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Koth Klassifizierung: 728 Wohnbauten und verwandte GebäudeDDC-Icon , (das) oder die Kothe, überhaupt ein geringes schlechtes Haus, am häufigsten in Nieder=Sachsen, wo dieses Wort Kath und Kathe lautet. Eine elende Kothe, ein schlechtes Häuschen.

Besonders: 1. eine Köhler=Hütte; s. im XLIII Th. Pfeil-IconS. 32.

Klassifizierung: 664.4 LebensmittelsalzeDDC-Icon Klassifizierung: 725.4 IndustriebautenDDC-Icon 2. Die kleinen Häuser oder vielmehr Hütten in den Salzwerken, in welchen Salz gesotten wird, in welchen sich eine Salz Pfanne befindet, werden an den meisten Orten Kothe oder Kothen, zu Frankenhausen aber auch Solden oder Sölden genannt. Siehe auch Pfeil-IconKoth=Meister.

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Klassifizierung: 306.3 Institutionen der WirtschaftDDC-Icon 3. In Nieder=Sachsen auf dem Lande, ist das Koth ein Bauer=Haus ohne Hof=Stätte, zu welchem folglich auch kein beträchtlicher Acker gehört, ob es gleich Gärten und Koppeln haben kann, dessen Besitzer daher auch nur zu Hand= oder Fuß=Diensten verbunden ist. Daher Köthener, und Kothsaß; s. oben, Pfeil-IconS. 283. Siehe auch Pfeil-IconKoth=Hof.

Daher das Mark=Koth, eine im Osnabrückischen übliche Art der Kothe, deren Besitzer Mark Köther genannt und den Erb=Köthern entgegen gesetzt werden. Ein Erb=Köther gibt zu den gemeinen Abgaben den vierten Theil von dem was ein volles Erbe gibt, ein Mark=Köther aber nur den achten. Es bezeichnet einen Köther, der die Mark=Gerechtsamen auf seinem Hause hergebracht, oder ehedem Theil an einer Holz=Mark gehabt hat. Ein solches Koth wird daselbst auch Winn genannt.

Klassifizierung: 400 Sprache DDC-Icon Im Nieders. Kathe, in einigen Gegenden Kotze, im Engl. Coat, im Angels. Cote, Cyte, im Schwed. Käte, im Isländ. Kot, im Wallis. Cwt, im Finnländ. Cota, im Lappl. Kaate, Kuatte, im Lettischen Guta, im Esthn. Kodda. Dieses alte, fast in allen Sprachen befindliche Wort ist mit Hütte, Gaden, Haus, dem Lat. Casa, und andern, genau verwandt, und drückt zunächst den Begriff eines eingeschlossenen oder bedeckten Raumes aus. Siehe Pfeil-IconKaue und Pfeil-IconKotze. In Hamburg ist Tauben=Koth, ein Tauben=Haus, im Poln. Chata, ein Schilder=Häuschen, im Wendischen Kotscha, Keischa und Hischa, eine Hütte, und so gar im Pers. Cotth, die Festung, und im Malab. Kodtei, eine Festung, und Kudi, die Wohnung.

Koth, (der) eine jede flüssige oder flüssig gewesene Unreinigkeit, welche in der niedrigen Sprech Art Dreck genannt wird; L. Coenum, Lutum; Fr. Bouë, Crote, Crotte, Fange. Sich mit Koth besudeln. Den Koth abwaschen.

Klassifizierung: 363.72 SanitäranlagenDDC-Icon Besonders: 1. mit Wasser befeuchtete oder flüssig gemachte Erde, besonders so fern sie sich auf den Stra<46, 369>ßen oder Wegen befindet; im Nieders. Modder, im Liefl. Mott, im Dithmars. Kley. Der Koth hängt sich an die Räder. Man kann vor Koth auf der Straße nicht fort. Die Sonne schmelzt das Wachs und trocknet den Koth. Es liegt überall tiefer Koth. Jemand aus dem Kothe ziehen, figürlich, ihn aus dem niedrigsten Stande erheben. Das Glück zieht aus dem Kothe, welchen es will.

Von dem Gebrauche des Gassen= oder Straßen=Kothes zum Düngen, werde ich hernach sprechen.

Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon 2. Die natürlichen Excremente der Menschen und Thiere; bey den Jägern die Losung, die Lösung, das Gelos, Gebahn, im gem. Leben Dreck. Menschen=Koth, (von dessen Gebrauche zum Düngen, s. weiter unten), Pferde=Koth, Rindvieh=Koth, Schweins=Koth, Tauben=Koth, u. s. f. Harter zusammen gedrungener Koth mancher Thiere, z. B. der Mäuse und Schafe, wird in Nieder=Sachsen Köthel, Köttel, genannt, welches aber zu einem andern Stamme zu gehören scheint, von kat, kot, rund, erhaben, undel, ein Ding; s. Pfeil-IconKatze 7, im XXXVI Th. Pfeil-IconS. 192; oder von kat, kot, hart, s. eb. das. Pfeil-IconS. 191.

Im Oberdeutschen das Koth, oder Kott, wo auch Koder, Schleim, flüssige Unreinigkeit ist, im Nieders. Kath und Gaut, im mittlern Lat. Goetus, im Griech. bey dem Hesychius γοιτος. Weil dieses Wort im Holländischen und Ostfriesischen Quad, Quot, lautet, so leitet man es gemeiniglich von quad, böse, her; wo nicht vielmehr dieses von jenem abstammet; s. dasselbe. Der Begriff der dicken Flüssigkeit, des Schlammes, scheint in diesem Worte der herrschende zu seyn. Eine Wunde heißt im g. L. unterköthig, wenn sie im Innern Eiter setzt. Siehe Pfeil-IconKothig. Sonst bedeutete auch Hor und Gor den Koth; siehe Pfeil-IconGarstig, im XVI Th. Pfeil-IconS. 146, und Pfeil-IconHornung, im XII Th. Pfeil-IconS. 332.

Sprichw. Je mehr man den Koth rüttelt, je mehr stinkt er, oder: Wenn man den Koth wühlet, dann stinkt er. Ueber eine ärgerliche Geschichte muß man kein <46, 370> zu helles Licht verbreiten wollen. Es dürfte oft gut seyn, so manche Dinge lieber nicht gewußt zu haben. Die menschenfreundliche Nachsicht, die wir den Fehlern und Vergehungen unserer Brüder schuldig sind, widerräth oft die zu deutliche Aufklärung ärgerlicher Thatfachen. War es nicht genug, daß die That selbst schon verlautete? Warum will man die Neben=Umstände nicht lieber im Schatten halten, deren Aufhellung zu nichts dienen kann, als die That selbst verhaßter, schwärzer, und den, der sie beging, nur noch elender zu machen.

Auch bey Zwistigkeiten und Zänkereyen dürfte es weislich gehandelt seyn, den Koth nicht zu rütteln, eine zu genaue Auseinandersetzung des streitigen Falles nicht zu suchen. Es kommen da oft Dinge zum Vorschein, welche die Versöhnung nur noch erschweren, wo nicht gar und ganz unmöglich machen. Da veranlasset ein streitiger Punct den andern, und die Verwirrung nimmt in dem Maße zu, daß eine friedliche Auskunft nicht weiter Statt finden kann.

Klassifizierung: 398.9 SprichwörterDDC-Icon Das gibt ein anderes Sprichwort: Je mehr man den Koth tritt, je weiter fließt er.

Daher kothig, mit Koth beschmutzt, Koth enthaltend. Sich kothig machen. Es ist draussen sehr kothig. Ein kothiger Weg. Imgleichen Koth verursachend. Kothiges Wetter, Regen=Wetter, nasses Wetter. Im Oberd. kottig. In den gemeinen Mund=Arten hat man noch das kötig, welches im Dithmars. schlammig, im Hochdeutschen aber in dem zusammen gesetzten unterköthig, eiterig bedeutet.

Klassifizierung: 631.8 Düngemittel, Bodenverbesserer, WachstumsregulatorenDDC-Icon Klassifizierung: 636.0838 Beseitigung tierischer AbfälleDDC-Icon Der Gassen=Koth, Straßen=Koth, Gassen=Schlamm, Straßen=Dreck, Moder, der Unrath, der sich vom Staub und Regen auf den Gassen, Straßen und Wegen sammelt, und die Erde, welche auf den Wegen und Straßen, auf den Fuhr=Wegen, sonderlich auf den Land=Straßen, wo der Rindvieh=Trieb oder sonst gemeine Vieh=Triften sind, und der Koth von dem Vieh=Miste fett wird, die Gassen=Erde, Straßen=Erde, (Schor=Erde, Schur=Er<46, 371>de), ist ein vortrefflicher Dünger für Gärten, Wein=Berge, Aecker und Wiesen. Keine Erde wird öfter gerührt, durchgearbeitet, und ihre verschiedene Theile immer, in neuen Lagen, der Witterung und ihrem Einflusse bloß gestellt, als die Gassen= und Straßen=Erde; hierzu kommt noch, daß sie häufig von Miste, von Stroh, von Excrementen der Thiere, von dem Abfalle der Gewächse aus der Küche, u. s. w. bereichert wird. In neu angelegten Gärten z. B. deren Oberfläche aus Sande besteht, muß dieser, weil er keinen bequemen Stand für Pflanzen abgibt, um dazu dienlich zu seyn, mehr gebunden und fester gemacht werden. Dieses geschieht auf die kürzeste, wohlfeilste und dauerhafteste Weise, durch jede andere Erd=Art, die fester sich zusammen bindet, als der Sand, worunter nebst dem Thone, Lehme, Teich= und Graben=Schlamme, auch der Straßen=Koth gehört. Ein Fuder von einer jeden dieser Erd=Arten, thut in Ansehung der Bindung und Befestigung des leichten Sandes mehr Dienste, als 4 Fuder Mist. Der Nutzen in Ansehung der Nahrung, welche die Gewächse davon haben, ist noch weit größer; und auch hierin kommt ein Fuder Mist einem Fuder Straßen=Koth bey weitem nicht gleich, weil ein Fuder von diesem letzten weit mehr gute Erde enthält, als ein Fuder von jenem, wenn er in Moder verfallen ist. Daher kommt es, daß Straßen=Koth mehrere Jahre Gewächse nähren kann, als Mist. Den Garten= und Feld=Besitzern ist es daher sehr zu verdenken, daß sie ihren Haus=Unrath, und was sie vor ihren Häusern zusammen kehren, wofern sie Hof=Raum haben, ihn zu sammeln, auf gemeine Unkosten aus der Stadt bringen lassen. Sie sollten ihn höher, als Mist, schätzen, in ihrem Hofe sammeln, und zu gehöriger Zeit zum Dünger anwenden. Wie viele hundert Fuder Mist würden zu unsern Gärten des Jahrs weniger nöthig seyn, wenn <46, 372> der Gassen=Koth und die gute Erde der Wege zwischen den Gärten, so weit es ohne Schaden der Wege geschehen kann, zur Düngung derselben angewendet würde! Was für Wirkung der in den Städten gesammelte Gassen=Koth in Gärten und auf Aeckern thue, ist einem Jeden, der bey großen und volkreichen Städten wohnt, und dessen allenfalls gegen Bezahlung habhaft werden kann, zur Genüge bekannt, und man darf deshalb nur die berliner Ackerleute befragen. Allein, auch auf den Dörfern gibt es solchen Gassen=Koth, welcher den Gärten und Aeckern sehr gute Dienste thut, indem das Vieh, bey seinem Aus= und Eintreiben allenthalben von seinem Unrathe fallen lässet, und daher dem in den Wegen und Straßen befindlichen Erdreiche düngende Nahrungs=Säfte mittheilt. Die meisten Dörfer sind mit einer solchen Menge Unrath auf ihren Straßen beschwert, daß in den Winter=Monathen, ja auch zuweilen bey anhaltendem Regen in den Sommer=Zeiten, zu Fuße niemand, ohne das beschwerliche Uebersteigen und Zertreten der Zäune in den Höfen, auch das Schaf=Vieh selten ohne ihren größten Schaden durch den flüssigen Koth und Schlamm kommen kann. Es könnte neuen Garten=Plätzen kein besserer Dünger verschaffet, mithin der erwähnten Unbequemlichkeit nicht füglicher abgeholfen werden, als wenn einem jeden Einwohner auferlegt würde, eine gewisse Anzahl Fuder des gedachten Unrathes, von der Nähe seines Hofes, oder von der gemeinen Straße, auf den ihm angewiesenen Platz zu fahren, und solches jährlich zu wiederhohlen. Hierdurch würden, ausser der nöthigen Wege=Besserung, die neuen Garten=Plätze gar bald in den besten Stand gerathen, und diese geringe Bemühung, die überdies zu solcher Zeit geschehen könnte, wenn die andern häuslichen Verrichtungen es am füglichsten zuliessen, hinlänglich belohnet werden.

