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Kröpfen, von dem Haupt Worte Kropf.

1. So fern es einen Haken oder krumm gebogenen Theil bezeichnet, bedeutet kröpfen bey verschiedenen Handwerkern, nach einem rechten Winkel biegen.

Klassifizierung: 684.1 MöbelDDC-Icon Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon So ist bey den Tischlern das Eisen des Grund=Hobels nach einem rechten Winkel gekröpfet; s. Th. XXIV, Pfeil-IconS. 40.

Klassifizierung: 683.3 SchlosserhandwerkDDC-Icon Bey den Schlössern, wird ein Riegel gekröpfet, gekripfet, oder gekroppet, wenn er eine solche Beugung bekommt, daß er das Loch, worein er fallen soll, erreichen kann. Siehe Pfeil-IconKripfung, im LIII Th. Seite Pfeil-IconS. 492.

Klassifizierung: 682 SchmiedehandwerkDDC-Icon Daher verkröpfen, von Kropf, in so fern es ein fehlerhaftes Ding (s. oben, Pfeil-IconS. 2) bedeutet. Bey den Nagel=Schmieden werden Nägel, welche aus einem Versehen in der Mitte dicker sind, als oben, verkröpfte Nägel genannt.

Klassifizierung: 729 Entwurf und Gestaltung von Gebäuden und NebengebäudenDDC-Icon Klassifizierung: 721.3 SäulenkonstruktionenDDC-Icon Klassifizierung: 701.17 ÄsthetikDDC-Icon Durch Kröpfung, oder Verkröpfung, bezeichnet man, in der Bau=Kunst, die Brechung eines sonst gerade laufenden Gliedes, wodurch ein Theil desselben weiter hervor steht, als die übrigen, und folglich eine Art des Kropfes macht. Man sieht an neuern Gebäuden gar zu oft Beyspiele hiervon. Es gibt zu viel Bau=Meister, die Wand=Säulen anbringen, welche halb, oder noch weiter, aus der Mauer heraus treten, da das Gebälk über die Säulen so angelegt ist, daß der Unter=Balken über die Mauer gar <54, 57> nicht ausläuft. Weil auf diese Weise die Säulen gar nichts zu tragen hätten, so kröpfen sie das ganze Gebälk über den Säulen, und begehen dadurch einen der ungereimtesten Fehler, die man in der Bau=Kunst begeben kann. Denn was ist ungereimteres, als Säulen anzubringen, die nichts tragen? oder das, was seiner Natur nach gerade gestreckt seyn sollte, wie ein Balken, zu kröpfen? nur damit es scheine, daß die unnützen Säulen etwas zu tragen haben. Die alten Bau=Meister aus der guten Zeit waren weit entfernt, solche Ungereimtheiten zu begehen. Man trifft keine Kröpfungen bey ihnen an. Aber die römischen Bau=Meister unter den Kaisern haben sie schon eingeführt, wie an den Triumph=Bogen einiger Kaiser zu sehen ist; und von diesen schlechten Mustern sind die Verkröpfungen in der neuen Bau=Kunst beybehalten worden. Sie sind nicht nur, wie schon angemerkt worden ist, ganz ungereimt und den wesentlichsten Regeln entgegen, sondern geben auch den Gebäuden ein sehr überladenes gothisches, oder vielmehr arabisches, Ansehen, weil das Auge nicht gerade über ein Gebälk weglaufen kann, sondern alle Augenblicke an Ecken anstößt.

Das große Portal an dem königl. Schlosse in Berlin, welches eine Nachahmung des Triumph=Bogens des Kaisers Sept. Severus ist, und noch mehr die sonst prächtige Faßade gegen den zweyten Hof, wo die Haupt=Treppe des Schlosses ist, sind durch Verkröpfungen völlig verdorben. Es läßt sich nicht begreifen, wie es kommt, daß man diese Wirkung eines verdorbenen Geschmackes nicht schon längst gehemmt hat.

