttern, zu verbrennen.

Oestrus Rangiferinus, descriptus à CAR. LINNAEO, st. in den Act. Soc. Reg. Vpsal. ad A. 1741. Stockh. 1746, 4. S. 102--115.

Hrn. Linnäi von derer Rennthiere Bremse=Kugeln oder Höhlen Anmerkungen, st. im 12 St. des IV B. des Oberlausitz. Beytr. zur Gelahrh. und deren Hist. Lpz. und Görl. 1743, 4.

Von den Bremsenbeulen in den Häuten der Rennthiere in Lappland, von Carl Linnäus, st. nebst der Abbild. im I B. der übers. Abhandl. der Kön. Schwed. Akad. d. Wiss. S. 145--157.

Fernerer Versuch und Hülfsmittel für der Rennthiere schlimme Krankheit, Curbma genannt; übergeben von Mart. Triewald, st. im 13 St. des IV B. des Oberlausitz. Beytr. etc. und im I B. der übers. Schwed. Abhandlungen, S. 158--163.

Bremse Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon , L. Pastomis, oder Postomis, nennet man auch ein Instrument von Eisen, welches wie eine Feuerzange gestaltet ist, und aus 2 langen und eingekerbten Theilen besteht, welche oben vermittelst eines Gewindes (Char<6, 595>nière) an einander hangen. Mit diesem klemmen die Schmiede den Pferden die Nase oder die Ohren ein, daß sie stille stehen müssen, wenn man sie beschlagen will, oder eine gewaltsame Operation mit ihnen vor hat, und sie sich allzu ungeberdig dabey anstellen. Dessen Abbildung s. im XXV Th. PfeiliconFig. 1459.

Man hat auch hölzerne Bremsen, welche oben mit einem Leder oder mit einer Schnur zusammen gebunden sind, und eben dergleichen Dienste thun, als die eisernen; nur müssen diese keine scharfe Ecken haben.

Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon Endlich heißt Bremse, bey den Seilern, ein härenes Seil, welches um die so genannte Lehre gewickelt wird, und das Tau beym Seilen glättet. Die Bremse wird wieder mit einem besondern Breinsestrick befestiget, welches mit einem Knuppel oder Bremseholz, gespannet wird.

S. Sprengels Handwerke und Künste, 12te Samml. Berl. 1774, 8. S. 270.

Bremsen=Thaler Klassifizierung: 737 Numismatik und SiegelkundeDDC-Icon , ein rarer Thaler, welchen Nic. Bremse, Bürgermeister zu Lübeck, 1537 schlagen, und sein Zeichen, eine Bremse, hinzufugen ließ. Siehe PfeiliconFig. 363 (2).

S. Jo. Christ. Kundmanns sonderbare Thaler und Münzen, Breßl. und Lpz 1734, 4. S. 79, f.

Lilienthals vollständiges Thaler=Cabinet, Königsb. und Lpz. 1735, 8. No. 1352, S. 396, f.

JO. HENR. v. SEELEN programma de nummo Lubecensi, vulgo Brömsen=Thaler. Lubec. 1723, 4.

Brennen Klassifizierung: 636 ViehwirtschaftDDC-Icon Klassifizierung: 640.4 Einzelne Aspekte der HauswirtschaftDDC-Icon , Brandmahlen, Einbrennen, heißt auf eine Sache mit einem eisernen heiß gemachten Zeichen ein Merkmahl brennen, daß man dieselbe daran erkennen möge. Also pflegt man in einer Haushaltung nicht nur allerley hölzernes Geschirr, eichene Pfähle u. d. gl. sondern auch das Vieh, dergestalt zu zeichnen, damit man sie von andern ihres gleichen desto eher unterscheiden könne.

Klassifizierung: 398.4 Paranatürliche und legendäre Phänomene als Themen der FolkloreDDC-Icon Klassifizierung: 799.234 Jagd mit HundenDDC-Icon Bey den Jägern, heißt Brennen. Fr. Flatrer, insbesondere, ein Eisen von der Form eines Schlüsselbartes glühend werden lassen, und es mitten auf die Stirn <6, 596> eines Hundes, der von einem rasenden Hunde gebissen ist, legen, damit er nicht auch rasend werde.

Brennen der Ackerfelder oder des Landes Klassifizierung: 631.8 Düngemittel, Bodenverbesserer, WachstumsregulatorenDDC-Icon Klassifizierung: 631.6 Rodung, Dränung, RekultivierungDDC-Icon , Brennen der Erde, Düngen mit Feuer, Schwenden, L. Incineratio, Vstio. Hierdurch verstehe ich diejenige Verbesserung des Landes, da man die Oberfläche des Bodens, oder den Rasen, anzündet und sie brennen läßt. Man verfährt dabei folgendergestallt. Die Rasen des Bodens werden ausgestochen; man leget sie in Haufen, damit sie trocknen, und brennet sie nachgehends zu Asche. Die Asche wird sodenn über die bloße Oberfläche des Bodens ausgebreitet und eingepflüget.

Die besste Art, den Rasen von dem Boden abzunehmen oder abzuschälen, (Fr. écher, écobuer) welches im Badenschen das Schorben der Felder genennt wird, ist folgende. Nachdem man im Winter den Anfang gemacht hat, die drei Haupthindernisse, Wasser, Steine, und solche große Wurzeln, zu deren Ausrottung die Schäl=Hacke nicht stark genug ist, wegzuschaffen, wird etwa in der Mitte des März zur Abschälung eines solchen Feldes geschritten. In dieser Absicht mus man eine gewisse Anzahl Tagelöhner, nach dem Umfang des abzuschälenden Feldes, miethen. Jeder von diesen Arbeitern mus mit einer sogenannten Schäl=Hacke, (Fr. Ecobue) PfeiliconFig. 364, versehen seyn. Diese mus an dem Rande herum scharf, wie ein Hobel, und etwa 9 Zoll breit seyn. Das Eisen ist von unten heran 6 Zoll lang, und wird, je weiter es nach dem Stiel herauf kommt, immer schmäler, bis es nur noch 3 Zoll hat. Siehe PfeiliconFig. 365. Der ganze obere Theil muß von dem besten Eisen gemacht, und gegen das Inwendige ein wenig hohl seyn. In der Mitten braucht sie die meiste Stärke, und eine verhältnismäßige Dicke. Das Loch, worein der Stiel kommt, ist von 2 Zoll im Durchschnitt. Der Stiel mus so lang seyn, daß der Arbeiter beinahe gerade dabei stehen kann. Dieses Werkzeug kann, ohne den Stiel, etwa 10 bis 12 <6, 597> Pfund schwer seyn. Ist es leichter, so thut es die nöthigen Dienste nicht.

