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Zain Klassifizierung: 671.8 RohprodukteDDC-Icon , ein metallener, entweder goldener, silberner oder eiserner Stab oder Streif, der bestimmt ist, durch Hammerwerke oder durch Ziehwerke zu Draht verarbeitet zu werden (s. Art. Pfeil-IconDraht).

Zainhammer Klassifizierung: 671.3 Umformen und verwandte VerfahrenDDC-Icon Klassifizierung: 621.8 MaschinenbauDDC-Icon , ein Hammer oder Hammerwerk, vermittelst dessen man Metalle streckt. Wir geben hier zunächst eine kurze Beschreibung der verschiedenen Arten von Hämmern, deren man sich zum Ausrecken des gefrischten Eisens, nachdem es in Schirbel oder Kolben zerhauen ist, bedient. Da die meisten derselben durch Wasserkraft getrieben werden, so unterscheidet man zunächst, nach der Art, wie sie aufgehoben werden, Aufwerfhämmer, Stirn=und Schwanzhämmer. Die letzteren sind im engeren Sinne Zainhämmer.

Die Aufwerfhämmer (marteaux à soulèvement, f., lift hammer, e.) sind einarmige Hebel, an deren einem Ende der Drehpunkt, die Hülse, am andern der Hammer befestigt ist; die Kraft, welche den Hammer hebt, die Frösche oder Daumen (cames, f.) der Wasserradswelle greifen auf den Hammerhelm (Hebelarm des Hammers, manche, f.) ungefähr um ein Drittel der Länge vom Hammer entfernt, ein. Der Hammer schlägt mit seinem Kopf gegen den Reitel (rabat, f.), ein Holz, welches dazu dient, den Hub des Hammers zu begrenzen und durch das Anprellen ein desto kräftigeres und schnelleres Herab<241, 10>schlagen zu bewirken. Die Lage des Amboses ist mit der Bahn des Hammers korrespondirend, derselbe muß so befestigt sein, daß er, ohne zu weichen, völlig feststeht; eben so muß auch das Hammergerüst sehr fest stehen, erfordert daher sehr viel Holz.

Der Schwanzhammer (martinet, marteau à bascule, f., tilt hammer, e.) ist dagegen ein zweiarmiger Hebel, der Hammer am längern Arm befestigt, wird so bewegt, daß der Daumen einer Welle den kleinern Arm niederdrückt; damit das Niederdrücken begrenzt werde, bringt man einen Prellklotz an, gegen welchen der Schwanzring schlägt. Man wendet leichtere Hämmer für diesen Mechanismus an, in Vergleich mit den Aufwerfhämmern; sie haben aber eine große Geschwindigkeit bei geringerem Hub; man giebt dem kürzeren Arm mindestens ein Drittel der Länge des längern. Nicht selten wird das Hammergerüst aus Eisen gefertigt.

Der Stirnhammer (marteau frontal, s., puddling forge, lift hammer, e.) ist endlich ein Aufwerfhammer, welcher sich nur dadurch vom letztern unterscheidet, daß er vorn am Kopf gehoben wird, und ein ungleich größeres Gewicht von 60 bis 80 Ztr. besitzt, wenn jene nur 3 bis 5 Ztr. wiegen. Man gebraucht diese schweren Hämmer zum Zusammenschlagen der Luppen vom Verfrischen des Roheisens in Flammöfen, ehe dieselben unter die Walze gebracht werden. (S. hierüber das Nähere in den Artikeln Pfeil-IconEisen, Pfeil-IconGold, Pfeil-IconSilber und Pfeil-IconDraht.

Zalacca Klassifizierung: 584.5 ArecidaeDDC-Icon in der Botanik (Z. Blum.) eine Pflanzengattung aus der nat. Fam. der Palmen, Tacken Ok. Art: Z. edulis, in Ostindien in feuchten Wäldern, niedriger, dem Rottang ähnlicher Strauch, mit 12 F. langen, sehr stachlichen Blättern, eßbaren Früchten.

