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Giraffe, siehe Pfeil-IconKameel=Parder.

Girall, bey den Büchsenmachern; siehe Pfeil-IconDrall.

Girande, siehe den folgenden Pfeil-IconArtikel.

Girandel Klassifizierung: 621.25 Pumpen und SpeicherDDC-Icon Klassifizierung: 712 Landschaftsgestaltung (Landschaftsdesign)DDC-Icon , Fr. Girande, oder Girande d' eau, heißt bey <18, 548> den Kunstmeistern, eine gute Anzahl nahe neben einander befindlicher Wasserstrahlen (Jets d' eau), worin das Wasser mit Ungestüm in die Höhe steigt, und, wegen des darin eingeschlossenen Windes, brauset und rauscht, als ob es donnerte, hagelte und regnete.

Girandole, Fr. Girandole, ein Armleuchter; s. unter Pfeil-IconLeuchter.

Klassifizierung: 391.7 SchmuckDDC-Icon Den Nahmen Girandole führt auch eine Art Schmuck von Diamanten oder andern Edelsteinen, den das Frauenzimmer trägt.

Girandole, Narcisse sphérique; siehe Pfeil-IconNarzisse.

Girant, siehe Pfeil-IconGiriren.

Girard-roussin, ein Provinzialnahme der europäischen Haselwurz, Asarum europaeum Linn. s. Th. II, Pfeil-IconS. 493.

Girasol, ein gewisser Halbedelstein; s. Pfeil-IconKatzen=Auge.

Girat, siehe Pfeil-IconGiriren.

Girgel, girgeln; siehe Pfeil-IconGergel.

Klassifizierung: 635.1 WurzelgemüseDDC-Icon Klassifizierung: 583.849 Umbelliferae DDC-Icon An einigen Orten werden die Zuckerwurzeln Girgeln genannt.

Girib Klassifizierung: 389 Metrologie und NormungDDC-Icon , heißt in Persien ein gewisses Maß, wornach die Ländereyen ausgemessen werden. 1 Girib hält 1066 Guèzes oder persische Ellen; deren jede 2 Schuh, 10 Zoll und 11 Linien pariser Maß beträgt.

Giriren Klassifizierung: 332 FinanzwirtschaftDDC-Icon , (sprich Dschiriren) ein Wort, welches aus dem Ital. girare, im Kreise bewegen, entlehnt, und im Handlungswesen üblich ist, einen Wechselbrief an einen andern zur Einforderung oder Berechnung der Bezahlung übersenden. Ueberhaupt heißt es bey den Kaufleuten so viel, als sein Geld in Wechseln unter den Leuten laufen lassen, und damit handeln. Einen solchen beständigen Lauf des Geldes, das aus einer Hand in die andere geht, welches insonderheit durch Wechselbriefe geschieht, nennen die Kaufleute einen Giro. Daher giriren insbesondere in Absicht auf die Wechsel, heißt, einen Wechselbrief von einem Inhaber auf den andern vielfältig indossiren. Daher <18, 549> heißt ein solcher Wechselbrief, der oft von einem Inhaber auf den andern indossirt, und durch viele Hände gegangen ist, ein girirter Wechselbrief; gleichwie diejenige Person, welche einen girirten Wechselbrief an den Andern indossirt hat, der Girant; und derjenige, an welchen die Indossements bey girirten Wechselbriefen gerichtet sind, der Girat, L. Giratarius, genannt wird. Von der Art des Girirens, den Gattungen der Giri, und dem Nutzen des Girirens, siehe den Art. Pfeil-IconWechsel=Brief.

Giro=Bank Klassifizierung: 332 FinanzwirtschaftDDC-Icon (die), [sprich Dschiro=Bank] im Handlungswesen, eine Bank, wo eine Summe Geldes durch. bloße Berechnung an einen Andern übertragen wird; zum Unterschiede von einer Zettelbank. Siehe Th. III, Pfeil-IconS. 493.

Girofle, siehe Pfeil-IconWürz=Nelke.

Giroflée, siehe Pfeil-IconLevkoje.

Giron, siehe Pfeil-IconGehren 2, 4) Anm. Schooß. Treppe.

