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Deichsel Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon , eine kurzstielige Axt, horizontal damit zu hauen, verschiedener Holzarbeiter.

In den gemeinen Mundarten lautet dieses Werkzeug Dechsel, Degsel, Dessel, Dissel, Distel. Man sagt die und auch der Deichsel. Es scheint, daß dieses Wort auch zu dem alten diken, graben, aushöhlen, stechen, gehört, von welchem Worte auch Deich, Stachel, Stechen und viele andere Wörter abstammen. Die Endsylbe giebt demselben das Ansehen eines Diminutivi.

Klassifizierung: 674.8 HolzprodukteDDC-Icon An der Deichsel der Böttcher, PfeiliconFig. 461, ist auf der einen Seite ein Hammer, und auf der andern ein schneidendes Eisen mit einem geschliffenen Rande, welches breit und kurz ist. Die Krümmung beugt sich nach dem Griff des Werkzeuges hin. Dieser Theil desselben dient das Holz zu behauen, besonders inwendig die Tonnen auszuhöhlen, oder die Arbeit zu ründen etc. Der entgegenstehende Theil ist verlängert, und hat einen platten Kopf, um damit wie mit einem Hammer schlagen zu können.

Die Böttcher haben auch eine Deichsel ohne Kopf oder Hammer, PfeiliconFig. 462, welche bloß dazu dient, die Arbeit auszuründen. Gemeiniglich nennen sie jene den großen, und diese den kleinen Degsel.

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Klassifizierung: 685.1 Herstellung von Sattel- und ZaumzeugDDC-Icon Der Sattler hauet die hölzernen Theile eines Sattelbaums erst aus dem Groben mit einem gewöhnlichen Beil aus, in den Krümmungen aber hauet er sie mit der Deichsel, PfeiliconFig. 463, glatter. Das Blatt derselben steht auf dem Helm nach der Quere, und ist in etwas gekrümmt.

Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon Die Deichsel, womit der Stellmächer die innere Ründung einer Felge des Wagenrades behauet, PfeiliconFig. 464, hat mit der Deichsel der Sattler einige Aehnlichkeit. Ihr breites Blatt steht, wie bey einer Hacke, vor dem Helm nach der Quere, und neiget sich etwas in einer Ründung nach der Länge gegen den Helm. Es ist gut verstählt und geschliffen.

Klassifizierung: 674.8 HolzprodukteDDC-Icon Der Zimmermann hat eine Flachdeichsel, welche gerade ist, und eine Hohldeichsel, deren Schneide krumm gebogen ist. Mit jener, welche eine gewöhnliche Axt oder ein Beil ist, höhlet er die Pferdekrippe bis an den Boden vierkantig aus; mit dieser aber, PfeiliconFig. 465, ründet er den Boden. Dieses Werkzeug hat einen kurzen Stiel, sein Blatt ist gleich einer hohlen Walze geründet, und neiget sich etwas gegen den Stiel.

Deichsel Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , (im Nieders. Deissel, Diessel, Diesse, Diessen und Diestel,) L. Temo, Fr. Timon, ein Hauptstück an dem Vordertheil einer Kutsche, Rüstwagens oder andern Fuhrwerkes, so von zweyen nebeneinander gespannten Pferden gezogen wird, ist ein 6 Ellen langes, rundes und an dem dicken Ende etwas viereckiggehauenes Stück Holz oder Baum, welches zwischen beyde Arme der Vorderachse gesteckt, und daselbst entweder fest und unbeweglich eingemacht, oder aber nach Belieben zurückgeschlagen, oder herausgenommen und wieder eingeschoben, sodenn mit einem an der Seite durch die Arme und Deichsel durchgesteckten eisernen Bolzen befestiget werden kann.

Die Deichsel dient nicht nur, die vor den Wagen gespannten Pferde etwas von einander, und dieselben, <9, 81> indem sie vorn mit den Brust= und Halsketten daran hängen, an dem Wagen fest und in Ordnung zu halten, sondern auch den Wagen selbst dadurch nach Gefallen zu lenken, und, wenn er in schnellem Laufe, sonderlich wo es berg=ab geht, damit vermittelst der Deichsel= oder Haltketten aufzuhalten.

Der Stellmacher verfertigt die Deichsel aus leichtem Birkenholz; denn eine schwere würde die Wägen belasten, und dem Vorderwagen Schaden zufügen. Er wählt dazu entweder einen geraden Birkenbaum, der von Natur schon die Dicke der Deichsel hat, oder eine mit dem sogenannten Schwanenhals gewachsene Stange, und schneidet sie nur mit dem Schneidemesser glatt.