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Hr. Präs. v. Benekendorf schreibt, im 1 B. der berl. Beyträge zur Landwirthschaftswiss. (Berl. 1774, 8.) S. 549, f: „Ich lasse in meinem Dorfe alle Herbste und Frühjahr, wenn es geregnet hat, den Koth oder die Moder, sowohl in den Gassen, als auf den Höfen, zusammen scharren, und selbigen nachher nach Bequemlichkeit wegfahren. Nach meiner Wirthschaftsverfassung gibt diese Schur=Erde den Dung für die von mir zur Zeugung allerhand Gartenfrüchte angelegte Koppeln. In selbigen pflanze ich das erste Jahr Ober= und Unter=Kohlrüben, rothe Rüben, u. d. gl. eine gewisse Fettigkeit erforderndes Wurzelgewächs, mehr; in dem zweyten Jahre aber Kartoffeln. Beydes wird hauptsächlich zur Vieh=Fütterung sowohl zu Sommer= als Winters=Zeiten angewandt

Die Gassen=Erde und der Straßen=Koth muß zum Behuf der Garten=Düngung, bey feuchtem Wetter zusammen geschaufelt, Kurz=Stroh eingestreuet, und hernach eine Zeitlang in Haufen ruhen, auch zuweilen mit dem Spaten umgestochen werden. Auf dem Saat=Felde gibt der Gassen=Koth, wenn er nicht sehr dick gestreuet wird, nicht viel über 1 oder 2 Jahre Kraft. Man führt ihn auf Haufen, streuet ihn, nachdem zur Saat gepflügt worden ist, über das Feld umher, und die Ege vermischt ihn hernach mit dem Boden.

Wie können in großen Städten die Straßen am besten reinlich gehalten werden, und zwar so, daß diese Reinigung dem Staate auch einträglich wird? ist die 21ste Aufgabe, in J. A. F. Block' s 25 für den Staat interessanten Aufgaben, (Berl. 1776, 8.) S. 214 -- 232.

Klassifizierung: 612.4 Hämatopoetisches System, lymphatisches System, Drüsensysteme, HarnwegeDDC-Icon Klassifizierung: 612.3 VerdauungDDC-Icon Unter Darm=Koth, versteht man diejenigen unedeln Ueberbleibsel der abgesonderten und ausgezogenen Nahrungs=Masse, welche sich überhaupt in dem weitläuftigen langen Raume der sämmtlichen dicken Gedärme sammeln. Es sind dieses also nicht nur gleichsam die von der Nahrungs=Masse abgegangene grobe Spreu, Kleyen und Hülsen, oder die groben, erdigen und flüchtig salzigen Theile, welche nach dem Geschäfte der Milch=Bereitung als untauglich, abgeschieden worden <46, 374> sind, sondern auch ebenfalls dergleichen unnütze, ehemahls im Blute selbst befindliche, oder auch dergleichen von den ersten Theilen abgenutzte und zur Ausleerung dahin abgesetzte Theile. Der erste und allgemeine Sammelplatz des Darm=Kothes ist in dem Blind=Darme, wo auch, da derselbe etwas tief liegt, und die von dem Krumm=Darme dahin abgesetzten Unreinigkeiten sich in diesem feuchten und warmen Orte deswegen einige Zeit aufhalten, dieselben, wegen einer daher entstehenden Fäulniß den ihnen eigenen Gestank annehmen, obgleich auch nicht zu läugnen ist, daß die beygemischte Galle wohl auch etwas hierzu mit beytrage. Diese Feuchtigkeit und ihr Einfluß scheint auch an der äusserlichen natürlichen Farbe des Kothes keinen geringen Antheil zu haben, ob selbige übrigens schon vorzüglich von der Art der genossenen und verdaueten Dinge selbst abhängen mag. Wenigstens findet sich in dem Auswurfe der Kleider=Motten die Farbe der abgenagten Wolle, und in dem weißen Hunds=Kothe findet man so gar oft noch Reste von zerriebenen und zermalmten Knochen. Indem nun also diese unnütze und untaugliche Ueberreste erst in dem Blind=Darme gesammelt und eine Zeitlang daselbst aufbewahret werden, von da in den Grimm=Darm übergehen, und durch diesen langen Schlauch und dessen verschiedentlich gebrochene Wendungen einen ziemlich langen Weg zurück zu legen haben, ehe sie zu dem Mast=Darme gelangen, und von diesem ausgeworfen werden können, so geschieht es, daß die in demselben etwa noch befindlichen flüssigsten Theile mehr und mehr ausgesogen werden, wodurch sie denn eigentlich die ihnen eigenthümliche Steifigkeit und Consistenz erhalten. Doch ist auch hierin einiger Unterschied, welcher von der Gattung der Speisen selbst abhängt, daß nähmlich der Darm=Koth, welcher von vorher genossenen Fleisch=Speisen abgesondert wird, allemahl dichter ausfällt, <46, 375> als derjenige, welcher von Vegetabilien, von Kraut=Futter oder Körnern, entsteht; so wie der Koth eigentlicher grasfressender Thiere allemahl wenig zusammenhaltend ist, und in Gestalt eines dünnen Breyes abgeht. Am merkwürdigsten ist der Unterschied, welcher in dem Darm=Kothe, in Ansehung seiner äusserlichen Bildung und Form, bey verschiedenen Thieren sich verschieden antreffen lässet. Es geht derselbe nähmlich ordentlicher Weise und im natürlichen Zustande bey den Menschen in Form eines dicken Cylinders, bey der Pferde=Gattung in besonders abgetheilte Kugeln oder Aepfel gebildet, bey der Schaf= und Bock=Gattung ebenfalls in Gestalt noch kleinerer Kugeln, bey den Mäusen wie kleine Schrot=Körner gebildet, bey der Rindvieh=Gattung hingegen in Form eines runden Fladens, oder bey dem Hirsche unter dem Nahmen Losung, u. s. w. ab. Ungeachtet es nun hierbey allemahl eigentlich auf die Art der Speisen und des Futters ankommt, welche von dergleichen Thieren vorher genossen worden sind, und die geringste in dem eigentlich gewöhnlichen Futter gemachte Veränderung auch die eigentliche Consistenz des Darm=Kothes zu verändern vermag, so ist doch dieser Umstand der besondern innerlichen Structur des Blind= und Grimm=Darmes, und dessen inwendigen halbmondförmigen, dreyfachen und einander gegenüber stehenden Fächern, welche nähmlich bey dergleichen Thieren bald groß, bald klein, bald sehr dicht an einander, bald weit von einander abstehend, bald noch anders und verschiedentlich ausfallen, vorzüglich, nicht weniger auch dem Schließ=Muskel, welcher die äusserste Mündung des Mast=Darmes mehr oder weniger zuschnürt, und durch dessen zurückgelassene zirkelrunde Oeffnung derselbe bey der lezten Ausletrung durchgepresset werden muß, zu zuschreiben. Man findet auch, wie ich bereits im XXXVII Th. Pfeil-IconS. 553, erwähnt habe, bey neugebornen <46, 376> Kindern einen abgehenden, schwarzen, breyartigen, zähen Unrath, welcher unter dem Nahmen des Erb=Kothes oder Kinder=Peches bekannt ist, und welcher sich wahrscheinlicher Weise bloß aus der Blut=Masse, während der Zeit, als sie sich im Mutterleibe befunden haben, in die dicken Gedärme abgeschieden und angesammelt haben mag.

So ein unedler und schlechter Theil des thierischen Körpers indessen der Stuhlgang oder Darm=Koth dem ersten Ansehen nach zu seyn scheint, so leistet er doch auf verschiedene Art, insonderheit in der Oekonomie, dem Feld und Garten=Baue, als Mist, zum Düngen einen sehr beträchtlichen Nutzen.

Der Menschen=Koth, oder Unflath, Stuhlgang, L. Excrementa hominis, Faeces alui s. aluinae, Copros, Homerda, Merda, Stercus humanum, Fr. Bran, Gatouë, Matiere fecale, ist, bekannter Maßen, alles dasjenige, was bey einem Menschen, nach vollbrachter Verdauung, durch den Stuhlgang natürlicher Weise wieder weggeht. Diese Excremente, welche von Paracelsus der occidentalische Schwefel genannt werden, enthalten wirklich Schwefel und ein schmerzstillendes Oehl, wodurch sie eine erweichende, lindernde und zeitigende Kraft erhalten. Man bedient sich derselben, die Pest=Beulen zur Reife zu bringen. Ettmüller bezeugt, daß zu einer Pest=Zeit der Umschlag (das Cataplas ma) aus Menschen=Koth die besten Dienste gethan habe, die bösartigen Beulen und Geschwulsten zu einer glücklichen Eiterung zu bringen. Man macht auch den getrockneten Koth zu Pulver, vermischt solches mit Honig, und legt es auf den Hals wider die Bräune. Es hat Aerzte gegeben, welche in dieser Krankheit den innerlichen Gebrauch dieses Pulvers, von 1/2 bis 1 Quent, angepriesen haben. Wer den medicinischen Gebrauch des Menschen=Kothes liebt, und mehr davon zu wissen wünscht, kann sich <46, 377> bey Paullini, in seiner heilsamen Dreck=Apotheke, Raths und Trostes erhohlen.

Man zieht, vermittelst der Destillation, aus dem Menschen=Kothe ein Wasser und ein Oehl, welche vielerley Eigenschaften haben. Man lässet eine beliebige Quantität dieses Kothes an der Luft liegen, bis er fast zu Pulver geworden ist, hernach destilliert man ihn aus der Retorte bey einem anfangs gelinden Feuer, welches nach und nach verstärkt wird, bis das Wasser und Oehl in die Vorlage übergehen. Man scheidet das Wasser vom Oehl durch das Filtrum, und rectificirt beyde im Wasser=Bade, um ihnen durch wiederhohlte Cohobation und Rectification den Gestank zu benehmen. Das Wasser wird für ein augenstärkendes und für ein vortreffliches Schönheits=Mittel gehalten; es stärkt das Gesicht, vertreibt die Flecken der Horn=Haut, wenn man zuweilen etliche Tropfen in das Auge tröpfelt; es macht die Haare wachsen, verschönert die Haut, und vertreibt die Narben und Rauhigkeit der Hände. Man findet hierüber in den Schriften der röm. kaiserl. Acad. der Naturforscher *

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Salentin. Ern. Eugen. Cohasen obs. de Cosmetico stercoratio, st. in Act, phys. med. Acad, N. C. Vol. IX, obs. 12.

eine Observation, daß eine vornehme Dame sich, durch den Gebrauch dieses Wassers, die schönste Haut bis in ein hohes Alter erhalten habe, und zwar auf folgende Weise. Sie ließ die Excremente eines gesunden jungen Menschen in einem verzinnten kupfernen Becken, welches mit einem Deckel bedeckt war, sammeln; nachdem alles kalt geworden war, wurde das Wasser, welches sich an dem Deckel gesammelt hatte, sorgfältig in eine Flasche gesammelt, und zum Gebrauch aufgehoben. Die Dame pflegte sich alle Tage das Gesicht und die Hände damit zu waschen, und erhielt durch dieses Mittel ihre Schönheit, ihre ganze Lebens=Zeit hindurch. Es ist nicht zu läug<46, 378>nen, daß diese Feuchtigkeit, wegen ihres fettigen Wesens, die Haut glatt und schön machen kann; es ist aber ausschweifend, und fast rasend, ein solcher Sclave seiner Schönheit zu seyn, und dieselbe durch ein so schmutziges und ekelhaftes Mittel erhalten zu wollen.

