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Peißker Klassifizierung: 597.48 Cypriniformes (Karpfenähnliche)DDC-Icon , ist der Nahme eines bekannten Fisches, den man sonst auch Wetterfisch nennt, Cobitis fossilis Linn.; da indeß die Beschreibung der Fische, welche die Gattung Cobitis in sich faßt, hierher gewiesen ist, so will ich hier gelegentlich auch das Nöthige darüber sagen, wiewohl man jetzt für Cobitis den Nahmen Hochschauer erwählt hat. *

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Es ist sehr schlimm, daß wir noch keine feststehende deutsche Gattungsnahmen in allen Reichen der Natur haben. In den älteren Schriften legte man einer jeden Species einen eigenthümlichen Nahmen bey, der mit den Nahmen anderer Arten eben der Gattung nichts gemein hatte. Dadurch wurde die Uebersicht und das Zurechtfinden ungemein erschweret.

Die allgemeinen Kennzeichen der Gattung Cobitis sind folgende:

Der Körper ist länglich, mit kleinen, zarten, leicht abfallenden Schuppen bedeckt, gestreift und gefleckt, fast von gleicher Breite, so, daß der Schwanz sich gegen die Flosse zu mehrentheils nur wenig verdünnt. Der Rücken ist gerade, und hat nur eine Flosse. Die Seitenlinie ist kaum bemerkbar. Der After liegt nahe am Schwanze.

Der Kopf ist ungeschuppt. Die Augen liegen hoch am Kopfe, um immer in die Höhe sehen zu können. Doch stehen die Augäpfel seitwärts, und nicht, wie beym Sternseher, gerade in die Höhe gerichtet.

Die Kiefenhaut hat 4 bis 6 Strahlen. Die Kiefendeckel sind einblätterig, nach unten verschlossen.

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Der Mund ist bey den mehresten mit Bartfäden versehen.

Es gibt 6 Arten, worunter 3 Europäer sind.

1) Die gemeine Schmerle. Cobitis barbatula, cirris 6, capite inermi compresso. Gmel. Syst. Nat. Linn. Ed. XIII. Tom I. P. III. p. 1348. n. 2. Bloch' s Fische Deutschlands I. p. 224. n. 3. t. 31. f. 3. Cobitis capite inermi, 6 cirris ad os.

Schmerl, Schmerle, Schmerling, sind die gewöhnlichen Nahmen dieses Fisches. Er heißt aber auch Grundel, (und ist deshalb nicht mit dem Gründling, Cyprinus Gobio, zu verwechseln), Bartgrundel, und an manchen Orten das Riemchen.

Das Hauptkennzeichen dieses bekannten und fast allgemein beliebten Fisches, sind 6 Bartfäden, (nähmlich 4 an der Oberlippe, und 2 an den Mundwinkeln), und der zusammen gedrückte Kopf, ohne Stacheln. Die Bartfäden an der Oberlippe lassen sich willkührlich bewegen, ausdehnen und zusammen ziehen.

Der Körper ist fast rund, und unter einer glatten Haut liegen die zarten Schuppen.

Der Kopf ist verhältnißmäßig groß, vorn stumpf; die Mundöffnung klein; die Oberlippe hervorragend. Die Augen sind klein. Der Stern schwarz, der Ring graulicht. Die Kinnladen haben keine Zähne. Der Rücken hat eine dunkelgraue Farbe, mit schwarzen, unregelmäßig unter einander liegenden Streifen; der Bauch ist mehr hellgrau. Die Kiefendeckel haben auf der obern Seite die Farbe des Rückens, auf der untern die Farbe des Bauchs. Die Flossen sind grau, die Rücken= und Schwanzflosse aber <108, 226> haben grau punctirte Streifen. Die Länge des Fisches ist von 3 bis 6 Zoll. Es gibt auch mehrere Spielarten mit und ohne Bartfäden. K. 3. R. 9. Br. 10. B. 9. A. 8. S. 17.

Bey der Zergliederung findet man, daß der Darmcanal kurz, und die Gallenblase groß ist. Die Leber ist groß, das Herz länglich. Im Rückgrate befinden sich 40 Wirbelbeine, und auf jeder Seite 20 Rippen.

Dieser Fisch hält sich nur in kleinen, am liebsten in kalten Quellwassern, in klaren, schnellfließenden Bächen, die kiesichten und steinichten Grund haben, auf, und wird vorzüglich in den gebirgigen Gegenden von Europa und Asien angetroffen. In manchen Flüssen sind sie zu gewissen Jahreszeiten in ganz ungeheurer Anzahl vorhanden, so, daß man in kurzer Zeit eine große Menge mit Händen greifen und fangen kann. Daher man sie sogar Nothfische nennt, weil man sie nur alsdann ißt, wenn keine andere zu haben sind. *

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S. Bock' s Naturgeschichte von Preußen. IV. 582.

In der Aar in der Schweiz sollen sich die größten finden; aber die in der Bode, besonders auf dem Harze, geben ihnen nichts nach, denn hier werden sie nicht selten von 7 Zoll gefunden. Der Rhein und Mayn, und andere große Flüsse, haben gar keine Schmerlen. Nach Schweden sind sie unter der Regierung König Friedrich' s I. versetzt worden.