Zambo Klassifizierung: 599.9 Hominidae; Homo sapiens (Mensch)DDC-Icon (Menschenracen), 1) ursprünglich ein Mensch mit krummen Füßen; -- 2) (Sambo, Sambe) <241, 11> Abkömmling eines Negers und einer Mulattin und umgekehrt; auch wohl 3) Abkömmling der Amerikaner und Negerinnen; ein 4) Z. prieto ist Abkömmling einer Zamba und eines Negers. Bei den Z. rechnet man 3/4 Neger= und 1/4 weißes Blut, bei dem Z. p. 7/8 vom Neger und 1/8 vom Weißen. Vgl. Pfeil-IconMenschenracen.

Zambomba Klassifizierung: 786.8 Schlaginstrumente DDC-Icon , in Spanien ein irdener Topf, über dessen Oeffnung Pergament gespannt ist; in der Mitte des Pergaments ist ein kleines Loch, in welches ein Stab gesteckt wird; bewegt man den Stab hin und her, so entsteht ein tamburinähnlicher Schall. Die Z. wird zum Tanz gespielt.

Zamia Klassifizierung: 585.9 Cycadales (Palmfarngewächse)DDC-Icon , Keulenpalme; Cl. XXII. O. 12. Cycadee. -- Als Zierpflanze: 1) Z. angustifolia Jacq. Zeichen für saturn Bahama=Inseln; -- 2) caffra Thb. (Encephalartos Lehm.) Zeichen für saturn Südafrika; -- 3) cycadifolia W. (Encephal. Lehm.) Zeichen für saturn Cap.; -- 4) debilis Ait. Zeichen für saturn Westindien; -- 5) furfuracea Ait. Zeichen für saturn Westindien; -- 6) horrida Jacq. Zeichen für saturn (Encephal. Lehm.) Südafrika; -- 7) integrifolia Ait. (int. mas u femina) Zeichen für saturn östl. Florida, St. Domingo; -- 8) lanuginosa Jacq. Zeichen für saturn Südafrika; -- 9) longifolia Jacq. Zeichen für saturn (Encephal. Lehm.) Südafrika; -- 10) media Jacq. Zeichen für saturn Westindien; -- 11) muricata Humb. Zeichen für saturn Neu=Granada; -- 12) pungens Ait. Zeichen für saturn (Encephal. Lehm.) Südafrika; -- 13) spiralis Salish. Zeichen für saturn (Encephal. Lehm.) Neuholland; -- 14) tenuis W. Zeichen für saturn (Encephal Lehm.) Bahama=Inseln; -- 15) tridentata W. Zeichen für saturn (Encephal. Lehm.) Cap. -- Kultur: Man pflanzt sie in lockere, mit 1/5 Flußsand gemischte Dammerde (Lauberde), in ziemlich weite Töpfe und Kübel, oder auch, wenn die Exemplare stark bewurzelt und groß sind, in ein dazu bereitetes Erdbeet des Warmhauses. Sie verlangen im Sommer Wärme, mäßige Feuchtigkeit und hinrei<241, 12>chende Luft, im Winter bei sehr wenigem Begießen etwa 6 -- 8 -- 10° R. -- Die Vermehrung geschieht theils durch Abnahme der Nebensprossen (im Frühling beim Umpflanzen), welche man gleich in Töpfe pflanzt, und diese in ein warmes Lohbeet senkt, theils durch den Samen aus dem Vaterlande.

Zamites Klassifizierung: 560 Paläontologie; PaläozoologieDDC-Icon (Z. Brongn.), Blätter, welche dadurch von denen der lebenden Cycadengattung Zamia abweichen, daß die Blättchen mit ihrer ohrartig ausgebreiteten Basis sich über der Spindel auf einander legen. Eine Art in der Juraformation von Frankreich und England.

Zampel Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon , 1) (Weber), s. u. Pfeil-IconZampelstuhl; -- 2) (falscher Z.), Vorrichtung, wo man erst andere Fäden, welche auf einem Tische oder dem Zamtbrete ausgebreitet werden, nach Vorschrift des Musters in die Latzen einliest. Unter diese Fäden wird die Patrone des Musters gelegt; die Fäden selbst werden über einen Stab oder Kamm geleitet, wo jeder Faden zwischen 2 Nadeln gelegt wird, welche mit den Quadraten der Patrone übereinstimmen, leicht können nachher die Latzen an den rechten Zampel gebracht werden.

