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Schneien Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 551.5 Meteorologie DDC-Icon , ein regelmäßiges Zeitwort der Mittelgattung, welches nur unpersönlich gebraucht wird. Es schneiet, es fällt Schnee. Es schneiete, es hat geschneiet, es wird schneien etc. Im Oesterreichischen, nach dem Adelung, schneiben, wo es unregelmäßig geht, es schnieb, hat geschnieben; im Niedersächsischen snigen, im Schwedischen snöa, im Angelsächsischen snivan, im Griechischen, ohne Zischlaut νιφειν, s. Pfeil-IconSchnee. Im Oberdeutschen wird dieses Zeitwort unregelmäßig abgewandelt, es schnie, es hat geschnien, welche Form auch im gemeinen Leben im Hochdeutschen gehört wird, wo man nach Art der Niederdeutschen auch wohl geschnigen sagt. In der anständigern Schreib= und Sprechart wird es lieber regelmäßig gebraucht.

Schneisse Klassifizierung: 799.24 VögelDDC-Icon , s. Pfeil-IconSchneide 1. Auch bei dem Jäger eine Art von Schlingen, worin sich zur Herbstzeit Drosseln und andere kleine Vögel selbst zu fangen pflegen.

Schneiteln, ein bei Vielen für schneideln übliches Wort.

1. Schnell Klassifizierung: 634.9 ForstwirtschaftDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, welches nur im Forstwesen für schief, windschief üblich ist. Ein <147, 423> Baum geht schnell, wenn er im Spalten windschief reißt. Schnell gehendes Holz. In manchen Gegenden wird solches auch schällig genannt.

2. Schnell Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, welches den Laut einer mit Schnellkraft verbundenen Bewegung nachahmt, die daher nicht ohne merkliche Zwischenräume der Zeit geschehen ist. Es wird in einer doppelten Bedeutung gebraucht. Für schleunig und das niedrigere jäh, jähling, ingleichen für plötzlich, obgleich dieses letztere, weil es eigentlich einen starken Schall ausdrückt, zunächst auch einen noch höheren Grad des Unerwarteten bezeichnet, als schnell. Es geschah schnell ein Brausen, Apost. 2, 2. Schnell ward ein groß Erdbeben, Kap. 16, 26. Ein schneller Tod. Schnell sterben. Zu schnellen Wendungen des Schicksals bestimmt seyn, zu plötzlichen, unerwarteten. Schnell mit dem Munde seyn, nicht sowohl geschwind reden, als vielmehr, Fertigkeit besitzen, ohne merkliche Zubereitung oder Ueberlegung zu reden, welches man in manchen Fällen auch vorschnell, vorzeitig nennt. Sei nicht schnell mit deinem Munde, Pred. 5, 1. -- 2. In der Bewegung selbst einen großen Raum in unmerklich kurzer Zeit zurücklegend, wo es, besonders in der edleren Schreibart, für die gemeinern hurtig und geschwind gebraucht wird, eigentlich aber einen noch höheren Grad der Geschwindigkeit andeutet, als diese. Schnell wie ein Pfeil, wie ein Hirsch. Unser Leben fährt schnell dahin, Ps. 90, 10. Schnell wachsen. Schnell daher kommen. Schnell laufen. Ein schneller Hirsch. Die Zeit vergeht schnell. Der Bach fließt schnell. Einem Dinge eine schnelle Bewe<147, 424>gung mittheilen. Du kommest schnell den Baum hinauf, Geßn.

Klassifizierung: 400 Sprache DDC-Icon Nach dem Adelung schon bei dem Kero, Ottfried und Notker snell, im Angelsächsichen snel, im Schwedischen snell, im Isländischen sniallur, im Italienischen snello. Es ist der natürliche Laut einer mit Schnellkraft verbundenen geschwinden Bewegung, und daher mit Pfeil-Iconschnallen und Pfeil-Iconschnellen eines Geschlechtes; s. diese Wörter. Die ähnlichen hurtig, schwind oder geschwind, schleunig, plötzlich; die Oberdeutschen stumpfs und stumpflich, das Niedersächsische rapp etc. sind gleichfalls von dem Laute schneller Bewegung anderer Körper entlehnt worden. Diese Onomatopöie ist, nach Adelung, aber auch die Ursache, daß diese Wörter in allen einzelnen Fällen für einander nicht gebraucht werden können.

