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Vis Klassifizierung: 470 Italische Sprachen; LateinDDC-Icon , ein lateinisches Wort, die Kraft, durch welche etwas bewegt wird, also auch Macht, sowohl in materieller als geistiger Beziehung. Die allmächtige Einwirkung Gottes auf die Welt, die über jede menschliche Macht und Berechnung hinauswirkt, heißt deshalb auch vis major, eine höhere, göttliche Macht. Im Rechtswesen, namentlich im römischen Recht wird der Ausdruck vis nach vielen Beziehungen hin gebraucht. Jede äußere, das entgegenstehende Maaß von Kraft überwältigende Einfluß, Gewalt, heißt natürlich vis. So sagt man vis fluminis, die Gewalt des Stromes bei Rechtsfragen, wo es sich um angeschwemmtes Land um Alluvionen handelt; vis justa ist die Gewalt zu deren Ausübung Jemand berechtigt ist, und eine unberechtigte gewaltsame Handlung vis injusta. Die vis kann angewandt werden, entweder öffentlich mit bewaffneter Hand, dann ist sie vis publica, oder privatim auf andere Weise vis pri<225, 217>vata. Das römische Recht kennt für diese beiden Arten der Gewalt noch zwei andere Ausdrücke, es nennt die erstere vis armata, die zweite vis quotidiana. Die bei der Vindication (s. d. Pfeil-IconArtikel) angewandte symbolische Scheingewalt nennt der Römer vis civilis oder festucaria, auch wohl vis ex conventu (aus Ueberkommen). Eine andere rechtliche Bedeutung von vis ist die des Zwanges, die Nöthigung zu einer Handlung, diese kann durch Drohung, oder durch Zufügung von Uebeln, wodurch Jemand in Furcht gesetzt werden soll, geschehen, sie ist dann ein psychologischer Zwang, oder durch äußere Gewalt, dann wird sie ein physischer Zwang Wenn ein solcher Zwang angewendet und erwiesen ist, so die erzwungene Handlung juristisch nichtig und ungesetzlich. Es wird deshalb ein Hauptmangel jedes Vertrages oder letzten Willens, wenn ein Zwang dabei angewendet wurde. Dieser Mangel heißt vitium (s. Pfeil-Icond.) Die Mängel des Besitzes werden in der Regel in folgenden Bezeichnungen zusammen gefaßt: vi (durch Gewalt), clam (heimlich), precario (durch Widerruf). Vi, so viel wie kraft im Deutschen, z. B. vi muneris, vi officii, kraft des Amtes, von Amtswegen. Noch kommt vis in der Physiologie, Astronomie, Medicin und Naturlehre in den mannichfaltigsten Bedeutungen vor. Die vis absorbens ist z. B. die Einsaugungskraft, der Haut, Haare, Capilargefäße, die vis activa diejenige Kraft, welche in den Schlagadern auf das in diesen enthaltene Blut wirkt, die vis animae, Seelenkraft, vis animalis, thierische animalische Kraft bei den körperlichen Verrichtungen aller Art (s. Pfeil-IconVerrichtung); vis attractiva, Anziehungskraft, eine Bezeichnung, die im Recht auch beim Concursverfahren gebraucht wird.

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Vis-à-vis Klassifizierung: 786.2 KlaviereDDC-Icon , französisch: gegenüber, Auge in Auge, eigentlich als Adverbium gebraucht, zuweilen jedoch auch als Substantivum. Man sagt z. B. mein Visavis, und meint damit die Person, die gegenüber sitzt, steht, wohnt und dergleichen. -- Vis-à-vis wurde auch ein musikalisches Tasteninstrument genannt, welches wie ein Clavier gebaut war, nur mit dem Unterschiede, daß sich vorn und hinten eine Tastatur befand, so daß 2 Personen, die sich einander gegenüber saßen, zu gleicher Zeit auf demselben Instrument spielen konnten. Der Erfinder dieses Instruments, das übrigens nur wenig Eingang gefunden hat, ist Andreas Stein.

