DDC Layer

Vorheriger Abschnitt Laden der vorherigen Artikel

Braunschweiger Grün, s. unter Pfeil-IconGrün.

Braunschweiger Mumme, s. Th. V, Pfeil-IconS. 14.

Braunschweiger Wurst, s. unter Pfeil-IconWurst.

Braunsilge, s. Pfeil-IconBasilien.

Braunstein Klassifizierung: 549 MineralogieDDC-Icon Klassifizierung: 553.46 Für Eisenlegierungen verwendete MetalleDDC-Icon , L. Magnesia vitriariorum, Fr. Magahese, oder auch Manganaise, Meganaise, Magne, und Magnese, ist eine mürbe und rußige Erzart, welche Eisen hält; bald eisengrau, mehrentheils schwarz ist, und die Hände beschmutzet, auch hier und da zusammenstoßende Strahlen hat. Man findet ihn sowohl grobstreifig als schuppicht, und er hat keine bestimmte Figur. An Farbe und Gestalt kommt er dem Magnet nahe, welcher ihn aber nicht anzieht. Im Schmelzen gibt er ein gelbes oder violethaftes Glas. Er bricht in den Eisengruben, und hält auch selbst, (im Centner 10 Pfund und zuweilen etwas mehr) Eisen; es ist aber niemahls der Mühe werth, selbiges auszuschmelzen, weil er räuberisch ist, und nur ein sprödes Metall gibt. Er führt auch etwas Alaunerde, ingleichem etwas Schwefel, bey sich, welcher aber keine sonderliche Anzündungskraft hat.

<6, 555>

Klassifizierung: 666.1 GlasDDC-Icon Die Glasmacher bedienen sich des Braunsteines, zum Klar= und Hellmachen ihres Glases, so, daß er wohl billig ihre Seife genennet werden möchte. Denn, wenn sie etwas davon unter das geschmolzene Glaswerk werfen, so benimmt er dem Glase die sonst natürliche grüne oder blaue Farbe, und bringt ihm eine sehr schöne Weiße und Klarheit zuwege; werfen sie aber zu viel hinein, so wird das Glas braun.

Klassifizierung: 666.7 Feuerfeste und baukeramische ProdukteDDC-Icon Klassifizierung: 666.3 TöpferhandwerkDDC-Icon Von den Töpfern wird er, die irdenen Geschirre schwarz zu glasuren, auch zur Glasur der Dachziegel, gebraucht.

Klassifizierung: 738.4 EmaillenDDC-Icon Nebst dem Saslor wird er gebraucht, um dem Email eine Purpurfarbe zu geben. Er löset im Flusse das Gold auf, und macht es geschickt, daß es sich im Essig auflösen läßt.

Den besten Braunstein hat man bisher aus Piemont gehabt; nunmehr wird er auch in Norwegen, im Erz=Gebirge, z. E. bey Elterlein, Meißen, und auf dem Harze, (als auf dem hohen Berge zu Ilefeld, der Münch=Kopf genannt,) wie auch in Böheim, eben so gut, und vielmahls noch besser, gegraben; daher die Deutschen den piemontesischen wohl entbehren können. Es wird großer Handel damit getrieben. Seine Zubereitung geschieht, indem man die Stücke auf einem eisernen Roste calcinirt, glühend mit einem scharfen Essig besprengt, sie zu feinem Pulver zerreibet, mit warmen Wasser einige Mahl rein wäscht, trocknet, von neuem pülvert, und dieses Pulver in vermachten Gefäßen bis zum Gebrauch auf hebet.

Von dem vor weniger Zeit gefundenen Braunstein bey Dittmannsdorf im Fürstenthum Schweidnitz, st. im 4 Vers. der Bresl. Samml. 1718, S. 1006--1008.

Franz Ernst Brückmanns obs. itineraria vom Braunstein beym Kloster Ilefeld, st. in A. E. Büchners Miscellan. phys. med. mathemat. A. 1730, Erf. 1734, 4. S. 1014, f.

JO. CHRIST. JACOBI obs. de sale ex magnesia vitriariorum, variis vsibus aptissimo, st. im II B. der Nov. Act. phys. med. Acad. Caes. N. C. Norimb. 1761, 4. S. 254, f.

JO. HENR. POTT examen chymicum magnesiae vitriariorum, Germanis Braunstein, st. in Miscellan. Berolinens. Cont. V. s. To. VI, Berol. 1740, 4. S. 40--53.