Klassifizierung: 573.3 VerdauungssystemDDC-Icon Klassifizierung: 636.084 FütterungDDC-Icon 2. Von Kropf, der Vor=Magen einiger Vögel; ist kröpfen in einigen Gegenden eine Art des Mästens mancher Arten des Geflügels, wobey man ihnen das Futter in den Hals steckt, welches an andern Orten stopfen, schoppen, frexen, genannt wird.

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Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon Bey den Jägern bedeutet es, als ein Neutrum, so viel als fressen, wo es doch nur von den Raub=Vögeln üblich ist, ungeachtet diese keinen eigentlichen Kropf haben.

Kröpfer, siehe Pfeil-IconKropf=Taube, oben, Pfeil-IconS. 55.

1. Kropfig Klassifizierung: 634.9 ForstwirtschaftDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon . Im g. L. einiger Gegenden, auf eine fehlerhafte Art klein. Kropfiges Holz, welches nicht sein gehöriges Wachsthum hat, welches man auch buttig, verbuttet, brackig, zu nennen pflegt. Siehe Pfeil-IconKröpel, oben, Pfeil-IconS. 1.

2. Kropfig Klassifizierung: 391.6 Äußeres ErscheinungsbildDDC-Icon , einen Kropf, d. i. fehlerhaften Auswuchs am Halse habend; L. Strumosus; Fr. Goîtreux, Gouëtreux.

Klassifizierung: 516 GeometrieDDC-Icon Bey einigen Handwerkern auch so viel, als nach einem rechten Winkel gebogen.

Kröpfung, Verkröpfung; s. oben, Pfeil-IconS. 56.

Kroppenstädt Klassifizierung: 306.3 Institutionen der WirtschaftDDC-Icon Klassifizierung: 914.318 Sachsen-AnhaltDDC-Icon , Croppenstädt, ein Städtchen oder Weichbild, im Fürstenthum Halberstadt, unter das Amt Grüningen gehörig. Seine 28 Reiter, deren jeder 1 Hufe Landes hat, und welche theils von der Regierung, theils unter Direction der Kr. und Dom. Kammer von dem Magistrate vergeben werden, rühren von dem magdeburgischen Erz=Bischofe Ludolph her, welcher aus diesem Orte gebürtig gewesen ist. Sie sind zu Reiter= und Wach=Diensten verpflichtet, und müssen bey allen Vorfällen und Geprängen in voller Montirung zu Pferde erscheinen. Es sind aber, seit 1716, einige Bürger von diesen Ritten und Aufzügen befreyet worden, und müssen dafür jährlich 100 Rthlr. an das Amt Grüningen erlegen.

Krös, (das) in den gemeinen Sprech=Arten, sowohl das Gekröse, s. Th. XVI, Pfeil-IconS. 716, als auch die Krause, s. Th. XLVII, Pfeil-IconS. 818.

Kröschen Klassifizierung: 641.7 Einzelne Abläufe beim Kochen und Arten der ZubereitungDDC-Icon , ein Neutrum und Activum, welches im ersten Falle das Hülfs=Wort haben erfordert, und eine Nachahmung desjenigen Schalles ist, welchen But<54, 59>ter und andere fette Dinge machen, wenn sie über einer starken Hitze zerlassen werden; in andern Mund=Arten kreischen. Die Butter kröscht. Imgl. active, in Fett rösten oder braten lassen. Semmel in Butter kröschen. Siehe Pfeil-IconKreischen, im XLVIII Theil, Pfeil-IconS. 562, f.

Kröse Klassifizierung: 674.8 HolzprodukteDDC-Icon , Krösse, bey den Böttchern, die schmahle Fuge in einem Fasse, worein ein Boden gesetzt wird, der auf einer Seite abgeschärft ist, im Gegensatz der Kimme, welches eine breitere Fuge ist, z. B. im Bier=Bottich. Sie wird mit einem eisernen Stifte, welcher in einem Absatze eines hölzernen Nagels steckt, 3 Zähne hat, und von zweyerley Art ist, deren die eine Schwanz= und die andere Faust=Kröse genannt wird, in dem Fasse gerissen. Siehe im VI Theil, Seite Pfeil-IconS. 89.

