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Azedarac DDC-Icon DDC-Icon DDC-Icon , Azedarach TOVRN. Azadarach, Azadirachta, Melia LINN. Fr. Arbre saint, Lilas des Indes, Sycomore faux. T. der Paternoster=Baum, Indianische Lilac, Zederac. Die teutsche Benennung hat dieser Baum davon bekommen, weil die Mönche die Steine von der Frucht, welche dieser Baum hervorbringet, mit einem Pfriemen durchlöchert, angereihet, und zu Rosenkränzen bei dem Beten ihres Paternosters gebraucht haben. Es giebt zwo Sorten, nehmlich:

1. Azedarach DOD. Pempt. Azedarach fraxini folio, flore coeruleo.

2. Azedarach semper virens & florens, TOVRN. Fr. Le Margousier de Pondichery.

Die Blumen des Paternosterbaums kommen in Sträußen, wie der Spanische Holunder (Lilac), erscheinen im Brachmonath, machen ein ungemeines Ansehen, und haben einen angenehmen Geruch. Jede Blume bestehet aus einem sehr kleinen fünffach zertheilten Kelch, aus 5 länglichen Blumenblättern, aus einem Honigbehälter, der am Rande fünffach eingeschnitten ist, aus 10 kleinen Staubfäden, die im Honigbehälter eingeschlossen sind, und aus einem Stempfel, dessen unterster Theil ein Eierstock ist, so zu einer fleischigen Frucht wird. In dieser Frucht befindet sich ein 5 fach gerippter Stein, der inwendig 5 Gehäuse hat, die eben soviel längliche Saamen in sich enthalten. Der über dem Eierstock stehende Griffel ist walzenförmig, so lang als der Honigbehälter, und endiget sich mit einer zugestumpften Narbe.

Die erste Sorte hat gefiederte Blätter (folia pennata oder pinnata), welche den Eschenblättern etwas gleichen, aber tiefer eingeschnitten, von einem hellen sehr angenehmen Grün sind, und wechselweise an den Zweigen stehen. Man bemerket daran einen Hauptstiel, aus welchem gemeiniglich 2 Paar Stiele kommen, die mit 5 tief <3, 317> oder seicht eingeschnittenen, Blättlein besetzt sind. Der Hauptstiel endiget sich mit 5 dergleichen Blättlein. Die Anzahl der Blättlein sowohl, als ihre Gestallt, ist nicht beständig einerlei.

Bisweilen sind an diesem Strauche einzelne Blumen zu finden, die keinen Strauß machen. Diese haben öfters 10 Blumenblätter, da man an den andern nur 5 zählet.

Es ist ein sehr schönes Bäumlein, kann aber die Kälte unserer Winter nicht vertragen, und kann daher in den Lustwäldern nicht gebraucht werden. In den gewöhnlichen Winterungen dauert es ganz gut; mit großer Mühe aber an den Geländern.

Beide Sorten, davon die leztere viel zärter, als die erstere oder gemeine ist, werden durch die Beeren oder Steine erzogen, welche man, weil sie in Teutschland nicht reif werden, aus der Provence, Italien, und andern warmen Ländern, bekommen kann. Diese Beere leget man im Frühlinge in Töpfe, die mit guter, frischer und leichter Erde angefüllt sind; setzet sie bis an die Ränder in ein Mistbeet, und hält sie feucht; daraufsie, wenn sie frisch sind, innerhalb 2 Monathen aufgehen. Die jungen Pflanzen begießet man oft, und giebt ihnen alle Tage, durch Hinwegnehmung der Gläser, hinlängliche frische Luft. Im Julius stellet man sie an einen verwahrten Ort an die freie Luft, damit sie abgehärtet werden. Im October bringet man sie in das Gewächshaus, und setzet sie, so lange als das Wetter gelind ist, an die Fenster, damit sie die Luft genüßen mögen. Den Winter über feuchtet man sie zuweilen nur ein wenig an. Im folgenden März nimmt man die Pflanzen mit Erde aus den Töpfen, darein die Beere gelegt worden, und setzet jede in einen besondern Topf, der mit leichter und frischer Erde angefüllt ist, bringet die Töpfe in ein temperirtes Mistbeet, und giebt ihnen bei warmen Wetter genugsame Luft. Im Junius setzet man sie, wie vorher gemeldet worden, an einen verwahrten Ort an die freie Luft.

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Diese Pflanzen müssen noch 3 bis 4 Winter, bis sie groß und ästig geworden, beigesetzet werden. Nach dieser Zeit nimmt man sie im April mit Erde aus den Töpsen, und setzet sie an einem warmen Orte, in eine in trockenem Boden gemachte Grube, drückt die Erde um die Wurzel zusammen, und wenn das Wetter trocken ist, begießet man sie ein wenig, und wiederhohlet dasselbe wöchentlich zweimahl, bis die Pflanzen eingewurzelt sind.

Die zweite Sorte des Paternosterbaumes, wird auch, auf beschriebene Weise aus dem Saamen oder Steinen erzogen; und ist nur dieses dabei zu beobachten, daß die Pflanzen, weil sie zärter sind, als die gemeinen, auch frühzeitiger, nehmlich um Michaelis, in das Gewächshaus gebracht werden müssen.

DDC-Icon Man glaubt, das mit den Blättern abgezogene Wasser sey eröffnend, die Frucht zu essen aber gefahrlich.

Azen, Atzen, die jungen Vögel, die erst ausgekrochen sind, speisen; siehe Pfeil-IconAetzen.

Azerbe, siehe Pfeil-IconMuscate.

Azerole, Azerolier, siehe unter Pfeil-IconMespilus.

Azi DDC-Icon , wird in der Schweiz eine Art Laab aus Essig und Molken, zum Käsemachen, genannt.

Azonge, Axonge, L. Axungia; siehe Pfeil-IconSchmeer.

Azorischer Fenchel, siehe unter Pfeil-IconFoeniculum.

Azo valala DDC-Icon DDC-Icon , eine kleine rothe Frucht auf der Insul Madagascar, von der Größe einer Johannisbeere, und von einem sehr lieblichen Geschmack. Sie ist ohne Saft, und wächst auf einem Zwergstrauche.

Azoufa, siehe Pfeil-IconChacal.

Azur, siehe Pfeil-IconLasur=Blau.

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