Ihre Nahrung besteht in Würmern und Wasserinsekten, auch allerhand Wasserkräutern.

Von ihrem Naturell weiß man nur so viel, daß sie sehr zärtlich sind, und gleich abstehen, wenn sie aus dem Wasser kommen. Doch kann man sie im Glase einige Tage erhalten, wenn ihnen oft frisches klares Quellwasser ge<108, 227>geben wird. Bey kühler Witterung kann man sie sogar recht gut versenden, denn die schwedischen Schmerlen stammen eigentlich erst aus dem Brandenburgischen her.

Sie vermehren sich sehr stark; die Laichzeit ist im März und April, wo sie die kleinen verborgenen Oerter aufsuchen, welche das Wasser auf den Seiten seiner Schranken wühlet, und da ihren Laich absetzen.

Klassifizierung: 641.39 Wild und MeeresfrüchteDDC-Icon Das Fleisch ist vortrefflich, und wird von Einigen wegen seines feinen Geschmacks über alle andere erhoben. Die mittlern und kleinen ißt man gewöhnlich mit allen Gräten. Vom November bis in den May schmecken sie am besten.

Klassifizierung: 641.692 FischDDC-Icon Da sie bald abstehen, so müssen sie gleich, wenn sie aus dem Wasser kommen, verspeist werden. Gewöhnlich kocht man sie in Salzwasser, und ißt sie mit Weinessig oder Citrone. Wenn sie in dem Kessel mit etwas Essig abgesotten worden, so bekommen sie eine schöne himmelblaue Farbe. Die kleinern werden mit mancherley Brühen zurecht gemacht, die großen aber, die man Zahlschmerlen nennt, weil sie nicht mit dem gewöhnlichen Fischgemäße gemessen, sondern abgezählt werden, werden auch einmarinirt.

Klassifizierung: 639.3 Zucht wechselwarmer Wirbeltiere; FischzuchtDDC-Icon Wegen ihres Wohlgeschmacks hält man an einigen Orten besondere Schmerlgruben. Man wählt dazu einen Bach mit steinichtem Grunde, schließt eine Stelle desselben mit einer hölzernen Einfassung ein, die etwa 8 Fuß lang, 4 Fuß breit, und 2 1/2 Fuß tief ist. Der Boden muß 3 bis 4 Zoll hoch Kies, und etliche große Steine zum Laichen haben. In der hölzernen Einfassung macht man ober= und unterhalb ein Gitter von Blech, damit der Strom gerade <108, 228> durchfließen könne, und das Wasser in beständiger Bewegung sey. Zur Fütterung pflegt man ihnen Leinkuchen, Mohnsamen, Schafmist und dergl. hinein zu werfen, aber sie haben doch in reinem Wasser einen bessern Geschmack. Zum Versetzen ist die beste Zeit um Martini.

Der Fang dieser Fische geschiehet auf mancherley Art, sowohl mit dem Hamen, als in Reußen, u. dergl.

Feinde haben sie an sehr vielen andern Fischen, besonders an den Forellen.

Klassifizierung: 398.369 TiereDDC-Icon Zu den Irrthümern und Vorurtheilen in Ansehung dieser Fische gehört unter andern:

1. Daß sie keine Schuppen hätten.

2. Daß sie einen pfeifenden Ton von sich gäben, wenn sie angegriffen oder gedrückt würden.

3. Daß man sie oft mit dem Gründling verwechselt.

Goeze' s europäische Fauna, fortges. von Donndorf. VIII. Th. Leipzig 1797. S. 454 fl.

2) Der Steinbeißer. Cobitis Taenia, cirris 6, spina suboculari. Gmel. l. c. Cobitis aculeo bifurco infra utrumque latus capitis. Bloch l. c. p. 21. n. 2. t. 31. f. 2.

Er heißt auch Steinbitzger, Steinpritzker, stachlicher Steinsauger, Steinschmerl, Steingrundel, Dornfisch und Dorngrundel. Lauter Benennungen, die sich entweder auf einzelne Theile seines Körpers, oder auf seine Sitten beziehen.

Er hat, wie der vorige, 6 Bartfäden, aber mit dem Unterschiede, daß hier 2 an der obern, und 4 an der Unterlippe sitzen; auch hat er unter jedem Auge einen Stachel.

Von der gemeinen Schmerl hat er in der Gestalt viel Aehnliches, ist auch mit ihr mehren<108, 229>theils von einer Größe, oder doch nicht viel größer.

Der Kopf ist zusammengedrückt, abhängig. Die Mundöffnung klein. Die Kinnladen haben keine Zähne, und die obere ragt etwas über die untere hervor. Die Augen sind klein, der Stern schwarz, der Augenring gelblich. Der Rücken ist lichtgrau, auch dunkelgrau, mit 4 Reihen brauner Flecke und Striche besetzt. Die Seiten sind gelblich. Die Brustflossen, After= und Schwanzflosse, aschgrau; letztere breit und zugerundet. Die übrigen Flossen sind gelb. In der Rückenflosse sind 5, und in der Schwanzflosse 4 Reihen brauner Puncte befindlich. K. 3. R. 10. Br. 11. B. 7. A. 9. S. 17.