Der munterste und verständigste Arbeiter muß, zur Anführung der übrigen, ausgesucht werden. Es muß derselbe in einer gehörigen Stellung stehen, seine Schäl=Hacke zu führen, ferner einen Hieb erst rechter Hand, sodenn gerade vor sich, und zulezt linker Hand, in die Erde thun. Der auf der Hacke liegende und aufgehobene Rasen muß hernach, mit einer Bewegung, dem Arbeiter zur rechten Hand in seiner natürlichen Lage, so daß die Erde unten zu liegen kommt, gelegt werden. Es muß derselbe durchaus so tief abgestochen werden, daß wenigstens 4 Zoll dick Erde daran bleibe, damit solchergestallt alle durcheinander gelaufene Wurzeln des auf der Fläche gewachsenen Unraths mit hinweggeschafft werden, weil sonst diese Wurzeln aufs neue auskeimen, dem Getreide Schaden thun, und es mit der Zeit ganz verdämmen. Der Anführer muß, wenn er ein Stück Rasen weggenommen, und zu seiner Rechten gelegt hat, einen kleinen Schritt weiter gehen, und noch ein solches Stück von gleicher Größe und Dicke wegnehmen. Dieses legt er wieder zu seiner Rechten, in einer Linie mit dem vorigen, so daß die beiden Ränder auf einander zu liegen kommen, und das zweite mit dem hintersten Rande ein wenig tiefer liege. Auf solche Art geht er nunmehr gerade fort, und legt alle Rasenstücke an einander weg. Sobald er die zwei ersten Rasenstücke aufgehoben hat, fängt der zweite Arbeiter, welcher linker Hand einen kleinen Schritt hinter ihm steht, seine Reihe von Rasen ebenfalls an, wegzunehmen, wie der erste, und legt seinen Rasen auf seine rechte Seite auf den Fleck, den sein Anführer so eben leer gemacht hat. Wenn diese weiter fortrücken, so stellt sich nach und nach ein jeder von den übrigen Arbeitern, einer nach dem andern, seinem Vorgänger zur linken Hand, einen kleinen Schritt weit hinter ihm, und macht es eben so. Solchergestallt<6, 598> folgen sie auf einander, wie die Schnitter. Wenn sie bis an das Ende des Feldes kommen, welches ebenfalls einer nach dem andern erreicht, so muß der Anführer wieder unten, wo er zuerst anfing, dicht neben dem Orte, wo bereits abgestochen ist, von neuem anfangen; denn diese Arbeit muß allemahl in einerley Linie verrichtet werden. Und auf diese Art geht es nach einander fort, bis das ganze Feld abgestochen ist.

Zu dieser Arbeit haben einige englische Schriftsteller auch so genannte Schäl= oder Abstech=Pflüge, Fr. Degazoneur, vorgeschlagen. Ein Pflug von der besten und ungekünsteltsten Art, ist derjenige, welchen Bradley, in seinem complete body of hushandry, S. 43, folgender Maßen beschreibt. Siehe PfeiliconFig. 366. Von A bis A ist der Grengel des Pfluges etwann 7 Fuß lang, und in den Block B, welcher von reinem Holze ohne Aeste seyn muß, eingezapft und vernagelt. C C sind die Blätter ohne Säulen; diese sind inwendig platt, daß sie an das Schneidemesser E gleich anliegen, und werden mit einem Bolzen und Vorstecker auf jeder Seite daran befestigt, wie bey D zu sehen ist. E ist das Schneidemesser von verstahltem Eisen, ohngefähr 4 Zoll breit, und 12 bis 18 Zoll lang, nachdem es die Nothdurft erfordert. Dieses Messer muß so gemacht seyn, daß es sowohl auf dem Boden, als an den Seiten, wo es an die Säulen befestiget wird, schneidet. F F sind 2 eiserne Stäbe, die Säulen fest zu halten, daß sie nicht weichen. Diese Säulen müssen an der äussern Seite eingezapft seyn, und durch den Pflug gehen. G G sind die Pflugsterzen; sie müssen schief zwischen den Grengel und die Säulen befestiget werden. Die Nagellöcher in dem Grengel haben den Nutzen, daß der Pflug mehr oder weniger einschneidet, indem die Räder dadurch näher an das Schneidemesser, oder weiter davon, gebracht werden. Sie dürfen nicht über 2 Zoll von einander seyn.

Oder, man bedient sich hierzu eines Brust=Pfluges, den ein starker Arbeiter, vermöge der Stärke und des Gewichtes seines Leibes, vor sich hin schiebet, und welcher auf folgende Art gemacht ist. Er besteht aus einer Art von 8 bis 9 Zoll langen, Pflugeisen, mit einer <6, 599> aufwärts gekehrten Schneide, einem Handgriffe, und einem oben befestigten Querholze. Hiermit wird der Rasen, ohngefähr 1 Zoll dick, und zwar nach der Quantität der darin befindlichen Wurzeln, oder anderer Pflanzenmaterien, mehr oder weniger von der Oberfläche abgeschnitten. Die Rasenstücke, welche 1 1/2 Fuß lang, und 9 oder 10 Zoll breit sind, werden nachher umgekehrt, damit sie trocknen.

Der Verfasser des New System of agriculture schlägt zu eben dieser Absicht folgenden Pflug vor. Eine hohle Pflugschar, welche in der Mitte eine scharfe Schneide hat, die von ihrer Spitze bis oben hinab geht, und an beyden Seiten eine Art von Ohren hat, welche an der Spitze anfängt, und an das Ende der Pflugschar zurück läuft, muß an ein leichtes, doch starkes, Stück Aeschenholz, das vorn spitzig, hinten aber dick und stark seyn muß, befestiget werden. Die Pflugschar muß von einer Spitze der hinten befindlichen Ohren, bis zur andern, 2 Fuß breit, 1 Fuß lang, und 1 Fuß hoch, seyn. An dem Ende der Stange von Aeschenholz, muß ein starkes Stück Holz, gleich einem Hebel, beynahe perpendikulär, doch etwas nach hinten zu hangend, befestiget werden. Es muß 2 Fuß lang seyn, und an dem Ende ein Querholz haben, um das Geschirr des Pferdes daran zu befestigen. Die Pflugsterzen oder Handhaben des Pfluges, und die Pflug= oder Streichbreter zur Umkehrung der Rasen, müssen gleichfalls daran befestigt seyn. Alsdann ist das Werkzeug fertig, und jeder Pflug=Junge wird es, nach einer kleinen Anweisung, bequem führen können. Er muß an dem Ende eines Feldes anfangen, und so, wie er fortgeht, wird sich ein Rasen gegen die Verzäunung des Feldes, und der andere nach der inwendigen Seite desselben, hinkehren. Wenn er umkehrt, muß er den Pflug gerade längst dem Ende des letzterwähnten Rasen stellen; denn er bedecket einen Theil des Grundes, der nicht aufgeschnitten ist. Dieser wird <6, 600> bei dem Zurückkehren aufgeschnitten, und mit dem andern umgekehret. Auf diese Art muß das ganze Feld aufgeschnitten werden, und so werden die Rasen in langen Stücken liegen, die von einer Seite zur andern reichen. Hierauf muß es auch noch in die Längen geschnitten werden. Man hat solches aber für keine gedoppelte Mühe anzusehen, zumal da die erste Bemühung, gegen die sonst gewöhnliche Methode, so gering zu rechnen ist. Der Erfinder des Pfluges hat auch hierzu ein sehr bequemes und leicht zu verfertigendes Werkzeug erfunden.

