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Aubergine, siehe Pfeil-IconMelongena.

Aubier, Hollunder=Rosenbaum, Schneball, Wasserflieder; siehe Pfeil-IconOpulus.

Aubier Klassifizierung: 575 Einzelne Teile von und physiologische Systeme bei PflanzenDDC-Icon , Aubour oder Obier, L. Alburnum, heißt auch die noch unvollkommene weichere und weißliche Holzlage zwischen der Rinde eines Baums und seinem vestern oder Kern=Holze. Siehe Pfeil-IconSplint.

Aubifoin, die blaue Korn=Blume; siehe Pfeil-IconCyanus.

Aubin, das Weiße im Ei, Eiweiß; siehe Pfeil-IconEi.

Klassifizierung: 798.2 ReitkunstDDC-Icon Auf der Reitschule heißt Aubin der gebrochene Gang eines Pferdes, das weder einen rechten Paß, noch einen rechten Galop gehet, wie z. E. steife Postpferde.

Aubiner Klassifizierung: 634.8 WeintraubenDDC-Icon , Faire aubiner le plant, heißt in der Landwirthschaft und beim Weinbau, die eingelegte Rebpflanze etliche Jahre ruhen laßen, daß sie Wurzeln bekomme, ehe man sie an den Ort versetzet, wo sie immer stehen bleiben soll.

Aubiton, Aubifoin; siehe Pfeil-IconCyanus.

Aubour, siehe Pfeil-IconAubier.

Aubour, Aubours, Ebenier des Alpes; s. unter Pfeil-IconCytisus.

Aubrier, Abereau, Hobereau, Stoßfalk, Lerchenfalk; siehe Pfeil-IconFalk.

* Auction Klassifizierung: 381 HandelDDC-Icon , Licitation, Gant, Vergantung, Subhastation, Aufschlag oder Ausbietung, öffentliche Steigerung, öffentlicher Ausruf, L. Auctio oder Subhastatio, Venditio sub hasta, Venditio publica, Fr. Vente publique oder Encan und Inquant, bestehet darinn, daß Güter, Waaren, Mobilien und Effecten, nachdem Zeit und Ort vorher bekanntgemacht worden, um einen Zusammenfluß von Käufern zu veranlaßen, an denjenigen käuflich überlaßen werden, welcher zulezt, <2, 646> nach erfolgtem Schlage mit einem Hammer oder Schlüssel, der Meistbietende geblieben ist. Zu Amsterdam werden alle Arten von Auctionen oder öffentlichen Ausbiet und Verkaufungen, der Verkauf bei oder unter dem Becken, Fr. Vente au Bassin, genannt, weil man ordentlicher Weise auf ein küpfernes Becken schlägt, wenn man irgend eine Waare dem, der am lezten das meiste darauf geboten hat, zuschlagen und ausliefern will. Siehe Pfeil-IconGabelung.

Die Auctionen geschehen entweder freiwillig, und aus eigener Bewegung des Verkäufers, oder auf richterliche und gesetzliche Verordnung. Die freiwilligen Auctionen geschehen sowohl mit allerlei Gütern, Mobilien und Gerathschaften, deren man sich entledigen will, als auch mit ordentlichen Kaufmannswaaren, wie solches bei allen Handlungsgesellschaften insonderheit gewöhnlich ist, ingleichen in Seestädten bei den Ladungen zurückgekommener Schiffe, woran viele Rheder Theil haben. Ja einzelne Kaufleute pflegen zuweilen diese oder jene Sorten von Waaren durch eine öffentliche Steigerung zu verkaufen.

Klassifizierung: 346 PrivatrechtDDC-Icon Die gezwungenen Auctionen, oder diejenigen, so auf richterliche und gesetzliche Verfügung geschehen, finden zuvörderst bei allen Schuldnern, die zur Bezahlung verurtheilt sind, wann sie, oder ihre Erben, dem Urtheil kein Genüge leisten, Statt; sodann auch nach denen Gesetzen bei allen Mobilien und Geräthschaften der Pupillen, die ohne Verringerung ihres Werthes und ohne Gefahr und Kosten nicht aufbewahret werden können. Heutiges Tages ist auch in vielen Staaten gesetzlich verordnet, daß alle Mobilien und Geräthschaften einer Erbschaft durch eine öffentliche Licitation verkaufet werden müssen, sobald mehr als Ein Erbe vorhanden ist. Durch dieses heilsame Gesetz werden alle Schwierigkeiten und Streitigkeiten bei Theilung der Erbschaften gänzlich vermieden; es ist auch solches keinem Erben nachtheilig, indem <2, 647> ein jeder, der von seiner Aeltern oder Anverwandten Sachen gern etwas behalten will, solches selbst erstehen kann. Diese durch Urtheile bei den Schuldnern, und durch Gesetze bei den Erbtheilungen verordnete Auctionen, mögen die Veranlaßung gegeben haben, daß das ganze Auctionswesen in verschiedenen Ländern von den Justizcollegiis abhänget, da doch solches im eigentlichsten Verstande eine Policeianstallt ist, welche dem Zusammenhange des Nahrungsstandes zum Vortheil und Besten eingerichtet ist.

Klassifizierung: 354.7 Verwaltung von Handel, Kommunikation, VerkehrDDC-Icon In den Seestädten und großen Handelsplätzen geschehen die Auctionen der Schiffsladungen und Waaren gemeiniglich durch die vereideten Mäkler. In andern Städten sind besondere Auctions=Commissarien, Auctionatores und Ausrufer bestellt, die bei allen richterlichen oder gesetzlichen Auctionen gebraucht werden müssen. Und in verschiedenen Ländern ist verordnet, daß auch die freiwilligen Auctionen durch dieselben geschehen müssen. Lezteres will Herr von Justi, im I B. seiner Policeiwissenschaft, §. 775, nicht billigen. Allein, wenn man bedenket, daß die Auctionscommissarien verpflichtete und autorisirte Leute sind, und also in zweifelhaften Fällen einen viel gültigern Ausspruch thun können, auch wegen ihrer Erfahrung und täglichen Uebung, die Auctionsgesetze und überhaupt das ganze Werk besser verstehen, als andere Leute, die mit dergleichen Geschäften selten und wenig zu thun haben: so ist es, zu Vermeidung vieler Unordnungen, allemahl rathsamer, wenn die Auctionen durch besondere Commissarien verrichtet werden; zumahl es auch in Ansehung der Kosten wohl auf eins hinaus laufen dürfte, man nehme diese oder jemand anders nach seinem Gefallen darzu.

Die Maaßregeln, welche man bei der Einrichtung des Auctionswesens zu nehmen pfleget, ersiehet man am besten aus den vorgeschriebenen Auctionsgesetzen selbst. Das Königlich Preußische Reglement und In<2, 648>struction für die Auctionatores, d. 12 Apr. 1756, findet man im Novo Corpore Constitutionum Marchicarum, To. 2, S. 58, f.; und einen Auszug davon liefert Bergius, im I Bande seines Policei= und Cameral=Magazins, S. 91--94.

Unter Kaufleuten in Seestädten werden ganze Schiffe bei brennender Kerze, wie sie es nennen, verkauft. Siehe Pfeil-IconKerzen.

Aucuparia, siehe Pfeil-IconSorbus sylvestris.

Aucupium siehe Pfeil-IconVogelfang.

Audix siehe Pfeil-IconSalmiac.

* Aue Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , bedeutete vor alten Zeiten ein gewisses Stück Land, so an einem Strohm oder Fluß gelegen, und von solchem gleichsam eingeschlossen war, daher man noch die alten Nahmen, als: Allgau, Sundgau, Hennegau etc. hat.

Klassifizierung: 630 Landwirtschaft und verwandte BereicheDDC-Icon In Feldgütern, heißt Aue oder Au=Feld, L. Tractus vallensis, ein Stück Land, so in einem Grunde oder Thale, oder aber an einem Strohme, Flusse oder Bache gelegen, und mit Höhen umgeben ist. Die Auen von guter Art werden als eine Weide für das Vieh genutzet; und wo fruchtbares Erdreich sich findet, werden Aecker angeleget, und zu gehöriger Zeit bestellet. Diejenigen Auen, welche bloße Gründe und angenehme Thäler sind, und in einiger Entfernung von Flüssen liegen, bestehen gemeiniglich in einem fetten und starken, doch warmen und mürben Boden, welcher sich für alle Früchte und zu aller Witterung schicket, und sind die gesegnetesten und sichersten Felder; diejenigen Auen aber, welche um die Ufer der Ströhme liegen, sind gemeiniglich sehr leimigt, vest und bindend. Leztere sind nicht nur der Gefahr der Ueberschwemmung unterworfen, und also gar selten sicher, sondern gehen auch jenen wirklich in der Güte nach. Zwar wenn die Witterung ihnen favorisiret, so sollten sie es jenen in der Tragbarkeit noch wohl zuvorthun, denn bei solchen Umständen ist ihr geiler Trieb oftmahls ganz erstaunend, aber eben das ist das übelste dabei, daß sie <2, 649> nicht alle Witterung annehmen. Erhalten sie nur ein wenig zuviel Nässe, so wird ihr leimigter Boden dergestallt schmierig, daß man nicht gut mit ihnen umgehen kann. Trägt sich aber solches im währenden Schossen der Früchte zu, so wächst alles lager. Bleibt hingegen der Regen nur ein wenig aus, so wird ihr vester Leim so hart, daß er weder mit dem Geschirre zu gewinnen ist, noch auch die etwa schon gesäete Frucht darunter aufgehen, am wenigsten aber sich recht bestocken kann. Sind auch solche Felder nur einmahl ausgetrocknet, so mus es gewiß ein durchdringender, und zugleich anhaltender Regen seyn, wenn er anziehen, und sich auch nur bis auf die Wurzeln einsenken sollte. Ein jählinger Gußregen, der bald wieder vorüber ist, wird bei ihnen keinen andern Nutzen schaffen, als daß er solche vollens derb schlage, daß die nachher darauf fallende Sonne eine desto undurchdringlichere Cruste auf dieselben backen möge. Gemäßigte Regen, ob sie auch gleich noch so anhaltend wären, werden selten mehr thun, als daß sie dem Acker und dessen Frucht eine kühlende Erfrischung geben, und wenn sie auch durch die Fortdauer endlich noch bis auf die Wurzeln eindringen sollten, so sind sie doch nicht vermögend, der untersten Lage des Bodens die erforderliche Frucht=treibende Feuchtigkeit zufließen zu laßen. Soviel aber ist gewiß, wenn solcher Acker anfangs die gehörige Winterfeuchtigkeit gehabt, und die Früchte schon zu solcher Höhe gelanget sind, daß sie selbst Schatten unter sich werfen: so widerstehet nicht allein derselbe der brennenden Hitze, auf eine sehr geraume Zeitlänge, sondern es scheint auch, als ob er sich selbiger, zu desto schärfern Triebe und gedeihlichern Wachstume seiner Früchte bedienete.

Allen denjenigen Acker, welcher ausserhalb der Aue lieget, nennet man Heide=Feld, wovon man am gehörigen Orte nachsehen kann.

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Avelaine, Avelane, Aveline, die Haselnuß; siehe Pfeil-IconCorylus.

Avelanéde Klassifizierung: 575 Einzelne Teile von und physiologische Systeme bei PflanzenDDC-Icon oder Valanéde, die Schale der Eichel, ingleichen der Kelch, worinn die Eichel sitzt. Siehe Pfeil-IconQuercus.

Aveline, L. Avellana, die Haselnuß; und Avelinier, die Haselstaude, siehe Pfeil-IconCorylus.

Avellana Mexicana, die Chocolade=Frucht; siehe Pfeil-IconCacao.

* Avena Klassifizierung: 584.9 Poales DDC-Icon Klassifizierung: 633.1 GetreideDDC-Icon , Fr. Avoine, Aveine, Engl. Oats, T. Haber, Hafer, Haffer, Haver, ist eine jedermann bekannte Gattung der Sommerfrüchte. Er treibet einen Stängel mit verschiedenen Knoten, und siehet dem Weizen, sowohl an Blättern als Stielen, gleich. An der Spitze oder dem Obertheile des Halms stehet die Aehre, die man Riffe, Raspe oder Rispe nennet, worinn lange, spitzige und weißliche Körner befindlich sind. Das Haber=Korn ist etwas länger, als das Gersten=Korn; dieses ist dagegen dicker, als jenes. Ein Gersten=Korn hat allein soviel, als 2 Haber=Körner, Mehl in sich, und an Schwere kann man in gutem Haber 3 Körner gegen 2 Gersten=Körner rechnen. Die Haber=Aehre stellet im Kleinen einen ordentlichen großen Fichten= oder Tannen=Baum vor, dessen untersten Aeste sich rings herum ausbreiten, die mittelsten weniger, und die obersten nur kurz, und die ganz obersten spitzig, in Form einer Pyramide, zeigen. Die untersten Haberähren=Ausschößlinge, Sprossen oder Rispen, haben mehrentheils 4 Aeste, die aus dem Stängel gewachsen, woran die stärksten 7, 8 bis 10, die schwächern 3, 4, 5 bis 6, auch mehrere, Körner bringen; nach 2 bis 2 1/2 Zoll höher hinauf, ist wiederum ein Ausschuß von dergleichen Sprossen oder Rispen, und zwar auf vorige Art, und weiter hinauf immer etwas kürzer, und nach einem Zoll höher am Gewächse auch eben also; noch höher nach der Spitze kommen wohl noch ein oder mehrere Ausschößlinge, oder kleinere und kürzere Sprossen; allein diese sind nicht so körnerreich, als wie die untersten, denn je weiter die Ausschößlinge, Sprossen oder Aeste in der Aehre hinauf kommen, je <2, 651> kürzer sind die Gewächsstängel, und folglich sind auch nicht der Körner soviel daran. Die untersten Ausschößlinge sind zuweilen 1/4 Elle, und wenn der Acker gut und stark ist, auch wohl noch länger, vom Stängel abgewachsen. Die Körner wachsen an langen schwachen Nebenstängeln, und gleichwohl sind dieselben so vest, daß gar selten ein Sprößlein mit seinen Körnern abbricht; sondern eher fällt das Körnchen aus der Spreu oder Hülse. Körner sind an einem Sprößling mehrentheils 2 und 2 bei einander; das eine ist lang, das andere kürzer; das kürzere ist am untersten Ende aus dem langen, vermittelst eines zarten Stielchens, herausgewachsen. Manchmahl geschiehet es, daß das kurze Körnchen mehlreicher und dicker, als das lange wird; auch benimmt das kurze Korn manchmahl dem langen die Kraft ganz und gar, so daß das lange nur eine leere Schale ohne Mehl ist. Die Krinsen, welche die Körner haben, stehen, wenn 2 Körner beisammen sind, auf einem Sprößchen gegen einander gewachsen; ist aber nur ein einziges Korn am Sprößchen, so drehet es die Krinse oder Narbe nach dem Stängel. Die Saamen=Capsul am Haber bestehet allemahl aus 2 Blättern oder Spreu=Hülsen; sie decken oder fassen entweder die zwei mit einander, oder auch nur einfach, gewachsene Körner. Die Haber=Aehren sind an Gestallt nicht alle einander gleich. Bisher habe von der Art, welche in zerstreueten Rispen nach Tannen=Bäume= oder Pyramiden=Art wächst, geredet; der sogenannte Bart=Haber hingegen hat nicht solche Aehren, sondern die Körner wachsen meist nach Einer Seite, doch unten breiter, als nach der Spitze. In der ersten Art Haber schießen die Aeste aus dem Hauptstängel nicht alle gleich rings herum, sondern übers Creuz, abwechselnd, oder über einander, aus.

Der Flug= Wind= oder Wild=Haber, wilder Haber, Habertwarch, L. Avena semine nigro C. B. Fr. Avoine sauvage, wächset nicht in allerlei Boden; <2, 652> nicht in nassem schweren, auch nicht im thonigten Harz=Lande. Er liebet leichten trockenen Boden und allerlei gut Mittel=Land. Aus diesem Umstande ist begreiflich, warum er nach harten Wintern, und besonders, wenn das Frühjahr darauf naß ist, um so viel häufiger wächset, und alsdenn beinahe alle Vorsicht und Mühe des Ackermanns zu Schanden macht; denn der Frost lockert den Boden auf, und die Nässe verursachet, daß auch der unter der Pflugschaar liegende hervorkeimet, und das ausgesäete Getraide bald überwächst. Er findet sich, wie anderes zu den Sommergewächsen gehöriges Unkraut, am häufigsten unter dem Sommer=, selten unter dem Winter=Getraide; es müßte denn lezteres sehr dünn und verwintert stehen, oder eine Fluth über die Stelle gegangen seyn. Er wird allezeit 14 Tage eher reif, als der Roggen, Weizen, Gerste und Haber, und fällt auch aus, ehe die andern Früchte geschnitten oder abgemähet werden, daher bekommt man ihn nicht in die Scheune. Wenn lezteres wäre, so würde ihm der Ackermann bei weitem nicht so gram seyn, denn die Pferde fressen ihn gern. Aber das ist die Beschwerde, daß er sich aus dem Stroh macht, sobald er die Sense klingen höret. Eben daher aber ist auch leicht zu begreifen, wie seine Vermehrung zum Erstaunen ist; denn wenn dieses Jahr der 6te Theil meines Getraides Wildhaber ist, so fällt vollkommen soviel und mehr aus, als zur Besäung des ganzen Ackers nöthig wäre, wenn ich nichts als Wildhaber davon erndten wollte. Wo er einmahl in einer Flur herrschet, bekommt man ihn leichtlich wieder, wenn man seinen Acker auch noch so sorgfältig davon gereiniget hat. Er ist leicht und rauch, mithin so gebauet, daß ihn der Wind heben und wegwehen kann. Artig ist es anzusehen, wenn man einige vollkommene Körner in eine warme Stube bringet, und alsobald auf einen Tisch, auf welchem sich keine rauche Decke befindet, hinleget; anfänglich werden diese Körner ganz ruhig liegen bleiben; sobald <2, 653> sie aber ihre an sich habenden Federlein oder gedreheten Grannen von sich strecken, so laufen sie auf dem Tische hin und her, als wenn sie lebendig wären; welche Bewegung durch den subtilen Wind, der durch die Fenster hindurch dringet, oder durch das Schnauben derer um den Tisch herum sitzenden Personen verursachet wird. Eben so gehet es mit den Körnern auf den Aeckern, welche, wenn sie in trockenem und dürrem Wetter ihre Federlein von sich strecken, gar leicht beweget, und wohl 200 und mehr Schritte fortgetrieben werden können. Sie laufen auf dem Lande hin und her, und bleiben nicht eher ruhig, bis sie hinter einen Klumpen Erde, allwo sie vor dem Winde sicher sind, liegen bleiben.