<6, 556>

Franz. übers. u. d. T. Dissertation sur la Manganaise, appellée en allemand Braunstein, st. in Dissertations chymiques. de Mr. Pott, recueill. & trad. par Mr. DEMACHY, To. III. à Paris 1759, 12. S. 523--558.

Versuch über den Braunstein, von Herrn Swen Rinmann, übers. und mit Anmerkungen begleitet von Hrn. Westfeld, st. im 27 B. der übers. Abhandl. der Kön. Schwed. Akad. der Wiss. a. d. J. 1765. S. 251--257.

Christ. Fr. Gotthard Westfelds Abhandlung von dem Braunsteine, st. in dessen mineralog. Abhandl. 1 St. Götting. und Gotha 1767, 8. S. 1--23.

Braunstengel, siehe Pfeil-IconGrundheil.

Braunwundkraut, siehe den folgenden Pfeil-IconArtikel.

Braunwurz Klassifizierung: 583.95 Scrophulariales (Rachenblütlerartige)DDC-Icon . Mit diesen Nahmen werden zwei besondere Gewächse belegt.

I. Das eine, welches wegen seiner braunen Farbe also genennet wird, heißt auch sonst Sauwurz, Rauchwurz, Knollen= oder Knotenwurz, Groß=Feigwarzenkraut, Wurmkraut, Wurmwurz, Fisch=Kraut, Braunwundkraut, L. Scrophularia, Fr. Scrophulaire. Hiervon sind nur zwo Gattungen in Deutschland als einheimisch bekannt.

1. Die kleine, oder das Männlein, auch die stinkende Braunwurz genannt. Sie hat eine weiße, große und knollichte Wurzel, aus welcher viele eckige, röthliche oder braune, 1 1/2 Ellen hohe, Stängel hervorkommen. Diese sind mit starken schwärzlichen und ein wenig zerkerbten Blättern besetzt, welche etwas glätter, als die Nesselblätter, ausser diesem aber denenselben in allem gleich sind, und, wenn man sie zerreibet, einen wiederlichen, oder dem Holder etwas ähnlichen, Geruch von sich geben. Auf dem Gipfel der Stängel und Nebenzweige erscheinen braunrothe Blümchen, wie ein Helm oder holes Schneckenhäuslein, welche zu runden ausgespitzten Knöpflein voller Samen werden.

2. Die große, oder das Braunwurz=Weiblein, L. Scrophularia aquatica, Scrophularia aquatica major, Betonica aquatica, Fr. Herbe du Siege, auch die große Wasser=Braunwurz, die unächte Wasserbetonie, <6, 557> die Iquitaya oder Liquitaya, genannt, ist dem Männlein, an Blumen, Samen, Blättern und Stängeln, wie auch am Geruch, allerdings gleich, und beruhet der Unterscheid bloß in der Farbe und Größe; denn das Weiblein wird mehrentheils Mannshoch, die Stängel und Blätter aber sind von Saat=grüner Farbe. Die Wurzel hat wenig Knollen, hingegen destomehr Zasern.

Beide blühen im Mai und Junius. Jenes wächst an schattichten Orten, an den Ränden der Wiesen, an Hecken und Zäunen, auf den Kirchhöfen und bei alten Mauern; dieses liebet einen nassen und schwammigen Boden, an den Quellen, Bächen und Gräben, unter den Ellern, auch einen solchen, der etwas schatticht ist, und wo die Winterwasser gestanden haben.

