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Sparofen, s. unter Pfeil-IconOfen, Theil 104, Seite. Pfeil-IconS. 96 u. f.

Klassifizierung: 683.8 Haushaltsutensilien und HaushaltsgeräteDDC-Icon Hier noch ein Paar Sparöfen nach des Grafen von Rumford Methode oder Anweisung. <156, 438> Ein holzersparender Back= und Bratofen. In der Mitte eines kreisrunden oder cylinderförmigen Mauerwerkes, etwa 8 Fuß im Durchmesser, welches die Mitte eines großen Zimmers einnahm, wurde ein kleiner runder verschlossener Feuerherd angelegt, dessen Durchmesser 11 Zoll ist, und dessen Rost etwa 10 Zoll über dem Fußboden liegt; der Raum des Herdes verengerte sich nach oben etwa um 4 Zoll. Unmittelbar über dieser engen Kehle laufen sechs abgesonderte wagerechte Kanäle, jeder mit einem Dämpfer, entweder die Oeffnung ganz zu verschließen oder sie zu verkleinern, durch welche die Flamme in sechs abgesonderte Reihen Zügen unter sechs breite Eisenplatten geleitet wird, die den Boden von sechs gleich hoch stehenden Oefen bilden, deren Seiten sich berühren. Da jede dieser gegossenen eisernen Platten die Gestalt eines gleichseitigen Dreieckes hat, so vereinigen sie sich alle im Mittelpunkte des Mauerwerkes. Wenn die Flamme unter den Boden dieser Oefen zirkulirt hat, so steigt sie in zwei Kanälen empor; zirkulirt dann in ähnlichen Zügen auf der Oberfläche einer andern dreieckigen gegossenen eisernen Platte, welche die Decke des Ofens bilden, und wird von da in den Schoxnstein geleitet. Diese sechs Oefen sind durch dünne Wände von Ziegeln, 1 1/2 Zoll dick und 10 Zoll ins Gevierte, in ihren Seiten verbunden. Man kann jeden Ofen für sich allein oder mehrere zugleich heitzen, oder man kann die Hitze des einen ohne Unterbrechung einem andern zuführen, und das Backgeschäft kann ununterbrochen fortgehen. Sobald das Brod aus einem der Oefen gezogen ist, so kann man ihm unmittelbar die Feuerhitze wieder zukommen lassen, während derjenige, dem man das Feuer genommen hat, mit neuen Broden wieder gefüllt und geschlossen wird. Die Hauptabsicht bei diesen Backofen soll seyn, den großen Verlust des Wärmestoffes zu verhüten, der bei großen Backöfen <156, 439> beim Herausschieben und Einschieben des Brodes Statt findet. Da jeder dieser kleinen Oefen nur fünf Bröde faßt, so kann das Ausziehen und Einschieben sehr bald geschehen, während welcher Zeit auch die übrigen fünf Oefen verschlossen bleiben. Rumford hatte diese Art Backöfen nur auf Habermehlkuchen berechnet, die man gewöhnlich auf heißen eisernen Blechen bäckt; er fand aber nachher, daß man durch eine besondere Behandlung der Feuerhitze in einem solchen Ofen auch gewönliches Brod backen kann. Der Ofen muß nämlich erst hinlänglich geheitzt seyn, ehe man das Brod hineinschiebt, und dann muß man die Luft. züge während dieses Prozesses nicht ganz verschließen=Der oben genannte Schriftsteller stellte zu München darüber neue Versuche an und erreichte seine Absicht so gut, daß auf seinen Tisch kein anderes Brod gekommen ist, als das sein Koch im Hause des Grafen in einem Ofen von dünnem Eisenbleche, der von aussen geheitzt ward, gebacken hat, und er versichert nie besseres Brod gegessen zu haben. Es ist leicht, völlig ausgebacken, nicht trocken und von vortrefflichem Geschmack. Die Brode müssen aber in dem Ofen auf runden dünnen Eisenblechen, die auf eisernen Füßen von 1 Zoll Höhe ruhen, gelegt werden, damit die untere Rinde nicht verbrenne. Auch muß man den beim Backen erzeugten Dämpfen einen freien Abzug verstatten, welches entweder durch einen Dampfschornstein, oder bloß durch ein Zugloch in der Ofenthür bewirkt werden kann. Die Bäcker können von einer solchen Einrichtung der Oefen bedeutende Vortheile einerndten. Auch auf Schiffen sollen die nach obigen Grundsätzen eingerichteten Brat= und Backöfen von großem Nutzen seyn.