Man muß sich eine Walze von dem Stamme eines gesunden Baumes machen laßen, welche stark, groß und schwer ist. Um diese Walze herum leget man 6 Reife, 2 Fuß voneinander; diese müssen von tüchtigem Eisen, und vest angenagelt seyn. Auf jedem Reif muß in der Mitte, eine Schneide, etwa 5 oder 6 Zoll hoch über der Fläche des Reifes in die Höhe gehen. Diese Schneiden müssen sehr scharf, vest, und wohlverstählt seyn, damit die Last der Walze im Umdrehen sie vollkommen so tief, als sie reichen können, in die Erde eindrücke, und doch nicht beschädige, daß sie etwa stumpf werden, sich beugen, oder abbrechen. Ein Pferd kann diese Walze sehr wohl ziehen. Mit derselben muß man über das Feld, welches man brennen will, und zwar quer über die Streifen, die der Pflug abgeschält hat, weggehen. Solchergestallt werden aus dem Rasen Stücke von 2 Fuß lang, und 1 Fuß breit, werden.

Nunmehr müssen wir auch zeigen, wie die Rasen getrocknet, auf einander gehäufet und gebrannt werden. So einfältig auch diese Verrichtung nach der kurzen Beschreibung, welche die Schriftsteller davon gegeben hahen, scheinen mag: so kommt doch ein großer Theil des Vortheils, den der Landmann davon zu genießen hat, auf eine genaue Beobachtung eines jeden Umstandes dieses Verfahrens an.

<6, 601>

Wenn der Boden leicht, und das Wetter schön und heiß ist, werden die Rasen, wenn sie nur einmal aufgehoben und umgekehret werden, schön trocken. Wenn aber entweder selbst die Dumpfigkeit des Bodens, oder die feuchte Witterung, solches verhindert, so müssen die Rasen, so hohl als möglich, in kleinen Haufen übereinander geleget werden; denn, wenn dem Winde zwischen den Rasen ein Durchgang gelaßen wird, so trocknen sie leicht. Bisweilen ist es schon zureichend, wenn man sie in die Höhe richtet, und solchergestallt mit den obersten Enden sich gegen einander lehnen läßt.

Wenn die Rasen zum Anzünden trocken genug sind, brennen sie an einigen Orten recht gut allein; an andern Orten muß man noch andere leicht zu entzündende Materien mit zu Hülfe nehmen. Der Landmann kann wissen, ob er sie allein anzünden könne, oder ob er ihnen dergleichen Zusatz geben müsse, wenn er beim Auswerfen auf ihre Beschaffenheit Achtung giebt. Ist nemlich der Boden sehr leicht, sind die Rasen dünn, und haben wenig Wurzeln, so brennen sie allein nicht gut; ist hingegen der Boden besser, sind die Rasen dicker, haben sie viel Wurzeln in sich, und sind viele Stängel und Blätter darauf, so brennen sie ohne Zusatz. Im ersten Falle muß man trocknes Heu, oder trocknen Ginst, unter jeden Haufen, und, wenn die Rasen sehr schlecht sind, und man große Haufen davon gemacht hat, zwischen den Rasen eines jeden Haufens, legen. Am bessten ist es, keine gar zu große Haufen zu machen, die Rasen mögen beschaffen seyn, wie sie wollen; denn, so brennen sie allezeit am bessten; und je zahlreicher die Haufen sind, ein desto größerer Theil der Oberfläche des Bodens wird durch das Brennen selbst gebessert. Denn, unfruchtbare Boden werden nicht bloß durch die Asche der gebraunten Rasen verbessert, sondern ihr Erhitzen selbst, welche durch dieses Feuer geschieht, dienet, ihre Theilchen aufzulösen, und die Fruchtbarkeit, die sie erhalten, zu vergrößern.

<6, 602>

Einige errichten diese kleine Haufen von Rasen recht künstlich. Sie nehmen, zu einem jeden, 10 oder 12 Rasen, die sie mühsam zusammenflechten, so daß die Rasen inwendig eine Hölung haben, wie sie denn auch an verschiedenen Orten Oeffnungen darzwischen laßen, welche Oeffnungen und Hölen sie alsdenn mit dem trocknen Heu füllen.

Ein guter Schiebkarren von Rasen, ist zu jedem Haufen genug; und wenn sie von der schlechten Art sind, so wird nur ein wenig von der trocknen Materie unter und zwischen ihnen gelegt. Der Arbeiter muß die Rasen alsdenn auf den Enden in die Höhe richten, und sie so los, als nur immer möglich ist, setzen. Wenn nun alle Haufen auf diese Art in die Höhe gerichtet sind, und 1 oder 2 Tage zum fernern Trocknen gestanden haben, wird das trockne Heu angezündet, davon die Rasen denn gleichfalls Feuer fassen, und zum Gebrauch des Landmanns genugsam brennen.

Wenn es gut brennt, so wird der ganze Haufen anfänglich schwärzlich und dunkel aussehen; in einer kurzen Zeit darauf fangen die Rasen an zu krachen, und in Stücke zu krümeln; bald darauf fallen sie in einen Haufen röthlicher oder gelblicher Asche, worinn noch verschiedene Klumpen bleiben; nach noch einer kleinen Weile wird ein großer Theil dieser Klumpen zerfallen, und die Asche an den meisten Theilen blaßgrau, und an einigen weißlich, werden. Ein Landmann kann nunmehr leicht beurtheilen, in welchem von allen diesen verschiedenen Umständen die Asche zu seinen Absichten am bessten sey. Solange die Rasen noch schwarz sind und zusammenhalten, sind sie noch nicht genug gebrannt. Wenn sie anfangen zu krachen und zu krümeln, kommen sie dem Zustande, in welchem sie ihm nützlich seyn können, schon näher. Der rechte Zustand aber, darinn er sie gebrauchen kann, ist, wenn die Rasen in Asche zerfallen sind, und doch noch eine gelb= oder röthliche Farbe ha<6, 603>ben. Die Asche ist alsdenn völlig gemacht, und hat noch ihre vollkommene Kraft. In jeder Minute, die sie nach dieser Zeit noch brennt, verliert sie einen Theil von ihrer Güte.

Alle heftige Hitze nimmt die Kraft der Rasen weg, die der Landmann darinn zu behalten wünschet. Er muß sie also vermittelst eines langsamen Feuers brennen. Je weniger er also anderes Brennzeug hinzuthut, desto besser ist es; und damit er davon so wenig, als möglich, nöthig haben möge, wird er wohl thun, die Rasen vorher so gut, als nur immer geschehen kann, trocknen zu lassen. Eben deswegen ist auch die Asche, die von reichen Rasen kommt, besser, als die von der schlechtern Art derselben kommende, weil die reichen Rasen vor sich allein, und zwar sehr langsam, brennen.

Ferner hat man dahin zu sehen, daß die inwendige Seite der Rasenhaufen allezeit stärker gebrannt werde, als die auswendige. Auch ist es bisweilen schon genug, wenn die auswendige Seite wohl aufgerissen ist, und von einem kleinen Blasen auseinanderfällt. Wiewohl, es läßt sich hier keine allgemeine Regel geben; denn, die Natur der Rasen ist so sehr unterschieden, daß einige, wenn sie schon stark genug gebrannt sind, dennoch solange an einander hangen, bis man sie zerschlägt; andere aber brechen und zerfallen schon, ehe sie noch halb in den gehörigen Zustand gesetzt worden.

