DDC Layer

Vorheriger Abschnitt Laden der vorherigen Artikel

Schlägel Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 598.88 Finkenvögel und verwandte VögelDDC-Icon , von dem Zeitworte schlagen und dem Suffixo el, ein Subject, iugleichen ein Werkzeug. 1. Ein schlagendes Ding, in welchem Verstande der Blutfink oder Dompfaff, in einigen Gegenden Rothschlägel genannt wird; wo Schlägel für Schläger steht, von schlagen, eine Art des Singens. --

Klassifizierung: 622 Bergbau und verwandte TätigkeitenDDC-Icon 2. Der Ort, wo geschlagen wird, eine seltene nur im Bergbau übliche Benennung oder vielmehr Bedeutung, wo der Ort in der Grube, wo der Bergmann auf dem Gesteine arbeitet, der Schlägel genannt wird. Den Schlägel behauen oder auf dem Schlägel arbeiten, vor Ort auf dem Gesteine arbeiten. Der Schlägel ist bauwürdig, wenn gute Ausbrüche vor Ort vorhanden sind. Das Behauen der Schlägel geschieht von den Geschwornen oder Steiger, damit sie erfahren, ob es fester oder gebrüchiger geworden, wonach denn das Gedinge eingerichtet wird, wofür die Geschwornen ihr Stufengeld erhalten. Auf meinen Schlägel fahren, heißt auf meinen Ort fahren. Der Schlägel löset einer den andern, trägt den andern überrückt, wenn gute Erze mit einbrechen, daß man die geringeren dadurch verreichern und auf die Kosten bringen kann.

Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 391.43 Kopfbekleidung DDC-Icon Klassifizierung: 639.3 Zucht wechselwarmer Wirbeltiere; FischzuchtDDC-Icon 3) Was geschlagen wird, nur in einigen wenigen Fällen. So wird der Zapfen in den Fischteichen, vermittelst dessen das Wasser abgelassen wird, der Schlägel genannt. Hierher gehört nach Adelung auch vermuthlich der Haubenschlägel, das ist, ein Streifen Barchent an den Kopfzeugen, auf welchem das Vordergesteck angebracht wird, vielleicht weil er ein= oder umgeschlagen wird, <145, 147> wenn hier nicht die Bedeutung eines Streifens, oder der Ausdehnung in die Länge zum Grunde liegt.

Klassifizierung: 667 Reinigungs-, Färbe-, Beschichtungstechniken, verwandte TechnologienDDC-Icon Klassifizierung: 674.8 HolzprodukteDDC-Icon Klassifizierung: 673 NichteisenmetalleDDC-Icon Klassifizierung: 622 Bergbau und verwandte TätigkeitenDDC-Icon 4) Ein Werkzeug zum Schlagen, wo es in manchen Fällen für Hammer gebraucht wird, in manchen Fällen aber noch ein verschiedenes, obgleich ähnliches, Werkzeug ist. Im Bergbau werden sowohl der Handfäustel, als der größere Päuschel, Schlägel genannt. -- Bei den Bleyarbeitern ist der Schlägel 3 Zoll breit und 1 Fuß lang, den Griff mit eingerechnet; Alles ist aus einem Stücke; der Unterschied zwischen dem runden und flachen Schlägel besteht darin, daß jener ganz rund, dieser aber nur die Hälfte von einem ist. Der runde Schlägel dieser Arbeiter ist ein runder Holzstab, der einen aus eben dem Stücke genommenen Griff hat; er bedient sich desselben öfters anstatt des Hammers, um auf den Holzblock zu schlagen, und vornämlich gebraucht er ihn, wenn er bleierne Röhren aus Tafeln verfertiget. -- Bei den Böttchern führt der Triebel, die hölzerne Pochheye oder Handkeule den Namen des Schlägels. -- Bei den Gärtnern ist der Schlägel eine hölzerne Keule, womit derselbe die Pfähle in die Erde treibt. -- Beim Zinngießer ist der Schlägel ein hölzerner Hammer, an dem einen Ende flach, an dem andern aber abgerundet, womit das Zinn glatt geschlagen wird, weil es von dem eisernen Hammer Beulen erhält. -- Beim Kattundrucker ist Schlägel, Klopper, ein hölzerner starker Hammer, womit derselbe auf die Form schlägt, wenn er solche zum Abdruck auf den Kattun gelegt hat, damit sich die Bilder mit der Farbe gut abdrucken. -- In der Baukunst ist der Schlägel, Baer, Hoye, Wolf, Katze, Bock, Fr. Mouton, Hic, entweder ein hölzerner eichener <145, 148> Block, welcher unten und oben mit eisernen Reifen beschlagen ist, oder er ist von gegossenem Eisen, und sind beide mit Zapfen versehen, wodurch Schließen gehen, damit der Schlägel zwischen den zwei Lauflatten eines Schlagwerks gerade aufgezogen und herunter laufen kann.