Viscacia Klassifizierung: 599.359 Andere Rodentia als Castoridae (Biber), Muridae (Mäuse), Sciuridae (Hörnchen)DDC-Icon Klassifizierung: 675 Leder und PelzverarbeitungDDC-Icon , der Name einer Säugethiergattung, von welcher das unter der Benennung viscache bekannte Pelzwerk herkommt. Den Namen gab ihm der Zoologe Rengger. Später hat man dafür die Gattung callomys aufgestellt, welche sich von den Hasen durchs Gebiß und ebenso von den Eavien und Murmelthieren unterscheidet. Die 2 Schneidezähne sind nehmlich bei dieser Gattung dreieckig, auf jeder Seite hat dieselbe 4 Backenzähne, die Vorderfüße haben 4, die Hinterfüße 5 Zehen, der Kopf ist dick, die Ohren weit und der Schwanz kurz. Es giebt mehrere Arten: 1) Die eigentliche Viscache (callomys viscacia), welcher auf dem Vorderrücken grau, hinten schwärzer und unten weiß ist. Das Thier lebt in den ebeneren Gegenden von Buonos Ayres und der Umgegend. Von ihm rührt das Pelzwerk her; 2) die Chinchilla (callomys laniger) von grauer Farbe, weiß gewollt, unten weißgrau und sehr weichhaarig; 3) Goldchinchilla (callomys aureus von gelber ins Grünliche und Goldige fallender Farbe, auf dem Rücken etwas schwarz gewellt, mit einer schwarzen längs des Rückens hinlaufenden Linie. Von ihr kommt das unter dem Namen Cinchille be<225, 219>kannte Pelzwerk. Das Thier lebt in den Berggegenden Perus, und zwar wie die übrigen in Berghöhlen, worein es sich Knochen, Steine, Holz u. s. w. trägt, um es vor den Eingang zu legen. Dieser Umstand macht dem Jäger das Auffinden des Thieres sehr leicht.

Viscago Klassifizierung: 583.53 Caryophyllales DDC-Icon nannten Mönch und Baumgärtner eine Pflanzengattung, die jedoch von anderen Botanikern nicht allgemein anerkannt wurde. Mehrere Arten derselben zählt man zu den Silenen und zum Cucubatus. Dietrich führt die Silena viscago unter dem Namen Silena anglica auf (Sowerby engl. bot. nr. 139. t. 1178. English Catchfly.) Lynis sylvestris, Vaill. par. t. 16. f. 12 (?). Die Gattungskennzeichen der Silenen sind: Ein röhriger bauchiger fünfzähniger Kelch, eine fünfblättrige Krone; jedes Kronenblatt ist im Schlunde oder am oberen Kerne des Nagels mit einem meistentheils zweispaltigen Häutchen versehen. Sie hat zehn Staubfäden und drei Griffel. Der Samenbehälter ist dreifächerig, vielsamig, an der Spitze aufspringend, halb sechsklappig. In Linnè's System, X. Kl. III. Ordn., sind die Arten unter folgender Ordnung aufgeführt: a) mit einzelnen seitenständigen Blumen (Floribus foliatris lateribus); b) mit seitenständigen dichtstehenden Blumen (Floribus lateralibus confectis); c) mit Blumen, die in Theilungswinkeln des Stengels entspringen (Floribus ex dichotomia caulis); d) mit Blumen, welche am End=des Stengels und der Zweige entspringen (Floribus terminalibus). Die Viscago selbst hat ausgerandete Kronenblätter und seitenständige, aufrechte, wechselsweise stehende Blumen. Die unteren Samenbehälter sind zurückgeschlagen. Sie wächst in England und Frankreich wild, ist behaart und klebrig. Die Blumen, welche im Juni und Juli sich entwickeln, haben gewöhnlich <225, 220> weiße Kronenblätter, jedoch finden sich zuweilen auch einige, die mit rothen Flecken geziert sind.