Der Landmann kann aus der Beschaffenheit der Rasen beurtheilen, was für einen Grad von Feuer sie aushalten können, und welchen Zusatz von anderm Brennzeuge er noch nöthig habe. Dieses muß er vorher wohl erwägen, indem sehr vieles darauf ankommt. Am bessten geht diese Operation von statten, wenn die Haufen solange brennen, als sie brennen müssen, und man sie alsdenn ganz auf der Erde stehen laßen kann. Dieses beruhet aber auf der Quantität des dazu kommenden Brennzeuges, ingleichem auf der verschiedenen Beschaffenheit <6, 604> der Rasen. Ist der Zusatz des Brennzeuges gar zu stark gewesen, und die Rasen daher inwendig noch brennen, wenn die auswendige Seite genug gebrannt ist, so muß man die Rasen brechen, und sie ein wenig auseinanderbreiten, damit sie davon ausgehen. Am bessten aber ist es, wenn sie von selbst ausgehen, gehörig calcinirt worden, und ganz geblieben sind. Denn, wenn sie gebrochen und auseinandergerührt werden, so wird, wenn ein windiger Tag kommt, die Hälfte der Asche verwehet.

Wenn die Haufen auf iztbeschriebene Art gemacht, und das Brennzeug, nach der Beschaffenheit der Rasen, dergestallt eingerichtet gewesen, daß die Haufen genugsam gebrannt sind, und ganz da stehen, läßt man sie solange stehen, bis sie ganz kalt geworden; und wenn solches geschehen, und einer oder ein paar gute Regengüsse erfolgt sind, so muß man alsdenn Anstallt machen, sie zu verbreiten, welches am bessten an einem stillen Tage geschieht. Zuvörderst nimmt man, um jeden Haufen herum, die Oberfläche der Erde 3 oder 4 Zoll tief, auf; rücket alsdenn den Haufen ein wenig weiter fort; nimmt auf dem Orte, wo er gestanden, die Erde noch etwas tiefer weg; wirft diese weggenommene Erde auf die Haufen, bricht endlich und mischt alles zusammen. Es wird dadurch die Quantität der Asche vermehrt; und man kann sie, nachdem sie solchergestallt mit dieser Erde bereichert ist, ordentlich über das ganze Feld verbreiten, da denn ein jeder Theil desselben einen gehörigen Grad der Fruchtbarkeit erhalten wird.

Einige thun Kalk zu dieser Asche, und zwar zu jedem Haufen, der aus einem Schiebkarren voll besteht, den achten Theil eines Scheffels, oder auch mehr, nachdem der Haufen größer ist. Sie thun selbigen unter den Haufen, oder auch zwischen die Asche, und rühren diese Mischung nicht eher, als bis Regen darauf gefallen ist. Dieses vermehrt zwar die Fruchtbarkeit, es ist aber nicht nöthig, denn das Land wird ohne den Kalk schon fruchtbar genug.

<6, 605>

Die besste Zeit, die Oberfläche des Feldes abzustechen, und zu verbrennen, ja, sogar die einzige Jahrszeit, wenn es mit Nutzen geschehen kann, ist von der Mitte des März, bis etliche Tage vor Johannis. Diese 3 Monathe sind zum Glück diejenigen, da der Landmann sonst am wenigsten zu thun hat. Wollte man den Rasen eher stechen, so würde er wieder frische Wurzel fassen; eben so wenig würde es gut seyn, ihn später zu stechen, indem er sonst nicht abtrocknete. Diese 3 Monathe über, da die Sonne an unserm Gesichtskreise höher steigt, ist die Erde, nach Beschaffenheit der Höhe dieses Himmels=Lichts, am trockensten. Wenn Johannis vorbei ist, und die Sonne wieder zurückgeht, fängt die Erde an, eine Feuchtigkeit von sich zu geben, die sich mit dem Rückgange der Sonne vermehrt, und endlich so beträchtlich wird, daß sie die Abtrocknung des Rasens sehr verzögert, und zuweilen ganz hindert.

Nachdem die Asche verbreitet worden, hat man weiter nichts zu thun, als das Land zu bepflügen und zu besäen. Man muß aber nicht tief pflügen, sondern bloß den Boden dadurch umwerfen, damit alles wohl gemischt werde, und man alsdenn das Korn darauf säen könne. Man hat, bei diesem Verfahren, auch noch den Vortheil, daß man die halben Kosten des Saatkorns ersparet, und doch eine sehr reiche Ernte bekommt. Am bessten ist es, im ersten Jahr Weizen zu säen, und solches sehr spät zu thun.

Wenige, wenn sie die Wirkung eines solchen Brennens nicht gesehen haben, können sich nicht vorstellen, was für eine vortheilhafte Methode es sey. Hierzu kommt noch, daß sie nicht nur bei Ländern, die an und für sich selbst gut sind, sondern auch bei den ärmsten und schlechtesten mit einem gewissen guten Erfolge gebraucht werden kann. Reiche Boden müssen ganz und gar nicht gebrannt werden. Auch ist das Brennen für steinichte, kiesichte und kalkichte Boden, oder auch für Länder, welche lange Zeit in Bearbeitung gehalten worden sind, nicht gut. Es gehört eigentlich für arme, unfruchtbare, mit Binsen bewachsene und <6, 606> heidige Boden, die eine Zeit unbearbeitet gelegen haben, und wenig oder nichts werth sind. Der damit verknüpfte Vortheil ist nicht bloß auf 1 Jahr eingeschränkt, sondern dauert vollkommen 3 Jahre. Das Brennen des Landes kommt mit dem Bemisten desselben darin überein, daß durch beydes das Land auf 3 Jahre fruchtbar gemacht wird. Der Unterschied darunter aber ist dieser: Wenn die 3 fruchtbaren Jahre, welche der Mist verursachet hat, zu Ende sind, so ist das Land im Stande, eine andere Düngung wieder anzunehmen, beym Brennen aber geht solches nicht an. Nichts ist also vernünftiger, als daß, wenn ein gebranntes Land am Ende der 3 Jahre keine gemeine Düngung annehmen will, man es damit vor dem Verlaufe dieser Zeit versuchen müsse. Mist verursachet nur eine maßige Fruchtbarkeit, und wird auf einem Lande gebraucht, welches vorhin nicht schlecht gewesen ist. Das Brennen ist für ein solches Land gut welches vorhin nicht gut gewesen ist, und verursachet in dem ersten Jahre eine bewundernswürdige Fruchtbarkeit. Es könnte auch, so sehr es dadurch erschöpfet werden mag, alsdann eine Verbesserung annehmen; allein, wenn es noch 2 Jahre darauf ohne Ersetzung erschöpfet worden ist, so findet keine Verbesserung mehr Statt. Alsdann ist es gar zu arm geworden, und es geht einem solchen Lande alsdann wie denen Thieren, die gar zu lange gehungert haben, welche, wenn sie darauf wieder Nahrung bekommen, sterben.

Nach diesem in der Vernunft gegründeten Plan, will ich dem Landmanne eine Methode vorschlagen, vermittelst deren er, wenn sich ein solches Stück Land von seiner Unfruchtbarkeit erhohlt hat, selbiges nach solcher Zeit beständig fruchtbar erhalten kann. Sie besteht in Folgendem. So bald er seine erste Aernde eingeführt hat, bereite er das Land, zu der andern, durch eine gewöhnliche Düngung. Versuchet er es damit, ehe das Land völlig erschöpft ist, so wird es selbige gut annehmen; und durch diese einzige Handlung wird es in einen andern Zustand gesetzt werden, und er kann es allezeit nachher als einen bessern Boden, auf die gewöhnliche Art und mit gleichem Vortheile, behandeln. Wenn er Märgel haben kann, so lege er auf das Land, welches sich wieder erhohlt hat, eine maßige Quantität davon, zwischen der Zeit der ersten Aernde, und dem andern Besäen. Hierdurch wird es auf einmahl in den Zustand anderer mit Märgel beworfenen Länder gesetzt werden, und wenn man auf gleiche Weise damit verfährt, so wird es auch auf gleiche Weise tragen. Wo aber kein Märgel zu haben ist, da wird eine gemeine Bemistung <6, 607> schon gut seyn; noch bessere Wirkung aber wird ein Gemenge von Pferdemist, Kühmist, und Flußschlamm, haben.