Zampelstuhl Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon , ein Webstuhl, auf welchem Stoffe mit noch größeren und bunteren Mustern gewebt werden können, als auf einem Kegelstuhle. In der Haupteinrichtung ist er diesem ähnlich, jedoch etwas länger und hat statt der Kegel den Zampel. Dieser besteht aus einer großen Menge feiner Bindfäden (Zampelkorden), welche an der Seite des Stuhls mittelst der Hauptlatze angebracht sind; an jede Zampelkorde ist mittelst eines langen Auges eine Rahmkorde befestigt. Unten sind die Zampelkorden gut ausgespannt und an den Zampelstock (Zampelknüttel) befestigt, welcher neben dem Webestuhle an dem Fußboden mit Schrauben und Schnuren befestigt ist. Zieht man die Zampelkorden, so werden <241, 13> zugleich die Rahmkorden gezogen und die Kettenfäden des Musters gehoben. Um nun gerade die Kettenfäden heben zu können, welche eben Muster machen sollen, werden nach der Patrone des Musters die zusammengehörigen Zampelkorden in verschiedene Latzen (Zampellatzen, Zampten) gelesen. Die Letzen sind mittelst besonderer Schnuren (Gavasinen) an die Gavasinschnuren, zwei, neben dem Zampel senkrecht befestigte Schnuren, um welche die Schlange gewunden ist, befestigt, an jeder Windung der Schlange hängt eine Gavasine. Diese Latzen muß ein besonderer Junge (Ziehjunge) nach Erforderniß ziehen. Um nun die in großer Menge vorhandenen Latzen nicht zu verwirren, werden diejenigen, welche man eben nicht braucht, mittelst des Zampelhakens oben angehängt. (Vergl. hierzu Artikel Pfeil-IconWeben.)

Zampten, s. Pfeil-IconZampelstuhl.

Zanclus, Fischgattung, s. Pfeil-IconKlippfisch.

Zancudos, s. Pfeil-IconStechmücke.

Zander Klassifizierung: 641.39 Wild und MeeresfrüchteDDC-Icon Klassifizierung: 597.7 Perciformes (Barschartige Fische)DDC-Icon Klassifizierung: 591.5 VerhaltenDDC-Icon , Sander, Sandaal, Schill (Perca lucio perca L.), ein, zum Geschlechte der Barsche gehöriger Raubfisch, der nur in solchen Seen vorkommt, welche tief sind, einen sandigen oder mergeligen Grund haben und mit fließendem Wasser in Verbindung stehen. Gedeiht vorzüglich in solchen Seen, in welchen Stinte vorhanden sind. Hält sich gewöhnlich in der Tiefe auf, kommt aber zur Laichzeit, welche Ende April und Anfang Mai fällt, aus der Tiefe hervor, um seine Eier an Reisig, Steine oder dergl. abzusetzen. Erreicht eine ansehnliche Größe, zuweilen 3 bis 4 Fuß Länge, 20 bis 22 Pfund Schwere. Hat ein weichliches Leben und steht außer dem Wasser, so wie selbst bei warmer Witterung in einem mit Wasser gefüllten Gefäße leicht ab. Zum Transport in lebendem Zustande muß man ihrer nicht zu viel in ein Ge<241, 14>fäß setzen, das Gefäß mit dem Wagen nicht lange still stehen lassen und die Fortschaffung bei kalter Witterung vornehmen. Er frißt nicht in der Gefangenschaft und man darf ihn daher nicht zu lange vor dem Verspeisen in dem Fischbehälter lassen. Sein Fleisch ist weiß, wohlschmeckend, leicht verdaulich und selbst schwächlichen Personen zuträglich, besonders wenn er nicht zu alt ist. Gewöhnlich kocht man ihn auf folgende Weise: nachdem man ihn ausgenommen, legt man ihn in eine Schüssel, überstreut ihn mit Salz und läßt ihn eine Nacht so liegen. Dann kocht man ihn mit Flußwasser und nur wenigem Salze, nebst englischem Gewürz und Lorbeerblättern, 1/2 St. oder länger (wenn er nämlich groß ist) und schäumt gehörig ab. Man kann ihn auch in Wasser und Salz mit einigen Zwiebeln und Citronenschalen kochen. Man genießt ihn mit brauner Butter, Weinessig und Petersilie; oder mit einer Sardellensauce, oder einer der folgenden Saucen: Mostrich mit kochendem Wasser klar gerührt und gute Bouillon aufgefüllt; oder Mostrich mit weißem Wein, Zucker, Nelken und einem Stückchen Butter aufgekocht; oder ein gutes Stück Butter mit einigen Eidottern abgerührt, dann mit dem Safte einer Citrone oder mit gutem Weinessig geschärft, Bouillon aufgegossen und über dem Feuer abgerührt. Man kann ihn auch, wie den Hecht, mit einer Butterbrühe oder mit Milch zurecht machen. Gebraten aber giebt er, wegen seines weichlichen Fleisches, keine schmackhafte Speise; dagegen genießen ihn Einige roh; er wird dann, wenn er zuvor von Gräten gesäubert und klein gehackt ist, eingesalzen und nach Verlauf einer Stunde mit Provenceröl, Capern und Pfeffer gegessen. Er kommt auch eingesalzen und geräuchert, wie der Hecht, in den Handel.