Visaria Klassifizierung: 635.9 Blumen und ZierpflanzenDDC-Icon Klassifizierung: 583.53 Caryophyllales DDC-Icon nannte der Botaniker Röhling eine Pflanzengattung, welche jedoch von anderen Botanikern nicht anerkannt wurde. Es ist vielmehr nichts Andederes, als die Lychnis viscaria. Die Gattungskennzeichen der Lychnis sind folgende: Der Kelch ist unten, einblättrig, länglich, fünfzähnig. Die Krone besteht aus fünf mit Nägeln versehenen Blättern, welche am Gande meistens gespalten und im Schlunde mit einem Häutchen versehen sind; zehn Staubfäden und fünf Griffel mit zurückgebogenen Narben. Viele Samen in einem ein= bis fünffächerigen, halb fünf= bis zehnklappigen Behälter. (Linné's Syst., X. Kl. Decandria, IV. Ordn. Pentagynia.) Die Lychnis viscaria L. heißt auch klebrige Lychnis, Pechnelke, Kiebnelke, Theernelke, Marienröschen, Mückenfang. Die Wurzel treibt viele lanzettförmige Blätter, und einen oder mehrere 1 bis 2 Fuß hohe Stengel, welche oberwärts unter jedem Blätterpaare mit einer braunen oder schwarzen Klebrigkeit überzogen sind. Die Blumen stehen quirlförmig am Ende der Stengel und Zweige und bilden längliche Aehren oder Büschel; die Kronenblätter sind roth und fast ganz. Man findet diese Pflanze in mehreren Gegenden Deutschlands, besonders in Thüringen, an Bergen, Rändern, Zäunen, in Vorhölzern, auf Wiesen, Triften und trockenen freien Plätzen; sie blüht im Mai und Junius. In den Gärten unterhält man eine Abänderung mit gefüllter Blume, welche in jedem Boden gut fortkommt und sich leicht durch Zertheilung vermehren läßt. Die Lychnisarten tragen größtentheils schöne Blumen und können daher zur Verschönerung der Gärten dienen. Ihre Kultur ist sehr leicht; die im Freien ausdauernden Arten kom<225, 221>men beinahe in jedem Boden gut fort, und lassen sich durch Samen und Zertheilung vermehren.

Viscera, s. Pfeil-IconEingeweide.

Visceralelixir, s. Pfeil-IconMagenelixir.

Visceralia Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon nennt der Apotheker alle diejenigen Arzneistoffe, welche zur Stärkung der Unterleibsorgane angewendet werden, die sogenannten Magenmittel. Magenstärkende Mittel I. für Menschen. Man rechnet zu den magenstärkenden Mitteln außer den Eisenpräparaten theils bittere und zusammenziehende Pflanzen, wie die Enzianwurzel, das Tausendgüldenkraut, die Schafgarbe, Pomeranzenschale, Quassia, Nelkenwurzel (Rad. gei urbani), Chinarinde, Rhabarber etc., theils gewürzhafte Substanzen, wie Zimmet, Gewürznelken, Pfeffermünze, Melisse und andere, endlich weingeistige Flüssigkeiten, wie rothe, etwas herbe, oder sehr feurige Weine, wie Medoc, Madeira, Port=, Malagawein und andere. Man hat verschiedene Zusammensetzungen solcher Mittel, wie (außer dem Bischof und Cardinal) die weinige Rhabarbertinctur, die einfache Pomeranzenschalentinctur, das Hofmannsche Visceral=, Wittsche China=Elixir und andere, von denen ein Erwachsener täglich mehrere Male ein Theelöffelchen voll nehmen kann. Durch Wirksamkeit und Einfachheit gleich ausgezeichnet ist eine Auflösung von einem Quentchen Quassia=Extract in zwei Unzen Malagawein, die in ähnlichen Gaben zu gebrauchen ist. -- II. Für Hausthiere. Zu Mitteln, welche zur Stärkung und Reizung des Magens von Thieren dienen, eignen sich am besten bittere und gewürzhafte Substanzen, als Enzian, Wermuth, welche ziemlich rein bitter sind, Calmus, Ingwer, Zittwer= oder Galgantwurzel, Wachholderbeeren, Fenchel= und Kümmelsamen, Pfermünze, Chamillenblumen, welche gewürzhaft sind, erstere hauptsächlich zur Stärkung, letztere zur Reizung des Ma<225, 222>gens; hierzu fügt man zweckmäßig noch eine gewisse Quantität Kochsalz. Aus diesen Ingredienzien kann man selbst beliebig den Magen stärkende und reizende Mittel zusammensetzen, und die folgenden Recepte sollen bloß als Beispiele hierzu dienen, ohne daß man sich streng an diese Zusammensetzungen zu halten braucht. 1) Für Pferde. a) Pulver aus 8 Loth Wermuthkraut, 3 Loth Galgantwurzel, 3 Loth gepulvertem Kümmelsamen, 8 Loth Wachholderbeeren, 12 Loth Kochsalz. Täglich hiervon dreimal 4 Loth auf das Futter zu streuen. Will das Thier es auf diese Art nicht annehmen, so mache man es mit Mehl und Wasser zu einer Latwerge von fester Consistenz, und gebe viermal täglich den achten Theil, so daß es in zwei Tagen verbraucht ist. b) 8 Unzen Wachholderbeeren, 4 Unzen Wermuthkraut, 4 Unzen Pfeffermünzkraut, 12 bis 16 Unzen Kochsalz, Alles gepulvert, mit Mehl und Wasser zu einer teigartigen Latwerge gemacht, in acht Portionen zu theilen, die binnen zwei Tagen verbraucht werden. c) Pulver aus 6 Loth Calmuswurzeln, 6 Loth rothem Enzian, 4 Loth Zittwerwurzeln, 2 Loth Senfsamen, 1 Loth Ingwer, 2 Hände voll Chamillenblumen, 2 Hände voll Wermuthkraut. Hiervon täglich dreimal 3 Loth auf das Futter zu geben, oder mit Mehl und Wasser zur steifen Latwerge zu machen und davon täglich drei= bis viermal 4 Loth zu geben. -- 2) Für Rindvieh. Pulver aus 6 Loth Calmus, 6 Loth Wermuth, 1 Loth Ingwer, 8 Loth Kochsalz; täglich hiervon zweimal 2 Loth (einem jungen Thiere nur 1/2 oder 1/3 so viel) auf das Futter. Will es das Thier nicht annehmen, gießt man es ihm in 1/2 Quart Bier Morgens und Abends ein. -- 3) Für Ziegen. Latwerge aus 4 Loth Enzian, 4 Loth Calmus, 1 Lolh Galgantwurzel, 1 Loth Senf, 1 Loth Pfeffermünzkraut, 2 Loth Kochsalz (Alles gepulvert), mit hinlänglichem Was<225, 223>ser und Mehl. Hiervon täglich zweimal 1 Loth auf die Zunge zu streichen. (Auch kann man die genannten stärkenden Species als Trank im Aufguß geben.) -- 4) Für Hunde. Aufguß von 2 Quentchen Calmus, 1 Quentchen Enzian, 1/2 Quentchen Galgantwurzel (Alles zerschnitten) mit 8 Loth kochendem Wasser, das man eine halbe Stunde ziehen läßt, dann durch Leinwand seiht und drückt und noch 2 Quentchen Zucker zufügt. Hiervon giebt man täglich dreimal nach Verhältniß der Größe und des Alters einen Theelöffel bis einen Eßlöffel voll.