Klassifizierung: 664.9 Fleisch und zugeordnete LebensmittelDDC-Icon 5) Die hintere Keule eines geschlachteten vierfüßigen Thiers. Ein Kalbsschlägel, Rehschlägel, Schöpsenschlägel etc. Entweder wie die gleichbedeutenden Hamme, Hammer, Käule etc., wegen einiger Aehnlichkeit mit einem Schlägel oder einer Handkeule, oder auch so wie Schenkel, unmittelbar von der Ausdehnung in die Dicke. Ohne Zischlaut und Suffixum ist im Englischen Leg, der Schenkel.

Schlägeleisen Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon Klassifizierung: 669 MetallurgieDDC-Icon , im Hüttenbau, ein drei Ellen langes, vorne zugespitztes Eisen, die Bühnen, Stühle und Ofenbrüche damit loszubrechen.

Schlägelfisch, ein Name des Hammerfisches, Squalus Zygaena Linn., wegen der Aehnlichkeit seines Kopfs mit einem Schlägel oder Hammer; s. Pfeil-IconHammerfisch.

Schlägelgesell, derjenige Bergmann, der neben dem andern arbeitet; s. oben, unter Pfeil-IconSchlägel 1.

Schlägelgrube Klassifizierung: 627 WasserbauDDC-Icon , im Deichbau, der tiefste Ort in einem Fischdeiche, wo das Wasser hineinrinnen und abgelassen werden kann.

Schlägelmilch Klassifizierung: 637.2 ButtererzeugungDDC-Icon , in einigen Oberdeutschen Gegenden, ein Name der Buttermilch, weil die Butter durch schlagen von derselben geschieden worden.

Schlägeln Klassifizierung: 739.27 Schmuck DDC-Icon Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein regelmäßiges Zeitwort, welches das Intensivum von schlagen ist, und in einer doppelten Gestalt vorkommt. 1. Als ein thätiges Zeitwort, von dem Activo schlagen, in welcher Gestalt es nur hin und wieder in einigen Fällen, besonders in einigen Zusammensetzungen verkommt. <145, 149> So ist bei den Steinschleifern einen Stein ausschlägeln, ihn hohl schleifen, wo es von schlagen, sich im Kreise, in die Tiefe bewegen, gebildet zu sein scheint. -- 2. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben, hinken, lahm gehen. --(1) Eigentlich, in welchem Verstande es noch bei den Jägern üblich ist, wo der Hirsch schlägelt, wenn er mit dem hintern Schenkel lahm geht, wenn er schlägellahm geschossen worden. Nach Adelung soll es hier nicht von dem Hauptworte Schlägel abstammen, sondern es scheint von schlagen, stark wanken, das Iterativum zu seyn, stark hin und her wanken, wackeln. S. Pfeil-IconSchläks. --(2) Figürlich, im gemeinen Leben und in der vertraulichen Sprechart, aus Unvorsichtigkeit oder Unbesonnenheit fehlen, einen groben Fehler begehen, vermuthlich von schlagen, plump hinfallen, so daß schlägeln eigentlich aus Unbesonnenheit mehrmals fallen bedeuten würde. Auf ähnliche Art sind für schlägeln in diesem Verstande auch stolpern, pudeln etc. üblich. So auch das Schlägeln.

Schlagen Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein unregelmäßiges Zeitwort, welches seiner Natur nach eine unmittelbare Onomatopöie ist, welches einen Laut, der aus einer starken und heftigen Bewegung entsteht, genau nachahmt, und in allen den Fällen gebraucht wird, welche mit einem solchen Laute verbunden sind, oder doch zuerst damit verbunden waren, und unter demselben gedacht werden; daher denn die vielfachen, dem Anscheine nach, so verschiedenen Bedeutungen rühren. Der Form nach ist es ein Intensivum von lagen, legen, welches die meisten Veränderungen dieses Zeitwortes, doch in einem schwächeren Grade ausdrückt, wo die Intension durch den vor<145, 150>gesetzten Zischlaut angedeutet wird. Es ist in doppelter Gestalt üblich:

I. Als ein Neutrum, den dem Worte schlagen eigenthümlichen Laut aus sich hervorbringen oder von sich geben. Da dabei verschiedene Grade der eigenen Thätigkeit oder des leidenden Verhaltens Statt finden, so wird es hier bald mit dem Hülfsworte seyn, bald auch mit dem Hülfsworte haben gebraucht. -- 1. Mit dem Hülfsworte seyn, wo die Veränderung mehr leidend ist. (1) Heftig und schnell fallen, mit einer Heftigkeit und Schnellkraft an ein anderes Ding bewegt werden; wo immer auf den eigenthümlichen Laut gesehen wird, der es von fallen, stoßen, springen etc. unterscheidet, daher schlagen nur von Körpern von gewisser beträchtlicher Länge und Breite gebraucht wird, wenn sie plötzlich und mit Heftigkeit gegen einen andern Körper bewegt werden, so daß der damit verbundene Laut dem Worte Schlag gleich kommt. Hinschlagen, niederschlagen, plötzlich zu Boden fallen. Das Kind ist mit dem Kopfe auf einen Stein, an die Wand geschlagen; der Baum ist zurückgeschlagen, wenn er durch seine eigene Schwere oder Schnellkraft plötzlich und mit Gewalt zurückgetrieben wird. -- (2) In weiterer Bedeutung mit Heftigkeit und mit Gewalt bewegt werden. Das Wasser schlug ihm über den Kopf zusammen. Die Lohe, die Flamme schlägt in die Höhe.

Und über die ehernen Säulen
Schlug ein schweflichter Dampf mit blauen Flammen vermischt.
Zach.     

Der Wind schlägt in die Segel, wo aber auch, wenn man sich mehr eigene Thätigkeit dabei <145, 151> gedenkt, das Hülfswort haben Statt findet. Man hat Spuren, daß es ehemals auch von einer schnellen Bewegung oder Ausdehnung in die Länge und Breite gebraucht worden, von welcher Bedeutung nach Adelung noch das Hauptwort Schlag abstammt, wenn es von einer aneinander hängenden Fläche gebraucht wird; s. Pfeil-Icondasselbe. Auch gehört dahin noch wahrscheinlich die im gemeinen Leben übliche Redensart: den ganzen geschlagenen Tag, das ist, den ganzen Tag, seiner völligen Dauer und Ausdehnung nach. Ingleichen von einer Bewegung in die Runde, daher ist bei dem Frischlin Schlägelin, ein Kranz, Ring, und bei dem Pictorius Schlägel eine Gasterei, welche im Kreise herumgeht, ein Kränzchen. Wie auch in die Tiefe, wovon Schlag, ein Graben, Schluchte etc. abstammen. -- (3) Oft verliert sich der Begriff der Heftigkeit, und da gebraucht man dieses Zeitwort figürlich sehr häufig von gewissen schnellen Veränderungen, deren Mechanismus man nicht einsieht, oder doch damals nicht einsah, als man sie durch dieses Zeitwort auszudrücken anfing. Die Dinte schlägt durch, wenn sie schnell auf der andern Seite des Papiers sichtbar wird. Die Bäume schlagen aus, die Blätter schlagen ein; mit Schimmel beschlagen; das Bier schlägt um; die Arznei schlägt an; und so in andern Zusammensetzungen mehr. Das Korn schlägt in die Höhe, ist in die Höhe geschlagen, steigt plötzlich im Preise; der Gegensatz ist fallen. Die Sache ist fehl geschlagen, nicht hat, wie von Vielen geschieht. Eine Person ist aus der Art geschlagen, wenn sie ihre natürliche oder gehörige Beschaffenheit <145, 152> plötzlich verloren hat; wenn sie vom Guten zum Bösen übergegangen. S. Pfeil-IconSchlag, Pfeil-IconSchlachten, Pfeil-IconGeschlecht, welche beiden letzten Intensiven davon sind. Dies schlägt nicht in mein Fach, gehört nicht hinein. Der Dampf ist mir auf die Brust geschlagen, wo man auch fallen braucht. Der Frost schlägt mir in die Glieder. Der Frost schlägt in die Gebäude. Es ist ein Fieber hinzu geschlagen. Der kalte Brand ist dazu geschlagen. Es könnte noch ein anderes Unglück dazu schlagen.

2. Mit dem Hülfsworte haben, in solchen Fällen, wo mehr eigene Thätigkeit und Mitwirkung Statt findet, welche Form dann die Verbindung mit dem folgenden Activo ausmacht. Es bedeutet hier eigentlich den diesem Zeitworte eigenthümlichen Laute hervorbringen, und nach der ersten und nächsten Figur solche Handlungen vollbringen, welche mit diesem Laute verbunden sind. Es wird hier von mehreren Arten der Laute gebraucht. (1) Als ein mit Knallen gleichbedeutendes Wort. Eine Büchse schlägt stark oder führt einen guten Schlag, wenn sie gut knallt. Es that einen heftigen Schlag, sagt man von einem heftigen Knall des Donners oder Donnerschlag. Der Donner schlägt in ein Haus, wenn der Blitzstrahl mit einem Schlage in dasselbe fährt. So auch in den Zusammensetzungen einschlagen und erschlagen, so fern sie von dem Donner oder Blitze gebraucht werden.