1. Kröse=Stein Klassifizierung: 549 MineralogieDDC-Icon , eine gebildete Stein=Art, die man insonderheit zu Bochnia in Polen findet, und die Gestalt eines gefalteten Kragens, oder des Gekröses, hat. Siehe Pfeil-IconKragen=Stein, im XLVI Th. Pfeil-IconS. 449, fgg.

2. Kröse=Stein, eine Art Stern=Koralle, Madrepora Areola Linn. Siehe im XLIV Th. Pfeil-IconS. 285.

Krösel Klassifizierung: 698.5 Verglasung und Bleiverglasung von FensternDDC-Icon Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon , Krösel=Eisen, ein Werkzeug der Glaser; siehe Pfeil-IconFüge=Eisen, im XV Th. Pfeil-IconS. 440.

Krospel, s. Pfeil-IconKnorpel, im XLI Th. Pfeil-IconS. 713.

Krösse, siehe Pfeil-IconKröse.

1. Krossen Klassifizierung: 914.38 PolenDDC-Icon , Krosno, eine Stadt im duklaschen Kreise im Königreiche Gallizien, zwischen den Flüssen Insiolda und Wisloka, welche eine Niederlage von ungarischen Weinen und andern Waren hat.

2. Krossen Klassifizierung: 346.05 Erbschaft, Erbfolge, Treuhandvermögen, TreuhänderDDC-Icon Klassifizierung: 914.38 PolenDDC-Icon , Crossen, ein ehemahliges Herzogthum in Nieder=Schlesien, welches gegen Norden an die Mark Brandenburg, gegen Westen an die Lausitz, gegen Süden an das Fürstenthum Sagan, und gegen Osten an das Fürstenthum Glogau grünzt. Es hat ehedem <54, 60> mit Schlesien unter polnischer Oberherrschaft gestanden, ist aber durch den, 1339 zwischen dem polnischen Könige, Casimir dem Großen, und dem böheimischen Könige Johannes, errichteten Vertrag, mit dem übrigen Schlesien, als zu welchem es gerechnet wurde, unter die Oberherrschaft der böheimischen Könige gekommen. Herzog Heinrich XI. von Glogau, wozu auch Krossen gehörte, setzte seine Gemahlinn Barbara, des Kurfürsten Albrecht zu Brandenburg Tochter, zur Erbinn ein, hatte auch 1472 in der Ehe=Stiftung ihr und ihrem Vater 50,000 Ducaten aus dem Herzogthume Krossen verschrieben. Nach seinem 1476 erfolgten Tode, blieb seine Witwe anfangs im Besitz des Herzogthumes; es kam aber wegen desselben, zwischen dem Hause Brandenburg, und dem Herzoge Johann von Sagan, Herzoges Heinrich von Glogau Vaters=Bruder, zum Kriege, welcher endlich 1482 dergestalt beygelegt wurde, daß dem Hause Brandenburg das Herzogthum Krossen, wegen der Geld=Forderung, die es nebst der herzoglichen Witwe Barbara machte, verpfändet wurde. Im J. 1538 wurde es dem Kur=Hause Branenburg, als ein böheimisches Lehen, völlig abgetreten, und hierauf zu der Neumark geschlagen. Die böheimischen lehensherrlichen Gerechtsamen über dieses Herzogthum sowohl, als alle übrige, dem Kur=Hause Brandenburg von vielen Jahren her zugestandene Länder, Bezirke und Städte, sind durch den berliner Friedens=Schluß, von 1742, auf ewig aufgehoben worden.

