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Uns Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , in der Sprachkunst, die dritte und vierte Endung des persönlichen Fürwortes der Mehrzahl wir. Uns sollte so etwas widerfahren? Sage es uns. Alle haben uns verlassen. S. auch Pfeil-IconWir.

Unsacht Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, ein nur im Niederdeutschen für unsanft übliches Wort.

Unsäglich, Bei= und Nebenwort, was sich nicht sagen, nicht durch Worte ausdrücken und beschreiben läßt, als der Gegensatz des veralteten säglich. In der Bibel: Unsäglich sind Gottes Gerichte, Weish. 17, 1, wofür jedoch unaussprechlich üblicher ist. Man gebraucht dieses Wort noch häufig im gemeinen Leben und im figürlichen Verstande, eine überaus große, unaussprechlich große Intension zu bezeichnen, in welchem Falle es denn auch gesteigert werden kann. Unsäglich viele Menschen erwürgen, 2. Macc. 12, 16. Unsägliche Angst empfinden. Er sah sie mit unsäglicher Verachtungan. Ein unsäglicher Verdruß. Unsägliche Schmerzen. Unsägliche Mühen, Ezech. 1, 13. Auch das Hauptwort die Unsäglichkeit kommt vor.

Unsanft, Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von sanft, in dessen sämmtlichen Bedeutungen gebräuchlich. Man gebraucht es aber am häufigsten, wenn man hart, stark, heftig und andere harte Ausdrücke vermeiden will. Unsanft sitzen, hart, auf einer hölzernen Bank. Jemanden unsanft angreifen, sowohl heftig, als auch hart. Letzteres, wenn man ihn mit den Händen ergreift und herauswirft, das heißt, aus einer Gesellschaft, oder aus der Thür; das Erstere, wenn man ihn mit der Feder angreift, gegen ihn schriftlich zu Felde zieht. Eine unsanfte Bewegung, wenn man Jemanden mit dem Ellenbogen stößt, je<199, 234>doch ohne es zu wollen, unversehens. Unsanft zerstört werden, mit Heftigkeit, mit Wuth. In eine unsanfte Berührung kommen, wenn man mit Jemandem schriftlich in Fehde geräth, oder ihn auch mündlich beleidiget. Ehemals gebrauchte man es auch für die härteren schmerzhaft, empfindlich, heftig etc.

Unsättig, Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von sättig, welcher jedoch wenig mehr gebraucht wird. 1) Nicht sättigend. Unsättige Speisen, welche nicht leicht satt machen. - 2) Nicht zu sättigen, wofür jetzt unersättlich üblicher ist. Der Menschen Augen sind unsättig, Sprichw. 27, 20. Ein unsättiger Fraß, Sir. 31, 19. So auch die Unsättigkeit.

Unsauber, Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von sauber, in dessen sämmtlichen im Hochdeutschen gangbaren Bedeutungen; dann wird es auch noch als ein glimpflicher Ausdruck für unrein, schmutzig gebraucht. Ein unsauberes Glas, ein unreines. Unsaubere Wäsche, schmutzige. Eine unsaubere Arbeit, welche weder fein, noch zierlich ist. Der unsaubere Geist, in der Deutschen Bibel, der unreine, böse Geist. So auch das Hauptwort die Unsauberkeit. Die Unsauberkeit der Wäsche, eines Glases, einer Arbeit etc.

Unschädlich, Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von schädlich, was keinen Schaden bringen, kein Uebel oder nichts Böses nach sich ziehen kann. Daher unschädliche Speisen, die keinen Nachtheil auf den Körper haben, und die der Magen gut verdauet. Ein unschädliches Thier; unschädliche Thiere, Thiere, die keinen Schaden thun, sondern eher nützen. S. unter Pfeil-IconThier, Th. 183, Pfeil-IconS. 611, und die angehängte Tabelle daselbst, worin die unschädlichen, sonst für schädlich gehaltenen, Thiere verzeichnet worden. <199, 235> Das Bitterwasser ist ihm unschädlich. So auch die Unschädlichkeit.

Unschattig, Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von schattig, keinen Schatten habend. Ein unschattiger Weg, welcher keinen Schatten hat, nicht mit Bäumen besetzt ist, die Schatten geben. S. auch Pfeil-IconOhnschattig, Th. 104, Pfeil-IconS. 764.

Unschattige Klassifizierung: 525 Die Erde (astronomische Geografie)DDC-Icon , Ascii, eine Benennung der Bewohner der heißen Zone innerhalb der beiden Wendekreise, weil sie jährlich zu bestimmten Zeiten gar keinen Schatten von sich werfen, wenn ihnen nämlich die Sonne gerade senkrecht über dem Scheitel steht. Diejenigen, welche den Aequator selbst bewohnen, sind an den Tagen der beiden Nachtgleichen, also im Herbste und Frühlinge, unschattig; die Bewohner anderer Orte innerhalb der heißen Zone sind es auch zweimal jährlich, aber an anderen Tagen. In den übrigen Zeiten fallen die Schatten der Bewohner jener Zone theils nordwärts, theils südwärts, daher sie auch den Namen Zweischattige führen. Unter den beiden Wendekreisen sind die Bewohner nur einmal des Jahres, nämlich am Mittage des einen Solstitial= oder Sonnenstillstandtages, unschattig, die übrige Zeit aber immer einschattig. -- Die Umschattigen oder Umschattigten, Periscii, wozu man die Bewohner der kalten Zone unseres Erdkreises rechnet, diejenigen Bewohner, die jenseit der Polarkreise leben, siehe Th. 194, Pfeil-IconS. 401.