Er gehet meistens zu Anfange des Mai, doch manches Jahr auch früher auf, wenn nehmlich der Acker vor Winter gepflüget ist; sonst wartet er, bis das Pflügen geschiehet. Nach jedesmahligem Pflügen kommt neuer Windhaber nach. Ein Acker kann 2 bis 3 mahl in einem Sommer gepflüget werden, so daß fast alles Unkraut, das beim Pflügen grün war, verdorret; dennoch aber wächset immer neuer Wildhaber. Er ruhet auch von einem Jahre zum andern. Wenn Wintergetraide ausgesäet, oder ihm sonst die Jahreswitterung nicht anständig ist, so wartet er auf Sommergetraide und auf bessere Zeit. Der gemeine Mann glaubt, daß die Körner, welche an den untersten Rispen sitzen, das erste Jahr, die übrigen aber so, wie sie gegen den Gipfel der Aehre zu, immer höher über einander hängen, um so viele Jahre später aufgehen.

Klassifizierung: 632 Schäden, Krankheiten, Schädlinge an PflanzenDDC-Icon Die bisherigen Mittel zu Tilgung dieses schädlichen Unkrauts, sind theils sehr unvollkommen, theils zwar sicher, aber nicht von allgemeiner Anwendung. Sonst würde gewiß der Wildhaber längst ausgerottet seyn, da der Ackermann keiner Art von Unkraut mehr feind ist, als dieses, welches ihm oft seine Erndte dergestallt verderbet, daß er nicht viel mehr, als die Einsaat von <2, 654> seinem Getraide, und noch dazu ein taubes und schlechtes Korn, wieder erhält, oder wohl gar, welches noch kläglicher ist, genöthigt wird, seine Gerste zusammt dem Wildhaber abzumähen, und zu Heu zu machen. Indessen müssen doch gegen ein so wichtiges Uebel alle mögliche Gegenmittel zur Hand genommen werden.

1) Man kann den Boden so tractiren, daß er zur Erzeugung des Wildhabers beinahe ungeschickt wird. Ein sicherer Weg, aber ein schlecht Stück für einen Ackermann. Die Kunst bestehet darinn, daß man den Acker fein vest werden läßt, und so wenig pflüget als möglich. Mit dieser Manier kommt einiger maßen überein, daß man den Acker, besonders wenn er nicht allzu weit von Dörfern entlegen ist, den Winter über ungestoppelt liegen läßt, damit der ausgefallene Saame auf der Oberfläche bleibe, und währenden Frostes von Mäusen, Vögeln und allerlei Ungeziefer verzehret werde. Die Methode ist nicht unrecht; nur ist es dem Acker nicht heilsam, wenn er nicht zur rechten Zeit gestoppelt wird; und man erreichet auch den vorgesetzten Zweck nicht, im Fall die Aecker den Winter durch mit Schnee bedeckt sind.

2) Man kann sich mit der Aussaat des Getraides zuweilen darnach richten, daß der Wildhaber nicht aufkommen kann. Weizen und Roggen halten ihn für das Jahr zurück. Ein gleiches thut manchmahl auch die frühzeitig gesäete Gerste; denn da der Wildhaber meistens erst zu Anfange des Mai hervorkommt, so ist es, unter gewissen Bedingungen, die nur nicht alle in des Ackermanns Gewalt sind, möglich, daß die Gerste einen solchen Vorzug vor dem Wildhaber gewinnet, daß dieser zurückbleiben mus. Wenn der Winter hart gewesen, und das Frühjahr naß ist, und der Acker, wie man saget, die Trift, das ist: Fruchtbarkeit und Fettigkeit, hat, und wo man, wenns möglich, den Saamen zuvor einquellen und einbeizen kann, daß er desto eher aufgehet, da glaube ich, daß man die frühe Aussaat <2, 655> zum Gegenmittel gegen den Wildhaber allezeit wagen könne, und besser fähret, als mit der Spätbestellung. Nur kommt es eben, wie bei lezterer, ein wenig auf die Witterung an. Erreichet man seinen Zweck, so hat man für das Jahr eine bessere Erndte. Uebrigens ist es eine Palliativcur.

3) Es giebt Getraidearten, zwischen welchen man den Wildhaber aufwachsen läßt, die aber eher reif werden, als dieser zum Ausfallen kommt. Daher denn, weil beides mit einander abgemähet wird, theils keine neue Aussaat in den Acker, theils der Wildhaber in die Scheune kommt, und man kann ihn alsdenn zu Nutzen anwenden. Nur Schade, daß solcher Getraidearten nicht mehrere sind. An manchen Orten bauet man zu diesem Ende den Augusthaber, und will guten Nutzen davon gehabt haben. An statt dessen ließ jemand den Englischen sogenannten schweren Haber ins Feld säen. Dieser kam im Reifen dem wilden Haber zuvor, und übertraf sowohl den gemeinen weißen, als auch den August=Haber, in Körnern. Es stand viel Wildhaber darzwischen. Sobald aber der Englische Haber zeitig war, ließ er denselben zusammt dem Wildhaber abmähen, und es war noch kein Korn vom Wildhaber ausgefallen. Er erhielt beim Dreschen von einer guten halben Metze Englischen Haber Aussaat, 4 Metzen Englischen, und zugleich 3 Metzen Wild=Haber. Diese 3 Metzen Wildhaber konnten sich doch aufs künftige Jahr nicht wieder aussäen, und er ließ sie den Pferden füttern, anstatt daß unter andern Haber der Wildhaber jederzeit ausfällt, und man fast nichts davon als das leere Stroh in die Scheunen bekommt. Hierbei aber ist zu bemerken, daß man den Englischen Haber nicht in solche Aecker säen mus, wo er vor dem Wildhaber gar nicht aufkommen kann, sondern wo der Acker entweder nicht gar zu stark besaamet, oder durch andere Mittel schon etwas gereinigt ist, zum Nachsetzen, wenn man den Feind auf der Flucht hat.

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Klassifizierung: 636.084 FütterungDDC-Icon 4) Eine andere Manier ist auch nicht zu verwerfen, wenn man den Wildhaber entweder vorher, oder sobald er schosset, zur grünen Viehfütterung anwendet, oder zu Heu machet. Wenn, anstatt der altgothischen oder barbarischen Gewohnheit der geschloßenen Felder, ein Jeder den freien Gebrauch der Brache hätte, so könnte mancher, der seinen Acker überall voll Wildhaber hat, denselben erst als eine Wiese nutzen, und würde seinen Acker dadurch vieleicht eben so gut reinigen, als durch alles Abhüten und Auflockern mit dem Pfluge geschiehet. Ausser den Brachjahren mähet man, wie schon erwähnt worden, zuweilen im äussersten Nothfalle Getraide und Wildhaber ab, und machet Heu davon. Ein geschickter Hauswirth säet zu Zeiten Erbsen in Wildhaber=Aecker, und läßt, wenn die Erbsen aufwachsen, die Lämmer auf solche Gebreiten treiben. Diese rühren die Erbsen nicht an, sondern den Wildhaber solange weg, bis die Erbsen die Oberhand gewinnen, und den Wildhaber für das Jahr unterdrücken. Auch der einfältigste Ackermann weis den Vortheil, daß man wildhaberigte Aecker mit Wicken zu grünem Viehfutter besäen müsse; und es ist noch bei einigen ein Einwurf gegen die Klee=Aussaat, daß man Wickfutter säen müßte, um die Aecker zu reinigen.

5) Das Ausjäten thut auch seine Dienste. Zu diesem Ende mus man Gewächse aussäen, zwischen welchen gejätet werden mus; als: Lein, Rüben, Mohrrüben etc. . Nur daß dieses Mittel alle Jahre bei gar zu wenigen Aeckern anzuwenden stehet.

6) Hieher gehöret zugleich der Anbau solcher Gewächse, zwischen welchen gerodet wird; Kohl, Tartuffeln, Kohlrüben etc. Das Roden zernichtet den Wildhaber, und wenn auch zwischen dem Kohl hin und wieder ein Halm aufkäme, kann man ihn leichtlich ausziehen laßen.

7) Nicht minder thut die Sommerrübesaat ihre Dienste. Sie wird spät bestellet, und man zerstöhret <2, 657> also vorher den Wildhaber durch fleißiges Pflügen und Egen.

8) Endlich sind Brache und Spätbestellung die Mittel, zu welchen man das meiste Vertrauen hat, und am gewöhnlichsten seine Zuflucht zu nehmen suchet. Diese Mittel helfen; sie helfen aber nicht völlig, nicht immer. Die Erfahrung bezeuget, daß in denen Feldern, welche allezeit um das dritte Jahr brache liegen, nicht weniger Wildhaber stecket, als in den Jahrfeldern, welche alle Jahre bestellet werden; daher erkennet man, daß das Brachen an sich selbst den Wildhaber nicht ausrotte, sondern, wenn es ein Mittel dagegen seyn soll, es darauf ankomme, wie, wenn und wie oft gepflüget wird. Denn man darf sich nicht vorstellen, daß etwa das Abhüten währender Brache den Wildhaber zerstöhre. Mancher denkt, wenn er ein paarmahl mehr pflüget, wie andere Leute, so will er den Wildhaber zum Weichen nöthigen. Es kann gerathen; aber es ist auch mehrmahlen fehl geschlagen. Daher der gemeine Mann sagt, daß wer den Wildhaber am strengsten verfolge, den verfolge er desto ärger wieder. Das macht, daß durch das Auflockern des Bodens der Wildhaber in den Stand gesetzet wird, sich desto ärger zu bewurzeln; wenigstens hat der, welcher im künftigen Jahr aufgehen will, einen desto besser zubereiteten Boden. Die Erfahrung ist richtig. Es ist indessen nicht zu läugnen, daß das Pflügen ein gutes und nothwendiges Gegenmittel gegen den Wildhaber sey. Es kommt aber darauf an, daß durch den Pflug und die Ege der aufgehende Wildhaber theils zerrissen, theils auf die Oberfläche gebracht und von der Sonne gedörret werde. Daher mus man 1) pflügen, wenn der Wildhaber noch ganz jung, und seine aufsprossende Halme einem Zwirnsfaden ähnlich sind, daß sie leicht zerschnitten und zerrissen werden können. Wenn er sich erst bestocket hat, so zertheilet man die Stauden, und es wurzelt sich leicht eben so <2, 658> viel wieder an, als man etwa zerstöhret hat. Was einmahl jung zerrissen ist, gehet nicht wieder auf, man pflüge auch bei welcher Witterung man wolle; 2) mus man auf gut Wetter und Sonnenschein sehen, wenn er verdorren soll; und wenn das Wetter gut bleibt, einige Tage nach einander egen, bis alles, was nicht etwa mit dem Pfluge ganz untergebracht worden, Heu und Pulver ist.

In der Brache, auch wo man sonst Sommerrübesaamen säen will, hat ferner das wiederhohlte Pflügen den sichtbaren Erfolg, daß man vielen Wildhaber zum Aufgehen bringet, welcher sonst im folgenden Jahre erst aufgegangen seyn würde. Man ist aber deswegen für das folgende Jahr noch nicht ganz frei. Denn wenn auch alles, was in diesem Jahr keimet und aufgehet, den Winter über zu Grunde gehet, so lieget doch sehr viel Gesäme in dem Acker, daß immer noch genug für das folgende Jahr übrig bleibet.

Die späte Bestellung des Sommergetraides ist auch nicht allemahl nützlich, und man ist, bereits erwähnter maßen, mit der Frühbestellung unter gewissen Umständen glücklicher. Bestellet man spät, so hat man insgemein flaches und schlechtes Korn; das ist schon ein Schade. Allein der Wildhaber wird auch nicht sicher dadurch getilget, und denn ist der Schade noch größer. Bestellet man zu Anfange des Mai, so zerreißet man mit dem Pfluge vielen Wildhaber, aber es ist alsdenn noch vieler zurück, welcher nachkommt. Wartet man bis in die Mitte des Mai, so hat sich der Wildhaber bestocket, und das Pflügen ist ihm so gut, als wenn er umgepflanzt würde. Folget ein Regen, so klebet alles wieder an, und wächst hernach desto muthiger.

Man pflüget gemeiniglich den bestellten Acker, sobald man allzu vielen Wildhaber unter der aufgegangenen Saat vermerket, wieder um, wofern die Jahreszeit noch nicht allzu spät ist; und dieses gehet an, ohne daß man <2, 659> eine neue Aussaat von Getraide daran waget. Denn da der Wildhaber mit der Wendefurche etwas tiefer untergebracht ist, als die Gerste oder Haber bei der Saatfuhr: so fasset man mit dem Pfluge unter die Wurzeln des Getraides, daß solches zwar umgestürzt, aber nicht zerschnitten wird. Vom Wildhaber hingegen wird sehr vieles zerschnitten, oder, weil er schon länger ausgewachsen ist, als das keimende Getraide, herausgeeget, um zu verdorren. Nach Beschaffenheit der Umstände, wenn man fürchtet, daß die Saat Schaden gelitten, oder wofern man dieses Verfahren zweimahl wiederhohlen müßte, giebt man dem Acker noch den halben Saamen nach. Ja zuweilen wird beides mit einander umgepflüget und ausgeeget, und der Acker aufs neue mit der völligen Aussaat bestellet.

Aus diesem allen siehet man, daß in der ganzen Ackerwirthschaft kein skeptischer Ding ist, als der Wildhaber. Ich will also zeigen, wie man sich alle diese bisherigen Anmerkungen zu Nutze machen müsse, um ihn, da er sich nicht mit Gewalt tractiren läßt, methodisch und standhaft zu verfolgen. Es kommt vornehmlich darauf an, daß man sich nicht vorstelle, man wolle den Wildhaber allemahl gleich in Einem Jahre, oder durch Einen Versuch, aus dem Acker bringen. Denn der Saame lieget in allzugroßem Ueberfluß darinnen, und man kann ihn nicht alle in Einem Jahre zum Aufgehen bringen. Je mehr man aber zum Aufgehen bringen kann, desto besser ist es; nur mus man sehen, daß er sich nicht wieder besaamet, und beim Pflügen und Egen, soviel möglich, auf trockne Witterung Acht haben, damit das Aufgegangene, was nicht mit dem Pfluge zernichtet wird, doch größtentheils verdorre, und sich nicht aufs neue bestaude. Demnächst mus man den Schaden, den der Wildhaber an der Erndte, es sey auf eins, oder mehrere folgende Jahre, verursachen würde, gegen denjenigen abwägen, den der Gebrauch einiger Gegenmittel nothwendig mit <2, 660> sich führet; damit man desto herzhafter ein kleineres Uebel, statt eines größern, erwähle. Vor allen Dingen aber mus man den Acker etliche Jahre nach einander mit solchen Getraidearten besäen, die theils den Wildhaber nicht aufkommen laßen, theils zeitiger abgemähet werden, als der Wildhaber ausfällt, theils mit solchen Gewächsen, zwischen welchen er ausgejätet oder durch die Hacke verderbet werden kann. Dergleichen Bestellung wäre nach der Brache, Weizen. Das folgende Jahr Lein, darnach Roggen, endlich wieder Brache, und so fort. Oder 1. Weizen, 2. Englischer Haber, 3. Brache, 4. Roggen, 5. Mohrrüben, 6. wieder Brache. Kurz, man kann immer mit Brache, Winterfrüchten, und solchen Sommergewächsen, als Englischen Haber, Augusthaber, Sommerrübsen, Tartuffeln, Möhren, Lein, Kohl, Wickfutter etc. abwechseln. Und die Erfahrung zeiget den Nutzen dieser Methode. Wo man in der Nähe von Städten alles Ackerland wie Gartenland tractiren kann, hat man wegen des Wildhabers keine Sorge. Das Graben, Hacken, Jäten, und verschiedene bald die Oberhand gewinnende Gewächse laßen ihn nicht aufkommen. Von leztern hat man besonders die Schminkbohne zu Tilgung allerlei Arten von Unkraut sehr vorzüglich befunden, mit welcher, besonders der Staffelbohne, sich die so verdrüßliche Weißwurzel (Campanula rapunculoides), die sonst eine Plage der Gärtner ist, und viele andere Arten von Unkraut, sehr glücklich ausrotten laßen. Die allerbequemste und sicherste Art ist endlich die Bestellung eines mit dem Wildhaber allzusehr behafteten Ackers mit perennirenden Futterkräutern. Die ersten paar Jahre gehet der Windhaber mit auf, und wird etliche mahl mit abgemähet, welches der Fütterung im mindesten nicht schadet, sondern solche dem Viehe desto angenehmer und verdaulicher machet. Nachher siehet man keinen Wildhaber weiter, und wenn nach 10 oder 12 Jahren der Acker wieder umgepflüget und <2, 661> mit Getraide bestellet wird: so hat man auf etliche Jahre von dem Wildhaber keine Noth, wenn nur von des Nachbars Acker keine neue Einsaat wieder zugeführet wird.

R. Abhandlung vom Wildhaber, st. in D. G. Schrebers neuer Cameralschr. XI Th. S. 185--200.

Vom Wildhaber, s. auch Leipz. Samml. VII B. S. 411. J. A. Grotjans Land= und Garten=Calender, 2 Th. S. 126--132, und C. Reicharts Land= und Garten=Schatz, 3 Th. S. 31--36.

Vom Tauben= oder Gauch=Haber, L. Avena fatua oder sterilis, Aegilops, Fr. Fetu oder Avoine sterile, siehe Pfeil-IconFestuca.

