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Uhrwerk Klassifizierung: 681 Präzisionsinstrumente und andere GeräteDDC-Icon , das ganze Werk, woraus eine Thurm=, Wand=, Tafel=, Taschen=, Repetir= etc. Uhr zusammengesetzt ist, worunter man die Räder und das Getriebe in den Uhren, dann die Rollen oder Scheiben, Walzen, überhaupt das ganze Gehwerk, Schlagwerk, Repetirwerk, Weckerwerk, Weiserwerk, etc. einer Uhr versteht, die in ein Gehäuse eingeschlossen worden. Das Räderwerk, welches zwischen dem Zifferblatte und dem Uhrgehäuse verdeckt liegt, heißt das Vorlege= oder verdeckte Werk, der Einschluß des Geh= und Schlagwerkes, heißt das Uhrgehäuse oder Uhrgestell. -- Zu einem Gehwerke gehören die Räder (s. unter Pfeil-IconUhrrad) und das Getriebe daran. Das Bodenrad hat ein Getriebebund, vor welchen (gleich dem Radbunde) nur statt des Rades des Getriebe gesetzt und mit einer Schließe oder Feder festgehalten wird. Die Getriebe sind nach den Triebstöcken 6er, 8ter, 10ner oder 12ter Getriebe. Da der Bau der Uhren verschieden ist, oder doch immer von dem andern in etwas abweicht, so findet man viele Uhren, wo das Getriebe dicht hinter oder vor dem Rade sitzt, besonders bei Thurmuhren, und dann ist kein besonderer Triebbund auf der Welle des Bodenrades nöthig. Es giebt auch Uhren, wo das <193, 522> Rad an einem, das Getriebe aber an dem andern Ende der Welle sitzt, und wo dieses der Fall ist, da ist auch ein Getriebebund besonders nöthig, da man einen guten Ansatz braucht, um das Getriebe in einen gehörigen richtigen Stand zu bringen. Manche Großuhrmacher betrachten dieses nur als Nebensache; allein dies ist es nicht; denn sobald das Getriebe nicht richtig läuft, können auch die Eingriffe des Rades in dasselbe eben so wenig richtig seyn. In das Getriebe des zweiten Rades, welches über dem Hauptrade liegt, greifen die Zähne des Letztern ein; sie dürfen aber weder zu tief, noch zu seicht eingreifen; geschieht das Erstere, so lösen sie nicht gehörig aus, und bei dem Letztern würden sie unter dem Getriebe durchgehen oder aufsetzen, und in beiden Fällen bleibt die Uhr stehen. -- Das Steigrad hat auch ein Getriebe, welches wieder über dem zweiten Rade liegt und von diesem in Bewegung gesetzt wird. Wenn das Getriebe des zweiten Rades dem Rade auf der Welle oder Spindel gegenüber steht, so ist es auch bei dem Steigrade und bei allen Rädern der ganzen Uhr, welche Getriebe haben, der Fall, und dann ist auch ein Getriebebund nöthig, sonst nicht. Das Steigrad hat die Hemmung oder den Englischen Haken, der auf einer eisernen Spindel mit gehärtetem Zapfen befestiget ist, auf welcher ebenfalls, wie auf den Wellen des Boden= und Steigrades ein Bund angeschmiedet worden, der der Hakenbund, und die Welle oder Spindel, worauf derselbe befestiget ist, die Hakenspindel genannt wird. Die beiden Zapfen der Spindel gehen größtentheils in der Haupt= und Mittelsäule, auch oft in den Backen des Spindelklobens, woran sich die Spindelklappe befindet. -- Die Sperrfeder unter dem Knie oder Sperrkegel (Sperrnuß), welche diesen beim Aufziehen der Uhr immer wieder in seine alte Lage bringt. Der Sperrkegel ist an der <193, 523> Walze vermittelst einer hervorstehenden starken Blechscheibe befestiget, und verhindert, daß die Walze beim Aufwinden des Gewichtes nicht weiter zurücktreten kann, und daher das Rad vermöge der Last des Gewichtes mit herumnehmen muß. In dem Gehwerke vieler Uhren findet man gar keinen Sperrkegel, sondern nur eine in Form eines Hufeisens gebogene Feder, die in der Mitte eine Stufe oder Nase hat, die durch das Aufziehen vom vorbeigehenden Kreuzschenkel niedergedrückt wird; dann hinter demselben gleich wieder emporspringt, und mit der Stufe vor dem Kreuzschenkel sitzt. Die Sperrfeder soll so gut, als die Sperrnuß seyn; indessen will man doch der Letztern in so fern den Vorzug geben, weil sie weniger Reibung an den Kreuzschenkeln verursacht. Die Walze, worauf die Leine des Gewichtes gewickelt wird. der Sperrkegel und die Sperrfeder stehen mit dem Hauptrade in Verbindung; so auch des Aufziehkronrad. -- Dieses wäre nun das Gehwerk; zu diesem kommt noch das Weiserwerk und das Schlagwerk, welche zusammen das Uhrwerk einer großen Uhr ausmachen. Das Weiserwerk hat vorn an dem Hauptradzapfen, welcher durch die Hauptsäule der Uhr geht, und 1 -- 2 Zoll hervorragt, ein Sechsergetriebe, über welchem Getriebe an derselben Säule ein Zapfen von ungefähr 3 Zoll Länge ist, auf welchem ein Weiserrad mit zweinndsiebzig Zähnen, wenn nämlich das Hauptrad alle Stunden einmal herumgeht, in das Getriebe eingreift, das vorn mit einer vierkantigen Achse versehen ist. Auf dem Rade wird die Weiserstange, die durch das Zifferblatt geht, befestiget. Das Aufziehgetriebe richtet sich nach dem Stande des Hauptrades und besteht aus dem an der Walze sitzenden Kronrade, dem Aufziehgetriebe und der Aufziehspindel. -- Zum Schlagwerke gehören die schon oben unter Pfeil-IconUhrrad angeführten drei Räder. Das <193, 524> Hauptrad hat sechs Hebenägel; das Herzrad liegt über dem Hauptrade und hat, wenn das Getriebe desselben dicht an dem Rade sitzt, an dem entgegengesetzten Ende eine Scheibe, das Herz genannt. Ueber dem Herzrade ist der Windfang, welches eine Spindel mit einem Getriebe ist, welches in das Herzrad eingreift. Auf der entgegengesetzten Seite ist ein sechs Zoll