Klassifizierung: 591.5 VerhaltenDDC-Icon Den Aufenthalt hat er mit dem vorigen ziemlich gemein. Er bewohnt die süßen Gewässer von Europa. Seine Nahrung sind allerley Wasserinsekten und Gewürme, auch Fischrogen. Zu seinem Naturell, Sitten und Eigenheiten gehört, daß er sich gern in Höhlungen unter den Steinen aufhält, und an steinichten Ufern in die Ritzen und Löcher kriecht, die das Wasser hier ausgespült hat. Er hat ein zähes Leben. Beym Angreifen gibt er einen pfeifenden Ton von sich. Er laicht im April und May.

Von seinem Nutzen läßt sich nicht viel sagen, denn sein Fleisch wird gar nicht geachtet. Es soll nicht nur schlecht schmecken, sondern auch durchs Kochen so hart wie Leder werden.

An einigen Orten gebraucht man ihn, die Aale damit zu ködern. Beträchtlicher möchte wohl sein Schaden seyn, da er Fischlaich verzehrt. Feinde hat er an Hechten, Barschen und Wasservögeln in Menge.

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3) Der Wetterfisch. Cobitis sossilis, cirris 8, spina supraoculari. Gmel. l. c. p. 1351. Cobitis cirris decem ad os. Bloch l. c. p. 216. n. 1. t. 3. f. 1.

Auch dieser Fisch hat sehr verschiedene Nahmen, die sich theils auf seinen Aufenthalt, theils auf seine Eigenschaften beziehen. Er heißt noch Peißker,Beißker, Peizker, Schlammbeißker, Schlammbeißer, Schlammpitzger, Wettergrundel, Mißguren, Fischguren, Steinpietsche, Pipe, Kurrpietsche, Knurrpietsche, Pritzker, Peisker, bärtiger Stembeißer, Pfulfisch, Schachtfeger, Meergrundel, polnische Grundel. Die Fischer nennen ihn Meerbote.

Zehn Bartfäden, wovon 6 an der Ober= und 4 an der Unterlippe stehen, unterscheiden ihn von den übrigen Arten dieser Gattung. Auch hat er über den Augen einen Stachel. Seine Länge beträgt 8 bis 12 Zoll.

Der Körper ist schmahl und lang, und überall mit einem zähen Schleime bedeckt, daher man ihn lange für schuppenlos gehalten hat. In seiner Bildung hat er überhaupt etwas Aehnliches vom Aal. K. 4. R. 7. Br. 11. B. 8. A. 8. S. 14. Der Kopf stumpf; die Oberlippe hervorstehend; die Augen klein, der Stern schwarz, der Ring goldfarbig, die Nasenlöcher nahe an den Augen; die Kiefendeckel sind gelb, am Rande roth eingefaßt; das Genick breit, und so, wie der ganze Körper, bis auf den Bauch schwarz, der oft ins Dunkelgraue abändert. Nach der Länge des Körpers hin laufen zu beyden Seiten vom Kopf bis zur Schwanzflosse mehrere Streifen, deren Farbe gemeiniglich gelb ist; zuweilen sind sie aber auch braun. Der Bauch ist orangefarben, mehrentheils <108, 231> schwarz punctirt. Brust=, Bauch= und Afterflossen sind grau; die Rücken= und Schwanzflosse röthlich, mit schwarzen Puncten bekleidet. In jeder Kinnlade befinden sich 12 kleine spitzige Zähne. Die Zunge ist klein und spitzig.

In Ansehung der Zergliederung ist besonders merkwürdig die knöcherne, mit der 3ten und 4ten Rippe verwachsene, inwendig aber mit Häuten ausgekleidete Schwimmblase; *

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S. Artedi Synonymia piscium cur. Schneider. p. 5. und 337. tab. 2. fig. 18. 19. Es ist also ein Irrthum, daß der Fisch keine Schwimmblase habe.

der Darmcanal ist klein; Rogen und Milch groß und doppelt.

Dieser Fisch findet sich allenthalben in Europa in schlammichten Teichen und Gräben, in Flüssen und Seen, die morastige Stellen haben. Im Rhein und Mayn ist er selten, häufiger aber in der Oder. Seine Nahrung sind allerley Insekten, Gewürme, Fischlaich, Fischbrut und fette Erde.

Er hat ein sehr zähes Leben, und läßt sich nicht nur in feuchtem Mose lange lebendig erhalten, sondern kann auch eine geraume Zeit ohne Nahrung hinbringen.