Klassifizierung: 633.3 Hülsenfrüchte, verschiedene andere Futterpflanzen außer Gräsern und HülsenfrüchtenDDC-Icon Der Grau=Haber unterscheidet sich in 2 Sorten, nehmlich 1) den Halbrecht, und 2) den Bart= oder Rauch= oder Purr= oder Sand=Haber, welcher sonst auch den verächtlichen Nahmen Mückenbein führet. Bei diesem sehen die Aehren einem großen Husaren= oder Grenadier=Barte, welcher am Backen breit und dick, vorwerts aber schmäler und spitziger ist, nicht unähnlich; doch hat von einem solchen Barte der Haber nicht seinen Nahmen, sondern vielmehr, weil das Korn viel Bart, oder langes, auflockerndes und leichtes an sich hat; denn auf den langen Körnern ist auf der runden oder glatten Seite ein recht langer Grahn oder Grachel, wie ein starkes Pferdhaar, gewachsen, welcher im Fort= oder Zumessen, viel im Maaße vortheilet, oder Auflockerung machet. Der Rauch=Haber wird häufig in schlechtem Lande gebauet, giebt wenige, aber wohlschmeckende Grütze, und füttert ungemein gut. Dabei hat er noch diesen Vorzug, daß, weil er viel Frost vertragen kann, ja, es ihn gar nicht hindert, wenn er auch abfrieren sollte, man ihn daher sehr zeitig säen kann. Das ganz schlechte Sandland würde den Kleebau bei brennenden Jahren, in welchen der zu starke Dünger mehr schadet, als hilft, so ungewiß als kostbar machen; der Bau des Rauch=Habers hingegen ist gewisser. Man nehme 1) alle 14 Tage 1 Morgen, 2, 3, 4 mahl nach dem Verhältnis <2, 662> Viehes und Saatlandes; 2) nicht das beste Land, aber auch nicht todten rohen Sand, sondern mittelmäßiges Sandland und Dünger. 3) Am Ende des Märzes kann derselbe schon gesäet werden. 4) Man säet ihn dicker, als gewöhnlich. 5) Man mischet auf 1 Morgen 1/8 Metze kleine schwarze sogenannte Vogel= oder Schir=Wicken darunter. 6) Ehe er schosset, in den lezten Tagen des Maimonaths, wird er abgemähet, und kommt noch einmahl wieder; ja in gutem Lande und günstiger Witterung wohl das dritte mahl, aber kurz, und fein von Stängeln. Beide Erndten, nebst der dritten, wenn sie folget, geben überaus vieles und kräftiges Futter, grün und trocken gemacht, weil solches recht in der Kraft gemähet wird; insonderheit die Wicken, welche so gut als das beste Heu, und oft noch besser, sind. Dieser Haberbau hat vor dem Kleebaue gewisse Vorzüge; denn 1) nimmt der Haber mit schlechterm Lande und wenigerm Dünger vorlieb; 2) die Saat ist nicht so kostbar; 3) schicket sie sich für alle Oerter, und vornehmlich gut für Leute, die kein anderes als Moor= und Heide Gras zur Weide haben, welches nach Johannis keine Kraft mehr hat, und schon vor Johannis nur wenige. 4) Ist bei dem Haberbau, grün und trocken gefuttert, weniger Mühe und Gefahr. Der Klee mus in Laken oder Körben eingetragen werden, brennt sich leicht, und so ist er ein Gift; der Haber hingegen wird in Garben eingebunden, und läßt sich mehr und bequemer tragen. Der Klee ist auch an sich schwer zu trocknen. Ist es naß Wetter, so verfault er auf dem Halme, wird in Schwaden gelb und schwarz, und verlieret seine Kraft; der Haber hingegen kann mehr Regen vertragen. Ist es zu heiß, so brennen die kleinen Blätter und Kleeblumen zu Pulver, so daß man nur die groben Stängel erndtet, welche das Vieh verschmähet. Der Klee ist so zart, daß er nicht viel betreten werden will, welches man doch gleichwohl nicht füglich verhüten kann; die Kleestaude wird davon zerquetscht, daß sie einfaulet <2, 663> und stirbt: der Haber hingegen ist nicht so weichlich, sondern kann in diesem Punct schon etwas vertragen. Der Klee, wenn man ihn zum Winterfutter trocknen will, verursachet viel Mühe; mähet man ihn zu jung und zu früh ab, so fällt er sehr zusammen; läßt man ihn zu alt werden, so hat er grobe Stängel, wornach das Vieh nicht sonderlich lüstern ist: beides darf man beim Haber nicht besorgen. 5) Giebt das Haberfutter eine nicht so wässerige Milch, und folglich mehr Butter, als die viele Klee=Gruse, und weil solches von Geile nicht allzu stark, wie der Klee, so verzehret das Vieh selbiges, grün und trocken, rein auf; den Klee hingegen nicht.

Von dem Anbaue des sogenannten Purrhabers in dem leichten Boden der Sandgegenden, und dessen Nutzen, st. im 5 S. des Hannov. Magaz. v. J. 1770.

Phil. Ernst Lüders Abhandlung von dem Anbau des Purrhabers in dem leichten Boden, und dessen vorzüglichen Nutzen, st. in dessen Abhandl. u. Bedenken über das Ackerwesen etc. Flensb. u. Lpz. 1765, gr. 8. S. 268--280.

Hrn. Amtm. Neumanns Bemerkungen vom Rauchhaber: st. im 164 St. der Oecon. Nachr. 1762, 8. S. 529--531.

Von dem Seeländischen Sandhaber, s. die 2 Samml. des I B. der Kön. Großbritt. Churf. Brschw. Lüneb. Landwirthschaftsgesellschaft Nachr. etc. Zelle, 1769, 8. S. 117--120. und 3 Samml. S. 330--332.

Tolle, vom Anbau des rauhen Habers auf dem Sande: st. in derselben II B. 3 Samml. S. 342--345.

Der Schwarz=Haber, L. Avena nigra C. B. & J. B. sylvestrior nigra CAESALP. wird wiederum in zwo verschiedene Sorten eingetheilt. Die erste ist der sogenannte Augst= oder August=Haber, welcher kohlschwarz an Farbe, nicht allzudickschälig und so vollkommen an Körnern ist, daß er vielmahls der nicht zum besten gerathenen Gerste nicht viel nachgiebt, sonderlich, da seine Körner ziemlich rund fallen. Er hat, sonder Zweifel, den Nahmen vom August=Monath, zu dessen Anfang, oder wenigstens im Mittel, er zu seiner vollkommenen Reise gediehen ist, ob er gleich noch sehr spät gesäet werden kann; und würde er nothwendig allen übrigen Arten des Habers vorzuziehen seyn, wofern nicht dieses besondere <2, 664> Risico dabei wäre, daß ihn, bei dessen herannahenden Reife, auch ein mäßiger Wind völlig ausschlagen könnte, oder zur Erndtenzeit, auch nur 24 verabsäumte Stunden, ihn nicht mehr in den Rispen, sondern auf dem Felde liegend, anträfen.

Die zweite Sorte des Schwarz=Habers ist der Eichel=Haber, welcher vermuthlich diesen Nahmen von seiner harten Schale hat, welche, in gewissen Grad, der Schale einer Ecker noch wohl zu vergleichen ist. Die äussere Schale ist zwar schwarz, jedoch übertrifft ihn der Augst=Haber noch an Schwärze; und dazu sind auch in diesem Habergeschlechte niemahls alle Körner kohlschwarz, sondern im Gegentheil sehr viele davon so weiß, als der schönste Weiß=Haber; gleichwohl aber sind und bleiben auch diese weiße Körner ein vollkommener Eichel=Haber; ja, man bemerket zuweilen, daß in fetten Boden, und bei, durch untermischten Regen, temperirter Witterung, weit mehrere weiße Körner gewonnen werden, als sonst in magern Boden und trockenern Jahren geschiehet. An Körnern ist dieser Haber, nach dem Augst=Haber, unter allen der vollkommenste, und muß der Weiß=Haber, der doch sonst zuweilen auch sehr schön ist, besonders gut gerathen seyn, wenn er ihm an Größe etwa beikommen soll. Dem innerlichen Gehalt nach ist er zwar noch wohl reicher, als der Weißhaber, doch aber auch etwas härter, als dieser, welches jedoch seine wahre Güte eher vermehret, als verringert, indem er dadurch nahrhafter wird, und die Pferde, bei einerlei Quantität des Futters, bei dem Eichelhaber allemahl besser, als bei dem Weißhaber, zu gedeihen pflegen. Noch härter aber ist die äusserliche Schale, maßen diese Sorte Haber, unter allen übrigen, der dickschäligste ist. Er ist daher auch nur bei jungen und muntern Pferden, und die in ordentlicher Wartung stehen, mit Nutzen zu füttern; für alte abgetriebene Acker= oder Fuhrmanns=Pferde aber, und denen öfters nicht einmahl die nöthige Zeit zum Fressen <2, 665> gegönnet wird, ist er freilich nicht. Uebrigens haben die Körner keinen sogenannten Bart, als der eigentliche Barthaber, sondern sind so glatt, und von eben der Proportion, als der Weiß= oder Grau=Haber. Er wird zwar zu einerlei Zeit, als der andere Haber, gesäet; es ist aber gleichwohl besser gethan, wenn man den Eichelhaber etwas bei Zeiten in die Erde bringen kann. In dem Auswurf observiret man gleiche Maaß, als mit allem übrigen Haber; nur mus man dabei gehörig auf die Größe der Körner sehen. Den Boden darf man nicht anders wählen, als man ihn zu andern Haber nimmt. Ein gutes geschlachtes Kornland ist ihm allerdings am angenehmsten; und je tragbarer das Feld ist, desto besser geräth er auch nach der gemeinen Eigenschaft alles Getraides. Er nimmt aber auch andern bequemen Boden an, wie man ihn denn auch in einem etwas steinigten, doch tragbaren, Felde an Rispen und Körnern sehr vollkommen findet, ob er gleich übrigens etwas dünner, als gehörig, stehet. Mit kalten und sehr nassen Boden aber ist er gleichwohl nicht recht zufrieden, maßen er darinnen leicht versauert, und gern zweiwüchsig wird. Ueberhaupt liebet er zwar ein trocknes und warmes Land mehr, als ein feuchtes, es mus aber bei seiner Wärme auch nicht allzu locker seyn, daher nicht zu rathen stünde, ihn auf den bloßen Sand zu bringen. Eine derer Haupttugenden dieses Habers ist wohl diese, daß er das Feld, nach Art des andern Habers, weder wüstet, noch aussauget, sondern man findet im Gegentheil das Stoppelfeld davon in allen Jahren besonders mürbe und locker, verspühret auch sonst keine mehrere Auszehrung, als sonst etwa von dem ordinairen Winterkorn. Das Stroh am Eichelhaber ist zwar etwas stärker und härter, als am Weiß= oder Rauch=Haber; der Unterscheid aber ist gleichwohl eben nicht so gar beträchtlich. Die Rispen aber sind allemahl um ein ansehnliches größer und vollkommener, als bei den übrigen beiden Sorten. Unter die Vorzüge des Ei<2, 666>chelhabers ist sonder Zweifel auch dieser mit zu zählen, daß ihm das Wild auf dem Felde nicht soviel Abbruch thut, als dem andern Haber. Ob es ihn etwa zu hart, oder sonst nicht nach seinem Geschmack findet, will ich nicht untersuchen; unterdessen ist die Sache an sich selbst gewiß. Wer ihn mit Vortheil einerndten will, mus ihn auch zu seiner rechten Reife gelangen laßen, und darf er nicht eher gehauen werden, als bis die Körner vollkommen schwarz, und die Schlossen weiß werden. Denn anstatt, daß er sonst im Schwade reifen sollte, wie man etwa vom andern Haber, doch meines Erachtens ebenfalls ohne Grund, wie ich unter dem Articul Weiß=Haber zeigen werde, vorgiebt: so welket er vielmehr, wenn er unreif gehauen worden, erstaunend sehr ein, behält eine bleiche lichtbraune Farbe, und wird über die maßen spitz und dürftig. Es hat auch bei ihm mit dem Ausfallen bei weitem die Gefahr nicht, als etwa bei dem August=Haber, und 4 bis 5 Tage nach seiner vollkommnen Reife conserviret er sich noch ganz vest in den Rispen. Ja, er mus ebenfalls nach dem Hiebe noch einige Tage im Schwade rösten, daß er sich im Drusch abschlage, und aus den Schlossen gehe.

Gemeiniglich wird er zu Anfange des Augusts, und also noch in der Korn=Erndte, oder wenigstens mit dem Sommerkorne zugleich, reif. Mithin brauchet er zu seiner Reifung beinahe 4 Wochen weniger Zeit, als der Weißhaber, welches auch wohl die Hauptursache ist, warum dieser Eichelhaber im Meißnischen Erzgebirge so stark erbauet wird, weil in dasigen Gegenden die Kälte vielmahl so zeitig eintritt, daß das andere Getraide nicht einmahl zu seiner Reife kommen kann. Zudem wird daselbst auch viel Haber=Brod gegessen, worzu sich dieser Haber, seiner großen und mehlreichen Körner wegen, am besten schicket. Was endlich das Verhältnis des Eichelhabers gegen die andern Haber=Sorten, sowohl die Schocke, als den Ausdrusch betreffend, anbe<2, 667>langet: so ist zwar gewiß, daß der sogenannte Bart=Haber unter allen Arten der ergiebigste ist; denn ob er gleich noch so wenig Schocke bringet, so ist doch hingegen der Ausdrusch oftmahls ganz erstaunend. Gleichwohl ist und bleibet es an sich die schlechteste Sorte des Habers, welcher auch nur an denjenigen Orten erbauet wird, wo kein anderer wachsen will. Ich will also anizt auch nur die beiden bessern Sorten, nehmlich den Schwarz= und Weiß=Haber gegen einander vergleichen. Und da findet sich gemeiniglich, daß der Weißhaber zwar mehr an Schocken, der Schwarzhaber aber mehr an Körnern bringet. Man kann nehmlich in Mittel=Jahren auf 1 Scheffel Dresdner Maaß Aussaat Weißhaber, 1 Schock, 3 Mandeln zur Erndte rechnen. Auf 1 Scheffel Eichelhaber aber gewinnet man nicht mehr als 1 Schock, 2 Mandeln. Hingegen drischt man aus einem Schocke Weißhaber nur 4 Scheffel; aus einem Schocke Schwarzhaber aber 5 Scheffel aus. Wenn man nun also rechnet:

Pfeil-Icon[Tabelle 1 in Avena]

so findet sich, daß man an einem Scheffel Aussaat Eichelhaber noch 2 Viertel mehr gewinne, als an einem Scheffel Aussaat Weißhaber. Die Ursache dieses Ueberschusses aber ist in der Vollkommenheit der Rispe und Größe der Körner zu suchen. Und überhaupt bemerket man, daß je dünner der Eichelhaber auf dem Felde stehet, er desto vollkommener an der Rispe werde.

Schlüßlich ist noch anzumerken, daß 3/4 Metze Eichelhaber am Gewichte gleich eine ganze Metze Weißhaber austrägt, welches zu der Zeit, wenn der Miliz die Na<2, 668>tural=Verpflegung zugewogen wird, in der Quantität schon etwas bewirket, auch ohne Bedenken mitgenommen werden kann, weil die Güte der Körner den Abgang am Maaße ganz reichlich ersetzet.

Nachricht vom Eichel=Haber, st. im 10 St. der Oecon. Nachr. Lpz. 1750, 8. S. 732--741.

Der nackende oder nackte Haber, L. Avena nuda, wird meistentheils nur in England gebauet. Dort hat man schon vor Alters in der Provintz Kent von der Cultur dieses Gewächses nützlichen Gebrauch gemacht, wie aus Lobels adversariis stirpium, S. 9. erhellet. Nach Ray' s Zeugnisse, in synopsi stirpium britannicar. ed. 3. p. 389 geschiehet es auch in der Provinz Cornwall, wo ihn die Einwohner Pillis oder Pilcorn nennen, und nicht geringer, als den Weizen, verkaufen. In Millers Gärtnerlexicon Th. 1, S. 321 der teutschen Uebersetz. in 4. ist folgende Nachricht davon befindlich: „ Der nackete Haber ist seltener, als die übrigen Sorten, besonders in den südlichen Theilen von England. In den nordlichen Theilen von England, Schottland und Wales aber, wird selbiger in Menge gebauet. Man schätzet diese Sorte besonders deswegen, weil sich die Körner rein aus den Hüllen dreschen laßen, und nicht erst in die Mühle gebracht werden dürfen, wo man Habermehl oder Grütze machet. Man bekommt zwar von einem Morgen Landes an Körnern nicht so viel, als von dem gemeinen Haber, weil die Körner klein und nacket sind, und also in dem Maaß näher zusammengehen; allein, was am Maaß abgehet, wird durch seine Güte wieder ersetzet ”. Hierbei ist zu bemerken, daß der Uebersetzer dieses Lexicons, diesen Haber Augst=Hafer genennet; allein, es sind dieses zwo unterschiedene Arten.

Der nackte Haber unterscheidet sich von diesem und allen übrigen dadurch, daß das Saamenkorn gleichsam nackend sitzet, d. i. ausser seiner eigentümlichen sehr zar<2, 669>ten Schale, keine dergleichen spelzenartige daran vest verwachsene Bedeckung hat, wie die übrigen Habergattungen. Er ist eine natürliche Habergrütze, bei dessen Anbau man aller Mühe und Arbeit überhoben seyn kann, die diese nahrhafte und gesunde Speise erfordert, wenn sie aus einer oder der andern Art von Haber, durch die Absonderung der Hülsen vom Mehle auf der Mühle, zum Gebrauch in der Küche geschickt gemacht werden soll. Es wird bei diesem Haber, welcher aus lauter Mehl ohne merkliche Hülse bestehet, nichts als das bekannte Küchengeschirr, der Durchschlag, erfordert, um ihn so zur Speise zuzubereiten, wie die durch die Kunst verfertigte Habergrütze. Das von diesem gedörrten Haber gebrauete Bier, preiset Lobel, a. ang. O. für das allerbeste an.

Dan. Gottfr. Schrebers Nachricht von dem sogenannten nackten Hafer, der oeconomischen Societät zu Leipzig bei der allgem. Versamml. d. 7 May 1765 vorgelesen: st. n. e. Kupferabbild. in dessen Neuer Cameralschr. V Th. Halle, 1766, 8. S. 333--340.