(2) Von der Art ist der Schlag oder das Schlagen der Vögel, welches eine Art des Gesanges ist, der doch von dem Singen, Schmettern etc. noch unterschieden werden muß. Die Wachtel, die Nachtigal, der Fink, die <145, 153> Lerche, der Kanarienvogel schlagen. Unsere Dichter zeigen uns auch die Anwendung dieses Wortes hierin.

Im innersten dicken Gehölze
Schlägt der schmetternde Fink aus hangenden Buchen,    Zachar.

Die Taube lacht und girrt, die Wachtel schlägt, Hagedorn. -- (3) Auch die Hunde schlagen, wenn sie bellen, wenigstens wird es in dem bei den Jägern üblichen anschlagen, von dem laut werden der Jagdhunde in diesem Verstande gebraucht. Ja man hat Spuren, daß es ehemals auch von gewissen Arten der menschlichen Stimme gebraucht worden, wenigstens leiden das veraltete kaufschlagen, durch Worte handeln, und rathschlagen, diese Erklärung. -- (4) Wenn sich ein Körper plötzlich und heftig gegen den andern bewegt, so daß der Laut entsteht, welcher diesem Zeitworte eigen ist, so schlägt er. (a) Eigentlich. Das Hämmern schlägt ihm die Ohren voll, Sir. 38, 30; welche Stelle ein deutlicher Beweis ist, daß mit diesem Worte zunächst auf den Schall gesehen wird. Die Wellen schlagen an das Schiff. Der Wind schlägt in die Segel. -- (b) Figürlich. α) Durch Schlagen andeuten. Die Uhr schlägt, deutet, durch ihren Schlag die Zeit an. Es hat sechs geschlagen. Es wird bald neun schlagen. Wie viel hat es geschlagen? Es nähert sich hier sehr dem Activo; indessen wird es doch niemals im Passivo gebraucht. -- β) Sich heftig bewegen, wo sich die Onomatopöie nach und nach verliert, und der bloße Begriff der Bewegung übrig bleibt. -- In diesem Verstande sagt man: Der Puls schlägt; das Herz schlägt. In den Dich<145, 154>tern: O wie fing nunmehr ihr Herz an zu schlagen. Ja fühle, wie mir bei seinem Namen das Herz schlägt, Weiße. Dieß Herz, daß so sanft schlägt. Er dessen edle Brust für mich voll Liebe schlug. Weiße. Nach einer noch weiteren Figur. Das Herz schlug David. 2. Sam. 24, 10, vor Unruhe, Gewissensangst. Das Gewissen schlägt ihm, wenn es erwacht; wo es viele unrichtig mit der vierten Endung verbinden, in welchem Falle es das folgende Activum seyn würde, welches es aber nicht seyn kann, weil man nicht sagt von dem Gewissen geschlagen werden. -- γ) Nach noch weiteren Figuren wird es in verschiedenen besonderen Redensarten gebraucht, wo zunächst auch nur eine schnelle Bewegung angedeutet werden soll. In sich schlagen, seinen Zustand, und besonders sein Unrecht lebhaft erkennen; eigentlich schnell in sich zurückkehren, wo auch wohl das Hülfswort seyn statt finden könnte, je nachdem man mehr oder weniger eigene Thätigkeit dabei voraussetzt. Da David den Zipfel Sauls hatte abgeschnitten, schlug er in sich, 1. Sam. 24, 6. Den Blick zur Erde schlagen, schnell zur Erde richten, wo es zwar die vierte Endung bei sich hat, aber als ein Neutrum angesehen werden kann, weil man nicht sagen wird, der Blick wird zur Erde geschlagen. Allein das Reciprokum schlagen für werden, richten, wird mit mehrerem Rechte zum Activo gerechnet; s. Pfeil-Icondasselbe. Wurzeln schlagen, treiben, bekommen. O Liebe, wie tief hat dein Same Wurzel geschlagen. Weiße. Im Niedersächsischen bedeutet schlagen auch achten, aufmerken; nach einer sehr gewöhnlichen Figur, nach welcher die meisten Wirkungen des Geistes von der Bewegung entlehnt <145, 155> sind. Nicht auf eine Sache schlagen, das ist, achten. Anschlag, Ueberschlag, übernehmen, überdenken, scheinen noch davon herzustammen.