Unschätzbar, Bei= und Nebenwort, was nicht geschätzt werden kann; dessen Werth in Beziehung auf andere Dinge nicht verhältnißmäßig bestimmt werden kann. Unschätzbare Reichthümer. Unschätzbare Ländereyen, deren Werth nicht geschätzt werden kann. Unschätzbare Verdienste, die so groß sind, daß sie keiner Schätzung unterliegen. Die Verdienste, die sich Franklin und Washington um den Nord=<199, 236>Amerikanischen Freistaat erworben haben, sind unschätzbar. Unschätzbare Reliquien; unschätzbare Alterthümer; unschätzbare Gemälde. Das ist unschätzbar, nicht zu schätzen. So ist auch eine Sache, die keinen Werth hat, unschätzbar, kann nicht geschätzt werden. So auch die Unschätzbarkeit.

Unscheinbar Klassifizierung: 580 Pflanzen (Botanik)DDC-Icon , Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von scheinbar, was keinen Glanz, kein lebhaftes, frisches Ansehen hat, nicht hervorstrahlt, nicht hervorleuchtet, sich nur matt zeigt. Ein unscheinbares Gemälde, dessen Farben ihre Lebhaftigkeit verloren haben, eingeschlagen sind. Eine unscheinbare Stickerey, eine ausgeblaßte, die ihren Glanz und Lebhaftigkeit verloren hat. So auch unscheinbare Dinte, unscheinbare Tressen. Unscheinbarer Wein, der eine trübe oder matte Farbe hat. So auch die Unscheinbarkeit -- Auch unscheinlich, obsoletus, in der Botanik, gehört hierher; wenn nämlich Pflanzentheile nur undeutlich, auch erloschen oder verwischt, sich zeigen, wie z. B. der Kelchrand bei Carum und Pimpinella: obsolete nervosus, erloschennervig, mit undeutlichen Nerven durchzogen; z. B. die untere Spelze bei Poa fertilis.

Unschicklich Klassifizierung: 395 Etikette (Manieren)DDC-Icon , Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von schicklich, was sich nicht schickt, nicht einer Sache gemäß ist. Eine unschickliche Antwort, die sich nicht paßt, sich nicht auf die Frage schickt, mehr in einer Unartigkeit liegend. Zur unschicklichen Zeit, zu einer Zeit, die sich nicht paßt, um ein Gesuch bei einem Großen anzubringen. Ein unschickliches Benehmen, ein unartiges. Hermes sagt: „Das Unschickliche der Liebe in tugendhaften Herzen ist eine Erscheinung, die um so merklicher ist, je seltener man tugendhafte Herzen antrifft.” -- So auch die Unschicklich<199, 237>keit. Eine Unschicklichkeit begehen, so viel wie Unartigkeit.

Unschiffbar Klassifizierung: 386 Binnenschifffahrt und FährverkehrDDC-Icon Klassifizierung: 387 Schifffahrt, Luft-, WeltraumverkehrDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, was nicht mit Schiffen befahren werden kann, im Gegensatze von schiffbar. Ein unschiffbarer Strom, der nicht mit Schiffen befahren werden kann. Es giebt Stellen im Meere, die wegen der Klippen darin unschiffbar sind. So auch die Unschiffbarkeit.

Unschlachtig, Bei= und Nebenwort, welches im Hochdeutschen veraltet ist, und so viel als ungeschlachtet bedeutet. Ihr seyd unsträftlich mitten unter dem unschlachtigen und verkehrten Geschlechte, Phil. 2, 15.

Unschlitt Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 352.8 Verwaltung allgemeiner Formen der KontrolleDDC-Icon Klassifizierung: 664.9 Fleisch und zugeordnete LebensmittelDDC-Icon , Talg, es wird in den gemeinen Sprecharten, besonders Oberdeutschlands, für Talg gebraucht, indem wir uns des Wortes Talg bedienen, so bedienen sich dafür die Oberdeutschen des Wortes Unschlitt. Daher das Unschlittlicht, ein Talglicht. S. Pfeil-IconTalg, Th. 179, Pfeil-IconS. 536 u. f. In Nürnberg ist das Unschlittamt, ein obrigkeitliches Amt, welches aus drei Abgeordneten des Rathes, einem Amtmanne, einem Schreiber und einem Unschlittschauer besteht, und in welches die Fleischer alles ihr Unschlitt oder Talg liefern, und die Lichtzieher und Seifensieder es von demselben nehmen müssen. Ob dieses Amt auch noch jetzt besteht, da Nürnberg unter die Hoheit von Bayern gekommen ist, kann nicht berichtet werden. Man findet das Wort in den gemeinen Mundarten sehr entstellt, indem es bald Unschlitt, bald Unschlicht, Inschlicht, Inschlitt, Inselt, Insel, Angels. Insil, und in einigen Gegenden, z. B. im Osnabrückischen, gar Ungel lautet, nach welcher Form auch bei dem Apherdian, Ungelkerze ein Talglicht ist. Nach Adelung ist die Abstammung des Wortes schwer zu ermitteln, indessen erklärt er sich für Ungel, weil diese Form der Quelle am nächsten komme, <199, 238> indem solche mit Ungere, Unguentum verwandt sey, welches einen fetten, schmierigen Körper bedeute, eine Salbe. Da die Gaumen= und Zischlaute häufig mit einander verwechselt werden, so können Ungel und Insel nur als verschiedene Mundarten eines und eben desselben Wortes angesehen werden, woraus denn in härteren Mundarten Unschlitt, Inschlitt geworden. Diese letztere Form hat den Frisch verleitet, es für ein aus Ungel und Licht zusammengesetztes Wort zu halten, und es durch ein Talglicht zu erklären, welches aber nach Adelung wider allen Sprachgebrauch sey.

Unschlittamt, s. den vorhergehenden Pfeil-IconArtikel.

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