Girouette, siehe Pfeil-IconWetter=Fahne.

Bey den Blumisten, eine gewisse Art Nelke; s. Pfeil-IconNelke.

Girren Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein Wort, welches durch Nachahmung den schnarrenden Laut der Turteltauben und einiger anderer Arten des Geflügels ausdruckt; Fr. gemir, recouler. Auch figürlich, ängstlich klagen, von dem Girren der Tauben, wenn sie sich nach ihres Gleichen sehnen.

Opitz braucht kirren von dem Girren der Tauben.

Girtwurz, Stabwurz; siehe Pfeil-IconAbrotanum.

Gisambert, eine Art Birn; siehe Th. V, Pfeil-IconS. 444.

Gischen, siehe Pfeil-IconGäschen.

Gischt, siehe Pfeil-IconGäscht.

Gîte, siehe Pfeil-IconBoden=Stein. Pfeil-IconLager. Pfeil-IconNacht=Lager. Pfeil-IconSchlaf=Geld.

Githago, Korn=Raden; siehe Pfeil-IconRaden.

Gitter Klassifizierung: 674.8 HolzprodukteDDC-Icon Klassifizierung: 721.84 AnbautenDDC-Icon Klassifizierung: 729 Entwurf und Gestaltung von Gebäuden und NebengebäudenDDC-Icon Klassifizierung: 631.27 Zäune, Hecken, MauernDDC-Icon Klassifizierung: 683.3 SchlosserhandwerkDDC-Icon Klassifizierung: 643 Wohnen und HaushaltsaustattungDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon *

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Die Abstammung dieses Wortes ist bereits in der Anmerk. zum Art. Pfeil-IconGatter, Th. XVI, S. 476, f. gezeigt worden. Hr. Stosch glaubt mit Wachtern, daß Gitter bloß zum Durchsehen, und Gatter bloß zum Abhalten sey. Allein, weder die Abstammung noch der Gebrauch bestätigen diesen Unterschied. Gatter, Nieders. Gadder, welches übrigens der Abstammung nach richtiger ist, ist vorzüglich der gemeinen, und Gitter vornehmlich der anständigern Sprechart eigen. Sprichw. 7, 6. kommt auch das ohne Noth verlängerte oberdeutsche Gegitter vor. Popowitsch zeigt in seiner Untersuchung vom Meere, S. 316, daß die österreichische und steyermärkische Mundart kein Gitter kennet, sondern in allen Fällen Gatter schreibt und spricht, ob sie gleich das a, wenn ein Fenstergitter gemeinet wird, etwas heller hören läßt.

[das], L. Cancelli oder Clathrum, Fr. Grille, <18, 550> Treillis, ein jedes Werk, welches aus parallelen, oder kreutzweise mit einander verbundenen, oder auch verschränkten Stäben besteht, in der edlen und anständigen Schreibart, so wie in der Sprache des gemeinen Umganges dafür Gatter üblich ist. Daher gittern, in Gestalt eines Gitters verfertigen, nach Art eines Gitters verbinden, von welchem das Mittelwort gegittert am üblichsten ist; im gem. Leben gattern, Fr. griller barrer.