II. Als ein thätiges Zeitwort, ein Activum. 1. Einen Körper von einer gewissen Länge und Breite mit solcher Geschwindigkeit und Heftigkeit gegen den andern bewegen, daß der dem Worte schlagen eigenthümliche Schall entstehe. -- (1) Eigentlich. Mit dem Hammer an die Thür schlagen. Mit dem Stabe in das Wasser schlagen. Die Hände über den Kopf zusammen schlagen. Die Arme, die Hände in einander schlagen. Sich an die Brust schlagen: An die Glocke schlagen. In Stücken schlagen. Mit dem Schwerdte darein schlagen. Etwas zu Boden schlagen; und so von sehr vielen Handlungen, welche mit einem Schlagen verbunden sind. Einen Schuh über den Leisten. Einen Pfahl in die Erde, einen Nagel in die Wand schlagen. Der Buchbinder schlägt die Bücher, der Weber das Tuch im Weben, der Wollkämmer die Wolle, der Ballspieler den Ball. In einigen Oberdeutschen Gegenden schlägt man auch die Kegel, welche man im Hochdeutschen schiebt. Einem etwas aus der Hand schlagen. Nach einer sehr gewöhnlichen Figur bedeutet es sehr häufig einem Dinge durch schlagen eine gewisse Zubereitung geben, es durch schlagen hervorbringen etc. Den Takt schlagen, durch Schläge mit der Hand andeuten. Die Uhr schlägt Stunden, wenn sie solche durch Schläge auf die Glocke andeutet. Holz schlagen, sowohl es fällen, als es auch zu gröberen Scheiten in Klafterscheiten hauen. Oel schlagen, es durch <145, 156> Stampfen aus gewissen Samenkörnern herausbringen. Feuer schlagen, Münzen, Geld schlagen, Gold schlagen, es zu dünnen Blättern schlagen. Geschlagenes Gold. Ans Kreuz schlagen, für nageln. Einen Namen an den Galgen schlagen, für nageln. Ein Pflaster schlagen, es verfertigen, weil solches vermittelst des Schlagens oder Stoßens geschieht. Wohin wahrscheinlich auch die Redensart gehört, eine Brücke schlagen, das Lager schlagen oder aufschlagen, weil beide Handlungen ein häufiges Schlagen erfordern. Die Trommel, die Pauke, die Orgel schlagen, Lärm schlagen, Marsch schlagen, den Zapfenstreich schlagen, auf der Trommel. Jemanden zum Ritter schlagen. Kessel schlagen, sie durch schlagen hervorbringen. Eyer in die Suppe schlagen. Eine Ader schlagen, sie mit dem Schnepper öffnen. Der Hirsch schlägt sein Geweih, wenn er es an den Bäumen abstreift, und so in tausend andern Fällen mehr.