Zangen Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon . In so fern die Zangen zum Festhalten von Arbeitsstücken dienen, haben sie wesentlich einerlei <241, 15> Bestimmung mit den Feil= und Stielkloben; doch unterscheidet sich ihre Anwendung dadurch, daß man mit Zangen nur solche Gegenstände hält, welche keiner starken und lange dauernden Befestigung bedürfen. Die hier zu erwähnenden Zangen sind (außer den bekannten großen Zangen, pincers, welche man zum Ausziehen von Nägeln u. dergl. gebraucht) von dreierlei Art:

a) Gewöhnliche Flachzangen (pincettes, bequettes, plyers), mit schmalem, flachem Maule und gebogenen Schenkeln. Zuweilen bewirkt man durch eine zwischen die Schenkel gelegte Feder, daß die Zange von selbst sich öffnet, wenn man mit dem Drucke der Hand nachläßt. Die Charnierzange (joint-plyer) ist eine Flachzange mit runden Auskerbungen im Maule, um die kurzen Röhrchen, woraus Dosen=Charniere u. s. w. zusammengesetzt werden, beim Befeilen ihrer Enden festzuhalten.

b) Schiebzangen (tenaille à boucle, sliding tong), mit geraden Schenkeln, welche von einem länglich viereckigen Ringe (coulant) umfaßt werden, der die Zange schließt, wenn man ihn herabschiebt. Eine Feder zwischen den Schenkeln öffnet sie, wenn der Ring hinaufgeschoben wird. Das Maul (chop) ist, wie bei den Feilkloben, entweder breit (dann heißt das Werkzeug auch insbesondere slide-vice) oder schmal (slide-plyer). Die Schiebzangen sind sehr zweckmäßig zum Einspannen kleiner und zarter Arbeitsstücke, weil man nach dem Herabschieben des Ringes nicht ferner mit der Hand zu drücken braucht, um das Festhalten zu bewirken, und weil die Kraft, mit welcher der Ring die Zange schließt, das Arbeitsstück nicht beschädigen kann, wie öfters bei einem Feil= oder Stielkloben durch das Anziehen der Schraubenmutter der Fall sein würde. Mehrere besondere Arten der Schiebzangen sind bei den Uhrmachern gebräuch<241, 16>lich, wie die Steigradzange (Pince aux roues de rencontre), Schraubenpolirzange, Zeigerzange (Pince aux aiguilles) u. s. w.