Das Brennen ist solcher Gestalt eine Methode, deren man sich eigentlich bey dem schlechtesten Boden zu bedienen hat. Warum wollte man aber den Vortheil davon andern Boden, welche ihrer eben nicht so sehr nöthig haben, entziehen? Asche ist, wie ich im II Th. S. 519, fgg. gezeigt habe, eine vortreffliche Düngung; und die Hitze, welche die Erde dadurch bekommt, wenn kleine Quantitäten von Pflanzenmaterien darauf verbrannt werden, vermehrt ihre Fruchtbarkeit gar sehr. Es kann also Asche für Länder, die eben kein völliges Brennen erfordern, eine sehr gute Düngung seyn; und wenn man ihnen zu gleicher Zeit Hitze gibt, so werden sie gewiß noch besser darnach werden. Aus diesem Grunde wird der Landmann bey vielen Gelegen heiten wohl thun, wenn er dergleichen Asche auf dem Lande macht, welches er damit zu düngen gedenkt: so wird er auch zugleich den aus der Erhitzung des Bodens entstehenden Vortheil genießen. Da aber hierzu eben nicht das Brennen der Rasen des Landes schlechterdings erfordert wird, so will ich diese Methode unter dem Nahmen des unechten Brennens des Landes abhandeln.

Von verschiedenen Arten des unechten Brennens des Landes. Es sind diese Methoden an vielen Orten, und zu allen Zeiten gebräuchlich gewesen, ob sie gleich durch keinen besondern Nahmen unterschieden worden sind. Das Brennen des Landes ist so alt, als irgend ein anderes Verfahren, welches uns in der Land=Wirthschaft bekannt ist. Schon Virgil sagt:

Saepe etiam steriles incendere profuit agros;

und alle römische Schriftsteller, die vom Ackerbau gehandelt, haben des Gebrauches des Feuers bey demselben Erwähnung gethan. Insonderheit aber kann man von diesem unechten Brennen sagen, daß es nicht nur sehr alt, sondern gewisser Maßen allgemein sey. Vom Brennen des <6, 608> Bodens selbst, reden nur einige dieser Schriftsteller; hingegen des Verbrennens der trocknen Stoppeln und Halme auf demselben, wie auch des Verbrennens anderer Materien, die in dieser Absicht dahin gebracht werden, gedenken Alle. Dieses nenne ich nun eigentlich ein unächtes Brennen, worunter ich das Verbrennen solcher Dinge, die ein Boden hervorbringt, und die lonst nicht geachtet werden, oder solcher, die in dieser Absicht auf einen Boden gebracht werden, kurz, das Verbrennen aller Dinge auf einem Boden, ausser den Rasen oder der obersten Bedeckung des Bodens selbst, als welche bei dem ächten Brennen in dieser Absicht aufgenommen wird, verstehe.

Asche ist eine sehr gute Düngung; sie ist aber ungleich besser, wenn sie auf dem Lande selbst gemacht wird. Die Menschen scheinen gleichsam durch einen natürlichen Trieb auf dieses Verfahren gebracht zu seyn, denn sie sind an Oertern darauf verfallen, wo keiner den andern diese Methode lehren konnte. In allen Nachrichten von den Gebräuchen in Ostindien lesen wir, daß die Einwohner in Ceylon die trocknen Halme ihrer Ernte verbrennen, um dadurch das Land zu der folgenden Ernte zuzubereiten. Und diejenigen, welche uns die ersten Nachrichten von Amerika mitgetheilt haben, melden, daß die Einwohner daselbst trocknes Holz über ihre Felder ausgebreitet, und solches angezündet haben, um dadurch den Boden zu bearbeiten. Auf diese Art kam die Asche ziemlich ordentlich zu liegen, und der Boden ward gut, und durchgängig gleich, von dem Feuer erhitzet, so daß er nothwendig eine gute Ernte liefern muste. Da dieses nicht eine so starke Methode, als das Verbrennen der Rasen, war: so konnte es auch für die künftigen Jahre nicht die üble Folge haben, daß das Land dadurch arm gemacht ward. An Oertern, wo Holz im Ueberfluß ist, kann keine bessere Methode erdacht werden, als kleingemachtes trocknes Holz auf einem Stoppelfelde zu verbreiten, und selbiges <6, 609> mit den Stoppeln zugleich anzuzünden. Wir dürfen uns nicht schämen, auch von den Wilden zu lernen, wenn ihre Verfahrungsarten in der Vernunft gegründet sind, und durch die Erfahrung bestätiget werden.

Ich werde diese allgemeine Methode des unächten Brennens unter 4 Hauptstücken betrachten, und 1) von dem Verbrennen des Riedgrases auf feuchten Ländern; 2) vom Verbrennen der Stoppeln auf Korn=Feldern; 3) vom Verbrennen allerlei Unkrautes auf Heiden und allgemeinen Weiden, und 4) vom Verbrennen anderer Materien, die man in dieser Absicht auf ein Land hinbringt, handeln.

Das Verbrennen des Riedgrases auf feuchten Ländern, ist ein sehr alter Gebrauch, und allemal sehr gut befunden worden. An solchen Orten ist das Gras öfters kurz und sauer, und es wächst eine Art von niedrigen Binsen darauf, deren Blätter mehr Platz, als alles Gras, einnehmen. Sie sind gemeiniglich gelb, haben ein ganz verfallenes Ansehen, und werden etwa im October trocken und strohigt. Alsdenn bedecken sie die Erde dermaßen, daß kaum Gras zu sehen ist, und sind zum Anzünden trocken genug. Bei solchen Umständen nun muß sich der Landmann einen sehr trocknen und mäßig windichten Tag zu Nutzen machen, und einen ganzen Rand eines Feldes so anzünden, daß der Wind die Flamme vor sich her treibe. Der ganze Boden wird alsdenn in wenig Minuten mit einer Flamme, und gleich darauf mit einer leichten schwarzen Asche, überzogen werden. Alsdenn muß er den ersten Regen erwarten, um die Asche ein wenig zu dämpfen, und gleich darauf den ganzen Boden dick mit Heusaat besäen. Oefters geschieht es, daß der Wind die ganze Quantität Asche von dem Boden wegwehet; es geht aber dadurch nicht aller Vortheil verloren; denn durch die Hitze des Brennens sind die Wurzeln der Binsen, die nicht weit unter der Oberfläche liegen, ertödtet worden, und der Boden ist dadurch zubereitet, <6, 610> den Samen anzunehmen, welcher gar bald Wurzel schlägt, im Frühling auf einmal aufschießt, und ungemein stark wächst. Es entsteht auf diese Art allemal unvergleichliches Gras, so widrig die Witterung auch gewesen seyn mag. Wenn aber nur ein wenig Regen fällt, und die Asche mit dem Samen wohl hineingespült ist, so schießt das Gras erstaunlich geschwind auf, und das Unkraut erhohlt sich niemals wieder. An andern Orten in sumpfigen Ländern, wo der Boden schwammicht und voll Binsen ist, wirft man die Rasen mit einem Brustpfluge auf, verbrennet sie auf dem Boden, und säet nachher Heusamen, anstatt Korn darauf. Dieses ist nichts anders, als ein ächtes Brennen; allein, da Gras nicht so sehr, als Korn, erschöpfet, so bleibt es, ohne daß einige andere Sorgfalt daran gewendet wird, eine geraume Zeitlang guter Wiesengrund. Dieses ist auf solchen Boden nothwendig, weil ihre Feuchtigkeit sich durch das bloße Verbrennen des Riedgrases nicht heben läßt, und weil die Binsen gar zu tief eingewurzelt sind, als daß sie durch diese schlechte Methode sollten können ausgerottet werden. Wo die Oberfläche mit leichten Binsen überzogen ist, da geschieht deren Anzünden, ohne daß der Boden gereget worden, mit Nutzen. Der Vortheil, den die andere Art verschaffet, ist größer; diese Art aber ist leicht, und für den Landmann zureichend.