Bei den Bäckern ist das Schlagen des Herds, wenn der Herd im Backofen auf die Grundlage der Mauer von Lehm ungefähr einen halben Fuß hoch aufgeschlagen wird. Zu dem Herde ist nicht aller Lehm geschickt; er muß nicht sandig seyn, und vorzüglich nicht Kalk oder Mergel bei sich führen, weil beides in der Hitze sich aufblähet. Man wählt gern solchen, der braun oder grünlich aussieht. -- Was das oben angeführte Schlagen des Buchbinders anbetrifft, so versteht man darunter eine ungebundene Materie eines Buchs nach dem Planieren auf dem Schlagsteine mit dem Schlaghammer schlagen. Man fängt mit diesem Schlagen mitten im Bogen auf dem Falze, wo es vorher zusammengelegt <145, 157> gewesen, an, und zwar schlägt man oben herunter auf dem freien Platze, wo nichts Gedrucktes steht; hierauf eine Hand breit links und rechts neben diesem Falze, und dann die Lage über und über egal, und einen Schlag bei dem andern, ohne auszuschweisen, damit das Buch nicht wolkigt oder runzlich werde, und zwar erst von oben herunter, und hernach von der Mitte quer über. Ist diese Lage über und über geschlagen, so klappt man sie wieder zusammen, und zwar so, daß die geschlagene Fläche inwendig kömmt, und schlägt hernach erst die eine, und darauf auch die andere Seite der vorher unten gelegenen Fläche, recht sehr stark; thut sie, wenn man damit fertig ist, wieder auseinander, und schlägt noch einmal in der Mitte lose herunter, damit der Einbug wieder herauskomme, wobei es denn gleichgültig ist, ob dieses Schlagen auf der zuerst getroffenen oder auf der anderen Fläche geschieht. Man bringt nun die Bogen der Lagen in Ordnung, so daß einer dem andern genau deckt, und pumpt die Ränder ab. S. auch unter Pfeil-IconBuchbinder, Th. 7, Pfeil-IconS. 163. -- Das Schlagen beim Feuerwerker, ist die Raketen= und Schwärmerhülsen mit ihrem Satz gehörig anfüllen. -- Das Schlagen beim Hutmacher, das Herunterläutern, s. unter Pfeil-IconHut, Th. 86, Pfeil-IconS. 27. -- Das Schlagen beim Jäger, wenn die Hirsche oder Rehböcke das rauhe Häutchen, oder das sogenannte Bast vom Gehörne abstoßen oder abschlagen. Von den Sauen heißt es mit ihrem Gewehr beschädigen. -- Das Schlagen der Kugeln, s. unter Pfeil-IconKugel, Th. 54, Pfeil-IconS. 631. -- Das Schlagen der Kupferschmiede aus dem Ganzen, s. unter Pfeil-IconKupferschmid, Th. 56, Pfeil-IconS. 267. -- Das Schlagen der Scherben, s. Pfeil-IconTreib<145, 158>scherben. -- Das Schlagen der Wolle, in der Tuch=und Zeugmanufaktur. Wenn die Wolle zu Paquete gemacht ist, so wird solche auf einer Horde ausgebreitet, und zwei Arbeiter schlagen sie mit dünnen Stöcken, wobei sie solche oft wenden und umdrehen, wodurch die Wolle von allem Sande und andern Unreinigkeiten gereiniget wird. Durch das Schlagen wird sie auch zugleich aufgelockert, welches übrigens aber gehörig verrichtet werden muß, so daß die Schläge nicht mit den ganzen Stöcken geschehen, sondern nur mit den Spitzen, weil sonst die Wolle mehr zusammengeschlagen, als aufgelockert würde, und wenn dieses geschieht, so erhält die Wolle ein wenig Zug; dann wird sie gewaschen.