Man nennt demnach Gitter nicht nur diejenigen durchsichtigen Vorzüge von Latten, wodurch man einen offenen weitläuftigen Platz von einem andern freyen Orte, z. E. einen Theil des Hofes von dem übrigen Raume abzusondern pfleget, sondern man versteht auch die starken, aus Eisen geschmiedeten, Stäbe oder Stangen, welche theils gerade neben einander aufgerichtet, theils nach unterschiedener Form gebogen und fest zusammen verbunden, auch wohl von Laubwerk mit Geäder versehen, theils aber auch nur kreutzweise durch einander gestecket, und vor die Fenster der an der Erde befindlichen Gemächer, wider besorglichen Einbruch böser Leute, PfeiliconFig. 944 a), (und im XII Th. PfeiliconFig. 637 und Pfeilicon638) wie auch zur Schönheit und Zierde vor die Thüren, wie etwa an den flämischen Gartenpforten, PfeiliconFig. 944 b), imgleichen zu den Geländern der Treppen, Altanen und Balcons, PfeiliconFig. 945 b) und Pfeilicon955, verfertiget und befestiget werden. <18, 551> Oder man versteht endlich auch darunter die kreutz= und rautenweise über und in gewisser Weite von einander gelegten, und in Rahmen gefasseten hölzernen Stäbe, PfeiliconFig. 944 c), oder auch den Eisen= oder Messingdraht, wenn er nach Art der gestrickten Netze geflochten, und gleichfalls mit hölzernen oder auch dünnen eisernen Rahmen eingefaßt ist, welche letztern, PfeiliconFig. 944 d), man Drahtgitter, Fr. Treilles de fil d' archal, nennet, und sowohl als die hölzernen vor die Dach= und andere Fenster auf den Korn= und Malzböden, Scheunen, Käse= und Milchkammern, Rauchkammern und andere dergleichen Gemächer setzt, damit zwar die Luft hindurch streichen, aber keine Tauben, Sperlinge, Fledermäuse und andere schädliche Thiere durchkommen mögen.

Die eisernen Gitter vor den Fenstern, auf den Balcons und Treppen, zwischen den Flügeln der Palläste, vor den Gärten der Vornehmen, und in den Kirchen, sind die beträchtlichste Arbeit der Schlösser. Die einfachsten Stücke dieser Art sind diejenigen, die bloß aus zwo horizontalen Stangen, (davon die oberste die Flachstange, die unterste aber die Unterlage genannt wird,) und einer senkrechten Stange, (welche der Ständer, Fr. Montant oder Pilastre heißt,) bestehen, und von den Schlössern schlechthin Gatter genannt werden. Siehe PfeiliconFig. 945 a) und Pfeilicon945 b).

PfeiliconFig. 945 a), ist ein gemeines Gatter vor Gartenthüren. Die senkrechten Stäbe oder Stangen sind mit den Rahmenstücken an beyden Enden A A durch Zapfen und Zapfenlöcher zusammen gesetzt; und die Stangen C C sind überdies noch in der Mitte durch eine Querstange B B befestigt, durch welche die Stäbe gesteckt sind.

PfeiliconFig. 945 b), ist ein Gatter mit einer Thüre in der Mitte, dergleichen zu Geländern an Wolfsgruben und Gräben, oder als Balcon von der gemeinsten Art gebraucht werden kann. Es ist 2 1/2 bis 3 Fuß hoch, damit man sich mit der Brust darauf lehnen kann. Es besteht bloß aus gerade stehenden Stangen a a, die oben und unten in den Rahmenstücken A A befestigt sind.

<18, 552>

Klassifizierung: 726 Gebäude für religiöse und verwandte ZweckeDDC-Icon Die Gatter an den Sprachzimmern der Nonnen, werden auf zweyerley Art eingerichtet. Einige macht man aus vollkommen viereckigen Stangen, und verbindet die Querstangen mit den gerade stehenden, indem sie beyde an denen Orten, wo sie einander durchkreutzen, halb eingehauen werden, so, daß sie in= und auswendig glatt sind. Man macht die Einschnitte mit der Feile vollkommen, und vereinigt die Stangen, wo sie einander durchkreutzen, vermittelst glatt gefeilter Stifte. Andere Sprachgitter sind aus runden Stangen gemacht; die Querstangen werden mit einem runden Durchschlage durchlöchert, und es werden kleine runde Gesenke daran gemacht.

