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Myriade Klassifizierung: 510 MathematikDDC-Icon , heißt eigentlich eine Summe von 10,000. Im weitläufigen Verstande wird aber auch eine <99, 454> noch größere Menge mit diesem Nahmen belegt. Gemeiniglich braucht man das Wort nur als eine runde Zahl. Griech. μυριας.

Myriagramme, s. im Art. Pfeil-IconMyria.

Myrialitre, s. im Art. Pfeil-IconMyria.

Myriamétre, s. im Art. Pfeil-IconMyria.

Myriare, s. im Art. Pfeil-IconMyria.

Myriastére, s. im Art. Pfeil-IconMyria.

Myrica, Gagel, Wachsbaum; s. im Art. Pfeil-IconLicht, Th. 78, Pfeil-IconS. 281 fl. Sonst belegte man mit diesem Nahmen auch die Tamariske, Tamarix Linn. welche von einigen auch Porst genannt wurde, wiewohl letzterer Nahme billig für Ledum aufgespart bleibt.

Myrica humilis Klassifizierung: 583.66 Ericales (Heidekrautartige)DDC-Icon , war ehedem ein Nahme des gemeinen Heidekrautes.

Myrionym, der eine große Menge Nahmen hat.

Myriophyllum, Federkraut, s. Pfeil-IconFederball, Th. 12, Pfeil-IconS. 409. Ehedem belegte man mit diesem Nahmen auch die Achillea Millefolium Linn. S. Th. 1, Pfeil-IconS. 275.

Myristica, s. Pfeil-IconMuskatenbaum, Th. 98, Pfeil-IconS. 658 fl.

Myrmecaleon, *

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Bey diesem und mehreren folgenden Wörtern liegt das griechische Wort μυρμκξ, eine Ameise, zum Grunde.

s. Pfeil-IconMyrmeleon.

Myrmecia, eine Pflanzengattung; s. im Art. Pfeil-IconMyrobalanifera.

Myrmecie Klassifizierung: 616.5 Krankheiten der HautDDC-Icon Klassifizierung: 617.7 AugenheilkundeDDC-Icon , Myrmecia, platte und sehr harte schmerzende Warzen an den Fußsohlen und in der platten Hand; Ameisenwarze, gewöhnlicher Leichdorn genannt. S. Th. 73, Pfeil-IconS. 87. Auch nennt man gewisse verhärtete Erhöhungen an der inneren Seite der Augenlieder Myrmeciae.

Myrmecit Klassifizierung: 549 MineralogieDDC-Icon Klassifizierung: 560 Paläontologie; PaläozoologieDDC-Icon , ein Stein, auf welchem ameisenähnliche Figuren zu sehen sind, welche von kleinen versteinerten Seegewürmen herrühren.

<99, 455>

Myrmecophaga Klassifizierung: 599.314 Myrmecophagidae (Ameisenbären)DDC-Icon , der Gattungsnahme verschiedener kleiner vierfüßiger Thiere, welche in Südamerica oder andern heißen Ländern leben, und sich vorzüglich von Ameisen nähren. Im Deutschen begreift man diese aus 5 Arten bestehende Gattung unter dem Nahmen Ameisenbär, wovon die Supplement=Bände nachzusehen sind.

Myrmeleon, der Nahme einer Insecten gattung mit netzförmigen gegitterten Flügeln, welche man Afterjungfern nennt. Davon ist besonders eine Art sehr bekannt, welche Myrmeleon formicarius L., im Deutschen Ameisenlöwe heißt, und Th. 1, Pfeil-IconS. 676 fl. beschrieben ist. Fabricius hat diese Gattung etwas enger beschränkt und nennt sie Myrmelon, und die eben angeführte Art Myrmelon formicarium.

Myrmelon, s. den vorstehenden Pfeil-IconArt.

Myrmillionen, eine Art römischer Fechter, welche sehr schwer geharnischt waren, und auf dem Knie liegend fochten. S. im Art. Pfeil-IconKampfspiel, Th. 34, Pfeil-IconS. 30.