langer starker Zapfen, welcher durch die Hauptsäule durchragt, und am Ende vierkantig ist; auf diesem Zapfen sitzt der Windflügel oder Windfangsflügel, eine Röhre, welche auf den langen Zapfen des Windfanges paßt, an welcher ein Paar lange und vorn breite dünne Backen, wie bei einer Flügelmutter an den Feil= und Stielkloben der Mechaniker, Schlosser etc., angebracht sind, um die Luft weniger zu durchschneiden, und dadurch den zu schnellen Umlauf des Windfanges steuern zu können. An dem Ende des vierkantigen Zapfens ist die Nuß, eine kleine, 1 Zoll starke und 1 1/2 Zoll im Durchmesser haltende Scheibe, welche vier bis sechs schräg liegende Zähne hat, und durch zwei an jeder Seite des Windflügels befindliche Federn, welche gegen die Zähne der Nuß stehen, und solche von beiden Seiten fassen, den Windflügel umtreibt. In der Mitte des Windfanges befindet sich ein Kreuzstück in Form eines S, welches der Windfangsarm genannt wird; er versetzt die Uhr nach dem Schlagen in Ruhe, indem er gegen die Einfallwippe, auch Zählwippe genannt, schlägt, welches ein Stück Eisen ist. Die Zählwippe bewegt sich auf dem Zapfen der Aushebewippe, die aus einem langen Eisenstabe besteht, der einen Arm dicht am Hauptrade hat, welcher zum Rückstellen der Uhr dient. Außer dem Aushebearm an der Aushebewippe, ist auch noch ein zweiter Arm weiter unten daran, der Auslösearm, welcher auf der Spindel der Achse des Herzrades, dicht neben dem Herzen <193, 525> ruht; an demselben befindet sich das Ruheblech oder der Ruhestift; ein schräg liegendes Stückchen Blech, manchmal in der Mitte, manchmal auch am Kopfe des Auslösearmes angebracht; es dient dazu, daß wenn der Aushebestift den Aushebearm, und dadurch zugleich den Aulösearm emporhebt, die Uhr nicht gleich zu schlagen beginnen kann, sondern erst der Windfangsarm so lange durch das Ruheblech aufgehalten wird, bis der Aushebearm vom Aushebestifte abfällt, wodurch der Auslösearm wieder auf den Herzbund zu liegen kommt. -- Das Zählrad, welches durch das Zählradsgetriebe in Bewegung gesetzt wird, so viele Triebstäbe hat, als das Schlagrad Hebenägel. Unter des Aushebewippe ist die Schlagwippe mit zwei Armen angebracht. Der eine dieser Arme wird von den Hebenägeln gehoben, und heißt der Schlagarm, der andere heißt der Zugarm oder Hammerzug, daran ist der Draht zum Hammerzuge befestiget. Ist der Hammer leicht, so können beide Arme der Schlagwippe von gleicher Länge seyn, ist aber der Hammer der Uhrkraft angemessen zu schwer, so muß der Schlagarm etwas länger, als der Zugarm seyn. -- Das Aufziehgetriebe des Schlagwerkes ist dasselbe, wie das im Gehwerke. -- Pendel und Gewichte, s. oben, unter Pfeil-IconUhr, und unter Pfeil-IconUhr (Thurm=) im Register; dann auch die besondern Artikel, wie Pfeil-IconUhrpendel oder Pfeil-IconPerpendikel, Pfeil-IconUhrgewicht, Pfeil-IconUhrzifferblatt, Pfeil-IconUhrzeiger oder Pfeil-IconWeiser etc. etc. -- Das Uhrwerk der Taschenuhr, s. unter Pfeil-IconTaschenuhr, Th. 180, Pfeil-IconS. 374 u. f. Ist die Uhr aufgezogen, so geht das Gehwerk so lange, als die Schnur an einer Rolle, Walze oder Trommel reicht und das Gewicht vermittelst derselben ziehen kann. Dasselbe gilt auch von einer Taschenuhr, so lange noch etwas von der Kette um das kegelförmige Schneckenrad gewunden ist. Getriebe von fünf Käm<193, 526>men nützen nichts in Räderwerken; sechs Kämme sind das geringste, was man einem Räderwerke geben kann. Da durch das Reiben der Zähne und Kämme gegen das Getriebe eine ziemliche Reibung entsteht, so muß man dem durch die Reibung oder durch Versuche gefundenen Gewichte etwas zusetzen. Man nimmt gewöhnlich an, daß sich in jedem Falle die Größe der Reibung zur Last wie 1 zu 3 verhält, daher muß man bei Verfertigung und Proportionirung sowohl der Räder und Getriebe, als ihrer Wellen und Achsen, genau Acht haben, daß sich solche so wenig, als möglich, reiben; deshalb thut man wohl, die Räder von Messing und die Getriebe von Stahl zu machen, und solche gut zu poliren, da Messing und Stahl in der Bewegung nicht so stark in einander greifen, als Stahl auf Stahl, und Messing auf Messing, weil die natürliche im Messing befindliche Feuchtigkeit das Reiben des stählernen Getriebes verhindert, ja sich vielmehr an einander polirt und sich wenig abarbeitet. Auch ist es gut, wenn man die Pfanne, in welcher die stählernen Achsen und Wellen gehen, von Messing macht, die Enden von den Achsen aber, welche in den Pfannen gehen, so schwach und dünn macht, als es das Verhältniß der Stärke des Werkes nur erlaubt, weil auch dadurch dem Reiben sehr vorgebeugt wird. S. auch oben, unter Pfeil-IconUhr. Das Gehwerk kann auch durch eine stählerne Feder bewegt werden, die übereinander gewunden worden, und mit ihrem einen Ende an die Achse, mit dem andern obern an das Gehäuse, darin die Feder eingeschlossen, befestiget ist, wozu man auch den schon oben, Pfeil-IconS. 498, beschriebenen neuen Mechanismus anwenden kann. Da es aber bekannt ist, daß der Zug einer Feder sehr ungleich, anfangs stark, zuletzt aber schwach ist, so muß auch die Kette oder Saite um eine kegelförmige Schnecke, welche verhältnißmäßig stark oder schwach nach dem <193, 527> Werke selbst beschaffen ist, gewunden werden. -- Ein Weber in Dundee in England hat eine Taschenuhr gemacht, die bis auf das silberne Gehäuse ganz aus Stahl besteht.