Man macht auch Gatter, die man halbirte Gatter nennt, PfeiliconFig. 946, weil an einigen Orten die gerade stehenden oder hohen Stangen durch die Querstangen, an andern aber die Querstangen durch die geraden gehen. Man legt ihnen einen Vortheil bey, der aber nicht wichtig ist. Man sagt: wenn ein in die Höhe stehender Stab an einem Fenstergitter oder Kellerloche oben und unten mit einem Zapfen eingesetzt wäre, welches unter den gemeinen Gittern die festesten sind, so könnte man einen Stab heraus ziehen, nachdem man die Zapfen oben und unten abgehauen hätte; bey einem halbirten Gitter hingegen würde man ihn nicht heraus ziehen können, wenn man gleich die beyden Enden oben und unten abgehauen hätte. Allein, bey den gemeinen Gittern hindert ja die Brüstung, daß man die Stangen heraus ziehen, oder aus den angebrachten Querstangen losmachen kann. Hiernächst aber wird man von dieser Stellung der in die Höhe stehenden Stäbe nur alsdenn einigen Vortheil haben, wenn man sie ganz heraus nehmen müßte; und die Diebe würden hinlänglich Platz haben, durch ein halbirtes Gitter zu steigen, wenn sie ein Stück von einer geraden Stange, durch welches keine Querstange geht, heraus gebrochen hätten.

<18, 553>

PfeiliconFig. 946 stellt die hohen und Querstangen so vor, da man eben im Begriffe ist, sie zusammen zu setzen. Man sieht, daß die Querstangen durch die hohen Stangen T T, Y Y, von T T bis in V V gesteckt sind, und daß von Y Y bis in X X die hohen Stangen durch die Querstangen gehen sollen; da hingegen eben die Querstangen zwischen X X und Y Y, durch den Theil aller hohen Stangen zwischen c c und d d gehen; und diese hohe Stangen gehen wiederum durch die Theile der Quer=Stangen, die sich zwischen a a und b b befinden.

e, eine Stange von diesem Gitter.

Die Arbeiten von Eisen, wobey man die Simplicität der geraden Stangen verlassen will, als z. E. die Gitter, welche den Kirchen und andern großen Gebäuden zur Zierde dienen, die Balcons an Privathäusern, die meisten Treppenlehnen, die nur etwas ansehnlich seyn sollen, sind mehr zusammen gesetzt, als die vorher beschriebenen. Solche Gitter, deren Felder der Schlösser mit Verzierungen ausgefüllt hat, nennt man Sprengwerke. Ihre Umfassung ist ein Gitter, doch gibt man den liegenden Stangen oft in einem Gesenke Gesimse. Die meisten Verzierungen bestehen bloß in Krümmungen, die man an den Stangen macht, und die man auf unzählige Art verändern kann. Bey diesen Krümmungen bedient man sich gemeiniglich der schneckenförmigen Windungen, welche man in der Schlösserkunst rund gebogenes Eisen, Fr. Fer roulé, nennet. Eine Stange Eisen, der man eine schneckenförmige Windung gegeben hat, wie z. E. A und B, PfeiliconFig. 947, heißt ein Schnörkel, Fr. Enroulement oder Rouleau. Zwo schneckenförmige Zierrathen, welche gegen einander über angebracht sind, heißen im Franz. Anses. Diese Theile werden entweder von Stangeneisen, welches gemeiniglich viereckig ist, oder von Schieneneisen, welches vermittelst der Cylinder der Plättmühlen platt gemacht worden ist, verfertiget. Wenn die Schlösser zu gewissen Theilen Eisen von einer gewissen Form, so sie in den Eisenhand<18, 554>lungen nicht finden, nöthig haben, so strecken und verfertigen sie es selbst in ihren Werkstätten vermittelst der Hämmer. Oft wird zu einem Gitter oder Balcon viereckiges und flaches Eisen zugleich gebraucht. Die von flachem Eisen gemachten Theile erfordern weniger Arbeit, als die von viereckigen; da es aber nicht so stark ist, so thut man wohl, wenn man zu denen Stellen, welche der Gefahr zerbrochen zu werden, am meisten ausgesetzt sind, viereckiges Eisen nimmt.

Klassifizierung: 682.4 Schmiedearbeiten und handgeschmiedete WerkzeugeDDC-Icon Die einfachste Art der Sprengwerke ist diejenige, die aus mehrern dünnen und flachen Stangen dergestalt zusammen gesetzt ist, daß diese zusammen genommen verschiedene Figuren bilden. Der Schlösser macht sich auf Bretern eine Zeichnung zu einem Felde des Gitters, und legt die flachen Stangen auf die Züge der Zeichnung, um zu prüfen, ob er ihnen die gehörige Wendung unter dem Hammer gegeben habe. Die Biegung selbst erhalten die Stangen entweder auf der Ecke des Ambosses, oder, wenn es ein Schnörkel ist, vermittelst der Sprenggabel.