Was das Oehl betrifft, welches man, vermittelst der Destillation, aus dem Menschen=Kothe erhält, so wird dasselbe als eine Salbe wider den bösen Kopf, die Flechten und Schwinden der Haut, wider den Krebs, und vornehmlich den an den Brüsten, gerühmt. Paracelsus behauptet, man könne, vermittelst einer gelinden und langen Digestion, dem Menschen=Kothe den Geruch des Bisams und Zibeths zuwege bringen, und dieses ist es, was er den occidentalischen Zibeth nennt. Daß der Menschen=Koth allerdings durch langsame und oft wiederhohlte Digestionen sich so verändern könne, daß er seinen schlimmen Geruch verliert, und einen angenehmen bekommt, beweisen die animalischen und empyrevmatischen Oehle, welche anfangs sehr stinkend sind, und durch öftere Rectification wohlriechend werden.

Die Alchemisten, welche die Materie zum Goldmachen überall aufsuchen, haben ins besondre die Excremente des Menschen und der Thiere sehr bearbeitet. Allein die physische Chemie kann fast aus allen diesen alchemistischen Arbeiten, wegen der Dunkelheit, mit der diejenigen, welche sie unternahmen, davon Rechenschaft gegeben haben, keine Erläuterung erhalten. Was aber die physischen Chemisten anbetrifft, so haben sie die thierischen Excremente sehr wenig untersucht. Ausser Homberg, *

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Observations sur la matiere fecale, par Mr. Homberg, st. in den Memoir. de l' Acad. R. de Paris, v. J. 1711, S. 39 -- 47.
und deutsch, u d. T. Beobachtungen vom Menschenkoth, von Hrn. Homberg, im 3 Th. der von Hrn. v. Stein= wehr übers. anat. chem. und botan. Abhandl. der kön. Acad. d. Wiss. in Paris, (Bresl. 1751, gr. 8.) S. 760 -- 775.

hat fast niemand eine besondere <46, 379> chemische Zerlegung des menschlichen Unrathes angestellt; und auch dieser that es nur, um die alchemischen Absichten eines seiner Freunde zu befriedigen, welcher behauptete, daß man aus diesen Materien ein weißes Oehl, welches keinen übeln Geruch habe, erhalten müsse, womit man das Quecksilber zu feinem Silber figiren könne. Das Oehl wurde in der That durch Homberg gefunden, aber das Quecksilber nicht figirt. Doch ward die Arbeit dieses Chemisten nicht so unnütz, wie die Arbeiten der Alchemisten, indem dieser geschickte Mann von seinen über diese Materie angestellten Versuchen der Academie der Wissensch. auf eine sehr deutliche Art Rechenschaft gegeben hat. Diese Erfahrungen sind merkwürdig, und lehren uns in Ansehung der Natur der Excremente verschiedenes Nützliches. Die von ihm abgefaßte Beschreibung selbst ist folgende.

„Es sind wohl 30 Jahre, als mich eine angesehene Person inständig ersuchte, eine Probe zu machen, ob ich aus dem dicken Menschen=Kothe nicht ein destilliertes Oehl ohne häßlichen Geruch, welches klar und ohne Farbe wie Brunnen=Wasser wäre, heraus bringen könnte: denn sie hatte davon eine, wie sie glaubte, erstaunliche Wirkung gesehen, nähmlich: das gemeine Quecksilber in feines Silber zu figiren. Man glaubt leicht, was man wünscht. Ich ließ mich also bald bereden, diese Untersuchung vorzunehmen, und an einem Werke zu arbeiten, das uns beyde bereichern konnte. Weil wir aber nicht wußten, wie die Sache anzugreifen wäre, so versuchten wir es auf allerley Art, und erhielten auch endlich ein Oehl, wie es dem äusserlichen Ansehen nach seyn sollte; allein das Quecksilber wollte es in kein Metall verwandeln. Indessen haben wir bey unserer Arbeit in einer so wenig untersuchten Materie und bey dem Verfolge derselben merkwürdige Dinge entdeckt. Ich werde die merkwürdigsten anzeigen.

Damit ich nicht eine Materie bekäme, von der ich nicht wüßte, woraus sie geworden wäre, miethete ich mir vier <46, 380> junge, starke und gesunde Mannspersonen; die behielt ich 3 Monathe in einem Hause, wobey ein schöner Garten war, in welchem sie spazieren gehen konnten. Und damit ich gewiß seyn möchte, daß sie nichts anders äßen, als was sie von mir bekämen, so war ich mit ihnen eins geworden, sie sollten bloß vegetabilische Materien, nähmlich weißes Brod (Pain de Gonesse,) das ich ihnen täglich frisch liefern wollte, und vom besten Champagner=Wein so viel, als sie wollten, zu sich nehmen. Den einen von ihnen hatte ich abgerichtet, dasjenige, was ein jeder von Koth von sich geben würde, in einem gläsernen Kolben im Marien=Bade zu destillieren. Nachdem alles Wässerige abgesondert war, nahm ich die trockne Materie heraus, that sie, wie sie war, in eine gläserne Retorte, und destillierte sie im Sand=Bade, nach allen Graden des Feuers. Ich bekam aber nur rothes, oder schwarzes und sehr stinkendes Oehl.

Es ist zu bewundern, daß die Menge Koth, die ein Mensch auf ein Mahl macht, und die etwa 10 bis 12 Unzen beträgt, wenn sie im Marien=Bade trocken geworden ist, höchstens 1 Unze und 10 Quent beträgt. Sie verliert aber hier nur ihren wässerigen Theil. Denn alles, was im Marien=Bade davon destilliert wird, ist nur klares und geschmackloses Wasser, welches aber doch den Geruch von seiner Materie behält; daß also die andern Dinge, woraus er besteht, nähmlich: Salz, Erde und Oehl zusammen, nur ohngefähr ein Achtel des Ganzen betragen, wovon das Oehl noch dazu das meiste ist. Das Salz ist der erdigen Materie fast an Menge gleich: und beydes zusammen ungefähr so viel, als das Oehl.

Da ich also sahe, daß ich auf diese Art das gewünschte weiße Oehl nicht erlangte, gerieth ich darauf, den Koth von allem Groben und Erdigen, das er in sich halten möchte, durch das Filtriren zu trennen, ehe ich ihn zum Feuer brächte, ein Oehl daraus zu destillieren. Denn ich dachte, diese grobe Materie könnte wohl von dem übeln Geruche und der schwarzen Farbe des Oehles, das es im Destillieren an sich genommen hatte, Ursache seyn. Deswegen ließ ich den frischen Koth in heißem Wasser verdünnen, wobey ich 1 Pinte Wasser auf 1 Unze rechnete. Ich ließ es kalt werden. Die groben Theile fielen zu Boden; das darüber schwimmende Wasser goß ich durch Neigung des Gefäßes <46, 381> ab, seihete es durch Lösch=Papier, und ließ es auf dem faulen Heinz abrauchen, bis auf das Häutchen. Es wurden lange Krystallen mit 5 bis 6 Seiten daraus. Man könnte sie das wesentliche Salz des Kothes nennen. Gewisser Maßen sehen sie dem Salpeter ähnlich. Im Feuer verhielten sie sich auch fast eben so, nur daß die Flamme roth ist und langsam brennt, des Salpeters Flamme aber weiß ist und helles Feuer bald gibt; vielleicht deswegen, weil in dem einen zu viele, und in dem andern wenigere, öhlige Materie befindlich ist. Dieses Salz habe ich stufenweise, und zulezt an sehr starkem Feuer, in einer gläsernen Retorte destilliert. Davon bekam ich erst einen wässerigen, scharfen und sauern Liquor; darauf folgte etwas rothes und stinkendes Oehl, welches sehr nach Brand roch. Diese Destillation habe ich 4 Mahl wiederhohlt. Jedes Mahl ist in dem Augenblicke, da das Oehl zu kommen anfing, ein Feuer in der Retorte entstanden. Weil aber das wenige Oehl, welches heraus kam, nicht weiß und ohne Geruch, sondern roth und stinkend war, so verließ ich diese Arbeit, und fing an der bloß im Marien=Bade getrockneten Materie zu arbeiten wieder an. Ehe ich sie in die Retorte that, um sie im Sand=Bade zu destillieren, machte ich Pulver daraus, und vermischte es bald mit ungelöschtem, bald mit an der Luft gelöschten Kalk, mit Alaun, mit Colcothar, mit gestoßenen Ziegel=Steinen. Allein, die Absicht der Arbeit, das weiße Oehl, blieb aus. Ich bemerkte nur, daß das heraus gebrachte Oehl flüssiger und weniger gefärbt war, als das erste, welches ohne diese Mittel zum Vorschein kam. Ich dachte also, wenn es öfter und mit andern Dingen destilliert und rectificirt wäre, könnte es wohl seinen übeln Geruch und seine Farbe gar verlieren. Alles, was ich aus dem, mit aller möglichen Aufmerksamkeit und vieler Geduld gemachten Versuche habe heraus bringen können, war dieses, daß mein Oehl seine braunrothe und dunkle Farbe in eine schöne hellrothe und durchsichtige verwandelte, seinen Gestank aber immer behielt.

Bey diesen lezten Operationen bemerkte ich, daß, wenn ich meine Materie mit Alaun oder Colcothar vermischt hatte, bald darauf, als ich die Vorlage, die das Oehl enthielt, von der Retorte absonderte, das Feuer den Todtenkopf (das Caput mortum) in der Retorte ergriff. Dieses Feuer <46, 382> war zuweilen so heftig, daß es die Retorte zersprengte. Zuweilen blieb dieselbe zwar ganz, es fuhr aber doch auf einen Augenblick ein Feuer=Wind heraus, als wenn man ihn mit einer Röhre heraus geblasen hätte. Wenn dieser aufgehört hatte, sahe der Todtenkopf in der Retorte noch immer, 2 bis 3 Minuten lang, wie eine glühende Kohle aus. Es scheint, dieses Feuer sey nur durch ein Ueberbleibsel des sehr erhöheten Oehles des Todtenkopfes hervor gebracht; dieser aber habe sich auf die Art, deren nachher gedacht werden wird, entzündet.

Es wollte also weder auf die einfache, noch zusammengesetzte Art, das begehrte Oehl erscheinen. Ich sahe wohl, daß ich den öhligen Theil unserer Materie, nur durch ein sehr heftiges Feuer davon absondern könnte; wußte aber, daß die Materie dadurch in den bisherigen Arbeiten einen brandigen Eindruck bekommen hatte, die bey den Oehlen allemahl mit einer Feuer=Farbe verbunden ist, d. h. daß sie roth und stinkend ist, aus was für einem Körper des Thier= oder Pflanzen=Reiches man es ziehe. Also wollte ich den Weg der Gährung versuchen. Er ist gelinde, und die Heftigkeit des Feuers hat keinen Theil daran. Die Grund=Materien des vermischten Körpers sondern sich darauf nach und nach von einander; und dadurch erhält man Gelegenheit, die leichten Theile von den schweren durch eine mäßige Wärme zu trennen, ohne daß man ein brennendes Feuer, wie ich bey meinen vorigen Arbeiten hatte, brauche. Ich verfuhr demnach folgender Gestalt. Zuerst sonderte ich das überflüssige Phlegma durch das Marien=Bad, wie ich im Anfange gethan hatte, von der Materie ab, damit ich die getrocknete Materie, ohne daß sie verdürbe, so lange bequem aufbehalten konnte, bis ich ihrer so viel hätte, als ich zu meinen folgenden Arbeiten bedurfte, und damit ich auch einmahl der vier Menschen los werden möchte. Ich behielt auch das Phlegma, welches sich im Marien=Bade absonderte, besonders, damit ich mich dessen zu rechter Zeit und am rechten Orte bedienen könnte. Sobald ich trockne Materie genug besaß, gab ich meinen Männern den Abschied, zog auch aus dem Hause, welches ich deswegen gemiethet hatte, aus, und setzte die Arbeit in meinem eigenen Laboratorio nach Gefallen fort.