Mehrentheils steckt er im Moder und Schlamm, aber wenn das Wetter sich ändern will, nähert er sich mehr der Oberfläche, und macht durch allerley unruhige Bewegungen das Wasser ganz trübe. Man kann sich daher seiner als eines lebendigen Wetterglases bedienen, wenn man ihn in ein weites mit Flußwasser angefülltes Glas setzt, oder auch in eine große gläserne Bouteille steckt, und unten etwa 3 Finger hoch Triebsand hinein thut. So lange das Wetter beständig ist, steht er steif und fest oben <108, 232> auf dem Sande, ohne sich zu rühren, und das Wasser ist über ihm helle und klar. So bald sich aber das Wetter verändert, so kann man sich über seine Bewegungen nicht genug wundern. Er muß eine sehr feine Vorempfindung von der Veränderung der Witterung haben. Denn wenn die Veränderung klein ist, daß etwa ein kleiner Wind, oder ein Regen bevorstehet, so wird er nur unruhig, und schlängelt sich immer im Wasser herum. Will aber ein Gewitter kommen, so tobt er entsetzlich, und rührt den Sand unten dergestalt auf, daß man ihn nicht mehr sehen kann. Und das alles schon 24 Stunden vorher. Nachdem nun die Veränderung des Wetters beträchtlich ist, nachdem sind auch seine Bewegungen beschaffen. Hat er in einem Striche so eine gute Stunde getobt, und alles aufgerührt, so kann man sicher glauben, daß auch den folgenden Tag das Wetter anders seyn werde.

Man kann ihn Jahr und Tag erhalten, wenn man ihm oft, im Sommer wenigstens zweymahl wöchentlich, und im Winter einmahl, frisches Wasser gibt, und etwas Semmel hinein wirft. In geheitzten Zimmern muß das Glas nahe am Fenster stehen. Zuweilen wird er so unruhig, daß er aus dem Halse der Bouteille gerade in die Höhe steigt, und halb herausragt, wenn man sie nicht mit Leinwand verbindet, damit er Luft hat.

Wenn er abgestorben ist, färbt sich das Wasser im Glase röthlich.

Da der Fisch sehr behende, glatt und schlüpfrig ist, so entwischt er nicht nur sehr leicht aus den Händen, sondern drängt sich auch mit vieler Behendigkeit durch allerley Oeffnungen. <108, 233> Bloch erzählt, *

daß ein solcher Fisch, den man zum Spaß einer Ziege in den Hals gesteckt hatte, unter einem ängstlichen Yöpfen derselben bald durch die Gedärme gedrungen und munter zum Vorschein gekommen sey.

Er leistet in dieser Rücksicht bey Verstopfungen der Röhren und Wasserleitungen gute Dienste. Denn wenn man ihn in die Oeffnung hineinsteckt, so arbeitet er sich bis ans Ende durch, daß alsdann dem darin befindlichen Schlamm und Unrathe ein freyer Abzug verschafft, und die Oeffnung wieder hergestellt werden kann.

Wenn man ihn in der Hand drückt, gibt er einen pfeifenden oder knurrenden Laut von sich.

Die Laichzeit fällt in den April und May; *

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Der Rogen enthält etwa 137,000 bräunliche Eyer, von der Größe des Mohnsamens.

alsdann kommt er aus den tiefen schlammichten Orten hervor, um seinen Laich an Kräuter zu hängen, die an flachen Ufern der Sonne ausgesetzt sind.

Einige sagen, daß er ein zartes Fleisch habe, und an manchen Orten deshalb sehr geschätzt werde. Andere scheinen hingegen mit mehrerm Grunde zu behaupten, daß, da er beständig im Moder und Schlamm lebe, sein Fleisch von unangenehmen Geschmacke sey. Er ist auch nirgends eben in sehr großer Menge vorhanden. Am häufigsten soll er im polnischen Litthauen, auch an andern Orten in Polen vorkommen, und da von armen Leuten gegessen werden, daher wohl der Nahme polnische Grundel gekommen ist. Die Haut muß, wegen des vielen <108, 234> Schleims, vorher mit heißem Wasser und Asche gereinigt werden. Einmarinirt soll er wie Neunaugen schmecken.

Bloch sagt von diesem Fische:

Er hat ein weiches und süßes Fleisch, und wird daher von den Bemittelten wenig geachtet, besonders da er mit einem zähen Schleime überzogen, und moderich von Geschmack ist. Um diesen Fischen nun ersteren zu benehmen, werden sie in ein Gefäß gelegt, und mit Salz bestreuet. Wenn sie sich nun darin ringen und wälzen, so reinigen sie sich selbst von dem Schleime; auch werden sie statt des Salzes mit Asche eingerieben, und in beyden Fällen hernach mit Wasser abgespühlt. Sie werden, nachdem man sie aufgerissen, mit einer sauern Brühe zurecht gemacht, auch mit Bier, wie die Karpfen, gekocht, in welchem Falle sie eine schmackhafte Speise abgeben. Da sie weder fett, noch mit kleinen Gräten durchwebt sind, so sind sie ohne Mühe zu essen und leicht zu verdauen. Außerdem röstet und marinirt man sie noch wie die Neunaugen, denen sie alsdann am Geschmacke ziemlich nahe kommen, besonders zu der Zeit, wenn ihr Leib mit Rogen angefüllt ist.

Nützlich kann er, wie wir vorher gehört haben, bey verstopften Wasserleitungen, und als Wetterprophet werden.