Das Verbrennen der Stoppeln auf den Feldern, ist eine alte und gemeine Gewohnheit; und obgleich die daraus entstehende Asche leicht ist, und nur eine geringe Quantität beträgt, so macht doch die Hitze, welche der Boden durch das Brennen bekömmt, diese Düngung weit besser, als wenn eine viermal so große Quantität anderswoher gebrachter Asche aufgeleget würde. Die Erfahrung zeigt, daß diese Methode für solche Länder sehr gut sey, auf welchen große Halme und schlechte Aehren zu wachsen pflegen. Wenn man die Stoppeln verbrennen will, muß man zuvörderst das Land unter den Hecken aufpflügen, weil es <6, 611> sich öfters zugetragen hat, daß die Flamme durch den Wind zu den Hecken getrieben worden, und durch die Entzündung verdorrter Zweige großen Schaden verursachet hat. Ob ich gleich oben, S. 604 die Mischung des Kalkes mit der aus einem völligen und ächten Land=Brennen entstehenden Asche, verworfen habe: so ist solche Mischung doch in diesem Falle sehr gut. Denn wenn unter die auf dem ganzen Felde liegende Asche nur einmal Kalk gestreuet, und solches zusammen, nachdem es eine Zeitlang gelegen, und 2 oder 3 Regengüsse bekommen hat, eingepflüget wird, so giebt es, der Erfahrung zufolge, eine erstaunlich reiche Düngung.

Der Vortheil, welcher aus dem Verbrennen des unnützen Krautes und Gesträuches auf unfruchtbaren gemeinen Feldern entsteht, ohne daß dabei die Rasen abgenommen werden, ist noch nicht bekannt genug. Man sticht die Heide und anderes Unkraut aus, macht kleine Haufen davon, und bedecket selbige mit der Erde, die bei Ausstechung dergleichen Unkrautes mit herausgebracht worden. Diese Haufen zündet man an einem stillen Tage an, da sie denn gar bald zu Asche brennen. Die darüber geworfene Erde wird durch das Brennen gut calcinirt; und ob sie gleich dadurch vieleicht in einen Stand versetzt worden, in welchem sie, wenn sie allein gebraucht würde, für das Wachsthum der Pflanzen nicht gut seyn dürfte, so dienet sie doch hier zu einer trefflichen Düngung. Man hat nicht nöthig, mit diesen kleinen Haufen Asche und calcinirter Erde eher etwas vorzunehmen, als bis sie von der Nässe ein wenig angefeuchtet worden; alsdenn muß man sie, an einem trocknen und stillen Tage, ordentlich über das Land ausbreiten, und sobald als möglich einpflügen. Zu der vermischten Asche, welche auf die iztgedachte Art gemacht wird, ist Kalk ein vortrefflicher Zusatz. Die Boden auf solchen heidichten Feldern, sind öfters kleyicht, bisweilen aber auch leicht und hol. Sind die Boden kleyicht, so bedarf <6, 612> es hier keines weitern Zusatzes; ist derselbe aber leicht und hol, so kann man auf jeden Haufen Asche 1/2 Scheffel guten Steinkalk legen, ihn ein wenig mit Asche mischen, und es zusammen liegen laßen, bis der Regen darauf fällt, und es sodenn, wie vorhin gesagt worden, ausbreiten, und mit einander einpflügen. Es erfordert diese Methode wenig Arbeit; und wenn der Landmann den Kalk selbst brennt, so gehören auch wenig Kosten dazu; sie wirket überdies auf die allerunfruchtbarsten Boden.

Zulezt muß ich auch noch desjenigen unächten Brennens gedenken, da man Stöcke, Stoppeln, Halme und andern dergleichen Unrath auf das Land bringt, und es darauf zu Asche brennet. Viele sind der Meinung gewesen, daß diese Methode nicht mehrere Dienste thue, als wenn man das Land mit Holzasche, die zu diesem Behuf gekauft und auf das Land geleget wird, dünget; sie haben sich aber gar sehr geirret. Es ist bereits oben, S. 601 bemerkt worden, daß die Erhitzung der Erde in einem solchen Grad, als durch dergleichen kleine Feuer verursachet wird, an und für sich selbst die Fruchtbarkeit derselben gar sehr befördere; und dies macht schon einen großen Unterscheid zwischen beiden Methoden. Man ersiehet dieses aus den beiden lezterwähnten Arten des unächten Brennens. Bei den andern Arten suchet man den verbesserten Theil des Bodens mit dem schlechtern zu mischen, und folglich ist der ganze Boden gleich fruchtbar. Bei den beiden leztern Arten aber wird bloß die Asche allein, oder mit Kalk vermischt, auf den Boden gestreuet und eingepflüget, und weiter geschieht nichts dabei. Wenn man das Korn solcher Lander aufmerksam betrachtet, wird man finden, daß, ungeachtet das ganze Feld fruchtbar ist, sich dennoch hin und wieder runde Flecke finden, auf welchen das Korn viel schöner, als an andern Stellen, steht; und bei genauerer Untersuchung wird sich zeigen, daß solches eben diejenigen Flecke sind, auf welchen die verschiedenen Haufen ge<6, 613>brannt haben. Die durch dieses Brennen hervorgebrachte Asche ist sorgfältig ausgebreitet worden, und an keiner Stelle reichlicher, als an der andern, zu liegen gekommen. Welcher Ursache ist nun wohl die besondere Fruchtbarkeit dieser Flecke anders, als der Erhitzung des Bodens unter und um diesen Haufen, zuzuschreiben?

Von der in England gebräuchlichen Besserung der Felder mit gebrannten Leimen, werde unter dem Art. Pfeil-IconThon handeln.

Ueberhaupt ist die Art, durch Feuer zu düngen, auch ein gutes Mittel zu Verminderung des Unkrautes, wovon der Same durch den andern Mist so häufig in die Aecker gebracht wird. Nicht weniger schaffet dieses Brennen auch den Vortheil, daß alle Insekten, nebst deren im Boden steckenden Brut, dadurch vertilget werden.