Damit ich meine Materie in Gähren setzte, machte ich ein Pulver daraus, und goß 6 Mahl so schwer von dem <46, 383> Phlegma, welches durch das Destillieren davon abgesondert war, darauf. Ich that alles zusammen in einen großen gläsernen Kolben, bedeckte ihn mit einem wohl verlutierten Aufsatze, und ließ ihn 6 Wochen in gelinder Wärme, so, daß ich die Hand, ohne sie zu verbrennen, daran halten konnte, im Marien=Bade stehen. Nach Verlauf dieser Zeit öffnete ich den Kolben, brachte einen Helm daran, und destillierte in demselben Marien=Bade bey kleinem Feuer alle wässerige Feuchtigkeit ab. Den übeln Geruch hatte sie fast ganz verloren, und dieser hatte sich in einen, den man nicht wohl andeuten konnte, verwandelt. Im Destillieren war sie etwas trübe geworden, zuvor aber sehr hell und klar. Ich gab dieses Wasser einigen Leuten, deren Haut im Gesichte, am Halse und an den Armen ganz verderbt, grau, trocken, rauh und schuppig war. Sie haben sich des Tages ein Mahl damit gewaschen, und nachdem sie es eine Zeitlang gebraucht hatten, ist ihre Haut weiß und sanft gewesen. Die nach der Destillation übrig gebliebene trockne Materie war um 1/20 leichter geworden; nähmlich von 20 Unzen, die ich auf ein Mahl in den Kolben gethan hatte, bekam ich nicht völlig 19 wieder. Ich glaube, sie sey nicht so trocken gewesen, da ich sie hinein gethan, als da ich sie heraus genommen habe. Die übrig gebliebene trockne Materie roch gar nicht nach Koth, sondern angenehm und gewürzhaft, und der Kolben, in dem sie digerirt war, hatte, da er in einem Winkel im Laboratorio offen gestanden, mit der Zeit einen so starken Ambra=Geruch angenommen, daß es mir beschwerlich ward, und ich ihn wegbringen mußte. Man hätte ihn für ein Gefäß, worin Ambra=Essenz verfertigt wäre, halten mögen. Es ist erstaunlich, daß bloße Digestion den übeln Geruch unserer Materie in einen so angenehmen, als der von grauem Ambra ist, hat verwandeln können.

Nachdem ich diese trockne Materie gröblich gerieben hatte, that ich 2 Unzen davon auf ein Mahl in eine gläserne Retorte, die etwa 1 1/2 lb Wasser hielt, und destillierte sie im Sand=Bade bey gelinder Wärme. Erstlich kam ein Wasser, sodann ein Oehl hervor, welches so klar wie Brunnen=Wasser war; dieses setzte ich fort, bis die Tropfen etwas röthlich wurden. Sodann setzte ich einen andern Recipienten an, verstopfte den mit dem klaren Oehle mit Kork, verstärkte das Feuer, und destillierte fort, bis nichts mehr <46, 384> abging. Die ersten Tropfen des lezten Oehles waren wenig gefärbt; sie kamen immer röther, und zulezt wie Blut. Das rothe Oehl ließ ich in diesem Recipienten, und verstopfte ihn gleichfalls. Diese Distillation wurde mit neuer Materie in einer neuen Retorte wiederhohlt, bis nichts mehr vorhanden war. Bey jeder Destillation sezte ich zuerst den Recipienten mit klarem Oehl unter, und den zweyten am Ende. Das weiße Oehl blieb ohne Geruch, und der wenige, den es hatte, war gewürzhaft. Das rothe aber roch brandig.

Das weiße Oehl rectificirte ich an sehr schwachem Feuer, damit alles rothe und alles wässerige Wesen abginge. Von den fast 19 Unzen trockner Materie erhielt ich beynahe 1 Unze solches Oehles, und 1/2 Unze röthliches. Diese sonderte ich fleißig ab, und ließ sie in einer wohl verstopften Phiole an einem mäßig warmen Orte stehen. In 3 Monathen ward sie, ohne daß ich etwas darunter gemischt hatte, blutroth. Das weiße blieb fast ein Jahr lang weiß; endlich ward es so roth als jenes, verlor seinen guten Geruch, und bekam einen brandigen.

Bey dem Rothwerden war dieses besonders: die ganze Phiole war noch weiß, als die Röthe auf dem Boden anfing; die Farbe stieg von unten hinauf, bis sie alles Oehl in der Phiole einnahm.

Es scheint, daß, des Rectificirens ungeachtet, noch etwas rothes und stinkendes Oehl unter dem weißen geblieben sey. Dieses kann in kleine Theilchen zerstreuet, von dem weißen so wohl bedeckt worden seyn, daß es sich weder durch Geruch noch Farbe entdeckt hat. Mit der Zeit hat es sich durch seine eigene Schwere (denn es ist schwerer, als das weiße,) abgesondert, und ist zu Boden gesunken. Daselbst hat es, zwar in geringer Quantität, aber weil es rein und unvermischt war, in das wenige weiße Oehl, welches es unmittelbar berührte, mit Macht wirken, ihm zur Gährung helfen, und es nach und nach in seine eigene Substanz verwandeln können. Und so ist alles weiße Oehl roth und stinkend geworden.

Ich habe allerley Versuche angestellt, diese Muthmaßung zu bestätigen, und rothes Oehl mit weißem vermischt; es ist auch immer roth geworden, aber eher oder später, nach dem mehr oder weniger rothes Oehl dazu gekommen war.

<46, 385>

Auf wie vielerley Art wir dieses Oehl mit Quecksilber verbunden haben, anzuführen, würde unnütz seyn, da es mit keiner gelungen ist. Das Quecksilber hat niemahls einen Eindruck davon bekommen. Wenn es 5 oder 6 Tage mit Quecksilber digerirt, oder auch mit einem andern Metalle so verbunden gewesen war, ist es allemahl blutroth, ja, ganz schwarzroth, geworden.

Der Todten=Kopf von diesen Oehlen entzündet sich ohne einige Bewegung oder fremdes Feuer so leicht, daß man ihn mit Recht unter die Phosphoren obenan setzen könnte.

Es waren also unter den Arbeiten mit dem Kothe, drey Arten, wobey der Todtenkopf in der Retorte Feuer faßte, ohne daß es von aussen dazu gekommen wäre. Die erste war, wenn man das wesentliche Salz des Kothes bey starker Hitze im Sand=Bade destillierte, um das stinkende Oehl heraus zu bekommen; und da kam Feuer aus, wenn das Oehl gefärbt zu werden anfing; die Retorte sprang allemahl vor geendigter Destillation. Die zweyte war, wenn man Berg= oder Fels=Alaun mit der Koth=Materie vermischt hatte; alsdann fand sich das Feuer erst 1 oder 2 Stunden nach geendigter Destillation ein, da die Gefäße ganz kalt waren, und der Vorstoß von der Retorte weggenommen war. Die dritte war, wenn man calcinirten Vitriol mit der Koth=Materie vermischte; das Feuer kam fast immer, wie zuvor, aus, aber selten. Ich habe diese Bemerkung lange vergessen. Aber folgende Veranlassung hat sie mir wieder in das Gedächtniß gebracht. Vor etwa 2 Jahren besuchte ich einen Kranken, der seit 4 Jahren an der Strangurie heftig litt. Allerley Mittel, die ich ihm gegeben hatte, schafften ihm auf einige Zeit Linderung. Weil sich aber in langen Krankheiten der Körper an die Arzeneyen gewöhnt, so muß man an deren Stelle, die nichts mehr ausrichten wollen, andre brauchen. Man hatte demnach meinem Kranken ein Salz vorgeschlagen, welches in Wasser aufgelöset, und ihm in die Blase gesprützet wurde; das stillete ihm seine Schmerzen fast ein Jahr lang. Ich untersuchte das Salz, und sah, daß es sich an der Luft von selbst entzündete, insonderheit wenn es frisch gemacht war; daher hielt ich es für eine unsern vorbeschriebenen Todtenköpfen fast ähnliche Materie. Damit diese Vergleichung richtig seyn, und ich die gute Wirkung, die ich bey schmerzhaften Entzündungen und alten Geschwüren <46, 386> davon erfahren hatte, genauer prüfen möchte, wiederhohlte ich einige meiner vorerwähnten alten Arbeiten. Die mit dem wesentlichen Salze des Kothes, und die, wenn er mit Vitriol vermischt war, überging ich. Jene ist zu langweilig und unbequem; diese gelingt selten. Also blieb ich bey der mit dem Alaune. Ich vermied dabey alles Unnütze, sahe auch nicht auf das Oehl, welches durch Destillieren heraus kam. Dadurch wird die Arbeit leicht und kurz. Man verfährt nähmlich folgender Maßen. Man nimmt 4 Unzen frischen Koth, und eben so viel grob gestoßenen Berg=Alaun, thut es zusammen in eine eiserne Pfanne, die ungefähr 1 Pinte Wasser hält, und setzt es unter einem Schorstein auf kleines Kohlen=Feuer, so wird alles schmelzen, und so flüssig wie Wasser werden. Alsdann lässet man es bey gelindem Feuer kochen, und rührt es mit einem eisernen Spatel immer um, bis die Materie trocken wird. Zuletzt ist sie zwar schwer zu rühren, man muß aber immer damit fortfahren, sie in kleine Brocken zerdrücken, und, was sich an den Boden und an die Seiten fest gesetzt hat, mit dem Spatel abkratzen, bis alles völlig trocken ist. Die Pfanne muß man von Zeit zu Zeit von den Kohlen nehmen, damit sie nicht glühend werde, und auch alsdann die Materie umrühren. Ist sie nun recht trocken, und in Klümpchen, so wird sie in einem metallenen Mörser klein gestoßen; man thut sie wieder in die Pfanne, röstet und rührt sie, weil sie etwas feucht wird, wieder um, bis sie trocken ist, und sich zu feinem Pulver reiben lässet. Dieses kommt zum dritten Mahl über das Feuer, und man verfährt damit, wie zuvor. Nachher wird sie zu feinem Pulver gerieben, und in Papier an einem trocknen Orte aufbehalten. Dies ist die erste, oder Vorbereitungs=Arbeit. Von diesem Pulver thut man 2 bis 3 Quent in einen kleinen Kolben, dessen Bauch etwa 1 1/2 Unzen Wasser hält, und dessen Hals 6 bis 7 Z. lang ist. Das Pulver muß nur ungefähr ein Drittel des Kolbens anfüllen. Man verstopft den Hals ganz lose mit einem Papier=Stöpsel, thut in einen 4 bis 5 Finger hohen Schmelz=Tiegel 3 bis 4 Löffel voll Sand, und setzt den Kolben mitten in den Tiegel, so, daß es nicht an die Seiten anstößt. Hierauf füllet man ihn mit Sand an, daß der ganze Boden bedeckt ist, setzt den Tiegel mit dem Kolben mitten in einen kleinen irdenen Ofen, den man gemeiniglich eine Huguenotte nennt, dessen Oeffnung oben von <46, 387> 8 bis 10, und die Tiefe bis an den Rost von 6 Z. ist; legt rund um den Schmelz=Tiegel, bis an seine Mitte hinauf, glühende Kohlen 1/2 Stunde lang, thut hernach mehr dazu bis an seinen Rand, und unterhält dieses Feuer eine gute halbe Stunde, bis man sieht, daß der Kolben inwendig roth wird. Sodann erhöhet man das Kohlen=Feuer bis über den Rand hinauf, unterhält es eine gute Stunde, und lässet es dann ausgehen. Bey dem Anfange der letzten Operation wird zum Halse des Kolbens durch den Papier=Stöpsel ein dicker Rauch heraus dringen, und zuweilen so stark werden, daß er den Stöpsel gar abstößt; diesen muß man wieder aufsetzen, und man muß das Feuer gelinder machen. Wenn der Kolben inwendig roth wird, hört der Rauch auf. Alsdann kann man das Feuer verstärken, ohne zu befürchten, daß die Arbeit verdorben werden möchte.