Klassifizierung: 622 Bergbau und verwandte TätigkeitenDDC-Icon Klassifizierung: 621.8 MaschinenbauDDC-Icon In den Bergwerken kommt das Uhrwerk des Schützers vor. Damit der Schützer der Kunstwerke und Kehrräder wisse, wenn die Tonnen in den Förderschachten sich wechseln, oder sich einander im Schachte begegnen, und die ledige Tonne mit dem niedergehenden Seile die volle überwiegt, und daher dem Rade nur wenig Wasser zu geben ist, auch wenn die volle Tonne zu Tage kommen will, so wird ihm solches durch ein Räderwerk, das bei dem Bremsschwengel und den Schützstangen mit einer Scheibe und Weiser hingesetzt ist, angedeutet. Es besteht aus zwei in einander greifenden Sternrädern. Mit dem untern geht der Weiser um, an dem obern und kleinern sind zwei kleine krumme Zapfen, die mit einander einen rechten Winkel einschließen, wie am Rade, und dem Schub der darüber gehenden Weiserstange gemäß sind. Diese Stangen sind an die erste oder zweite Schwinge vor dem Schützhause, etwa 7 Zoll über dem Stege, angehängt, gehen auf Walzen, und treiben das Räderwerk um, so daß der Weiser vor der Scheibe von einer Zahl zur andern fortrückt. Je kleiner oder größer die krummen Zapfen sind, desto höher oder niedriger werden sie an die Schwinger angehängt. Man theilt dieses Uhrwerk nach der Tiefe der Schächte ein, gleich dem Zähler am Garnhaspel. Hat der Schützer an der Weiserscheibe, an der unter jeder Zahl ein kleines Loch durchgebohrt ist, um einen kurzen Pflock durchzustecken, einmal angemerkt, wie viele Zahlen der Weiser von 1 fortgegangen, in der Zeit, da die Tonne mit den zugegebenen fünf Lachtern leeren Seils von dem Füllorte oder aus dem Gesenke zu Tage gekommen, so rechnet er die Hälfte der <193, 528> Zahl für die halbe Tiefe vom Tage bis zum Füllort oder ins Gesenke; er weiß, wenn die Tonnen sich im Schachte begegnen und kann für diesen Wechsel der Tonnen darnach das Wasser regieren.