In der Landwirthschaft hat man an einspännigen Fuhrwerken eine doppelte Deichsel, welche Gabel=Deichsel, (im Nieders. Klobdiessel, d. i. Kloben=Deichsel, von klöben, spalten; im Oesterreichischen die Anzen, in Nürnb. Enzen, vermuthlich von dem veralteten einniz, mitten, weil das Pferd in der Mitte einer solchen Deichsel gehet,) genannt wird. Ein Wagen mit einer solchen Gabeldeichsel, heißt ein Gabel=Wagen, oder auch, weil er, wie ein Karren von einem oder mehrern, nicht neben sondern vor einander gespannten Pferden gezogen wird, ein Karrenwagen.

Die Deichsel muß da, wo sie an dem Wagen zu befestigen ist, lieber noch etwas höher angebracht seyn, als die Brust der Pferde über der Erde erhaben ist, und zwar um soviel, als die Pferde mit ihren Füßen höher stehen, als die Räder, wenn sie sich in der Fahrleise befinden, damit die Pferde auch in dieser Stellung so genau horizontal, als es nöthig ist, ziehen. Siehe auch Pfeil-IconDeichsel=Pferd.

Das Stammwort von Deichsel scheint ein veraltetes Dak, Tak zu seyn, wovon noch im Sclavon. Tyc einen Pfahl bedeutet, im Deutschen aber vermittelst des vorgesetzten Zischlautes Staken, (Stange) Stock, Stecken, u. a. m. übrig sind. <9, 82> Indessen läßt es sich auch füglich von ziehen, Nieders. tehen ableiten, weil doch die Pferde an dieser Stange eigentlich den Wagen ziehen. In Niedersachsen sagt man häufig der Deichsel. In Liefland wird eine Deichsel auch eine Femerstange genannt.

Deichsel=Blech Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , ein Blech, mit welchem die Deichsel eines Wagens vorn beschlagen wird.

Deichsel=Eisen Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , ein fast über das Knie gehender Steig=Bügel, oder eine vom Knie bis unter den Fuß gehende, oben über dem Knie etwas gebogene, unten aber wie ein Steigbügel formirte, breite und starke eiserne Schiene, welche oben mit einem Riemen an der rechten Seite des Sattels festgemacht ist, und verhindert, daß die Deichsel dem auf dem Sattelpferde sitzenden Fuhrmann nicht das Bein beschinde oder gar zerschlage.

Deichsel=Kette Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , ist eine ungefähr 5/4 Ellen lange, an dem einen Ende mit einem Kloben, an dem andern aber mit dem sogenannten Deichselring versehene Kette, welche vermittelst gedachten Klobens an die Brustkette der Pferde angehänget, mit dem Ringe aber zwischen die beyden vorn an der Deichsel befindlichen Haken gestecket wird, wodurch die Pferde die Deichsel nicht nur regieren, und vermittelst dieser dem ganzen Wagen sein Gelenke geben, sondern auch den Wagen, wenn er bergab gehet, zurückhalten, damit er ihnen nicht auf den Hals laufen und sie umreißen könne. Weil also diese Kette zugleich zur Aufhaltung des Wagens dient, wird sie auch die Haltkette genannt.

Deichsel=Pferd Klassifizierung: 636.0882 LasttiereDDC-Icon Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , Fr. Timonier, ein Pferd, welches neben der Deichsel ziehet, das Stangen=Pferd; im Gegensatze der Riemenpferde, welche vor der Deichsel gehen, oder vor die Deichselpferde gespannet werden, wenn man drey= vier= fünf= sechs= oder mehrspännig fahren will.

Der Landmann stellet sich gemeiniglich vor, als ob das Deichselpferd vor einem Wagen weiter nichts zu tragen hätte, als bloß das Gewicht der Deichsel, und daß ein jedes Pferd <9, 83> vor ihm nicht anders, als geradeaus oder horizontal, zöge; allein, das Deichselpferd empfindet die Last von zwey Pferden, die es niederwärts ziehen. Eben dieses kann man von einem jeden andern Pferde sagen, wenn deren noch mehrere vorhergehen. Dieses in solchem Falle allerseits erwähntermaßen Niederwärtsziehen, muß auf dem Rücken der Deichselpferde nothwendig eine große Last verursachen, welche sie zu ermüden, oder gar zu Boden zu ziehen, vermögend ist. Wodurch aber die Unwissenheit des Landmannes sehr nachtheilig wird, ist dieses, daß er nicht weis, wie diejenige Kraft, mit welcher die Deichselpferde niedergezogen werden, an dem Wagen verloren geht, und ihm zum Fortziehen gar nichts hilft; denn mit soviel Kraft niederwärts gezogen wird, eben soviel geht dem Vorwärtsziehen ab. Verfährt aber der Stellmacher so klug, daß er, wie bereits oben S. 81 erinnert worden, die Deichsel an dem Wagen so hoch macht, als die Brust der Pferde ist: so werden die Deichselpferde von dieser eben so unnöthigen als beschwerlichen Last befreyet, und alle Pferde werden im Stande seyn, ihre Kräfte dergestalt anzuwenden, daß sie gerade vorwärts ziehen. Gegenwärtig aber ist die ihnen auf dem Rücken liegende Last, wie auch diejenigen vielen Stöße und Schläge, welche durch das auf dem Vorderwagen liegende Gewicht ihnen zugefüget werden, sehr unerträglich.