Wenn der Schmelz=Tiegel so kühl ist, daß man ihn, ohne die Hand zu verbrennen, aus dem Ofen nehmen kann, nimmt man bis an die Mitte des Bauches des Kolbens Sand weg, und lässet ihn 1/2 Viertel=Stunde abkühlen. Nachher zieht man ihn ganz heraus, und lässet ihn etwas auf dem Sande stehen. Wenn es aber nicht solche Eile hat, oder Winter ist, so thut man besser, wenn man den Kolben im Tiegel ganz kalt werden lässet, ehe man ihn heraus nimmt. Es ist auch gut, wenn man, an statt des Papier=Stöpsels einen Kork=Stöpsel in den Hals steckt, um, so viel als möglich, der Luft den Eingang zu verwehren. Wenn die auf dem Boden liegende Materie sich im Rühren in Pulver verwandelt, so ist es ein Zeichen, daß man es recht gemacht habe. Wenn sie aber ein Kuchen ist, der bey dem Schütteln des Kolbens nicht brechen will, so ist es ein Zeichen, daß man in der Vorbereitungs=Arbeit die Materie in der eisernen Pfanne nicht lange genug geröstet hat.

Ist nun ein Pulver im Kolben, so schüttet man ein wenig, wie eine kleine Erbse groß, auf Papier, und stopft den Kolben gleich wieder zu. Das Pulver fängt sogleich auf dem Papiere zu rauchen an, und entzündet sich, nebst dem Papiere, und allem was verbrennlich ist. Hätte man etwas zu viel Pulver ausgeschüttet, so thue man ja nichts davon wieder in den Kolben, wenn es auch nicht brennte; denn es würde gewiß alles Pulver im Kolben anzünden. <46, 388> Man kann es demnach nicht aus einem Gefäße in ein anderes schütten, sondern es muß in demjenigen, worin es calcinirt ist, immer stehen bleiben.

Dieses Pulver ist von allerley Farben; bald schwarz, bald braun, roth, gelb, auch weiß, nach dem das Gefäß, worin die Vorberetungs=Arbeit geschehen ist, und der Grad des Feuers in derselben und der folgenden beschaffen gewesen ist. Nimmt man vom Colcothar oder Alaun zu viel oder zu wenig, so entzündet sich das Pulver nicht. Es entzündet sich sowohl bey Tage, als auch des Nachts, ohne daß man es reiben oder heiß machen, oder mit etwas anderm, das es entzünden hülfe, vermischen dürfe. Darin ist es von allen andern gemachten Phosphoren unterschieden. Der von Urin, braucht zum Leuchten und Entzünden ein wenig Wärme, der smaragdische aber viel Wärme zu seiner Wirkung. Der bologneser Stein und Balduin' s Phosphorus, leuchten nur am Tage, und nicht des Nachts. Die destillierten Oehle von Zimmet, Nelken, Sassafras, entzünden sich ohne Feuer nicht eher, als wenn man stark rectificirten Salpeter=Geist darunter mischt. Der Phosphorus, den ich im J. 1693 dargelegt habe, wird nur licht, wenn man ihn stark reibt, oder wenn man mit einem harten Körper darauf schlägt.

Ich habe dieses Pulver nur aus dickem Kothe gemacht; ich glaube aber, man könne es auch aus Urin machen, und wenn man mit demselben so umgeht, mehr Phosphorus als auf die bekannte Art bekommen, und sein Todtenkopf werde nach der Destillation des Phosphorus dieses Pulver noch geben.

Ich habe dreyerley Pulver gemacht. Eines entzündet verbrennliche Materien, und scheint selbst nicht sich zu entzünden. Das andere macht Feuer, und entzündet sich wie eine glühende Kohle. Das dritte gibt Feuer, und brennt selbst wie ein Licht, nach dem es mehr oder weniger Feuer in seinen Zubereitungen gehabt hat, oder nach dem mehr oder weniger Alaun dazu gekommen ist.

Wenn das Pulver lange gut bleiben soll, so muß man es an einem trocknen und temperirten Orte aufbehalten, den Kolben wohl verstopft, gerade stehen lassen, und mit Papier oder sonst etwas umschlagen, auch endlich an einem finstern Orte erhalten. Denn vom Tageslichte wird es, wie von der Feuchtigkeit, nur nicht so bald, verderbet.

<46, 389>

Damit man sich eine Vorstellung von der Art, wie dieses Pulver sich entzündet, machen möge, so erinnere man sich, es sey eine durch das Feuer stark calcinirte Materie, die dabey alles Wässerige, das sie enthielt, nebst dem größten Theile des Oehles und flüchtigen Salzes, verloren habe; sie habe dadurch viele große Zwischenlöcher bekommen, die die flüchtigen vom Feuer vertriebenen Materien leer gelassen, daß also das Pulver, welches nach der Calcinirung übrig bleibt, nur in einem schwammichten Gewebe einer erdigen Materie besteht, welche alles ihr feuerbeständiges Salz und etwas stinkendes Oehl behalten hat, dessen Zwischenräume aber eine Zeitlang einen Theil der Flamme bey sich behalten, die sie in der Calcination durchdrungen hat; fast so, wie es mit dem ungelöschten Kalke in der Calcination ergeht.

Solchergestalt können wir dafür halten, das feuerbeständige Salz, dessen in diesem Pulver eine große Menge ist, verschlinge die Feuchtigkeit der Luft bald, nach seiner Gewohnheit, wenn es von ihr berührt wird; die schleunige Einführung der Feuchtigkeit der Luft in die Zwischenlöcher des Pulvers mache darin eine Reibung, die etwas Hitze erregen kann. Wenn sich nun diese mit den in diesen Zwischenräumen enthaltenen Theilen der Flamme verbindet, so machen sie eine ziemlich starke Hitze. Diese kann das wenige leicht entzündliche Oehl, welches der Strenge der Calcination sich entzogen hat, und einen Theil des Pulvers macht, bald anzünden.

Ein Beweis davon ist Folgendes. Wenn man dieses Pulver in einem nicht wohl verstopften Gefäße aufbehält, so zieht es nach und nach, und langsam die Feuchtigkeit der Luft, die es erreichen kann, an sich. Dieses aber kann nicht Reibung genug machen, daß eine merkliche Hitze davon entstände. Das Pulver verdirbt also, und entzündet sich nicht mehr. Eben wie der ungelöschte Kalk, wenn er einige Zeit an der Luft gelegen hat, sich nicht mehr entzündet, weil er nach und nach zu wenige Feuchtigkeit an sich gezogen hat, als daß deren genugsame Reibung Hitze erregen könnte.

Der ungelöschte Kalk enthält eben sowohl, als unser Pulver, Feuer=Theilchen, bringt aber doch nicht durch die bloße Feuchtigkeit der Luft Hitze hervor, wie dieses, sondern man muß Wasser darüber gießen, wenn er sie bekommen <46, 390> soll. Die Ursache ist diese. Der Kalk hat nicht ein Salz, wie unser Pulver, das viele Feuchtigkeit der Luft auf ein Mahl verschlingen könne, und dessen schleunige Einführung Hitze zu erwecken geschickt sey; kommt aber Wasser dazu, so wird es sehr bald hinein geführt, um eben diese Wirkung zu thun. Die Ursache aber, warum der ungelöschte Kalk nicht, wie unser Pulver, Flamme gibt, ob er gleich so große Hitze, als dasselbe, erlaugt, ist diese: In dem Kalke ist keine öhlige Materie, die sich durch die erregte Hitze entzünden könnte, wie wohl in unserm Pulver ist; thut man sie aber durch Kunst hinzu, so erfolgt auch die Entzündung.

Warum aber das Tageslicht das Pulver verdirbt, wenn es auch in einem gläsernen, wohl verschlossenen Gefäße enthalten ist, davon ist die Ursache diese: Die Reibung, die von der Einführung der Feuchtigkeit der Lust entsteht, ist nicht die einzige Ursache der Hitze, die das im Pulver enthaltene Oehl entzünden kann. Die Feuer=Theilchen, die es in seinen Zwischenlöchern erhalten hat, müssen auch etwas dazu beytragen. Da nun das Tageslicht, oder die in großer Bewegung seyende Bewegung des Lichtes, das Pulver durch das gläserne Gefäß beständig trifft, so macht es nach und nach dasselbe, welches sich währender Calcination darin aufgehalten hatte, los, und vermindert es so, daß endlich nichts mehr übrig bleibt, was sich mit der durch die Reibung der Feuchtigkeit der Luft verursachten Hitze verbinden könne; folglich kann es sich nicht entzünden”.

Wesentlicher ist der Gebrauch und Nutzen des Menschen=Kothes, als Dünger. Ich werde die deshalb von verschiedenen Schriftstellern gethanen Vorschläge und angestellten Erfahrungen anführen.

Nach Mills, *

*
Im 1 B. des übers. vollständigen Lehrbegriffs von der prakt. Feldwirthsch. (Lpz. 1764, gr. 8.) S. 118, f.

ist Menschen=Koth zur Düngung sehr fett und hitzig, voll fruchtbarmachender Salze, und daher zu allem kalten, sauern Erdreiche sehr dienlich, insonderheit wenn er mit anderm Dünger, Stroh oder Erde, vermischt wird, damit er zur Gährung kommt, und desto bequemer gefahren werden kann. <46, 391> Manche wollen ihn, des übeln Geruches wegen, nicht gern gebrauchen; Andre bilden sich ein, er gebe den Gewächsen einen garstigen Geschmack. Doch sie treiben, dem Ansehen nach, ihre Zärtlichkeit zu weit. Man braucht ihn mit gutem Nutzen an vielen Orten in Frankreich, durch ganz Flandern, *

*
Maison rustique. p. 62.

und ich glaube auch, nicht weniger vortheilhaft um ganz London herum. Bradley sagt, er werde in fremden Ländern in Gruben, die mit Fleiß dazu gemacht sind, aufgehoben, bis er 1, 2, 3 und 4 Jahr alt ist. Den vierjährigen hält man für den besten; den dreyjährigen mittelmäßig, die übrigen aber nicht so gar tüchtig zum Gebrauch. Die Leute, die an diesen Gruben Theil haben, sehen sehr auf den Ort, wo er herkommt, und geben demjenigen, welcher aus Städten kommt, wo viel Fleisch gegessen wird, als dem stärksten und fruchtbarsten, den Vorzug. -- Freylich sollte er nicht so gar neu, noch in so gar großer Menge auf das Feld gebracht werden, da er sehr hitzig ist. Doch wenn die Hitze durch die Länge der Zeit, durch die Fäulniß und durch eine hinlängliche Vermischung mit anderm Dünger temperirt ist, wird er ein vortrefflicher Dünger. Vielleicht rührt seine Kraft großen Theils von dem Urine, womit er vermengt ist, her.

Im 1 Th. der Sammling af Rön och Afhandlinger, rorande Landbruket, som til Kongl. Wetenskaps Academien blifwit ingifne, (Sammlung von Versuchen und Abhandl. über den Ackerbau, welche der kön. Acad. d. Wiss. übergeben worden,) Stockh. 1775, 8. findet man, S. 48, Anmerkungen über den allerkräftigsten Dünger. Der ungenannte Verf. bedauert, daß man, theils aus einem wunderlichen Ekel, theils aus Nachlässigkeit, nicht den menschlichen Auswurf zum Düngen anwenden lässet. Er zeigt, wie es <46, 392> bequem genug geschehen könne. (In Languedoc dünget man damit am hellen Tage die Weinberge; und den dürren Feldern um Stockholm würde dasjenige wohl bekommen, was man täglich tonnenweise an der Schiff=Brücke in das Meer stürzen lässet). Ein Tobak=Pflanzer hat doch schon um Götheborg diese Nutzung in Gebrauch gebracht.