Uhrzeiger Klassifizierung: 681 Präzisionsinstrumente und andere GeräteDDC-Icon , Uhrweiser, ein von Holz, Stahl, Messing etc. angefertigter kurzer und langer Stab (Stunden= und Minutenzeiger), der auf einem Zifferblatte die Stunden und Minuten anzeigt. Der lange Zeiger ist der Minuten= und der kurze der Stundenzieger. Die Zeiger sind zierlich und minder zierlich angefertiget, je nach der Größe und dem Werthe der Uhr, ob diese eine Thurm=, Wand=, Tafel=, Stutz= oder Taschenuhr ist. Die Taschenuhrzeiger sind dünne stählerne Stäbchen, von denen der kürzere (Stundenzeiger) bis an die Stunde auf dem Zifferblatte reicht, der längere (Minutenzeiger) bis zu den Minuten. Sie haben unten vor dem Loche, wodurch der Stift der Weiserstange geht, eine durchbrochene Verzierung, die auch wegfällt, und oben vor der Spitze auch ein rundes Loch oder einen ausgehöhlten Zirkelschlag. Die messingenen Zeiger an großen Uhren haben eine gleiche Verzierung, und die hölzernen sind vergoldet. Auf dem Weiserstangenstift, der durch das Zifferblatt geht, steckt unten der Stundenzeiger, und darauf der Minutenzeiger, mit einer kleinen Platte bedeckt, damit sie sich nicht erheben und ausspringen können. Obgleich sie so viel, als möglich, festsitzen, so haben sie doch so viel Spielraum, daß man sie beim Stellen der Uhr auf dem Stifte drehen kann. -- Wagner giebt in seinem oben, Pfeil-IconS. 288, angeführten Werkchen, auch eine Vorkehrung zum Wechseln der Richtungen der Uhrzeiger. PfeiliconFig. 9353, Pfeilicon54 und Pfeilicon55 stellen einen Mechanismus dar, durch welchen man die Uhrzeiger nach jeder beliebigen Richtung zu bringen im Stande ist. Hier ist a die Welle, welche direkt von der Uhr in Bewegung gesetzt wird, und deren Rotationsbewegung <193, 529> auf eine zweite Welle b übertragen werden soll, welche mit jeder einen beliebigen Winkel einschließt. Die Stücke, welche diese Achsen tragen, sind durch zwei Rondelle c mit einander verbunden, welche sich, einer über dem andern um eine gemeinschaftliche Achse d drehen. Jede der Wellen a und b trägt ein konisches Rad von einem solchen Radius, daß das Rad der Welle a in das Rad der Welle b genau über dem Rotationscentrum d der beiden Rondelle c eingreift. Die beiden konischen Räder haben nicht die gewöhnliche Einrichtung; ihr äußerer Rand ist nicht gerade abgeschärft, sondern hat die Gestalt eines convexen Kreisbogens, wodurch es möglich wird, daß die beiden convexen Ränder der beiden Räder in einandergreifen, welchen Winkel auch die Wellen a und b mit einander einschließen mögen. Ein solches Räderwerk soll zwar keine bedeutende Stärke besitzen, weil die Zähne sich gleichsam nur in einem einzigen Punkte berühren, indessen bedarf es auch zum Bewegen der Stangen der Uhrzeiger keiner großen Kraft. Wenn man indessen mehr Kraft herausbringen wollte, so müßte man den Rand des einen konischen Rades convex und den Rand des andern concav machen; die Zähne würden sich dann in einer größern Breite berühren. -- Die großen Sonnenuhren haben Zeigerstangen und die kleinen Zeigerstifte, welche die Stunden durch die Linie ihres Schattens anzeigen.