Schaden thut er am Fischlaich. Auch mag er wohl eben nicht die besten Säfte haben, und sein Fleisch daher nicht allzu gesund seyn.

Feinde hat er am Hecht, am Flußbarsch, und andern Fischen. Den Jungen stellen sogar Krebse und Frösche nach. In seinen Eingeweiden hat man eine besondere Art von Riemenwurm oder Fiek gefunden. *

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Ligula abdominalis Cobitidis Linn. S. N. XIII. 3043. n. 2. κ. Bloch' s Naturgeschichte der Eingeweidewürmer. 2.

Der Fang geschieht mit Hamen und Netzen. Auch pflegt man ihn wohl aus dem Schlamme herauszugraben. An Angeln beißt er nicht gern, <108, 235> leichter kann man ihn in einem skelettirten Pferdekopfe fangen.

Goeze, a. a. O.

Auf gleiche Art, wie der Wetterfisch, kann auch der Blutigel als ein Barometer gebraucht werden; s. im Art. Pfeil-IconBlutegel, Th. 6. Pfeil-IconS. 16 fl.

4) Der Schmerling, der Hochschauer. Cobitis Anableps, cirris 2, capite depresso, oculis prominulis. Gmel. l. c. p. 1348.

Dieser Fisch hat an der Mundspalte auf beyden Seiten eine kurze Bartfaser, der Kopf ist niedergedrückt, und die Augen stehen oben auf dem Kopfe hoch hervor, sind aber dennoch so gebaut, daß er damit nicht gerade in die Höhe, wohl aber seitwärts und hinterwärts sehen kann. An dem Nabel zeigt sich ein langer köcherförmiger Fortsatz, welcher hinter sich zurück steht, und gleichsam die Stelle der Afterflosse vertritt, bey den verschiedenen Exemplarien aber nicht allezeit auf gleiche Art gebildet ist. Die Gestalt ist länglich rund, der Kopf bis über die Kiemendeckel schuppig, die Lippen ungeschuppt, aber mit scharfen Zähnchen besetzt, deren runzliche Haut in den Ecken des Mauls die oben erwähnten Bartfasern macht. Die Seiten sind mit vier in die Länge laufenden schwarzen Strichen gezeichnet, dahingegen ist keine punctirte Seitenlinie vorhanden. Die Augen, die gleichsam außerhalb des Kopfes sitzen, scheinen nur gelbe glänzende Kugeln zu seyn. Die Kiemenhaut hat sechs Strahlen, und die Anzahl der Finnen ist in der Rückenflosse sieben, in der Brustflosse zwey und zwanzig, in der Bauchflosse sieben, und in der Afterflosse neun. Man trifft diesen kleinen Fisch an den Ufern von Suriname an.

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Peitsche Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein Werkzeug zum Schlagen, doch nur ein solches, welches im Schlagen den diesem Worte eigenthümlichen Laut nachahmt.

Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon Klassifizierung: 622 Bergbau und verwandte TätigkeitenDDC-Icon 1) Eigentlich. So führet im Bergbaue ein Holz, welches 2 Ellen lang und eine halbe Elle breit ist, und womit die Kupferbleche in der Seigerhütte gleich geschlagen werden, den Nahmen der Peitsche. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist die Peitsche eine gedrehete oder geflochtene und vorn spitzig zulaufende Schnur an einem Stiele, Thiere und Menschen damit zu schlagen oder zu hauen. Die Hundepeitsche, Fuhrmannspeitsche, Knutpeitsche, Bußpeitsche etc. Mit der Peitsche hauen, d. i. schlagen. Mit der Peitsche knallen klatschen. Die Karbatsche ist eine lederne Peitsche. In manchen Fällen wird in der anständigeren Sprechart dafür das allgemeinere Geissel gebraucht.

2) Figürlich. a) Die Meerpeitsche, Steinpeitsche, Gnurrpeitsche oder Knurrpeitsche, ist ein Fisch, welcher lang, dünne und schmahl wie eine Peitsche ist; s. Pfeil-IconSchlangenfisch. b) Die Seepeitsche, eine Art Hornkoralle, Gorgonia flagellosa L., s. im Art. Pfeil-IconKoralle, Th. 44, Pfeil-IconS. 327. *

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Das Wort Peitsche lautet im Nieders. Pietsche, im Schwed. Piska, im Engl. Pizzle, im Griech. βιτζα, βισσα, im Böhm. Bic. im Poln. Bicz. Im Nieders. wird die Peitsche auch Schwepe genannt, Angels. Hweop, Engl. Whip.