Myrmillonicus Klassifizierung: 623.441 Vor dem Aufkommen der Feuerwaffen entstandene WaffenDDC-Icon , ein Schild, mit welchem sich die Alten bedeckten, wenn sie sich halb kriechend der Mauer einer belagerten Festung näherten.

Myrobalane Klassifizierung: 580.9 Historische, geografische, personenbezogene BehandlungDDC-Icon Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Klassifizierung: 583.73 RosalesDDC-Icon , Myrobalana, Myrobalanorum quinque species, sind ostindische, fleischig trockene Früchte, welche eine Kernnuß enthalten, und von den Arabern als Laxiermittel dem Arzneyvorrathe aufgedrungen worden sind; mit der größten Unwahrscheinlichkeit werden sie von einem und demselben Baume hergeleitet.

Die Bellirischen (Myrobalana bellirica) haben einen dicken Stiel, eine graubraune Farbe, die Gestalt einer Muskatennuß, und sind fünfkantig. Das herbbitter, hintennach etwas süßlich schmeckende Fleisch ist bis auf die hellfarbige <99, 456> Kernnuß eine Linie dick. Die Araber nannten sie Belleregi. Der Baum, der sie trägt, soll aschgrauliche, den des Lorbers ähnliche Blätter haben; seine Blüthe hat vermuthlich 5 Staubwege.

Die aschfarbigen (Myrobalana emblica, Arab. Amlegi) sind fast rund, sechskantig, etwas über einen halben Zoll dick, schwärzlich aschfarbig, und enthalten unter einem zähen schärflichherben Fleische eine sechseckig dreyzellige, leichte, hellfarbige Kernnuß. Doch findet man sie auch in schwärzlichen Stücken. Der hohe Baum, der sie trägt, ist Phyllanthus Emblica L.. *

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S. Blattblume in den Supplement=Bänden.

(Zorn pl. med. tab. 347.) mit gefiederten, blüthentragenden Blättern, baumartigem Stängel, und beerenartiger Frucht, auf Malabar, Zeylon u. s. w. einheimisch.

Die großen schwarzbraunen (Myrobalana Chebula, oder Helilegi Kebuli) sind fast birnförmig, fünfrippig, zehnstreifig, und enthalten unter einem runzlichen, äußerst schwarzbrauen, inwendig dunkelrothen, schleimig herbbittern Fleische eine runzliche, fächerige Kernnuß. Der drey bis vier Klafter hohe, vorzüglich in Decan und Bengalen einheimische Baum hat denen des Citroenbaums ähnliche Blätter, und weiße, ährenförmige Blüthen: Terminalia Chebula Retz. mit eyförmigen, nackten, oben mit zwey Drüsen besetzten Blättern, und einfachen Blüthentrauben.

Die gelben (Myrobalana citrina, lutea, flava, Arab. Azafar) sind länglichrund, birnförmig, fünf Viertel Zoll lang und drey Viertel Zoll dick, und enthalten unter einem fünfrippigen, zehnstreifigen, anderthalb Linien dicken, gummig<99, 457>zähen, herbbittern Fleische eine eckigrunzliche Kernnuß. Der vorzüglich um Goa wachsende Baum soll denen des Vogelbeerspierlings ähnliche Bläter haben; seine Blüthe hat vermuthlich fünf (oder zehn) Staubwege.

Die indianischen (Myrobalana inda, nigra, Damasonia, Arab. Asuar) sind die kleinste Sorte, etwa drey Viertel Zoll lang und einen Viertelzoll dick, schwarz, achtstreifig, vierrippig, tiefrunzlich (unreif?), in der Mitte kernlos, hohl, von säuerlich herbem Geschmacke. Der Baum soll weidenähnliche Blätter haben; seine Blüthe hat vermuthlich vier oder acht Staubwege.

Es ist unbegreiflich, wie man diese fünf verschiedenen Früchte zusammen als ein einzelnes Arzneymittel gebrauchen konnte, denn man verschrieb sie fast immer zusammen; seltner die großen schwarzbraunen, oder die gelben allein. Auch ist es noch gar nicht ausgemacht, welche unter ihnen laxirende Kräfte haben, und welche nicht. Die aschfarbigen und die indianischen scheinen am wenigsten davon zu besitzen. Man lobt zugleich ihre anstringirende Kraft, welche aber unter ihnen hat hierin den Vorzug?