Uhrzeit, s. Pfeil-IconUhrtagzeit.

Uhrzifferblatt Klassifizierung: 681 Präzisionsinstrumente und andere GeräteDDC-Icon , dasjenige Blatt vor dem Gehwerke einer Pendel= und Federuhr, worauf die zwölf Stundenziffern, 1 -- 12, verzeichnet stehen, und sich das Weiserwerk (die Zeiger) bewegt. Es ist bei großen Thurm=, Wand= etc. Uhren von Eisen= oder Messingblech, auch von Holz und weiß lackirt, bei kleinen Ta<193, 530>schen=, Stutz= etc. Uhren von Emaille, Silber, auch Goldblech. Die Zahlen stehen in einem Ringe, so daß die Zahl XII oder 12 oben in der Mitte und die Zahl VI oder 6 unten in der Mitte, also gegeneinander über stehen, und so folgen die Zahlen rechts herum von I oder 1 bis XII oder 12 Uhr. Ein Mehreres hierüber, s. unter Pfeil-IconZifferblatt in Z.

Uhrziffern Klassifizierung: 681 Präzisionsinstrumente und andere GeräteDDC-Icon , die Zahlen von 1 bis 12 oder I bis XII, welche die Stunden auf Zifferblättern anzeigen, in einem Kreise darauf von I bis XII herumstehen und nach dem Verhältnisse des Zifferblattes zur Uhr an Größe oder Kleinheit, auch groß oder klein sind. Auf einem weißen Felde sind sie schwarz, auf einem farbigen Grunde, z. B. auf einem kornblumenblauen sind sie vergoldet etc. S. auch Pfeil-IconZifferblatt, in Z.