Von der Art, die Felder mit Torfasche zu düngen, von G. T. st. im 101 St. der Hannov. gel. Anz. v. J. 1753.

Des précautions qu' on doit user dans le gouvernement des terres, en les brulant. st. im Journ. oecon. Oct. 1761, S. 476-478.

Von dem Brennen des Landes, s. Allgemeine Haushaltungs= und Landwissensch. Th. I. Hamb. und Lpz. 1763, gr. 8. S. 319--342.

Untersuchung der Gründe für und wider das Brennen, st. im V B. des Forstmagaz. Frf. und Lpz. 1764, gr. 8 S. 141, fgg.

Vertheidigung des Land=Schwendens oder Brennens, st. im 3 B. des aus dem Engl. übers. Museum rusticum & commerciale, Leipz. 1765, 8. S. 80-85.

Ein Schreiben von einem morländischen Meyer, welches die großen Vortheile des Brennens des Morlandes zeiget, v. Jun. 1764, st. im 4 B. desselben, S. 300--315.

J. J. Schreiben von Verbesserung der Morländer durch Brennen, v. 29 Sept. 1764, st. im 6 B. desselben, S. 194--198.

Von Urbarmachung der Heideplätze (durch Brennen), in einem Schreiben an den Hrn. Kammerdirect. S. vom Hrn. Kammer=Rath von M* * C. am 30 Sept. 1772, st. im 45 St. des Wittenb. Wochenbl. v. J. 1772.

Neues Verfahren, kalte, nasse und unfruchtbare Ländereyen, vornemlich kleyichte oder thonartige Grundstücke zu verbessern; besonders eine Anweisung, den Klay, Torf und die Maulwurfshaufen auszubrennen. Aus dem Engl. Münster und Lpz. 1775, 8. 18 B. u. 8 K. T.

Vom Abbrennen des Heidekrauts, oder Heide, s. Heinr. Wilh. Döbels neu=eröffnete Jäger= Practica, Lpz. 1754, f. Th. III S. 71, f.

<6, 614>

Vom Abbrennen der Felder, die man nur alle 8 oder 10 Jahre pflüget, und wie die Rasen=Oefen zu bauen, s. Abhandlung von dem Ackerbau, nach den Grundsätzen des Herrn Tull, französisch herausgegeben von Hrn dü Hamel, und ins Deutsche übersetzt, Dresd. 1752, 8. S. 43--47, m. K.

Abhandlung vom Verbrennen des Gehölzes auf dem Felde und der Hauswirthschaft mit Waldungen, von Jac. Faggot, st. im XII B. der übers. Abhandl. der Schwed. Akad. der Wissensch. Hamb. und Leipz 1754, gr. 8. S. 141--151.

De l' incineration, s. Le Gentilhomme cultivateur, trad. de l' angl. de Mr. HALL, à Paris, 1761, gr. 12. S. 353--380. De l' incineration bâtarde, S. 381--392. De la maniere d' amender par les brûlis les pâturages couverts de mousse, st. in dess. IX Th. S. 183--187.

Carl Fr. Menanders Bericht vom Schwedje und Kitö in Finnland, st. im IV B. der übers. Schwed. Abhandlungen, Hamb. 1750, gr. 8. S. 317--319.

Miltz Aufgabe das Düngen mit dem Feuer betreffend, st. im 58 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1766.

Jo. Jac. Reinhards Abhandlung von verschiedenen Arten der Brennfelder in Teutschland, st. in dessen vermischten Schriften 6 St. Frf und Leipz. 1767, 8. S. 852--896.

Neuerlicher Versuch von Kytöland, von Freyh. Hindrich Wrede, st. im VI B. der Schwed. Abhandl. S. 320.

Brennen der Füllen Klassifizierung: 636.1 Einhufer; PferdeDDC-Icon , um sie zu zeichnen. In berühmten und vornehmen Stutereyen pflegt man den Füllen ein gewisses Kennzeichen an einem von den hintern Bügen zu machen, und entweder mit einem heißen Eisen zu brennen, oder aber mit Scheidewasser, oder einer andern scharfen Materie zu ätzen, damit man daran erkennen könne, in welchem Gestüte sie gefallen und erzogen worden sind.

Das Brennen geschieht am besten im dritten Jahre, damit ein Pferd noch ein Jahr darauf auf der Weide gehe. So bald das heiße Eisen den Brand gethan hat, salbet man den gebrannten Ort mit Baumöhl, welches sich schnell einzieht, und verursachet, daß die Haut sich desto eher von dem Fleische absondert, und von selbst abfallt, auch das Fleisch rein und frisch bleibt, und mit einer neuen Haut, welche ohne Haare bleibt, wieder bewächst.

Das Aetzen oder Einbeitzen des Zeichens geschieht folgender Maßen. Man hält das Pferd recht fest, und <6, 615> bremset es auch sogar, (s. oben, Pfeil-IconS. 594, f.) wenn es die Noth erfordert. Hernach nimmt man das Haar von dem Orte, wo man das Zeichen machen will, mit einem Schermesser glatt weg, streicht das entweder auf Holz, Eisen oder Papier gemachte Zeichen mit einer schwarzen, rothen oder andern Farbe an, und druckt es auf. Wenn diese Farbe trocken geworden ist, streicht man nachstehendes Aetzwasser, vermittelst eines Pinsels, einen Finger breit auf. Schmähler darf man die Striche nicht machen, weil es sonst ganz und gar wieder verwachsen würde, denn die Striche werden um ein gut Theil schmähler. Man muß das Wasser drey Mahl, nähmlich den einen Tag Morgens und des Abends, hernach den folgenden Tag noch einmahl, aufstreichen, solches sodann bis auf den Abend stehen lassen, und nachgehends etliche Tage hinter einander, mit der oben S. 370, f. beschriebenen Brandsalbe beschmieren.

Recept zum Aetzwasser. Man nimmt: Grünspan, 1 1/2 Unzen; gelben Arsenik, 1 Loth; sublimirtes Quecksilber, 1 Unze; Scheidewasser, 1 Pfund; mischet alles, wohl gepülvert, unter das Scheidewasser, und läßt es 3 Tage stehen. Alsdann kann man es gebrauchen.

Brennen der Kopfhaare, siehe unter Pfeil-IconFrisiren.

Brennen der Pferde Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 636.1 Einhufer; PferdeDDC-Icon , eine Cur. Dieses wird entweder durch so genanntes todtes, oder durch lebendiges Feuer, verrichtet.

Wenn man bey Pferden die Heilungsart durch künstliche Geschwüre nothwendig findet, so bedient man sich dazu unter andern gewisser Mittel, welche, vermöge ihrer großen Schärfe, das Oberhäutchen, die Haut und das darunter liegende Fleisch anfressen, dasselbe verzehren, und zugleich mit den zufließenden Säften in einen Schorf oder Rinde verwandeln, unter welchem sich bald darauf Materie ansammlet, und ein ordentliches Geschwür erzeuget. Wegen dieser Wirkung nennet man solche Mittel Schorf=machende (Escharotioa), bei<6, 616>zende oder Aetz=Mittel (Caustica), auch wohl Brenn=Mittel, oder todtes Feuer (Ignis potentialis, Cauteria potentialia), weil sie mit dem Feuer einerlei Wirkung auf den Körper hervorbringen. Es gehören dahin: der Vitriol, die Spießglaßbutter, der gemeine Aetzstein, (Lapis caustieus chirurgorum), und der Höllenstein (Lapis in fernalis).

