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Radieren Klassifizierung: 651 BüroarbeitDDC-Icon Klassifizierung: 346.07 Handelsrecht (Sonderprivatrecht der Kaufleute)DDC-Icon , 1) schaben, in welchem Sinne es besonders in einigen Fällen üblich ist. Wenn in <120, 386> einer Schrift radiert worden, d. i. etwas mit dem Messer ausgeschabet, oder ausgekratzt worden. Wenn sich dieses oft auch ziemlich unmerklich thun läßt, so muß man sich doch hüten, in Briefen an Vornehme oder in Documenten etc. etwas zu radieren, vorzüglich nicht die Benennung einer Schuld, der Zeit der Handlung und dergleichen. Außerdem wird es, wenn gleich bisweilen ein Wort oder eine Ziffer ausgekratzt und durchstrichen oder hinein geschrieben, und sonst geändert worden ist, nicht eben sogar genau genommen, nur daß, wie gedacht, eine solche Veränderung nicht einen wesentlichen Theil oder den Hauptpunkt einer solchen Urkunde betrifft; doch kommt es auf des Richters Erkenntniß an, wie weit dieselbe, gestalten Sachen nach, alsdann noch gelten könne. In Wechselbriefen aber sind die Radirungen schlechterdings nicht erlaubt: vornähmlich in Wechselbriefen, die von und auf sich selbst lauten; desgleichen denjenigen, welche ohne Advis lauten. Bey der ersten Gattung muß ein Uebernehmer um deswillen genau darauf achten, damit bey deren Verfallzeit aller Zank und Rechtsstreit vermieden werde. Bey der letzten Sorte aber ist deswegen gute Acht erforderlich, weil derjenige, auf den der Wechselbrief trassirt ist, einen dergleichen fehlerhaften oder corrigirten Wechselbrief ohne Gefahr nicht acceptiren kann, und daher mit Protest zurückgehen lassen wird. In denjenigen Wechselbriefen hingegen, worin man sich auf den Advis bezieht, hat das Radieren nicht so viel, und nur alsdann etwas zu sagen, wenn sie nicht mit demjenigen, was in dem Advisbriefe gemeldet worden ist, übereinkommen. Jedoch, wie es eines Theils sehr gefährlich für einen Acceptanten ist, bey solchen Umständen ei<120, 387>nen Wechselbrief zu acceptiren, so ist andern Theils einem Remittenten um desto weniger zu rathen, dergleichen Wechselbriefe an sich zu handeln, je weniger er den Inhalt des Wechselbriefes, und wie weit der Trassat das Corrigirte genehm halte, wissen kann. Der ungenannte Verfasser der von Heydeggern herausgegebenen Einleitung zum gründlichen Verstande des Wechselrechts Cap. 14 v. 127 ist wegen Radirung eines Wechselbriefes der Meinung, daß bey einem an sich richtigen, aber durch Radirung verfälschten Wechselbriefe (z. B. wenn aus 100200 oder mehr Gulden gemacht worden) ein Unterschied zu machen sey, ob die Verfälschung also sichtbar sey, daß sie von einem fleißigen und gute Obacht nehmenden Manne hätte können erkannt werden, oder nicht; erstenfalls fiele der Schade und Verlust auf den Acceptanten, letzternfalls aber auf den Remittenten, welcher sich selbst beyzumessen habe, daß er nicht vorsichtiger gehandelt, und den Wechselbrief einem solchen Manne anvertrauet habe. Heutiges Tages aber wird dergleichen Betrug, durch die unter Handelsleuten eingeführte Advisbriefe ziemlich abgeholfen und verhindert, und ist daher so leicht nicht mehr zu besorgen, indem in dergleichen Advisbriefen gemeiniglich auch über andere zwischen Trassanten und Trassaten obschwebende Handlungsgeschäfte correspondiret wird, welche der Wechselbriefe Verfälschung sehr schwer machen.

Von dem Radieren durch Wegbeitzen der mit Tinte geschriebenen Wörter vermittelst stärkere Säuren, s. im Art. Pfeil-IconTinte, da wo von den unauslöschlichen Tinten gehandelt wird.

Klassifizierung: 760 Grafik; Druckgrafik und DruckeDDC-Icon 2) Aetzen, in welchem Sinne es besonders bey den Kupferstechern üblich ist, eine Art des <120, 388> Kupferstechens zu bezeichnen, die im Art. Pfeil-IconKupferstecherkunst, Th. 56, Pfeil-IconS. 386 fl. ausführlich beschrieben worden ist. Ein radierter Kupferstich, im Gegensatze des eigentlich gestochenen.