Uhu Klassifizierung: 398.9 SprichwörterDDC-Icon Klassifizierung: 799.23 Jagd mit TierenDDC-Icon Klassifizierung: 598.97 Strigiformes (Eulen)DDC-Icon Klassifizierung: 591.5 VerhaltenDDC-Icon , Lat. Strix bubo. Nach den neueren Naturforschern namentlich nach Cuvier ist der Uhu eine Untergattung der unter dem Namen Eule inbegriffenen Raubvogeln, und ihre Gattungskennzeichen die kleine Ohrmschel, ein undeutlicher Schleier und lange Federbüsche. Auch versteht man unter der Benennung Uhu die eigentliche Bergeule, Berguhu. Büffon theilte das ganze Eulengeschlecht in zwei Hauptgattungen, in die Ohr= oder Horneulen, welche an jeder Seite des Kopfes einen ohrförmigen gerade aufstehenden, willkührlich beweglichen Haarbusch haben, und in die glattköpfigen, denen dieser Schmuck fehlt, bei denen also der Kopf rund und glatt ist. Die erstgenannte Gattung zerfiel bei ihm in die große, die mittlere und kleine Ohreule. -- 1) Unser eigentlicher Uhu, auch Schuffut, Schuhu, Adlereule, Bergeule, Steineule, Großherzog, Lat. nach Linn. Strix bubo, Bubo maximus nach Charles, Noctua maxima nach Frisch und im Holländischen Schuifuit, im Französischen le <193, 531> grand Duc oder Grand chat-huant auch Grand Hibou cornu genannt wird. Nach den Neueren die gemeine Bergeule. Die größte dieser Gattung ist nicht viel kleiner, als der gemeine Adler. Die Federbüsche am Kopf haben eine Länge von 2 1/2 Zoll. Die übrigen Kennzeichen hat sie mit dem ganzen Geschlecht der Eulen gemein. Sie hat 3 Zehen vorn, eine hinten, einen krummen Schnabel und stark gebogene Fangklauen. Ihr Gefieder ist sehr stark. Die Augen stehen, nicht wie bei den andern Vögeln, an der Seite des Kopfes, sondern beinahe wie beim Menschen vorn im Gesicht, weshalb denn ihr Aussehen etwas Menschenähnliches, etwa wie eine Karrikatur des Menschenantlitzes hat. Sie bauen ihr Nest, was gewöhnlich 3 Fuß im Durchmesser hat, gern in geklüftetes altes Gemäuer oder auf hohen Felsen und nur selten in hohe Bäume. Am liebsten hausen sie in einsamen wüsten Gegenden. Das Nest flechten sie von Reisern und füttern es mit Laub aus. Das Weibchen legt 1 bis 3 Eier von gleicher Farbe wie das Gefieder. Da sie den Tag weniger als andere Eulenarten scheuen, so fliegen sie weit früher in der Dämmerung auf Raub aus und kehren erst mit einbrechendem Morgen zu Nest zurück. Eigenthümlich ist es, daß sie andern Raubvögeln, z. B. dem Weiher gern ihre Beute abjagen und im Kampf um dieselbe in der Regel Sieger bleiben. Sie nähren sich von Geflügel aller Art, fangen aber auch Hasen, Kaninchen, Maulwürfe, Fledermäuse, Mäuse, Ratten, Frösche etc. Ihre Erbfeinde sind die Krähen, von denen sie oft in großen Schaaren und mit fürchterlichem Geschrei verfolgt werden. Daher das Sprüchwort, wie die Eulen unter den Krähen. Diese nächtlichen Kämpfe mögen wohl auch Anlaß zu der Sage vom wüthenden Heere gegeben haben; denn allerdings ist <193, 532> der furchtbare Lärm, den sie verursachen, Grund genug, zu abergläubischer Furcht. Die Feindschaft dieser Vögel gegen einander hat man auch zum Vortheil der Jagd ausgebeutet. Man setzt nämlich einen Uhu an einem windstillen Tage, besonders im Herbst, auf eine mit Stein und Holz halb unter die Erde gebaute und mit Rasen bedeckte Hütte, die Krähenhütte, in der Jagdspräche auch Uhu genannt, um welche vor den gelassenen Schießscharten abgelaubte Bäume, Hackreiser, stehen. Die Krähen versammeln sich bei dem Anblick des Schuhu' s in ganzen Schwärmen, um ihren Feind anzugreifen, und lassen sich auf die Hackreiser nieder, von wo aus sie mit leichter Mühe von den in der Hütte versteckten Jägern weggeschossen werden können. Bei dieser Gelegenheit kommen denn auch andere Raubvögel, Lerchengeyer, Hühnergeyer, Neuntödter, Elstern etc. zum Schuß. Man bedient sich des Uhus auch sonst noch zur Jagd und profitirt dabei von seiner wunderlichen Gestalt. Zu diesem Ende wird dem Uhu ein Fuchsschwanz angebunden. Mit diesem läßt man ihn fliegen. Hoch erhebt er sich nicht, sondern setzt sich gleich auf einen Baum. Die Hühnergeyer scheinen sich über die possierliche Figur zu wundern, denn sie kommen herbei, gleichsam um ihn anzustaunen, und nehmen sich, ohne auf die Eule zu stoßen, dazu so viel Zeit, als nöthig ist, sie schußrecht zu bekommen. Diese Jägerlist war früher wenigstens sehr Mode. Auch die Fasanenmeister hegten einen Uhu in einem offenen Gitter im Freien, und lockten damit die Krähen und dgl. kleinere Raubvögel an, so daß sie dieselben mit der Windbüchse oder dem Blaserohr tödten konnten, ohne durch den Gebrauch des Feuergewehrs die Fasanen selbst zu erschrecken.