Hrn. Hofr. Beckmann phys. ökon. Biblioth. 7 B. 1 St. (Götting. 1776, 8.) S. 149.

Hr. geh. R. v. Pfeifer, thut, im 4 St. seiner vermischten Verbesserungs=Vorschläge und freyen Gedanken, über verschiedene, den Nahrungszustand etc. betreffende Gegenstände, (Frf. M. 1778, 8.) S. 70, fgg. folgende Vorschläge zu Benutzung der in großen Städten sich sammelnden Unreinigkeiten.

„Ein vernünftiger Landmann versteht aus den verworfensten und übelriechendsten Abgängen und Auswürfen Nutzen zu ziehen; der Stadtmann hingegen muß, um sich ihrer zu entledigen, Geld oben drein geben. Sollte sich dieses nicht abändern lassen: Sollte man die Bewohner großer Städte nicht wenigstens ohnentgeltlich der natürlichen Unreinigkeiten entledigen, und der Statüberdem daraus Vortheil ziehen können? Die Untersuchung dieser ziemlich schmutzigen, aber interessanten Materie, soll der Gegenstand gegenwärtiger Abhandlung seyn.

Man wird die Beschwerlichkeit und Kosten, so die Stadtleute dermahlen bey Wegschaffung der Unreinigkeiten haben, erzählen; man wird die natürlichsten Mittel zu Abhelfung gedachter Beschwerlichkeit bezeichnen; man wird endlich den aus der zu treffenden Veranstaltung erwachsenden Nutzen deutlich zu machen suchen.

Der Mechanismus des menschl. Körpers erfordert, daß alles, was wir genießen, aufgelöset, abgesondert, und der zu Erhaltung des Körpers ungeschickte Antheil durch die von der Natur geordneten Wege fortgeschaffet werde. Um diese, die Geruchs=Nerven beleidigende Auswürfe aus den Augen zu schaffen, sind die Abtritte oder so genannten heimlichen Gemächer erfunden; weil sich diese aber mit der Zeit anfüllen, so mußte man ganz natürlich darauf denken, <46, 393> den stinkenden Unrath mit der geringsten Unbequemlichkeit weiter zu entfernen, um die Abtritte zu fernerer Anfüllung geschickt zu machen. Man glaubte kein leichteres und wirksameres Mittel zu finden, als mehrgedachte Unreinigkeiten bey Nacht=Zeiten in den benachbarten Flüssen ersaufen zu lassen. Man trug dieses Geschäft theils Orten den Abdeckern, und an andern, geringen Leuten, die man z. B. in Wien Nacht=Könige nennt, auf; sie sind angewiesen, ihr Geschäft bloß bey Nacht=Zeiten zu verrichten, auch mit ihrer Beute nach dem Wasser zu eilen; und man hat ihnen eine dieser ekelhaften Arbeit angemessene ziemlich hohe Vergeltung festsetzen, auch das Privilegium ertheilen müssen, daß ausser ihnen niemand die Befugniß haben soll, sich dieser schmutzigen Arbeit zu unterziehen; man wird daher nicht in Abrede seyn, daß die Unreinigkeiten für die Stadtleute keine kleine Beschwerlichkeit ausmachen, von der entlediget zu werden ihnen wohl nicht unangenehm seyn dürfte. Ich kann also zu Bezeichnung der Mittel fortschreiten, welche die bewiesene Beschwerlichkeit abzuhelfen vermögen.

Wenn ich als bekannt und ausgemacht annehmen darf, daß sowohl die Auswürfe der Menschen, als die Abgänge in den Küchen, die Unreinigkeiten in den Straßen und Höfen, in schicklichen Vermischungen, ein ungemein gutes Düngungs=Mittel für Aecker, Gärten und Wiesen abgeben, und daß dieses ein Materiale sey, woran wir auf dem Lande nirgends einen Ueberfluß, an vielen Orten aber einen großen Mangel haben, so scheint das Ersaufen sothaner Waare, den Gesetzen der Haushaltungs=Kunst gar nicht angemessen, und folglich ein Vorschlag zu einer schicklichern Niederlage nicht unnütz zu seyn.

In dieser Verumthung würde ich anrathen, in abgelegenen Winkeln vor den Städten große Gruben mit einem festen Kitt ausmauern, und die so genannten Nacht=Könige verpflichten zu lassen, zwar wie bisher die Abtritte zu reinigen, die Unreinigkeiten aber in die ausgemauerten Gruben zu führen, und das, was sie des Nachts dahin geliefert, bey Tage mit einer leichten Bedeckung von Erde, die sich in der Nachbarschaft der Gruben finden, oder ihnen zugefahren werden sollte, zu versehen, auch beständig in dieser Ordnung dergestalt bis zu völlig angefüllter Grube stratum super stratum fortzufahren, demnächst aber die be<46, 394>nachbarte Grube auf die nähmliche Art zu behandeln. Durch dieses Mittel würden also die so brauchbaren Unreinigkeiten gerettet, auch durch die Bedeckung mit Erde nicht allein die unangenehmen Ausdünstungen der faulenden Materie vermieden, sondern auch durch sothanen Zusatz die überflüssige Hitze des Menschen=Kothes gedämpfet, und die ganze Masse in einen Körper verwandelt werden, der sich bequem auf die Mist=Wägen oder Karren laden, nach dem Orte seiner Bestimmung bringen, und daselbst gehörig vertheilen liesse.

Dieser ansehnliche Mist=Vorrath würde also nunmehr dem State zugehören, und von dessen fernern Disposition abhangen, wohingegen er auch für das übertragene Eigenthum, wenigstens die Einwohner von der bisherigen Bezahlung der Nacht=Könige befreyen, und diese Leute aus den Stats=Einkünften besolden würde.

Ich will den Koth in den ihm angewiesenen Gruben, mit der Erde fermentiren und transportable werden lassen, indeß aber zeigen, was für einen Nutzen sowohl das Publikum, als die Stadt=Einkünfte, aus Anwendung meines Vorschlages ziehen können.

Wenn ich mir zum Beyspiel Wien, Prag, Berlin, Frankfurth, Cöln und andre große Städte mehr gedenke: so bin ich moralisch gewiß, daß aus jeder dieser Städte, durch den angewiesenen Weg, jährlich weit mehr, denn 100,000 Fuder des besten Düngers zu gewinnen stünden. Laßt uns aber nur einen Numerum rotundum von 100,000 Fuder oder Wägen Mist annehmen; laßt uns jedes Fuders Werth nur auf 30 Kreuzer setzen; laßt uns den dadurch verstärkten Getreide=Segen ein Fuder nur auf 20 Pfund bestimmen, so würde gleichwohl der Stat durch diese Veranstaltung jährlich 50,000 Gulden, und das Publikum 2 Millionen Pfund Getreide gewinnen. Sollte man aus diesem Zuwachs von Einkünften nicht die Nacht=Könige, einen Ober=Aufseher besolden, und die nöthigen Gruben machen können? Sollte der vermehrte Getreide=Segen von 2 Mill. Pfund nicht einige Aufmerksamkeit verdienen? Sollte der besondere Nutzen des Landmanns gar nicht in Erwegung kommen? Und wie nöthig haben nicht die in der Gegend von Wien, von Berlin, von Frankfurth u. s. w. belegene Grundstücke dergleichen Balsam!

<46, 395>

Wenn dieser Vorschlag nicht genehmiget werden möchte, so könnte man auch von Seiten des States diese Ware verpachten, so wie es wirklich in Ansehung des Straßen=Unraths in Genf geschieht, wo ein Entrepreneur durch seine Karren und Knechte den auf den Straßen zusammen zu bringenden Unrath wegschafft.

Vielleicht kann man einwenden, daß diese Waare keine Abnehmer finden würde, folglich die Rechnung ohne Wirth gemacht sey; vielleicht würden auch gewisse Leute den mit Menschen=Koth gedüngten Salat nicht so schmackhaft, als den in Kuh=Mist gewachsenen, finden. Es wird nicht schwer seyn, diese Einwürfe aus dem Wege zu räumen.

Der Bauer bedient sich jetzt verschiedener künstlicher Düngungen, als: des Kalks, des Gypses, des Torfs, der Stein=Kohlen und Holz=Asche. Alle diese Mittel muß er theuer bezahlen, und oft viele Stunden Weges hohlen. Warum sollte er denn nicht ein natürlicheres, vorzüglicheres, wohlfeileres, näheres Düngungs=Mittel anwenden wollen? Freylich wird er nicht sogleich Geschmack daran finden, er will Vorgänger haben; die nur gedachte künstliche Düngungs=Mittel fanden auch nicht gleich Gnade vor seinen Augen, sie sind nur nach und nach gemein worden. Es dürfen nur ein paar Patrioten, durch gemachten Anfang dem Landmanne den Nutzen zeigen, so werden sich Liebhaber in Ueberfluß finden, und diejenigen, so die Geschichte der klugen und fleißigen Chineser kennen, werden ohne mein Erinnern wissen, wie hoch dieses Volk den Menschen=Koth schätzt, *

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Siehe hiervon weiter unten, Pfeil-IconS. 396, f.

ja, daß es dort eine Unhöflichkeit sey, wenn man nach genossener Mahlzeit dem Haus=Herrn nicht die Träbern der genossenen Speisen, zur Erkenntlichkeit zurück läßt.

Diejenigen aber, so ihren Salat lieber mit den Säften des Küh=Kothes, als des Menschen=Kothes gewürzt, essen wollen, thun ihrem Geschlechte eine Art von Unehre an, und zeigen, daß sie die vorzüglichen Eigenschaften dieser Materie nicht kennen, noch das Geheimniß gewisser französischer Damen wissen. Ich bin schuldig, sie von beyden zu unterrichten.

Homberg, ein bekannter geschickter Scheidekünstler, bediente sich des Menschen=Kothes bey einer gewissen Ope<46, 396>ration, die zwar nicht glückte, ihm aber entdeckte, daß man, nach öfterm Ueberdestillieren, aus gedachtem Kothe eine wohlriechende, die Schönheit erhaltende Schminke ziehen könne, die er denn auch wirklich zum öftern daraus bereitet, und manche verblühete Schöne zu ihren vorigen Annehmlichkeiten verholfen hat. *

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Siehe oben, Pfeil-IconS. 378, fgg.

Ist diese einzige Verwandlung nicht hinreichend, der verachteten Waare einen großen Werth zu berschaffen? Wann hat der Küh=Koth dergleichen Wunder gethan?

Da nach dem Absterben des guten Homberg, verschiedene Damen, deren Schönheit in lezten Zügen lag, nicht gleich so gefällige Scheide=Künstler wieder finden konnten, so sollen sie, wie man sagt, um der Natur zu trotzen, auf den desperaten Einfall gerathen seyn, ihren eigenen Koth, mit einem Zusatz von Mehl, in eine Art von Pflaster zu verwandeln, und sich dergleichen Larve des Nachts über das Gesicht zu legen, auch davon gute Wirkung verspürt haben; ein Umstand, über den ich jedoch keine Gewährleistung übernehme.

Wenn ich aber auch diese lezte Anekdote bey Seite setze, so bleibt es doch eine ausgemachte Wahrheit, daß der Menschen=Koth, auf die von mir vorgeschlagene oder eine ähnliche Art, ungemein nutzbar zu machen sey; daher ich auch kein Bedenken getragen habe, meinen Verbesserungs=Eifer über eine Materie auszulassen, die, so verächtlich und schmutzig sie auch immer seyn mag, doch der Aufmerksamkeit einer guten Polizey nicht unwürdig ist”.