c) Federzangen, Pinzetten, Kornzangen, Kluppzangen oder Klüppchen (pincettes, brucelles, corn-tongs, tweezers), kleine und schwache Werkzeuge, welche nur dazu dienen, zarte Gegenstände anzufassen und kurze Zeit zu halten, um sie zu besehen oder von einem Orte zum andern zu legen. Die einfachste Art dieser Zangen entsteht, wenn man einen etwa 6 Zoll langen und gegen 1/2 Zoll breiten Streifen von Stahlblech oder hartgehämmertem Messingblech von der Mitte aus gegen beide Enden hin spitzig zufeilt, in der Mitte umbiegt, und die dadurch gebildeten zwei Schenkel so sehr einander nähert, daß sie nur etwa 1/4 Zoll weit an den Spitzen klaffen. Ein leichter Fingerdruck reicht hin, sie ganz zu schließen, und nach dem Aufhören desselben öffnen sie sich von selbst wieder. Oefters wird ein kleiner Schieber angebracht, der, vorgeschoben, das Wiederaufgehen verhindert, so lange er in seiner Stelle bleibt. Das hintere oder obere Ende des Werkzeuges (wo die Schenkel sich vereinigen) versieht man manchmal mit einer Schaufel, um damit mehrere kleine Gegenstände auf ein Mal aufnehmen zu können. Zum Anfassen sehr zarter Stücke bedient man sich messingener Federzangen mit Spitzen von Elfenbein oder Ebenholz. Auch doppelte Federzangen giebt es, aus zwei geraden, 4 bis 5 Zoll langen Schenkeln bestehend, die in der Mitte mit einander verbunden sind, so daß jedes Ende für sich eine Zange darstellt.

Als Mittel zur wirklichen Bearbeitung sind besonders zwei Zwecke zu betrachten, für welche die Zangen in dieser Hinsicht in Anwendung kommen, nämlich Zertheilung und Biegung, und man unterscheidet daher Kneipzangen, Zwickzangen (tenailles <241, 17> à couper, pinces, nippers, cutting nippers) und Biegzangen, Drahtzangen.

Die Kneipzangen dienen regelmäßig zum Abkneipen dünner Drähte; aber auch, um von dünnem Bleche kleine Theile wegzunehmen. Ihr Maul bildet zwei meißelartige Schneiden, welche genau auf einander passen und von gehöriger Schärfe sein müssen. Damit die Schneiden die nöthige Dauerhaftigkeit besitzen und weder zu leicht ausbrechen noch Eindrücke annehmen, müssen sie aus sehr gutem Stahle bestehen, gehärtet und nur sehr wenig nachgelassen sein. An großen Zangen schärft man die Schneiden von beiden Seiten zu, und giebt ihnen einen nicht zu spitzen Winkel, damit sie Festigkeit genug behalten; kleine Zangen sind nur von unten oder innen her, mit spitzerem Winkel, zugeschärft, damit sie scharf und messerartig werden. Der Draht, den man abkneipt. muß in jeder Richtung winkelrecht gegen die Schneiden gehalten werden, weil jeder schiefe Druck den Schneiden Gefahr droht und gern Scharten in denselben veranlaßt. Gewöhnlich ist das Maul an beiden Enden mit schmal auslaufenden Verlängerungen versehen, wodurch es möglich wird, die Zange auch in solchen engen Räumen der Arbeitsstücke zu gebrauchen, wo die ganze Breite des Werkzeugs nicht Zugang finden kann. Manchmal stehen die Schneiden nicht rechtwinkelig, sondern schief gegen die Griffe (side nipper), was in gewissen Fällen zur Bequemlichkeit gereicht. Wenn die Kneipzange anhaltend oder sehr oft gebraucht werden muß, ist es angemessen -- um sie nicht immer frei in der Hand halten zu müssen -- sie gleich einer Stockscheere in einem Holzklotze oder auf dem Werktische zu befestigen, zu welchem Behufe der eine Schenkel gebogen und zum Einstecken in das Holz zugespitzt wird, während der andere gerade bleibt und zum bequemeren Anfassen mit <241, 18> einem hölzernen Hefte versehen werden kann. Ist die Aufgabe, viele Drahtstücke von ganz gleicher Länge abzukneipen, so kann dies durch eine Vorrichtung unterhalb der Schneide erreicht werden, welche das Einschieben des Drahtes nur bis zu einem gewissen Punkte gestattet.