Ein Kalksparofen. Die besondern Zwecke bei der Anlage dieses Ofens sind; 1) Die Feuerung so brennen zu lassen, daß die Flamme den Rauch verzehre, welches dadurch bewirkt wird, daß der Rauch nieder<156, 440>steigen und durch das Feuer gehen muß. 2) Die Flamme und den heißen Dampf mit dem Kalksteine durch eine große Oberfläche in Berührung zu bringen. Zu diesem Zwecke gab man dem Bauche des Kalkofens die Gestalt eines hohlen abgestumpften Kegels, machte ihn gegen seinen Durchmesser sehr hoch, und stellte ihn bis zu seiner Spitze ganz mit Kalksteinen an. 3) Den Prozeß des Kalkbrennens ununterbrochen fortdauern zu lassen, um die Verschwändung des Wärmestoffes zu verhüten, die nothwendig erfolgt, wenn man beim Einlegen und Herausnehmen des Kalks den Ofen kalt werden läßt. 4) Den so eben fertig gebrannten noch heißen Kalk beim Abkühlen seinen Wärmestoff abgeben zu lassen, damit er die frischen Kalksteine, die von neuem in den Ofen kommen, erhitzen helfe. Zu diesem Zwecke wird die Feuerung nicht mit dem Kalksteine vermischt, sondern in einem verschlossenen Feuerherde verbrannt. Große Kalköfen dieser Art müssen mehrere Feuerherde haben. Auf dem Boden des Kalkofens ist eine Thür angebracht, die man zum Herausnehmen des Kalkes öffnet, gleich darauf wieder verschließt und die Fugen mit nassem Lehme wieder verstreicht; es muß aber eine kleine Oeffnung bleiben. Da das Feuer in einiger Entfernung von dem Boden des Ofens in ihn niederdringt, und da die Flamme, sobald sie in die Höhlung kommt, emporsteigt, so ist der untere Theil des Ofens mit schon gebranntem Kalke bedeckt. Wenn nun von unten eine Kalkschicht weggenommen wird, so senkt sich der darüber liegende, schon heiße Kalk nieder, und da die Luft in dem Ofen aufwärts steigt und in die Spitze des Ofens dringt, so befördert diese untere Kalkschicht während ihres Abkühlens die Erhitzung der frischen Portion Kalkstein, die man aufgeschüttet hat. Um diese zu befördern, muß man einen sanften Luftzug, der aber nicht zu heftig seyn darf, von den Boden des Ofens nach der Spitze <156, 441> hin, durch eine Oeffnung unten in der Ofenthür befördern. Sobald indessen die untere Kalkschicht im Ofen einen Theil ihres Wärmestoffes abgegeben hat, so ist es am besten die Thür ganz zu verschließen.

Sparre Klassifizierung: 623.8 Schiffstechnik und NautikDDC-Icon , Spier, im Schiffsbaue, ein jedes langes und dünnes Stück rundes Holz, welches man so gebraucht, wie es gewachsen ist, nur daß die Borke und die Zweige davon abgenommen worden.

Sparren Klassifizierung: 682 SchmiedehandwerkDDC-Icon Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon , ein regelmäßiges thätiges Zeitwort, welches im Hochdeutschen völlig fremd ist, und nur in einigen Gegenden für spannen gebraucht wird, daher der Spannring beim Schmid auch daselbst der Sparring genannt wird; es ist mit sperren nahe verwandt.

Sparren, in der Baukunst Klassifizierung: 430 Germanische Sprachen; DeutschDDC-Icon Klassifizierung: 694 Holzbau; ZimmerhandwerkDDC-Icon , die schräge liegende Hölzer, die das Dach von einem Hause bilden, Dachsparren. Man hat deren verschiedene Arten, als: die Gradsparren, von denen zwei und zwei von dem Balken oder von den Enden der Quersparren bis in den Forst mit ihren Spitzen zusammenlaufen. An Zeltdächern und Pavillons werden diese ordentliche Sparren. Lehrsparren werden genannt, die von den Ecken des Hauses oben in der Spitze zusammen stoßen. Befindet sich ein Wiederkehr an einem Gebäude, so wird da, wo die Dächer in einem Winkel zusammengehen, der Sparren, der von unten bis oben in den Forst geht, und die Einkehle bilden hilft, der Kehlsparren genannt. Dann hat man noch Pfeil-IconSchiffssparren, Pfeil-IconWindsparren etc., s. diese Artikel oder vielmehr alle diese verschiedenen Sparren unter ihrem Namen in der Encyklopädie. In der Wappenkunst führt die Figur zweier zusammengefügter Sparren oder eines umgekehrten Lateinischen V gleichfalls diesen Namen. So sagt man auch: eine Sparre zu viel haben, nicht wohl bei Verstande seyn, einen Fehler am Verstande haben. Die Ableitung dieses Wortes soll nach den meisten älteren Sprach<156, 442>forschern von dem alten Barre, Barren, ein Balken etc. herkommen; nach Adelung soll aber das Zeitwort sperren den nächsten Anspruch auf dieses Wort haben, wegen der gesperrten Gestalt, welche unten zwei Dachsparren haben.

