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Unwirksam, Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von wirksam, nicht wirksam. Ein unwirksames Mittel, in der Medizin, das nicht die verlangte oder gehoffte Wirkung thut; daher unwirksame Arzneyen. Sich unwirksam bezeigen, wenn man etwas thun könnte, es nicht thut, nicht mit seiner Wirksamkeit dabei hervortritt. Alle Vorstellungen blieben unwirksam, machten keine Wirkung, blieben wirkungslos. Daher die Unwirksamkeit.

Unwirthbar, Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von wirthbar, ein Wort, welches mit unbewohnbar gleichbedeutend ist. Ein unwirthbarer Boden, der nicht bewohnt werden kann, oder er müßte erst wirthbar gemacht werden. Ein unwirthbares <200, 279> Land, welches nicht bewohnbar ist. So auch die Unwirthbarkeit.

Unwissend Klassifizierung: 370 Bildung und Erziehung DDC-Icon Klassifizierung: 364.1 StraftatenDDC-Icon Klassifizierung: 340 RechtDDC-Icon Klassifizierung: 001 WissenDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von wissend. 1) Nicht wissend, ohne Bewußtseyn etwas thun. Unwissend sündigen, ohne zu wissen, daß es eine Sünde ist, sowohl in Bezug auf die Handlung, als auf das Gesetz, welches man nicht kennt, und das die begangene Sünde verbietet. Etwas unwissend thun, ohne Bewußtseyn; 4. Mos. 15, 24. Ein unwissender Betrieger, der einen Betrug begeht, ohne es zu wissen; z. B. durch Ausgebung eines falschen Kassenscheines, falscher Münzen etc., indem ihm diese Gegenstände ohne sein Wissen zugekommen sind, er sie mit einer empfangenen Zahlung erhalten hat, und sie wieder ausgiebt. Unwissend Jemanden beschimpfen, ohne es aus eigener Absicht zu thun, sondern nach einer falschen Angabe. -- 2) Nicht wissend, das heißt, keine Nachricht, Kenntniß oder Wissenschaft von etwas habend. Man gebraucht es nur als Nebenwort mit der dritten Endung der Person; aber nur von geschehenen Dingen. Das ist mir unwissend, nicht wissend, nicht bewußt. Mir ist nicht unwissend, daß die Sache ihren großen Nutzen hat, ich kenne es wohl. Dir war nicht unwissend, daß das verboten ist, Du wußtest es wohl. Einer Sache unwissend seyn, von einer geschehenen Begebenheit keine Wissenschaft oder Kenntniß haben. -- 3) Keine wissenschaftliche Erkenntniß von etwas haben. In einer Kunst, in den Wissenschaften, in den Rechten, in den Gewerben unwissend seyn, keine Kenntnisse darin haben. Ein in den Gesetzen Unwissender, der die Gesetze nicht kennt, nicht darin erfahren ist. -- 4) Im engsten Verstande ist Jemand unwissend, wenn es ihm an der nöthigen Einsicht fehlt, um zu seinem Besten zu handeln, <200, 280> auch das Wahre einzusehen, welches zu seinem Besten dient. Ein unwissender Mensch, dem es an einer gehörigen Ausbildung fehlt, der sich keine nützlichen Kenntnisse erworben hat, im Gegensatze eines nicht unwissenden. So ist Jemand unwissend, wenn er weder lesen, noch schreiben kann; wenn er die Lehren des Christenthums nicht begriffen hat; wenn er sich zu keinem Gewerbe qualificirt, es nicht gehörig begreift. So auch die Unwissenheit. Seine Unwissenheit gestehen. Die Unwissenheit des Gesetzes. Die Unwissenheit in den Rechten. Aus Unwissenheit sündigen. Es ist aus Unwissenheit geschehen, ohne daß man das Begangene wußte, daß es schädlich sey. -- Dann nach 4) Es herrscht noch viel Unwissenheit unter dem Volke; noch nicht die gehörige Aufklärung, die zu seinem Besten dient. Es herrscht Unwissenheit in vielen Stücken, selbst bei den Gebildeten, wenn sie die geheimen Fäden, die so Manches im Staatsleben bewirken, nicht einsehen, ihnen hier die Quellen verschlossen bleiben. Ein Unwissender in der Politik. -- Auch das Nebenwort unwissentlich gehört hierher, welches im gewöhnlichen Leben für unwissend 1, ohne Bewußtseyn, gebraucht wird, und vermittelst des Suffixi lich aus demselben gebildet worden. Etwas unwissentlich thun, aus Unwissenheit, ohne Bewußtseyn.