Klassifizierung: 685.1 Herstellung von Sattel- und ZaumzeugDDC-Icon Klassifizierung: 914.322 ThüringenDDC-Icon Die Peitschenstockmacher haben ein eigenes zünftiges Handwerk, und verfertigen die sehr bekannten, gewundenen Peitschen= oder Karbatschenstöcke. Das Stück Holz, welches einen Peitschen= oder Karbatschenstiel abgeben soll, wird auf dem Griff in 4, 6, 15 und 20 gerade Theile oder Ruthen gespalten und diese auf <108, 237> verschiedene Arten kunstmäßig zusammen gewunden. Man macht Stücke, welche bis auf 90 Mahl gewunden sind, oder sogenannte Gänge haben. Die gemeinen Peitschenstiele werden aus Ellern=, Spitzahorn= und Ulmenholz, die guten aber aus Maßholderholz verfertigt. Die mehresten dieser Peitschenstöcke werden in dem Gothaischen, in der Stadt Ohrdruf, und in dem Eisenachschen in den Dörfern Unterweyd, Oberweyd, Pirx und mehrern andern gemacht. Das Meisterstück der Peitschenstockmacher des eisenachschen Amtes Kaltennordheim besteht aus einem 21ruthigen und 14 Fäuste langen Fuhrmannspeitschenstock, und einem 9ruthigen Karbatschenstock, der 90 Gelenke hat, und 14 Mannsfäuste lang ist, und in dem eisenachsen Amt Lichtenberg in einem 4 oder 20 ruthigen, sammt der Faust 4 Schuh langen Stecken in rechten Zug, da man auf jeden 4 ruthigen 90 zählen kann, und der am Gewicht 3/4 lb hält von Maßholderholz. Sie werden schockweise zusammen gebunden und so verkauft. Die Sorten, welche Ohrdruf liefert, bestehen in ordin. Peitschenstielen ohne Draht Nr. 1., 4 und 6 ruthig; in mittlern Nr. 2 und 3, eben so; dergl. feinen mit Draht, Nr. 2, 3 und 4; in ordinairen 4 ruthigen und feinen Fuhrmannsstecken von Maßholder; in 15 ruthigen Ochsenpeitschen; 20 ruthigen Ackerstecken; dergl. 20ruthigen und Spießruthen; in mit Pfaufedern geflochtenen 20 ruthigen; dergl. Parforcestecken, 4, 6 und 15 ruthigen Karbatschenstecken, und 15 und 20 ruthigen Kinderstecken. Alle werden nach Schock gehandelt. Der Preis eines Schockes ist verschieden von 20 Groschen bis 15 Thaler, je nachdem die Stöcke groß oder klein, und fein oder grob geflochten und gearbeitet sind.

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Was nun von den Peitschen der Kutscher und deren Führung und Gebrauch beym Fahren mit zwey oder vier Pferden zu bemerken ist, ist im Art. Pfeil-IconKutscher, Th. 57, Pfeil-IconS. 515 fl. schon angegeben worden.

Ueber die mit ledernen Riemen beflochtenen und aus Riemen bestehenden Peitschen sehe man den Art. Pfeil-IconRiemer, wo überhaupt etwas von den Fabrikaten, die diese Handwerker liefern, gesagt werden wird.

Die seit mehreren Jahren so sehr bekannten englischen Reitpeitschen, deren Stock gewöhnlich aus spanischem Rohr oder auch aus Fischbein besteht, und mit gefirnißtem Garne übersponnen oder überflochten ist, werden in einer eigenen Manufacturen in Birmingham gemacht. Man hat dazu eine besondere Maschine, die in einem horizontalliegenden Rade und anderen Vorrichtungen besteht, worauf 14 -- 16 Peitschen zugleich geflochten werden.

Von besonderen Arten der Peitschen muß ich hier folgende nennen.

Klassifizierung: 179.7 Respekt und Respektlosigkeit vor menschlichem LebenDDC-Icon Klassifizierung: 914.7 Osteuropa; RusslandDDC-Icon Klassifizierung: 364.6 StrafvollzugswissenschaftDDC-Icon Die Knut, ein nur in Rußland gebräuchliches Strafinstrument, welches indeß bey weitem nicht mehr so oft wie sonst angewendet wird. Die Beschreibung derselben findet man im Art. Pfeil-IconKnute, Th. 41, Pfeil-IconS. 798 fl., womit man auch Hupel' s neue nordische Miscellaneen, 1 -- 2tes St. Riga 1792. S. 443 fl. vergleichen kann.

Die Plette, oder nach dem Russischen eigentlich Plet, eine Peitsche, welche etwas kürzer als die Knut, aber hart, von ledernen Riemen geflochten und mit einem kurzen Stiele versehen ist. Sie wird in Rußland fast auf eben die Art, wie die Knut gegeben, und dringt ziemlich tief ein. Sie wird noch bisweilen zur Bestra<108, 239>fung verhängt, und zwar theils bey Vergehungen des Pöbels, sonderlich der Katorschniken, deren Aufseher züchtigen, aber nicht die Knut auflegen können, theils in andern Fällen.

Die Katze, ist gleichfalls eine in Rußland gebräuchliche Peitsche, welche an einem kurzen Stiele anstatt des Riemens 6 -- 12 betheerte oder beharzte schmahle Stricke hat, die vorn mit Messingdraht umwickelt, oder auch mit Knoten und dabey mit kurzen Drahthaken versehen sind. Der Draht oder der Haken ritzet die Haut eben so wie eine Katze kratzet, und daher mag der Nahme entstanden seyn. Vormahls war sie bey der Flotte zur Erforschung der Wahrheit, und zur Bestrafung sehr gewöhnlich. Dieses ist also eigentlich eine Geißel.