2) Zur Gattung des Uhus gehört auch die mittlere Ohreule, der kleine Schuffut, die Kauzeule <193, 533> oder das Käuzlein genannt, Lateinisch noctua minor aurita, Asio sive Otus nach Charlet, Strix Otus nach Linn., Französisch le Hibou Moyenduc, Chouette à areilles, Chat-huont de Bruyres; auch diese Art hat zu beiden Seiten an den Ohren einen aus sechs vorwärts gerichteten Federn bestehenden kleinern nicht über 1 Zoll langen Busch. Der Vogel an sich ist auch kleiner, ungefähr so stark, als eine Krähe, und wiegt in Allem nur 20 Loth. Er wohnt gewöhnlich in alten verfallenen Gebäuden, Felsenhöhlen, hohlen Bäumen und dicken Waldungen auf Bergen. Er baut selten eigene Nester, sondern legt seine Eier in die Nester anderer Vögel, als: der Elstern, Raben, Weihen etc. Diese Eule ist eigentlich diejenige, deren man sich am liebsten bedient, um die Vögel zu dem Vogelheerde herbei zu locken.

3) Die kleinste Ohreule, Baum=, Stock= oder Waldeule, das gehörnte Käuzchen, L. Scops, noctua saxatilis, Fr. Huette, Hulotte, le petit Duc, Hibou à oreilles coutes, ist nicht größer, als eine Drossel oder Amsel, und hat an den Ohren viel kürzere Federbüsche, die an jeder Seite nur aus einer kleinen Feder bestehen. Diese Eulen gehen in ganzen Truppen, ziehen im Herbste in andere Gegenden, und kommen im Frühjahre wieder. Sie begeben sich gern nach solchen Gegenden, wo es viele Feldmäuse giebt, auf welche sie am liebsten jagen.

