DDC Layer

Vorheriger Abschnitt Laden der vorherigen Artikel

Klopfen Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein Wort, welches eigentlich den dumpfigen Schall nachahmet, welchen man durch das Schlagen mit einem stumpfen dicken Körper hervor bringt. Es wird in doppelter Gestalt gebraucht.

1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, auf eine Art schlagen, daß dieser Schall hervor gebracht werde. An die Thüre klopfen, wofür auch pochen üblich ist; siehe Pfeil-IconKlopfer. Das Herz klopft, wenn die Bewegung des Blutes verstärket wird, wofür auch pochen und schlagen gebraucht wird. Mit Herzen, die vor Freuden klopften. Einem auf die Achsel, auf die Backen klopfen, mit der Hand sanft schlagen, zum Zeichen der Vertraulichkeit, der vertraulichen Gewogenheit. Auf den Busch klopfen, wie die Jäger <40, 645> thun, wenn sie erfahren wollen, ob ein Hase darunter befindlich ist. Imgleichen figürlich, im g. L. versuchen ob man etwas von jemanden heraus locken, oder seine Absicht bey ihm erreichen könne. In die Hände klopfen.

2. Als ein Activum mit der vierten Endung, in der vorigen Bedeutung. Jemanden auf die Finger klopfen, figürlich, ihn gelinde bestrafen. Den Stock=Fisch, die Wäsche, den Flachs, den Hanf klopfen, welches mit dicken runden Hämmern oder Bläueln geschieht, und daher einen dumpfigen Laut gibt. Eyer klopfen, mit dem Löffel, welches einen ähnlichen Schall gibt. Ein Pferd klopfen, ihm mit einem hölzernen Hammer die Hoden zerquetschen, eine Art des Wallachens; s. Pfeil-IconKlopf=Hengst. Den Staub aus dem Kleide klopfen.

So auch in den Zusammensetzungen: Abklopfen. 1. Durch Klopfen wegbringen. Den Staub von dem Hute abklopfen. Ingl. durch Klopfen reinigen; den Hut abklopfen.

2. Zur Genüge klopfen oder schlagen. Eyer abklopfen. Und dann auch im Scherze, einen abklopfen, ihn wacker ausprügeln.

Anklopfen, an etwas klopfen. An ein Faß anklopfen. An das Fenster anklopfen, d. i. damit man aufmache. An die Thür anklopfen, um dadurch ein Zeichen zum aufmachen zu geben; in welchem Verstande dieses Zeit=Wort mehrentheils absolute gebraucht wird. Wer klopfte an? Stark, leise, behutsam anklopfen. Klopfet an, so wird euch aufgethan. Mit den Fingern, mit den Füßen anklopfen. Ingl. figürlich: Gott klopft zuweilen mit Krankheit bey dem Menschen an, d. i. will ihn zur Erkenntniß seiner selbst bewegen.

<40, 646>

Aufklopfen, durch Klopfen öffnen. Eine Nuß aufklopfen.

Ausklopfen. 1. Durch Klopfen heraus bringen. Den Staub ausklopfen, aus den Kleidern. Anieß, Kümmel u. s. f. ausklopfen. Imgl. metonymisch, auf diese Art reinigen, oder von etwas befreyen. Die Kleider, die Felle ausklopfen. Siehe Th. III. Pfeil-IconS. 231.

Klassifizierung: 331 ArbeitsökonomieDDC-Icon Klassifizierung: 622 Bergbau und verwandte TätigkeitenDDC-Icon 2. In den Bergwerken, das Ende des Tagewerkes durch Klopfen anzeigen.

Beklopfen. 1. Mehrmahls an etwas klopfen. So beklopfen die Bergleute das Gestein, um zu versuchen, ob es fest ist.

Klassifizierung: 332.4 GeldDDC-Icon 2. Oft und viel auf etwas klopfen, um ihm dadurch eine gewisse Gestalt zu geben. So werden in der Münze die Schrötlinge beklopfet, damit sie die gehörige Gestalt erhalten.

Erklopfen, durch Klopfen eines Gehör erreichen. Er ist zu weit, ich kann ihn nicht mehr erklopfen. Einen Schlafenden erklopfen, durch Klopfen erwecken.

Für schlagen überhaupt, wenn der Schall nicht damit überein kommt, kann es nur im Scherze gebraucht werden, daher es Sprichw. 23, 35. sie schlagen mich, aber es thut mir nicht weh, sie klopfen mich, aber ich fühle es nicht, nicht an seinem rechten Orte steht.

Bey dem Kero von dem Klopfen an die Thür clochon, bey dem Notker chlochon, im Tatian clophan, bey dem Ottfried, der es für schlagen braucht, clobon, im Nieders. kloppen, im Engl. clap, im Dän. klappe, im Schwed. klappa, im Griech. καλαπτειν. Es ist mit klappen genau verwandt, drückt aber einen dump figern Schall aus, als jenes, der von dem stumpfern Werkzeuge und der geringern gebrauchten Gewalt herrührt. Im Nieders. ist dafür auch bakern und dubben üblich.