Klassifizierung: 621.9 WerkzeugeDDC-Icon Die Sprenggabel, PfeiliconFig. 948 besteht aus zwey Stücken. Der eine Theil b, sieht wie eine starke Gabel aus; beym Gebrauche wird ihr Zapfen in das Loch des Schmiedeambosses gesteckt. Die Gabel des andern Theiles a, macht mit ihrem eisernen Stiele einen rechten Winkel.

An einigen Sprenggabeln sind die beyden Enden umgebogen, und mit dem Körper des Werkzeuges in einer Länge von 2 oder 3 Zoll parallel, wie an den beyden Enden der Stange c, und an einem von den Enden der Stangen d, e, f, zu sehen ist. Man bedient sich ihrer, um der Stange ihre gehörige Richtung zu geben. Andere sind, wie c zeigt, nur an einem Ende so umgebogen; das andere Ende ist in einen rechten Winkel gebogen, und in einiger Entfernung von dem Winkel ist ein Stück Eisen angeschweißt, welches dem umgebogenen Stücke gleich und mit ihm parallel ist, welche zusammen ein Par Zähne vorstellen. Ein Zahn liegt an dem Schnörkelmodell, und der andere an der Stange, und sie sind eigentlich bestimmt, die Stange auf die Wendungen des Schnörkelmodelles zu biegen. Andere, als f, haben an dem einen Ende eine Gabel, und man richtet <18, 555> das Eisen damit, wenn es etwa eine falsche Wendung nimmt, und wenn eine von seinen Seiten sich nicht an das Schnörkel=Modell anlegen will. Endlich gibt es auch einige, welche wie g aussehen.

Zuletzt werden alle Stangen gemeiniglich durch ein Band vereinigt. Dieses besteht aus zwey Theilen: aus einer Klammer, und einem geraden Bleche. Den Füßen der Klammer gibt man Niete; und an den Enden des geraden Bleches werden Löcher durchgeschlagen, um hierdurch beyde Theile zu vereinigen, und ein völliges Viereck zu bilden. Vorher aber werden beyde Theile in einem Gesenke mit Stäben der Baukunst geschmücket.

Die künstlichsten Sprengwerke sind unstreitig diejenigen, deren Felder mit einem zusammenhängenden Laubwerke von geschmiedetem Eisen ausgefüllet werden. Diese Sprengwerke bestehen theils aus dünnen Stangen, welche spitzige Herzen, Flammen, Pfeile, gebrochene und gewundene Stäbe, geblümte Bogen, Schnecken=, Klee= und mancherley andere Züge und Bogen vorstellen, theils aber werden sie aus erhabenem oder getriebenem Blech geschmiedet, und ins besondere Geäder genannt. Bey Bearbeitung eines solchen Sprengwerkes, muß der Schlösser eine Zeichnung vor Augen haben, die er sich entweder selbst entwirft, oder die er von dem Baumeister oder Bauherrn erhält. Er bringt diese Zeichnung, welche bloß in einem Zuge besteht, auf ein Bret, welches eben die Größe hat, die das Werk haben soll. Ist das Gitter platt, und soll es aus vielen gleichen Feldern bestehen, wie z. E. PfeiliconFig. 949, oder PfeiliconFig. 950 a) und Pfeilicon950 b), so braucht er nur Eine Zeichnung von diesem Felde, oder von einem Theile, um alles übrige zu machen. Da man aber dergleichen Felder gemeiniglich durch andere absondert, welche Arten von Pfeilern vorstellen: so muß er zwey Muster haben, eins zu den Feldern, und das andere zu den Pfeilern. Sind die Gitter abschüssig, wie bey <18, 556> den Treppen, so muß das Muster eben so seyn. Bey den Rundtheilen muß die Zeichnung auf einer convexen Oberfläche gemacht werden, welche den Wendungen der Treppenbacken folgt, weil sich die Einrichtung der Schnörkel in allen diesen Fällen sehr verändert.