Von den ausländischen Arten sind nur noch zu nennen, der Virginianische Uhu, Strix virginiana oder Strix magelanica, dessen Vaterland Nordamerika ist. Er ist oben grau, weiß= und schwarz punktirt. Die Flügel sind weiß und schwarz gebändert, und am Bauche sind die Federn grau und gelb gewellt. Der Milchweiße Uhu, Strix lactea. Er gleicht an Größe dem gemeinen Uhu <193, 534> und hat am Bauche weißliche Federn, der Federbusch ist etwas kürzer, als bei dem gemeinen; man trifft ihn am Senegal in Afrika. Die Rauscheule, Strix strepitans unterscheidet sich durch starke Klauen und einen starken Schnabel, ist auf dem Rücken rothbraun und gewellt, ihr Vaterland ist Sumatra.

Ui Klassifizierung: 914.7 Osteuropa; RusslandDDC-Icon , heißt ein Nebenfluß des Toboll in der Statthalterschaft Orenburg im Asiatischen Rußland. Längs seinen Ufern sind mehrere Festungen zum Schutz gegen die benachbarten Kirgischen angelegt.

Uigurische Sprache Klassifizierung: 494.3 TurksprachenDDC-Icon . Die Stammsprache der Türken. Bei dem Artikel Pfeil-IconTürkei ist bereits erwähnt worden, daß die Türken, deren Ursitz in dem Altaigebirge zu suchen ist, nachdem sie von dort aus in das fruchtbare Steppenland, welches von Tybeth, Sibirien und dem Aralsee eingeschlossen ist, niedergestiegen waren, sich in zwei Hauptstämme, in die Uiguren, das heißt, Osttürken, und in die Oghusen, das heißt Westtürken theilten. Die Sprache der Uiguren ist nun die erwähnte Stammsprache. Früher glaubte man irrthümlich, daß die Uiguren Finnischer Abstammung seien, weil man sie mit den Uguren der Byzantinischen, und den Gugoren der Russischen Geschichtsschreiber verwechselte. Aber schon Ruisbroeck deutete darauf hin, daß ihre Sprache die Wurzel der Türkischen und Kumanischen sei. Hiermit stimmt auch überein, was einige Persische und Arabische Schriftsteller, z. B. Ulug=beg und Abulghazi, so wie Ahmetben Arabschah behauptet haben. Den vollständigen Beweis hat indeß erst Klaproth in seiner Reise in den Kaukasus (Theil 2, S. 275 u. f.), in den Asia polyglota (Sprachaltas XXV) und in den Memoires relativs à l' Asie, Tom. III. pag. 113 und 332 geführt, und dabei besonders Chinesische Quellen benutzt; dadurch wurde die Vermuthung des vielfach verdienten J J. <193, 535> Schmidt in Pertersburg, daß die Uiguren Mongolischen Nachrichten zu Folge von Tybethanischer Abkunft seien, vollständig widerlegt. Das Studium der Uigurischen Sprache ist deshalb ein wichtiges Hülfsmittel zur Erforschung der Geschichte der Türkischen Sprache und Grammatik, dessen sich neuere Sprachforscher und Grammatiker, z. B. Jaubert und Dawids mit Vortheil bedient haben. Aus ihnen ist ersichtlich, daß die Uigurische Sprache viele Formen reiner und voller, als die Osmanische erhalten, und im Wesentlichen dieselben Wurzeln und Wortbildungen, so wie auch denselben Periodenbau hat. Die Schriftzeichen, deren sich die Uiguren bedienten, sind aus der Sabäischen Sprache entlehnt, aus ihnen ist später die Mongolische und Mandschu' sche Schrift gebildet worden.

Uirten Klassifizierung: 324 Der politische ProzessDDC-Icon Klassifizierung: 949.4 SchweizDDC-Icon , so viel wie Uerten, hießen in der Schweiz ehemals die Volkszusammenkünfte, zur Wahl von Bevollmächtigten und Regierungsbehörden, bei welchen auch Volksvergnügungen Statt fanden.

Uilazza Kossa, ein Theil der Dinarischen Alpen, der sich nach Bosnien hineinzieht. Vergleiche Art. Pfeil-IconTürkei, Th. 189, Pfeil-IconS. 464 ff.

Uitland, ist eine andere Benennung für Marschland, s. diesen Pfeil-IconArtikel.

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