Unwitz Klassifizierung: 152.4 EmotionenDDC-Icon Klassifizierung: 302.3 Soziale Interaktion in GruppenDDC-Icon , der, der Mangel des Witzes, Albernheit, Fläche; wenn Jemand witzig seyn will, aber nur Albernheiten zu Tage bringt. Er hat keinen Witz, sondern Unwitz zu Tage gefördert. Der Unwitz bezieht sich nur hier auf etwas, was witzig gesagt werden soll, oder womit der Ausbeuter glaubt witzig zu seyn, es aber nicht ist, sondern etwas ganz Alltägliches sagt, worin gar kein Witzfunken, kein Stachel liegt. Man findet dieses auch bei Epigrammen, worin oft ein ganz alltäglicher <200, 281> Gedanke als etwas Witziges geboten wird. Wer witzig seyn will, muß auch eine Witzader besitzen, sonst quält er sich nutzlos ab, eine Gesellschaft mit seinem Unwitze zu unterhalten. Es giebt Leute, welche sich einbilden, Witz zu besitzen, und vor Begierde brennen, ihn in Gesellschaften leuchten zu lassen; allein sie bemerken in ihrem Eifer nicht, wie ihre witzlosen Anekdoten oder Erzählungen nur Gähnen und Langeweile hervorbringen, und daß das Lächeln nicht ihrem Witze, sondern ihrem Unwitze gilt; denn selbst in der Wahl ihrer Anekdoten, Gedichte etc. sind sie nicht glücklich, und wären sie dieses, so fehlt ihnen der Vortrag; denn dieses zusammen ist nöthig, um die Lacher im Erzählen auf ihrer Seite zu haben. S. auch den Art. Pfeil-IconWitz, unter W. -- Auch das Bei= und Nebenwort unwitzig, der Gegensatz von witzig, nicht witzig, kommt vor. 1) Wenn Witz die Bedeutung eines gesunden Verstandes erhält, so ist unwitzig: einen Mangel daran habend, also aberwitzig oder blödsinnig, wie es auch ehemals gebraucht wurde, jetzt aber außer Gebrauch gekommen ist. -- 2) Wenn witzig aber darin besteht, etwas Stechendes, Beißendes zu sagen, oder überhaupt etwas vorzubringen, was Heiterkeit erweckt, so ist unwitzig der Gegensatz davon. Ein unwitziger Scherz; unwitzig seyn.

Unwohnbar Klassifizierung: 001.96 Fehler, Irreführungen, AberglaubeDDC-Icon Klassifizierung: 398.4 Paranatürliche und legendäre Phänomene als Themen der FolkloreDDC-Icon Klassifizierung: 693.8 Bauen für einzelne ZweckeDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von wohnbar, wo sich nicht wohnen läßt, unbewohnbar. Eine unwohnbare Gegend, eine Gegend, die wegen ihrer Lage durch Sümpfe, Moräste, durch angehäuften Flugsand, durch Mangel an Wasser etc. etc. nicht bewohnt werden kann. So ist ein Haus unwohnbar, wenn es zu feucht in den Zimmern ist, das Wasser die Wände entlang läuft, und durch das Stocken die Möbel, Kleider etc. verderben. Die Unwohnbarkeit der Häuser wegen Gespenster hat sich <200, 282> in neuerer Zeit verloren, da man vielen Betriegereyen auf die Spur gekommen ist, die theils von Diebesbanden, Falschmünzern, theils von bösen Nachbaren, um das Haus für einen billigen Preis zu kaufen, verübt worden sind. Dergleichen Spukhäuser, wie man noch in Berlin in diesem Jahrhunderte einige fand, die baufällig und mit zertrümmerten Fensterscheiben dastanden, sind jetzt verschwunden, indem sie niedergerissen und neue Häuser an deren Stelle aufgebauet worden. Um die Feuchtigkeit aus den Häusern zu entfernen, werden die Häuser da, wo der Boden sumpfig etc. ist, auf Brunnenröhren, starken Gewölben etc. erbauet, so daß die Feuchtigkeit des Bodens die Wände nicht mehr so durchziehen kann. So auch die Unwohnbarkeit.

