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Ungerade Klassifizierung: 649.5 Aktivitšten und Freizeit und Erholung von KindernDDC-Icon Klassifizierung: 510 MathematikDDC-Icon , der Gegensatz des Bei= und Nebenwortes gerade, in dessen sämmtlichen Bedeutungen. Eine ungerade Linie, eine krumme. Am häufigsten gebraucht man es von den Zahlen. Eine ungerade Zahl, welche sich nicht in zwei gleich große ganze Zahlen theilen läßt, im Gegensatz einer geraden; so sind 3, 5, 7, 9 ungerade Zahlen, da sie sich nicht in ganze Zahlen theilen lassen, sondern immer mit einem Bruche z. B. 1 1/2, 2 1/2, 3 1/2, 4 1/2; dagegen lassen sich gerade Zahlen, wie 2, 4, 6, 8, auch in ganze Zahlen theilen, wie 1, 2, 3 und 4. So hat man auch einige Kunststücke mit ungleichen Zahlen; s. unter Pfeil-IconTaschenspieler und Taschenspielerkunst, Th. 180, Pfeil-IconS. 331 u. f. -- Auch die Knaben, überhaupt die Kinder, haben ein Spiel mit Gerade und Ungerade, indem sie fünf, sieben oder neun Kieselsteine nehmen, und solche in beide Hände sich so legen, daß in die eine Hand die gerade Zahl, z. B. bei fünf Steinen, zwei, und in die andere Hand drei Steine kommen, (welches Abzählen gewöhlich hinter dem <196, 287> Rücken geschieht) sie schließen dann die Hände, halten sie vor und lassen dann rathen, in welcher Hand sich die gerade oder ungerade Zahl befindet, und wer es von den Umstehenden erräth, der hat gewonnen, und erhält die Anzahl Nüsse, oder was sonst als Gewinn gesetzt worden. Oftmals besteht aber auch der Gewinn in der Ablösung der Spielenden, indem der Errather dann an die Reihe kommt die Aufgaben zu mamachen. -- Uebrigens ist dieses Spiel auch bei Erwachsenen, welche dazu Geld nehmen, üblich. Auch die alten Römer beschäftigen sich damit; s. unter Pfeil-IconGerade, Th. 17., Pfeil-IconS. 370.

Ungerändert Klassifizierung: 737 Numismatik und SiegelkundeDDC-Icon Klassifizierung: 580 Pflanzen (Botanik)DDC-Icon , Immarginatus, nicht berandet, ohne Rand, in der Botanik, wenn z. B. Deckblätter, wie bei Euphorbia marginata, mit keinem Rande versehen sind, wie dieses aber hier der Fall ist. Wenn z. B. der Rand, den die Früchtchen von Malva borealis und Malva sylvestris haben, fehlt. -- Bei den Münzen, wenn sie keinen Rand haben, dieser fehlt, welches bei Geldmünzen, besonders Dukaten vorkommt, wenn sie beschnitten oder dieser Rand abgefeilt worden. Auch kann der Rand bei mehreren Münzen im Prägen fortgeblieben seyn, indem er nicht scharf ausgeprägt worden.

Ungerathen Klassifizierung: 649.6 Unterweisung von KindernDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, nicht gerathen, nicht gut erzogen, welches dem wohlgerathen entgegen gesetzt ist. Es bezeichnet eine Person, welche aus schlechter Erziehung böse oder lasterhaft geworden ist. Daher ungerathene Kinder, lasterhafte. Ein ungerathener Sohn, eine ungerathene Tochter, die nicht nach der Erziehung eingeschlagen sind, deren Erziehung keine wohlthätigen Früchte getragen haben. Ungerathen würde, strenge genommen bezeichnen, daß Jemand in der Erziehung verwahrloset sey; er keine ordentliche Erziehung erhalten habe oder die Erziehung bei ihm fehlgeschlagen sey. <196, 288> Ungerathen ist aber nicht immer ein Fehler der Kindererziehung im elterlichen Hause, es kann nicht immer den Eltern vorgeworfen werden, daß sie nicht für das sittliche Wohl und die Geistes= und Herzensausbildung ihrer Kinder gesorgt haben; allein sie mußten zu früh das elterliche Haus verlassen, kamen zu früh unter andere Leute, um sich für ihren künftigen Beruf, für die Geschäfte auszubilden, und hier eröffnete sich ihnen eine andere Welt, hier kamen sie mit schlecht Erzogenen zusammen, die ihre guten Grundlagen erschütterten, und so wurden sie leichtfertig und ausschweifend, wurden sie lasterhaft, ohne den Keim dazu schon im Herzen zu tragen. Die Neigung zu sinnlichen Vergnügungen liegt in jedem Menschen und bildet sich am leichtesten aus, wenn nicht gute Grundsätze sie in Schranken halten, und diese müssen im elterlichen Hause gelegt worden seyn, und mehr durch Beispiele, als Lehre. Hier muß ihnen gezeigt werden, daß man sie genießen kann, jedoch ohne Nachtheil höherer Pflichten, ohne seine Berufsgeschäfte zu vernachlässigen; denn sie sind bloß eine Art von Würze, uns das Leben zu versüßen, aber gerade deshalb müssen sie auch nur sparsam und mäßig genossen werden, und immer nur nach der Erfüllung seiner Berufspflichten; denn werden diese dabei vernachläßiget, zieht man die Vergnügungen jenen vor, so ist der Weg zur Ausschweifung eröffnet, und es ist dann bei jungen Leuten schwer wieder in die Schranken der Ordnung zurückzukehren, weil das Laster so viele gefällige Seiten entfaltet, sich immer neu und reizend zeigt, bis das Wehe! bei der Uebersättigung den Sturz in den Abgrund verkündet, aus dem selten Rettung möglich ist. S. auch den Art. Pfeil-IconLeidenschaft, Th. 75.