Das Herzogthum enthält 120 Dörfer, und wird in zwey Kreise, den krossenschen und züllichauischen eingetheilt, und darin die lutherische und reformirte Religion geübt, unter welchen jene die stärkste ist. Der krossensche Kreis enthält 4 Städte: Krossen, Bobersberg, Sommerfeld und Rothenburg, ein königliches Amt, 70 Land=Güter, die Privat=Besitzern ge<54, 61>hören, deren Werth 1,169,556 Rthlr. beträgt, und hat überhaupt 1787 1/3 steuerbare Hufen. Die Güte des Ackers ist sehr abwechselnd. Viele Güter sind noch sandig, wie die im benachbarten sternbergischen Kreise; andere hingegen haben einen guten Kornbau. Einige Dörfer haben den schönsten Weizen=Acker; der Kreis gehört daher zu den vorzüglichern Landstrichen, insonderheit da einige Güter schon eine einträgliche Teich=Wirtschaft haben, und von dem schönen Wiesenwachse an der Oder erhalten die Einwohner auch das benöthigte Futter zur Unterhaltung einer verhältnißmäßigen Viehzucht.

Die Haupt=Stadt dieses Kreises, Krossen, liegt an der Oder, in welche sich hier der Bober=Fluß ergießt. Sie ist der Sitz des kön. Verweser=Amtes des Herzogthumes Krossen, eines Amtes und einer geistlichen Inspection, und hat ein Schloß. Es sind hier 2 lutherische Kirchen, und eine reformirte. Die Stadt treibt Schifffahrt, Handel, Tuchmachen, Brau=Nahrung (s. Th. V, Pfeil-IconS. 5), Weinbau und Fischerey. Die Zahl der Bewohner macht ungefähr 5000 aus.

1. Kröte, im gem. Leben, ein Nahme eines stinkenden bösartigen Geschwüres in verschiedenen Fällen.

Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 636.1 Einhufer; PferdeDDC-Icon Bey Pferden, nennt man Kröte, Fr. Crapaudine, eine Art Geschwür, welche an der Fessel oder Ferse entsteht, wenn ein Pferd, indem es im Laufen die Vorder=Beine kreuzweise gesetzt, sich am äussersten Theile der Fessel durch eingehauene Risse oder Spalten (Horn=Klüfte) beschädigt hat.

Eine andere Art ist diejenige, welche die Franzosen Crapaudine humorale nennen. Es erzeugt sich nähmlich bisweilen bey denen Pferden, welche viele schwere Arbeit im Kothe und Miste zu verrichten haben, ein nicht sehr großes, wenig erhabenes Geschwür, welches eine ungemein scharfe und sehr übel riechende <54, 62> Feuchtigkeit fließen läßt, die das Haar abfrißt, und das Horn des Hufes aufspringen, oder auch selbst abfallen macht. Man muß diesen Schaden mit einem heißen Eisen hin und wieder, doch nicht zu tief, aufritzen, und alsdann mit Digestiv= oder mit der ägyptischen Salbe, oder auch mit der unten beschriebenen Salbe, *

*
Rc. Ol. laurin.
    hyperic. aa. zzv.
  calef. super ign. len. add.
    Tereb. zzjv.
    Vngu. popul.
    Vitriol. alb. pulveris. aa. zziiß.
  M. probe, remov. ab igne, & postea add.
    Borac. pulveris. zzj.
    Virid. acris subtil. pulv. zziß-
    Mercur. praecip. rubr. zzß.
d. h. Man lasse in einem irdenen Geschirre 10 Loth Lorber=Oel, und eben so viel Johannis=Oel, über einem geliden Feuer erwärmen; mische alsdann 8 Loth Terpenthin, 5 Loth Pappel=Salbe, und 5 Loth weißen Vitriol, klein gepülvert, darunter. Hernach nehme man das Geschirr vom Feuer; und wenn die Salbe fast kalt ist, so rühre man noch 2 Loth fein gepülverten Borax, 3 Loth fein geriebenen Grünspan, und 1 Loth rothen Präcipitat darunter.

verbinden; alsdann wird ein Schorf darauf entstehen, der in einigen Tagen abfällt, und wonach das Uebel bisweilen geheilt wird, welches aber schwer völlig aus dem Grunde zu heben ist.