Abbildung verschiedener Muster von Pfeilern, Friesen oder Borten aus Sprengwerk, Gitter=Thoren, Gittern mit Spreng= und Laubwerk, zu Geländern, Balcons, und Treppenlehnen.

Pfeiler, Fr. Montans oder Pilastres, 6 verschiedene Arten, PfeiliconFig. 951. Siehe auch PfeiliconFig. 953 a) c, und Pfeilicon953 b) n.

Friese oder Borten, Fr. Frises, 18 Arten von verschiedenem Geschmacke, PfeiliconFig. 952.

1, mit zween Schenkeln aus einer Schnecke, die auf verschiedene Art gebogen sind. 2, mit Ovalen. 3, mit gebrochenen und gewundenen Stäben, Batons rompus. 4, mit geblümten Bogen, Anses de panier fleuronné. 5, mit Schneckenzügen, Rouleaux. 6, mit geblümten Schneckenzügen, Rouleaux fleuronnés. 7, Kleezüge mit Palmzweigen, Trefles à palmettes. 8, Ketten von Rohrstäben, Joncs coudés. 9, Lauberzüge, Rinceaux. 10, Rosen, Ronds compartis. 11, halbe Schneckenzüge, Demi-postes. 12, umgekehrte Bogen, Anses renversées. 13, Rundungen von Kreutzbogen, Ronds croises. 14, auf einander gesetzte Bogen, Anses accolées. 15, Schneckenzüge mit Blumen, Postes à fleurons. 16, Muschel, Coquille. 17, geschlungene Bogen, Anses entrelassées. 18, gegen einander geflochtene Züge, Entrelas compartis.

Gatterthor zu einem Vorzug, von Sprengwerk, Fr. Porte d' entrée de choeur, PfeiliconFig. 953 a).

a, die Krönung, Couronnement avec fronton. b, Laubwerk mit Geäder, Feuïllages de Tole emboutie. c, Pfeiler von Sprengwerk, Montans de rouleaux. d, Rahmen, Bordure d' ornemens. e, das bloße Gitter, Travées de grille. f, Querrahmen von Frieswerk, Traverses avec frises. g, Füllung von Zügen, Panneau comparti. h, spitzige Herzen, Cónsoles adossées. i, Flammen, Flammes. k, Pfeiler, Dards.

Gatterthor vor einen Hof oder Garten, Porte de cour ou du jardin, PfeiliconFig. 953 b).

<18, 557>

I, ausgehauene Krönung, Couronnement chantourné. m, bauchichter Fries mit Pförtchen, Frise bombée de ca naux. n, Pfeiler, in Gestalt einer Gränzsäule, Pilastre en gaine de Terme. o, Thoreinfassung von geschlungenem Zuge, Chambranle d' entrée. p, Piekeneisen, Fers de pique. q, Blumentopf, Pot de fleurs. r, Felder, Cadres. s, Vase, Vase.

Geländer vor ein Fenster zwischen zwey Schenkeln, Appui de croisée entre doux tableaux, PfeiliconFig. 954.

Geländer vor einen Balcon, von gegossenem Eisen, Balcon de fer fondu, PfeiliconFig. 955 a).

Geländer vor einen Balcon, von Sprengwerk, aus dem halben Mond gehauen, Balcon de tole cisclee, PfeiliconFig. 955 b).

Treppengeländer, welches aus gerade stehenden Stangen besteht, s. oben, PfeiliconFig. 945 b).

Treppengeländer, welche aus Bogen bestehen, siehe oben, PfeiliconFig. 950 a) und 950 b).

Treppengeländer, welche aus Feldern bestehen, PfeiliconFig. 956 a) und Pfeilicon956 b).

Treppengeländer mit fortlaufenden Mustern, PfeiliconFig. 957 a) und Pfeilicon957 b).

PfeiliconFig. 957 a), ein Geländer, dessen Schräge sehr gemach geht. Es entlehnt alle seine Zierrathen von den Schnörkeln, Wasserlauben und Körnern oder Knöpfen, welches zwar schön, aber ein wenig von dem gothischen Geschmacke ist. Die Zierrathen sind fast ganz von gebogenem Eisen.