Auf Eisen und Messing erhabene Figuren radieren. Man reibt Blutstein erst mit Wasser, und wenn dieß getrocknet, mit einem guten Firniß ab. Alsdann mahlet man damit die verlangten Figuren auf das wohl polirte Eisen= oder Messinggeräth, läßt es gut trocknen, und wischt das Geschirr mit einem Tuch ab. Hierauf macht man einen Rand um die bemahlten Figuren von Wachs, damit das Scheidewasser, welches darauf gegossen wird, nicht ablaufe. Dieses Scheidewasser läßt man gut einfressen, und wenn es genug gewirkt hat, wäscht man es mit Wasser ab. Den ausgefressenen Grund reibt man alsdann mit feinem Sande, oder pulverisirtem Bimsstein ab, hält es über Feuer, daß es erwärme, und läßt in das ausgefressene Metall Gummiasphalt oder gutes schwarzes Siegellack einlaufen, wieder erkalten, und reibt es alsdann wieder fein gleich mit einem feinen Bimsstein, hernach polirt man das Eisen oder Messing wieder.

Radieten auf Knochen, allerley Figuren besonders auf Messerschalen, oder auch diesen radieren, oder en bas reliefs anbringen. Man trägt den weichen Grund (s. Aetzgrund im Art. Pfeil-IconKupferstecherkunst, Th. 56. Pfeil-IconS. 387.) auf die Schale, zeichnet die Bilder mit der Radiernadel darauf, daß nur die bildenden und erhabenen Stellen mit dem Grunde bedeckt bleiben. In diese Stellen macht man noch mit der Radiernadel die Schattenstriche. Alsdann gießt man Scheidewasser darauf, nachdem man zuvor die Schale mit einem Rand von Wachs versehen <120, 389> hat, damit das Scheidewasser nicht ablaufe. Wenn nun die blassen Stellen von dem Scheidewasser weich gefressen, so nimmt man das Zerfressene mit einer schrägen starken Radiernadel heraus, streicht eine schöne schwarze Beitze darüber, läßt es trocknen, schmieret es ein wenig mit Oehl, und macht hernach den Aetzgrund von den stehen gebliebenen erhabenen Stellen herunter, so erhalten diese Schalen ein sehr gutes Ansehen, denn die erhabenen Bilder haben schwarze Schraffirungen und der Grund ist auch schwarz.

Radierfirniß, Radiergrund, s. im Art. Pfeil-IconKupferstecherkunst, Th. 56, Pfeil-IconS. 388 fl.

Radierkunst, s. das. Pfeil-IconS. 386 fl.

Radiermesser Klassifizierung: 651.2 Ausstattung und BürobedarfDDC-Icon , ein besonderes Messer mit einer runden Klinge, falsch geschriebene Wörter oder Züge damit auszuradieren.

Radiermixtur Klassifizierung: 760 Grafik; Druckgrafik und DruckeDDC-Icon , ist das Deckwachs, welches die Kupferstecher beym Radieren, zum Ueberziehen der Platte gebrauchen; der Aetzgrund. S. im Art. Pfeil-IconKupferstecherkunst, Th. 56, Pfeil-IconS. 388 fl.

Radiernadel, s. daselbst, Pfeil-IconS. 387 fl.

Radierpulver Klassifizierung: 651.2 Ausstattung und BürobedarfDDC-Icon , ein Pulver womit man radierte Stellen der Schreiberey glatt reibet, damit man wieder darauf schreiben kann. Man nimmt dazu zu gleichen Theilen Gummi Sandarak, und Os Sepiä, welches man zu einem zarten Pulver reibet, auf die Stelle schüttet, solche damit einreibt und wieder glatt reibt. Auch kann man dieses mit Kalophoniumpulver, welches mit Löschpapier aufgerieben wird, verrichten. Auch mit einem an der Wand weiß geriebenen Löschpapier kann man die radierte Stelle reiben, s. Pfeil-IconRadieren.

Radierwasser, das mit Wasser geschwächte Scheidewasser, womit die Kupferplatte nach der Zeich<120, 390>nung übergossen wird. S. in dem oft angeführten Art. Pfeil-IconKupferstecherkunst, auf allen Seiten.

Radieß Klassifizierung: 641.351 WurzelgemüseDDC-Icon , ein Nahme der kleinsten milden Rettige, mit einer zarten Schale, einem zarten Fleische und angenehmen Geschmacke. Monatradieß, Foreilenradieß, runder Radieß. Aus dem Italienischen Radice.