Von der so genannten Kröte oder dem Frosche unter der Zunge, Fr. Féve, s. im XV Theile, Seite Pfeil-Icon184, f.

Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 636.2 Wiederkäuer und Camelidae; Bovidae; RinderDDC-Icon Bey dem Rindviehe, belegt man zweyerley Zufälle mit dieser Benennung:

a) Die Herz=Kröte, innerliche Kröte, oder die Bladdern. Das Vieh blökt plötzlich auf, und fällt gemeiniglich, wie vom Schlage gerührt, nieder, <54, 63> wird sehr dick, da es die Luft zwar in sich zieht, aber nicht wieder von sich stoßen zu können scheint; es steckt die Zunge zum Halse heraus, und stöhnt größten Theils unaufhörlich.

Was die Heilungs=Art betrifft, so sticht man dem Viehe den Kern, wie den Pferden, an dem obersten Gaumen, doch recht in der Mitte des Gaumens und in der Gegend querüber, so weit das Maul sich aufthut. Es geschieht dabey kein Schade, wenn man gleich mit einem spitzigen Messerchen etwas tief stäche. Alsdann bläset man ihm Salz in die Nase, entweder mit bloßem Munde, oder durch eine Feder=Spuhle, oder durch ein Flieder=Rohr, und reibt den gestochenen Kern oder Gaumen mit Salz, so bekommt das Vieh wieder Luft. Einige machen auch die Zunge blutrünstig etc.; doch jenes ist sicherer, und wirkt bald.

b) Die äusserliche Kröte. Bey dieser Krankheit schwillt den Thieren der ganze Kopf und der Mast=Darm.

Man schlägt ihnen eine Ader am Halse, sticht ihnen die Geschwulst mit einer spitzigen Nadel auf, daß die gelbe Feuchtigkeit durchfließt, und gibt ihnen einen Löffel voll Mithridat und Berg=Oel ein. Gemeiniglich bekommen hitzige Kühe diesen Zufall aus Rache und Zorn, wenn sie in einem Kampfe nicht gewonnen haben, oder stark gestoßen worden sind.

Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 636.3 Kleine Wiederkäuer; SchafeDDC-Icon Bey den Schäfern, ist es eine Krankheit der Lämmer, da sie einen Ausschlag auf der Zunge, triefende Augen und Blattern zwischen den Hinter=Füßen bekommen, weder saugen noch fressen können, und endlich eine dicke Materie aus Maul und Nase von sich geben, und sterben.

Als die von einem Schäfer angewandte Mittel, welche in dem in Branntwein aufgelöseten Koch=Salze bestanden, und womit er den Lämmern die Zunge be<54, 64>strich, nicht helfen wollten, übernahm der Eigenthümer darauf selbst die Cur. Er nahm Rosen=Honig, vermischte diesen am ersten Tage zur Hälfte mit gutem Wein=Essig, pinselte damit die Zunge der kranken Lämmer mit einem von feinen leinenen Läppchen gemachten Pinsel; am zweyten Tage mischte er nur den dritten Theil Essig zu dem Rosen=Honig; am dritten Tage nahm er etwa nur den fünften Theil dazu, und schon am dritten Tage konnten die Lämmer saugen; sodann pinselte er ihnen noch einmahl mit Rosen=Honig die Zunge, die sich nun ordentlich abgeschälet hatte, woraus sie völlig gesund wurden, und Heu fressen konnten. Hierbey ließ er ihnen täglich den aus dem Munde fließenden Schleim mit reinem Wasser vermittelst eines reinen leinenen Lappens abwaschen. Von den auf solche Art behandelten Lämmern ist nicht ein einziges crepirt.

No. 289 des berl. Intell. Bl. v. 3 Dec 1789, S. 2432.

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