Die Karbatsche, (welche man in Liefland zuweilen Kantschu oder Kantschuk nennt) ist eine aus etlichen über einander genäheten, etwa 2 Finger breiten, Riemen bestehende Peitsche, welche in Lief= und Ehstland (vermuthlich auch in Rußland), nicht nur von den Hofherrschaften häufig zur Hauszucht bey ihren Erbleuten, sondern auch von etlichen Untergerichten zur Bestrafung des niedrigsten Pöbels, gebraucht wird. Der Straffällige wird niedergelegt, und auf das Gesäß (den Hintern) geschlagen, doch nicht ganz entblößt. -- Vormahls bekam dort zu Lande auf verschiedenen adelichen Höfen der angeklagte, oder der in Verdacht gefallene, oder der schuldig gefundene, Bauer mit diesem Instrumente Schläge ohne Zahl. In den letztern Jahren hat man hierin der Menschlichkeit mehr Gehör gegeben, und geht schonender mit den Unterthanen um.

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Klassifizierung: 392.13 Bräuche der KindererziehungDDC-Icon Klassifizierung: 179.2 Behandlung von KindernDDC-Icon Klassifizierung: 370 Bildung und Erziehung DDC-Icon Eine kleinere Karbatsche, welche gleichfalls aus ledernen Riemen geflochten, etwa 2 1/2 Fuß lang und vorn mit einem Knoten versehen ist, gehört in manchen Gegenden Deutschlands noch zu den Instrumenten, ohne welche die Lehrer an den Land= und niederen Stadt= oder sogenannten Bürgerschulen ihr Amt nicht verwalten zu können glauben. Ob man bey dem achtungswürdigen Geschäfte der Menschenerziehung ganz ohne körperliche Züchtigungen fertig werden könne, wage ich hier nicht zu bejahen, da die Lehrer an öffentlichen Schulen leider gewöhnlich mit einem Haufen roher Knaben zu thun haben, die von ihren Aeltern oft schon so sehr verdorben und zu solchen Behandlungen gewöhnt sind. Wie wenig aber solche Lehrer, die das Strafwerkzeug stets in Händen führen, sich dadurch in Ansehen bey ihren Zöglingen setzen und erhalten können, wenn sie sonst kein Talent haben, sich Achtung zu erwerben: davon ist mir aus dem Umkreise meiner eigenen Erfahrungen ein sehr trauriges Beyspiel bekannt. Im Art. Pfeil-IconSchule werde ich mich hierüber weiter verbreiten.

Klassifizierung: 345 StrafrechtDDC-Icon Die Knotenpeitsche, Niedersächs. Knurrpietsch, eine an einem kurzen Stiel befestigte ziemlich lange, aus ledernen Riemen bestehende Peitsche, die an dem vorderen Ende einige beträchtliche Knoten, an einigen Orten wohl gar eingeflochtene eiserne Kugeln hat. Dieses ist die Peitsche, welche bey vielen Gerichten und Gefängnissen in Deutschland als Strafwerkzeug für Verbrecher *

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Mit einer solchen Peitsche wird in den Gefängnissen der sogenannte Willkommen und Abschied ertheilt, wenn das Urtheil dahin lautet. Leute von etwas schwacher Constitution behalten gewöhnlich zeitlebens krankhafte Empfindungen von dieser ausgestandenen Strafe.

und zuweilen als Fragemittel ge<108, 241>braucht wird, wenn ein Angeklagter durch alle Umstände augenscheinlich überwiesen ist, und sich selbst schon verwickelt hat, aber aus Hartnäckigkeit nicht bekennen will. Diese Peitsche ist im Grunde für die Deutschen eben das, was für die Russen die Knute ist, da die Deutschen nicht von so fester Constitution als die Russen sind. Da bey diesem Strafmittel nun überhaupt sehr viel auf die Willkühr des Schließers, der die Peitsche führt, ankommt, mit welchem Nachdrucke er sie anwenden will, und da er sie überdem nicht so in der Gewalt hat, daß sie nicht bisweilen auch solche Theile des Körpers trifft, die dadurch wesentlich und auf zeitlebens verletzt werden können, wie es z. B. mit den Brüsten des weiblichen Geschlechtes der Fall ist, wenn sie von einem Knoten oder einer eingeflochtenen Kugel stark getroffen werden, welches solche Personen zeitlebens unglücklich macht: so sollte man den Gebrauch dieses barbarischen Werkzeuges billig gegen ein anderes Züchtigungsmittel vertauschen, das eine sicherere Anwendung gestattet, ohne weniger wirksam zu seyn; und Herr von Archenholz hat dazu, bey Gelegenheit, wo von dem Gebrauche dieser Knoten= oder Knutpeitsche im Mecklenburgschen die Rede war, (in der Minerva, in verschiedenen Aufsätzen des Jahrgangs 1803,) die kleinen Röhrchen vorgeschlagen, welche bey dem Militär schon eingeführt sind.