<40, 647>

Klopfer, Nieders. Klopper. 1. Ein Werkzeug zum Klopfen.

Klassifizierung: 685.4 HandschuheDDC-Icon Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon Bey den Handschuh=Machern, wird ein in einem hölzernen runden Hefte steckender, ungefähr 6 Z. langer runder Stift, welcher nach vorn zu dünner wird, und womit die Nähte an den Fingern der Handschuhe geebnet und ausgestrichen werden, der Klopfer genannt; s. im XXI Th. Pfeil-IconS. 460, und die dazu gehörige PfeiliconFig. 1230.

Von dem Klopfer oder Klopf=Holze der Kattun=Drucker, s. oben, Pfeil-IconS. 643.

Klassifizierung: 675 Leder und PelzverarbeitungDDC-Icon Auch die Weiß=Gärber nennen den Stock, mit welchem die Wolle von den Fellen gereiniget wird, den Klopfer, Fr. Batte.

Klassifizierung: 739 MetallkunstDDC-Icon Klassifizierung: 643 Wohnen und HaushaltsaustattungDDC-Icon Klassifizierung: 683.3 SchlosserhandwerkDDC-Icon In engerer Bedeutung heißt der Klopfer, Anklopfer, oder Thür=Klopfer, L. Malleus pensilis, ein an einer Thür beweglich befestigter Hammer, Schlägel oder Ring (Klopf=Ring) von Eisen oder Messing, dergleichen man gemeiniglich von aussen an die Haus=Thüren und Thorwege zu machen pflegt, damit, wenn jemand bey Nacht=Zeit, oder sonst verschlossener Thür eingelassen zu werden wünscht, er den im Hause befindlichen durch das Klopfen und Anschlagen mit demselben ein Zeichen geben kann. Ein Klopf=Ring, heißt im Fr. Heurtoir, Racloir; wenn es ein Hammer ist, sagt man gewöhnlicher Marteau de porre.

Der eiserne Klopfer ist eine Arbeit der Schlösser, und der messingene eine Arbeit der Rothgießer. Zuweilen ist derselbe zierlich gearbeitet; PfeiliconFig. 2241 a), und Pfeilicon2242 a). Man wählt das weichste und am besten ausgeschweißte Eisen. Man schmiedet es so dick, und so groß, als der Ring werden soll. Den Rand dieses Stückes Eisen macht man hernach mit der Feile vollends vollkommen, indem man ein Papier, worauf die Zeichnung steht, auf das Eisen geklebt hat. Man <40, 648> bohrt an denen Oertern, welche durchbrochen werden sollen, a a, eine Menge Löcher, nimmt mit dem Meißel und Grab=Eisen das Eisen weg, welches zwischen den gebohrten Löchern geblieben ist, und macht die durchbrochenen Oerter mit Feilen von verschiedener Figur und Größe vollends vollkommen, um den Stücken die Gestalt zu geben, die sie haben sollen; PfeiliconFig. 2241 b), und Pfeilicon2242 b). Hierauf müssen die Erhöhungen gemacht werden, die man in PfeiliconFig. 2241 a), und Pfeilicon2242 a) sieht, und dieses ist alsdann eine Arbeit des Bildhauers und Ziselirers, die mit Meißeln, Hohl=Meißeln, kleinen schmahlen Meißeln und Grab=Eisen gemacht wird, die von dem besten Stahle verfertigt sind, und die man sehr gut gehärtet hat. Diese Werkzeuge werden gemeiniglich von alten Feilen gemacht, die man sehr gut dazu befunden hat. Man scheckiret und hämmert den Grund mit Durchschlägen. Gewisse Oerter vertieft man mit Bohrern von verschiedener Größe, oder mit stählernen Knöpfen, die wie Feilen gehauen sind, und die man mit dem Bogen, wie Bohrer, drehet. Man bedient sich auch der Senk=Kolben und Feilen, denen man nach Beschaffenheit der Oerter, wo man da mit arbeiten muß, verschiedene Gestalten gibt. Endlich macht man alles mit Grab=Meißeln und Bunzel=Hämmern vollends fertig, und poliert die Oerter, die poliert seyn müssen, mit Oehl=Steinen, die auf verschiedene Art geschnitten sind, oder mit Schmirgel und Oehl, welches man mit einem zugespitzten Holze in die Vertiefungen bringt; und gewisse Theile macht man glänzend, indem man sie mit dem Gärb=Stahle poliert. Auch arbeitet man bisweilen gewisse Theile besonders, als: den Schild, PfeiliconFig. 2241 a), und befestigt sie da, wo sie stehen sollen, mit Niethen.

Man sieht leicht, daß diese Arbeiten, die viel Geschicklichkeit erfordern, viel Zeit wegnehmnen und viel Mühe ma<40, 649>chen; daher man sie gemeiniglich lieber von Messinge gießt, als von Eisen verfertigt. Hätte man Schilder, oder andere Zierrathen von einerley Muster und verschiedene Stücke derselben zu machen, so könnte man sie in einem Gesenke aus dem Gröbsten arbeiten, welches ein stählerner Stämpel seyn würde, worin der Zierrath, den man erhaben machen will, eingegraben ist.