Was endlich den Weiß=Haber betrifft, so unterscheidet sich derselbe in den schweren oder Englischen, und den ordinairen oder gemeinen Haber. Der schwere oder Englische Haber, unterscheidet sich in der Größe und Mehlreichheit der Körner vor allen andern Arten des Habers sehr, wie man denn auch gegen diese in der Futterung nur die Hälfte brauchet, oder sonst die Pferde damit überfüttern würde. Herr Pr. Schreber hat diesen Haber gegen Gerstenkörner von der besten Art abgewogen, und den Haber allezeit schwerer, als die Gerste befunden. Bei etliche mahl mit vollen Körnern angestellten Versuchen, ist gemeiniglich zwischen 50 vom Haber, und 60 von der Gerste, eine Gleichheit gewesen. Eine ausführliche Nachricht von dem Nutzen und Gebrauche des Englischen weißen Habers nach angestellten Versuchen zu Lunden, von Hrn. Gerh. Willemot, findet man im XIII B. der übers. Schwed. Ab<2, 670>handl. a. d. J. 1751, S. 240--243. Der Herr Verf. derselben erweiset: 1) daß er sich viel stärker, als andere Arten, vermehre; 2) daß er größer und körnigter, als der gewöhnliche, auch zum Bierbrauen sehr dienlich sey; 3) daß er nicht allein bessere Grütze, sondern auch gutes Futterstroh gebe; die Stoppel, so von diesem Getraide kommt, wenn man es schneidet, sey insbesondere den Schafböcken zu geben dienlich, wenn sie die Schafe im Herbste bespringen, weil sie davon viel brünstiger werden; auch sey es dienlich, sie damit zum Schlachten zu mästen. Er merket auch zugleich mit an, ehe man ihn aussäete, müste er ungefähr einen Tag lang in Mistwasser eingeweichet werden. Sobald er etwas getrocknet ist, säet man ihn ganz dünn auf den Acker, wie man Dinkelgerste säet, und eget ihn etwas tief ein. Nach verrichteten Säen läßt man den Acker einen Tag oder mehrere liegen, nachdem sich die Witterung anläßt, und darauf die Ege von neuem über ihn gehen. Er lieget lange in der Erde ehe er aufgehet, alsdenn aber schosset er desto schneller. Wenn er erst in die Höhe kommt, ist er von andern Gersten= und Haber=Arten durch seinen starken Wuchs, seine großen breiten Blätter und dunkle Farbe sehr zu unterscheiden. Einige Versuche mit diesem Haber hat Herr Professor Schreber im J. 1757 angestellt, und in dem 25 St. der Hannov. nützl. Samml. v. J. 1757, S. 398, f. Nachricht davon ertheilt, so wie von denen in den Jahren 1758, 59 und 60, im 2 Th. seiner neuen Sammlung etc. S. 432. Hr. St. H. v. W. zu S. berichtet davon an Hrn. Schreber, unterm 5 Jan. 1762. daß er davon im Garten soviel gebauet, daß er nun im Felde schon einen Versuch damit machen könne; er habe die Körner gesteckt, und es sey derselbe so stark gewachsen, daß die Blätter über einen guten Zoll breit, und die Stängel wie starkes Rohr geworden; jedoch seyn sie vom Winde zerknickt worden, daß er ihn an Stäbe an<2, 671>binden laßen müssen; aus einem Korne wären 10 bis 12 Halmen gewachsen, und die großen Stängel hätten über 100 Körner gehabt.

Anmerkung von dem Englischen Haber, st. in No. 16 des Lpz. Int. Bl. v. J. 1764, S. 150, f.

Der ordinaire oder gemeine Weißhaber, weisser, gelber oder glatter Haber, März=Haber, Avena vulgaris vel alba C. B. sativa & prima TRAG. Avena frumentum CORD. Avena vesca LOB PARK. wird zwar unter den sämmtlichen Feldfrüchten für gering geachtet; aber wer die Wirthschaft recht verstehet, wird ganz anders davon urtheilen, sintemahl sehr oft die Gerste nicht halb so viel Nutzen einbringet, wenn dieselbe auf das beste Land nur zu unrechter Zeit gesäet worden ist, als wenn Haber, welcher eben nicht so ekel in Ansehung der Witterung ist, dahin gesäet worden wäre, und da zumahl der Haber öfters das 10te ja 12te Korn trägt, und sich also vortrefflich löset, so mus in der That diese sehr nutzbare Frucht nicht für gering geachtet, oder, wie insgemein geschiehet, so gar schlecht tractirt werden. Er wächst zwar überhaupt in allen Ländern, und zwar fast auf allen Boden, und trägt auf den meisten gut zu, wo man nur irgend eine Kornerndte erwarten kann. Insgemein wirft man ihn in das allerschlechteste Land; und wo sonst nichts wachsen will, da bringt man Haber hin; allein, wenn man ihm einen bessern Boden widmete, würde er auch besser gerathen, als gemeiniglich geschiehet. Es ist ein sehr irriges Vorurtheil, das wir von ihm haben, als ob er schlechterdings nur ein schlechtes Land verlange, und allen guten Boden verwürfe. Die Erfahrung hat gezeiget, daß er in einem guten Lande so schön gerathen sey, als er in eben solchem Jahre in einem schlechten Felde jämmerlich gestanden hat. Und es haben ja schon unsere Vorfahren gewußt, daß ein schlechter Haber in besserm Boden wieder besser an Körnern werde, ein guter Haber aber in schlechtem <2, 672> Boden auch wohl gar ausarte. Da sich nun der Preis des Getraides gewisser maßen auch nach der Güte desselben richtet, der Haber auch noch endlich allemahl, in Proportion seines Gedeihens, auch noch sein Geld gilt: so thut man unstreitig besser, wenn man ein äquivoques Feld, d. i. ein solch Stück Land, welches z. E. noch etwa Gerste tragen könnte, doch aber davon noch keine gewisse Frucht verspricht, statt der Gerste mit Haber besaamet, so ist man desto sicherer, und risquiret weder Saat noch Frucht. Kurz, man wird am Haber niemahls einbüßen, wenn man ihn auch gleich in das beste Weizenfeld säen wollte. Ein ungezweifelter Beweis, daß er auf reichem Lande gut fortkommt, ist der, daß er gemeiniglich zuerst gesäet wird, wenn die reichsten Felder und Wiesen aufgebrochen werden, um, wie man saget, ihnen ihre Schärfe zu benehmen; Weizen würde darauf blos ins Stroh schiessen. Auf einem nassen und sumpfigen Boden thut der Haber niemahls gut, indem die Körner zum Theil bald, und zum Theil langsam, aufgehen, folglich derselbe nicht zu Einer Zeit reif wird. Es ist also am besten, solche Aecker hierzu zu erwählen, wo vorher Winter=Weizen oder Roggen gestanden.

Klassifizierung: 636.0845 Weidehaltung von TierenDDC-Icon Wer viel trockene Wiesen von hartem Erdreiche hat, und nicht im Stande ist, weder ihnen mit Dünger zu helfen, noch sie zum Acker zu brauchen, nutzet sie am besten zu Haberlande, wenn er sie im Herbste mit dem Pfluge durchackert, nachdem alle die andern Aecker bestellt sind. Im Frühling wird der Haber gesäet und eingeeget. Nach der Erndte läßt man das Feld bis zum andern Jahre ruhen, und kann mittlerzeit Vieh darauf weiden laßen; aber keine Schweine. Auf diese Art erfrischet sich das Erdreich in solchem harten Lande, weil die Graswurzeln und Stoppeln, indem sie verfaulen, selbst guten Dünger geben, und ein Stück Land, das, nach der Versicherung des Hrn. Triwen, im IV B. der übers. Schwed. Abhandl. S. 41, nicht 3 Lis<2, 673>pfund Heu trug, eine vollkommene Wagenladung Haber mit Stroh und Frucht geben kann.

Klassifizierung: 631.51 BodenbearbeitungDDC-Icon Wenn der Haber nach einer Frucht von Weizen, Roggen oder Gerste gesäet wird, so pflegt man gemeiniglich um den Anfang des Februars einmahl zu ackern, um die Stoppel umzuwenden, und den Saamen auf zweimahl breit zu säen. Nach der ersten Saat wird er ein= und nach der zweiten 5 bis 6 mahl eingeackert. Dabei ist zu merken, daß ein= bis zweimahl mit der Ege queer über die Furche gefahren wird, um die Klumpen zu zerschlagen, und den Saamen zuzudecken; die übrigen mahle aber bleibt es nach der Linie, wie die Furchen gehen, damit nicht die Stoppel heraus auf die Fläche kommen möge. Doch dürfte es wohl den Wirthschaftsregeln gemäßer seyn, die Stoppel im Herbste einzuackern, damit sie im Winter faulen kann, und das Feld gleich vorher, ehe der Haber gesäet wird, noch einmahl zu ackern, und gut zu egen. Dieses macht den Erdboben klärer, und zu der Aufnahme der Körner bequemer. Die darauf erfolgende reichlichere Erndte wird die, einmahl mehr angewendeten, Ackerkosten reichlich ersetzen. Herr Dühamel, im VI Th. seiner Culture des terres, S. 2 merket an, es wisse jeder Landwirth, obwohl wenige darnach thäten, das alles Sommergetraide auf solche Weise sehr gebessert würde; alsdenn führet er das Beispiel eines von seinen guten Freunden, des Hrn. v. Elü, an, der sein Haberfeld zum Theil dreimahl habe ackern laßen; das Jahr 1759 wäre ganz besonders trocken und für das Sommergetraide gar nicht günstig gewesen, doch wäre sein Haber gut gewachsen, hätte vollkommen wohl ausgehalten, bis er ganz reif gewesen wäre, und hätte sehr viel Körner gegeben. Wenn Haber auf Brachfeld, oder auf solches, das neu aufgerissen ist, wie es oft geschiehet, gesäet wird, so ackert man vorher einmahl im Jänner, wenn die Erde feucht ist, um die Schwarte umzuwenden. Die Ege mus eben so geführt <2, 674> werden, wie die Furchen liegen, oder doch sehr wenig die Queere gehen, damit nicht der Rasen heraus komme. Doch auch dieses heißt nicht gut gewirthschaftet. Denn diese Saat geschiehet doch hauptsächlich, als eine Vorbereitung zu anderm Getraide, und dazu würde der Erdboden viel besser bestellt werden, wenn der Schwarte Zeit zu verfaulen gelaßen würde. Denn die Graswurzeln werden den Wurzeln des Getraides nicht verstatten, tief in die Erde zu dringen. Haberacker mus, wenn er gleich ins Beet fertig geackert worden ist, einige Tage, ehe man säet, liegen bleiben, damit die Furchen von der Sonne und Luft erwärmet und trockener gemacht werden. Wenn der Haberacker lehmartig ist, da thut man sehr wohl, wenn man solchen noch vor Winters ordentlich ins Saamenbeet pflüget; der Lehm wird durch den Frost angegriffen und mürbe gemacht; und wenn man solchen im lezten Winter, nehmlich im Februar, oder März, säet, so zerfallen die sonst vesten Furchen, wie Märgel, von einander; hingegen sind lehmartige Aecker im Frühlinge oder lezten Winter sehr schwer zu ackern; es sind die Furchen schleußigt, und gleißen vor Fettigkeit; wenn auch die Ege darauf etliche mahl hin und her geschleppet wird, so bleiben die Furchen doch als Bänke liegen; ja, wenn die Luft und Sonne darauf fällt, so wird der lehmartige Acker noch vester.

Viele, auch sonst sich klug dünkende, Ackersleute, wenn sie im schweren Boden den Haber auf die erste Furche säen, pflegen die Furche über die Maßen breit zu machen, unter dem Vorwande, daß sie mit der Arbeit eilen müsten, um dem Saamen noch die ersten Winter=Feuchtigkeiten genüßen zu laßen. Allein, es ist gewiß, daß dergleichen Leute, durch das breite Furchen ackern, sich nur, anstatt die Arbeit zu fördern, solche vielmehr aufhalten, und sich und dem Ackervieh sauer machen, sondern auch noch überdies das Aufgehen und Wachstum der Frucht verhindern, und den Acker auf viele Jahre hinaus ver<2, 675>derben. Denn 1) ob ich zwar solchergestallt wohl 1 oder 2 Umgänge auf jedem Beete im Ackern erspahre, so mus ich doch die hier erspahrte wenige Mühe und Zeit, im Einegen des Saamens, vielfach wieder bezahlen; angesehen, daß dergleichen Acker vielmahls kaum mit 15 bis 20 Strichen, und nachdem die Witterung naß einfällt, auch wohl gar nicht gewonnen, sondern die Furchen immer vester und derber, wie eine Tenne, in einander getreten, und also die Saamenkörnchen am Aufgehen, und die etwa noch einzeln aufgegangenen am Fortwachsen verhindert werden, anstatt daß, wenn die Furche nur 2/3 , oder auch wohl nur halb so breit ist, der Acker mit 4, bis höchstens 6 Strichen, gut gemacht werden kann. Ueber dies zeiget sich auch 2) die üble Wirkung dieses Wühlens im Acker in der Brache, als die durch die Vestigkeit des Feldes verhindert wird, sich gehörig zu bestocken, und dem Vieh recht zustatten zu kommen. Am allermeisten aber zeiget es sich 3) alsdenn, wie übel dergleichen Acker dadurch vorgestanden worden, wenn er im nächsten Sommer wieder zur Kornsaat werden soll, maßen man ihn alsdenn so verwildert und ungeschlacht finden wird, daß er, nach Beschaffenheit der einfallenden Witterung, vielmahls kaum durch zwo Arten von Bearbeitung, mehr als sonst gewöhnlich, z. E. durch Wenden nach der Brache, oder durch zweimahl Hacken, nur ein wenig wieder wird zurecht gebracht werden können. Die Stücke Rasen werden sich bei der Saat doch immer noch auf dem Acker herum zerren, und den Saamen von dem einen Ort weg, auf den andern aber zusammen schleppen; der übrigen Schäden, welche sich erst bei nächster Erndte entdecken werden, nicht zu gedenken.

Klassifizierung: 398.9 SprichwörterDDC-Icon Den Saamen betreffend, so soll es unverdorbener, lauterer, und einerlei Haber seyn. Unverdorbener, der nicht grasgrün abgemähet, erstickt oder ausgewachsen ist. Lauterer, der von dem schwachen oder wilden Haber, von den vielfältigen Gattungen fremden Gesämes <2, 676> absonderlich aber von seinem schädlichen Stiefbruder, dem Schwindelhaber (Triticum temulentum), mit der Reuter oder Sieb fleißig gesäubert und geschieden worden. Einerlei, daß nehmlich nicht ordinairer und frühzeitiger Haber, oder Haber von zwei unterschiedlichen Gegenden und Böden, unter einander gesäet werde. Zweierlei Haber=Saamen werden gemeiniglich ungleich zeitig. Ob im übrigen der zum Säen bestimmte Haber vorigen Herbst etwas untergrün oder ganz zeitig abgemähet, erst nach wenigen Tagen, oder gleich der Sichel nach, aufgebunden worden sey, wird eben nicht gar zu viel zu bedeuten haben, wenn er nur nicht schwach oder ausgewachsen ist. Man hat angemerkt, daß ein 2, 3, 4, 5, 6 und mehr=jähriger Haber, wenn er sonderlich im Stroh bleibet, noch immer ein sehr vorzüglich schöner Saathaber sey, welcher viel größere und vollere Körner trägt, weil die Getraidekörner in ihren Aehren nach und nach viel kräftiger werden, wie denn auch die Austrocknung dieser Körner, wenn sie auch sehr weit gienge, an ihrer Fruchtbarkeit nichts schadet. Gewöhnlicher Weise nimmt man 4 Scheffel Aussaat zu einem Morgen Landes; aber an verschiedenen Orten säen sie 6, oder mehr, hinein, wo nehmlich der Boden mager ist, oder wo diese schlechte Gewohnheit eingeführt ist. Es ist selten, daß man den Haber einweichet; er scheinet auch nichts nöthig zu haben, daß er gut wachse. Aber, man weichet ihn auch ein, wenn man andere Absichten hat, wie man im Articul Einweichen finden wird; und dieses kommt bloß auf den Landmann an. Man hat ein Sprüchwort, daß nehmlich ein hurtiger Mensch den Haber, und ein träger Kerl die Gerste säen solle, weil der Haber nicht so dicht, als die Gerste, gesäet werden mus. Insgemein hält man die Regel: In geringem Felde darf der Haber nicht so dick, als in gutem und fettem, gesäet werden, sonst würde ein Körnlein das andere im Wachsen verhindern. Allein, dieses kommt aus dem gemeinen Wahn her, daß <2, 677> man glaubt, aus einem Körnlein wachse nur ordentlicher Weise ein einiger Halm mit einer Aehre. Da aber die Erfahrung ein anderes lehret, daß nehmlich aus den untern Knoten des Haupthalms, wenn sie in oder auch nur an die Erde zu liegen kommen, Wurzeln ausschlagen, welche Nebenhalme treiben, und diese immer sofort dergleichen Eigenschaft behalten, solange Nahrungssaft vorhanden ist: so ist am besten, wenn niemahls der Saame allzu dick, ja in wohlgedüngtem und fettem Acker eher weiter, als näher, zusammenkommt, weil er sodenn besser staudet, und folglich reichlicher trägt.

Klassifizierung: 398.9 SprichwörterDDC-Icon Vordem pflegte man den Haber nicht eher, als im Märzmonathe, zu säen; aber seit einiger Zeit hat man angefangen, im Anfange des Februars zu pflügen, und in der Mitte des Februars ihn zu säen und zu egen; und hier können wir das alte Sprichwort anbringen: Je eher in den Boden, desto eher heraus; auch ist die Bauernregel: Den Haber säe im Hornung wohl, so werden deine Scheunen voll, oder, wie die Franzosen sagen: Avoine de Fevrier remplit le grenier; wie man denn auch aus der Erfahrung findet, daß das Korn solchergestallt früher reif wird, als es werden würde, wenn man es später säete. Man kann also den Haber, wenn man nur wegen des Frostes und Schnees, und wegen der Nässe, in den Acker kommen kann, ohne Gefahr und Bedenken im Februar säen. Wenn die Winter nach Lichtmesse warm, und zu der Zeit offenes Wetter gewesen ist, so weis ich, (sagt Hr. Amtman Leopold zu Sorau im 25 St. der Neuen Oecon. Nachr. S. 151,) daß in Schlesien viel 1000 Scheffel im Februar sind gesäet, und daraus der frischeste und beste Haber geworden ist. Ja, ich getraue mir gar, die Probe zu machen, daß, wenn ich im December vor Weihnachten gutes und offenes Wetter, in den Acker zu kommen, hätte, man zu solcher Jahreszeit schon ohne Bedenken Haber säen könne. Denn es ist bekannt, daß der Haber dickschälicht ist, und sich lange im Acker, <2, 678> wenn es kalt ist, ohne aufzugehen, hält. Er gehet niemahls eher auf, als bis die Sonne den Acker erwärmet, und also würde unfehlbar mein vor Weihnachten gesäeter Haber ohne Schaden bis auf den Frühling im Acker liegen, und gesetzt, er gienge auch unter dem Schnee etwas auf, so würde es sich mit demselben eben so, wie mit dem Korne, verhalten, welches auch manchmahl unter dem Schnee aufgehet. In den Teichen wird aber der Haber aus der Ursache nicht so früh, als auf dem Felde, gesäet, weil man im Teiche, wegen zu vieler Nässe, nicht so zeitig ackern kann, auch die nöthige andere Feldackerarbeit verhindert, daß man die Teiche bis nach der Gersten=Aussaat versparen mus. Wer aber trockene Teiche hat, und solche zeitig ackern kann, erlanget auch bessern und frischern Haber, als wenn er spät säen mus.

Man hat zwar die alte Bauern=Regel; Gerste soll man einstäuben, und den Haber einkleiben; man thut aber allemahl besser, wenn man alles und jedes Getraide, auch den Haber selbst, bei zwar annoch feuchten Lande, aber doch trocknen Wetter, in die Erde bringen kann.