(2) In engerer Bedeutung, aus Rache oder zur Züchtigung schlagen, wo dieses Zeitwort entweder die bloße flache Hand oder einen Stock oder ein ähnliches Werkzeug voraussetzt. -- (a) Eigentlich, Jemanden schlagen. Nach Jemanden schlagen. Jemanden in das Gesicht, auf den Backen schlagen. Jemanden auf das Maul, hinter die Ohren schlagen, in der niedrigen Sprechart. Jemanden mit dem Stocke, mit dem Prügel schlagen. Zuweilen, besonders in der anständigeren Sprechart, wird es als ein allgemeiner Ausdruck gebraucht, die meisten Arten der Auslassung seines Unwillens an dem Leibe des Andern zu bezeichnen, sie geschehe mit welchem Werkzeuge sie wolle. Allein die gesellschaftlichen, noch mehr aber die niedrige Sprecharten sind ungemein reich an Ausdrücken, diesen Begriff nach allen nur möglichen Schattirungen zu bezeichnen. Der Ausdrücke peitschen, geisseln, prügeln etc. nicht zu gedenken, welche eine Peitsche oder Ruthe, eine Geissel, einen Prü<145, 159>gel voraussetzen, hat man in den gemeinen Sprecharten die Ausdrücke wammsen, laschen, hallaschen, kalaschen, dreschaken, pelzen, koranzen, karnüffeln, karbatschen, kardätschen, huschen, deffen, wicksen, weifen, schmieren, abschmieren, fuchteln, gärben, keilen, lausen, ledern, pauken, zudecken, walken und hundert andere mehr, wozu noch die Niederdeutschen knüffeln, tageln, knüppeln, kranzheistern, wollen, klabastern, kasterviolen, bumfasen, bumsen, holstern, gallern, bösten, dolwen, fitjen, knirrfitjen, kurwachteln, pisacken, schrallen etc. gehören. -- (b) Figürlich. α) Züchtigen, strafen, plagen, besonders in der biblischen Schreibart. Mit Blindheit schlagen, 1. Mos. 19, 11. Das Volk mit Pestillenz schlagen, 2. Mos. 9, 15. Ein geschlagener Mann, theils ein geplagter, theils auch ein zu Grunde gerichteter; in dieser letzten Bedeutung vermuthlich von der Redensart zu Boden schlagen. -- β) Verwunden, eine in den gewöhnlichen Sprecharten veraltete Bedeutung, welche noch häufig in der Deutschen Bibel vorkommt. Ich kann schlagen und kann heilen. 5. Mos. 32, 39. Die Jäger brauchen es noch von den wilden Schweinen, wenn sie mit ihren Hauzähnen verwunden. -- Von einer Sau geschlagen werden, verwundet. -- γ) Tödten, eine gleichfalls veraltete Bedeutung, welche noch zum Theil in erschlagen üblich ist. Schon bei dem Kero und Ottfried slahan; im Englischen slay, im Angelsächsischen slaan. In der Deutschen Bibel kommt sie gleichfalls noch vor. Ich will hinfort nicht mehr schlagen, alles, was dalebet, 1 Mos. 8, 21. Gott schlug den Usa um seines Frevels willen, daß er starb, 2 Sam. 14, <145, 160> 6. Das Intensivum schlachten ist noch in einigen Fällen dafür gebräuchlich. Auch sagt man noch im gemeinen Leben, Jemanden tod schlagen, für ihn tödten, es geschehe auf welche Art es wolle, s. Pfeil-IconTodschlag. Bei den Jägern schlägt auch der Raubvogel seinen Raub, wenn er ihn fängt und tödtet. -- δ) Sich schlagen, mit einander kämpfen, es geschehe nun mit der bloßen Hand, oder mit welchen Waffen es wolle. Sich auf Leib und Leben schlagen. Sich mit Pistolen, mit dem Degen schlagen. Wo auch wohl das Zeitwort schlagen absolute und ohne Reciprocation gebraucht wird; sie wollen schlagen, das ist, sich schlagen. Es wird auf diese Art nicht nur von Zweikämpfen einzelner Personen gebraucht, sondern auch von den Gefechten ganzer Haufen und Kriegesheere. Zwei Armeen haben sich geschlagen, wenn sie sich eine Schlacht geliefert haben; s. Pfeil-IconSchlacht. Wo es jedoch absolute und ohne Reciprocation beinahe noch üblicher ist. Die Armee will morgen schlagen, macht sich zum Schlagen fertig. Mit dem Feinde schlagen. Das Dorf bei welchem der General Weißmann so glücklich geschlagen. Hingegen in mehr thätiger Form, und folglich auch in der vierten Endung, den Feind schlagen, den Sieg über ihn erfechten, wo es von allen Kriegshaufen, ohne Rücksicht auf ihre Stärke, das ist, sowohl von kleineren Haufen, als von ganzen Kriegsheeren, ingleichen sowohl von dem Kriege zu Lande, als zur See gebraucht wird. Seidlitz hat die Franzosen bei Roßbach in die Flucht geschlagen. In die Flucht geschlagen werden. Den Feind aus dem Felde schlagen. Bei Tschesme wurde die <145, 161> Türkische Flotte geschlagen. Von Zweikämpfen einzelner Personen ist es, nach Adelung, in dieser Bedeutung nicht üblich.

2. Dieses Wort wird ferner von sehr vielen Arten schneller und mit Heftigkeit verbundener thätiger Bewegungen gebraucht, welche mit diesem Schalle verbunden sind, oder doch unter demselben gedacht werden. Das Pferd schlägt hinten aus. Der Vogel schlägt mit den Flügeln, das wilde Schwein mit dem Kopfe und den Hauzähnen. Der Raubvogel schlägt seine Klauen in den Raub.

Der Vogel Jupiters schlägt so die mächtigen Krallen
In ein geputztes Lamm, zum Wettlaufpreis bestimmt,
Zachar.   

Wo nur das Wort Kralle für die erhabene Schreibart zu niedrig ist. Einen Verbrecher in Fesseln schlagen, intensive für legen. Wohin auch die figürlichen Redensarten gehören, sich etwas aus den Gedanken schlagen, es zu vergessen suchen. Ich will mir Sylvia aus den Gedanken schlagen, Gell. Schlagen sie sich das Mädchen aus dem Kopfe. Schlage von dir die Traurigkeit, Sir. 38, 21, eine ungewöhnliche Wortfügung. S. auch Pfeil-IconEntschlagen. Etwas in die Schanze schlagen, es der Gefahr des Verlusts aussetzen; s. Pfeil-IconSchanze. Etwas in den Wind schlagen. es nicht achten. Eines Ermanungen in den Wind schlagen.

Die Liebe schätzt nur die Gemüther
Und schlägt den Reichthum in den Wind.
Rost.    