Klassifizierung: 346.043 Unbewegliche SachenDDC-Icon Der Klopfer ist ein Theil des Hauses, darf also bey einem Haus=Verkaufe nicht abgebrochen, und mit hinweg genommen werden.

Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon 2. Im Jagdwesen werden bey einem Klopf= oder Treibe=Jagen, diejenigen, welche das Wild durch Klopfen vor sich her treiben, Klopfer genannt.

Klassifizierung: 687 Kleidung und AccessoiresDDC-Icon Klassifizierung: 331 ArbeitsökonomieDDC-Icon Bey den Hut=Machern sind die Klopfer eine Art Arbeiter, welche die Wolle durch Klopfen oder Schlagen zubereiten, oder geklopfte Arbeit vorfertigen.

Klassifizierung: 598.72 Piciformes (Spechtvögel)DDC-Icon Auch der große Schwarz=Specht wird, wegen seines Klopfens, d. i. Hackens in die Bäume, in einigen Gegenden der Klopfer genannt.

Kloppe, s. Pfeil-IconKlopfe, und Pfeil-IconKluppe.

Klöppel Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon ein Werkzeug zum Klopfen, und in weiterer Bedeutung zum Schlagen, überhaupt; Fr. Batoir, Billot, Gourdin, Tricot.

Ein hölzerner Schlägel, ein Klopf=Holz, wird bey Einigen mehrmahls ein Klöppel oder Klippel, bey Andern, wie z. B. bey den Tischlern, auch ein Knüppel genannt; s. dieses Pfeil-IconWort.

Klassifizierung: 636.7 Hunde DDC-Icon Der kurze dicke Knüttel, welchen man beißigen Hunden (insonderheit Dorf=Hunden,) anhängt, heißt oft der Klöppel, Klüpfel, Kleppel oder Klippel; und ein mit einem solchen Klöppel versehener Hund ein geklöppelter oder geklippelter Hund. Siehe Th. XXVI, Pfeil-IconS. 402.

Klassifizierung: 786.8 Schlaginstrumente DDC-Icon Diejenigen Stöcke, womit die Trommel geschlagen wird, sind unter dem Nahmen der Klöppel, Fr. Baguette de tambour, wenigstens an einigen Or<40, 650>ten bekannt, so wie die an einem Ende gemeiniglich kugelig gedrechselten ähnlichen Hölzer oder Werkzeuge von Horne, oder einer andern glatt gedreheten Materie, vermittelst deren Spitzen, Schnüre, Kanten, Zäckchen, u. s. w. nach einer gewissen Ordnung und vorgezeichnetem Muster über einem Klöppel=Küssen aus Garne, Zwirne, Seide, Gold= oder Silber=Fäden zusammen geschlungen oder geflochten werden; s. Pfeil-IconKlöppeln.

Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Eben so bekannt ist es von dem eisernen Schlägel in der inwendigen Höhle einer Glocke, welcher durch sein Anschlagen an den innern Rand eigentlich den Schall hervor bringt, und im Oberd. auch der Glöckel, von dem clochen des Kero und Notker, für schlagen, und in Nieder=Sachsen der Knepel, Poln. Kneple Schwed. Klaep, im mittlern Lat. Clipeus, im Fr. Clipet, Battant de cloche, Batail, genannt wird.

Klassifizierung: 634.9 ForstwirtschaftDDC-Icon Auch der runde Klotz, aus welchem Scheite geschlagen werden sollen, heißt im Forstwesen einiger Gegenden ein Klippel oder Klöppel, in andern ein Schrot, eine Walze.

Es kommt von klopfen, Nieders. kloppen, her, so fern dasselbe ehedem auch schlagen überhaupt bedeutete, in welchem Verstande noch Ottfried sein clobon braucht. Es lautet daher sowohl im Oberdeutschen, als zuweilen auch in der edlern Schreib=Art der Hochdeutschen in allen obigen Fällen und in den folgenden Ableitungen und Zusammensetzungen Klöpfel.

Klöppel=Flasche Klassifizierung: 621.32 BeleuchtungDDC-Icon , Klöppel=Glas, eine Benennung derjenigen Gläser, deren sich die Klöppel=Mädchen und einige Handwerksleute bedienen, und wodurch viele bey mäßigem Lichte bequem sehen können. Siehe unter Pfeil-IconLampe.

<40, 651>

Klöppel=Garn, s. Pfeil-IconKlöppeln.

Klöppel=Hölzer,s. Pfeil-IconKlöppeln.

Klöppel=Küssen,s. Pfeil-IconKlöppeln.

Klöppel=Lade, s. Pfeil-IconKlöppeln.

Klöppel=Muster,s. Pfeil-IconKlöppeln.

Klöppel=Pult, s. Pfeil-IconKlöppeln.

nächster Abschnitt Laden der nächsten Artikel