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Schulferien, s. Pfeil-IconFerien, Th. 12, Pfeil-IconS. 611.

Schulfreund Klassifizierung: 302.3 Soziale Interaktion in GruppenDDC-Icon Klassifizierung: 370 Bildung und Erziehung DDC-Icon Klassifizierung: 362.7 Probleme von jungen Menschen und Dienste für junge MenschenDDC-Icon Klassifizierung: 352.74 Förderung und Verbreitung von WissenDDC-Icon , eine Person, welche sich für das Wohl der öffentlichen Schulen thätig interessirt, die aus eigenen Mitteln reichlich zu deren Fond beisteuert, um sie dadurch zu heben, um Aufklärung unter dem Volke zu befördern, um die Wissenschaften und Künste gemeinnützig zu machen etc.; auch wohl selbst in Verbindung mit andern Schulfreunden, einen Theil seines Vermögens hergiebt, um neue Volksschulen zu stiften, verbesserte Unterrichts=Methoden in ältere Schulen einzuführen, die Schulbibliotheken mit neueren Erziehungs= und Jugendschriften zu vermehren etc. etc. Auch ist der Schulfreund im andern Sinne eine Person, mit welcher man auf Schulen Freundschaft errichtet hat, deren Freund man von Schulen her ist; daher auch die Schulfreundschaft. Eine solche Schulfreundschaft ist aber nur von Gymnasien und Hochschulen hergeleitet, weil sie sich auf denselben <149, 471> dauerhafter knüpfen läßt, als in den übrigen Schulen, wo die Jugend schon früh zu den mannigfaltigen Beschäftigungen des bürgerlichen Lebens übergeht, und daher noch kein dauerndes Freundschafts=Bündniß zu stiften im Stande war; das heißt, das Herz war bei den jungen Leuten zu einer dauernden Freundschaft noch nicht gehörig erwärmt, als sie schon getrennt wurden.

Schulfreundschaft, s. den vorhergehenden Pfeil-IconArt.

Schulfuchs Klassifizierung: 390.4 Bräuche von Personen nach ihrem BerufDDC-Icon Klassifizierung: 179.5 Blasphemie, Schimpfwörter, Obszönität in der gesprochenen SpracheDDC-Icon , nach Adelung, ein Schüler auf niedern Schulen im verächtlichen Verstande, besonders auf den Universitäten, wo die von den Schulen ankommende Jünglinge im ersten Halbjahre von den älteren Studenten aus Verachtung mit diesem Namen belegt werden; s. auch unter Pfeil-IconFuchs, Th. 15, Pfeil-IconS. 411. Kindleben sagt in seinem Studenten=Lexicon über diese Benennung folgendes: „Fuchs bedeutet in der Sprache der Musensöhne einen angehenden, neuangekommenen Studenten, und wird dem alten Burschen, der schon mehrere Jahre auf Universitäten zugebracht hat, entgegengesetzt. Ehemals wurden solche junge Leute von den älteren Burschen entsetzlich geschoren, um ihre mitgebrachten Mutterpfennige geprellt und übervortheilt. Die Einweihung der neuen Studenten und alle damit verbundene Alfanzereyen nannte man den Pennalismus, und die Handlung selbst, wenn sie von ihren Mitbrüdern nach Akademischem Gebrauche bewillkommt und in die Zahl der Musensöhne aufgenommen wurden, das Deponiren. Noch gegenwärtig (1781) werden auf der Universität Jena die Instrumente aufbewahrt und vorgezeigt, welche bei dem Hänseln oder Hudeln der neuen Studenten gebraucht wurden. Ebendaselbst, eine halbe Meile von der Stadt, findet man auch noch einen sogenannten Fuchsthurm, bei welchem die ankommenden Füchse geprellt, das <149, 472> ist, von den älteren Studenten unter vielen Neckereyen angehalten wurden, ihre Mitbrüder zu regaliren, tüchtig aufwichsen zu lassen, und dann die Zeche zu bezahlen. Es hat ungemein viel Mühe gekostet, diese höchst unschickliche, handwerksmäßige und mit vielen Kosten für angehende Studenten verbundene Gewohnheit abzubringen; denn die alten Studenten wollten sich ihre verjährten Gebräuche, wenn sie auch für gesetzte Leute noch so unschicklich waren, eben so ungern entreissen lassen, als die Handwerksgesellen die ihrigen, und in der That scheinen beide Gattungen von Menschen, so sehr sie sich gemeiniglich einander aufsätzig sind, in manchen Dingen dieser Art viel Aehnliches zu haben. Erst versuchten es einige Fürsten, die in ihren Ländern Universitäten hatten, diese Unanständigkeiten ex auctoritate abzuschaffen. Ein gewisser Landgraf von Hessen=Kassel, dem die Universität Marburg gehört, trat selbst auf den Katheder und hielt eine Rede, worin er die Studenten zur Abstellung des so anstößigen Pennalismus und des Fuchsprellens ermahnte; aber das wollte alles nichts helfen. Die alten Studenten unterbrachen den fürstlichen Redner und schrien einmüthig: Wir und unsere Väter sind geprellt worden, und unsere Nachkommen sollen auch geprellt werden. Man sah sich endlich genöthiget, diese Sache an das höchste Reichsgericht gelangen zu lassen, und es wurde durch ein besonderes Reichsconclusum der Pennalismus mit den damit verbundenen Formalitäten und Scherereien abgeschafft.”