Klassifizierung: 636.4 SchweineDDC-Icon Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Am Geschmack ist die Braunwurz offenbar bitter, und an Kräften zertheilend, öffnend und reinigend. Sie wird daher, obschon ihr Gebrauch iezt fast ausser der Mode gekommen ist, als ein gutes Wundkraut, und zu Zertheilung der Kröpfe, oder Eröffnung verstopfter Drüsen, und Linderung der schmerzhaften goldenen Ader angepriesen. Für die Kröpfe insonderheit mus ihre Wirkung ehemals sehr hoch geachtet worden seyn, weil ihr selbst der Nahme davon gegeben worden. Zu Heilung frischer Wunden scheint sie noch vorzüglich dienlich zu seyn; wenigstens sollen einsmals bei einer Belagerung die Verwundeten mit dieser Pflanze ganz allein verpflegt und curirt worden seyn. Zu allem diesem wird sie theils äusserlich, theils innerlich, theils die Wurzeln, theils die frischen, und für die Räude auch die verfaulten Blätter, gebraucht. Einige machen. für dergleichen Unreinigkeiten der Haut, folgendermaßen eine Salbe daraus. Sie graben im Mai die Wurzel aus, zerstoßen dieselbe mit samt dem Kraut in einem Mörsel, und pressen den Saft davon aus; hierzu mischen sie Baumöl und Wachs, von jedem gleichviel, und laßen es auf einem Kohlenfeuer miteinander solange aufsieden, bis es die Dicke einer Sal<6, 558>be bekommt. Andere bereiten aus den Wurzeln eine Salbe, welche wieder die schmerzenden Hämorrhoiden, Feigwarzen, Kröpfe und verhärtete Drüsen, dienen soll. Sie graben nähmlich im Herbste recht saftige Wurzeln aus, zerstoßen sie im Mörser, thun etwas frische Butter hinzu, vergraben es nachher in einem verschlossenen Geschirre unter Pferdemist, oder setzen es 14 Tage lang in eine gelinde Wärme, lassen es alsdann bey gelindem Feuer zerschmelzen, und durch ein Tuch laufen, endlich aber Menschenfett und Wachs darunter mischen, und zum Gebrauch aufheben. Bey alten Schäden wird auch das aus den gedörrten Blättern bereitete und eingestreute Pulver, desgleichen innerlich eingenommen, sowohl dieses, als die pulverisirten Wurzeln, wieder die Schmerzen der goldenen Ader und für die Kröpfe, gebraucht. Endlich dienen auch die Wurzeln in der Landwirthschaft für die Schweine; denn man hat angemerkt, daß dieselben, wenn sie davon fressen, von Würmern befreyet werden und bleiben, daher auch die Pflanze den Nahmen Sauwurz bekommen hat.

Klassifizierung: 636.2 Wiederkäuer und Camelidae; Bovidae; RinderDDC-Icon Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon In den nützl. Beytr. zu den Stvelitz. Anz. v. 30. Nov. 1768. wird das klein gescharbete und mit Salz vermengte Braunwurz=Kraut, zu einer Handvoll eingegeben, als ein Mittel wieder das rothe Wasser des Rindviehes empfohlen.

Die große Wasser=Braunwurz dämpfet den eckeln Geschmack der Sennesblätter, ohne Nachtheil ihrer Wirkung.

MICH. FRID. LOCHNERI obs. de scrophulariae aquaticae majoris virtute travmatica mira; vbi obiter de Liquitaja Brasiliana aliisque, st. in den Eph. Nat. Cur. Cent. VII, obs. 65.

Klassifizierung: 631.53 PflanzenvermehrungDDC-Icon Klassifizierung: 635.9 Blumen und ZierpflanzenDDC-Icon Von den übrigen Arten der Braunwurz, hat Tournefort allein 19 Arten aufgezeichnet. Die vornehmsten derselben, welche in die Gärten zur Zierde gesetzt zu werden verdienen, sind:

1. Die morgenländische Braunwurzel mit Hanf=Blättern, Scrophularia orientalis, foliis cannabinis, ein schönes dauerhäftes Staudengewächs, mit einer sehr <6, 559> kriechenden Wurzel mit vielen Sprossen, welches bey einer warmen trocknen Lage und Schutz, in sehr kühler, feiner trockener Erde, an den Mauern, Steinen und Bergen, sich viele Jahre, ohne weitere Pflege, recht gut erhält.

2. Die spanische Braunwurzel mit dem Hohlunder=Blatt, mit großer grüner und purpurrother Blume, Scrophularia hispanica, sambuci folio glabro, flore viridi & phoeniceo magno.

Diese beyde Sorten werden aus dem Samen erzogen, dem man im Frühlinge in ein Beet mit lockerer Erde säet. Die hervor gewachsenen jungen Pflanzen versetzt man in ein anders Beet, 6 Zoll weit von einander begießt sie, und macht ihnen so lange Schatten, bis sie eingewurzelt sind. Das Unkraut auszugäten, und die versetzten Pflanzen bey sehr trocknem Wetter zu begießen, muß nicht unterlassen werden, weil durch beydes ihr Wachsthum sehr befördert wird. Im September hebtman diese Pflanzen mit Erde aus, versetzt sie in Töpfe, welche mit guter Erde angefüllt sind, und setzt sie, weil sie die Kälte des Winters nicht ertragen können, mit andern zarten Gewächsen bey. Im nächstfolgenden Frühlinge blühen ihre viele Blumen, nach deren Abblühen auch der reife Same folget.