<145, 162>

Oft vermindert oder verliert sich der Begriff der Heftigkeit, so daß nur der Begriff der Geschwindigkeit übrig bleibt, der doch auch oft geschwächt wird, wenn nur die Aehnlichkeit des Lautes oder des Schalles bleibt. Die Füße über einander, die Arme in einander schlagen. Er hatte seinen Arm um meinen Nacken geschlagen. Das Salz in Körbe schlagen, mit der Schaufel in die Körbe schlagen. Den Mantel um das Gesicht schlagen. Ein Blatt Papier um etwas schlagen. S. Pfeil-IconUmschlag. Ein Buch aufschlagen. Die Kupfer aus einem Buche herausschlagen. Ein Löwe mit ausgeschlagener oder vorgeschlagener Zunge. Etwas durch ein Sieb, durch einen Durchschlag schlagen, treiben. Ein Rad schlagen. Hochmüthig schlug ein Pfau sein Rad, Schleg., s. Pfeil-IconRad. Einen Knoten schlagen. Sich zusammen schlagen, verbinden. Die Schweine in die Mast schlagen, treiben. Besonders für wenden, richten, doch immer mit einer Intension. Die Augen, das Angesicht zur Erde schlagen. S. auch Pfeil-IconNiederschlagen. Die Augen in die Höhe schlagen; besonders als ein Reciprokum. Sich linker Hand, sich rechter Hand schlagen, wenden. S. Pfeil-IconLegen, Th. 67, Pfeil-IconS. 738, besonders wenn es von Schiffen gebraucht wird, wovon schlagen das Intensivum ist. Sich zu dem Feinde schlagen. Sich ins Mittel schlagen, wofür man auch legen braucht. -- Oft verliert sich auch alle Spur der Geschwindigkeit, und da bleibt schlagen ein bloßes Intensivum von legen, vielleicht nur um des Nachdrucks willen. Zoll auf etwas schlagen, legen. Der Kaufmann schlägt die Unkosten auf seine <145, 163> Waaren. Etwas zum Kapital schlagen. S. auch Pfeil-IconUnterschlagen. Schlagt auf ewer Armbrost ein Polz, Theuerd. Kap. 71, für legen. Und so in vielen andern einzelnen Fällen mehr; daher das Schlagen, auch die Schlagung letzteres jedoch nur in einigen Bedeutungen des Activi. -- Nach Adelung bei dem Ulphilas slahan, im Niedersächsischen slaan, im Angelsächsischen slegan, slan, im Schwedischen sla, welches auch noch in weiterer Bedeutung liegen, senden etc. bedeutet. Es ist ein in dem verstärkten Laute gegründetes Intensivum von legen, wo die Intension durch den vorgesetzten Zischlaut angedeutet wird, so wie schlachten, schlaken etc. wieder Intensiva von schlagen sind. In einigen Oberdeutschen Gegenden, z. B. im Oesterreichischen geht es regelmäßig; ich schlage, für ich schlug. Unsere unregelmäßige Form, rührt, wenigstens im Imperfecto, von einem veralteten Zeitworte sluagen, schlagen, her, welches auch bei dem Ottfried vorkommt.

Schlagenetz Klassifizierung: 799.2 JagdDDC-Icon Klassifizierung: 639.1 JagdDDC-Icon Klassifizierung: 796.3 Ball- und KugelspieleDDC-Icon , Fr. Raquete, ein in einem runden Biegel eingefaßtes Netz mit einem Stiel, den Ball damit zu schlagen. -- Auch ein aufgestelltes Netz, welches bei der Berührung niederschlägt und das Thier fängt, führt den Namen des Schlagenetzes; s. auch Pfeil-IconSchlagnetz.

Schläger Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon Klassifizierung: 306.43 AusbildungDDC-Icon Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , 1. derjenige, welcher schlägt, jedoch nur in dem Zusammengesetzten Todschläger, Ballschläger, Oelschläger, Ausschläger etc. Für sich allein braucht man es nur in engerer Bedeutung von einer Person, welche eine Fertigkeit in Raufen, Balgen, Schlagen und Duelliren besitzt. 2. Ein Werkzeug zum Schlagen für Schlägel, doch nur in einigen Fällen. So wird der hölzerne Knüttel, womit die Stricke von den Landleuten <145, 164> gedrehet werden, in einigen Gegenden der Schläger genannt, welchen Namen auf Universitäten auch wohl ein Raufdegen führt.

Schlägerei Klassifizierung: 303.6 Konflikt und KonfliktlösungDDC-Icon , diejenige Handlung, da sich zwei oder mehrere Personen zusammen schlagen, es geschehe nun mit der bloßen Hand oder mit allerlei Werkzeugen. Daher die Ausdrücke: Es entsteht eine Schlägerei. Es wird zur Schlägerei kommen. In Schlägerei gerathen. Einer Schlägerei bei wohnen etc.

nächster Abschnitt Laden der nächsten Artikel