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Uranos Klassifizierung: 202.1 Objekte von Anbetung und VerehrungDDC-Icon Klassifizierung: 704.9 IkonografieDDC-Icon Klassifizierung: 201.3 Mythologie und mythologische GrundlagenDDC-Icon Klassifizierung: 292 Religion der Antike (Griechische und römische Religion)DDC-Icon , Uranus, in der Mythologie, nach Einigen des Aethers und der Erde (Tellus, Gäa) nach Anderen des Aethers und der Dies Sohn, <200, 345> mit welcher er sich vermählte und einunddreißig Kinder zeugte. Seine Söhne hielten öfters heimliche Zusammenkünfte; er wurde darüber argwöhnisch und forschte nach der Ursache derselben, und da er erfuhr, daß es auf seine Entsetzung abgesehen war, ließ er sie sogleich gefangen nehmen, in Ketten legen und in den Tartarus werfen. Hierauf regierte er mehrere Jahre in Ruhe bis zur Volljährigkeit seines jüngeren Sohnes, des Kronos oder Saturnus, mit dem sich die Mutter (Gäa) gegen den Vater verband, weil dieser ihre Söhne, die Centimanen und Cyklopen, immer noch in Gefangenschaft erhielt. Dieser verschaffte sich einen Anhang, befreiete seine Brüder, stieß seinen Vater vom Throne, entmannte ihn, und ließ sich als König ausrufen. Seine älteren Brüder überließen ihm aus Dankbarkeit lebenslänglich die Krone, behielten sich aber die Thronfolge vor. -- Die Nachkommen des Uranos sind die Centimanen, Cyklopen, Titanen und Giganten. Aus den Blutstropfen, die bei der Entmannung des Uranos auf die Erde fielen, entstanden die Erinnyen, die Melischen Nymphen und die Giganten, und aus den abgeschnittenen Zeugungstheilen, vom Kronos in das Meer geworfen, soll die Venus entstanden seyn, die in ihrem schönen Körperbau als die Anregung zur Liebe und zum Genuß betrachtet wird, also zur Erzeugung des Menschen durch die Anregung der männlichen Kraft. Da Uranos auch die Gabe der Weissagung besaß, so sagte er seinen Söhnen vorher, daß die That, die sie an ihrem Vater begangen hätten, nicht ungeahnet bleiben würde, welches nachher auch durch Zeus (Jupiter) geschah, der seinen Vater Saturnus oder Kronos vom Throne stürzte, und sich darauf als oberster Gott erhob, und seinen beiden Brüdern, dem Einen (Pluto) die Unterwelt, und dem Andern (Neptun) die Herrschaft des Meeres überließ; und <200, 346> in dem Kriege mit den Titanen und Giganten bekämpfte er dieselben und schleuderte sie in den Tartarus. -- Obgleich Uranos zu den uranfänglichen Göttern gehört, welche das Chaos lichteten, so wird er doch nur zu den Untergottheiten gezählt, und als ein Halbgott verehrt. Die Darstellungen oder Abbildungen des Uranos sind verschieden: 1) erscheint er in einem rosenrothen Mantel mit Sternen besäet; 2) in einem kurzen, weißlichblauen Göttermantel mit drei Augen, einem Stabe in der Hand, auf welchem ein Auge, mit Federn umgeben, sich befindet. Er ist geflügelt, trägt in der Rechten eine Harfe, und aus der Linken fällt Samen herab. Neben ihm steht ein großes Ey. -- 3) Mit einem Sterne auf der Hand; 4) mit bloßem Haupte, einem Rade in der Hand und einem Sterne auf der Brust. Seine Beinamen sind Coelus, Astrifer und Palus, welches Alles Deutungen auf den Himmel sind.

Uranoscopus, in der Zoologie, der Sternseher, eine Gattung Kehlflosser aus der siebenten Familie der Fische: Barschartige Fische (Percacei); s. Th. 173, Pfeil-IconS. 463 u. f.

Unanoskop, in der Astronomie, so viel wie cölestinisches Fernrohr.

Uranoskopie, so viel wie Astronomie, in so fern sie sich auch auf die Beobachtung der Sterne bezieht.