Was den in vorhergehender Abhandlung erwähnten Gebrauch des Menschen=Kothes in China, als Dünger, betrifft: so theilen die französischen Missionarien zu Peking, bey Gelegenheit, da sie im zweyten Bande ihrer Memoires concernant l' histoire, les sciences; les arts, les moeurs, les usages des Chinois, von dem Anbaue und der Wartung der Baumwollen=Staude oder Pflanze handeln, auch eine kurze Nachricht von dem Gebrauche und Nutzen ihres bekannten Düngungs=Mittels mit, wobey sie, um empfindlichen Ohren nicht anstößig <46, 397> zu fallen, die chinesische Benennung dieses Düngers, Ta=fö, beybehalten.

„Der Ta=fö wird auf zweyerley Weise genutzet. Nach der ersten Art wird derselbe in einer Grube oder Graben gesammelt, eine verhältnißmäßige Menge Wasser darauf gegossen, und alles wohl durch einander gerührt, bis ein sehr klarer Brey daraus wird, welcher darauf in Eimern auf das Feld getragen, und das Land entweder damit begossen wird; oder man lässet solchen in die gemachten Reihen laufen, worin man den Samen legen will. Ob diese Methode die beste sey, wollen wir zwar nicht entscheiden; weil sie aber, der sehr ekelhaften Arbeit ungeachtet, bisher beybehalten ist, so muß sie gewiß von großem Nutzen seyn.

„Die zweyte Art, welche vielleicht in Frankreich noch eher Eingang finden möchte, und die Saat=Felder mit demjenigen, was den Städten nur zur Last ist, bereichern könnte, besteht darin, daß der Koth aus Cloaken in große offene Gruben gebracht wird, um daraus hiernächst das Benöthigte zu nehmen, solches mit einem Drittel guter Erde wohl zu vermischen, alsdann kleine flache Kuchen daraus zu machen, dieselben an der Luft zu trocknen, und hernach an den bestimmten Ort zu bringen. Wenn dieses Gewerbe, wovon in Peking so viele Menschen leben müssen, zu Paris und in andern Städten annehmlich gefunden werden sollte, so würde dadurch nicht nur die Reinlichkeit vermehret, und die Ströhme und Bäche mit den garstigen Zuflüssen aus den Cloaken verschonet, sondern auch den Saat=Feldern dadurch ein vortrefflicher Dünger verschaffet werden. Es wird wohl vielen lächerlich vorkommen, ist aber dem ungeachtet wahr, daß oberwähnte Kuchen von Ta=fö und Erde, wenn sie trocken sind, gar keinen übeln, sondern vielmehr einen angenehmen Violen=Geruch haben. Bey dem Verbrauch werden sie zu Pulver gestoßen, und auf das Land gestreuet.

<46, 398>

„Will man auf Erfahrung bauen, so ist es eine ausgemachte Sache, daß der Ta=fö der nützlichste, kräftigste und stärkste Dünger, vornehmlich auf schwerem und nassem Boden sey. Weil alles dasjenige, was zur Beförderung des gemeinen Besten etwas beytragen kann, zu preisen ist, und nur kurzsichtige Leute dergleichen geringe scheinende Sachen schlecht und unwerth halten: so wollen wir zum Beschluß noch anmerken, daß, wenn man ein Stück Landes wässern will, (welches bekannter Maßen bey Wiesen=Grunde mit gutem Vortheil geschieht,) es die beste Zeit sey, solches Land vorher mit vielem Ta=fö zu düngen. Letzterer wird alsdann von dem Wasser aufgelöset, und mit dem Lande dermaßen vereinigt, daß solches dadurch auf verschiedene Jahre fruchtbar gemacht wird. Wir sagen aber: man muß vielen Ta=fö darauf bringen, weil man in diesem Falle das Maß verdoppeln, oder gar dreyfach nehmen kann, ohne davon einigen Schaden zu befürchten. Die gemeine Regel ist, eine doppelte Portion zu nehmen; und es geschieht dieses auch bey andern Dünger=Sorten, weil das Wasser sie auf löset, schwächt oder vielmehr aufhält, und dadurch verursachet, daß sie mehrere Jahre fortdauert”.

Hr. Baumann *

*
Im 1 Th. seiner entdeckten Geheimnisse der Land= und Hauswirthschaft etc. (Wien, 1783, gr. 8.) S. 194, fgg.

hat folgende Bemerkungen und Erfahrungen über den Dung von Menschen.

„Die Auswürfe von Menschen wurden zeithero am wenigsten in Betrachtung gezogen, da sie doch die ersten und kräftigsten sind; denn es ist gewiß, daß, wie stärker die genossene Nahrung ist, so kräftiger auch die Auswürfe seyn müssen, weil der Mensch eine Sammlung aller nahrhaften Theile, nähmlich: die Fette der Erde am Oehl und und Butter, am Salz, an Würzen, salzreichen Krautern und kräftigsten Getränken genießt, wovon nothwendiger Weise ein großer Theil von der Natur wieder ausgeworfen wird, dabey manchen Menschen unmöglich ist, daß <46, 399> alle Nahrungs=Theile in die Säfte des Leibes übergehen, sonst müßte er bey schnell anwachsendem Geblüte und andern Säften ersticken, wenn man auf die Menge der genommenen Speisen und Getränke Rechnung zu machen hätte.

Nur ist der Eindruck, seine eigene Auswürfe so wenig zu achten, ja vielmehr bloß an geheimen Orten zu verlieren, seltsam, und damit wird besonders in großen Städten und volkreichen Plätzen der Erde das Beste entwendet, und nichts oder gar wenig ersetzt von dem, was ihr am Fette und Oehle der Bäume, Samen und Getreide=Früchte, am Salze aus dem Eingeweide oder aus der Oberfläche der Erde genommen worden; alle Früchte der Bäume, alle Getreide, alle Pflanzen, Kräuter und Gewächse der Erde sind die zur Nahrung des Menschen beytragende Werkzeuge; die Erde, unsere gütige Mutter, gibt uns alles, und wir geben ihr nichts zurück, verbergen die ihr zuträgliche Nahrungs=Theile in ihrem Schooße, in geheimen Orten, wo davon kein Gebrauch werden kann; somit wird alle Jahre der Erde ungemein viel entzogen, und nichts gegeben, als das wenige, so mit dem Auswurf des Viehes auf die Felder kommt. Unsre Unvorsichtigkeit demnach entkräftet die Felder, und beraubt sie dessen, was ihre Fruchtbarkeit durch zugebrachte stärkere Dung=Theile am wirksamsten erwecken und kräftigst unterhalten sollte.

Gehen auch die Dung=Theile von menschlichen Auswürfen durch Abschwemmungen von Regen aus den geheimen Orten in Bäche und Flüsse, so fließen sie doch zum größten Theil ab, und gar wenige werden aus den Flüssen und Gewässern durch die Sonne hierzu empor gehoben, und durch herab fallenden Thau oder Regen unserm Erd=Striche mitgetheilt; die mehresten fließen dem Meere zu, weshalb nicht zu verwundern, warum das Meer eine so erstaunliche Fruchtbarkeit besitze, so viele Thiere nähre, und warum die Erdlagen bey dem Meere so ungemein fruchtbar seyn, weil nähmlich im Meere die größte Sammlung von allen Nahrungs=Theilen enthalten ist, welche sich durch die Ausdünstungen dem nächstgelegenen Erdstriche am häufigsten, entferntern nur durch beyführende Winde oder beygetriebene Regen mittheilt. Was ich hier weitläuftiger anzuführen übergehe, bleibt Wirthschaftern zum Nachdenken überlassen.

<46, 400>

Ich sahe mit Menschen=Dung versehene Aecker, wohin die Fallknechte das Koth aus geheimen Orten gebracht, und man erndtete allda vom ausgesäeten Weizen und andern Früchten, einige Jahre erst erstaunlich viele Früchte, und niemand wollte begreifen, woher der schöne Weizen gewachsen; ich verstand es damahls eben so wenig als andere, es blieb mir jedoch hängen, und ich kam durch Nachsinnen auf den Grund.

Ich sahe an andern Orten einen ungemeinen Gras=Wuchs im Grasgarten; und nachdem ich mich erkundiget, woher denn käme, daß nur gewisse Plätze ausserordentlich bewachsen seyn, erhielt ich zur Antwort: die Fallknechte haben die geheimen Orte ausgeräumt, und alles dahin gebracht.

Allein der größte Anstand ist, wie man räthlich die Sammlungen von den menschlichen Auswürfen machen könne? Ich halte davor, man könne diese bey den Menschen eben so, wie bey dem Rindviehe, insonderheit auf dem Lande auf Miststätten, wie an vielen Orten löblich geschieht, machen, oder sie in Ställe (wenigstens könnten die Abflüsse von geheimen Orten in Ställe oder Miststätte auch in den Städten gehen,) richten, dabey öfters mit Stroh, Holzlaub, Mos und andern Gattungen einstreuen, so würde dieser eben so brauchbar, wie jener, erhalten. Ferner könnte man an vielen Orten die geheimen Orte also richten, daß man zum Dung kommen kann, oder man könnte gewisse in die Erde gesenkte große Kufen, Stuchte oder Zuber halten, diese Kothsammlungen darein machen, und dort wie da den Geruch zu hindern, täglich mit etwas magerer Erde, oder Sande, oder nur mit dem Auskehrig, Bözig, oder Hausmist vom Auskehren überdecken, so würde die Sammlung bald ansehnlich, und könnte alle halbe Jahre auf die Felder in Gruben bey Weinbergen oder Aeckern zum Mist gebracht werden. Auf die Dungsammlungen gestreutes Waldlaub, oder Mos und Holzgemülbe, würden die besten Dienste thun”.

Wir müssen auch noch den beliebten ökonomischen Schriftsteller, Hrn. Commissions=Rath Riem *

*
Im 2 B. seiner monathl. praktischökonom. Encyclopädie (Lpz. 1786, 8.) S. 36.

über diese Materie hören.

<46, 401>

„Den Menschen=Koth kann man nicht ohne große Empfindlichkeit der Nase und mehrere Beschwerlichkeit ins Feld fahren, wenn man ihm nicht, gleich andern Dünger, eine gehörige Vorbereitung angedeihen läßt. So wie man das ganze Jahr hindurch in die geheimen Gemächer der menschlichen Ausleerungen ebenfalls alle 2 Tage, und nach Befund einer größern Anzahl Menschen, wohl alle Tage gehörig, und eben so reichlich, ja, weil der Menschen=Koth fett ist, noch reichlicher, wie den thierischen Excrementen, unterstreuen sollte: so erinnere ich dieses hier für ein und alle Mahl. Es versteht sich von selbst, daß dies nur bey bequem dazu eingerichteten Abtritten beobachtet werden soll; denn in denen, wo man in Städten diesen kräftigsten Dünger unter allen Düngergattungen in Bäche oder Flüsse verflözet, oder aber auf andere Art gleichsam in Gewölber, die den Nahmen Kloaken mit Recht verdienen, da sie dem Hause oft den unleidlichsten Geruch zutheilen, Jahrlang verschlossen seyn, und daselbst in unterirdischen Gruben abruhen lasset, woraus man solchen Dünger erst nach gewisser Zeit und des Nachts durch besondere Personen, und dennoch zur großen Empfindlichkeit der nachbarlichen Nasen ausleeren kann; bey dergleichen Einrichtungen, sage ich, wird man diese gute Düngersorte, die deswegen so kräftig ist, weil die Menschen lauter kräftige Sachen genießen, nicht so profitiren. Auch nicht bey den so genannten Nachtstühlen, die man alle Tage oder alle Wochen einmahl in die Bäche und Flüsse der Städte zu Verbesserung des Stadtbieres ausleeren lässet! kann dieser Rath gelten; allein er könnte es, wenn man folgende Methode befolgen wollte.