Man will das ehemalige Fuchsprellen auf Universitäten von dem Fuchsprellen bei den Jägern herleiten. Diese Belustigung der Jäger besteht nämlich darin, daß ihrer vier einen gefangenen Fuchs in ein weißes Tuch legen, solches bei den vier Zipfeln anfassen und denselben immer in die Höhe werfen, doch so, daß der Fuchs nicht heraus kann; s. auch unter Pfeil-IconFuchs, <149, 473> Th. 15, Pfeil-IconS. 403 u. f. Richey und Andere leiten die erste Hälfte dieses Wortes nicht von Schule, sondern von dem Niedersächsischen schulen, sich zaghaft verbergen, her, welche Ableitung aber Adelung sehr unwahrscheinlich findet, weil dann Schulfuchs ein allgemeines Scheltwort seyn würde, welches es doch nicht ist, sondern das allgemeinere Fuchs enger auf die Schulen und neuen Ankömmlinge von den Schulen beschränkt. In weiterer Bedeutung, ein pedantischer Gelehrter, ein Pedant, gleichfalls im verächtlichen Verstande. Daher sagt Hagedorn:

Ein Schulfuchs hofft mit dürren Gründen
Den Beifall aller Welt zu finden;
Allein er wird geprellt.

Ein Fuchscollegium wurde von den Studenten die Logik oder Vernunftlehre genannt, weil solches gemeiniglich das Erste ist, welches junge angehende Studenten zu hören pflegen; und da die Logik und Metaphysik die Grundlage aller gelehrten Erkenntniß ist, welche Theologen, Juristen, Aerzte und Pädagogen brauchen können, wenn der Lehrer sich bei dem Vortrage derselben nicht bei unnützen Subtilitäten und Allotriis aufhält, so würde nach dieser Logik, wenn sie die Anhänger des damaligen Pennalismus begriffen hätten, gewiß diese schimpfliche oder verächtliche Benennung nicht haben aufkommen können; also ein Beweis, wie weit die Vernunft der Zuhörer noch von der ihnen vorgetragenen Vernunftlehre war. -- In der gegenwärtigen Zeit sind diese Hudeleien auf Universitäten gänzlich verschwunden.

Schulgarten, für die Jugend auf dem Lande zur Beförderung der Industrie, s. Th. 62, Pfeil-IconS. 10 u. f., u. Pfeil-Icon26 u. f.

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Schulgebäude, s. Pfeil-IconSchulhaus.