Uranotom Klassifizierung: 610.28 Unterstützende Techniken und Verfahren; Geräte, Ausstattung, MaterialienDDC-Icon , in der Chirurgie, das von Gräfe zur Wundmachung der Spaltenränder bei der Operation der Gaumennaht erfundene Instrument, das aus einer metallenen Röhre besteht, in welcher ein Meißel mittelst einer Schraube gegen die am andern Ende der Röhre befindliche hölzerne Unterlage, auf welche die Ränder der Gaumenspalte gelegt werden, gedrückt wird.

Uranoxid Klassifizierung: 540 Chemie und zugeordnete WissenschaftenDDC-Icon , in der Chemie, besteht aus 94,733 Uranium und 5,267 Sauerstoff, ist gelb und kommt, ob<200, 347>gleich selten, als Hydrat (Uranocher), dann aber in mehreren Mineralien in der Natur vor; s. oben, unter Pfeil-IconUran.

Uranoxidul Klassifizierung: 540 Chemie und zugeordnete WissenschaftenDDC-Icon , in der Chemie, besteht aus 96,443 Uranium, 3,557 Sauerstoff. Es stellt ein grünes Pulver dar, und bildet mit Säuren grüne Salze, s. oben, unter Pfeil-IconUran.

Uranpecherz, in der Mineralogie, s. oben, unter Pfeil-IconUran.

Uranprotoxid, s. Pfeil-IconUranoxidul.

Uranspath, so viel wie Uranglimmer, s. diesen Pfeil-IconArtikel.

Uranthon Klassifizierung: 549 MineralogieDDC-Icon , eine Art Thon, der sich in Risser und Spalten des Uranpecherzes findet; er hat ein blättriges Gefüge, ebenen bis flachmuscheligen Bruch, Perlmutter= oder Fettglanz, grüne oder gelbe Farbe, und findet sich bei Johann=Georgenstadt in Sachsen.

Uranus Klassifizierung: 523.47 UranusDDC-Icon , in der Astronomie oder Sternkunde, der äußerste uns bekannte Planet unseres Systemes. Herschel in England entdeckte ihn im Jahre 1781 den 13. März Abends mit einem siebenfüßigen Newtonschen Spiegelteleskope. Er hielt seine Erscheinung anfangs für einen Kometen, überzeugte sich aber bald von seinem Irrthume. Schon vor Herschel hatte Flamsteed, und nach ihm Tobias Mayer und le Monnier, den Uranus gesehen und seinen Himmelsort bezeichnet, ihn aber für einen Fixstern gehalten. Er zeigte sich im Thierkreise zwischen den Hörnern des Stiers und den Fußen der Zwillinge als ein kleiner Stern; nur durch das 227mal vergrößernde Fernrohr erschien er als eine Scheibe von merklichem Durchmesser, die noch größer sich durch eine 932malige Vergrößerung darstellte. Die Nachricht von dieser wichtigen Entdeckung kam bald zu den Astronomen in Frankreich, Deutschland, Italien, Dänemark etc., die sich gleichfalls bemüheten, den Stern aufzufinden, wel<200, 348>ches auch geschah, und noch vor Ablauf des oben angeführten Jahres überzeugte man sich allgemein, daß es ein Planet sey, der jenseit der Bahn des Saturns in einer regelmäßigen elliptischen Bahn um die Sonne laufe, und uns Erdbewohnern beständig sichtbar bleibe. Aus den Erscheinungen seines Fortganges berechnete man, daß er achtzehn= bis neunzehnmal weiter von der Sonne entfernt sey, als die Erde, und daher seinen Lauf um die Sonne erst in 80 bis 90 Jahren endige. Der Durchmesser dieses Planeten ist 7500 Meilen und seine Oberfläche gegen 170 Millionen Quadratmeilen. Da der Unranus die Sonne aus dieser großen Entfernung im Durchmesser 19 und an der Oberfläche 361mal kleiner, als sie bei uns ist, sieht, so ist seine Beleuchtung auch 361mal schwächer als die Erde. Seine Masse beträgt 17mal mehr, als die Masse der Erde; sie ist aber viermal weniger dicht, und etwa der Dichte des irdischen Wassers gleich; die schweren Körper fallen auf seiner Oberfläche in einer Sekunde durch 14 Fuß, also fast wie auf der Erde. -- Herschel hat auch nach und nach mit seinem 20füßigen Spiegelteleskop sechs Satelliten oder Begleiter des Uranus entdeckt. S. auch den Art. Pfeil-IconPlanet, Th. 113, Pfeil-IconS. 275 u. f. -- Dieser neue Planet wurde von Herschel zu Ehren seines Königs das Georgsgestirn oder der Georgplanet genannt. Die Französischen Astronomen nennen ihn Herschel oder Herschelsplanet. Bode schlug vor, ihn Uranus zu nennen, weil diese Benennung zu den übrigen Planetennamen Mars, Jupiter etc. passe, und diese letztere Benennung hat auch Beifall erhalten.