Ungerechnet, wird als Bei= und Nebenwort gebraucht, nicht gerechnet, jedoch häufiger, als das Letztere. Alles <196, 289> dieses ungerechnet, nicht mit in Anschlag gebracht, nicht mit erwogen.

Ungerecht Klassifizierung: 177 Ethik sozialer Beziehungen DDC-Icon Klassifizierung: 340 RechtDDC-Icon Klassifizierung: 364.1 StraftatenDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, als der Gegensatz von gerecht. 1. Dem Rechte, der Befugniß, der Billigkeit nicht gemäß seyn. Einen ungerechten Verdacht gegen Jemanden haben, einen unbilligen, ungegründeten. Ungerechte Ansprüche machen. Eine ungerechte Sache haben. -- 2. Die Erfüllung seiner fittlichen Pflichten unterlassen, in welchem Verstande es nur in der Bibel vorkommt, wo die Ungerechten den Gerechten entgegen gesetzt werden. -- 3. Nicht dem strengen Rechte gegen Andere gemäß; dann auch abgeneigt die Pflichten dieses strengen Rechtes zu erfüllen. Daher ungerecht gegen seinen Nächsten seyn, ein ungerechter Richter. Ein ungerechtes Urtheil etc. Eine ungerechte Handlung, ist eine Handlung, die den Gesetzen nicht gemäß ist, und sich äußerlich zeigt: innerlich ist sie ungerecht, wenn man äußerlich aus Furcht vor der Strafe gerecht erscheint, aber die inneren Gesinnungen nichts weniger als den Gesetzen gemäß sind. Dieses zeigt sich sehr oft bei Aufruhr, wo man es Personen nicht zugetrauet hätte, daß sie, nach ihren früheren Aeußerungen, Theil daran nehmen würden. Ein ungerechter Besitz, welcher ohne einen rechtmäßigen Titel erworben worden; in einem solchen befindet sich z. B. derjenige, der eine Sache geraubt oder gestohlen, oder der sich heimlich oder mit Gewalt in den Besitz einer unbeweglichen Sache gesetzt oder nur bittweise solche inne hat. -- Ungerecht ist jede Handlung, die ich zum Nachtheil oder Schaden meines Nebenmenschen mit Bewußtseyn, sogar Vorbereitung, begehe, bestehe sie nun, worin sie wolle; denn sobald demselben durch mich Schaden oder Nachtheil erwächst, gehe der selbenun <196, 290> auf sein Amt, sein Gewerbe, oder seinen guten Namen, so begehe ich eine ungerechte Handlung, eine Ungerechtigkeit; denn ich schade ihm nicht bloß äußerlich, wie angeführt worden, sondern auch innerlich, indem ich sein Gemüth beunruhige, und ihn dadurch oft unfähig mache, sein Amt oder sein Gewerbe so vorzustehen, als sie es verdienen. Hierzu kommt nun noch, daß oft die ungerechte Handlung heimlich, im Finstern, geschieht, so daß der Thäter nicht einmal entdeckt und zur verdienten Strafe gezogen werden kann, oder es doch, wenn auch die Vermuthung da ist, und sich als begründet herausstellt, unmöglich ist, da die Beweise fehlen und der Thatbestand nicht durch Zeugen erhärtet werden kann. -- Noch größer ist aber die Ungerechtigkeit, wenn sie vom Richter ausgeht und von den zur Hülfe des Rechts angestellten Personen, den Advokaten, Justizkommissarien und Notarien, wenn diese durch alle nur mögliche Rechtsmittel einen an sich gerechten Gegenstand so zu drehen wissen, daß der, der das Recht auf seiner Seite zu haben glaubt, und es auch wirklich hat, Unrecht bekommt, ihm sein Recht streitig gemacht wird, er seinen Rechtszustand auf die Klage verliert, und mit ihm dasjenige, warum es sich handelt, sey es bewegliches oder unbewegliches Gut, sey es Amt, Ehre oder sonst ein Gegenstand, der zu beklagen ist, wenn man ihn verliert, und verliert, im Bewußtseyn seines Rechtes. Daß es so zugegangen ist, und noch zugeht, darüber findet man Beweise in vielen älteren und neueren Schriften, worin Prozesse der Art zum Unterrichte, zur Vorsicht und zur Warnung aufgestellt worden, ja daß selbst Regenten getäuscht worden sind, einen klaren Blick in das Gewebe der Ungerechtigkeiten zu thun, wenn sich der verlierende und bedrückte Theil an sie wandte, und um Gerechtigkeit, um Revision des Prozesses bat, und dennoch eine ihm nachtheilige Verfügung erhielt, weil <196, 291> die Vorstellung von dem Gegentheile bei den eingereichten Akten die Klagepunkte ganz anders beleuchtete, als sie wirklich waren, und so neigt sich das Recht durch Verdrehungen und Chikane zu Gunsten der Parthey, der das Recht zugesprochen worden. Wie groß ist daher nicht eine ungerechte Handlung, die der reinen Auslegung der Gesetze nicht gemäß ist, und welche diejenigen begehen, die das Recht auslegen, Recht sprechen, und über das Recht, daß es immer unangetastet als Heiligthum des Volkes bleibe, wachen sollen! -- Es kann auch Manches gerecht erscheinen, was das Gewissen und die Grundsätze der Rechtschaffenheit nicht billigen, weil eine äußerlich gerechte Handlung dieses fordert, und so kann eine Handlung als Recht bestehen, die der Billigkeit nach ungerecht ist. -- Ein ungerechter Besitz heißt derjenige, der ohne einen rechtmäßigen Titel, wie schon oben angeführt, erworben worden; es kann aber ein Besitz ungerecht aber dennoch bonae fidei seyn, wenn nämlich der Eigenthümer mir seine Sache nur leihen wollte, und ich, sie aus Irrthum als Geschenk angenommen habe. So kann auch ein Besitz gerecht und doch malae fidei seyn, wenn z. B. Jemand eine Sache unter einem rechtmäßigen Titel, z. B. durch Kauf, aber wissentlich von einer Person, welche nicht verkaufen kann, erworben hätte. Wer aber beweisen kann, daß er sich in einem gerechten Besitz einer Sache befindet, der hat auch die Vermuthung für sich, daß er sie bona fide besitze, so lange das Gegentheil nicht bewiesen wird, also nicht der ungerechte Besitz.