Sparrenfeld Klassifizierung: 694 Holzbau; ZimmerhandwerkDDC-Icon , Sparrenfelder, die leeren Räume zwischen den Latten und den Sparren, worauf die Dachziegel zu liegen kommen.

Sparrengeld Klassifizierung: 336.2 Steuern DDC-Icon , in einigen Gegenden ein Name derjenigen Steuer, welche von den Häusern gegeben wird, und welches auch den Namen Giebelgeld, Feuerstättengeld etc. führt.

Sparrenholz, Sparrholz, im Forstwesen, dasjenige Holz, welches sich zu Dachsparren schickt und nicht über 6 Zoll dick ist.

Sparrenkopf Klassifizierung: 721.3 SäulenkonstruktionenDDC-Icon , in der Baukunst, eine Verziehrung unter dem Karnieße oder Kragleisten, welche das hervorragende Ende eines Sparrens vorstellt, so wie Balkenkopf das Ende eines Balkens ist. Es sind kleine Kragsteine, welche unter die abhängende Platte der Jonischen, Römischen und Korinthischen Ordnung gesetzt werden.

Sparrfaden, Lycopus L., s. Pfeil-IconWolfsfuß

Sparrgonophorus Klassifizierung: 583.99 Asterales (Asternartige)DDC-Icon , s. Sparganophorus, Pers. Syn. plant. p 398, eine Pflanzengattung, welche in die 1ste Ordnung der 19ten Klasse (Syngenesia Polygamia Aequalis) des Linnéischen Pflanzensystems gehört und folgende Gattungskennzeichen hat. Der gemeinschaftliche Kelch ist fast kugelrund, seine Schuppen liegen Dachziegelförmig über einander, sind ungleich abstehend und an der Spitze zurückgekrümmt. Der Fruchtboden ist nackt; die Saamenkrone kelchartig, fast knorpelich. Zu dieser Gattung zählt Persoon folgende Arten, die Linné unter Ethulia in seiner Spec. plant., Tom II., p. 1171, anführt: Sparrgonophorus Vaillantii (Ethulia Sparrgonopho<156, 443>rus), Sparrgonophorus struchium und verticillatus. Die hier angeführte Arten gehören in Indien zu Hause, und werden bei uns nur in den Treibhäusern und botanischen Gärten gezogen.

Sparrholz, s. Pfeil-IconSparrenholz

Sparrichtes Blatt Klassifizierung: 575.5 Wurzeln und BlätterDDC-Icon , Squarrosum, beim Gärtner, dasjenige Blatt, welches in erhöhte und nicht parallel laufende Lappen vertheilt ist.

Sparrlatte Klassifizierung: 694 Holzbau; ZimmerhandwerkDDC-Icon , beim Zimmermann, Latten, die horizontal über die Sparren genagelt werden, und worauf das eigentliche Dach von Ziegeln zu liegen kommt.

Sparrmannia, s. den folgenden Pfeil-IconArtikel.

Sparrmannie Klassifizierung: 583.685 Malvaceae (Familie der Malvengewächse)DDC-Icon , Sparmannia, Linn., eine Pflanzengattung, welche in die erste Ordnung der dreizehnten Klasse (Polyandria Monogynia) des Linnéischen Pflanzensystems gehört und folgende Gattungskennzeichen hat: der Kelch ist vierblättrig, desgleichen auch die Krone; viele Staubfäden; die Letzteren sind am Grunde angeschwollen und hangen zusammen. Die Kapsel ist stachlicht, fünfeckig, fünffächerig, und jedes Fach enthält zwei Samen. Bekannt ist:

Die Afrikanische Sparrmannie, Sparrmannia Afrikana. Linn. Dieser Strauch wächst auf dem Kap in Wäldern, seine Zweige stehen wechselweise und aufrecht; behaart, cylindrisch. Die Blätter sind lang gestielt, herabhängend, herzförmig, fast gelappt, sagezähnig=langgespitzt, mit kurz stehen den Haarenbesetzt; die Blattstiele sind behaart; die Blumenstiele stehen den Blüthen gegenüber, sind aufrecht die Blumenstielchen behaart und mit gelben Blumen gekrönt. Die Staubdecken sind schwarzpurpurroth; die Kapsel ist mit braunen Stacheln besetzt. Dieser Strauch wird im Glashause überwintert, und bedarf zu seiner Erziehung eine lockere, jedoch nicht sehr fette Erde. Die Fortpflanzung geschieht durch Samen im Mistbeete, und durch Ableger und Stecklinge.

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Sparrnbäume, s. Pfeil-IconSpießbäume.

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