Urao Klassifizierung: 553.49 Andere MetalleDDC-Icon , kohlensaures Natron, welches seit vielen Jahren aus einem kleinen See bei Merida in Süd=Amerika ausgebeutet worden.

Urapostema Klassifizierung: 616.6 Krankheiten des Urogenitalsystems; Krankheiten der HarnwegeDDC-Icon , in der Medizin, Harngeschwulst, welche nach Außen durch Eiterung aufbricht.

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Urate ou Poudrette Klassifizierung: 608 Erfindungen und PatenteDDC-Icon Klassifizierung: 661 IndustriechemikalienDDC-Icon Klassifizierung: 631.8 Düngemittel, Bodenverbesserer, WachstumsregulatorenDDC-Icon , ein aus den menschlichen Excrementen, so wie überhaupt aus thierischen Abgängen bereiteter trockner Dünger in Pulvergestalt, der gleich der Asche über den Acker gestreuet und untergepflügt wird, und das Land sehr gut düngen soll. In Berlin erhielt der wegen seiner politischen Missionen und seines Wirkens für die Bourbonen bekannte Fauche=Borel unter dem Könige Friedrich Wilhelm dem Dritten von der Regierung ein Patent zur Bereitung dieses Düngungsmittels, wozu er die Fabrikgebäude auf dem Tempelhofer Berge vor dem Hallischen Thore Berlins aufführen und aus allen großen Latrinen der Residenz die Excremente dahin bringen ließ, um sie in Düngerpulver zu verwandeln. Der Knstenaufwand der Fabrik scheint aber durch den Kostenaufwand der Poudrette nicht gedeckt worden zu seyn, und das Unternehmen ging nach einigen Jahren des Bestehens ein. S. auch den Artikel Pfeil-IconUnrath, Th. 199, Pfeil-IconS. 79.

Urban Klassifizierung: 395 Etikette (Manieren)DDC-Icon , städtisch, besonders aber großstädtisch, wie man in der Residenz lebt, spricht, sich kleidet etc.; daher fein, gebildet; sich urbanisiren, bilden. -- Urbanität, höfliches, feines Benehmen, anständiges, gesittetes Betragen, wie wir es jetzt nehmen. Die Römer bezeichneten besonders mit urbanitas das Feinere, Gewähltere in der Aussprache und im Ausdruck, von dem in den Provinzialstädten Gesprochenen (Lingua rustica Romana).

Urbana lingua, s. Rustica romana lingua, Th. 126, Pfeil-IconS. 679, Pfeil-Icon713.

Urbani Klassifizierung: 307.76 Städtische GemeinschaftenDDC-Icon , 1) eigentlich Stadtleute, besonders die Bewohner der Residenz, überhaupt großer Städte; dann 2) im Mittelalter so viel wie Bürger.

Urbaniciani Klassifizierung: 355 MilitärwissenschaftDDC-Icon Klassifizierung: 937 Italienische Halbinsel und benachbarte Gebiete bis 476DDC-Icon , waren bei den Römern 6000 Mann, welche der Kaiser Augustus als beständige Garnison für die Stadt Rom errichten ließ. Sie waren in vier <200, 350> Corps getheilt, deren jedes 1500 Mann stark war, und seine Tribunen, so wie Alle ihre gemeinschaftlichen Lager hatten, die Urbana genannt wurden, und unter dem Befehle des Praetoris tutelaris standen.