Deichsel=Recht Klassifizierung: 346.043 Unbewegliche SachenDDC-Icon , heißt die Befugniß oder Gerechtigkeit, welche jemand des Vertrages wegen hat, die Deichsel seines Wagens durch ein Loch in der Scheuer in des Nachbars Scheune, Hof oder Garten zu stecken.

Diese Land=Servitut soll, nach des Caspar Manzius Zeugniß, de Servit. rust. praed. Tit. III, no. 359, in Bayern gar gewöhnlich seyn, und bisweilen auf eine gewisse Art eingerichtet werden, daß nämlich in der Aerndezeit, da das Getreide in die Scheune geführet wird, der Nachbar ein Loch in seiner Scheune aufthun und verstatten müsse, daß der andere seine Wagendeichsel in das Loch stecken dürfe.

Deichsel=Riemen Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , Fr. Dossière, der Riemen an einem Pferdegeschirre, und zwar an einem Deichselpferde, worein man die Bäume des Karrens oder die Gabel=Deichsel schiebet, und welchen man entweder über den Rücken des Pferdes oder über den Sattel weggehen läßt, da er denn sonst im Fr. auch Surselle heißt.

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Deichsel=Ring Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , ein eiserner Ring, vermittelst dessen die Deichselkette an die Deichsel gesteckt wird.

Deichsel=Stein Klassifizierung: 625 Eisenbahn- und StraßenbauDDC-Icon , in einigen Gegenden, z. B. in Thüringen, Steine, mit welchen die Fahrwege, so weit sie seitwärts ausgetrieben werden können, in der Mitte bezeichnet werden.

Deichsel=Wage Klassifizierung: 688.6 Nichtmotorisierte LandfahrzeugeDDC-Icon , Sprengwage, oder schlechtweg Wage, wird dasjenige Holz genennet, welches hinten an der Deichsel angeleget oder vorn daran gehänget wird, an dessen jedem Ende ein besonderes Ortscheid (Siehe dieses Pfeil-IconWort) hängt, woran die Stränge geschlagen werden, und das Pferd eingespannet wird.

Déjeter, déjetter, siehe unter Pfeil-IconWerfen.

Déjeûné Klassifizierung: 642 Mahlzeiten und TischkulturDDC-Icon Klassifizierung: 647.95 Gaststätten und SchankwirtschaftenDDC-Icon Klassifizierung: 641.52 FrühstückeDDC-Icon , siehe Pfeil-IconFrühstück.

In den niederländischen großen Wirthshäusern sind besondere Küfer (Kieper) zum Déjeûné angestellt. Es giebt auch in Porcellanfabriken besonders dazu eingerichtete Näpfe und Teller, welche unter dem Namen Déjeûnés verkauft werden.

Deilen Klassifizierung: 671 Verfahren der Metallverarbeitung und Rohprodukte aus MetallDDC-Icon , oder Eilen, sind die großen Stücke Eisen von einem oder mehr Centnern, wie sie aus dem Schmelz=Ofen kommen, die man sonst auch Luppen nennt, und auf den Hammer bringt, wo sie zertrümmert und erst zu Stäben geschmiedet werden.

Deissel, siehe Pfeil-IconDeichsel.

Délai, Discretions= oder Respittage; s. Pfeil-IconRespect=Tage.

Delaissement des biens, siehe Pfeil-IconBonis cediren.

Delawad, Apocynum Syriacum; s. Th. II, Pfeil-IconS. 297.

Dele, siehe Pfeil-IconDiele.

Delegation, siehe Pfeil-IconAssignation. Pfeil-IconCession.

Delfter Bier, siehe Th. V, Pfeil-IconS. 18.

Delfter Porcellan Klassifizierung: 738.2 PorzellanDDC-Icon , (von Delft, einer Stadt in Süd=Holland) ist eigentlich nur eine Sorte gemahltes irdenes Geschirr auf Porcellan=Art. Ehemals hatte man kein anderes gemeines und europäisches Porcellan, als von diesem Orte.

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Deliées, siehe Pfeil-IconLosung.

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