Es können diese Pflanzen auch durch das Theilen der Wurzeln, welche 3 bis 4 Jahre bleiben, fortgepflanzet werden, welche aber selten so viele Blumen, als die aus dem Samen erzogenen, bringen; daher es gut ist, wenn man alle Jahr einige aus dem Samen erzieht, um den Abgang der alten durch junge Pflanzen zu ersetzen.

3. Die Braunwurz, welche insgemein die Hunds=Räute genannt wird, Scrophularia canina, Scrophularia ruta canina dicta. Ihr Laub ist rautenartig, zerschnitten und gefiedert. Man erzieht sie aus Samen, wie die vorigen fremden Sorten, hält sie in Topfen mit guter leichter und feuchter Erde, und wartet sie nachher in freyer Luft, wo sie den Sommer über blühet.

4. Die gelbe frühe Braunwurzel, Scrophularia vernalis, flore luteo. Ist eine zweyjährige Pflanze, <6, 560> die sich in den botanischen Gärten, wo sie Schatten, Schutz und einen lockern feuchten Grund findet, von ausfallenden Samen genug vermehret. Sie blühet im Frühling sehr zeitig, wenn noch wenig andere Stauden in der Blüthe sind, daß sie deshalb einige Achtung verdienet.

II. Das andere Gewächs, dem Einige auch den Nahmen Braunwurz gegeben, und welches sonst auch klein Schell= oder Schwalbenkraut, L. Chelidonium minus, heißt, siehe unter Pfeil-IconSchellkraut.

Brausch=Holz Klassifizierung: 674.8 HolzprodukteDDC-Icon , nennen die Bötticher das mürbe Holz, welches sich wohl arbeiten läßt; aber es hält nicht lange.

Brausen Klassifizierung: 663.2 WeinDDC-Icon , Fr. Bouillonner, wird von dem Most oder jungen Wein gesagt, und bedeutet nichts anders, als ein Gären oder Aufwallen desselben. Wenn nemlich der Most in die Fässer gethan worden, so fängt er an zu brausen, und wirft dadurch alle Unreinigkeit, die mit ihm zugleich in die Fässer gekommen, aus, daß hernach der Wein hell und klar wird. Es hat dieses Brausen eine sehr heftige Wirkung, so daß jemand, wenn er dabei in den Keller gehen wollte, schnell davon ersticken würde, wie an seinem Orte ausführlicher zeigen werde.

Brausen in Gebirgen vor dem Thauwetter, siehe unter Pfeil-IconThauwetter.

Brause=Erde, siehe unter Pfeil-IconThon.

Brausegut, ein Beinahme des Benickensteiner Bieres auf dem Harz; siehe Th. V, Pfeil-IconS. 13.

Brause=Thon, siehe unter Pfeil-IconThon.

Braut Klassifizierung: 340.5 RechtssystemeDDC-Icon Klassifizierung: 941.1 SchottlandDDC-Icon Klassifizierung: 392.5 Hochzeits- und EheritenDDC-Icon . Bei dem alten schottländischen Adel war ein sonderbares Gesetz, daß jeder Unterthan seine Braut dem Lehns= oder Grundherrn vorher, zu selbstbeliebiger Disposition präsentiren musste, ehe er die Ehe mit ihr vollziehen konnte; der König Malcolmus aber hat es, auf Ansuchen seiner Gemahlin Margaretha, abgeschafft. Voltaire hat von diesem Gesetz das Sujet zu seiner Comödie: Le Droit du Seigneur (das Herrenrecht) genommen.

<6, 561>

Klassifizierung: 346.05 Erbschaft, Erbfolge, Treuhandvermögen, TreuhänderDDC-Icon Ehe und bevor das Brautbette beschritten worden, können Braut und Bräutigam von einander nicht erben, ob auch gleich der eine Theil an dem Hochzeit=Tage verstürbe.

Braut in Haren, Schwarzkümmel, Nigella romana; siehe unter Pfeil-IconKümmel.

nächster Abschnitt Laden der nächsten Artikel