Visceratio Klassifizierung: 937 Italienische Halbinsel und benachbarte Gebiete bis 476DDC-Icon Klassifizierung: 394.1 Essen, Trinken; DrogenkonsumDDC-Icon , in der Kulturgeschichte der Alten zunächst ein Gastmahl, welches aus dem geopferten Fleisch bestand. Dieses Fleisch wurde unter diejenigen vertheilt, welche einem öffentlichen Opfer beiwohnten, und namentlich bei den Opfern der feriae latinae, oder auch bei dem Leichenopfer eines vornehmen Römers. Visceratio hieß aber auch die Fleischvertheilung an die Armen, hauptsächlich bei Gelegenheit großer Leichenbegängnisse; bisweilen gab man auch Geldvertheilungen, wenn sie an Stelle von Fleischvertheilungen traten, diesen Namen.

Viscidum Klassifizierung: 616 Krankheiten DDC-Icon benennt der Mediziner eine gewisse zähe zusammenhängende schleimige Feuchtigkeit, welche durch Verderbniß oder Schwäche in den Organen des menschlichen Körpers sich erzeugt; z. B. viscidum inspissatum (bei Verschleimungen des Magens), viscidum pituitosum, Schleiminfarkten. Es kommt von dem lateinischen Adjectivum viscidus, schmierig, welches in der Botanik von Pflanzen gebraucht wird, die mit einem harzigen, fettigen, schleimigen Saft überzogen sind. Viscidus sopor heißt demgemäß ein schleimiger Geschmack.

Viscoides Klassifizierung: 583.93 Gentianales (Enzianartige)DDC-Icon Klassifizierung: 635.9 Blumen und ZierpflanzenDDC-Icon nannte der Botaniker Jacquin die Psychotria parasitica, eine Zierpflanze, die im Winter im Warmhause bei 10 bis 15° R. gehalten und mä<225, 224>ßig begossen wird. Im Sommer bei heißem Wetter muß sie luftig und schattig stehen und reichlich mit Wasser begossen werden. Auch kann man sie in den Lohkasten bringen. Sie liebt gleiche Theile Laub= und Torferde mit 1/8 Lehm und 1/5 Flußsand gemischt. Die Vermehrung geschieht durch Ableger, Samen und Stecklinge, welche man mit einer Glasglocke bedeckt und in warme Loh= und Mistbeete pflanzt. Ihr Vaterland ist Westindien, Peru, Jamaica, Cayenne.

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