Das Haberkorn, wenn es im Acker gesäet worden, wird nicht sobald, als wie Weizen, Korn und Gerste, zum Bewurzeln und Aufgange erweichet; die harte und dicke Schale verhindert es. Wenn es aber dahin gebracht wird, so kommen am kurzen abgestumpften Ende zuerst die Wurzeln hervor, und hernach bricht im andern, oder obern spitzigen Orte, der Keim oder das Blatt heraus. Wenn das Haberkorn durchbricht, so kommt zuerst nur ein einziges Blatt hervor; es siehet, der Farbe nach, in etwas der Gerste ähnlich, doch ist das Haber=Blatt etwas schmäler, und auch mehr dunkel=grüner. Wenn im Mai der Haber scharf zu wachsen anfängt, und er stehet auf gutem Acker, so kommt er der Gerste im Ansehen sehr nahe und gleich; und auf fremden Orten können sich die Wirthschafter leicht versprechen, daß sie Haber für Gerste ansehen. Das Bestocken und Schossen des <2, 679> Habers ist mit andern Getraidesorten einerlei; jedoch weichet das Blühen des Habers in etwas von der Gerste ab. Wo in der Gerste man keine Blühten verspühret, so siehet man doch am Haber manchmahl eine Blühte.

Wenn der Haber etwa 4 Zoll hoch stehet, so laßen verständige Landwirthe eine hölzerne Walze darüber wegfahren, nachdem ein Regen die Erdklöße erweicht hat. Wenn diese auf solche Weise zerdrückt und zerschlagen werden, so kommt an die Wurzeln der Pflanze frische Erde, ihr Wachstum wird merklich befördert, wenn sie nicht zu dick stehen; und die Oberfläche der Erde wird damit glatt gemacht, daß die Mäher in der Erndte desto genauer an dem Boden weg hauen können. Dieses leztere sollte sorgfältig gethan werden, da der Haber selten hoch wächst. Sowohl Haber, als Gerste, mus genau von Unkraut gereiniget werden.

Klassifizierung: 632 Schäden, Krankheiten, Schädlinge an PflanzenDDC-Icon Wider den schädlichen Mehlthau im Haber, hat ein gewisser J. F. L. aus dem Hollsteinischen, im 102 St. der Leipz. Samml. S. 541, ein durch Versuche bewehrt befundenes Mittel bekannt gemacht. Nachdem ihm nehmlich der Mehlthau seit etlichen Jahren die Habersaat auf seinem unweit Hamburg belegenen Marsch=Gute dergestallt verdorben, daß, da er sonst bei mittlern Jahren das 5te, 6te Korn rechnen können, er kaum die Einsaat geborgen: so ließ er im Frühjahr 1752 einen Schlag Weide=Land ausbrechen, und besäete solchen mit weißen Haber, ohne Mist. Ein Stück in solchem Schlage von 1 Sack oder 6 Himpten Einfall, hatte er vorher mit kurzem Schweinmist gedünget. Ein anderes Stück von gleichem Gehalte hatte er zwar nicht mit diesem Mist gedünget, doch aber die Saat 12 Stunden vorher in solcher Mistgauche eingeweichet, nachher trocknen, und daher etliche Tage später säen laßen; beide Stücke aber sind vom Mehlthau gänzlich befreiet geblieben, da doch derselbe, sowohl in diesen, als andern Haberschlägen, den gewöhnlichen Schaden gethan hatte.

<2, 680>

Von der Raupe in dem Haber, werde unter dem Articul Raupe (Getraide=) handeln.

Der Haber ist reif, wenn das Stroh gelb wird, die Körner eine Härte bekommen, und die Hülse sich zu öffnen und den Saamen zu zeigen anfängt, welches mehrentheils zu Ende des Augusts geschiehet. Nachdem der zeitige Haber beschaffen ist, und es die Lage des Feldes zuläßt, wird er entweder mit der Sense abgemähet, oder mit der Sichel geschnitten. Insgemein mähet man ihn noch halb grün ab, wenn er an seinen Körnern noch nicht reif und hart ist, welches man darum thut, daß diese Arbeit desto besser und geschwinder von statten gehen soll, und weil man vorgiebt, man könne nicht solange warten, bis das ganze Feld zeitig ist, man müsse das künftige Kornfeld um diese Zeit pflügen und ansäen, und weil man glaubt, daß dessen ungeachtet der Haber dennoch auf dem Boden zeitige, eben so gut, als wenn er noch aufrecht stünde. Allein, grün abgeschnittener Haber bleibt mehrentheils leicht, und gehet ungern vom Stroh; und wenn solcher gedroschen, und nachgehends auf den Boden gebracht wird, so schrumpfen die Körner zusammen, und können folglich nimmermehr so viel in das Maaß geben, als vollkommene Körner. Hingegen mus man den Haber auch nicht allzu reif oder überständig werden und die Rispen einbrechen laßen, weil sonst Wind und Platzregen den beßten Theil der gehofften Erndte abwehen und ausschlagen, und solche überzeitige Frucht auch noch auf dem Boden etwas dahinten läßt.

Eine sichere Methode, zu urtheilen, wenn der Haber zu schneiden ist, von Jo. Elton: st. im Stutg. allgem. Magaz. v. J. 1767, S. 467--469.

Wie lange endlich der abgehauene Haber noch auf dem Acker liegen bleiben solle, ehe er heimgeführet wird, ist eine Frage, bei deren Beantwortung vieles auf die Landesart, und auf den bestimmten Gebrauch desselben, ankommt. Auf dem obern Schwarzwalde, allwo der <2, 681> mehreste Haber gemahlen, und nebst Roggenmehl zu Brod gebacken wird, läßt man denselben nicht lange auf dem Felde liegen und benetzet werden, damit man ihn desto zarter mahlen und nützlicher verbacken könne; maßen, wie bekannt ist, das Mehl von der im Wetter aufgeschwollenen Frucht im Backen leichtlich fließet und nachläßt. In andern, und zwar den mehresten Gegenden aber, in welchen der Haber größtentheils den Pferden, dem Rindvieh, den Schweinen etc. gewidmet wird, läßt man ihn in den Reihen und Schwaden, 8, 14 Tage, und 3 Wochen, der Witterung über, bis er durch einen Regen wohl eingeweicht, oder von den starken Thauen mürbe gemacht worden, und zwar aus folgenden Gründen, 1) weil solcher überwitterter Haber besser futtere; 2) weil er auf solche Art größer und vollkommner werde, d. i. das Maaß desto eher voll fülle; 3) weil solcher beim Dreschen lieber vom Stroh gehe; 4) weil das Unkraut, wenn sich etwas davon findet, dürre werde. Wenn sich nun viele Regen einstellen, so wird er unansehnlich und schwarz, wächset auch unterweilen in den Schwaden gar aus. Während solcher langen Zeit fressen die Raben und andere Vögel, wie auch die Mäuse und Hamster, gar vieles weg, welche leztere den mehresten Schaden thun, und den Haber in ihre Kammern schleppen; der Dieberei nicht einmahl zu gedenken. Und was noch das Schlimmste ist, so nimmt man auch von solchem Haber wiederum zur Aussaat. Wie können aber dergleichen verdorbene Körner aufgehen, keimen und hervorwachsen? Es ist gewiß, daß sie beinahe die Hälfte zurückbleiben, welches man nachmahls dem Grunde und Boden, wie nicht weniger der Witterung, beimessen will. Wäre es daher nicht besser, wenn ein Ackersmann jedes Jahr soviel Haber recht vollkommen zeitig werden ließe, als er ungefähr im künftigen Jahre zum Ausstreuen nöthig hätte? und diesen soll er bei gutem Wetter abschneiden, und gleichbald, oder wenigstens unberegnet, an seinen gehörigen <2, 682> Ort führen. Jedoch kann Haber noch unter allen am feuchtesten eingefahren werden, wenn nur das Unkraut darunter erstorben ist. In einer sehr nassen Erndte, wenn das übrige Getraide übel zugerichtet wird, leidet doch dieser wenig oder gar keinen Schaden; denn das Stroh und die Aehren sind so glatt und vest, daß das Wasser davon abläuft; von Natur ist er so trocken, daß er auch, wenn er feucht eingefahren ist, dennoch im Feimen nicht warm oder schimmeligt wird, wie es anderm Getraide gemeiniglich gehet. Dieses ist in den Nordischen Gegenden ein großer Vortheil, weil dort die Erndte insgemein spät, und der Herbst naß ist.

Sollte ja nicht alles vom Haber in der Gelb=Reife zu zwingen seyn: so ist entweder bei Mondenschein, oder bei den Morgen= und Abend=, keinmahl aber in den heißesten Mittags=Stunden, zu hauen, auf welche Art auch den Mähern die Arbeit erleichtert wird. Beim Binden werden die Hauhecheln ausgeworfen, damit sich weder Menschen noch Vieh in dies ganz unnütze Kraut stechen.

Herr Lisle widerleget die Meinung derer, die sich einbilden, grün gehauener Haber werde reif, wenn er in Schwaden liegt. „ Wenn reif werden, spricht er, soviel heißt, als verschrumpfen, abtrocknen, oder verwelken, so mus ich den Satz einräumen. Will aber der Landmann damit soviel sagen, der grüne Haber werde, wenn er 14 oder 10 Tage, oder nur eine Woche vorher, gehauen wird, ehe er reif ist, in seinem Wachstum weiter fortfahren, und solange er in Schwaden liegt, aufschwellen, sowohl als hart werden, so mus ich ihm widersprechen. Im Jahre 1707 habe ich davon einen richtigen Versuch gemacht. Da ich das Sommergetraide hatte säen laßen, und der Boden durchaus trocken war, so gieng die Hälfte von Haber und Gerste nicht eher auf, als da gegen das Ende des Maimonaths Regen kam. Hierdurch war das Ge<2, 683>traide an den meisten Orten zweiwüchsigt. Weil nun zu befürchten war, der unzeitig aufgegangene Haber mögte die Körner fallen laßen, so musten wir den grünen mit dem reifen Haber zugleich hauen; ausserdem hätten wir noch 10 Tage länger gewartet. Ich ließ ihn länger, als eine Woche, in Schwaden liegen. Da ich ihn aufladen ließ, so hatte, dem Ansehen nach, der grüne Haber eine reifere Farbe angenommen; das Korn war sehr hart, aber zum Erbarmen klein und eingekrochen. Damahls that ich dieses aus Noth; indessen mus es doch nicht mit solcher Gleichgültigkeit geschehen, als es unter den Landwirthen gewöhnlich ist. Ich darf nicht unerinnert laßen, daß dieser grüne Haber völlig aus der Milch, und vollkommen ausgewachsen war ”.

In den Handgriffen, den Haber einzuerndten, übertreffen die Landleute in den nördlichen Provinzen Englands die südlichen; denn sie mähen ihren Haber sehr sorgfältig, und säubern ihn von dem Unkraute, wie die sorgfältigsten Landleute bei ihrem Weizen thun; und viele von ihnen binden ihn gleich in Garben, wenn sie ihn gemähet haben. Aber andere, die klüger sind, binden ihn den ganzen Tag über nicht, bis die Mitte der Garben trocken ist; alsdenn erst binden sie ihn auf, und setzen 10 oder 12 Garben in einen Hocken, wie es dem Landmanne gefällt. Zwei davon werden Hooders (Decken) genannt, welche auf die andern geleget werden, um sie zu bedecken. Auf diese Art können sie einige Tage ohne Schaden stehen; und wenn etwa schlimmes Wetter einfällt, so wird der Haber doch in Einem trocknen Tage wieder gut seyn.

Um den Haber in den Scheunen wohl aufzuhäufen, mus man die Büschel auflösen, und die Halme auf eine gleiche Weise auf den Haufen legen. Man setzet den Haber durch diese Art, ihn zu legen, vor dem Gewürme, welches alsdenn nicht durchdringen kann, in Si<2, 684>cherheit. Der Kern erlanget hierdurch eine Beschaffenheit, welche er nicht haben kann, wenn man ihn in Garben läßt, und es geht in einen einigen Raum so viel Haber, als zween anfüllen werden. Denn da die Habergarben nicht lang genug sind, um an die Wand, wie die Korngarben, so genau hinzureichen, so finden sich in allen Reihen leere Plätze, in welche sich die Ratten und Mäuse, welche eine beträchtliche Verheerung daselbst anrichten, schleichen.

Haber, er sey von was vor Gattung er wolle, erfordert trockenes Wetter zu seinem Abdrusch, weil er sonst nicht leicht vom Strohe, noch schwerer aber aus den Schelfen gehet, und sehr schwerlich, ja fast gar nicht, recht rein zu machen ist. An einigen Orten wird er, anstatt des Dreschens, ausgeritten, das ist: auf einer ordentlichen langen Scheun=Tenne, oder auf einer dazu gemachten Reit=Tenne, durch die Pferde ausgetreten, und zwar auf diese Art, daß man die Pferde auf der dazu besonders angelegten Tenne in der Runde herumreitet, und den Haber also austreten läßt. Endlich, weil er zu rauch dazu ist, und nur hängen bleiben würde, wird er durch die Rolle oder Fege nicht gelaßen, oder braucht allenfalls im Fegen so gar viele Mühe eben nicht, weil man bei ihm nicht so genau nimmt, wenn auch gleich noch etwas leichtes, oder noch etwas Zusatz darunter ist. Alsdenn wird er auf den Boden fein dünn geschüttet, und einige mahl gewendet, damit er nicht auf einander moderig oder dumpfig werde; denn, wenn er diesen garstigen Geruch an sich hat, so fressen ihn die Pferde nicht gern, werden hiervon ungesund, und crepiren wohl gar darüber. Der Haber hält sich, wenn er gedroschen und in der Spreu liegen bleibt, ohne weitere Mühe und Sorge recht gut, wenn nur die Nässe nicht zu ihm kommen kann. Auch hält er sich in Körnern gut, wenn er auf einem Ofen wohl abgetrocknet, und in reine veste Fässer eingespündet wird. Das be<2, 685>ste Mittel aber, die Producte dieses Getraides zu verwahren, da wo sie zu Brod gebraucht werden, ist, sie erst zu mahlen, und alsdenn in einen hölzernen Kasten vest einzupacken, worinn sie sich viele Jahre lang halten.

Klassifizierung: 382 Internationaler Handel (Außenhandel)DDC-Icon Klassifizierung: 381 HandelDDC-Icon Der Handel mit dieser Feldfrucht gehet nicht allein mit großen Städten, wo es viele Pferde giebt, ingleichen wo Reiterei lieget, und hauptsächlich zu Kriegeszeiten; sondern es wird solcher Handel auch sowohl zu Lande, als über See, von den Kornhändlern und Juden weit und breit, und mit gutem Profit, stark getrieben, wie denn der Haber aus Polen, Preussen, Pommern, Holstein und Mecklenburg stark in die Seestädte, ingleichen nach Holland, Frankreich etc. verführet wird.

Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Klassifizierung: 641.331 Getreide DDC-Icon Der Haber ist schon von langen Zeiten her in der Küche gebraucht worden, wie denn Plinius schreibet, daß die Teutschen kein ander Gemüse, denn Haberbrei, gegessen. Breie von Habermehl stillen die innerlichen Schmerzen und Durchbrüche des Bauches, und dienen den Schwindsüchtigen; und aus der Erfahrung hat man, daß die Kinder, so mit Haberbrei gespeiset worden, sehr stark und wohl gefärbt worden.

Klassifizierung: 641.631 Getreide DDC-Icon Habermehl=Mus oder Brei zu machen. Es wird Habermehl in Butter braun geröstet, hernach Fleischbrühe, wie auch ein wenig Essig, daran geschüttet, mit Pfeffer, Ingwer und Muscatennuß gewürzt, und so gesotten, bis er dicklich wird.

Klassifizierung: 641.813 SuppenDDC-Icon Klassifizierung: 641.631 Getreide DDC-Icon Habermehl=Suppe zuzurichten, wird das Habermehl schön licht im Schmalze geröstet, alsdenn im Wasser wohl aufgesotten, und durchgezwungen; ferner läßt man es sieden, und wirft Muscatenblühten darein; indessen zerklopft man einen Eidotter, rühret denselben mit der Brühe, in welcher zuvor ein Stück Butter zergangen seyn mus, und richtet es endlich über würflicht geschnittenes Brod an.

Klassifizierung: 641.815 Brot und brotartige LebensmittelDDC-Icon Klassifizierung: 641.563 Kochen aus gesundheitlichen, das Erscheinungsbild betreffenden, aus persönlichen GründenDDC-Icon Zuweilen ist man, aus Mangel genugsamen Korns, genöthigt, aus Habermehl Brod zu backen; dergleichen <2, 686> Haber=Brod aber ist, dem Geschmack nach, nicht gar angenehm, heiß und trocken, schwer zu verdauen, und stopfet; doch soll es denen fetten Leuten, welche gern mager seyn wollen, dienlich seyn. Die Bauern in den nördlichen Ländern haben fast nichts weiter, als Habermehl, womit sie sich nähren, und die Schottländer sind bei diesem Brod, starke Leute, welche die härtesten Arbeiten verrichten.

Klassifizierung: 663.42 Bier und AleDDC-Icon Klassifizierung: 641.2 Getränke DDC-Icon An einigen Orten pflegt man den Haber unter das Malz zum weißen Biere, um ihm eine schöne Farbe und frischen Geschmack zu haben, es gesünder und ihm einen lange anhaltenden Gescht zu machen, zu gebrauchen. Es kann derselbe auch allein gemalzt werden, und giebt ein gelindes, aber überaus liebliches, Getränk. Sonderlich machen in Rußland die armen Leute sich einen Trank daraus, den sie Quas nennen, und welcher, nach des Cardanus Bericht, eben so trunken und voll macht, wie sonst der beste und starke Wein thut.

Von dem in Breßlau neu eingeführten Haber=Bier, s. Breßl. Samml. 3 Vers. 1718, S. 721--723.

Egidii Esséen Beschreibung eines Gebrauchs von ungemülzten Haber, st. im 4 Th. des Schwed. ökon. Wochenbl. 1765, Art. 115, S. 526--530.

Klassifizierung: 641.2 Getränke DDC-Icon In unsern Tagen hat man angefangen, sich des Habers anstatt des Coffee zu bedienen, welcher aber von schlechtem Geschmack ist, und mit dem Coffee weiter nichts ähnliches, als bloß die Farbe, hat.

An manchen Orten nimmt man den Haber auch unter den Branntweinschrot.