Schulgeld Klassifizierung: 338.52 PreiseDDC-Icon Klassifizierung: 370 Bildung und Erziehung DDC-Icon , dasjenige Geld, welches man sowohl in öffentlichen, als in Privat=Schulen für den Unterricht bezahlt In öffentlichen, von dem Staate gestifteten Schulen, muß das Schulgeld so gering, als möglich, gestellt werden, um dadurch den Eintritt der Kinder weniger bemittelter Eltern zu erleichtern, welches sich auch schon dadurch wieder ausgleicht, daß man, im Fall man auf Gymnasien und in Real= und andern höheren Bürgerschulen auf die Kinder der bemittelten und reichen Eltern Rücksicht nehmen und das Schulgeld dem gemäß festsetzen wollte, auch eine gewisse Anzahl Freischüler weniger bemittelter Eltern aufnehmen müßte, welches hier aber durch ein gleichmäßiges geringes Schulgeld wegfällt, wodurch man Allen gerecht werden kann. In den Berliner sowohl Königlichen, als Stadtgymnasien ist das Schulgeld jährlich auf 20 Rthlr. Cour. durch alle Klassen festgesetzt worden, Holzgeld, Lichtgeld etc. mit einbegriffen, welches in vierteljährigen Raten von 5 Rthlrn. bezahlt wird; und da außerdem keine Nebenausgaben Statt finden, so ist dieses gewiß nicht nur billig, sondern auch den Unterricht befördernd. Bemittelte und Reiche können ihre Kinder dabei noch Privat=Unterricht geben lassen, wodurch sie schon viel vor den ärmeren Klassen ihrer Mitbürger voraushaben. Auf der Königlichen Realschule in Berlin beträgt das Schulgeld jährlich 12 Rthlr. Cour., welches in Raten von 1 Rthlr. monatlich entrichtet wird. In den Parochial. etc. Schulen, also in allen niederen Bürgerschulen, wird auf den Nahrungs= oder vielmehr den Erwerbs=Zustand der Eltern Rücksicht genommen, und das Schulgeld monatlich mit 8, 12, 16, und 20 Gr. Cour. bezahlt. In Privat=Instituten wird der Unterricht monatlich mit 2 bis 3 Rthlr. Cour. bezahlt. Diese Bestimmung des Schulgeldes bezieht <149, 475> sich jedoch nur auf die großen Städte der Preußischen Monarchie, und auch hier noch mit einigen Einschränkungen nach den Provinzen. Es ist in allen Staaten, nicht nur um den Unterricht und durch ihn die Aufklärung zu befördern, nöthig, das Schulgeld so geringe, als möglich, zu stellen, sondern auch theils um die Freischulen und mit ihnen die Staats=Ausgaben nicht zu mehren, theils um den weniger bemittelten Eltern die Wohlthat einer allgemeinen öffentlichen Erziehung ohne das Drückende ihrer Lage empfinden und mit genießen zu lassen, wobei den jungen Leuten das Schamgefühl erspart wird, gegen den bemittelten und reichen Schüler, als Freischüler, unbemittelt, arm, und daher verächtlich zu erscheinen.

Schulgerecht Klassifizierung: 798.2 ReitkunstDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , Bei= und Nebenwort, welches aus der Reitschule herstammen soll, und überhaupt von Sachen gebraucht wird, die so sind, wie sie in der Regel, oder nach einmal angenommenen und hergebrachten Grundsätzen seyn sollen, daher von Schulen, wo höhere Wissenschaften gelehrt werden, den Regeln solcher Schulen und ihrer Lehrer gemäß. In den Reitschulen ist dieses Wort am gebräuchlichsten; denn man sagt: ein schulgerechtes Pferd; schulgerecht absitzen; schulgerecht reiten etc., alles der Reitkunst gemäße Redensarten oder besser Ausdrücke.

Schulgesell Klassifizierung: 302.3 Soziale Interaktion in GruppenDDC-Icon Klassifizierung: 370 Bildung und Erziehung DDC-Icon , im gemeinen Leben, ein Mitschüler, welches jedoch gegenwärtig nicht mehr gebräuchlich ist. Ehemals, da man die Rectoren der Lateinischen Schulen noch Schulmeister nannte, führten dessen Collegen den Namen der Schulgesellen.

Schulgesetz, Gesetze zur Aufrechthaltung der Ordnung in den Schulen; s. oben, unter Pfeil-IconSchule, Pfeil-IconS. 109 u. f., und unter Pfeil-IconSchulzucht.

Schulhalter Klassifizierung: 370 Bildung und Erziehung DDC-Icon , derjenige, welcher eine Schule hält. Adelung macht einen Unterschied unter Schul<149, 476>halter und Schulmeister. Unter der ersteren Benennung versteht er eine Person, welche eine niedere Privatschule hält, Kinder in ihrer Wohnung im Lesen und Schreiben unterrichtet; unter der zweiteren eine Person, welche einer öffentlichen Trivialschule vorgesetzt ist. In der ersten Bedeutung auch Schulhalterin, bei Mädchenschulen.

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