Man hat sie als eine nicht schwächende Laxanz im Aufgusse angewendet, wo man zugleich stärken wollte, in Bauchflüssen, der Ruhr u. s. w. Im Absude sollen sie wirksamer den Leib eröffnen, roh aber als Pulver und geröstet bloß anhalten. Man kann sie entbehren.

S. Hahnemann' s Apothekerlexikon II Th. I Abth. Leipz. 1798. 8. S. 116 fl.

Bengt Bergius sagt in seinem Werke über die Leckereyen, daß er sich nicht getraue zu entscheiden, ob die Myrobalanen in Kochin und <99, 458> Kalekut zu der Familie unserer gemeinen Pflaumen gehören. Sie sollen den Pflaumen sehr ähnlich sehen, und sehr delicat seyn. Auch die Myrobalanen in Bengalen, die Bernier als vortrefflich rühmt, ließen sich wohl nicht mit Bestimmtheit zu diesen Varietäten der Pflaumen rechnen.

Bey dieser Gelegenheit macht der berühmte Kurt Sprengel, einer der Herausgeber des genannten Werkes, über die Myrobalanen eine Anmerkung, die ich hier nicht umhin kann ganz einzurücken. Er sagt daselbst S. 274 fl.:

So viel ich durch mühsames Forschen über die Myrobalanen der Alten und Neueren habe heraus bringen können, so gibt es zwey völlig verschiedene Baumgattungen, die eine Frucht tragen, welche bey den Alten jenen Nahmen führte, und vorzüglich zu den Salben, in spätern Zeiten aber auch als abführende Mittel angewandt wurden. Zuvörderst tragen mehrere Palmen in Aegypten, Arabien und Persien Früchte, welche die Griechen φοινικοβαλανους, auch wohl μυροβαλανους, nannten. Diese Palmen sind von den Myrobalanen der Araber ganz verschieden. Die letztern nannten diese Früchte mit einem allgemeinen Nahmen ihliladsch. Bey dem Perser Zein=Akthâr kommen vier besondere Arten derselben vor, die von Linne gar noch nicht beschrieben sind. Nach Adanson werden alle vier Arten in Malabar von einem Baume Panel, nur zu verschiedenen Jahreszeiten, genommen. 1. oder Fedsch, Citrobalanus des Geoffroy oder Myrabalanus citrina des Plukenet, mit Ebereschen=Blättern, und einer fünfeckigen Frucht. 2. Chehula des Geoffroy, von dem Berge Kebul zwischen Dekan und Bisnagar in Ostindien so genannt. Die Blätter sind den Pfirsichblättern ähnlich. 3. Myrobalanus Sinensis des Serapium, die bey den Arabern auch die geschnäbelte hieß, kommt jetzt gar nicht mehr vor. Ob es die Art ist, die Pyrard in Kochinchina sahe, wage ich nicht zu entscheiden. 4. Beliledsch, Bellirica des Breyn' s, Tani des Rhede. Sie hat zehn Antheren und zeichnet sich durch ihre Lorbeerblätter aus. -- Außer diesen <99, 459> Bäumen wächst in der Levante und im südlichen Asien ein Baum, den Linne zur Monöcie rechnete: Phyllanthus Emblica L. Dieser ist es, der die heutgen Myrobalanen liefert, die von einigen Schriftstellern fälschlich für Pflaumenarten gehalten werden So wie die Myrobalanen in unsere Apotheken kommen, sind es rundliche, schwarzaraue, runzliche Früchte, die sich in 6 Kammern theilen lassen. Ihr Gewebe ist ziemlich zähe, und ihr Geschmack sauer, und etwas zusammenziehend. Rhede nennt diese Frucht Nilicamerum (Hort malab. tab. 28 I.) und sagt, daß man sie in Ostindien mit Zucker einzumachen pflege Die Griechen scheinen sie vor dem Actuarius nicht ganz genau gekannt, wenigstens von jenen Palmen nicht gehörig unterschieden zu haben. Die Araber nannten sie zuerst Emledsch, woraus Zosimus und Myrepsus μπελιτζ und εμπλιτζ, machten. Auch war sie bey den Arabern unter dem Nahmen der indischen oder schwarzen Ihliladsch bekannt, und wurde ungemein häufig verordnet. Jetzt braucht man sie gar nicht mehr seitdem man die Tamarinden kennt. Abbildungen von drey Myrobalanen=Bäumen habe ich in meiner Ausgabe des Masajawaih (fol. Venet 1562.) vor mir. Manardus, der diese Ausgabe mit einem sehr brauchbaren Commentar begleitet hat, hat die Abbildung wahrscheinlich hinzugefügt. Er sagt, einer seiner Freunde, Micheli, sey in Indien gewesen, und habe es sich mit zum Zwecke gemacht, die Myrobalanen zu untersuchen, dessen Beschreibung wolle er herausgeben. Dies ist aber meines Wissens nicht geschehen, sondern Johnston, der Thaumathographe, benutze in seiner Dendrologie Micheli' s Nachrichten sehr schlecht. Durch Johnston lernte Geoffroy die Myrobalanen kennen. --Serapium (Lib. de simplic. medic. fol. CXXXV. und CXXXVII. ed Lugd 1525.) kommt mit dem Masajawaih fast ganz überein. Man sehe auch Garcias ab Horto (Aromat. et simpl. histor. lib. I. c, 27. p. 131. ed. Antwerp. 1567).