Schnellbank Klassifizierung: 623.441 Vor dem Aufkommen der Feuerwaffen entstandene WaffenDDC-Icon , Catapulta, ehemals, in der Kriegeskunst, ein Wurfzeug, große Steine damit auf den Feind zu werfen oder zu schleudern.

Schnellbalken Klassifizierung: 621.86 Fördermittel (Fördergeräte und Förderanlagen)DDC-Icon , Gewicht=Schlagbalken, Fr. Bascule, bei den Bleyarbeitern, eine eiserne Kette, wie an den Zugbrücken, mit einem Griffe oder Ringe, welche, indem sie den an ihr befestigten Hebebaum an sich zieht, sie nöthiget, sich mit einem Ende herunter zu neigen, und mit dem andern in die Höhe zu steigen, und durch dieses Mittel die an ihm befestigte Last weg zu heben. Dieser Gewichtbalken bedienen sich die Arbeiter der Manufaktur des gestreckten Bleyes, um ihren Trog weg zu heben, und auf die Form auszugießen.

Schnelle, s. Pfeil-IconSchnelligkeit.

Schnellen Klassifizierung: 620.1 Technische Mechanik und WerkstoffeDDC-Icon Klassifizierung: 799.234 Jagd mit HundenDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein regelmäßiges thätiges Zeitwort, welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Zeitwort der Mittelgattung. 1. Eigentlich, sich mit Schnell= und Federkraft schnell fortbewegen. So schnellt <147, 425> ein gespannter elastischer Körper zurück oder ab, wenn er seiner Schnellkraft schnell und ohne Hinderniß überlassen wird. Eine Feder schnellen lassen, wenn sie gespannt war, und man sie nunmehr sich selbst überläßt. In weiterer Bedeutung läßt man auch eine Wage schnellen, wenn man sie ungehindert schnell auf= oder niedersteigen läßt. 2. Figürlich, schnell seyn, eilen, eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher man ehemals sagte, schnelle dich, das ist, eile. Angelsächsisch snellian. Die Jäger brauchen es noch zuweilen figürlich von den Leithunden, wenn er vorschnell oder voreilig anschlägt. Er wird dann mit dem Hängeseil geschnellt, welches eine Strafe ist, damit er auf der Fahrt nicht laut werde.

II. Als ein thätiges Zeitwort. 1. Denjenigen Schall hervorbringen, welchen dieses Zeitwort nachahmt, wo es in der anständigen Sprechart für knippen, schnippen, Knippchen, Schnippchen schlagen, üblich ist, und dann auch wohl schnallen, und intensive schnalzen lautet. Mit den Fingern schnellen. -- 2. Jemanden schnellen ist auch in vielen Gegenden, ihm mit dem an den Daumen gedrückten und mit Schnellkraft losgelassenen Mittelfinger einen schnellen Stoß geben, wofür im Oberdeutschen auch schnallen und schnalzen üblich ist. Jemanden auf die Finger schnellen. Jemanden vor die Nase schnellen, ihm einen Nasenstüber geben; s. Pfeil-IconSchneller. Hierher gehört die oben angeführte Strafe des Leithundes mit dem Hängeseil auf den Rücken, dieses ist, ein mit einem Zuge verbundener Schlag, welchen man Zucker nennt. -- 3. Schnellen machen, mit Schnellkraft forttreiben. (1) Eigentlich. Losschnellen, einen gespannten elastischen Körper seiner Schnellkraft über<147, 426>lassen. Füchse schnellen, sie mit Schnellkraft in die Höhe werfen, wofür auch prellen üblich ist. Einen Stein in die Luft schnellen. Jemanden in das Wasser schnellen, mit Schnellkraft stoßen. Das Rad schnellt den Koth in den Wagen, wofür man im gemeinen Leben auch schlenkern sagt. (2) Figürlich. Jemanden schnellen, im gemeinen Leben und in der vertraulichen Sprechart, ihn durch Geschwindigkeit, und in weiterem Verstande auch durch List bevortheilen. Um zehn Thaler geschnellt werden. In eben diesem Verstande ist auch prellen üblich.