Klassifizierung: 641.331 Getreide DDC-Icon Wenn der Haber gelind getrocknet ist, und die Spitzen sammt den Hülsen in der Mühle davon abgestoßen sind, daß er also zu einem groben Mehle gemacht ist: so bekommt man die Habergrütze, L. Alica oder Polenta avenacea, Grutum, Avena decorticata, Fr. Avoine sans l' écorce, Gru oder Gruau d' avoine, in einigen Provinzien auch Pileche genannt. Weil nur das innere kleine Körnlein von den äusserlichen groben Hülsen <2, 687> übrig bleibt, so werden aus einem Scheffel guten Habers nicht mehr als 6 Metzen Habergrütze: die andern 10 Metzen werden zu einer spreuigten Kleie, dessen eine Metze, wegen der vielen untermengten groben Hülsen, ungefähr auf 6 Pfenn. genutzet werden kann.

Pfeil-Icon[Tabelle 2 in Avena]

ist also an Habergrütze, gegen den rohen Verkauf des Habers, Plus 16 Gr. 6 Pf. auf jeden Scheffel.

Klassifizierung: 641.631 Getreide DDC-Icon Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Die Habergrütze giebt in der Haushaltung nicht nur ein gutes Zugemüse, welches gesund ist, wohl sättiget und nähret, sondern es werden auch daraus gute Suppen und Brühen für Gesunde und Kranke gekocht, als: für diejenigen, welche einen rauhen Hals oder scharfe Brust haben, sintemahl dergleichen Suppen, mit Zuckercandi oder Violensaft abgesüßt, oder mit kleinen Rosinen oder Feigen zugerichtet, die Heiserkeit und den Husten sehr sänftigen und lindern, darneben den verstopften Leib erweichen, den Schlamm oben ausführen helfen, und den Durst stillen. Zwar wollen Einige, daß sie Winde im Leibe machen, wiewohl ihnen solches durch ein wenig Anis= oder Fenchel=Saamen benommen werden kann. Der Grützwürste, die man in nordischen Gegenden damit macht, anizt zu geschweigen. Hier sind einige Beschreibungen, die Habergrütze zuzurichten.

Klassifizierung: 641.631 Getreide DDC-Icon Habergrütze in Milch gekocht. Man lieset die Habergrütze zuvörderst rein aus, setzet hernach Milch zum Feuer, und läßt sie kochen; unter währendem Kochen aber brühet man die Habergrütze mit heißem Wasser, schüttet sie alsdenn in die Milch, damit diese auch kochen möge; doch mus sie öfters umgerührt werden, <2, 688> weil sie sich sonst gern anlegt. Wenn sie bald angerichtet werden soll, so salzet man sie, und schüttet sie auf eine Schüssel, macht auch in einer Pfanne braune Butter warm, und gießt sie darüber.

Klassifizierung: 641.631 Getreide DDC-Icon Habergrütze in Wasser. Man lieset dieselbe reinlich aus, wäscht sie hernach, und setzt sie mit Wasser zum Feuer, damit sie koche. Sie mus dann und wann auch umgerührt werden; sonst legt sie sich an. Hat sie genug gekocht, so salzet man sie, rührt ein ziemlich Stück Butter darein, und richtet sie an.

Klassifizierung: 641.813 SuppenDDC-Icon Klassifizierung: 641.631 Getreide DDC-Icon Suppe von Habergrütze. Man lieset 1/2 Pfund Habergrütze aus, schüttet es in einen Kannentopf, giesset Wasser darauf, läßt die Grütze beim Feuer ein wenig aufquellen, und gießet hernach auch Fleischbrühe dazu. Wenn sie nun gekocht ist, streichet man sie durch in ein ander Töpfchen, und würzet sie mit Muscatenblühten; sie darf aber nicht gar zu dick seyn. Hierauf schlägt man ein paar Eierdotter in ein Töpfchen, thut ein Stück Butter daran, und quirlet es durch einander. Hernach schneidet man Semmel würflicht in die Schüssel, worauf man anrichten will, ziehet mit den Eierdottern die Suppe ab, richtet sie auf die würflicht geschnittene Semmel an, und kann, nach Belieben, auch sauber ausgewaschene kleine Rosinen über die Suppe streuen.

Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 636.1 Einhufer; PferdeDDC-Icon Der rohe Haber ist, wenn er so lange aufbehalten worden, bis er vollkommen trocken ist, das beste Korn sowohl für die Zug= als Reit=Pferde, weil er kalt ist, und ihnen das Blut nicht so sehr erhitzet, als die Erbsen und Wicken; auch hat man nicht die Krankheiten von ihm zu fürchten, welche gemeiniglich nach dem Futter der Bohnen zu erfolgen pflegen. Man hat Pferde gesehen, die bloß mit Haber gefüttert worden sind, und doch 30 Jahre ohne einige Krankheit gelebt und gearbeitet haben. Wie nöthig derselbe bei erwachsenen Pferden sey, beweiset der erbärmliche Augenschein an <2, 689> denen, welche mit Heu und Stroh vorlieb nehmen müssen. Man pflegt sie aber lieber mit altem, als neuem Haber zu füttern, weil der neue Haber bis nach Michaelis, die Pferde gar nicht füttert, sondern sie verstopfet, daß sie nicht pferchen können, mit faulen Säften erfüllet, nachher engbrüstig und keichend werden, und wohl gar crepiren müssen. In dem 93 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1765, ist eine Aufgabe befindlich: Ob der ausgewachsene Haber den Pferden den sogenannten Dümpfen also verursache, daß sie davon umfallen? Weil die Erfahrung lehret, daß zur Verhütung der Druse bei Pferden, (die sie leicht davon bekommen, wenn man, wegen Mangel alten Habers, kürzlich eingescheuertes und noch feuchtes Futter nimmt) man solchen im Backofen, wenn das Brod darinn zuvor gar geworden, in Säcken trocknet, da sodann dieser Haber keine Druse verursachet, vermuthlich, weil die sonst von selbst ausdünstende Feuchtigkeit durch die Ofenhitze auf einmahl weggenommen wird; und da das ausgewachsene Getraide, wovon die Pferde die sogenannten Dümpfe kriegen, ebenmäßig schädliche Feuchtigkeiten bei sich hat, und welches demselben durch das Schroten nicht genommen werden kann: so hält Hr. v. Hest, nach Anzeige des 99 St. gedachten Magazins, dafür, daß man mit diesem, wie mit jenem, zu verfahren habe, und findet sich in dieser Meinung durch die Erfahrung eines gewissen Roßhändlers bestärkt, welche darinn bestehet: Wenn er feucht eingescheuerten oder ausgewachsenen Haber, wovon die Pferde, seines Erachtens, zwar nicht die Dümpfe oder Dämpfe allemahl, aber das Blutharnen oder den Lauterstall bekämen, zu füttern genöthigt gewesen, so hätte er solchen nicht schroten, sondern im Ofen trocknen, jedoch zuvor im Wasser abspülen laßen. Durch eine seit vielen Jahren erlangte Kenntnis und Erfahrung hat Hr. J. N. zu Cassel, gefunden, daß zur Conservation der Pferde, bei nothwendiger Fütterung mit ausge<2, 690>wachsenem Haber, sehr dienlich ist, wenn solcher Haber geschroten, bei dem Gebrauch jedes Futter mit einer guten Handvoll Roggen=Schrot vermenget, und solchergestallt naß gefüttert wird; auch kann der ausgewachsene Haber, wenn er vorher auf lüftigen Boden dünn aus einander geschüttet, öfters umgestochen, soviel möglich ausgedünstet und getrocknet, und, wie vorgedacht, mit dem Roggen=Schrot vermenget wird, ungeschroten ohne Gefahr gefüttert werden. Es ist aber dabei zu merken, daß alsdenn sehr wenig darinnen bleibt, weil diese hauptsächlich in dem Auswachs, welcher durch das Umstechen mehrentheils abgestoßen wird, bestehet. Nach dem 100ten St. gedachten Magazins, hat ausgewachsener Haber, der nur erst in den Keim getreten, zwar etwas von seiner Kraft verloren, kann aber den Pferden gar nicht schädlich seyn, wenn er nur auf dem Felde wieder im Stroh trocken worden, sodann gedroschen, gewörfelt, und gut gestäubet ist. Es ist aus der Erfahrung bekannt, daß, wenn man jungen Füllen und Pferden recht gütlich thun will, um ihnen auf die Beine zu helfen, man den guten Haber ins Wasser werfe, keimen, und sodenn trocken werden laße, weil dieses das allerverdaulichste Futter ist. Wäre aber der Haber ganz und gar bis ins Laub ausgelaufen, so würde er ganz ohne Kraft, zum Dreschen unbrauchbar, und nichts mehr als ein lederzähes Wesen, also keinesweges zu brauchen seyn. Wollte man denselben dennoch, wie auch zuweilen mit dem guten Haber geschiehet, aus der Garbe zu Heckerling schneiden laßen, müßte man sich allerdings üble Folgen besorgen, weil die ehemahls auf dem Felde halbverfaulten Hülsen nachher im Trocknen verharschet, und mit einem faulen Schleim an die ausgewachsenen Körner gleichsam wie angeleimt sind, und daher fast gar keine Nahrung mehr an sich haben. Diesemnach ist, nach der Meinung des Verf. dieser Abhandlung, der ausgelaufene Haber, so lange er noch gedroschen werden <2, 691> kann, den Pferden ganz unschädlich, ob er gleich viel Kraft verloren, wenn er nur beim Wörfeln wacker gefeget, und sodann gesiebet und gestäubet wird; doch, daß man nicht vergesse, alsdenn die Portion für ein Pferd also zu vergrößern, wie das Gewichtverhältnis zwischen guten, und dem zu fütternden ausgewachsenen Haber an die Hand giebt. Wollte man, um noch sicherer zu gehen, den ausgewachsenen reinen Futterhaber waschen und trocknen laßen, so könnte solches von größern Nutzen, als das Schroten, seyn. Von den Verwahrungs= und Heil=Mitteln gegen die Krankheit, die von Verfütterung des ausgewachsenen und gar schlechten Habers besorget wird, werde ich unter dem Articul Dümpfen handeln. Nach dem II Bande des übers. Museum rusticum & commerciale, S. 155, kann man Pferde auch mit neuem Haber ohne Gefahr füttern, wenn er in einen Haufen geschüttet, und etwas Wasser darüber gesprengt wird, so daß man ihn durch und durch feucht machet, da er sich denn bald erhitzen wird.

Klassifizierung: 636.4 SchweineDDC-Icon Klassifizierung: 636.2 Wiederkäuer und Camelidae; Bovidae; RinderDDC-Icon Eben so dienlich ist Haber, die Kuh zu füttern, um ihr Milch für das Kalb zu geben. Nach der Versicherung des Mills, haben etliche Milchleute nahe bei London Habermehl in Wasser gekocht, und ihren Kühen zu saufen gegeben. Diese Kosten sind ihnen durch die reichliche Milch über die Maßen ersetzt worden, die sie von diesen Kühen mehr hatten, als von andern, die dergleichen Getränke nicht bekommen hatten. Auch giebt der Haber dem Ochsen in seiner Arbeit Stärke, und machet ihn zum Schlachten fett. Man kann auch ungemein gut Schweine mit dem Haber füttern, denn er macht den süßesten Speck; ob es gleich rathsam ist, den Schweinen, gegen das Ende ihrer Mastung, um ihren Speck zu härten, etwas Erbsen zu geben.

Klassifizierung: 636.5 Geflügel; HühnerDDC-Icon Der gute Haber wird auch wohl unter Hühner= Gänse= Enten= und Tauben=Futter genommen; wiewohl auch das geringe, so bei dem Dreschen abgenommen <2, 692> worden, zusammengehalten und dem Federvieh gegeben wird. Die Weiber pflegen den Hühnern, wenn sie nicht wohl legen, gerösteten Haber zu fressen zu geben.

Die Haber=Spreu wird unter die Weizen= und Roggen=Spreu gemenget, und den Stuten den Winter über, so lange man nicht zu Acker fähret, auch dem Rindvieh, entweder trocken, oder unter die Siede mit gemengt, gegeben.

Klassifizierung: 646.724 HaarpflegeDDC-Icon Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Klassifizierung: 631.8 Düngemittel, Bodenverbesserer, WachstumsregulatorenDDC-Icon Klassifizierung: 695 DachdeckungDDC-Icon Klassifizierung: 636.2 Wiederkäuer und Camelidae; Bovidae; RinderDDC-Icon Klassifizierung: 636.1 Einhufer; PferdeDDC-Icon Das Haber=Stroh, gehört mit unter das Futter=Stroh, vornehmlich, wenn etwas Haber darinn bleibet, und nur das beste ausgedroschen wird, und wird den Stuten und dem Gältevieh nach dem Futter, anstatt des Heues, eingeleget. Einige wollen es den Melk=Kühen nicht gern geben, weil sie davon verseigen oder die Milch verlieren sollen; Andere aber machen sich kein Bedenken darüber, sondern ziehen auch noch das Haber=Stroh dem Gersten=Stroh in der Fütterung des Rindviehes vor, und zwar nach der Landesart, oder nach eigener Erfahrung, oder nach eines jeden Gefallen. Die Sache kommt aber hauptsächlich auf die Gewohnheit des Viehes in der Futterung an. Die es nicht von Jugend auf gewohnt sind, denen schadet es. Einige wollen es den Pferden deswegen nicht gern geben, weil ihnen die Zähne davon stumpf und schlähe werden, und die Bäuche davon wehe thun. Zum Dach=Decken ist zwar das Weizen=Stroh besser, indessen kann doch auch das Haber=Stroh verschiedene Jahre lang liegen. Das Haber=Stroh, wenn es den Pferden untergestreuet und Mist davon gemacht wird, dienet nicht wohl zu den Treibe= und Mist=Beeten, denn man will angemerkt haben, daß er anfänglich allzu sehr hitzet, daß die darauf gesäeten Blumenkohl= Kohlrabi= und andere Pflanzen gelb geworden und nicht von der Stelle gewachsen sind, ob man gleich nach gehöriger Art, wie gebräuchlich ist, die stärkste Hitze vorbei gehen laßen. Das Haberstroh wird auch sonst zur Arznei gebraucht, da man sich dessen in Ba<2, 693>dern für garstige Krätze und böse Geschwüre, auch wider den Lendenstein, bedienet. Das Frauenzimmer macht eine Lauge daraus, womit sie sich die Haare gelb färben.

Klassifizierung: 636.7 Hunde DDC-Icon Mit dem Haber=Schrot füttert man die Jagd= und andere Hunde.

Klassifizierung: 677 Textilien DDC-Icon Die Haber=Blühten werden von den Walkern zum Walken der Zeuge gebrauchet. Sie heißen in einigen französischen Zeugmanufacturen, sonderlich zu Amiens, Grumel.

Klassifizierung: 615 Pharmakologie und TherapeutikDDC-Icon Den Nutzen und Gebrauch des Habers in der Arznei anbelangend, so führet derselbe viel Oel und Sal essentiale oder volatile. Er reiniget, hält an, zertheilet, lindert, ist gut für die Brust, und wird inn= und äusserlich gebraucht. Man röstet ihn mit etwas Weinessig, und leget ihn hernach so warm auf.

Der berühmte Lowerische Haber=Trank, L. Decoctum avenaceum Loweri, oder Ptisana avenacea, wird also bereitet: Man nimmt 1 1/2 Händevoll wohlgereinigten Haber, und 1/2 Handvoll zerschnittene Hindläuf=Wurzel, gießet darauf 20 Quart klares Wasser, und kochet es mit einander in einem reinen Topf, solange bis die Hälfte davon eingekocht ist. Sodenn seiget man das klare Wasser ab, und läßt es aufwallen, nachdem man vorher 1 Loth gereinigten Salpeter, und 12 Loth Zucker, auch etwas von rothem Sandelholz dazu gethan hat; nachher läßt man es in eben dem Gefäß binnen 24 Stunden sich setzen. Was alsdenn klar und hell ist, davon gießet man in eine reine gläserne Flasche, und stellet solche an einen kühlen Ort wohl=zugebunden zum Gebrauch hin. Es mus aber, welches wohl zu merken, der Haber von Raden, Unkraut und Staub wohl gereinigt seyn, und der Zucker dabei nicht vergessen werden, als welcher auch nicht ohne Wirkung ist. Mit diesem Trank wird die sogenannte Haber=Cur im Frühling, Herbst und Winter, und selbst in den Hundstagen, vorgenommen, da nehmlich selbiger des Morgens nüch<2, 694>tern, und 2 oder 3 Stunden vor der Mittagsmahlzeit, oder aber nur früh um 7, und Nachmittags um 3 Uhr, 2 gute Bechervoll kalt oder warm getrunken, und damit 14 bis 15 Tage unausgesetzt continuirt wird. Vorher aber mus man zu Ausführung der bösen Feuchtigkeiten, und Auflösung der Säfte, eine ganz gelinde Purganz gebrauchen; und während der Zeit der Cur ist eine gute, doch nicht allzustrenge, Diät sehr nützlich. Dieser ganz angenehme Trank machet keinen Schmerz, noch einige Oeffnung des Leibes, sondern seine Wirkung ist unmerklich. Er reiniget das Geblüt, absonderlich die Nieren, treibet den Urin stark, und führet durch den Speichel und die Nase ab, erleichtert das Gehirn, und reiniget die Lunge, Leber und Milz, vertreibet alle Fäulnis, benimmt die heftigen langwierigen Kopfschmerzen; ist gut für allerlei Augenmängel, Zahnschmerzen, Ohrenweh, Flüsse, und bösen Kopf; ingleichen bei hitzigen und kalten Fiebern; hat im Friesel, in viertägigen Fiebern, in der laufenden Gicht, Engbrüstigkeit, Husten, Blutauswerfen, Herzklopfen, Schwindsucht, Seitenstechen, gute Wirkung; vertreibet die Mastkörner, Steinbeschwerungen, Darmsucht, Milzkrankheit; eröffnet die goldene Ader, und benimmt das Sodbrennen; dienet bei Masern, in Entzündung der Leber; kurz, er kann als eine Universal=Medicin von Jungen, Alten, Gesunden und Kranken genommen werden. Sonst wird er auch als ein Gurgelwasser und zum Clystier gebraucht. Mit Päonienwasser gekocht, ist er vornehmlich gut wider das Fieber.

Ivo Jo. Stahl diss. de decocto bromio D. LOWERI. germ. von Lowers Habertrank. Erf. 1729, 4. 2 B.