In den Artikeln Pfeil-IconStrafe und Pfeil-IconTortur wird über den Gebrauch der Peitsche mehr vorkommen. S. auch den Art. Pfeil-IconGeißel, Th. 16, Pfeil-IconS. 696.

Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon Die Parforcepeitsche ist vorzüglich zum Jagdgebrauche bestimmt. Sie hat einen kurzen, gewöhnlich mit Leder überzogenen Stiel, ist von <108, 242> ledernen Riemen geflochten, ziemlich dick und von beträchtlicher Länge, damit die Jäger auf der Parforcejagd vom Pferde weit vor sich hin hauen können, theils um die Hunde in Ordnung zu halten, theils auch das kleinere Wild, besonders die Hasen, zu erreichen. Diese Peitsche ist auch unter dem Nahmen der Hundepeitsche bekannt, und eine Drohung, oder gar ein wirklicher Angriff mit derselben, wird im gemeinen Leben für die beschimpfendste Beleidigung geachtet.

Klassifizierung: 394 Allgemeine BräucheDDC-Icon In einigen Orten an der Donau, z. B. in Riedlingen, herrscht die sonderbare Gewohnheit, daß auf einem bestimmten Jahrestage alles, was Peitschen führen kann, vom frühen Morgen an, so lange es immer möglich ist, aus Leibeskräften knallt, woraus schon plötzliche Todesfälle, Schlagaderbrüche etc. erfolgt sind.

Peitschen Klassifizierung: 663.2 WeinDDC-Icon , denjenigen Laut hervorbringen, welchen dieses Zeitwort nachahmt. In diesem Verstande sagt man noch im gemeinen Leben Wein peitschen, Hausblase oder andere Dinge hineinschütten, und ihn damit oft und lange hin und her rütteln, um ihn durch solche Zusätze klar zu machen oder zu verbessern. Ein gepeitschter Wein. Verdorbenes Wasser auf den Schiffen wird durch peitschen gut gemacht. *

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Besser ist es, es zu verhindern, daß das Trinkwasser auf den Schiffen nicht verderbe, welches durch inwendig verkohlte Gefäße geschehen kann, in welchen sich das Wasser einige Jahre hält, ohne faul zu werden.

In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist peitschen mit der Peitsche hauen, oder forttreiben. Die Pferde peitschen. Jemanden peitschen. Daher das Peitschen.

Peitschen der Cocons, s. im Art. Pfeil-IconSeidenwurm.

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Peitschenhiebe, Schläge mit einer Peitsche. S. in den Artikeln Pfeil-IconStrafe und Pfeil-IconStockschläge.

Peitschenrohr, s. Pfeil-IconPeitschenstrauch.

Peitschenschlange, s. im Art. Pfeil-IconNatter, Th. 101, Pfeil-IconS. 465.

Peitschenstiel, s. im Art. Pfeil-IconPeitsche, oben, Pfeil-IconS. 236.

Peitschenstock, s. eben daselbst. Auch ist es ein Nahme des Asphodelus luteus L., s. Th. 2, Pfeil-IconS. 566.

Peitschenstrauch Klassifizierung: 746.41 Weben, Flechten, Matting-Flechten mit unbehandelten PflanzenfasernDDC-Icon Klassifizierung: 584.9 Poales DDC-Icon , Flagellaria Linn., ein Strauch, welcher in die 3te Ordnung der sechsten Classe des Linné'schen Pflanzensystems (Hexandria Trigynia) gehört. Der Kelch ist 6 theilig; die Blumenkrone fehlt; die Beere einsamig. Man kennt bis jetzt nur eine Art, den indischen Peitschenstrauch, Flagellaria indica Linn., welcher in Ostindien zu Hause ist, und meist an den Seeküsten wächst, wo er entweder auf dem Boden kriecht, oder an den Bäumen hinaufsteigt, und von den Holländern Zweep-Riet, d. i. Peitschenrohr genannt wird. Er wird mehr als mannshoch, und zertheilet sich in rohrartige Stängel, welche von unten bis oben in zwey Zeilen an dem Hauptstängel stehen. Sie sind glatt, höchstens fingersdick, von einer weichen binsenartigen, aber sehr zähen Substanz, und mit wechselsweise stehenden, schilfartigen, lanzettförmigen Blättern besetzt, welche mit ihrer Basis, wo sie am breitesten sind, den Stängel umfassen, oben aber spitzig zulaufen, und daselbst einen langen Faden hervor treiben, welcher sich spiralförmig um die benachbarten Körper herum schlingt. An den Enden der Zweige entspringt eine kleine regelmäßige Rispe oder Traube von kleinen weißen Blumen, worauf Beeren folgen, die etwas größer sind, als die Pfefferkörner. <108, 244> Die Indier brauchen die Stängel zu Flecht= und Bandwerk.

Peitschkühe Klassifizierung: 336.2 Steuern DDC-Icon , so nennt man die Kühe, welche einige Dörfer in Sachsen jährlich an den Landesherrn geben müssen.

Peitzker, s. Pfeil-IconPeißker, oben, Pfeil-IconS. 224.

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