PfeiliconFig. 957 b), ein Geländer, welches etwas steiler ist, und aus Blättern, Lauberzügen und Gängen besteht, die nach dem jetzigen Geschmacke sind. Die Zierrathen dieses Feldes sind beynahe ganz von getriebenem und aufgetieftem Eisen.

Treppenlehnen oder Geländer auf Dockenart, Rampes de balustres, PfeiliconFig. 958 a) und Pfeilicon958 b).

Treppengeländer auf Gitterart, Rampes de panneaux, PfeiliconFig. 959 a) und Pfeilicon959 b).

a, Treppenwände, Echiffres. b, Treppenzargen, Tablettes. c, eiserne Rahmen, die Geländer einzusetzen, Chassis. d, e, liegende Stangen an dem Geländer, Platebandes d' enhaut & d' en bas. f, die stehenden Stangen, Pilastre g, stehende Mittelstäbe, Barreaux montans. h, Sprengwerk in Form von Gränzsäulen, Pilastres en gaine de <18, 558> Terme. i, Pfeiler von Sprengwerk vor dem Geländer auf dem Ruheplatz, Montant de palier. k, die liegende Lehnstange, Barre d' appui. l, geschmiedetes Dockengesprenge, Balustres forgés. m, gegossene Docken, Balustres fondus. n, Gitter mit Spreng= und Laubwerk, Panneaux de remplissage. o, p, Sprengwerk in Form eines Strebepfeilers auf einem Ruheplatz, Console droite & coudée. q, Borten von Sprengwerk, Frises d' ornemens. r, s, Knöpfe, Pommes und Vases. t, Züge oder geschlungenes Werk, Entrelas.

Von Verfertigung aller dieser Arbeiten, s. Dühamel Schlösserkunst, im 9 B. des übers. Schaupl. der Künste und Handwerke, Lpz. und Königsb. 1769, gr. 4. S. 173--224; und Sprengels Handwerke und Künste 6 Samml. Berl. 1770, 8. S. 77--84.

Klassifizierung: 702.87 Reproduktionstechniken, Ausführungstechniken, IdentifikationstechnikenDDC-Icon In der Zeichnungskunst, Mahlerey und Perspective, ist das Gitter oder Gatter, Fr. Chassis, Treillis, ein viereckiger Rahmen, dessen innerer Raum mit dünnen Faden durchkreutzt, und solchergestalt in mehrere kleine Vierecke getheilt ist, Figuren aus dem Großen in das Kleine, oder aus dem Kleinen in das Große zu bringen.

Man sagt: ein Gemählde, einen Kupferstich durch das Gatter nachzeichnen, Fr. prendre le trait avec le chassis, oder durch Quadrate verjüngen, oder verkleinern, reduire aux carreaux, d. h. diese Stücke mit Hinübertragung der Züge und Umrisse durch Hülfe des Gatters copiren.

Es geschieht dieses folgender Maßen. Man theilt das Gemählde, oder was man sonst vor sich hat, in gleiche Vierecke von einer willkührlichen Größe, die man leicht mit Kreide zeichnet. Hernach theilt man das Papier oder die Leinwand, worauf man seine Copie machen will, in eben so viel gleiche, oder größere oder kleinere Quadrate, als die Quadrate des Originals sind. Man zeichnet oder mahlt mit gleichem Verhältniß und gleicher Anordnung, in einem jeden Quadrat der Copie alles, was sich in eben dem Quadrat des Originals befindet. Sind die Quadrat der Copie kleiner, als des Originals, so werden auch die Figuren der Copie kleiner; und so umgekehrt.

<18, 559>

Die Mahler und Kupferstecher nennen diese Art, durch Quadrate zu verjüngen, welches sie zuweilen auch durch einen Florrahmen thun, übergattern, Fr. craticuler.

Siehe auch Pfeil-IconNetz.

Von dem Vergrößern oder Verkleinern eines Plans durch Quadrate, s. Hrn. Prof. Keferstein Anfangsgründe zu praktischgeometrischen Zeichnungen, Lpz. 1778, gr. 8. S. 83, f. n. einer Abbild.

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