Die Radieße sind sämmtlich nur eine Abänderung des Rettigs, Raphanus sativus Linn. Es wird daher am besten seyn, die Beschreibung derselben bis zum Art. Pfeil-IconRettig. zu versparen.

Radießsamen, s. eben Pfeil-Icondaselbst.

Radießschote Klassifizierung: 594 Mollusca (Weichtiere) und Tentaculata (Kranzfühler)DDC-Icon , ein Nahme des Nautilus Radicula.

Radiola Klassifizierung: 583.79 Geraniales DDC-Icon , der Beynahme einer kleinen Art der Pflanzengattung Linum, welche häufig als ein unbedeutendes Unkraut gefunden wird.

Radiometer Klassifizierung: 522 Techniken, Verfahren, Geräte, Ausstattung, MaterialienDDC-Icon , wird der Jacobsstab oder Gradbogen genannt.

Radius Klassifizierung: 516 GeometrieDDC-Icon , eigentlich ein Strahl, bedeutet in der Mathematik jede gerade Linie, welche von dem Mittelpunkt eines Kreises oder einer Zirkellinie gegen die letztere, oder von dem Mittelpunkte einer Kugel gegen die Kugelfläche gezogen wird; der Halbmesser. Solche Linien machen die Speichen eines Rades, welche deshalb auch Radien heißen.

Klassifizierung: 521 HimmelsmechanikDDC-Icon Radius Vector, eine gerade aus dem Brennpunkte der elliptischen Bahn in den Mittelpunkt des Planeten, oder aus dem Mittelpunkt der Kräfte in den Schwerpunkt des bewegten Körpers gezogene Linie.

Radix, Wurzel, Wurzelzahl, Wurzelwort.

Radix cava, s. Pfeil-IconAristolochia.

Radix Chinae, die Wurzel von Smilax China; s. unter Pfeil-IconSmilax.

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Radix dulcis oder scythica, Franz. Reglisse, Glycirrhiza echinata L., s. Pfeil-IconSüßholz.

Radix Gentianae albae, die Wurzel des breitblättrigen Laserkrautes; s. Th. 65, Pfeil-IconS. 117.

Radix Gentianae rubra, von Gentiana lutea Linn., s. Pfeil-IconEnzian, Th. 11, Pfeil-IconS. 98. No. 1.

Radix Mungos, von Ophiorrhiza indica L., s. im Art. Pfeil-IconSchlangenwurz.

Radix Mustelae, von Ophiorrhiza indica, s. eben Pfeil-Icondaselbst; auch von Ophioxylum serpentinum L., s. unter Pfeil-IconSchlangenholz.

Radix Mutellina, von Aethusa Meum Linn. einer Arzeneypflanze, die im deutschen Bärwurzgleiß genannt wird. Man vergleiche Th. 90, Pfeil-IconS. 33. Meum.

Radix salivalis, Speichelwurz, s. Pfeil-IconBertram.

Radix Scythica, s. Pfeil-IconRadix dulcis hier oben.

Radix Serpentum, von Ophiorrhiza indica. S. Pfeil-IconSchlangenwurz.

Radix Toxicaria, von Crinum asiaticum. S. Pfeil-IconHakenlilie, in den Supplementbänden.

Radix Turpethi, oder Turbith, von Convolvulus Turpethum, s. unter Pfeil-IconWinde.

Radix Ursina, s. Pfeil-IconRadix Mutellina.

Radix vesicatoria, von Plumbago rosea, Bleywurz, s. unter Pfeil-IconZahnwurz.

Radix Zedoariae, von Amomum Zedoaria, s. Pfeil-IconIngwer in den Supplementbänden.

Rädker Klassifizierung: 684.08 HolzbearbeitungDDC-Icon , so werden die Rademacher oder Stellmacher genannt. S. im Art. Pfeil-IconDrechsler. Auch ein Handwerker, der vorzüglich nur Spinnräder macht.

Radkopf Klassifizierung: 621.21 WassermühlenDDC-Icon , Radschere, das mit einem Einschnitte versehene Holz, in welchem die Schiene eines Mühlrades vermittelst ihrer Löcher mit einem hölzernen Nagel vereinigt wird.

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Rädlein, ein kleines Rad von Messing, welches sonst auch Kuchenrad heißt, und Th. 54, Pfeil-IconS. 536 näher angegeben ist.

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