Geschwinder und sicherer aber kommt man davon, wenn man sich, anstatt iztgedachter Mittel, lieber des lebendigen Feuers oder des glühenden Eisens selbst (Cauterium actuale) bedienet. Man kann damit völlig eben das ausrichten, was die Schorf=machenden Mittel bewirken, und der Gebrauch desselben ist leichter, geschwinder und deswegen sicherer, weil man nicht Gefahr läuft, andere Theile dabei zu verletzen, welche nicht beschädiget werden sollen. Man muß, in dieser Absicht, Brenn=Eisen von verschiedener Gestallt und Größe haben, die man auf einem Holzkohlenfeuer roth=, aber niemals weiß=glühend macht, und alsdenn auf den Theil, welcher gebrannt werden soll, hält. Man muß aber weder zu tief durch die ganze Haut durchbrennen, noch auch das Eisen zu gelind aufhalten und sogleich wieder wegnehmen. Sollte man aber ja etwas zu flach gebrannt haben, so darf man nur nachher, wenn man es bemerkt, etwas Vitrioloel, oder auch nur Scheidewasser, auf den Brandfleck streichen, welches schon tiefer einfressen wird. Nach dem Brande entsteht augenblicklich ein Schorf, den man mit Butter oder Oel beschmiert, worunter sich bald Materie sammlet, deren weitern Zufluß man hernach, solange es nöthig ist, durch die dazu dienlichen Mittel befördert, bis man endlich auch den Schaden wieder zuheilt. Weil, von dem Brennen, Narben zurückbleiben, ohne daß man ein Mittel hat, sie wegzuschaffen: so sucht man diesen Uebelstand wenigstens dadurch zu vermeiden, daß man die Brenneisen in Gestallt eines Sterns, Zirkel, oder wie Laubwerk, und in <6, 617> andern Figuren, machen läßt. Bei dem Zuheilen muß man auch verhüten, daß die Pferde den Schaden nicht lecken, kratzen oder reiben können, weil dieses ebenfalls die Narbe vergrößert. Man cauterisirt z. E. beim Ausschlag oder Wurm; bei Fisteln, um die harte Haut (Callus) an den Rändern der Wunde wegzunehmen; bei Wunden, vom Biß toller Hunde etc.

Den größten Nutzen hat das Brenneisen, zum Stillen des Blutflusses, bei verschiedenen Arten der Wunden, worinn große Pulsadern zerschnitten oder zerrissen sind, weil diese nicht allemal, besonders, wenn sie tief im Fleisch liegen, unterbunden werden können. Wenn man mit einem glühenden Messer ein paar leichte Striche über die Ader macht, oder ein Brenneisen davor hält, so ziehen sich die Fibern derselben zusammen, und verschließen die Oeffnung der Ader. Ein solches Brenneisen muß vom untern bis zum obern Ende, 1 Fuß und 2 bis 3 Zoll in der Länge haben. Am untern Ende, welches, wie das ganze Eisen, bis oben hinauf rund seyn, und untenher 2 1/2 bis 3 Lin. im Diameter haben muß, wird eine Schraube, 1 1/2 Zoll lang, eingefeilt, welche sich in die Mutter des dazu von hartem Holz besonders gemachten Handheftes schickt. Von der Schraube läuft das Stängelchen bis zum obern Ende immer schmaler zu, so daß dieses zulezt nicht dicker als eine der kleinsten Baßsaiten wird. Das obere Ende wird aus der senkrechten in die Horizontal=Linie, 1 Zoll weit vom Ende umgebogen; und an der umgebogenen Spitze wird ein Stück von rothen Kupfer, welches nach demjenigen Ort und Theil, den man damit zu brennen nöthig erachtet, angeschweißt werden muß.

Die mancherlei Formen, die an verschiedenen Theilen brauchbar seyn können, bestehen: 1) in einer vollkommen runden Kugel, von der Größe einer Pistolenkugel, womit man in holen Theilen brennen kann; 2) die Blättchen in Form eines Bügeleisens, von 1 Zoll in der Länge, und 1/2 Z. in der Breite, beinahe dreieckig; doch müssen die Spitzen der Ecken stumpf abgeschliffen seyn; an <6, 618> der Dicke mus dies Blättchen ohngefär 3 Linien haben; 3) ein dergleichen viereckig plattes, und wieder ein anderes und plattes Blättchen, von 1 Z. im Durchschnitt, und 3 Lin. in der Dicke; 4) ein birnförmiges Knöpfchen von der Größe einer mittelmäßigen Haselnuß, dessen dickerer Theil an der Spitze des umgebogenen eisernen Stängelchen bevestigt seyn, und der schmälere Theil das Brennen verrichten muß; 5) einige Knöpfchen, theils größere, theils kleinere, wie Weizenkörner, welche horizontal mit einem Ende an das eiserne Stängelchen bevestiget werden. Von allen diesen Theilen muß jeder sein eisernes Stängelchen haben, woran sie bevestigt bleiben; alle Stängelchen aber haben an ihrem hintern oder untern Ende eine gleichförmige Schraube, welche überhaupt in die Mutter eines einzigen dazu gehörigen Handhefts einpassen.

In gewissen Fällen, bedient man sich auch eines Brenn=Messers, d. i. eines rothen kupfernen Instruments, womit man das sogenannte englische Feuer giebt, oder Striche auf verschiedene Theile des Pferde=Körpers brennet. Siehe PfeiliconFig. 367. Der Stiel samt dem Heft, ist 1 1/2 Fuß lang, das Messer am Ende daran aber nur 4 Zoll lang, in der Mitte 2 1/2 Zoll breit, und halbrund, am Rücken 3/4 Zoll, nach der Schneide zu aber eines Thalers dick. Dieses Messer muß in seinem eigenen Heft bevestigt, und nicht eingeschraubet seyn. Man gebraucht dieses Instrument bei Geschwulsten und Verhärtungen, insbesondere die sich an den Füßen der Pferde finden, und die man sonst nicht wohl heilen kann, z. E. beim Ringbein, wo man damit 5 oder 6 Striche brennet, siehe PfeiliconFig. 368; bei der Hornkluft, siehe PfeiliconFig. 369; beim Spalt; bei der Flußgalle, u. s. w.

Ein Brenneisen, um damit die schwammichten Beine in der Nase zu operiren, wenn der Rotz überhand genommen, siehet man PfeiliconFig. 370 und Pfeilicon371 abgebildet.

Von dem Instrument, PfeiliconFig. 372, wird das eine Ende beim Englisiren, oder Stutzen des Pferdeschweifes nach englischem Geschmack, zum Zubrennen, und das andere krummgebogene und ziemlich scharfe Ende, beim Ueberwächsen der Gaumen über die Zähne, gebraucht.

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Brennende Bohne, Mucuna; siehe oben, Pfeil-IconS. 141.

Brenn=Blase, siehe unter Pfeil-IconBrandwein.

Brenn=Bock Klassifizierung: 623.8 Schiffstechnik und NautikDDC-Icon , wird vom Schiffszimmermann derjenige Bock genannt, auf welchen eine Bohle, die man über dem Feuer krümmen will, mit dem einen Ende geleget wird. Er ist ganz von Eisen, und 3 Fuß hoch.

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