Klassifizierung: 636.1 Einhufer; PferdeDDC-Icon Klassifizierung: 636.089 Veterinärwissenschaften; TiermedizinDDC-Icon Klassifizierung: 646.726 Gesichts- und HautpflegeDDC-Icon Etliche rohe Haberkörner gegessen, stillen das Sodbrennen. Habermehl in Wasser gesotten, und den Brei über die hitzigen Geschwülste, Beulen und Fisteln geschlagen, bringet dieselben zur Heilung; mit Butter vermischt, heilet es den Grind des Haupts. Habermehl ist auch gut, das Gesicht schön zu machen, mit Bleiweiß <2, 695> vermengt, und oft damit gewaschen. Habermehl gebrannt, und mit Honigwasser vermengt, vertreibet den steten Husten. Wider die Krätze und Schrunden der Nägel, wird das Habermuß mit pulverisirter Althäenwurzel zu einem Umschlage gekocht und aufgelegt. Haber mit unter die Emulsionen, welche wider den Stein bereitet werden, genommen, thut gute Hülfe. Haber und Kümmel in ein Säcklein gethan, und warm auf den Leib gelegt, lindert die Colik, und Mutterschmerzen. Einige thun bisweilen auch noch Wacholderbeeren, Lorbeeren, Dillsamen und Salz hinzu. Wenn ein Pferd nicht stallen kann, so siede man Haber in genugsamen Weine auf den dritten Theil ein, und gebe ihm solchen ein.

Reflexions sur la récolte des Avoines, & sur le moment le plus favorable à les serrer, st. im Journ. oecon. Sept. 1761, S. 397=399.

Abhandlung vom Haber, st. im 2 Th. der Greifsw. Beitr. 1754, 4. S. 244--246.

Nachricht von dem dieses Jahr (1755) mißrathenen Haber, st. im 10 St. der Schles. oeconom. Samml. Bresl. 1755, 8. S. 207--212.

Abhandlung von den verschiedenen Arten Haber, welche man in England säet, st. im 31 St. des III Th. des physical. und oeconom. Patrioten, Hamb. 1758, 4. S. 339--242.

Von einer Haberstaude, an welcher nicht nur aus der dicken und vielfaserigten Wurzel etliche Halme gewachsen zu seyn scheinen, sondern wo auch noch die zween daran befindlichen Haupthalme an 7 bis 8 Aehren haben, st. im 36 St. des Wittenb. Wochenbl. a. d. J. 1768, S. 297.

De l' avoine, s. le Gentilhomme Cultivateur, trad. de l' angl. de Mr. Hall, To. VIII, à Paris 1762, 8. S. 83--90. Des usages de l' avoine, S. 90--93. Des sols propres aux avoines, S. 94--96. Maniere de recolter les avoines, S. 96--99. Du produit et des autres avantages de l' avoine, S. 100--105. Des véritables avantages des avoines, S. 105--109. Calculs du profit des avoines, S. 110--122. De la maniere de garder les avoines, S. 122, f. Teutsch, im 2 Th. der übers. Allgem. Haushalt. und Landwiss. Hamb. und Leipz. 1763, gr. 8. S. 424--441.

Fehler bei dem Baue des Habers, von Heise, st. im 47 St. des Hannov. Magaz. v. J. 1770.

D. Rich. Loweri Βρωμογραφια, oder Haber=Beschreibung zu allerhand Krankheiten, Gebrechen und Schwachheiten des menschlichen Leibes, als eine Universalmedicin dienlich, übers. von D. Jo. Franco, 1708, 8. 2 B. Siebente Aufl. Frf. und Lpz. 1736, 8. st. auch als ein Anhang bei Jo. Joach. Bechers klugen Hausvater etc. Lpz. 1755, 12. S. 1057--1061.

<2, 696>

Von der Bestellung des Habers, handelt Jo. Mills, in s. übers. vollständ. Lehrbegriff von der prakt. Feldwirthsch. I B. Lpz. 1764, gr. 8. S. 454--463.

Ge. Fr. Möllers Gedanken von dem Stürzen des Haferfeldes vor Winters, st. im 34 St. der Oeconom. Nachr. Lpz. 1751, 8. S. 724--730.

Zuverläßige Nachricht von gegenwärtigem Haberbau, von Hrn. S. F. M. st. im 5 St. der Stuttgard. Select. phys. oeconom. 1751, 8. S. 416--434.

Jo. Cph. Erich Springers physikalisch=practisch= und dogmatische Abhandlung vom deutschen Getraidbau, oder von dem Bau des Weizen, Dinkels oder Spelt, Rocken Gersten, Haber und Buchweizen. Götting. und Gotha, 1767, 8.

Von der berühmten Verwandlung des Habers in Roggen und Weizen.

Klassifizierung: 398.368 Pflanzen DDC-Icon Klassifizierung: 631.58 Spezielle AnbaumethodenDDC-Icon Klassifizierung: 633.1 GetreideDDC-Icon Herr Joh. Bernh. Wirgin, ein Schwedischer Patriot, hat nach einem zwei Jahre nach einander angestellten wiederhohlten Versuche befunden, daß der Haber, zu einer gewissen Jahreszeit ausgesäet, zu seiner Zeit abgemähet, und, nachdem seine Wurzel einen Winter über in der Erde gelegen, das folgende Jahr, ohne einzige andere menschliche Hülfe und Zuthun, nicht allein den schönsten Roggen, sondern auch den herrlichsten Weizen, wiewohl von diesem nur etwas, getragen hat. Dieser Menschenfreund theilete seine in der Gegend von Calmar, in Schonen, gewonnene Erfindung, mit vollständigem Unterricht in einer d. 3 Jan. 1757 aufgesetzten, in Schwedischer Sprache geschriebenen Abhandlung mit, welche im Teutschen die Ueberschrift führet: Die Goldtinctur des Landmannes, oder wunderbare Verwandlung der Getraidearten, absonderlich des Habers in Roggen; und es ward selbige dem 13 St. des 2 Th. des Hamburgischen physikalischen und oekonom. Patrioten, v. M. März des bemeldeten Jahres eingerückt, und in No. 35 und 36 der Dreßdner gel. Anzeigen, v. J. 1757, wörtlich abgedruckt. Der Verfasser schlägt dem verständigen Landmanne, welcher seine Aussaat und Bearbeitung leicht nach der Natur und Eigenschaft seines Erdreichs, wenn es entweder süd<2, 697>licher oder nordlicher, als Schonen, läge, wiewohl dabei nichts Sonderliches anzumerken seyn mögte, einzurichten wissen werde, folgende Beobachtungen vor: „ Die Aussaat geschiehet auf folgende Weise: Dasjenige Ackerland, welches man dazu ersehen hat, brach zu liegen, um gegen den Herbst Roggen darauf zu säen, (es sey nun, daß es im Herbste umgepflüget worden, und den Winter über in Furchen gelegen, und welches zwar die beste Weise ist, oder daß es erst im Frühling umgeackert würde,) wird allemahl im Sommer, anstatt des im Herbst auszusäenden Roggens, welchen man nunmehro erspahren kann, mit gutem schwarzen Haber besäet, durch welche Aussaat des Habers eine reichere Erndte an Roggen, als wenn Roggen würklich wäre gesäet worden, das folgende Jahr im Herbste zur gewöhnlichen Zeit erfolget, wenn alles nach der Anweisung, die unten folget, gehörig in Acht genommen worden. Hierbei ist nun 1) zu bemerken: die Saatzeit, welche nicht viele Umstände erfordert. Man hat damit Zeit, bis das Vieh das erste Gras im Frühlinge abgefressen, und davon Stärke bekommen hat. Wenn der Acker aus leichter und fetter Erde bestehet, so wird nicht eher, als im Anfange des Junius, gesäet; ist das Erdreich hingegen mager, so säet man etwas früher, oder mit dem Schlusse des Maimonaths. Das Korn wird nicht zu dick gesäet; denn in diesem Fall hält man es nicht für gut einzupflügen. Ein ganz hartes und leimigtes Erdreich, und überhaupt alle schwere Erde, ist zu dieser Aussaat weniger dienlich, weil erstlich der Acker, welcher länger, wie gewöhnlich, ungeackert liegen bleibt, desto schwerer zu bepflügen, und hernach die Haberwurzeln sich darinnen nicht so gut ausbreiten können, als man bemerket, wie sie sonst in einem leichten und nicht allzuvesten Erdreich, bei dieser Art zu säen übergewöhnlich zu thun pflegen, welches daher kommt, weil sie eine längere Zeit, nehmlich 2 Sommer, zu wachsen haben; und dieses ist eben eine Hauptursache mit, zu der wunderbaren Verwandlung und Vermehrung desselben. 2) Sieben bis acht Wochen nach dem Säen, nehmlich mit dem Schlusse des Julius, oder Anfange des Augusts, wird man sehen, daß der Haber in Aehren schießen will. Sobald nun dieselben sich zeigen, mus man nicht lange säumen, den noch zarten Halm mit der Sense abzumähen, welcher denn sofort weggetragen, zum Trocknen gesetzt, und nachgehends als ein vortreffliches <2, 698> und nahrungsreiches Futter für das Vieh eingefahren wird. Im Fall der Acker sehr groß und breit wäre, so könnte man, damit der Stumpf nicht allzu stark betreten würde, etliche schmale Creuz= und Queer=Gänge machen, den Halm darauf zu setzen, bis er trocken genug zum Einfahren ist, und dieselbe unbesäet laßen, welche denn im Herbste mit Roggen besäet werden können, zumahl an solchen Orten, wo man spät säet. Mithin hat man auch das folgende Jahr Gelegenheit, mit Verwunderung zu sehen, wie aus der Wurzel des Habers ein weit schönerer Roggen, als selbst aus der Wurzel des Roggens, hervor schießet. An den nordlichern Oertern aber, wo früh im Herbst, und eher, als noch der Haber das leztemahl abgemähet worden, gesäet wird, da kann man diese Creutz= und Queer=Gänge, wo sie nöthig sind, im Frühling mit Korn besäen. 3) Falls der Sommer fruchtbar, naß und warm ist, so wird man, nach Verlauf von 3 bis 4 Wochen, von der Zeit an, da der Halm abgemähet worden, befinden, daß der Haber aufs neue so stark hervor geschossen sey, daß er in Aehren schießen will, alsdenn er nochmahls, sobald als die Aehren sich zeigen, gleich wieder abgemähet werden mus. Sollte er noch zum drittenmahl vor dem Winter in Aehren, oder sonst zu hoch schießen, so ist es ein Fehler, woraus eine geringere Frucht entstehet. Es pflegt aber nicht leicht zu geschehen, insofern man sich nur, wie oben gesagt worden, nach dem Clima, und der Eigenschaft des Ackers, wenn er entweder fetter oder magerer ist, in Ansehung der Saatzeit gehörig richtet. Doch kann es wohl bei einem nassen Sommer und gelinden Herbstwetter sich zutragen, alsdenn aber der Halm ebenfalls zum dritten mahl abgemähet wird. Nur passet man es so ab, daß es nicht zu spät sey, damit der Haber vor dem Winter noch Zeit habe, in etwas wieder zu schießen. Doch mus es auch nicht früh geschehen, damit er in währender Zeit nicht zu hoch heraus schiesse, als wodurch er entweder verfaulen, oder sonst Schaden leiden könnte. Man hat es in der Gegend von Calmar versucht, den Haber zu Anfang und in der Mitte des Septembers zum drittenmahl abzumähen, welcher nichts desto weniger doch den darauf folgenden Herbst eine zwar mehr als gewöhnliche Menge Roggen getragen, doch so reichlich nicht, als derjenige, der nur zweimahl, und zwar das lezte mahl mit jenem zu gleicher Zeit, abgemähet worden. Unterdessen hat man dabei vor allen Dingen in Acht zu nehmen, daß er allemahl, es sey das <2, 699> erste, zweite oder dritte mahl, sobald als sich die Aehren nur zeigen, abgemähet werden mus; denn wenn man die Aussaat den ersten Sommer über die besagte Zeit fortwachsen läßt, so wird dadurch die Wurzel geschwächet, und gleichsam todt, woraus denn nothwendig ein Unvermögen zu der hierunter gesuchten nützlichen Verwandlung und Vermehrung entstehet. Hingegen, so lange noch die Wurzel ihr vegetabilisches Leben bei sich behält, und die ihr eingepflanzte Kraft nicht von sich giebt: so ziehet sie, unter währendem längern Wachstum aus den elementarischen Kräften immer mehrere Kraft und Stärke an sich, wodurch denn auch ihre Frucht zu einem höheren, ja gar zu dem höchsten, Grade der Vollkommenheit in ihrer Art gelanget, dergestallt, daß sie sich vermehret, und, wenn ich nach dem System der alten Weltweisen so reden darf, ihr Eisen durch die Reife zu Gold wird; d. i. daß aus Haber Roggen und Weizen wird, welches wohl in Wahrheit als ein Wunder in der Natur mag angesehen werden, und vieleicht ein großes Licht in denen zum Ackerbau und der Physic gehörigen Dingen geben kann ”.

Hierauf zeiget uns unser Erfinder, aus dieser wundervollen Verwandlung, sehr mühsam folgende Nutzen:

„ 1) Bekommt man durch das Abmähen des Haberhalmes den ersten Sommer, zu zwei mahlen Futter für das Vieh, das eben so gut ist als Heu, und zwar um so viel, als das ganze Roggenland zweimahl tragen mag. 2) Mittelst dieser neuen Art Aussaat braucht man nicht um Johannis den Acker zum andern mahl umzupflügen, um dem Unkraute vorzubeugen; sondern man ist auch 3) der Arbeit überhoben, den Roggen im Herbste auszusäen, welcher um diese Jahrszeit schon in der Haberwurzel steckt; auch darf man nicht wegen einer unbequemen Saatzeit im Herbste in Sorgen stehen. 4) Erspahret man dadurch alle Aussaat des Roggens, welches ein merkliches beträgt; und dagegen ist zu rechnen, daß man durch diese Habersaat wo nicht das achte, doch wenigstens das sechste, Korn gewinne, wenn sonst ein gutes fettes Land in der gewöhnlichen Roggensaat etwa das fünfte Korn bringet ”.

Klassifizierung: 338.1 AgrarsektorDDC-Icon Welches alles, und weil damit nicht allein der Viehstand vermehret werden, sondern auch das Land mehrere Einwohner ernähren kann, ja diese in den Stand <2, 700> kommen, mehrern Tribut zu entrichten, wirkliche Nationalvortheile sind.

Endlich belehret uns unser Schriftsteller noch von folgenden Merkwürdigkeiten:

„ 1) Gerathe diese Habersaat in einem magern Erdreiche besser, als die gewöhnliche Aussaat des Roggens wachse; wie denn bei dem im Jahr 1756 in Schweden erlittenen allgemeinen Mißwachse, die in Roggen verwandelte Aussaat des Habers gar keinen Anstoß davon gehabt, sondern nichts desto weniger einen stärkern Roggen gegeben, als man nur von einer gewöhnlichen Aussaat, auch in den besten Jahren, nicht erhält. 2) Der Roggen, welcher durch diese Verwandlung vom Hafer erlanget werde, arte nicht wieder ab, oder er werde wieder zu Haber, sey auch zur Aussaat sicher zu gebrauchen, wie ein damit angestellter Versuch erwiesen habe. 3) Man habe es auch versucht, den zu Roggen gewordenen Haber im Frühlinge gleich anderer Frühlingssaat zu säen, um zu erfahren, in wie weit derselbe, als aus der Frühlingssaat erzeuget, gegen den Herbst reif, oder wieder in Haber abarten werde? das leztere aber sey nicht erfolget; jedoch habe sich dabei folgendes Seltsame zugetragen. Weil dieser Roggen etwas zu dick gesäet worden, und die Erde ohnedies sehr fett gewesen, wäre er ganz geschwind und so dicht aufgeschossen, daß er sich gleich geleget, und zu verfaulen geschienen. Aus dieser Ursache habe man ihn müssen abmähen laßen; er sey aber unter Begünstigung einer nassen Witterung bald eben so stark wieder aufgeschossen, daher er auch wieder abgemähet worden, welches auch noch zum dritten mahl vor dem Herbste geschehen, wodurch man ihn verhindert habe, in Aehren zu schießen. Das Jahr darauf habe er zur ordentlichen Zeit einen dicken starken Roggen getragen, der aber doch so gut nicht gewesen, wie der von dem Haber, welches eben merkwürdig, und wovon die Ursache ohne Zweifel sey, daß der Roggen nicht die Art und Kraft habe, in so breite und tiefe Wurzeln zu schießen, wie der Haber ”.

Uebrigens, und nachdem der Verfasser schon im Vorhergehenden eingestanden, daß er es nicht gewiß sagen könne, ob auch Gerste, auf dieselbe Art gesäet und in Acht genommen, sich in Roggen verwandle, welches er doch zu vermuthen Ursache habe: so überläßt er denen <2, 701> Naturforschern, die Ursachen anzugeben, warum der Roggen, vermöge des so langen Wachstums, nicht auch eben so wohl wie der Haber, sich in einen höhern Grad, nehmlich in Weizen, verwandeln könne.

Diese Schrift hat viele Anhänger und Vertheidiger, aber auch eben so viele Bestreiter und Zweifler, gefunden, und fast jedermann, der nur Gelegenheit und Zeit darzu hat, ist begierig gewesen, den Grund oder Ungrund solcher Verwandlung, durch eigene Proben zu ergründen. Herr Prof. Schreber erklärte sich wider diese Theorie, im 7 und 8 St. der Hallischen Zeitungen, v. J. 1759, und diese seine Anmerkungen wurden auch dem 13 Stück der Hamb. fr. Urth. und Nachr. v. d. J. einverleibet; er ward darüber im 19, 20 und 21 St. eben dieses Journals, von einem Gelehrten, der bloß die Buchstaben J. J. F. unterzeichnet hat, angegriffen, vertheidigte sich aber gründlich im V Th. seiner Sammlung verschiedener Schriften, woselbst alle zu diesem gelehrten Streit gehörige Schriften, von der 127. bis 269. Seite befindlich sind.

Aus denen Erfahrungen, welche so vielfältig durch so mannigfaltige Versuche haben erhalten werden können und wollen, gebühret derjenigen, welche man von Herrn R. C. v. B. im 145 St. der Oecon. Nachr. S. 2831, antrifft, der erste Platz, weil der Ursprung derselben in eine Zeit fällt, welche selbst nach der Kundmachung der Wirginischen Bekanntmachung seines beglückten Wunderwerks, um viele Monathe vorläuft.