Urbanistinnen Klassifizierung: 255 Religiöse Kongregationen und OrdenDDC-Icon , ein Nonnenorden, welcher mit dem Orden der Clarissinnen ein und derselbe Orden ist; er ist nach dem Vorbilde des Mönchsordens von Franz von Assis, von der H. Clara aus der adeligen und reichen Familie der Scisso in der Stadt Assis 1193 geboren, gestiftet. Clara, aus Hingebung zu einem demüthigen Leben und unter der Leitung des H. Franz, entsagte nicht nur allem Reichthume 1212, sondern bewog auch ihre Schwester Agnes nebst noch einigen Anderen, ein Gleiches zu thun. Die Kirche zu dem H. Damian war eine von den Ersten, die der H. Franz ausbessern ließ, und sie mit dem daran stoßenden Kloster der neuen Nonnenstiftung weihete. Die Nonnen folgten darin bis 1224 der Regel des H. Benedictus; dann erhielten sie von Franz von Assis eine neue Regel vorgeschrieben. In dieser Regel wurde die Strenge, wozu Hugolin die Nonnen verbunden hatte, gemäßiget; denn statt daß sie vormals dreimal in der Woche zur gewöhnlichen vierzehntägigen Fastenzeit, und in dem Advent jede Woche zweimal bei Wasser und Brod fasten mußten, erlaubte ihnen Franz täglich eine Mahlzeit, und Weihnachten zwei Mahlzeiten. Das göttliche Amt ward ihnen nach dem Gebrauche der minderen Brüder vorgeschrieben, sie sollten aber noch täglich im Chore das Todtenamt hinzusetzen. Er verbot ihnen weder für sich, noch durch Andere Güter zu besitzen. Das Stillschweigen sollten sie von der Complet bis zur Terz des folgenden Tages, die gemeinschaftliche Arbeit, und besonders den strengsten Gehorsam gegen die Ordensoberen beobachten. Zur Kleidung gestand er ihnen drei Röcke und einen Mantel <200, 351> zu. Durch die Verordnungen Georgs des Neunten und Innocenz des Vierten wurden hier und da einige Abänderungen in der Kleidung eingeführt, so daß Einige Scapuliere, Sandalien und schwarze Schleier, Andere aber Mäntel ohne Scapuliere tragen, beständig barfuß gehen, und eine Art Kaputze haben. Die schriftliche Bestätigung erhielt dieser Orden im Jahre 1246 von dem Pabste Innocenz dem Vierten Schon bei Lebzeiten der H. Clara fand dieser Orden vielen Beifall und Anhang, und nach ihrem Tode erhielt er einen solchen Zuwachs, daß man, ungeachtet der großen Anzahl der Klöster, die bei der Reformation fast in allen Staaten zerstört wurden, doch noch an 900 zählte, die den Superioren des Ordens des H. Franziscus unterworfen sind, obgleich sie sich mehrere Male dieser Aufsicht zu entziehen gesucht haben. Die Veränderungen, die mit diesem Orden mehrere Male in Rücksicht auf seine Strenge vorgenommen worden, erneuerte nicht nur den hier und da sinkenden Geist, sondern veranlaßte auch einige besondere Stiftungen. Drei verschiedene Regeln wurden schon gleich anfangs bei Errichtung dieses Ordens gegeben. Die eine dieser Regeln rührt von dem H. Franz und der H. Clara selbst her; sie ist die strengste; eine zweite gab der Pabst Innocenz der Vierte 1246, und mäßigte darin die Strenge der ersten Regel, und die dritte ist vom Pabste Urban dem Vierten im Jahre 1264 verfaßt, und erlaubte den Ordensfrauen noch größere Freiheiten. Von diesem Pabste erhielt er auch den Namen der Urbanistinnen. Isabella, eine Tochter Ludwigs des Achten, Königs in Frankreich, führte diese gemilderte Regel in ihrem Kloster zu Lonchamps bei Paris ein, und von da ging er zu den übrigen Klöstern dieses Ordens in Frankreich über. -- In der neueren Zeit sind viele dieser seit der Reformation noch bestandenen <200, 352> Klöster in fast allen katholischen Staaten aufgehoben worden.

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