So weit Sprengel. Forster setzt noch hinzu:

Alle Myrobalanen haben etwas sehr zusammenziehendes, daher braucht man sie auch zuweilen als <99, 460> ein adstringens beym Schwarzfärben auf Baumwolle: und ich muß gestehen, daß die Proben, die ich damit in London gemacht habe, ziemlich gut ausfielen. Ich fand die Myrobalanus citrina, chebula und bellirica taugte nicht zum Färben. Ob die Myrobalanen aber eine Palmenfrucht sind, ist noch zweifelhaft.

Mit dem Nahmen Myrobalane, oder Mirobalane, so wie Mirabolane, belegt man übrigens auch eine Spielart der gemeinen Pflaumen, Rrunus domestica L. welche von einigen auch Kirschenpflaume genannt wird. Daß diese aber nicht zu Prunus domestica gehören könne, ist nach dem vorstehenden wohl ohne Bedenken anzunehmen.

Myrobalanenbaum, Spondias Myrobalanus L., s. im Art. Pfeil-IconMombin=Pflaume, Th. 93, Pfeil-IconS. 81. Die Mombin=Pflaumen gehören übrigens nicht zu den im vorstehenden Pfeil-IconArtikel beschriebenen Myrolabanen.

Myrobatindum Klassifizierung: 583.92 Dipsacales (Kardenartige)DDC-Icon , so wurde ehedem von Vaillant eine Art des Schlingbaums, Lantana L. genannt.

Myrobalanifere Klassifizierung: 580 Pflanzen (Botanik)DDC-Icon , Myrodendrum, Myrodia, Myrosma und Myrospermum, so wie Myrmecia, sind Pflanzengattungen, welche ich hier nicht weiter berühre, da die zu ihnen gehörigen Arten, welche erst in den neueren Zeiten entdeckt wurden, in entfernten Welttheilen wachsen und noch wenig bekannt sind.

Myrodendron, und

Myrodia, s. den vorstehenden Pfeil-IconArtikel.

Myron, s. Pfeil-IconSalbe.

Myropola Klassifizierung: 331 ArbeitsökonomieDDC-Icon Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon , ein Salbenkrämer.

Myrosma, und

Myrospermum, s. im Art. Pfeil-IconMyrobalanifera.

Myrothecium Klassifizierung: 579.5 Fungi (Pilze); Eumycophyta (Echte Pilze)DDC-Icon Klassifizierung: 800 Literatur (Belletristik) und RhetorikDDC-Icon Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon , 1) ein Salbenkasten; 2) in der Pflanzenkunde eine Gattung kleiner Schwämme, <99, 461> die aus mehreren Arten besteht. *

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S. Tode Fungi Mecklenb. selecti I. p 25 etc.

3) Figürlich, rednerische Verzierungen.

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