Unwürdig Klassifizierung: 179.8 Laster, Fehler, MängelDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von würdig. 1) Nicht würdig, im gewöhnlichen Leben unwerth. Einer Ehre unwürdig seyn, sie nicht verdienen. Einem Unwürdigen Ehre erweisen, der ihrer nicht würdig ist. -- 2) In engerer Bedeutung, der Würde, dem Stande der Person, sowohl des Subjekts, als Objekts, nicht angemessen, ein edler Ausdruck, nach Adelung, für niedrig, niederträchtig, unanständig. Ein unwürdiges Betragen, welches sowohl der Person, welche sich desselben schuldig macht, als auch derjenigen, welche der Gegenstand desselben ist, unanständig ist. Sich unwürdig bezeigen. Diese unwürdige Person verdient keinen Glauben; wenn Jemand sich durch seine Handlungen so unwürdig gemacht hat, daß er kein Zutrauen bei Anderen mehr besitzt, man ihm dasselbe nicht mehr schenkt, ganz entzogen hat. So auch die Unwürdigkeit. S. auch die Art. Pfeil-IconWürde und Pfeil-IconWürdigkeit in W.

Unxia Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Klassifizierung: 583.99 Asterales (Asternartige)DDC-Icon , Unxia, Linn., eine Pflanzengattung aus der natürlichen Familie der Zusammengesetzten, Ordnung <200, 283> Radiaten, die in die vierte Ordnung der neunzehnten Klasse (Syngenesia Polygamia Necessaria) des Linné'schen Pflanzensystems gehört. Die beiden bekannten Arten dieser Pflanzengattung: die kampferartige Unxia, Unxia camphorata, in Surinam heimisch, und die rauchhaarige Unxia, Unxia hirsuta, in Cayenne heimisch, kommen nur in botanischen Gärten vor, und müssen hier übergangen werden. Die erste Art, die einen sehr starken kampferartigen Geruch hat, wird in ihrem Vaterlande als schweißtreibendes Mittel gebraucht.

Unzahl, eine sehr große, nicht auszusprechende Zahl. Eine Unzahl von wildem Geflügel.

Unzahlbar, Bei= und Nebenwort, nach Adelung nicht zahlbar; indem er ein Beispiel anführt, nämlich: ein Wechsel ist unzahlbar, wenn die bestimmte Zeit, die Verfallzeit, da er bezahlt werden soll, noch nicht da ist. Allein dieses liegt wohl nicht in dem Worte unzahlbar, welches mehr sagt, nämlich: gar nicht zahlbar. Eine unzahlbare Sache, die gar nicht mit Geld zu bezahlen ist. Es knüpft sich daher an das Wort gar keine Bedingung der Zeit, an welcher etwas bezahlt werden soll. So auch die Unzahlbarkeit.

Unzählbar, Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von zählbar, was sich nicht zählen, durch keine Zahl bestimmen läßt. Das unzählbare Heer der Sterne am Himmel. Die unzählbaren Fische in den Meeren und Flüssen; also eine unzählbare Menge. So auch die Unzählbarkeit.

Unzählig, Bei= und Nebenwort, was sich durch keine Zahl bestimmen läßt, wie das Vorhergehende. Eine unzählige Menge. Unzählig, wie der Sand am Meere. Im gemeinen Leben, nach Adelung, auch für sehr viel. Unzählige Wohlthaten von Jemandem genossen haben. Unzählige <200, 284> Reichthümer haben sich die Spanier in Amerika erworben. Unzählige Sperlinge nisten auf dem Gute, weil sie nicht gestört werden etc. So auch die Unzähligkeit, die aber wenig vorkommt.

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