Schneller Klassifizierung: 780 MusikDDC-Icon Klassifizierung: 355 MilitärwissenschaftDDC-Icon Klassifizierung: 623.4 KampfmittelDDC-Icon Klassifizierung: 683.4 HandfeuerwaffenDDC-Icon Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , eine Veränderung, welche mit dem Laute begleitet ist, welchen das Zeitwort schnellen nachahmt. So ist der Schneller dasjenige Schnellen mit den Fingern, welches man sonst auch ein Schnippchen, Niedersächsisch Knippchen, im Oberdeutschen einen Schnall, eine Schnalle, eine Schnalze nennt, einen Schneller schlagen, als auch der Stoß mit gespanntem Mittelfinger, welcher auch ein Stüber heißt. Jemanden einen Schneller geben. Ingleichen bei den Jägern ein schnell angezogener Schlag mit dem Hängeseil auf den Rücken des Leithundes. -- 2. Ein Ding, welches mit Schnellkraft ab= oder in die Höhe fährt. Bei den Jägern werden sowohl die Schlagbäume, welche in einem Geschneide zur Abhaltung der Vogeldiebe aufgestellt werden, als auch die Aufschläge oder Sprenkel, oder vielmehr die Biegel oder Bogen derselben, worein sich die Vögel mit den Füßen fangen, Schneller genannt. -- Bei den Büchsenmachern ist der Schneller oder Stecher an den Kugelbüchsen unter dem Schlosse die Feder, die daselbst an dem Biegel in dem Holz befestiget ist, und den Hahn, nachdem er aufgezogen <147, 427> und gestochen worden, losdrückt. -- In der Artillerie sind die Schneller Handarbeiter, die den Feuerwerkern und Kanonieren an die Hand gehen, um die Stücke auf= und abbringen zu helfen. In den Zeughäusern werden sie zu aller vorfallenden Arbeit verordnet, besonders werden sie aber dazu gebraucht, sowohl die Stücke, als das kleine Gewehr zu säubern, und in einem guten Stande zu erhalten. -- Beim Musikus ist der Schneller eine Manier, welche durch zwei kleine vor der Hauptnote stehende Nötchen angezeigt wird, welche so schnell als möglich abgefertiget werden müssen, wobei aber die Hauptnote einen gelinden Druck erhält. -- Ehemals nannte man auch eine Fallbrücke einen Schneller und mit einem andern Suffixo einen Schnelling. -- Vor Erfindung des schweren Geschützes waren auch diejenigen, welche mit den Schnellbrücken und andern Wurfzeugen zu thun hatten, unter dem Namen der Schneller bekannt.

Schneller, bei der Artillerie, s. Pfeil-Iconoben.

Schneller, im Brückenbau, s. Pfeil-Icondas.

Schneller, beim Büchsenmacher, s. Pfeil-Icondas.

Schneller, beim Jäger, s. das., Pfeil-IconS. 426.

Schneller, ein Fingerschlag, s. Pfeil-Icondas.

Schneller, beim Musikus, s. Pfeil-Iconoben.

Schnellfalle Klassifizierung: 639.1 JagdDDC-Icon Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon , bei den Jägern, eine Falle, welche aus einer gebogenen krummen Stange besteht, welche bei der geringsten Bewegung oder Berührung in die Höhe schnellt und das Thier fängt.

Schnellfluß Klassifizierung: 669 MetallurgieDDC-Icon , im Hüttenwerk, wird ein solcher Zuschlag oder Fluß genannt, der aus zwei Theilen Weinstein und einem Theile Salpeter gemacht wird, und eine Sache geschwind zum Fluß bringt und reducirt.

Schnellgalgen Klassifizierung: 179.7 Respekt und Respektlosigkeit vor menschlichem LebenDDC-Icon Klassifizierung: 364.6 StrafvollzugswissenschaftDDC-Icon , Wippgalgen, ein Galgen in Gestalt eines Griechischen r, gemeiniglich für die Deserteurs bestimmt. Ehemals wurden die Ausreißer an <147, 428> einen solchen Galgen mit rückwärts gebundenen Händen schnell in die Höhe gezogen oder geschnellt, und geschwinde wieder herabgelassen, um ihnen dadurch die Arme zu verrenken, welche Strafe jedoch jetzt veraltet ist. Man pflegt auch noch jetzt in weiterer Bedeutung einen Galgen von eben dieser Gestalt, woran man die Ausreißer zu hänken pflegt, einen Schnellgalgen zu nennen.

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