Man muß in einer Ecke des Haushofes oder eines Gartens, an einem offenen Platze, wo die Luft den übeln Geruch alsbald auf= und wegnehmen kann, einen Behälter anlegen, und täglich mittelst Unter= und Aufstreuung zerschnittenen Strohes die Nachtstühle dahin ausleeren lassen, so gelangt man im Kleinen, oder einzeln, zu einer Düngervermehrung, die man schlechterdings nicht verloren gehen lassen sollte. Im Großen sollten Polizeyanstalten bemühet seyn, und es nicht gestatten, daß die Bierbrauer dadurch verbessertes Wasser bekämen; die Aecker und Gärten sollten ganz allein dieses Verbesserungsmittel zum Eigenthum erhalten; und dieses nicht umsonst, sondern ge<46, 402>gen billige Bezahlung auf eine Art, die ich in großen Städten anzulegen, folgends thunlich gefunden habe.

Es darf nur in einer Stadt je nach ihrer Größe, an 4 bis 6, bis 8, oder mehr schicklichen Orten ein Düngermagazin angelegt, gehörig gestreuet, und allda alle Abend die Nacht=Stühle auszuleeren ganz allein erlaubet werden. Diese Magazine muß man anfänglich aus städtischen Mitteln errichten und unterhalten, den Dünger aber alle Monathe, oder alle Vierteljahr einmahl vor die Thore auf große Haufen fahren lassen, und daselbst an den Meistbiethenden überhaupt, oder wagenweise, was 4 Pferde ziehen, verkaufen, wofern solches im Anfange nicht in der Stadt nach Wunsch möglich seyn sollte.

Neue Anstalten finden ohnehin im Anfange Widerspruch, geschweige denn so eine stinkende, obgleich treffliche Oekonomieerwerbung. In der Folge gibt es sich gewiß von selbst, daß sich Abnehmer und Admodiatoren auf der Stelle finden, die das Stroh und desselben Streuen besorgen lassen, so daß die Polizey keine weitere Arbeit mehr hat, als über Ordnung zu halten, und dieses neue Stadteinkommen alle Jahre, oder alle 3 bis 6 Jahre zu versteigern.

Eben aber deswegen, weil der Menschendung so sehr fett ist, und man mit einem Wagen einen 3 Mahl so großen Fleck Acker, wie mit andern Dunge, düngen kann, muß man auch doppelt so viel Stroh unterstreuen, oder ihn mit Rasen vermischen; mit vielem Strohe nothwendig darum, damit er bequem aufgeladen und ausgefahren werden könne. Das Rindvieh, das im Winter meistens Stroh fressen muß, kann wahrhaft keinen so kraftvollen Dünger liefern, wie der Mensch, der meistens Thiere und Vegetabilien ißt.

Damit aber die Hergeber doch auch einigen Vortheil von ihrem Dünger, wenn sie ihn nicht selbst irgendwo für sich bereiten können und wollen, haben: so müßte die Verfügung getroffen werden, daß die Leute, welche die Nacht=Stühle an den bestimmten Ort ausleeren, nicht vom Haus=Herrn, sondern aus städtischen Mitteln bezahlet würden.

Wie viele Morgen Acker könnten nicht jährlich bey solchen Städten gebessert werden! Ich kenne Städte, die gar sehr über ihre Sandschellen klagen, daß sie wegen Mangel an Dünger und Gassengrund nicht gebunden werden könnten, sondern vom Winde ein Jahr da hin, das andere <46, 403> anderswo hin zu Bergen oder Hügeln angewehet würden. Diese Sandhügel, welche bisher unfruchtbar geblieben, könnten dadurch gebunden und fruchtbar gemacht werden, wenn man sie damit düngete, und die zwey ersten Jahre Gräser und Klee darin erzeugte, in der Folge aber wieder düngete, und zu jedem andern Gewächse alle 2 Jahre solches wiederhohlte. Es sind mir auch Städte vorgekommen, wo es die Polizey zuläßt, daß aus alter Gewohnheit der Abtritt=Koth alle 6 oder 8 Tage bey Regenwetter in den Gassenflossen fortgeschwemmt werden darf, oder, wenn es nicht regnet, mit Brunnenwasser weiter geschafft wird. Ist das aber nicht verantwortlich, und der Gesundheit, so wie jedem Nachbar schon des übeln Geruches wegen, zuwider? Es wird mir gesagt werden, auf welche Stadt ich zielte. Allein, da ich gar viele dergleichen sich ähnelnde Städte kenne, so wird es von einer jeden heißen: unsre Stadt ist gemeint! Eine jede, die so denkt, die ist es; genug, wenn sie ihren Dünger nur nicht mehr den Bierbrauern zur Bereitung bessern Bieres in die Flüsse werfen läßt, und selbst das Bier davon trinkt.

Land=Oekonomen müssen den Menschen=Koth um so weniger gering achten, oder gar von den Schweinen täglich verzehren lassen. Die Grube des heimlichen Gemaches muß in diesem Falle gehörig umzäunet werden, damit kein Schwein dazu gelangen könne. Besser, wir essen die davon gebesserten Feldfrüchte, als das damit gemästete Schweinefleisch. Pfui! werden manche sagen, wir wollen keine Gewächse essen, die mit Menschen=Koth gedüngt sind. Wer sagt' s Ihnen denn aber, meine Herren und Damen! wenn sie vom Markte dergleichen erkaufen? Schmecken Sie es ohne Vorurtheil wohl an dem Kraute, oder den Rüben etc. ob solche in Thier= oder Menschen=Dünger erzogen worden? Und warum ekeln sie vor Ihrem eigenen Dünger? und vor dem Thier=Dünger nicht? Gewiß, wie von einem wie vom andern saugt die Erde das Ekelhafte an sich. Also, neuen Appetit, und nur brav Dünger gesammelt, wenn man wohlfeiles Gemüs haben will!”

Es ist noch nicht lange, daß man in Strasburg das Ausräumen der Abtritte für eine unehrliche Hanthierung des Schinders hielt, und den Koth des Nachts in die Ill fahren ließ. Jezt wird nicht bloß der Gas<46, 404>sen= sondern auch der Menschen=Koth schon häufig verkauft, die Fuhre zwischen 3 bis 9 Gulden.

Von dem Kothe der Thiere, und dessen Gebrauche und Nutzen, wird bey der besondern Beschreibung der Thiere, und im Art. Pfeil-IconMist gehandelt.

Koth, (Darm=) s. oben, Pfeil-IconS. 373.

Koth, (Erb=) s. im XI Th. Pfeil-IconS. 158; im XXXVII Th. Pfeil-IconS. 553, und oben, Pfeil-IconS. 376.

Koth, (Gassen=) s. oben, Pfeil-IconS. 370, fgg.

Koth, (Heiden=) s. Pfeil-IconHeiden=Haut, im XXII Th. Pfeil-IconS. 756.

Koth, (Menschen=) s. oben, Pfeil-IconS. 376, fgg.

Koth, (Straßen=) s. oben, Pfeil-IconS. 370, fgg.

Koth=Baum Klassifizierung: 583.68 Malvales DDC-Icon , Stink=Baum, *

*
Den Nahmen Stink=Baum, führt auch die im II. Th. Pfeil-IconS. 29, fgg beschriebene Anagyris foetida, und Anagytis cretica L.

Sterculia Linn. eine Gattung ostindischer Bäume mit halb getrennten Geschlechtern und verwachsenen Staubfäden, deren Blumen, nach Andern, die Blätter, einen wie Menschen=Koth stinkenden Geruch von sich geben. Auf Einem Baume wachsen männliche und weibliche Blumen. Beyde haben nur Eine Decke, welche man für den Kelch annimmt, und sehr groß, lederartig, ausgebreitet, und in 5 lanzettförmige Einschnitte abgetheilt ist. Die männliche enthält ungefähr 15 Staubfäden, welche alle unterwärts mit einander, wie ein Säulchen, verwachsen sind. Die weibliche hat einen kugelförmigen und rauhen Frucht=Keim, welcher mit unvollkommenen Staubfäden gekrönt ist, auf einem Säulchen sitzt, und einen dünnen Griffel trägt. Die Frucht ist rundlich, platt, gemeiniglich in 5 Fächer abgetheilt, und enthält viele eyförmige Nüsse. Man kennt bisher nur zwey Arten.

1. Ganzblätteriger Koth=Baum; kleiner Stink=Baum; Balanghas=Baum, Clompanus <46, 405> minor Rumph. Sterculia Balanghas, foliis ovatis integerrimis petiolatis, floribus paniculatis Linn. wächst auf den moluckischen Inseln, in Ternate und Ceylon. Es ist ein hoher, dicker, mit einer schönen Krone versehener Baum, dessen wechselweise gestellte, gestielte Blätter eyförmig, völlig ganz, dunkelgrün und glänzend sind. Die Blumen stehen büschelweise bey einander, haben eine schmutzig weiße Farbe, und wenn sie hervor brechen, lässet der Baum alle Blätter fallen, die er aber mit den Früchten wieder bekommt. Die Frucht ist groß, länglich rund, hat eine dicke, auswendig goldgelbe Schale, inwendig ein weißes Fleisch, und enthält in einer weiten Höhle viele bohnenförmige Samen, welche von den Einwohnern geröstet und gegessen werden. Auf der einen Seite hat die Frucht, der Länge nach, eine Naht, welche gemeiniglich aufspringt, worauf ein schleimiger Saft heraus fließt, mit welchem auch die Samen überzogen sind. Nach Rumph's Beschreibung ist der Geruch der Blumen bockig.

2. Fingerförmiger Koth=Baum; großer Stink=Baum, Clompanus maior Rumph. Sterculia foetida, foliis digitatis Linn. Dieser Baum ist groß und sehr gerade. Seine Blätter sind gefingert, und bestehen aus 7 bis 9 lanzettförmigen, spitzigen, ungetheilten Blätterchen, welche aus einem gemeinschaftlichen, am Ende eines langen Blattstieles sitzenden Puncte entstehen. Seine Blumen sind wie schlaffe Trauben gestaltet, und hängen an gemeinschaftlichen Blumenstielen, die ungefähr 8 Zoll lang sind. Die Frucht gleicht einem Beutel, ist auf der einen Seite gerade, auf der andern halbmondförmig, gelb und zuletzt schwarzbraun, springt auf der runden Seite auf, ist inwendig roth, und enthält schwarze, bohnenförmige Samen, die mit einem trocknen faserigen Marke umgeben sind.

<46, 406>

Klassifizierung: 641.34 Lebensmittel aus Obstanlagen und ForstwirtschaftDDC-Icon Dieser Baum, wovon man in Sonnerat's Reise nach Ost=Indien und China, 2 B. (Zürich, 1783, gr. 4.) Taf. 132, eine Abbildung findet, wächst auf der Küste Malabar. Man pflanzt ihn vor die Häuser, weil er viel Schatten gibt. Die Indier essen seine in Asche gebratene Körner, die den Geschmack von Kastanien haben.

Die Bäume, welche im Horto Malabarico, unter den Nahmen Cavalam, To. I. p. 89, und Karil, To. IV. p. 71, beschrieben werden, sollen, wie Linné behauptet hat, diese beyde Arten vorstellen; die Beschreibung und Abbildung aber kommen mit des Rumph' s, Amboin. To. III. Tab. 107, nicht überein.

Koth=Blech Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , ein eisernes Blech an den Rüst= und Bauer=Wägen, welches an der Stämm=Leiste oder dem Rung=Stocke befestigt ist, und die Nabe des Rades bedeckt, den Straßen=Koth von der Schmiere abzuhalten. Siehe Pfeil-IconWagen.

Koth=Grube Klassifizierung: 628 Sanitär- und Kommunaltechnik; UmwelttechnikDDC-Icon Klassifizierung: 636.0838 Beseitigung tierischer AbfälleDDC-Icon , eine Grube, in welche der Koth zusammen fließt, oder in welcher der Koth zur Düngung aufbehalten wird; die Koth=Lache.

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