In dem Richterischen Garten zu Leipzig wurden d. 3 Jun. 1757 sowohl mit Haber als Gerste dieserhalb Versuche angestellet, und selbige nach der Wirginischen Vorschrift tractiret. Die ganze Nachricht davon, hat Hr. Schreber, a. ang. O. S. 127--130, angeführet. Man hat zu diesem Versuch im gedachten Garten einen Platz genommen, welcher 30 1/2 Elle lang, und 2 1/4 Elle breit ist. Dieses Stück Land war zwar vorher ge<2, 702>hörigermaßen dazu zurecht gemacht und umgegraben, aber doch keinesweges auf eine solche Art zubereitet worden, wie ein Land, welches zum Ackerbau bestimmt ist; vielmehr hatte dieses Land seit 2 Jahren keinen Dünger bekommen. Auf dieses Beet hat man d. 3 Jun. 1757, 800 Körner Haber nicht gesäet, sondern Spannenweit von einander gesteckt, welche vorher von erfahrnen und verständigen Leuten etliche mahl genau durchgesehen worden, damit nicht etwa andere Arten darunter seyn mögten, wodurch dieser Versuch hätte ungewiß werden können. Weil man sich aber an die Vorschrift des Wirgins sehr genau gebunden, so hat man großkörnigten sogenannten Schwarz=Haber aus dem Erzgebirge dazu kommen laßen. Ein bald darauf erfolgter Regen machte, daß diese Körner bald aufgiengen. Das Kraut schoß in diesem und dem folgenden Monathe eine gute viertel Elle hoch, daß man also, nach Anleitung der Schwedischen Schrift, für gut befand, dasselbe d. 22 Jul. so weit abzuschneiden, daß es ungefähr 2 Queerfinger hoch stehen blieb. Ob nun wohl in diesem und folgenden Monathe die Witterung ziemlich heiß war, so trieb doch dieses abgeschnittene Kraut von neuem so hoch, daß man sich d. 18 Aug. genöthigt sahe, es eben auf die Art, wie das erste mahl, abzuschneiden. Dabei hat man nun wahrgenommen, daß die Stöcke sich, in Ansehung der Halmen, weit mehr vermehret hatten, als bei Abschneidung des ersten mahls. Nach der Zeit wollte das Kraut nicht wieder so hoch wachsen, daß es hätte abgeschnitten werden können, sondern man überließ es von nun an der Natur und dem Wetter. Der Winter war ziemlich stark, und das Beet war die mehreste Zeit mit Schnee bedeckt. Bis zu Anfang des Aprils 1758. war man in Ungewißheit, ob auch wohl die Stöcke darauf gegangen seyn mögten. Allein, obgleich ungefähr der vierte Theil davon ausgegangen war, so waren doch noch die nöthigen Stöcke vorhanden; nur daß die <2, 703> meisten gar nicht eingewurzelt hatten, sondern mit den Wurzeln ganz verdorrt auf der Erde lagen. Jedoch dieses änderte sich gar bald; die Stöcke wurzelten nach und nach wieder ein, und trieben schönes Kraut. Zu Ende des Maimonaths sah man schon 3 Stöcke mit überaus schönem Korne, davon der eine 27, der andere 13, und der dritte 10 Aehren trug; bei welchen 3 Stöcken das Kraut so beschaffen war, wie es gemeiniglich bei Korn zu seyn pfleget. Außer diesen 3 Stöcken konnte man weiter nichts finden. Die übrigen Stöcke schossen zwar sehr in die Höhe, doch war es lauter Haberkraut; und jedermann verzweifelte beinahe an einem glücklichen Erfolge dieses Versuchs, und glaubte, daß aus Versehen etliche Kornsaamen müßten seyn gesteckt worden, woraus diese 3 Stöcke Korn hervorgekommen wären. Allein der Monath Junius entdeckte sonnenklar die Möglichkeit eines glücklichen Erfolgs von dem ganzen Versuche. Denn die Weizenähren kamen nach und nach Haufenweise zum Vorschein, und die Halmen schossen weit höher, als es sonst zu geschehen pflegt, würden auch ohne Zweifel noch höher getrieben haben, wenn sie nicht an ihrem Wachstume durch die herumstehenden hohen Hecken und trockene Witterung wären gehindert worden. Die Aehren wurden von besonderer Länge, so daß sie 8, 9, auch 9 1/2 Zoll lang waren. Es hat sich aber dreierlei Art Weizen auf diesem Beete gezeigt, nehmlich 1) ordentliche Weizenähren; 2) 7 Stöcke mit solchen Aehren, welche lange Spitzen haben, dergleichen bei der Gerste gefunden werden, welches man Sommer= oder grauen Weizen nennet; 3) 21 Stöcke, worunter sich einige Rust= oder Brand=Aehren befanden. Die Breite desjenigen Beetes, worauf die Gerste gesteckt worden, war 2 1/4 Elle, und die Länge desselben 17 1/2 Elle. Der Tag, da diese Sommergerste gesteckt wurde, war ebenfalls der 3te Jun. 1757. Die Anzahl der gesteckten Körner war von 400 Stück. Sie ward ebenfalls, wie der Haber, <2, 704> den 22 Jul. gedachten Jahres so weit abgeschnitten, daß sie ohngefähr 2 Queerfinger hoch stehen blieb. Von der Zeit an wollte sie nicht mehr wachsen, so daß sie den 18 August, da der Haber zum andern mahl abgeschnitten wurde, nicht zugleich mit abgeschnitten werden konnte. Man ließ sie also überwintern, und zu Anfange des Frühjahrs fand man, daß alle Stöcke, bis auf 44, ausgegangen waren, welche alsdenn nichts, als schöne Gerste, wieder hervorgebracht haben.

Nach Anzeige des 48 St. des physikal. und oekon. Patrioten, v. J. 1758, machten drei verschiedene Personen, die dicht bei Hamburg wohnten, den Versuch mit dem Haber. Bei der ersten war die Habersaat ausgegangen, und ihr Stück Feld lag brach. Bei der andern war ein elendes dünnes Gras aufgeschossen, das keinen Roggen trug; und bei der dritten war das Feld, weil sie das Unkraut fleißig ausgejätet hatte, so eben wie ein Tisch. Kurz, der Versuch ist keinem von ihnen gelungen, und diese anderthalbjährige Hoffnung war vergebens, ungeachtet man alle Vorschriften des Hrn. Wirgin getreulich erfüllt hatte.

In den Braunscheigischen Anzeigen, v. J. 1757, No. 51, und 1758, No. 52, sind wieder entgegengesetzte Begebenheiten angemerkt, und insbesondere hat, nach dem lezten Stücke, ein Haushalter nahe bei Braunschweig die Probe davon auf einem Kleeacker gemacht, den dazu genommenen Haber selbst sorgfältig ausgelesen, auch beim Dünger zu verhüten gesucht, daß kein Roggen darunter kommen mögte; gleichwohl hat er auf einem Ende dieses Ackers Büsche von Roggen aufzuweisen gehabt, die zum Theil so dick und schwer in den Aehren gewesen, daß sie an kleinen Stäben haben aufrecht erhalten werden müssen.

In No. 12 der Hannover. Beitr. v. J. 1759, wird gemeldet, daß bei einem im Hannöverischen im Kleinen gemachten Versuche keine einzige von denen Haberpflan<2, 705>zen den Winter über erfroren, sondern alle in Roggen verwandelt worden wären.

Nach No. 84 des Hamb. Corresp. v. J. 1759, hat der Präsident der Societät der Wissenschaften zu Harlem, Hr. Rathmann Syperstein die Versuche des Wirgin ebenfalls zur Probe gemacht, und der Societät davon Bericht erstattet. Im Junius und Julius 1757 säete er ein wenig Haber, und ließ den ersten am 29 Jul. 8 Sept. und 18 Nov. leztern aber am 13 Sept. und 18 Nov. schneiden. Weiter ist nichts daran geschehen, sondern die Pflanzen blieben den ganzen heftigen Winter durch unberührt und frei stehen, daher auch nur 5 Pflanzen von allen fortgekommen, welche am 7 Aug. 1758 als der schönste Roggen eingeerndtet worden sind. Es wird versichert, die Saat sey auf das sorgfältigste ausgelesen worden.

Herr Prof. Schreber selbst hat bloß denen zu Gefallen, die sich seines Unterrichts in der Cameralwissenschaft bedienen, im J. 1757 einen kleinen Versuch damit gemacht. Er erwählte dazu 20 Körner von dem sogenannten schweren oder Englischen Haber, und steckte sie, zu Anfange des Julius, in ein ungedüngtes Gartenbeet, weit von einander, weil diese Haberart ein Staudengewächs ist. In der Mitte des Augusts, da die Stängel 1 Schuh hoch gewachsen waren, schnitt er sie ab. Die Stöcke trieben alsdenn von neuem, etwa einer Spanne lang in die Höhe, und so ließ er sie den Winter über in der Erde stehen. Im folgenden Früh=Jahre lagen die Stoppeln gelb und ganz verwelkt auf der Erde, die Wurzeln aber waren vollkommen verdorben, folglich ein Trieb und Wachstum nur eines einzigen Weizenstängels von ihnen zu erwarten nicht möglich.

Ein nur mit den Anfangsbuchstaben G. H. C. S. P. bezeichneter Scribent, macht im 151ten St. der Leipz. Samml. 1757, 8. S. 605, f. seine Erfahrungen mit folgenden Worten kund:

<2, 706>

„ Nachdem ich im abgewichenen Jahre auf ein Stück ausgerotteten Hopfenlandes, um es bald in Anger gehen zu lassen, weil ich es mit Bäumen bepflanzt, Klee und Haber durch einander säen, und darauf 2 oder 3 mahl abnehmen laßen: so hat in diesem Frühjahr nicht nur der Klee sich wieder hervorgegeben, sondern es hat sich auch aus denen stehen gebliebenen Haberstoppeln ein Buschweise stehender Roggen erhoben, welcher schon gegenwärtig im vollen Schoß, und größtentheils in Aehren stehet. Das Land hatte wenig Gaare, weil es nach dem Hopfen und vor dem Klee, erst Möhren tragen müssen. Mäuse und Maulwürfe hatten es im verwichenen Herbste gewaltig durchwühlet. Der Haber ist von dem gewöhnlichen weißen, oder gelben, und glatten gewesen ”.

Ein Ungenannter, im 157 St. eben dieser Leipz. Samml. beehret uns mit einer abentheuerlichen Geschichte, nach welcher die Habersaat sich noch im dritten Jahre wundervoll gefruchtet hat. Die Versicherung, die er mit stärkster Betheurung der Wahrheit thut, ist langweilig; ich will das Nöthige daraus mit kurzen Worten fassen. Vom Jahre 1756 an, im Februar, mehr als 6 Jahre zurück gerechnet, hatte er einen Büschel weißen Habers in seiner Stube ohnweit des Ofens hangen. Aus diesem säete er etwa d. 12 oder 14 Febr. ermeldten Jahres, die in selbigem überbliebenen, ausgedorreten, kleinen, doch von allem Unrath gereinigten, Körner, unter welchen auch nicht ein anders Getraidekorn gewesen, in einen von allem Unkraut gesäuberten, flach umgegrabenen Winkel seines Gartens, auf welchen weder Dünger noch das geringste Stroh gekommen, und der sonst unbebauet lag, ganz weitläuftig ohne Ordnung, wie man den Haber zu säen pfleget. Er wurde beschneiet; es fror oft sehr stark und tief in die Erde, und er lag noch an zwo Seiten, gegen Morgen und Norden, im Schatten. Er gieng aber doch schön auf, wuchs ziemlich hoch, trug volle Rispen, und nach Pfingsten erndtete der Versucher achtmahl so viel, als er gesäet hatte, jedoch die größten und tüchtigsten weißen Haberkörner. Eben um diese Zeit, (folglich noch früher, als Hr. <2, 707> Wirgin seine Schrift datiret hat) las er von des Herrn Wirgins Vorgeben, und daher gedachte er, ob die Stoppeln wieder ausschlagen würden. Es geschah dasselbe Jahr nicht; allein 1757 fiengen sie wieder mit Habersaatblättern zu grünen an, und wollten schossen. Er schnitt die Stängel so oft ab, wenn sie wiederum bald schossen wollten, und er muste es dreimahl thun, ehe der Haberstängel zurück blieb; dadurch aber würde er im Großen dreimahl Viehfutter haben schneiden können. Damit blieb auch endlich das Fleckgen liegen, und es wurde mit lauter Unkraut überzogen, dergestallt, daß er glaubte, es werde nichts daraus werden, zumahl sich kein Haberblättchen wieder sehen ließ. Im Frühjahre 1758 ließ er das Unkraut behutsam wegnehmen; und siehe, in kurzer Zeit ließen sich, wiewohl noch unkenntliche, Saatblätterchen blicken. Nach und nach wurden diese kenntlich, und endlich waren damahls vom Dato vor 6 Wochen, etliche große Roggensaatbüsche, nicht aber einzelne, zu sehen. Von eben diesem Dato, vor 14 Tagen ungefähr, fiengen sie bereits zu schossen an, und man konnte schon die Roggenähren hervorbrechen sehen; allein, eine Person, welche die Beete und Gänge des Gartens ausjätete, verderbte leider alles. N. im Braunschweigischen, d. 3 Jul. 1758.

Von mißlungenen Versuchen in Torgau, ferner auf dem Gute Wesenig, ingleichen Puschwitz, ertheilet Hr. v. B. im 145 St. der Oecon. Nachr. S. 39--43 Nachricht.

Nach einem Schreiben des W. F. v. G. R. zu B= = D. d. 4 Aug. 1759, im 26 St. der Fränk. Samml. S. 182--188, ward der Versuch glücklich nachgemacht.

Herr Rammelt, bekam nach dem 2 Th. der Schreberschen Neuen Sammlung etc. S. 430, von dem künstlich ausgesäeten und gewarteten Haber, dürre Stoppeln.

<2, 708>

Zulezt will ich noch die Zeugnisse und Urtheile zweier Männer, deren Aussprüche als entscheidend angesehen werden können, nehmlich eines Linnäus und Gleditsch, anführen. Jener erkläret sich, in einer Zuschrift an Hrn. Schreber, v. Apr. 1760, nach der Uebersetzung, folgendergestallt über diese Sache: „ Die von Hrn. Wirgin bekanntgemachte Verwandlung des Habers in Korn, ist die allerabgeschmackteste Sache; denn der Haber dauert nicht über Winter. Hr. W. hat nicht gewußt, woher eine oder andere Staude Korn in den Haberfeldern kommen könne; weil ihm unbekannt ist, daß die Lerchen und andere saamenfressende Vögel öfters die Saamen auf den Aeckern aussäen, die sie anderwerts gefressen haben, wenn sie daselbst neue suchen ”. Und Herr Hofr. Gleditsch, schreibet im 2 Th. seiner vermischten Abhandlungen, Halle, 1766, gr. 8. S. 388: „ Der gemeine Haber ist eine jährliche Pflanze, dieses bestätiget die Erfahrung seit vielen hundert Jahren. Eben diese Art des Habers stehet unsere Winter, auch die gemeinen, nicht aus; auch diese Erfahrung ist so gemein, so alt, und so gewiß, wie die vorige, daß daran der geringste Ackersmann nicht zweifelt. Nur einige Gelehrte machen sie durch Beschneiden zweijährig, und geben ihr dadurch eine Dauer gegen die Strenge des Winters. Was dessen vorgebliche Verwandlung betrifft, kann ich gerade heraus sagen, daß sie nichts sey. Verlanget man aber, daß ich dergleichen veranstallten soll, daß Andere glauben, sie geschehe wirklich, so weis ich auch die Mittel dazu ”.

Relation de quelques nouvelles decouvertes, touchant la transmutation d' Avoine en Seigle dans Hollande: st. in der Nouvelle Biblioth. German. To. XXIII, P. 2. à Amst. 1758, 8. Art. 17, S. 440--442.

Histoire naturelle de la production des semences de grains, st. in No. 11 der Gaz. Salut. v. J. 1763.

Ausführliche und wahrhaftige Nachricht von demjenigen Versuche, der in dem Richterischen Garten zu Leipzig gemacht wor= <2, 709> den ist, aus Hafer Korn und Weizen hervorzubringen, und dem glücklichen Erfolge desselben: st. in No. 8 des Neuesten aus der anmuth. Gelehrs. v. J: 1758, S. 610--616.

Abbildung der im Richterischen Garten aus Haber gewachsenen Weizenähren in natürlicher Größe, st. vor No. 9 ders. Monathschr. v. e. d. J.

Von dem in Schweden ziemlich allgemein gewordenen Streit, wegen des Hrn. Wirgins Verwandlung des Habers in Rocken und Weizen: st. im 34 St. der Gött. Anz. v. gel. S. a. d. J. 1760, S. 302--304.

J. F. J. Gedanken über die angegebene Verwandlung des Haders in Rocken: st. im 43 St. der Hannover. Beitr. v. J. 1760. Ein Auszug daraus, st. im 1 und 2 St. des V B. der Physik. ökon. Auszüge, Stutg. 1763, 8. S. 215. Der Verf. leitet den Roggen auf dem Haberlande aus keiner Verwandlung, sondern von den mit dem Miste darauf gebrachten einzelnen Körnern, so nicht ausgedroschen worden, her, und wird in dieser Muthmaßung dadurch bestärkt, daß der Roggen auf dem Haberlande sich vornehmlich an dem Rande desselben findet.

Eines schlesischen Landwirths freye Gedanken über die schwedische Entdeckung, aus Haber, Roggen und Weizen zu machen: st. im 20 St. der Schles. Oeconom. Sammlungen, Bresl. 1761, 8. S. 285--309; (sie stehen auch im I Th. des Schlesischen Landwirths, Breßl. 1771, gr. 8. S. 196--220, wieder abgedruckt.) Nachschrift zu den freien Gedanken wegen Verwandlung des Getraides, st. eb. das. S. 310--313. Der Verf. zeiget vornehmlich die Möglichkeit, auf was vor mannigfaltige Art und Weise der Acker von dem Gesäme, was für denselben eben nicht bestimmt worden, Theil nehmen könne.

Du prétendu changement d' espéce, & de l' orge de Patney, s. le Gentilhomme Cultivateur, trad. de l' angl. de Mr. Hall, To. VII. à Paris 1762, 8. S. 45--53.

Carl v. Meußbach Anmerkung von der Möglichkeit der Transmutation des Hafers in Rocken: st. in No. 12 des Lpz. Int. Bl. a. d. J. 1766, S. 106.

Eb. dess. Nachricht, wie die Probe im Felde, aus Hafer, nach Schwedischer Angabe, Rocken zu erziehen, heuer ausgefallen sey: st. in No. 35. dess. S. 322.

Christ. Reicharts Beweis, daß aus Hafer weder Roggen noch Weizen werden könne, st. in dessen gemischten Schriften, Erf. 1762, 8. S. 200--203.

Extrait d' une lettre d' Avignon, écrite au P. C. par le S. Sarrabat, sur la transmutation du seigle en froment, & du froment en seigle: st. in den Memoir. de Trev. Aout. 1735, S. 1512-1516.

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