Ungerechtigkeit, in den vorigen Bedeutungen des Eigenschaftswortes, da eine Person oder Sache ungerecht ist. Die Ungerechtigkeit eines Richters, die Ungerechtigkeit einer Dienstherrschaft gegen das Gesinde. Die Ungerechtigkeit eines Verdachtes etc.

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Ungereimt Klassifizierung: 800 Literatur (Belletristik) und RhetorikDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, der Gegensatz von gereimt, nicht gereimt. 1. In der Dichtkunst, heißt ungereimt, wenn zwei Sylben, am Ende zweier Verse, keinen Gleichklang haben, nicht gleich klingen, also keinen Reim bilden, wofür man lieber reimlos braucht. Ungereimte Verse, ein ungereimtes Gedicht. -- 2. Von sich reimen, sich schicken, einem andern Dinge gemäß seyn, ist ungereimt, der Gegensatz, wo man es nur in engerer und härterer Bedeutung gebraucht. Etwas Ungereimtes sagen, was nicht der Wahrheit gemäß ist. Etwas Ungereimtes thun, was der Handlung, die man begeht, ganz widerspricht. Ein ungereimter Mensch, der Handlungen begeht, die ganz gegen die Ordnung der Dinge laufen, widersinnig sind; und so auch die Ungereimtheit. Die Ungereimtheit eines Satzes, eines Vorgebens.

Ungericht Klassifizierung: 345 StrafrechtDDC-Icon findet man in alten Werken, wo es bei Verbrechen gebraucht wird, die eine scharfe Strafe verwirkt haben. Das Ungericht geht ihm an den Hals, heißt, er hat das Leben verwirkt.

Ungerieft Klassifizierung: 580 Pflanzen (Botanik)DDC-Icon , Ejugatus, riefenlos, ohne Riefen, in der Botanik, wenn die vorspringenden Kiele oder Rippen, welche auf den Achänen mancher Gewächse, besonders aber der Doldenpflanzen über die Rückenfläche sich der Länge nach hinziehen, fehlen. So hat man Rückenriefen, Mittelriefen, Kiel= und Seitenriefen oder Nebenriefen, und wo diese jedesmal bei den Gewächsen fehlen, sagt man, sie seyen ungerieft.

Ungerippt Klassifizierung: 580 Pflanzen (Botanik)DDC-Icon Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon , mit keinen Rippen versehen. Man hat gerippte und ungerippte Zeuge, das heißt, Zeuge von gleicher Eigenschaft, nur das der Eine Rippen hat, der Andere nicht, nämlich sich durchziehende erhabene Streifen bilden den gerippten Zeug. -- Auch in der Botanik kommen die Rippen vor und solches <196, 293> bei den Blättern, wo nun diese Rippen da fehlen, wo sie seyn sollten, heißt es ungerippt, ecostatus.

Ungern, Nebenwort, der Gegensatz von gern. Etwas ungern thun. Jemanden sehr ungern sehen. Ungern Briefe schreiben. Ungern laufen.

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