Die Biegzangen sind entweder Plattzangen, Flachzangen (béquettes, pincettes, plyers, flat plyers) oder Rundzangen (pincettes rondes, round plyers, round nose plyers), je nachdem damit winkelförmige oder bogenförmige und ringartige Krümmungen von Drähten oder schmalen Blechstreifen hervorgebracht werden sollen. Die Flachzangen haben ein plattes gerades Maul, und werden, wenn dieses sehr schmal, gleichsam zugespitzt ist, wohl auch Spitzzangen genannt. Ihre Form und ihr Gebrauch sind sehr bekannt. Die Rundzangen sind von denselben dadurch verschieden, daß die zwei Theile ihres Mauls runde Stifte oder Zapfen, von cylindrischer oder abgestumpft kegelförmiger Gestalt, darstellen. Das Maul mancher Rundzangen besteht aus cylindrischen Stiften, welche in zwei Absätze von verschiedener Dicke getheilt sind, wodurch man leicht Biegungen von verschiedenem Halbmesser machen kann. Krümmungen von ziemlich großem Halbmesser können mit gewöhnlichen Rundzangen nicht wohl regelmäßig und gut zu Stande gebracht werden, weil die Berührung der dünnen Stifte mit dem Arbeitsstücke zu gering ist; besser dazu geeignet sind die Ringzangen (bei den Goldarbeitern: Schienenzangen, weil die Schienen oder platten Reifen der Fingerringe damit gebogen werden), welche mehr einer Flachzange ähnlich, von dieser aber dadurch verschieden sind, daß die innern Flächen des Mauls der Breite nach eine bogenförmige Convexität haben. Oefters ist auch nur eine der beiden Flächen so ge<241, 19>staltet, die andere aber eben. Eigentlich bedürfen die Biegzangen (sowohl Rund= als Flachzangen) keines rauh gehauenen Maules, wie die Zangen zum Aufassen und Festhalten; da aber eine solche Rauhigkeit doch zuweilen gut ist, um das Abgleiten des Metalls zu verhindern, und da namentlich Flachzangen sowohl zum Halten als zum Biegen gebraucht werden, so sind die meisten Biegzangen im Maule mit einem feilenähnlichen Hiebe versehen. Zuweilen versieht man Flachzangen noch mit einem zweiten, an der Seite stehenden Maule, welches die Gestalt einer Kneipzange hat, und also gebraucht wird (nipperplyers). Bei Arbeiten, wo das Biegen und Abkneipen sehr oft mit einander wechseln, ist diese Einrichtung bequem, weil man nicht das Werkzeug zu wechseln braucht.

Eine besondere Art von Zange kommt bei den Goldarbeitern vor, um Ringe von plattgewalztem Drahte dergestalt hohl zu biegen (aufzubuckeln), wie es bei den bekannten Erbsenketten der Fall ist.

Außerdem führen wir noch folgende Instrumente, die den Namen Zangen tragen, an: 1) Bei den Diamantschneidern ein Werkzeug, welches die Doppe hölt; es hat die Gestalt und Einrichtung eines kleinen Schraubenstockes und steckt mit einer Angel in einem kleinen Klötzchen; -- 2) (Anat. u. Chir.) Werkzeug zum Fassen, Festhalten, Hervorziehen, Zerquetschen, Zerbrechen, Abkneipen, Abdrehen etc., an Theilen des Körpers oder zum Herausziehen etc. fremder Körper von sehr verschiedener Gestaltung, bisweilen ausschneidend; man unterscheidet demnach Faß=, Quetsch=, Beiß=, Brech=, Schnabel=, Korn=, Kugel=(Kugelzieher), Polypen=, Stein=, Krücken=, Geburts=Zangen etc.; -- 3) (Bauw.) Stück Holz, welches so eingerichtet ist, daß es zwei andere Theile zusammenhalten kann; -- 4) so v. w. <241, 20> Moderzange, s. Pfeil-IconGrundbau; -- 5) Werkzeug zum Festhalten auseinander gegangener Aeste eines Baumes, die den Stamm zu spalten drohen. Haben die Aeste Gabeln, so kann ein einfaches Stück Holz, welches in die Löcher so eingezapft ist, daß ein Riegel hinter den Aesten in die Löcher gesteckt werden kann, dazu gebraucht werden; haben die Aeste keine Gabeln, so muß man zwei lange Stücken Holz nehmen, die hinter den Aesten durch Querriegel verbunden werden; -- 6) die an der Hobelbank befindlichen Schrauben; -- 7) bei Pferden die zwei vorderen Zähne; -- 8) so v. w. Scheere der Wage; -- 9) Quantität Eisenblech (s. Pfeil-Icond.).

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